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Nachrichten vom 16. - 22. Juli 2006
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Angriff auf Haifa

Neuer Angriff auf Haifa

Am Freitagmittag wurden mindestens 30 Personen verletzt, als mehrere Katyusha-Raketen die Stadt Haifa trafen. Um 13:50 Uhr Ortszeit heulten die Sirenen. Kurz darauf schlugen fünf Raketen der Hisbollah in drei verschiedenen Stadtteilen ein. Zwei Personen wurden schwer verletzt. Anderthalb Stunden später folgten drei weitere Raketen. Eine Katyusha traf ein öffentliches Gebäude in Hadar (Nevi’im Street). Bei den Verletzten handelt es sich überwiegend um Passanten. Die Rakete riss ein grosses Loch in die Betondecke des Gebäudes. Glassplitter folgen durch die Luft. Grosse Betonteile stürzten auf die Strasse.

Bei weiteren Angriffen im Norden Israels wurde in Rosh Pina am Freitag eine Person leicht verletzt. Weitere Einschläge wurden aus Kiryat Shmona und Safed gemeldet.

(Yedioth Ahronoth, 21.7.)


Bewohner von Nazareth am Schauplatz des Angriffes

Kinder bei Angriff auf Nazareth getötet, 76 Verletzte

Bei einem Katyusha-Angriff der Hisbollah auf Nazareth sind drei Menschen getötet worden, darunter zwei Kinder. Kurz nach 16:00 Uhr traf eine Rakete den Innenhof eines Hauses in Nazareth. Der dreijährige Ravia Abed Taluzi und sein älterer Bruder Mahmoud Taluzi (7) wurden beim Spielen getötet.

Zwischen 14:00 und 16:00 Uhr wurden mehr als 100 Katyusha-Raketen auf Nazareth, Afula, das Haifa-Umland, Nahariya, Carmiel, Safed und Tiberias abgefeuert. Magen David Adom berichtet von insgesamt 76 Verletzten.

(IsraelNet, Yedioth Ahronoth, 19.7.)


Mitteilung der libanesisch-christlichen Gruppe
„Lebanese Foundation for Peace“

Auszug aus einer Pressemitteilung der internationalen libanesisch-christlichen Gruppe „Lebanese Foundation for Peace“ an Ministerpräsident Ehud Olmert über die israelischen Luftangriffe auf die Hisbollah, 16. Juli 2006:

„Wir bitten Sie dringend, sie [die Hisbollah] hart zu treffen und ihre Terrorinfrastruktur zu zerstören. Es ist nicht [nur] Israel, das die Nase voll hat von dieser Situation, sondern es ist die Mehrheit der stillen Libanesen im Libanon, denen es mit der Hisbollah reicht und die aus Furcht vor terroristischer Vergeltung nicht die Kraft finden, etwas zu tun.“

„Im Namen von Tausenden Libanesen fordern wir Sie auf, Tausenden Freiwilligen in der Diaspora die Tore von Tel Avivs Ben-Gurion-Flughafen zu öffnen, die bereit sind, Waffen zu tragen und ihr Heimatland vom Fundamentalismus zu befreien.

Wir bitten Sie um Unterstützung, Erleichterung und logistischer Hilfe, um den Kampf zu gewinnen und gemeinsam dasselbe Ziel zu erreichen: Frieden und Sicherheit für Libanon und Israel und für unsere kommenden Generationen in der Zukunft.“

(PMO, 19.7.)


Katjusha-Angriff auf HaifaWeiteres Totesopfer bei Katyusha-Angriff auf Nahariya

Insgesamt 60 Verletzte, sechs Personen sind schwer verletzt.

Gegen 16:00 Uhr erfolgte ein erneuter Angriff der Hisbollah auf den Norden Israels mit Katyusha-Raketen. Sefad, Karmiel, Tiberias, Maalot und Rosh Pina wurden angegriffen. Mehrere Häuser wurden beschädigt.

In Haifa und dem Umland schlugen wieder mehrere Raketen ein. In einem Fall sogar zum zweiten Mal. In der Werkstatt der Eisenbahn in Haifa, in der am Sonntag acht Arbeiter starben.

Gegen 22:00 Uhr regnete es wieder Katyushas auf Haifa.

Etwa 130 Raketen sind im Laufe des Abends auf den Norden abgefeuert worden. Die Einwohner der betroffenen Gebiete wurden ersucht, Schutzräume und Keller aufzusuchen.

Seit Beginn der Angriffe sind 13 Israelis getötet worden.

