US-Diplomat Ross warnt vor syrischer Kriegsbedrohung
Der frühere Chefunterhändler im Nahost-Friedensprozess Dennis Ross hat in einem Interview vor dem Risiko eines Kriegs mit Syrien in diesem Sommer gewarnt. Seiner Meinung nach habe zwar noch niemand eine Entscheidung über einen Krieg gefällt, doch würden sich die Syrier darauf vorbereiten.
Der frühere Vertreter des US-Aussenministeriums übte in diesem Zusammenhang Kritik an der Bush-Administration, die sich Damaskus gegenüber "rhetorisch hart und praktisch weich" verhalte. Die Syrer würden so nicht begreifen, was sie durch eine Änderung ihres Verhaltens verlieren bzw. gewinnen würden. "Syrien hat die Hisbollah bis auf die Zähne wiederbewaffnet – dafür sollte ein Preis zu zahlen sein", meint Ross und fordert dabei von den USA und Europa, wirtschaftlichen Druck auf Damaskus auszuüben.
Angesprochen auf die jüngsten Entwicklungen in den palästinensischen Autonomiegebieten bemerkte Ross, dass die Fatah nun das Vertrauen des palästinensischen Volkes zurückgewinnen und der Korruption abschwören müsse. "Sie muss zeigen, dass sie den Palästinensern ein besseres Leben bieten und ihre nationalen Bestrebungen verwirklichen kann. Wenn sie es nicht tut, wird sie das Westjordanland verlieren."
Im Hinblick auf die atomare Aufrüstung des Iran fordert Ross eine Verstärkung der Sanktionen und kritisierte die Europäer dafür, dass sie im wirtschaftlichen Bereich nicht genug Druck auf das Land ausüben würden.
(Yedioth Ahronoth, 06.07.07.)
Botschafter Stein über den Abschied von Berlin
Für Shimon Stein, den Botschafter des Staates Israel in Deutschland, rückt der Abschied aus Berlin immer näher. Aus diesem Anlass hat er heute dem Inforadio des rbb ein ausführliches Interview gegeben, in dem er sowohl persönliche als auch politische Erfahrungen angesprochen hat. Hier nur einige Auszüge:
“Ich fühle mich in Berlin sehr gut. Ich habe schon gesagt, ich höre nicht auf begeistert über die kulturelle Landschaft hier zu sein. Das sage ich überall, bei jeder Gelegenheit. An sich, unter uns, ich lebe ja in Berlin, aber durch die Tätigkeit, durch die Sicherheit, muss ich eigentlich noch - das habe ich mir vorgenommen - die Stadt am Ende meiner Amtszeit etwas näher kennen lernen. Ich kenne in der Zwischenzeit die Einrichtungen, die für den Alltag für mich wichtig sind. Das sind die wunderbaren Cafehäuser, das ist die Philharmonie, das sind die Opernhäuser und Theater, aber Ihnen zu sagen, dass ich die Stadt gut kenne... Wissen Sie, ich kenne gar nicht den öffentlichen Verkehr. Nie bin ich mit der S-Bahn oder U-Bahn, mit einem Bus gefahren. Wenn man mich heute irgendwo absetzt und sagt, bitte jetzt gehen Sie den Weg zurück in die Botschaft, bin ich verloren.”
“Frustrierend war eigentlich die Tatsache, dass es uns nicht gelungen ist, vielleicht habe ich mich nicht genug angestrengt, der deutschen Öffentlichkeit klar zu machen, worum es bei uns in den letzten Jahren gegangen ist, bei dem Konflikt mit den Palästinensern. Ich dachte manchmal, dass unsere Argumente nicht ankommen. Nicht, weil sie nicht gute Argumente sind, sondern, Israelis oder Juden besitzen ja nicht mehr die Opfernische. Die Opfernische ist an die Palästinenser abgegeben worden und so ist man nicht mehr offen für unsere Argumente mit Hinblick auf: Was bedeutet es eigentlich für eine demokratische Gesellschaft mit dem Terror umzugehen? Was erfordert das eigentlich von einer Gesellschaft? Und überhaupt, ich bitte ja immer meine deutschen Partner sich in die Lage der Israelis hineinzuversetzen bevor sie so rasch, wie sie es gerne tun, Ratschläge verteilen und uns kritisieren. In der Zwischenzeit meine ich diese anspruchsvolle Bitte, sich in die Lage des anderen hineinzuversetzen, ist ganz schwierig. Im ruhigen Berlin ist die Gefahr des Terrors ganz theoretisch. Man liest darüber, man wird heute ständig ermahnt, dass es durchaus bedrohlicher und gefährlicher ist. Aber in die Lage der Familie Stein sich hineinzuversetzen, mit zwei Kindern, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit oder in die Schule fahren und am Freitagabend Restaurants und Einkaufszentren besuchen, die Bitte der Eltern, nicht mit dem öffentlichen Verkehr sondern lieber mit Taxis zu fahren, das hören sie sich gerne an, überzeugend von mir, aber irgendwo glaube ich, dass es nicht angekommen ist. Die Meinungsumfragen waren in diesen Jahren alles andere als positiv, um mich milde auszudrücken.”
