
Die Geschichte Israels |
Die Heimat des jüdischen Volkes ist das Land Israel (Eretz Israel). Hier spielte ein grosser und entscheidender Teil seiner langen Geschichte, von der die Bibel die ersten tausend Jahre aufzeichnet. Hier bildete sich seine kulturelle, religiöse und nationale Identität; und hier behielt das jüdische Volk eine ununterbrochene Präsenz, auch in den langen Jahrhunderten, als die Mehrheit des Volkes im Exil leben musste. In all den Jahren seiner Zerstreuung hat das jüdische Volk die Bande zu seinem Land nie durchschnitten oder vergessen. Mit der Errichtung des Staates Israel 1948 wurde nach zwei Jahrtausenden die jüdische Unabhängigkeit wieder hergestellt. |
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Ein Auszug der wechselhaften Grenzen Israels |
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Das Königreich von David und Salomon (1077-997 v.d.Z.)
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Die Abteilung von Transjordanien (1922)
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Der UN-Teilungsplan (1947)
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Israel heute
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Die biblische Epoche (ca. 3000 v.d.Z. 538 v.d.Z.) Unter der Führung von Josua eroberten und besiedelten die israelitischen Stämme das Land und schlossen sich vornehmlich in Zeiten äusserer Bedrohung unter Führern zusammen, die als die Richter bekannt sind. 1028 v.d.Z. wurde unter Saul ein Königreich errichtet; sein Nachfolger David vereinte die Stämme und machte Jerusalem zur Hauptstadt des Landes (ca. 1000 v.d.Z.). Davids Sohn Salomo machte das Königreich zu einem wirtschaftlich mächtigen Land und errichtete in Jerusalem den Tempel für den G'tt Israels. Archäologische Funde zeugen von wichtigen städtischen Handelszentren, zu denen die Städte Chazor, Megiddo und Geser gehören, die in der Regierungszeit Salomos gegründet wurden. Nach seinem Tod spaltete sich das Land in zwei Königreiche Israel (Hauptstadt: Samaria) und Juda (Hauptstadt: Jerusalem) - die während der folgenden zwei Jahrhunderte nebeneinander existierten, regiert von jüdischen Königen und von den Propheten zu sozialer Gerechtigkeit und Einhaltung der Gesetze angehalten. Die Assyrer fielen 722 v.d.Z in das Königreich Israel ein, und sein Volk wurde zerstreut (die zehn verlorenen Stämme). Juda wurde von den Babyloniern 586 v.d.Z. erobert, die den Tempel in Jerusalem zerstörten und den grössten Teil der jüdischen Bevölkerung nach Babylon ins Exil trieben. |
Die Zeiten jüdischer Selbstverwaltung (538 v.d.Z.-60 v.d.Z.) Nach der Eroberung des babylonischen Reiches durch die Perser 539 v.d.Z. kehrten viele Juden nach Juda zurück, der Tempel in Jerusalem wurde neu erbaut und das jüdische Leben im Lande wiederhergestellt. In den folgenden vier Jahrhunderten erfreuten sich die Juden eines hohen Masses an Autonomie unter persischer und hellenistischer Vorherrschaft. Spätere Massnahmen der herrschenden Seleukiden zur Unterdrückung jüdischer Religion und jüdischer Bräuche führten schliesslich zum Makkabäer (Hasmonäer) Aufstand (168 v.d.Z.). Ihm folgte die Errichtung eines unabhängigen jüdischen Königreichs unter jüdischen Königen der Hasmonäer Dynastie, die ungefähr 80 Jahre Bestand hatte. |
Fremdherrschaft (60 v.d.Z.-1948) Unter römischer (70-313) und byzantinischer (313-636) Hegemonie erhielt die jüdische Bevölkerung des Landes ihre Institutionen auf den Gebieten des Rechts, der Erziehung und der Kultur aufrecht und setzte deren Entwicklung weiter fort. Die sich mit allen Aspekten des Lebens befassende jüdische Gesetzgebung wurde in der Mischna (2. Jahrhundert) kodifiziert und im Talmud (3.