| Nachrichten vom 13. - 19. Dezember 2009 | ||
Netanyahu verurteilt britischen Haftbefehl gegen Livni
"Wir werden uns nicht mit einer Situation abfinden, in der Ehud Olmert, Ehud Barak und Tzipi Livni auf die Anklagebank beordert werden. Wir werden nicht akzeptieren, dass Kommandanten und Soldaten der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte, die - heroisch und in einer moralischen Art und Weise - unsere Bürger gegen einen brutalen und verbrecherischen Feind verteidigt haben, zu Kriegsverbrechern erklärt werden. Wir weisen diese Absurdität uneingeschränkt zurück." Netanyahu wies den nationalen Sicherheitsberater Prof. Uzi Arad dazu an, Grossbritanniens Botschafter Tom Philips eine klare Botschaft in dieser Angelegenheit zu übermitteln, was dieser dann auch getan hat. (MFA, 15.12.09) Israels Aussenminister Avigdor Lieberman hat sich am Dienstagabend am Telefon mit seinem britischen Amtskollegen David Miliband über den Haftbefehl gegen Israels frühere Aussenministerin unterhalten. Miliband versicherte Lieberman dabei, dass er sehr besorgt über die Situation sei, die er ebenso wenig wie andere Kabinettsmitglieder akzeptieren könne. Man werde Lösungen finden müssen, damit sich so etwas nicht wiederholen werde. Dabei unterstrich er die Bedeutung der israelisch-britischen Beziehungen. (MFA, 16.12.09) Wissenschaft im Zug: Chanukka-Vortrag über die Makkabäer
Die Vortragsreihe wird von führenden Wissenschaftlern der Universität in Zusammenarbeit mit der israelischen Eisenbahn veranstaltet. Am heutigen Mittwoch hat Prof. Isaiah Gafni von der Abteilung Geschichte des jüdischen Volkes auf der Bahnlinie Modi'in-Binyamina den Vortrag über die Makkabäer übernommen. Der Ort Modi'in hat insofern eine besondere Bedeutung, als sein antiker Vorläufer der Stammsitz der Hasmonäer-Dynastie war und der Makkabäer-Aufstand gegen die Seleukiden dort seinen Anfang nahm. Gafni hat sich ausführlich sowohl mit den anti- als auch den pro-hasmonäischen Quellen auseinandergesetzt und begegnet dem Mythos, zu dem der Aufstand über die Jahrhunderte geronnen ist, mit historischer Skepsis: "Auch nachfolgende Generationen - so auch die moderne zionistische Bewegung - haben den Makkabäern ihre eigene Agenda aufgebürdet, das jüdische Volk zu einer 'normalen Nation' umzugestalten, die über eine aktive militärische und politische Agenda verfügt. Die Hasmonäer boten ihnen das Bild von Aktivismus und politischem Durchsetzungsvermögen - was in Form der Bezeichnung jüdischer Sportclubs mit dem Namen 'Maccabi' beinahe schon ironische Ausmasse angenommen hat; schliesslich opponierten die ursprünglichen Makkabäer gegen hellenistische Verhaltensweisen, bei denen die Bedeutung von Sport und physischer Leistungsfähigkeit im Mittelpunkt stand." (Hebräische Universität Jerusalem, 16.12.09) Israel weist britischen Haftbefehl gegen Tzipi Livni zurück
Israel appelliert an die britische Regierung, ihre Versprechen zu erfüllen und ein für alle Mal den Missbrauch des britischen Rechtssystems gegen den Staat Israel und seine Bürger durch anti-israelische Elemente zu verhindern. Das Ausbleiben unmittelbaren entschlossenen Handelns zur Korrektur dieses Missbrauchs schadet den Beziehungen zwischen Grossbritannien und Israel. Wenn israelische Politiker Grossbritannien nicht in angemessener, würdevoller Weise besuchen können, wird dies Grossbritanniens Fähigkeit, im Nahostfriedensprozess die von ihm ersehnte Rolle zu spielen, naturgemäss beeinträchtigen. (MFA, 15.12.09) Archäologische Analyse belegt Hasmonäer-Herrschaft im Negev
Bei einer der Ausgrabungsstätten handelt es sich um Horvat Ma'agurah an einem Höhenkamm wenige Kilometer westlich von Sde Boker. Die Festungsanlage überblickte die Weihrauchstrasse und ermöglichte so die Kontrolle des Warenverkehrs zwischen Petra und Gaza. Eine Analyse der Funde hat ergeben, dass König Alexander Yanai nach der Eroberung Gazas im Jahr 99 v. Chr. auf den Fundamenten einer früheren nabatäischen Karawanserei eine Festung baute, um die Handlungsaktivitäten der Nabatäer abzublocken und diese damit praktisch aus dem Negev zu vertreiben. Ursprünglich war man aufgrund der Form der Festung davon ausgegangen, dass es sich um eine Anlage aus römischer Zeit (Ende des 3. Jh. d.Z.) handle. Eine neue Analyse der innerhalb der Festung gefundenen Gegenstände und ihre architektonischen Eigenheiten haben jedoch zu der eindeutigen Schlussfolgerung geführt, dass es sich um ein Bauwerk der Hasmonäer handelt. Bislang gab es kaum Beweise dafür, dass das Herrschaftsgebiet der Hasmonäer sich so weit nach Süden hin erstreckt hat. <Israelische Altertumsbehörde, 10.12.09> (Botschaft des Staates Israel, 14.12.09) Neue Forschung zu Chanukka: Keine Zwangshellenisierung