Das vollständige Wortlaut des Interviews findet sich unter dem folgenden Link: http://www.inforadio.de/
static/dyn2sta_article/663/194663_article.shtml
(Botschaft des Staates Israel, 05.07.07)
Israeli zum Vize-Vorsitzenden des UNESCO-Weltkulturerbe-Komitees gewählt
Das israelische Aussenministerium begrüsst die Wahl von Prof. Michael Turner, dem Vorsitzenden des Israelischen Weltkulturerbe-Komitees, zum stellvertretenden Vorsitzenden des weltweiten Weltkulturerbe-Komitees der UNESO.
Das Weltkulturerbe-Komitee gilt als die wichtigste Abteilung der UNESO. Es beschäftigt sich primär mit der Kennzeichnung und Erhaltung von Stätten universalen Wertes (bisher über 800 weltweit). Dank der professionellen Tätigkeit des Israelischen Weltkulturerbe-Komitees sind bereits einige Stätten in Israel in die Reihe aufgenommen worden: Masada, die Altstadt von Akko, die "Weisse Stadt" von Tel Aviv, die biblischen Ruinenhügel von Megiddo, Hazor und Beer Sheva sowie die Weihrauchstrasse der Nabatäer.
Die Wahl Prof. Turners ist ein Ergebnis der Bestrebungen Israels, an der internationalen Wissenschafts- und Kulturarbeit teilzunehmen und damit seine Wahrnehmung als moderner westlicher Staat mit demokratischen Werten zu verdeutlichen. Zu diesem Zweck ermutigt das israelische Aussenministerium israelische Experten, an der fachbezogenen (nicht diplomatischen) Arbeit der Körperschaften der Vereinten Nationen zu partizipieren.
(MFA, 04.07.07)
Haim Ramon wird stellvertretender Ministerpräsident
Bei der Kabinettsumbildung, die Ministerpräsident Olmert heute im Rahmen des Kontingents seiner Kadima-Partei vorgenommen hat, ist Haim Ramon in Nachfolge von Shimon Peres zum neuen stellvertretenden Ministerpräsidenten ernannt worden. Ausserdem wird er Minister im Büro des Ministerpräsidenten und Mitglied des Sicherheitskabinetts. Ramon war vor einigen Monaten nach seinem Geständnis, eine Soldatin gegen ihren Willen geküsst zu haben, vom Amt des Justizministers zurückgetreten.
Anstelle von Ronni Bar-On, der ins Finanzministerium wechselt, wurde Wohnungsbauminister Meir Sheetrit wurde zum neuen Innenminister ernannt. Seinen Posten übernimmt der bisherige Minister für Einwandererfragen Ze’ev Boim. Auf ihn wiederum folgt Ya’akov Edery, dem ausserdem der Aufgabenbereich der Entwicklung des Negevs und Galiläas übertragen wurde.