(IsraelNet, Yedioth Ahronoth, 18.7.)


Proportionalität: Eine angemessene Antwort auf die Hisbollah-Raketen

Die Verhältnismässigkeit der israelischen Operationen gegen die Hisbollah im Libanon muss am Ausmass der Gefahr, der Israel gegenübersteht, und am Niveau der Konfrontation gemessen werden.

Israels Reaktionen sind nicht nur auf einen Grenzvorfall und den unprovozierten Hisbollah-Angriff innerhalb Israels gegen israelische Soldaten zurückzuführen, wobei zwei Soldaten entführt wurden. Israels Militäroperation wird gegen eine reelle und konkrete Bedrohung durch die Hisbollah gegen zivile Gemeinden, Dörfer und Städte im ganzen Norden Israels durchgeführt. Es handelt sich nicht um eine mögliche Bedrohung, sondern eine Bedrohung, die real geworden ist.

Die Hisbollah, eine Terrororganisation, die sich die Zerstörung Israels zum obersten Ziel erklärt hat und den Süden Libanons kontrolliert, hat zehntausende Raketen auf Israel gerichtet und brachte diese mehr als nur einmal zum Einsatz. Das kann von Israel nicht ignoriert werden. Der massive Gebrauch dieser Raketen durch die Hisbollah während der letzten Woche, der Tod und Zerstörung in Israel verursacht hat, macht eine Handlung Israels unerlässlich.

Die Bedrohung und Konfrontation, die von der Hisbollah ausgeht, wurde durch die Regierung Libanons gestützt (als auch von Syrien und dem Iran, für den die Hisbollah als Stellvertreter dient).

Die Hisbollah hätte sich Raketen und militärische Ausrüstung nicht beschaffen können, wenn die libanesische Regierung die Waffenlieferungen in den Libanon unterbunden hätte. Die Bedrohung durch die Hisbollah entlang der Grenze Israels wäre nicht möglich, hätte die libanesische Regierung nicht versäumt, ihre Streitkräfte im Süden Libanons zu stationieren.

Alles, was die Hisbollah fördert und ihr dienlich ist, in Hinblick auf die reelle und konkrete Bedrohung, die es für Israel darstellt, ist ein berechtigtes Ziel. Zum Beispiel diente der Beirut International Airport als Kanal zum Einschleusen von Waffen und Trainern aus dem Iran. Die Brücken im Norden und Süden Libanons dienen als Wege, um Personal und Waffen der Hisbollah zu transportieren. Das gleiche gilt für die Autobahn Beirut-Damaskus.

Im Mai 2000 hat Israel die politisch schwierige Entscheidung getroffen, aus dem Süden Libanons vollständig abzuziehen. Israel hat 6 Jahre lang Zurückhaltung bewahrt. Man sollte fragen: Was würden andere Staaten tun, wenn sie sich mit einer Bedrohung dieser Grössenordnung konfrontiert sähen?

(MFA, 17. Juli 2006)


Raketen auf Haifa

Acht Tote - 46 zum Teil schwer Verletzte

Mindestens 10 Katyusha-Raketen auf Haifa abgefeuert.

In Haifa sind mindestens 10 Katyusha-Raketen eingeschlagen. Ein Teil hat ein Wohngebiet getroffen, andere das Gebiet in der Nähe einer grossen Ölraffinerie. Durch einen direkten Treffer auf eine Werkstatt der Eisenbahn wurden Acht Personen getötet, fünfzehn Personen wurden in die Krankenhäuser gebracht, fünf davon sind schwer verletzt.

Der Fernsehsender der Hisbollah, Al Manar, berichtete, Ziel des Angriffs sei die Raffinerie gewesen.

Zudem wurden nach Krankenhausangaben bei einer Serie von Einschlägen insgesamt 46 Menschen zum Teil schwer verletzt.

Es war der folgenschwerste Angriff auf Israel seit Beginn der Kämpfe entlang der Nordgrenze in der vergangenen Woche.

Naharia, Kiryat Bialik, Kiryat Motzkin, Akko, und Rosh HaNiqra wurden ebenfalls von Raketen getroffen. Die gleichzeitigen Angriffe der libanesischen Hisbollah erfolgten kurz nach 09:00 Uhr am Sonntag.

(IsraelNet, 16.7.)

Arabischer Regierungschef: „ich fühle mich dazu verpflichtet, Sie zu ermutigen“

Botschaft eines arabischen Regierungschefs an den israelischen Ministerpräsidenten: ich fühle mich dazu verpflichtet, Sie zu ermutigen.