Zu diesem Ergebnis ist zumindest Doron Mendels, Professur für alte Geschichte an der Hebräischen Universität, in einem Forschungsbeitrag gelangt, der jüngst in dem von seinen Kollegen Lee I. Levne und Daniel R. Schwartz herausgegebenen Band "Jewish Identities in Antiquity" veröffentlicht worden ist. Mendel schreibt, dass das griechisch-seleukidische Königreich in den 60er Jahren des 2. Jh. v. Chr. den Juden die Einhaltung ihrer rituelle Gebote zwar untersagt, gleichwohl aber nicht von ihnen verlangt hätte, sich hellenistische Praktiken anzueignen, wie gemeinhin seit Jahrhunderten kolportiert wird. Die Analyse der schriftlichen Quellen zeigt Mendels zufolge, dass die Frage der Hellenisierung zu jener Zeit praktisch keine Rolle gespielt habe. Tatsächlich hätte sich nur eine Minderheit der jüdischen Bevölkerung hellenisiert, und zwar ohne Zwang von Seiten der Herrscher. Auf beiden Seiten der Revolte gegen die Seleukiden habe es sowohl die traditionellen Gebote achtende Juden als auch Griechisch sprechende Juden gegeben. In den Augen Mendels sind diese Unterscheidungen von grosser Bedeutung für unser Verständnis der jüdischen Geschichte; bringen sie doch eine Diskrepanz zwischen dem Hellenisierungsmythos - der eine Metapher für den Kampf um jüdische Kontinuität durch die Zeiten geworden ist - und den tatsächlichen historischen Entwicklungen der damalige Zeit zum Ausdruck. Eine wirkliche Verbindung zwischen der Hellenisierung und dem Kampf um jüdische religiöse Autonomie habe es nicht gegeben. <Hebräische Universität Jerusalem, 10.12.09> (Botschaft des Staates Israel, 14.12.09)
Am Sonntagabend haben palästinensische Terroristen aus dem nördlichen Gaza-Streifen wieder zwei Qassam-Raketen in Richtung Israel abgefeuert. Eine explodierte auf israelischem Hoheitsgebiet im westlichen Negev, die andere landete noch auf der palästinensischen Seite des Sicherheitszauns. Bei dem Angriff wurde niemand verletzt, und es entstand auch kein Sachschaden. (Yedioth Ahronoth, 13.12.09) |
Sagui: "Druck auch auf die Palästinenser"
Dabei bestärkte er Deutschland und Europa darin, beim Aufbau einer Infrastruktur in den palästinensischen Autonomiegebieten behilflich zu sein. Gleichzeitig mahnte er jedoch auch an, in Hinsicht auf den Friedensprozess nicht nur auf Israel Druck auszuüben. Schliesslich habe Israel seine Bereitschaft zum Frieden jüngst erneut unter Beweis gestellt. "Bisher hat die EU vor allem Druck auf Israel ausgeübt und Forderungen an Israel gestellt. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat sich öffentlich zur Zwei-Staaten-Lösung bekannt, und er hat die Siedlungsaktivitäten für elf Monate eingefroren. Wenn die EU im Nahen Osten wirklich helfen möchte, muss sie die Palästinenser überzeugen, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und Druck auf sie ausüben, damit sie elementare Forderungen erfüllen: Die Anerkennung des Staates Israel als jüdischen Staat. Sagui versäumte auch nicht, auf das globale Ausmass der iranischen Bedrohung hinzuweisen: "Das Atomprogramm im Iran bedroht alle Staaten im Nahen Osten und womöglich bald auch alle Länder der Welt. Ein atomar bewaffneter Iran torpediert jeden Friedensprozess in der Region. Ein atomar bewaffneter Iran fördert zudem die Radikalen in der Region: das derzeitige diktatorische Regime im Iran und die Terrororganisationen Hisbollah und Hamas. Es besteht die Gefahr eines atomaren Rüstungswettlaufs im Nahen Osten, denn ein atomar bewaffneter Iran wird Ägypten, die Türkei und Saudi-Arabien dazu bringen, nach Atomwaffen zu streben. Weiterhin ist der Iran dabei, Trägerraketensysteme zu entwickeln, die auch Europa erreichen können. Wer jetzt noch Zweifel an der wahren Natur des iranischen Regimes hat, braucht nur zu beobachten, mit welcher Brutalität das Regime die Opposition im Land unterdrückt und die Jugend bedroht, die einen Wandel herbeiführen will. All dies verstärkt den Eindruck, dass dringendes Handeln erforderlich ist. Es muss im Interesse aller Länder und Völker der Region sein, eine Atommacht Iran zu verhindern." Den vollständigen Artikel finden Sie: hier (extern) (Die Freie Welt, 16.12.09) Iran testet verbesserte Langstreckenrakete