(Ha’aretz, 04.07.07)
Olmert fordert verschärfte Sanktionen gegen den Iran
Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hat sich am gestrigen Dienstag mit einer Delegation der Europäischen Freunde Israels (EFI) getroffen, an der Abgeordnete des Europäischen Parlaments aus allen Mitgliedsstaaten der EU teilnahmen. Nach einem kurzen Überblick über die Entwicklung der israelischen Wirtschaft und die diplomatische Situation versicherte Olmert den Gästen, dass Israel Europa im Allgemeinen und das Europäische Parlament im Besonderen als einen wahren Freund betrachte, mit dem die Beziehungen weiterhin gestärkt würden. Er begrüsste die Wahl von Nicolas Sarkozy zum französischen Staatspräsidenten und lobte dessen Haltung gegenüber dem Iran. Der Ministerpräsident pries ausserdem Bundeskanzlerin Angela Merkels Rolle im Kampf gegen das iranische Atomwaffenprogramm.
Die nukleare Aufrüstung des Iran bezeichnete Olmert als Grund zur Sorge nicht nur für die Juden in Israel und das gesamte jüdische Volk, sondern auch für die Gemeinschaft der aufgeklärten Nationen im Allgemeinen. "Europa spielt eine wichtige Rolle im Kampf gegen einen nuklearen Iran. Die Sanktionen gegen Iran erfüllen ihre Aufgabe, aber es ist möglich weitere, nicht nur wirtschaftliche Sanktionen - wie die Verweigerung von Einreisegenehmigungen an Inhaber iranischer Pässe – zu verhängen."
(MFA, 03.07.07)
Shoah-Bewusstsein auch bei orientalischen Juden stark
Laut einer aktuellen Umfrage von Yad Vashem betrachten 89 Prozent der jüdischen Bevölkerung Israels das Gedenken an die Shoah als bedeutenden Bestandteil ihrer Identität. Die Bedeutung der Shoah nimmt dabei bei ashkenazischen und orientalischen Juden beinahe den gleichen Stellwert ein: So gaben 51 Prozent der befragten Ashkenazim und 48 Prozent der befragten Mizrachim an, dass die Shoah einen "sehr bedeutenden Platz" in ihrer Identität einnehme. Demgegenüber sagten nur 8 Prozent der befragten Ashkenazim und 14 Prozent der befragten Mizrachim, dass die Shoah "überhaupt keinen Platz" in ihrer Identität einnehme.
Aus der Umfrage geht ausserdem hervor, dass 75 Prozent der Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren "mehr über die Shoah wissen wollen" – mehr als jede andere Altersgruppe. Bei den Erwachsenen verlangen danach nur 57 Prozent. Die Ergebnisse wurden gestern im Rahmen eines Symposiums für Lehrer vorgestellt, das sich dem Thema "Shoah und Identität" widmet.
(Walla, 03.07.07)
Technion und Hebräische Universität führen bei Hochschulranking
Das Technion in Haifa und die Hebräische Universität Jerusalem belegen die ersten beiden Plätze bei einem Hochschulranking, das das private Forschungsinstitut "Me’al Hamemutza" ('über dem Durchschnitt') nun zum dritten Jahr in Folge erarbeitet hat. Die Evaluation beruht auf einer Befragung von 8600 Studenten an 35 Universitäten und Hochschulen, Angaben des Rates für höhere Bildung und Veröffentlichungen der verschiedenen Institutionen.
Auf den Plätzen drei und vier liegen die Tel Aviver Universität und die Ben-Gurion Universität im Negev (Be'er Sheva). Darauf folgt das Interdisziplinäre Zentrum in Herzliya, das als privates College die staatlichen Universitäten Bar Ilan (Platz neun) und Haifa (Platz zehn) hinter sich lässt. Auf den hintersten Plätzen befinden sich das Ashkelon-College und die israelische Zweigstelle der Universität Derby.
(Ha’aretz, 03.07.07)
Hamas greift nach dem Tempelberg
Israels Allgemeine Sicherheitsbehörde (SHABAK) hat Versuche der Hamas vereitelt, die Kontrolle über den Jerusalemer Tempelberg zu übernehmen und ihre Ideologie in der Stadt zu verbreiten. Im Verlauf einer einjährigen Operation wurden 11 Mitglieder der Terrororganisation festgenommen, die in Jerusalem agierten.
Wie aus dem SHABAK verlautet, hat die Hamas in den vergangenen Jahren Millionen Shekel sowohl in Wohlfahrts- und religiöse Institutionen als auch in Bauarbeiten auf dem Tempelberg investiert. Dahinter steht der Versuch, israelische Araber zu rekrutieren und damit die Machtposition in Israels Hauptstadt zu verstärken.
