Merkwürdiges |
Die Illusion der Nonproliferation Von Bret Stephens Dem iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad ist gestern bei der UN-Nonproliferationskonferenz eine Plattform geboten worden. Bret Stephens hat dies im Wall Street Journal zum Anlass einer grundsätzlichen Kritik an der gegenwärtigen Nonproliferationspolitik genommen. "Dies sind seltsame Tage für die Besten von New York City. Am Wochenende haben sie alles aufgeboten, um den Terroristen zu finden, der am Times Square eine Bombe zünden wollte. Gestern haben sie alles aufgeboten, um den Terroristen zu schützen, der Präsident des Iran ist. Einer der Kerle macht in Propangas, Feuerwerkskörpern und Benzin; der andere in angereichertem Uran, Polonium-Triggern und ballistischen Raketen. Dieser andere Typ - der, der nicht mit einem Pathfinder in die Stadt gerollt ist - war in Manhattan, um sich auf der diesmonatigen UN-Folgekonferenz zum Atomwaffensperrvertrag (NPT) zu entladen. Und er entlud sich: über die Truman-Adminstration, über die Obama-Administration, über das 'zionistische Regime', über Ungeneralsekretär Ban Ki-moon, über den NPT selbst. Bei all dem gilt Iran noch immer als vollberechtigtes Mitglied des Vertrags, mit Anrecht auf einen Sitz in der Internationalen Atomenergiebehörde und auf Atomreaktoren." "Der Iran versucht nun unter stillschweigender Duldung der üblichen Verdächtigen im Nahen Osten (und ihrer nützlichen Idioten im Westen) den NPT als Knüppel einzusetzen, um Israel zur Entwaffnung zu zwingen. Das ergibt voll und ganz Sinn, wenn man sich, wie Herr Obama es tut, der Theologie nuklearer Abrüstung verschreibt. Es ergibt keinen Sinn, wenn man denkt, dass der ausschlaggebende Unterschied in Bezug auf Atomwaffen zwischen verantwortungsbewussten demokratischen Staaten auf der einen und hemmungslosen, instabilen und diktatorischen auf der anderen Seite besteht. Niemand liegt nachts wach, weil er darüber nachsinnt, was David Cameron tun könnte, wenn er seinen Finger an den nuklearen Abzug des Vereinigten Königreichs kriegen sollte. Die Welt bewegt sich heute rasant auf das zu, was der Stratege Andrew Krepinevich das 'zweite Atomzeitalter' nennt, in dem Abschreckung nicht länger so funktioniert wie während des Kalten Krieges. 'Es könnte sein', schreibt er, 'das die Führer der neu bewaffneten Atomstaaten die Kosten und Nutzen nicht in ähnlicher Weise wie die Vereinigten Staaten abwägen.' Doch wir haben noch nicht einmal damit begonnen ernsthaft darüber nachzudenken, wie in diesen Wassern zu navigieren ist. Hillary Clintons sinnlose Aufrufe von gestern über die Stärkung des NPT werden nicht reichen. Eines Tages könnte ein Pathfinder mit getönten Fensterscheiben am Times Square mit etwas anderem als Propanbehältern auf dem Rücksitz parken. Womöglich werden wir ihn nicht stoppen können. Aber wir werden sicherer leben, wenn der Fahrer des Wagens genau weiss, was wir als Nächstes zu tun gedenken." Den vollständigen Kommentar finden Sie unter dem folgenden Link: http://online.wsj.com/article/SB10001424052748704342604575221920482279654.html (The Wall Street Journal, 04.05.10) |