Die Sejil-2-Raktene ist die fortgeschrittenste zweistufige Boden-Boden-Rakete, die der Iran sein eigen nennt. Sie ist eine reine Feststoffrakete und soll eine noch längere Reichweite haben als die Shahab-Rakete, die offiziell über eine Reichweite von 2000 Km verfügt und somit bereits Israel und US-Stützpunkte am Persischen Golf treffen kann. Der neuerliche Raketentest kommt zu einer Zeit, da die internationale Spannung wegen des iranischen Atomprogramms weiter steigt. (Ha'aretz, 16.12.09) Militärgeheimdienst: Iran hat genug Uran für Atombombe
Auf einer Konferenz des Instituts für nationale Sicherheitsstudien sagte Yadlin am heutigen Dienstag: "Der Iran treibt sein Programm mittels einer durchdachten und raffinierten Strategie voran, um eine nukleare Infrastruktur durch die Verteilung versteckter und geheimer Anlagen zu schaffen; und parallel dazu entwickelt er militärische Fähigkeiten, die einen Ausbruch gemäss seiner Entscheidung ermöglichen werden." Israels Militärgeheimdienstchef sprach dabei von drei verschiedenen Uhren, auf die man im Zusammenhang mit dem Iran blicken müsse: die technologische Uhr, die diplomatische Uhr und die Uhr der Regimestabilität. Was die technologische Uhr angehe, sei die Zeit beinahe abgelaufen. Offensichtlich strebe der Iran danach, in die Position zu kommen, in der die übrige Welt ihn als nuklearen "Schwellenstaat" betrachtet, der in kürzester Zeit zur Atombombe gelangen könnte. "Diese Situation würde es seinen Bündnispartnern ermöglichen, Schritte zu gehen, die sie sich momentan nicht zu gehen trauen würden. Auf der anderen Seite werden auch die arabischen Staaten eigene Atomprogramme entwickeln wollen", so Yadlin. (Ha'aretz, 15.12.09) Hamas schwört sich auf heiligen Krieg ein
Dabei betonte der Hamas-Führer abermals, man werde sich nicht auf den Gaza-Streifen und auch nicht auf die palästinensischen Autonomiegebiete beschränken: "Unser Ziel ist die Befreiung Palästinas - ganz Palästinas." Gleichzeitig schwor er, die Terrororganisationen werde den Weg des "Widerstands" und des heiligen Krieges fortsetzen. (Yedioth Ahronoth, 14.12.09) Geheimes Dokument bezeugt Irans Atombombenpläne
Die Aufzeichnungen, die Irans sensibelstes militärisches Atomprojekt betreffen, beschreiben einen Vierjahresplan zum Test eines Neutroneninitiators, jener Komponente einer Atombombe, die die Explosion auslöst. Ausländische Geheimdienste datieren die Dokumente auf Anfang 2007, also vier Jahre nachdem der Iran angeblich sein Atomwaffenprogramm eingestellt haben soll. Die Entdeckung der Times kommt zu einer Zeit wachsender internationaler Besorgnis über das iranische Atomprogramm. Teheran behauptet, dass es lediglich eine zivile Nutzung von Kernenergie anstrebe. Kritiker nehmen jedoch an, dass das Regime die Technologie zum Bau einer Atombombe verwenden will. Den Artikel aus der Times gibt es unter dem folgenden Link: http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/middle_east/article6955351.ece (The Times, 14.12.09) Ahmadinejad sichert Hamas Unterstützung zu
"Palästina ist heute ein Symbol der weltweiten Front jener, die Freiheit von den Militanten suchen", sagte Ahmadinjead. Dabei beteuerte er, dass der Iran Israels Existenzrecht nicht anerkenne und die Terrororganisationen Hamas und Hisbollah unterstütze. Anlässlich ihres 22. Geburtstags hat die Hamas für heute eine grosse Kundgebung in Gaza anberaumt. Ihr militärischer Flügel, die Izz al-Din al-Qassam-Brigaden werden eine Militärparade abhalten. Die Führer der Organisation versprachen eine "Überraschung". (Ha'aretz, 14.12.09) |