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fleischig und milchig

 

Man unterscheidet:

  • fleischig: koscheres Fleisch; Fleischfett; alle Produkte, die fleischige Bestandteile enthalten
  • milchig: Milch von koscheren Tieren; Milchfett (z.B. Butter); alle Produkte, die milchige Bestandteile enthalten
  • parwe: neutrale koschere Lebensmittel; dürfen zusammen mit Milch- oder Fleischprodukten gekocht und gegessen werden:
    • alles, was aus dem Boden wächst: Gemüse, Früchte, Nüsse, Kaffee, Gewürze, Zucker, Salz
    • alle koscheren Fische
    • Eier
    • chemische Produkte

Bezüglich milchigen und fleischigen Lebensmittel sind folgende Gesetze zu beachten:

  • "Milch- und Fleischprodukte dürfen nicht in den gleichen Gefässen gekocht oder angerichtet werden, auch dann nicht, wenn dies nicht gleichzeitig geschieht.
  • Jedes Gefäss, das - auch wenn nicht gleichzeitig - für das Zubereiten von fleischig und milchig benutzt wurde, wird da durch nicht-koscher. Daher muss man für fleischig und milchig über getrennte Koch- und Essgeräte verfügen (Töpfe, Schüsseln, Bestecke, Geschirr). Diese müssen genau bezeichnet oder durch Form, Farbe, Muster oder Grösse leicht voneinander unterscheidbar sein.
  • Koschere Lebensmittel - milchig, fleischig oder parwe - die in Geräten gekocht werden, die sowohl für fleischig als auch für milchig benutzt wurden, werden nicht-koscher und sind verboten.
  • Wenn man fleischig gegessen hat, muss man eine bestimmte Zeit warten, bevor milchig gegessen werden darf. Über die Länge dieser Zeit gibt es verschiedene Meinungen (eine, drei oder sechs Stunden). Der Grund für die Wartezeit ist, dass für die am Gaumen haftenden Fettsubstanzen und die in den Zähnen zurückbleibenden Fleischreste, die sich schwer ausspülen lassen, eine gewisse Zeit eingeräumt wird, bis sie sich auflösen.
  • Im umgekehrten Fall ist dies nicht nötig. Wenn man milchig gegessen hat, kann man den Mund mit Wasserspülen oder etwas festes, das parwe ist, wie etwa Brot, zu sich nehmen und kann dann fleischig essen. (Der Grund ist, dass Milchprodukte nicht so fett wie Fleisch sind und nicht in den Zähnen stecken bleiben. Bei gewissen Milchprodukten, wo dem nicht so ist, wie zum Beispiel bei hartem Käse, muss die gleiche Wartezeit wie nach fleischig eingehalten werden).
  • Ein Kranker oder ein Kleinkind darf, wenn es notwendig ist, die Wartezeit bis auf eine Stunde verkürzen, vorausgesetzt, dass man sich den Mund ausspült und die Zähne gründlich putzt und dass man nach dem fleischigen Mahl das Tischgebet verrichtet hat, wodurch klar festgestellt ist, dass das zweite (milchige) Mahl keine Fortsetzung des fleischigen ist.
  • In fleischigen Geräten gekochtes parwe Essen muss in fleischigem Geschirr angerichtet werden und darf nicht zusammen mit milchiger Nahrung gegessen werden. Man wird aber nicht fleischig dadurch, sondern kann gleich danach milchig essen.
  • Der Küchenausguss (ausser wenn es dessen zwei gibt) ist in Wirklichkeit ein nicht-koscheres Gefäss, da er die Reste sowohl von fleischig als auch von milchig aufnimmt. Daher dürfen fleischiges und milchiges Geschirr nicht im Ausguss selbst gespült werden. Das macht das Geschirr nicht-koscher, auch wenn es nicht gleichzeitig abgewaschen wird. Man benutzt zum Spülen getrennte Einsätze, die in den Ausguss passen. Ebenso soll man verschiedenfarbige Gestelle gebrauchen, um das Geschirr im Ausguss aufzustapeln.
