Merkwürdiges |
"Warum ich für Israel bin", von James Arbuthnot
Die Spieler im gegenwärtigen Konflikt, Hamas, Hisbollah, Iran und Syrien, lehnen alle das Existenzrecht Israels ab. Sie alle rufen zur Vernichtung Israels auf. Wir können die Worte des iranischen Präsidenten, der sagte, er wolle "Israel von der Landkarte tilgen", nicht unbeachtet lassen. Wir können nicht so tun, als hätte er diese Worte nicht geäussert oder nur im Spass gesagt. Die Kriege, die die Muslime gegen Israel führen, sind also auf die Vernichtung Israels aus. Und nachdem sie ihre Kriege verloren hatten, geben sie ihr bestes, um die Vernichtung Israels durch Guerilla-Kriege, durch Raketenbeschuss und durch Selbstmordattentate, deren Ziel es ist, möglichst viele Zivilisten zu töten, herbeizuführen. Israel hat das uneingeschränkte Recht, seine Bürger vor Angriffen dieser Art zu schützen. Manchmal greift Israel zu Massnahmen, die wir im Westen nicht akzeptieren möchten – zum Beispiel den Trennungszaun oder die Besetzung Südlibanons im Jahr 1982. Aber wir sollten uns daran erinnern, dass wir es in Grossbritannien nicht mit einer ständigen Bedrohung zu tun haben, auch nicht mit dem ungeheuren Hass unserer Nachbarn. Trotzdem hat sich Israel im Mai 2000 aus jedem Zentimeter libanesischen Bodens und im August 2005 aus dem Gazastreifen zurückgezogen. Israel erwartete, die Früchte dieser Schritte ernten zu können. Stattdessen verwandelten sich der Libanon und der Gazastreifen in ein Gebiet, von dem aus Raketen auf israelisches Territorium abgeschossen werden. Vor einigen Wochen grub die Hamas einen Tunnel in israelisches Gebiet und tötete und entführte israelische Soldaten. Die Hisbollah führte ähnliche Angriffe durch – ein Schritt, der sogar innerhalb der arabischen Welt gerügt wird. Nach Beginn der der Offensive der Hisbollah, die die britische Aussenministerin zurecht mit dem Ausdruck "Öl ins Feuer" beschrieb, sagte der Führer der Organisation Nasrallah: " Seit über einem Jahr sage ich schon, dass wir Soldaten entführen wollen, um sie gegen Gefangene auszutauschen…. Darauf haben wir uns seit dem Rückzug Israels aus dem Libanon vorbereitet." Sie haben sich wirklich vorbereitet. Im Verlauf der letzten sechs Jahre rüstete der Iran – mit Hilfe Syriens – die Hisbollah mit Waffen aus, hauptsächlich durch Raketenlieferungen über Damaskus. Die Iraner halfen der Hisbollah, eine Infrastruktur von unterirdischen Bunkern zu errichten und ca. 13.00 Raketen für den Krieg gegen Israel zu lagern. Diese Raketen verwendet die Hisbollah zurzeit. Was genau erwarten wir eigentlich von Israel? Erwarten wir, dass Israel davon absieht, Transportwege anzugreifen, die der Hisbollah die neuerliche Versorgung mit Waffen ermöglichen? Erwarten wir, dass Israel Verhandlungen führt mit Kidnappern und es so zu weiteren Entführungen kommen kann? Ja, angesichts des menschlichen Preises, den solch grausame Entscheidungen mit sich bringen, schaudern wir. Der Verlust jedes unschuldigen menschlichen Lebens ist eine Tragödie. Doch die israelischen Soldaten versuchen ihr Möglichstes, um die Tötung libanesischer Zivilisten zu verhindern. Manchmal gelingt es ihnen, doch in einem Krieg wie dem gegenwärtigen wird Israel unweigerlich auch Fehler begehen. Im Gegensatz dazu ist es das Ziel der Hisbollah, Zivilisten zu töten und sie versetzen die Zivilbevölkerung in Angst und Schrecken. Die Hisbollah, ähnlich wie die Hamas, hat inmitten der Zivilbevölkerung ihre Infrastruktur aufgebaut, ihre Leute, ihre Waffen und ihre militärischen Stützpunkte verteilt. Ein grosser Teil der Hisbollah-Raketen wird aus Privathäusern, in denen libanesische Familien wohnen, abgeschossen. Israel gehört zu unserem Anti-Terror-Bündnis. Selbstverständlich würde ich eine Feuerpause und einen dauerhaften Frieden im Nahen Oste begrüssen – ebenso ein Ende des von Staaten getragenen Terrorismus. Dennoch braucht jeder Waffenstillstand die Zustimmung aller Seiten. Man kann ihn auf Grundlage der von den G8 Staaten vereinbarten Bedingungen stellen: Rückkehr der entführten Soldaten, völliges Einstellen des Raketenbeschusses auf Israel, und Umsetzung der Resolution 1559 des UN-Sicherheitsrates, die zur Entwaffnung der Hisbollah aufruft und die Aufstellung der libanesischen Armee entlang der Grenze zu Israel fordert. Wir können angesichts dieser Bedingungen nicht unschlüssig sein, auch nicht angesichts des Rechtes Israels, sich selbst zu verteidigen. James Arbuthnot, war 1995 - 1997 Minister of State for Defence Procurement von Grossbritannien. |