"Ihr Ziel ist es, die volle Kontrolle über den Tempelberg zu erlangen", teilt ein hochrangiger Sicherheitsoffizier mit und fügt hinzu, dass die Hamas auch versuche, den Tempelberg zusätzlich zu religiösen Führern, die predigen, Gruppen führen und Koran-Unterricht geben, auch mit Wartungspersonal zu infiltrieren. Dabei habe sich die Terrororganisation den jordanischen Wakf zunutze gemacht, der für die heilige Stätte verantwortlich ist. Der Wakf leidet unter finanziellen Problemen, seit die Moscheen auf dem Tempelberg im Jahre 2000 für Besucher geschlossen wurden.
Auch abgesehen von ihren Bestrebungen auf dem Tempelberg hat die Hamas in den vergangenen Jahren ihre Aktivitäten in den arabischern Vierteln Jerusalems ausgeweitet, um mit Hilfe religiöser Einrichtungen wiederholt scheinbar harmlose Feierlichkeiten zur ‚Gehirnwäsche’ von Muslimen zu benutzen. Das Jerusalemer Hauptquartier der Hamas wurde vom Hamas-Hauptquartier in Syrien sowie einer Reihe von in Saudi-Arabien ansässigen Wohlfahrtsorganisationen finanziert.
(Jerusalem Post, 02.07.07)
Aus dem wöchentlichen Kabinettskommunique
Auf der wöchentlichen Kabinettssitzung (01.07.07) der israelischen Regierung standen u.a. die folgenden Punkte auf der Tagesordnung:
"- Ministerpräsident Ehud Olmert gratulierte Umweltschutzminister Gideon Ezra zum 70. Geburtstag.
- Das Kabinett diskutierte die Überweisung von vier jordanischen Häftlingen in jordanische Gefängnisse zum Absitzen ihrer restlichen Haftstrafe. Das Kabinett beschloss angesichts der friedlichen Beziehungen und besonderen Verbindungen zwischen dem Staat Israel und dem Hashemitischen Königreich Jordanien […] dem Ersuchen der jordanischen Regierung stattzugeben […]
Die Entscheidung ist eine besondere Geste an die jordanische Regierung. Sie hat keinerlei Auswirkung auf andere Regierungsentscheidungen, die die Freilassung von Sicherheits- und anderen Häftlingen betreffen und steht in keinerlei Beziehung zu Berichten und Kontakten hinsichtlich der Freilassung palästinensischer und anderer Flüchtlinge.
- Das Kabinett diskutierte die staatliche Beteiligung an der Finanzierung von Ausgaben der Familien von entführten Soldaten und entschied wie folgt:
Die israelische Regierung ist den Soldaten, die während der Erfüllung ihrer Pflichten von Terrororganisationen entführt wurden, und ihren Familien aufs Tiefste verpflichtet. Die israelische Regierung wird sich an den Kosten beteiligen, die die Familien im Zuge ihrer Anstrengungen zur Freilassung der Soldaten übernommen haben […] Es wird ein Arbeitsstab eingerichtet werden, um Massnahmen mit den Familien zu koordinieren […].
- Das Kabinett stimmte dem Ausbau der öffentlichen Schutzräume im Norden zu.
- Das Kabinett begann die Beratungen zur Einrichtung einer für die Beduinengemeinden im Negev verantwortlichen Behörde.
- Das Kabinett beriet über Israels Wasserwirtschaft, vor allem in Hinsicht auf die Steigerung der Versorgung mit entsalztem Wasser."
Unter dem folgenden Link findet sich das Kabinettskommunique in englischer Sprache: http://www.mfa.gov.il/MFA/Government/
Communiques/2007/Cabinet+Communique+1-Jul-2007.htm
(MFA, 01.07.07)
Israel hilft bei Brandbekämpfung in Zypern
In Reaktion auf einen Hilferuf des zyprischen Aussenministeriums an die israelische Botschaft in Nikosia wurde am Wochenende Brandbekämpfungsnothilfe aus Israel entsandt, um die in den Troodos-Bergen wütenden Feuer zu löschen. Das israelische Aussenministerium organisierte die Hilfsaktion, die ein Feuerlöschflugzeug der israelischen Fluggesellschaft Chimnir, ein Transportflugzeug der israelischen Luftwaffe mit sieben Besatzungsmitgliedern, darunter einem Arzt des Heimatfrontkommandos, sowie ein Feuerlöschteam einschloss.