  • Man kann für fleischig und milchig die gleiche Geschirrspülmaschine benutzen, wenn man zum Stapeln des Geschirrs getrennte Gestelle anschafft, eines für fleischig und eines für milchig und die Maschine zwischen fleischiger und milchiger Benutzung (und umgekehrt) einmal leer laufen lässt. Der Leerlauf braucht kein voller Zyklus zu sein; einmal mit Waschmittel spülen ist genügend. (Andere rabbinische Autoritäten haben anders entschieden und erlauben den Gebrauch der gleichen Maschine auch nicht unter den oben erwähnten Bedingungen.)
  • Es ist üblich, Küchentücher von bestimmter Farbe oder bestimmtem Muster für fleischig und von anderer Farbe oder anderem Muster für milchig zu bestimmen. Diese Praxis vermeidet, dass man ein Handtuch, mit dem man fleischiges Geschirr abgetrocknet hat, das nächste Mal versehentlich für milchiges Geschirr benutzt, und umgekehrt. Wenn nötig, kann man jedes frisch gewaschene Handtuch für fleischig oder milchig gebrauchen.
  • Wenn eine Person ein fleischiges Mahl, und eine andere am gleichen Tisch milchig isst, so muss man eine klare Unterscheidung zwischen ihnen machen, wie z.B. durch verschiedene Tischdecken oder Platzmatten.
  • Zum Gebrauch von Butter- und Milchersatz mit Fleisch: Die Entwicklung pflanzlicher Produkte, die wie Milchprodukte, die sie ersetzen sollen (z.B. Sahne, Butter, Speise- oder Fruchteis) 'aussehen und schmecken', hat die Variationsmöglichkeiten der koscheren Küche sehr erweitert. Es gibt an sich keine halachischen Einwände dagegen, sie mit fleischigen Speisen zu kochen oder zu essen. Aber da sie irrtümlicherweise für Milchprodukte gehalten werden können und es wichtig ist, auch das zu vermeiden, was die Weisen 'den Anschein einer Übertretung' nennen, ist es für ihre Identifizierung ratsam, sie in der Packung oder dem Gefäss zu servieren, in dem sie gekauft werden, oder ihre Gefässe deutlich mit 'parwe' zu bezeichnen.
  • Nicht jede Kaffeesahne, die als 'nicht milchig' etikettiert wird, ist den Kashrut-Regeln entsprechend wirklich nicht milchig. Manche erhalten Sodium-Kasein, das aus Milch hergestellt wird, wodurch sie milchig werden und nicht mit fleischig zusammen gebraucht werden dürfen.
  • Glas, das man nur in gewöhnlicher Weise benutzt, wird als nicht-absorbierend angesehen. Daher ist es nicht verboten, es bei milchigen und fleischigen Mahlzeiten zu verwenden. Es wäre aber falsch, nur ein Glasservice, anstelle der zwei üblichen milchigen und fleischigen zu halten. Dies sollte aus Vorsichtsgründen nicht erlaubt sein.
  • Wassergläser können sowohl bei fleischigen als auch bei milchigen Mahlzeiten benutzt werden.
  • Das gleiche Gefäss aus Pyrex oder feuerfestem Glas darf nicht für fleischig und milchig benutzt werden. (Die hohe Hitze macht es absorbierfähig.)
  • Wenn man Lebensmittel kauft oder zubereitet, muss man genau auf die Bestandteile achten und sicher sein, dass das Produkt koscher -- milchig, fleischig oder parwe -- ist. Die Lebensmittelproduktion ist höchst kompliziert geworden, und Etiketten können den koscheren Verbraucher irreführen. Zum Beispiel können Mono- oder Di-Glyzeride aus tierischem oder aus pflanzlichem Fett hergestellt werden. Sie können also koscher oder nicht-koscher sein. Laktose kann aus Milch oder aus Molasse hergestellt sein, daher kann sie milchig oder parwe sein. Das Wort 'Fett' allein weist fast immer auf Tierfett hin. Aus diesen Gründen wird es immer wichtiger, auf verlässliche Kashrut-Zeichen zu achten."

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