-5. Jahrhundert) ausführlich erläutert. Diese Gesetze, von denen einige in späteren Zeiten den veränderten Voraussetzungen angepasst wurden, sind noch heute für gläubige Juden verbindlich. Ein weiterer Versuch der Juden, ihre nationale Souveränität zurückzugewinnen (Bar-Kochba-Aufstand, 132 d.Z.), führte zur Errichtung einer unabhängigen jüdischen Enklave in Judäa mit Jerusalem als Hauptstadt. Drei Jahre später schlugen die Römer Bar-Kochba nieder und änderten den Namen Jerusalems in Aelia Capitolina und den des Landes in Palästina, um dadurch die jüdische Verbindung zu dem Land zu beseitigen. Seit dem 7. Jahrhundert wurde das Land nacheinander von Arabern (636-1091), Seldschuken (1091-1099), Kreuzrittern (1099-1291), Mamelucken (1291-1516), osmanischen Türken (1517-1917) und den Briten (1918-1948) beherrscht. Die Grenzen wurden Veränderungen unterzogen und der Name des Landes nach der Laune des jeweiligen Herrschers geändert. Viele Bauten, die von den verschiedenen Eroberern des Landes errichtet wurden, geben Zeugnis von ihrer Anwesenheit im Lande. Die jüdische Bevölkerung verringerte sich zwar während der Jahrhunderte fremder Besatzung, doch die Juden blieben die ganze Zeit über im Lande, und ihre Zahl wurde von Zeit zu Zeit verstärkt durch Juden, die in ihre nationale Heimstätte aus Ländern zurückkehrten, in die sie zerstreut worden waren ein Rinnsal zuerst, das Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem Strom wurde. |
Zionismus Von der Ideologie des Zionismus erfüllt, begann der Zustrom tausender Juden in den zu dieser Zeit spärlich bevölkerten und vernachlässigten Teil des Osmanischen Reiches. Diese frühen Pioniere legten Sumpfland trocken, machten Ödland urbar, forsteten die kahlen Hänge auf, gründeten Industrien und errichteten Städte und Dörfer. Sie entwickelten kommunale Dienstleistungen und Einrichtungen, und die hebräische Sprache, über lange Zeit auf Liturgie und Literatur beschränkt, erwachte als Sprache des täglichen Gebrauchs zu neuem Leben. In Anerkennung der "historischen Verbindung des jüdischen Volkes mit Palästina dem Land Israel" und "der Gründe für die Wiederherrichtung seiner nationalen Heimstätte in jenem Land" hat der Völkerbund 1922 Grossbritannien das Mandat übertragen und es unter anderem damit beauftragt, "solche politischen, verwaltungstechnischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen im Land herzustellen, welche die Errichtung einer nationalen jüdischen Heimstätte gewährleisten". Im selben Jahr errichtete Grossbritannien in drei Vierteln des ihm anvertrauten Gebiets das arabische Emirat Transjordanien (heute das Haschemitische Königreich Jordanien), wodurch nur das Gebiet westlich des Jordans zur Entwicklung der nationalen jüdischen Heimstätte verblieb. Extreme arabische Führer widersetzten sich der Errichtung einer nationalen jüdischen Heimstätte selbst in diesem kleinen Gebiet und riefen zu Anschlägen gegen die jüdische Gemeinschaft sowie gegen Araber auf, die eine arabischjüdische Koexistenz befürworteten. Britische Versuche, die Araber durch die Einschränkung jüdischer Einwanderung und Ansiedlung zu beschwichtigen, verfehlten ihr Ziel, und die Gewalttaten hielten bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs an. Am Ende des Krieges wurde die Einschränkung jüdischer Einwanderung in das Land nicht aufgehoben. Dabei war es ein dringendes Erfordernis, einen Ort der Zuflucht für die Menschen zu finden, denen es gelungen war, der Vernichtung der jüdischen Gemeinden in Europa durch das Nazi-Regime zu entkommen, bei der sechs Millionen Juden, darunter 1,5 Millionen Kinder, ermordet wurden. Um die restriktive britische Einwanderungspolitik zu umgehen, mobilisierte die jüdische Gemeinschaft in Israel zusammen mit Juden in der ganzen Welt ihre Kräfte und Mittel und organisierte ein als Aliyah Bet bekanntes "illegales" Einwanderungsnetz, durch das etwa 85 000 Überlebende des Holocaust ins Land kamen. Nachdem alle Versuche fehlgeschlagen waren, einen Ausgleich zwischen dem zunehmenden arabischen Widerstand gegen jüdische Einwanderung und Siedlung und der anhaltenden jüdischen Forderung nach Aufhebung der bestehenden Einwanderungsbeschränkungen zu erreichen, verwiesen die Briten das Problem an die Vereinten Nationen. Im November 1947 stimmte die Vollversammlung der Vereinten Nationen für die Errichtung von zwei Staaten in diesem Gebiet (westlich des Jordans) einem jüdischen und einem arabischen. Die Juden nahmen die Teilung an, die Araber lehnten sie ab. |
