| Hintergründe | |
Der Leiter des israelischen Militärgeheimdienstes (AMAN), Amos Yadlin, hat sich in einem langen Interview mit Ari Shavit in der Ha'aretz zu den existentiellen Bedrohungen geäussert, denen der Staat Israel ausgesetzt ist. Dabei betont er, dass er sich nicht als Prophet verstehe, der die Zukunft genau voraussagen könne. Vielmehr wolle er Aufklärungsarbeit über mögliche Zukünfte leisten. V. Palästinensische Autonomiebehörde | I. Iran | II. Syrien | III. Hisbollah | IV. Hamas
"Die Flexibilitätsweite, die die Palästinenser zeigen, ist relativ eng."
"Die Frage ist, wie das Scheitern präsentiert wird. Wenn es heissen wird, man brauche mehr Zeit, einen anderen Kontext und die Entwicklung neuer Ideen, würde die Situation angenehmer sein. Wenn es einen scharfen Konflikt gibt und Schuldzuweisungen, schätze ich, dass die Führung der Autonomiebehörde sehr geschwächt wird, bis hin zum Ausscheiden der Führungsriege."
"Das schliesse ich ganz und gar nicht aus."
"Die Wahrscheinlichkeit des Ausbruchs einer dritten Intifada ist gering. Aber das palästinensische Lager, das ein Abkommen unterstützt, würde geschwächt werden und die gegenwärtige Führung voraussichtlich verschwinden. Im palästinensischen System würden Prozesse des Verfalls, des Chaos und einer Machtübernahme der Hamas beginnen. Dies sind Prozesse, die nicht gut für Israel sind."
"Sollte das Abkommen von den Palästinensern als gerecht und fair aufgenommen werden, schätze ich, dass Abu Mazen es per Volksentscheid verabschieden könnte. Demgegenüber gestehe ich der Fähigkeit zur Umsetzung des Abkommens eine sehr viel geringere Aussicht zu. Die Lage der Autonomiebehörde und die Lage ihrer Sicherheitsapparate wird es ihr schwer machen, die Terroristen zu bekämpfen, und dafür sorgen, dass eine Regelung in absehbarer Zukunft nicht umgesetzt werden kann. Abu Mazen will eine Regelung. Aber ich muss darauf hinweisen, dass er und seine Leute nicht genug in den Aufbau einer politischen Infrastruktur und die Einstimmung der palästinensischen Herzen auf einen Frieden investieren." |