Die Regierungen Zyperns kooperierten bei der Mission, und Grossbritannien gestattete den Flugzeugen die Landungen auf einem britischen Flugplatz nahe der Brandstätte. Die Flugzeuge kehrten am frühen Sonntagmorgen nach Israel zurück.
(MFA, 01.07.07) |
"Kein normales Leben" - Shimon Stein in NDR Kultur
Am morgigen Samstag zieht Shimon Stein, der scheidende Botschafter des Staates Israel in Berlin, im Gespräch mit NDR Kultur Bilanz. Und er erklärt, warum Juden in Deutschland auch mehr als sechzig Jahre nach der Shoah noch immer kein normales Leben führen können.
Sendetermin: 7. Juli 2007, 18.00 Uhr.
(Botschaft des Staates Israel, 06.07.07)
Rafi Eitan rechtfertigt den Libanonkrieg
Der israelische Minister für Seniorenangelegenheiten Rafi Eitan hat in seiner gestern veröffentlichten Aussage vor der Winograd-Kommssion zur Untersuchung des letztjährigen Libanonkriegs Kritik an den Entscheidungsabläufen im Vorfeld und im Verlauf des Krieges geübt, den Kriegseinsatz an sich aber gutgeheissen.
Eitans Kritik richtete sich vor allem darauf, dass der israelischen Armee ein Übergewicht bei den Entscheidungen zugekommen sei und sie den Ministern im sicherheitspolitischen Kabinett nur unzureichend Informationen übermittelt habe. Auch Ministerpräsident Olmert hätten nicht genügend Informationen zur Verfügung gestanden. Schon zum damaligen Zeitpunkt habe er Olmert gegenüber betont: "Du bist verantwortlich, die ganze Verantwortung wird auf dich fallen, aber denke daran, ich stehe hinter dir."
Im Gegensatz zu den meisten bisherigen Aussagen vor der Kommission, die sich auf die Misserfolge des zweiten Libanonkriegs konzentriert haben, liess Eitan jedoch keinen Zweifel daran, dass er diesen auch noch im nachhinein für grundsätzlich notwendig betrachtet, da er ein noch grösseres Unglück verhindert habe. "Es ist Israels Glück, dass wir in diesen Krieg gezogen sind", sagte er. "Ich betone das. Ein Glück für Israel. Ich bezweifle, dass viele Dinge, die heute erreicht worden sind – wenn sie auch langsam erreicht worden sind -, ansonsten erreicht worden wären. Daher habe ich die Entscheidung, in den Krieg zu ziehen, von vornherein unterstützt."
Die der Kommission angehörende Juristin Ruthi Gavison bemerkte einleitend gegenüber Eitan: "Eine der Eigenschaften, die Sie als Politiker besonders machen, ist, dass Sie sie sich nicht für ihr nächstes Amt interessieren. Dies ist der Eindruck, den man hat." Der Palmach-Veteran, der bereits auf eine lange Geheimdienstvergangenheit zurückblicken kann, entgegnete darauf: "Sehr richtig."
(Ma'ariv NRG, 05.07.07)
Eine Kurzbiographie Eitans in englischer Sprache findet sich unter dem folgenden Link: http://www.mfa.gov.il/MFA/Government/Personalities/From+A-Z/Rafi+Eitan.htm
Israel und Frankreich vereinbaren strategischen Dialog
Israel und Frankreich werden in Zukunft einen alljährlichen strategischen Dialog führen, im Rahmen dessen diplomatische, sicherheitspolitische und wirtschaftliche Angelegenheiten besprochen werden sollen. Die Koordinierung der Gespräche obliegt den Generaldirektoren der Aussenministerien. Dies wurde gestern auf dem Arbeitsgespräch zwischen der israelischen Aussenministerin Tzipi Livni und ihrem französischen Kollegen Bernard Kouchner in Paris vereinbart.