Der Regierungschef eines gemässigten arabischen Staates, der mit Israel keine diplomatischen Beziehungen unterhält, hat vorgestern eine geheime Botschaft an Ministerpräsident Ehud Olmert übermittelt: „Ich unterstütze Ihre Aktionen im Libanon und halte es für nötig, Sie in dieser Stunde zu ermutigen. Sie müssen dies zu Ende bringen. Viele in der arabischen Welt drücken Ihnen die Daumen.“

In der vergangenen Woche gingen Botschaften dieser Art von einer ganzen Reihe arabischer Vertreter an die oberste politische Ebene. „Das, was wir aus den arabischen Staaten hören, ist einfach unglaublich“, so ein Vertreter des Aussenministeriums in einem geschlossenen Gespräch mit arabischen Diplomaten, Aussenministern und sogar Regierungschefs.

(Yedioth Ahronoth, 20.7.)


Olim bei der Ankunft am Ben-Gurion-Flughafen

Aliyah ist die Antwort auf Hamas und Hisbollah

174 Neueinwanderer seit Beginn der Angriffe aus dem Libanon in Israel eingetroffen

Seit Beginn der Angriffe aus dem Libanon am 12.7. sind 174 Neueinwanderer nach Israel gekommen. In den kommenden zwei Wochen werden weitere 840 erwartet. Manche von ihnen haben sich für ein Leben in Norden entschieden. Ze’ev Boim, Minister für Immigration und Integration, sagte, der Trend habe einen „positiven Einfluss auf die seelische Verfassung der Menschen in Israel“. „Dies ist bei weitem die beste Antwort auf Nasrallahs Raketen“, sagte er. Das Ereignis erinnert an die Ankunft von Neueinwanderern im Golf-Krieg 1991, die mit Willkommens-Geschenken und Gasmasken in Empfang genommen wurden.

Ende der Woche werden 220 Immigranten aus Kanada und USA eintreffen. Am Dienstag werden 620 aus Frankreich erwartet. Ministerpräsident Olmert, Minister Ze’ev Boim und der Leiter der Jewish Agency, Ze’ev Bilsky, werden an dem Empfang am Ben-Gurion-Flughafen teilnehmen. Mindestens fünf Familien haben sich für ein Leben in Maalot entschieden, fünf weitere für Akko und weitere fünf für Tiberias. Alle drei Orte liegen in Reichweite der derzeitigen Katjuscha-Angriffe. Rund 80 Familien wollen nach Ashdod und Ashkelon ziehen. Die meisten werden in Jerusalem (80 Familien), Netanya (75 Familien) und Be’er Sheva (35 Familien) wohnen.

(Yedioth Ahronoth, 19.7.)


Treffen des politischen Sicherheitskabinetts
Jerusalem, 19. Juli 2006

Das politische Sicherheitskabinett traf sich am heutigen Mittwoch (19.7.) und entschied wie folgt:

Das Kabinett drückt sein Bedauern über den Tod von israelischen Zivilisten und Soldaten durch den Beschuss von Raketen und Angriffen der Hisbollah aus und sendet sein Beileid an die betroffenen Familien sowie an jene, die verwundet wurden. Das Kabinett unterstütz die Familien der entführten Soldaten und verlautbart, dass der Staat Israel sein möglichstes tut, um sie sicher, gesund und umgehend nach Hause zu bringen. weiter >>



Shimon Stein

„Es geht um das Existenzrecht der Juden“

Botschafter Shimon Stein sieht die Zeit für einen Waffenstillstand noch nicht für gekommen.

Frage: Israels Luftwaffe fliegt den sechsten Tag in Folge Angriffe auf Libanon und Gaza. Wie lange kann und will Israel den Konflikt an zwei Fronten durchhalten?

Shimon Stein: Das frage ich mich seit 1948. Was sich jetzt abspielt ist im Grunde die Fortsetzung des Krieges von damals. Alles geht zurück auf die grundsätzliche Frage nach der Bereitschaft der arabischen und palästinensischen Seite, sich damit abzufinden, dass Juden ein Recht auf Existenz im eigenen Land haben. Wir werden diesen Kampf so lange weiterführen, wie wir es müssen. Die Länge bestimmt unser Nachbar und Gegner.

Frage: Was würde geschehen, liesse Hisbollah die beiden israelischen Soldaten frei?

