Willkommen bei IsraelNet

Hintergründe
<< zurück zur Übersicht

Irans Komplizenschaft während der Libanon-Krise

Die Wurzeln der iranischen Einmischung im Libanon

Das erste iranische militärische Engagement im Libanon fand 1982 statt, als ein 2.500 Mann starkes Expeditionskorps der iranischen Revolutionsgarden nach Syrien geschickt wurde, um bei der militärischen Konfrontation mit Israel während der Operation "Frieden Galiläa" zu helfen.

Syrien verhinderte eine aktive Beteiligung der iranischen Truppen an den Kampfhandlungen. Nach der Rückkehr der meisten Truppen in den Iran verblieben 1.000-1.500 Mann im Bekaa-Tal inmitten der dort lebenden schiitischen Bevölkerung. Diese Truppe etablierte eine dauerhafte militärische und logistische Infrastruktur im Sheikh Abdallah Lager in Baalbek (welches sie von der libanesischen Armee erbeutet hatten) und im Zabadani Lager in Syrien, nordöstlich von Damaskus. Zusätzlich wurden Kommandoposten, Feldnachrichtendienste und Kampfeinheiten in Baalbek, Beirut, Zahleh und Mashgara eingerichtet.
Die grösste Errungenschaft der Iraner im Libanon ist jedoch die Vereinigung verschiedener Schiitengruppen in einer organisatorischen Einheit, genannt Hisbollah ("Partei G'ttes"), die Indoktrinierung der Führungsebene mit dem Konzept der islamischen Revolution und deren Training in militärischen Techniken und Methoden der Revolutionsgarden.

Die Unterstützung der Revolutionsgarden für die Hisbollah im Vorfeld und während der gegenwärtigen Konfrontation.

Iran unternahm alles, um die Konfrontation im Libanon als Teil des "historischen Kampfes gegen das zionistische Krebsgeschwür und die USA" darzustellen und betonte seine moralische Unterstützung für die Hisbollah. Zur selben Zeit bestritt Iran energisch jegliche militärische Verwicklung in der Krise. In der Tat jedoch war Iran vollständig in die Ereignisse involviert.

Die Einmischung wurde von den Quds-Brigaden (Jersualem-Brigaden), eine Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden, angeführt. Die von Qasem Suleimani befehligten Quds-Brigaden kommandieren die weltweiten terroristischen Aktivitäten. Militärischen Engagements und Libanon ist ein Hauptschauplatz ihrer Aktivitäten. Die Revolutionsgarden im Libanon sind die Speerspitze der iranischen Kampagne gegen Israel. Dieses ist Ausdruck der iranischen Strategie der letztendlichen Zerstörung Israels, die den Libanon als eine Hauptfront in diesem Kampf betrachtet und daher die Hisbollah, und deren Fähigkeiten gegen Israel zu reagieren, aufrüstet und als Abschreckungsfaktor gegen Israel etabliert.

Über die Jahre haben die Revolutionsgarden die militärischen Fähigkeiten der Hisbollah mit einem jährlichen Budget von 100 Millionen US$ ausgebaut. Der Iran lieferte eine Bandbreite von Waffen an die Organisation, von denen einige in dem jüngsten Konflikt von der Hisbollah eingesetzt wurden. Einige von den Waffen wurden von der Hisbollah unabhängig eingesetzt und die Anwendung anderer Waffen, wie die C-802 Land-zu-See Rakete, bedurfte der iranische Zustimmung.

Iranische Waffen, die im Kampf eingesetzt wurden:
Zezal Boden-Boden Raketen (Reichweite 125-250km)
C-802 Land-See Raketen (eine traf die israelische Korvette "Hanit")
Langstreckenraketen Fajr-3 (43km) und Fajr-5 (75km)
Ababil Dronen gestartet und geflogen von der Hisbollah über Israel im November 2004, April 2005 und im jüngsten Konflikt
Motorisierte Paraglider
Falaq-240mm Raketen mit verstärktem Gefechtskopf zum Angriff auf Befestigungen
Verbesserte Panzerabwehrraketen iranischer Bauart (Tufan und Raid sind Kopien der Tow- und Saggerraketen)
Luftabwehrraketen Sa-7 und Sa-14
Kanonen und Raketenwerfer verschiedenen Kalibers
Ausrüstung und Waffen für maritime Kommandos

Weitere iranische Unterstützung für die Hisbollah während der jüngsten Kämpfe

Iran belieferte die Hisbollah mit Geheimdienstinformationen über Israel.

Technische Unterstützung bei der Waffenbedienung: Diese Unterstützung ergänzt die Grundausbildung in den Trainingslagern und Einrichtungen der Iranischen Revolutionsgarde. Die beiden Hauptlager der "Quds-Brigade", in denen Nicht-Iraner ausgebildet werden, sind die "Imam Ali Basis" in Teheran und das "Bahunar-Lager" in Khajr im Norden Teherans. Zwei von der IDF festgenommene Hisbollah-Terroristen gaben an, sie seien von der Iranischen Revolutionsgarde auf der Kharj Basis ausgebildet worden. Einer von ihnen nannte auch den Namen des Ausbilders, Hassan Irelo, der der Kommandeur des Flugabwehr-Kurses 1999 war.
Kurse und gemeinsame Übungen, die mit Hisbollah-Terroristen im Iran abgehalten wurden, schlossen auch Übungen mit Panzerabwehrraketen und Flugabwehrraketen ein (Sagger und Tow Raketen). Besonders trainiert wurde die Benutzung von strategischen Raketen mit Reichweiten über 75km und 100km sowie Drohnen. Die Offiziere der Revolutionsgarden halfen der Hisbollah bei der Handhabung von Drohnen gegen Israel im November 2004.
Während der letzten Jahre wurden die Waffenlieferungen des Iran an die Hisbollah auf dem Luftweg aufgestockt. Als nach dem Erdbeben in Bam im Dezember 2003 humanitäre Lieferungen in den Iran gebracht wurden, sind mindestens neun Rückflüge dafür benutzt worden, Waffen an die Hisbollah zu liefern.
Es wird geschätzt, dass einige der jüngsten Versuche des Iran, die Hisbollah mit Nachschub zu versorgen, von der IDF vereitelt werden konnten. Doch die über Jahre angesammelten Waffenarsenale gaben der Hisbollah ihr Durchhaltevermögen.
Iranische Führer haben kürzlich öffentlich zugegeben, die Hisbollah sogar mit Langstreckenraketen zu beliefern, die nun Israel bedrohen.

Seit sich die IDF aus dem Südlibanon zurückgezogen hat, hat die Iranische Revolutionsgarde die Hisbollah dort als einen semi-militärischen Apparat aufgebaut, der jederzeit bereit ist, an der nördlichen Grenze Israels auf Konfrontationskurs zu gehen. Iranische Offiziere haben oft die Grenzlinie bereist, wie ein gefangener Hisbollah-Kämpfer angab, der während seiner Grenzwache von zwei Iranern in Begleitung von zwei Hisbollah-Offizieren besucht wurde.
Einen dieser Iraner identifizierte er als Mahmoud, der ihn in einem Flugabwehr-Kurs im Iran ausbildete.

(MFA, 18.8.)

top

<< zurück zur Übersicht