Livni traf sich auch mit Präsident Nicolas Sarkozy und beriet sich mit ihm über die Gefahren und Chance, die die Machtergreifung der Hamas im Gaza-Streifen mit sich gebracht hat. Der Frankreich-Aufenthalt der israelischen Aussenministerin diente auch der Vorbereitung der in den nächsten Wochen anstehenden Visite von Ministerpräsident Ehud Olmert, der neben Paris auch noch London besuchen wird, um die neuen politischen Führer in den beiden Hauptstädten zu begegnen.
(Ha’aretz, 05.07.07)
Vier jordanische Mörder repatriiert
Israel hat heute vier jordanische Häftlinge, die 1990 wegen Mordes an zwei israelischen Soldaten im Jordantal verurteilt worden waren, in ihre Heimat zurückgeführt. Die Nahshon-Einheit der israelischen Gefängnisbehörde brachte die vier an die Sheik Hussein-Brücke nahe der Stadt Beit Shean, die sie dann in Richtung Jordanien überquerten.
Hinter der Aktion steht eine Geste von Ministerpräsident Ehud Olmert an den jordanischen König Abdallah, deren Umsetzung gestern durch den Obersten Gerichtshof endgültig genehmigt worden war. Es wird erwartet, dass die Gefangenen, die in Israel zu lebenslänglicher Haft verurteilt wurden, den Rest ihrer Haftstrafe in einem jordanischen Gefängnis absitzen werden. Gemäss einer besonderen Vereinbarung kann Abdallah sie nach Ablauf des Jahres 2008 begnadigen.
Drei der Männer waren im November 1990 von Jordanien aus bewaffnet nach Israel eingedrungen und töteten bei einem Schusswechsel Yehuda Livshitz, einen Hauptmann der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte. Der vierte von ihnen ermordete bei einem anderen Zwischenfall Feldwebel Pinchas Levy. Die Attacken hatten noch stattgefunden, bevor Israel und Jordanien das Friedensabkommen unterzeichneten.
(Ha’aretz, 05.07.07)
Kürzere Flugzeiten nach Eilat
Die Flüge vom Zentrum Israels nach Eilat werden dank einer neuen Flugroute, die General Elyezer Shkedy am Dienstag für den kommerziellen Reiseverkehr freigegeben hat, in Zukunft um mindestens zehn Minuten kürzer sein. Es handelt sich dabei um eine Route, die den Luftraum im Süden durchschneidet und über Be'er Sheva und den Ramon-Krater hinweg führt. Wie ein hochrangiger Vertreter der Luftwaffe mitteilt, wird die Benutzung der Route jedoch nur an den Wochenenden gestattet sein, wenn keine Flugzeuge der Luftwaffe aufsteigen. Die Luftwaffe versichert ausserdem, dass die Öffnung der neuen Flugroute ihre Reaktionsfähigkeit auf Terrorbedrohungen aus der Luft nicht beeinträchtigen wird und dass die Angelegenheit ernsthaft bedacht worden sei.
Schon heute beträgt die reguläre Flugzeit von Tel Aviv nach Eilat nur etwa 45 Minuten.
(Walla, 04.07.07)
Livni trifft marokkanischen Aussenminister in Paris
Die israelische Aussenministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Tzipi Livni hat heute Morgen in Paris erstmals den marokkanischen Aussenminister Mohammed Benaissa getroffen. Livni befindet sich zurzeit auf Besuch in Frankreich, um sich mit dem neuen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und Aussenminister Bernard Kouchner zu treffen.
Livni und Benaissa beredeten die jüngsten Ereignisse in den palästinensischen Autonomiegebieten und stellten dabei fest, dass trotz der schwierigen gegenwärtigen Situation auch neue Möglichkeiten dafür geschaffen worden seien, den politischen Prozess voranzubringen. Ein weiteres Thema der Zusammenkunft waren die heiligen Stätten in Jerusalem. Marokko hat insofern grosses Interesse an dieser Angelegenheit, als der marokkanische König Mohammed VI. Vorsitzender des Al-Quds-Komitees ist, dem im Auftrag der Arabischen Liga für die heiligen Stätten verantwortlichen Komitee.
(MFA, 04.07.07)
Israel begrüsst die Freilassung des BBC-Journalisten Johnston
Der Staat Israel beglückwünscht den BBC-Journalisten für seine Freilassung durch seine Entführer und teilt die Freude seiner Familie und des gesamten britischen Volkes.
