Merkwürdiges |
Generalstabschef Ashkenazi am Gleis 17: "Nie wieder" Der Generalstabschef der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL), Generalleutnant Gabi Ashkenazi, hat am Montag gemeinsam mit dem Generalinspekteur der Bundeswehr, General Wolfgang Schneiderhan, die Berliner Holocaust-Gedenkstätte "Gleis 17" besucht. In seiner Rede bekräftigte er die Notwendigkeit einer starken israelischen Armee.
Die Klagen unserer jüdischen Brüder, die in die Güterwaggons marschiert sind, erniedrigt, geschlagen und ermordet, steigen von den stillen Stahlplatten auf, die an diesem Gleis angebracht sind. In diesem Moment, und auf Ewigkeit, ist der Widerhall ihrer Schreie die Verfügung von Israels Verpflichtung, und meiner Verpflichtung, als gegenwärtiger Kommandant der Armee; unserer Verpflichtung, die schlimmsten Grausamkeiten in der Geschichte der Menschheit immer zu erinnern und nie zu vergessen, unserer Verpflichtung, die Drohungen derer, die uns schaden wollen, niemals auf die leichte Schulter zu nehmen, unserer Verpflichtung, unsere Sicherheit zu garantieren und nie wieder jemanden anders die Zukunft Israels bestimmen zu lassen. Verehrte Kollegen, Trotz dieses Sieges können wir uns nicht zurücklehnen. Noch heute, 64 Jahre seit der letzte mit Juden beladene Zug diese Station in Richtung der Vernichtungslager verlassen hat, 61 Jahre seit der Gründung der jüdischen Heimstätte, ist der Antisemitismus nicht aus der Welt verschwunden. Der Antisemitismus mag sich in unterschiedlichem Gewand präsentieren, sein 'Gesicht' mag sich ändern, seine Sprache, seine Strategie, seine Rechtfertigungen; aber das Ziel bleibt unverändert. Noch heute erklären Führer von Staaten öffentlich ihre Sehnsucht, den Staat Israel zu zerstören - sie weisen das souveräne und nationale Existenzrecht der jüdischen Nation zurück.
An diesem Ort, von dem aus unsere Brüder und Schwestern in die Öfen und Gaskammern gebracht wurden, für das 'Verbrechen' ihrer Religion, sagen wir all unseren Feinden, den Leugnern und Missetätern: Wir sind hier. Die israelische Nation ist auferstanden und in seinem Land wiederbelebt worden, und die Nation steht für ihre Unabhängigkeit und Sicherheit ein. Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte, das Schild der jüdischen Nation, ist keine Armee, die für den Krieg eintritt - vielmehr ist sie eine Armee der Verteidigung. Wir suchen den Kampf nicht, aber dennoch, wenn uns Krieg aufgezwungen wird, werden wir alles Notwendige tun, um den Bürgern Israels ein sicheres Leben in ihrem Heim zu ermöglichen. Niemand sollte unsere Stärke oder Entschlossenheit austesten. Wir werden jegliche Drangsal stark und vereint durchstehen, entschlossen, nicht nur zu existieren, sondern auch unsere Identität und die Werte zu bewahren, die unsere Nation von Beginn an vereint haben; dieselben Werte, die unseren hartnäckigen Überlebenskampf während des Holocaust bestimmt haben, dieselben Werte, die einen Grundstein in unserem gegenwärtigen Kampf um unsere Existenz als Nation darstellen. Vor wenigen Stunden stand ich an der Seite meines Kollegen, General Schneiderhan, in der Villa Wannsee, wo die Führer der Nazi-Partei über die Endlösung diskutierten - den Plan für die Vernichtung des jüdischen Volkes. Die Villa am Ufer des Wannsees zeugt als Gebäude davon, wie der Mensch Menschlichkeit und Moral verlieren kann, wenn er von Hass und Rassismus angetrieben wird. Es liegt eine tiefe historische und symbolische Bedeutung in dem gemeinsamen Besuch des israelischen und des deutschen Generalstabschefs an dem Ort, wo solch eine unvorstellbare Entscheidung gefällt wurde. Der Besuch bringt auch die starken und fruchtbaren Beziehungen zwischen der Bundeswehr und den Israelischen Verteidigungsstreitkräften zum Ausdruck. Unsere Beziehungen bereichern die operationellen Fähigkeiten beider Armeen und gründen auf gegenseitiger Verpflichtung und dem festen Glauben, dass beide Seiten ein Recht darauf haben, in Frieden in ihren Ländern zu leben. Diese Beziehung verkörpert die Totalität des Siegs über Hitlers Nazi-Regime - das heutige Deutschland ist eine bedeutende demokratische Macht, die sich der Existenz und der Sicherheit des Staates Israels fest verpflichtet fühlt." Seiner auf Hebräisch gehaltenen Rede fügte Ashkenazi abschliessend noch einige Worte auf Englisch hinzu. Diese lassen sich unter dem folgenden Link nachlesen: http://dover.idf.il/IDF/English/updates/09/10/2602.htm (ZAHAL, 26.10.09) |