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Wegen des Anschlags in Massua: Sorge im Jordantal

Von Nadav Shragai

Yoram Ben Ami lebt bereits seit 26 Jahren im Moshav Tomer im zentralen Jordantal. Er erinnert sich daran, wie die Strasse durch das Tal während der zweiten Intifada zu einer fast verlassenen Strasse wurde, wie die Familien und die Freunde Angst hatten, nach Tomer zu kommen, und wie die Geschäfte darunter litten - die Restaurants, die Raststätten und die Gärtnereien entlang der Strasse, der Lebensader der Gemeinden im Jordantal.

Heute betreibt Ben Ami die Gärtnerei "Nymphea", eine der grössten des Landes. Tag für Tag hat er Gäste in dem Café im Gewächshaus - zwischen den Zierpflanzen kleine Holztische, künstliche Fischbassins, Papageiengezwitscher. "Nymphea" ist eine Zwischenstation an der Strasse des Tals, wo die Vorbeifahrenden sich für einige Minuten erfrischen und ausruhen können; diese nutzt Ben Ami, um den Leuten etwas Botanik zu vermitteln und auch von der Geschichte der Besiedlung des Jordantals zu erzählen. Er betet, dass der Anschlag von vorgestern ein Einzelfall bleiben wird. Die Zukunft der Gärtnerei, die in den vergangenen sechs Jahren gedieh, und die Zukunft von noch einem Dutzend anderen Geschäften entlang der Talstrasse sind davon abhängig.

Die Zeit, die Ben Ami und die anderen Geschäftsleute entlang der Strasse am liebsten vergessen möchten, ist die Zeit der zweiten Intifada. Im September 2001 wurde die 28jährige Salit Sheetrit aus dem Kibbutz Sde Eliayhu bei einem bewaffneten Angriff im Jordantal ermordet. In der gleichen Periode wurden im Jordantal auch der Soldat Tal Gordon durch Schüsse auf einen Egged-Bus nahe der Allenby-Brücke und zwei weitere Israelis nahe der Adam-Brücke ermordet. 2002 brach ein Terrorist in die Ortschaft Hamra ein und tötete dort Miriam Ohana und ihre Tochter Yael. Die Bewohner des Jordantals erzählten damals, wie sie gleich erschrockenen Piloten mit geschlossenen Augen auf der Strasse gefahren seien; wer konnte, habe sich schusssichere Westen angezogen, und man betete, dass man heil am Dorf Auhja und der Umfahrung Jerichos vorbeikomme. Die angespannte Sicherheitslage versetzte den Geschäften einen schweren Schlag. Die Talstrasse wurde zu einer Geisterstrasse. Die Buslinie Egged leitete ihren Busverkehr auf andere Strecken um, und die wenigen Autobusse, die noch auf der Strasse verkehrten, waren gepanzert. Dutzende von Familien verliessen die Gemeinden. Nur wenige schlossen sich neu an.

In den letzten Jahren entwickelte sich alles zum Guten hin. Die Geschäfte blühten, mehr als hundert neue Familien schlossen sich den Gemeinden an. Heute leben im Jordantal 4500 Menschen. Nur die Autobusse von Egged rollen noch nicht wie früher über die Strasse, und die meisten fahren über den Highway 6.

Gabi Katz, der Sicherheitschef des Kreises Bikat Hayarden seit 14 Jahren, meint, dass Anschläge wie der vom Sonntag langsam einsickern. "Wir hoffen, dass dies keinen Einfluss haben wird und es ein Einzelfall bleibt. Die letzten Jahre waren paradiesisch. Die Geschäfte kamen wieder in Gang. Auf der Strasse verkehren täglich etwa 4000 israelische und etwa 1500 palästinensische Autos", sagt Katz. "Wenn die Armee und die Polizei schnell die Mörder zu fassen kriegen und die Öffentlichkeit versteht, dass wieder Sicherheit da ist, wird nur ein marginaler Effekt [vom Anschlag] bleiben; wenn dies jedoch der Anfang einer Welle ist, werden wir erneut unter denselben Phänomenen zu leiden haben wie in der Vergangenheit." Katz ist übrigens noch immer nicht völlig überzeugt, dass es sich um einen Terroranschlag gehandelt hat und sagt, man stelle auch anderweitig Nachforschungen an.

Am zentralen Busbahnhof von Egged in Jerusalem warteten gestern Nachmittag Soldaten und einige Einwohner aus Beit Shean auf die Linie 961, die ins Jordantal fährt. Moshe, ein Soldat in Uniform, hat von dem Anschlag gehört, sagt aber, dass er keine Angst hat. Yaakov Levi, ein Kaufmann aus Beit Shean sagt, er werde weiter durch das Jordantal fahren, wie er es auch in den scheren Zeiten getan hat. "Solche Anschläge hat es zu meinem Bedauern immer gegeben und wird es immer geben, aber sie sind nicht speziell für das Jordantal charakteristsich. Wenn wir deswegen aufhören, unser Leben normal weiter zu führen - dann haben sie ihr Ziel erreicht."

(Ha'aretz, 17.03.09)

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