Israel fordert dazu auf, den Soldaten Gilad Shalit, der vor mehr als einem Jahr in den Gaza-Streifen verschleppt wurde, ebenfalls aus den Händen seiner Entführer, die zur Hamas gehören, zu befreien. Bekanntermassen verhindern die Mitglieder der Hamas, die ihn festhalten, im Endeffekt die Freilassung palästinensischer Gefangener.
(MFA, 04.07.07)
Israelische Hilfeleistungen für Gaza
Trotz der prekären Sicherheitslage im Gaza-Streifen und der permanenten Bedrohung durch Terrorangriffe an den Übergängen bemühen sich die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte in Zusammenarbeit mit dem Gaza District Coordination and Liaison Office (DCL) weiterhin nach allen Kräften, die Not der palästinensischen Zivilbevölkerung zu lindern. So wurden am 02. und 03.07. die folgenden Hilfsgüter in den Gaza-Streifen geliefert:
02.07.
- über den Übergang Sufa: ca. 2500 Tonnen und 78 000 Liter Produkte: 556 Tonnen Tierfutter, 530 Tonnen Stroh, 264 Tonnen Mehl (sowie weitere 47 Tonnen Mehl für Händel), 205 Tonnen Salz, 78 000 Liter Öl, 61 Tonnen Gewürze, 48 Tonnen eis, 49 Tonnen Halva, 39 Tonnen Bananen, 54 Tonnen Marmelade, 23 Tonnen Karotten, 30 Tonnen Gerste, 29 Tonnen, 29 Tonnen Humus, 40 Tonnen Mais, 20 Tonnen Hypochlorit , 14 Tonnen Konservenfleisch, 6.5 Tonnen Tee, 100 Tonnen Milchpulver (gespendet von der UNRWA).
- über den Übergang Kerem Shalom: 20 Lastwagen mit Sommerfrüchten, Milchprodukten, Babywindeln, Fleisch, medizinischen Produkten, Lege-Eiern und Öl.
03.07.
- über den Übergang Sufa: 423 Tonnen Tierfutter, 505 Tonnen Stroh, 321 Tonnen Zucker, 354 Tonnen Mehl, 74 Tonnen Gewürze, 28 Tonnen Nudeln, 14 Tonnen Konservennahrung, 29 Tonnen Tomatensauce, 26 Tonnen Feinmehl, 24 Tonnen Thunfisch, 27 Tonnen Erdnüsse, 14 Tonnen Marmelade, 13 Tonnen Speiseöl, 7 Tonnen Ysop, 22 Tonnen Ful, 7 Tonnen Himbeersaftpulver.
- über den Übergang Kerem Shalom: 22 Tonnen Medizin und Milchpulver, 40 Tonnen Gefrierfleisch, 66 Tonnen Milchprodukte, 59 Tonnen Fleisch, 5 Tonnen Lege-Eier, 115 Tonnen Früchte, 42 Tonnen Bananen, 2 Lastwagenladungen Einwegwindel, 3 Lastwagenladungen Medizin und medizinische Ausrüstung.
(ZAHAL, 03.07.07)
Ein Jahr danach - offizielle Gedenkzeremonie für die Gefallenen des zweiten Libanonkriegs
Auf dem Herzl-Berg in Jerusalem hat gestern Abend die offizielle Gedenkzeremonie zum Jahrestag des zweiten Libanonkriegs stattgefunden. An der Veranstaltung auf dem Militärfriedhof nahmen die amtierende Staatspräsidentin Dalia Itzik, Verteidigungsminister Ehud Barak sowie Generalstabschef Gabi Ashkenazi (Bild) und andere hochrangige Vertreter der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) teil. Mit der Zeremonie wurde der Jahrestag gemäss dem hebräischen Kalender begangen. Während des zweiten Libanonkriegs, der vom 12. Juli bis zum 14. August vorigen Jahres andauerte, fielen 119 israelische Soldaten, und etwa 400 wurden verwundet. Zudem wurden zwei Soldaten verschleppt, die sich noch immer jenseits der Grenze in Geiselhaft befinden.