Eigenstaatlichkeit In der Erklärung zur Errichtung des Staates Israel heisst es: "Israel bietet allen Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und zu guter Nachbarschaft". Dieser Aufruf, von allen israelischen Ministerpräsidenten wiederholt, wurde entweder hartnäckig ignoriert oder zurückgewiesen. Terroristische Überfälle durch Araber auf israelische Siedlungen wurden fortgesetzt. Dies geschah mit Unterstützung und Förderung der arabischen Staaten, die ausserdem einen wirtschaftlichen und diplomatischen Boykott einleiteten, internationale Wasserstrassen für die israelische Schiff-Fahrt blockierten und offenen Krieg provozierten: 1956 und 1967 reagierte Israel auf die vorsätzlichen Provokationen mit Präventivschlägen; 1973 wehrte Israel einen von den arabischen Nachbarstaaten an drei Fronten gleichzeitig begonnenen Grossangriff ab. 1982 begann es mit Operationen gegen Stützpunkte von Terrorkommandos der PLO (Palästinensische Befreiungsorganisation) im südlichen Libanon, die Ausgangspunkt für Terroranschläge auf die Zivilbevölkerung Nordgaliläas waren. Die Kette ständiger Zurückweisungen wurde durch den Besuch des ägyptischen Präsidenten Anwar Sadat unterbrochen, der im November 1977 Jerusalem auf Einladung von Ministerpräsident Menachem Begin besuchte. Dieser Besuch mündete in Verhandlungen, die am 26. März 1979 zur Unterzeichnung des Friedensvertrages zwischen Ägypten und Israel führten sowie zur Formulierung des Camp David - Abkommens, in dem man sich auf Rahmenbedingungen für einen Frieden im Nahen Osten einigte und Vorkehrungen für die Zukunft von Judäa, Samaria und Gaza traf (Gebiete, die 1967 im Sechs-Tage-Krieg unter israelische Kontrolle geraten waren). Am 30. Oktober 1991 wurde eine Nahostfriedenskonferenz in Madrid einberufen, die Vertreter Israels, Syriens, des Libanons, Jordaniens und der Palästinenser zusammenbrachte. Der formalen Eröffnung folgten bilaterale Verhandlungen zwischen den Parteien und multilaterale Gespräche über regionale Fragen. Ein bedeutender Durchbruch war die Prinzipienerklärung (September 1993),die von Israel und der PLO (als Repräsentantin des palästinensischen Volkes) unterzeichnet wurde und in der die Regelungen für Palästinenser imWestjordanland und in Gaza umrissen werden. In der Folge wurde in Gaza und Jericho eine palästinensische Selbstverwaltung eingesetzt (1994), die mit der Unterzeichnung des Interimabkommens (1995) auf zusätzliche Gebiete des Westjordanlandes ausgedehnt wurde. Zu einer weiteren Annäherung in der Region kam es, als Israel und Jordanien den 46 Jahre währenden Kriegszustand zwischen beiden Ländern beendeten (Juli 1994) und in der Folge einen Friedensvertrag unterzeichneten (Oktober 1994), der zur Aufnahme voller diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Ländern führte. Der Impuls des Friedensprozesses hat auch den Weg für einen Ausbau der Kontakte und Beziehungen zu anderen arabischen Ländern geöffnet.Im Januar 1997 unterzeichneten Israel und die Palästinensische Autonomiebehörde das Hebron-Protokoll, und Israel verlegte seine Truppen in diesem Gebiet; im Oktober 1998 unterzeichneten beide Seiten das Wye-River-Memorandum, und Israel vollzog die erste Phase der hier vereinbarten Truppenverlegung. Im September 1999 unterschrieben Israel und die PLO das Memorandum von Sharm el-Sheikh. Seither hat Israel weitere Truppenverlegungen durchgeführt, Gefangene entlassen, eine gesicherte Transitstrecke im Süden eröffnet und die Gespräche über die endgültige Regelung des permanenten Status wieder aufgenommen. Ein Gipfeltreffen in Camp David im Juli 2000 scheiterte leider an der Weigerung der Palästinenser, die weitreichenden und präzedenzlosen Vorschläge für eine Lösung des Konfliktes, die von den USA unterbreitet worden waren, zu akzeptieren. Arabischer und palästinensischer Terrorismus führte über Jahrzehnte zu Tausenden von Toten. Im September 2000 initiierten die Palästinenser eine Welle von wahllosem Terror und von Gewalt, die auf beiden Seiten zum Verlust von vielen Leben und zu Leid führte. Zahlreiche Anstrengungen, die Gewalt zu beenden und den Friedensprozess zu erneuern scheiterten aufgrund des andauernden und eskalierenden palästinensischen Terrors, unterstützt von der Palästinensischen Autonomiebehörde. Israel akzeptierte die Vorschläge zur Beendigung des palästinensischen Terrorismus, die von dem US Präsidenten George W. Bush in seiner Rede am 24. Juni 2002 vorgestellt wurden, denen eine endgültige Regelung aller Sachfragen und des Friedens folgen muss. |
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