Shimon Stein: Das würde uns nicht ausreichen. Die Freilassung der Soldaten ist nur ein Teil des Problems. Wir sind entschlossen, nicht zum Status quo ante zurückzukehren. Unser Partner ist im Übrigen nicht die Hisbollah sondern der Staat Libanon, von dessen Boden aus die unprovozierte Attacke geführt worden ist. Wir haben drei klare Ziele, die auch der G-8-Gipfel formuliert hat: die Freilassung der Soldaten, ein Ende des Raketenbeschusses und die Implementierung der UN-Resolution 1559, die einen Abzug aller ausländischen Kräfte aus dem Südlibanon vorsieht sowie die Auflösung der Milizen.

Frage: Um einen Flächenbrand in der Region zu verhindern rufen EU-Minister dringend zum Ende der Gewalt auf. Sie sehen das nicht als den richtigen Weg?

Shimon Stein: Nein. Wir werden uns im Moment nicht auf einen Waffenstillstand einlassen. Jetzt, während wir uns unterhalten, werden Raketen auf Israel abgefeuert. Wir haben diesen Kampf nicht gewollt. Aber jetzt werden wir alles dafür tun, um die Infrastruktur der Hisbollah zu zerstören, die mit Hilfe Damaskus’ und Teherans im Libanon aufgebaut worden ist. Die Staatengemeinschaft sollte Massnahmen gegen Syrien und den Iran ergreifen – das wäre eine angemessene Antwort auf diese Provokation, und nicht, Israel zu bitten, den Kampf einzustellen.

Frage: Israels Generalstabschef will die Hisbollah „ausrotten“. Kann eine so weit verzweigte und verwurzelte Organisation auf diese Weise bekämpft werden?

Shimon Stein: Bekommen wir Terrororganisationen wie Hisbollah oder Hamas nicht in den Griff, steht das in einem grösseren Zusammenhang. Es geht nicht nur um Israel, das künftig immer wieder mit Terror konfrontiert würde. Es geht um eine Kampfansage gegen den Westen insgesamt, und um die Glaubwürdigkeit des Weltsicherheitsrates. Die Resolution 1559 spricht eine klare Sprache, und die Staatengemeinschaft sollte Libanon helfen, diese zu implementieren. Tut man das nicht, ist der Weltsicherheitsrat – nicht zum ersten Mal – gescheitert.

Frage: Statt Hisbollah-Kämpfern sterben vor allem Zivilisten, Juristen nennen Angriffe auf Flughafen oder Elektrizitätswerke völkerrechtswidrig. Was entgegnen Sie Ihnen?

Shimon Stein: Ist es völkerrechtlich in Ordnung dass eine Organisation wie Hisbollah sich als Staat im Staat etabliert und Terrorakte gegen einen anderen Staat ausübt? Man sollte Ursache und Wirkung nicht verwechseln. Was die Zivilisten betrifft: Der Unterschied zwischen dem Staat Israel und der Terrororganisation ist, dass wir uns verteidigen. Aber Hisbollah, genau wie Hamas, verschanzt sich hinter der Bevölkerung. Das ist ein asymmetrischer Krieg, der nicht mit Mitteln zweier Armeen geführt werden kann. Hisbollah hat ihre Hauptquartiere mitten in der Bevölkerung und lagert ihre Raketen in Dörfern im Südlibanon und Beirut. Was bleibt uns anderes übrig, als diese anzugreifen? Wir haben überall Flugblätter verteilt, in denen die Bevölkerung vor der Bombardierung gewarnt und aufgefordert wurde, die Dörfer zu verlassen. Wir gehen ganz vorsichtig vor und bedauern jedes unschuldige Opfer.

Das Gespräch führte Ruth Ciesinger.

(Tagesspiegel, 18.7.)


Ehud Olmert

Rede von Ministerpräsident Ehud Olmert vor der Knesset, am 17. Juli 2006 (Auszüge)

In den vergangenen Wochen haben unsere Feinde die Souveränität des Staates Israel und die Sicherheit seiner Bürger herausgefordert. Zuerst im südlichen Sektor, danach an der Nord-Grenze und tiefer im Landesinneren.

Israel hat diese Konfrontationen nicht gesucht - im Gegenteil. Wir haben viel getan, um sie zu vermeiden. Wir sind zu den Grenzen des Staates Israel zurückgekehrt, die die internationale Staatengemeinschaft anerkannt hat. Einige haben unseren Friedenswunsch – für uns und unsere Nachbarn – als Zeichen der Zerbrechlichkeit fehlgedeutet. Unsere Feinde haben unseren Willen, Zurückhaltung zu üben, als Zeichen der Schwäche falsch interpretiert.

Sie haben sich geirrt! weiter >>

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