Generalstabschef Ashkenazi richtete u.a. die folgenden Worte an die Familien der Gefallenen: "Ich, wie ZAHAL als Ganzes, salutiere heute vor Euch. Ihr habt den teuersten Preis im letzten Krieg bezahlt. Worte können das Fehlen Eurer, unserer Lieben nicht zum Ausdruck bringen, und es ist fühlbar in allen Lebensbereichen, so wie die Sehnsucht, die kein Ende hat, wie das Verlustgefühl, das Euch jeden Tag im Jahr begleitet. Wir umarmen Euch und wollen Euch eine Stütze sein – dies ist das Vermächtnis unserer Kameraden und dies ist unsere Pflicht. Wir werden weiterhin unserer Verwundeten in ihrem alltäglichen persönlichen Kampf um Rehabilitation und Genesung unterstützen. Ihre Standhaftigkeit und Ausdauer auf dem Weg der Rehabilitation sollen uns allen ein Beispiel und ein Vorbild sein."
Wie zuvor schon Ashkenazi nahm auch Interimspräsidentin Itzik Bezug auf die beiden entführten Soldaten, die sich in den Händen der Terrororganisation Hisbollah befinden: "Ich appelliere an die Führung der Hisbollah, die ‚Partei G'ttes’, im Namen des selben G'ttes, in dessen Namen Ihr sprecht: Ihr habt eine seltene Gelegenheit ein menschliches Antlitz zu zeigen – gebt den Familien Goldwasser und Regev ein Lebenszeichen von Udi und Eldad; gebt eine Aussicht auf Verhandlungen, die sie zu einem vernünftigen Preis nach Haus bringen werden."
(ZAHAL, 02.07.07)
Hamas feuert wieder Qassam-Raketen ab
Entgegen der Haltung der politischen Führung der Hamas haben die Iz a Din al-Qassam-Brigaden, der militärische Flügel der Terrororganisation unter Führung von Ahmed al-Ja’abari, den Raketenbeschuss vom Gaza-Streifen auf Israel wieder aufgenommen. So wurden in den vergangenen beiden Tagen mindestens drei Qassam-Raketen auf israelisches Territorium abgefeuert.
Es ist davon auszugehen, dass einer der zentralen Gründe für ihre erneute Beteiligung an den Raketenangriffen, die in letzter Zeit in erster Linie vom Islamischen Jihad, den Al-Aqsa Martyrer-Brigaden der Fatah und Angehörigen lokaler Klans unternommen worden sind, die jüngsten Operationen der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte im Westjordanland sind. Offensichtlich macht man sich innerhalb der Hamas darüber Sorgen, dass eine fehlende Reaktion auf das Vorgehen der israelischen Armee ihrem Ansehen im Gaza-Streifen schaden könnte.
(Ha’aretz, 02.07.07)
Hamas-Mickey-Mouse stirbt den Märtyrertod
Etwa zwei Monate lang hat der Satellitensender der Hamas, Al-Aqsa TV, mit seiner g'tteskriegerischen Mickey-Mouse-Imitation für internationale Entrüstung gesorgt. Am Freitag ist nun die letzte Episode der Serie "Pioniere von morgen" ausgestrahlt worden. Bar jeglicher Rücksichtnahme auf etwaige Empfindlichkeiten der kindlichen Zuschauer lassen die Macher der Sendung ihre Hauptfigur "Farfur" in brutaler Weise sterben und verbinden dies gleichzeitig mit Hasspropaganda gegen Israel.
Farfur wird am Ende der Sendung von einem israelischen Ermittler dazu gezwungen, ihm die Papiere zu übergeben, die seinen Besitzanspruch auf das Land seines Grossvaters dokumentieren. Als die quäkende Puppe sich weigert, prügelt sie der Israeli brutal zu Tode. Das kleine Mädchen Saraa’, die als Freundin Farfurs die Sendung moderiert, beschliesst die Abschlussepisode mit den folgenden Worten: "Die Juden sind Kriminelle und Feinde, wir müssen sie aus unserem Land vertreiben."
Unter dem folgenden Link finden sich Filmsequenzen aus der Sendung mit englischen Untertiteln sowie weitere Hintergrundinformationen: http://www.pmw.org.il/
(Palestinian Media Watch, 01.07.07)
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