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Nachrichten vom 16. - 22. September 2007
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Olmert: Es gibt einen Partner

Ministerpräsident Ehud OlmertIsraels Ministerpräsident Ehud Olmert hat gestern auf einer Zusammenkunft seiner Kadima-Partei seine Meinung unterstriche, dass es in Form der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) einen wirklichen Partner für einen Dialog gebe. Das innerparteiliche Treffen war das erste seiner Art, nachdem Minister und Knesset-Abgeordnete der Partei wiederholt darum gebeten hatten, über die aktuellen Gespräche zwischen Olmert und dem PA-Vorsitzenden Mahmoud Abbas auf den neuesten Stand gebracht zu werden. In diesem Zusammenhang wurde der Sorge Ausdruck verliehen, dass der Ministerpräsident und sein Stellvertreter Chaim Ramon Israel durch ihre Verhandlungen mit den Palästinensern in ein überstürztes diplomatisches Szenario führen würden.

Wörtlich sagte Olmert: "Lange Jahre haben wir uns mit dem Ausruf ‚Es gibt keinen Partner’ begnügt. Alle Anzeichen sprechen dafür, dass es jetzt einen Partner gibt." In Hinsicht auf seine Gespräche mit Abbas bemerkte er: "Wir wollen zu einer Übereinkunft gelangen, die zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Bedingungen reif sind, zu einem Abkommen führen wird. Dafür muss ein kontinuierlicher und direkter Dialog zwischen beiden Seiten stattfinden."

Ähnlich wie Vertreter des rechten Flügels der Kadima-Partei wie Shaul Mofaz hat in den vergangenen Tagen auch Verteidigungsminister Ehud Barak von der Arbeiterpartei (Avoda) davor gewarnt, dass Israel substantielle Zugeständnisse an die Palästinenser mache, ohne im Gegenzug etwas dafür zu bekommen. Man dürfe am Ende nicht als übervorteilter Trottel ("Freier") dastehen.

(Ha’aretz, 21.09.07)


Wieder Raketen auf Sderot

Überreste einer Qassam-RaketeNach wie vor feuern palästinensische Terroristen im nördlichen Gaza-Streifen unaufhörlich Qassam-Raketen auf den Süden Israels ab. Gestern Abend und heute Morgen wurden je zwei Raketen auf die Kleinstadt Sderot abgeschossen. Während drei von ihnen auf freiem Feld ausserhalb der Stadt landeten, schlug eine in einer Nachbarschaft im Süden der Stadt ein. Es entstand weder Personen- noch Sachschaden.

(Yedioth Ahronoth, 20.09.07)


Sicherheitskabinett erklärt Gaza zu feindlichem Territorium

Hamas-TerroristenIsraels Ministerpräsident Ehud Olmert hat am Mittwoch das Sicherheitskabinett der israelischen Regierung einberufen, um die Reaktion auf den andauernden Qassam-Raketenbeschuss und sonstige Terroraktivitäten aus dem Gaza-Streifen zu diskutieren. Im Ergebnis wurde einstimmig beschlossen, den Gaza-Streifen zu feindlichem Territorium zu erklären.

"Die Hamas hat als Terrororganisation die Kontrolle über den Gaza-Streifen übernommen und ihn in ein feindliches Territorium verwandelt. Die Organisation betreibt feindselige Aktivitäten gegen den Staat Israel und seine Bürger und trägt die volle Verantwortung dafür.

Angesichts dessen wurde entschieden, den Empfehlungen des Sicherheitsapparates zu folgen, die eine Fortsetzung der Militär- und Anti-Terror-Operationen gegen die Terrororganisationen beinhalten. Über das Hamas-Regime werden zusätzliche Sanktionen verhängt, um die Lieferung verschiedener Güter in den Gaza-Streifen zu beschränken und die Versorgung mit Treibstoff und Elektrizität zu reduzieren. Auch der Personenverkehr in den und aus dem Gaza-Streifen wird eingeschränkt. Die Sanktionen werden im Anschluss an eine rechtliche Überprüfung durchgeführt, wobei die relevanten humanitären Aspekte mit der Absicht, eine humanitäre Krise zu verhindern, in Rechnung gestellt werden."

In der ersten Septemberhälfte haben Terroristen im Gaza-Steifen den Abschuss von Raketen und Mörsergranaten sowie die Versuche, zwecks Ausführung von Terroranschlägen gegen israelische Bürger in israelisches Territorium einzudringen, fortgesetzt. Die Terroristen haben dabei sowohl Zivilisten als auch Soldaten ins Visier genommen. Während der zweiwöchigen Periode landeten in Israel 34 Raketen und 66 Mörsergranaten. Über 70 Menschen wurden dabei verletzt, und Dutzende, darunter Kinder, mussten sich wegen Schocks behandeln lassen. Ausserdem entstand erheblicher Sachschaden. Dabei wurden zahlreiche geplante Anschläge im Vorfeld vereitelt. Auch dort, wo die Hamas nicht direkt in Attacken gegen Israel involviert ist, werden diese von ihr gestattet und ermutigt.

(MFA, 19.09.07)


Israelischer Soldat in Nablus getötet

Ben-Zion HenmanEin Fallschirmjäger der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) ist gestern Morgen bei einem Anti-Terroreinsatz im Flüchtlingslager Beit Ilma in Nablus getötet worden. Ein weiterer Soldat wurde während des Schusswechsels mit bewaffneten Terroristen leicht verletzt. Die Fallschirmjäger-Einheit hatte ein Haus umzingelt, in dem sich eine Bande von Mitgliedern der Hamas, der Volksfront und des Islamischen Jihad verschanzte und das Feuer eröffnete.

Bei dem getöteten Soldaten handelt es sich um den 22jährigen Ben-Zion Henman aus dem Moshav Nov auf den südlichen Golan-Höhen. Der Stabsfeldwebel hatte ein Jahr an einer Yeshiva in Mitzpe Ramon studiert, bevor er sich seiner Fallschirmjäger-Späher-Einheit anschloss. In nur zwei Wochen hätte er seinen Armeedienst beendet. Sein Traum war es, danach zu reisen, Landwirtschaft zu studieren und in den Olivenhainen und Weinbergen der Familie zu arbeiten. Ben-Zion wurde gestern Abend in Hispin begraben. Er hinterlässt seine Eltern sowie neun Brüder und Schwestern.

(Ha’aretz, 19.09.07)


Türkei beliebtestes Reiseziel für Israelis

Flagge der TürkeiDas beliebteste Reiseziel der Israelis war in diesem Sommer einmal mehr die Türkei. Wie die Israelische Flughafenbehörde miteilt, besuchten im August 2007 ganze 195 000 Israelis das Land - das sind 15 Prozent der Auslandsreisenden überhaupt. An zweiter Stelle rangieren die USA (151 00 Reisende), gefolgt von Frankreich (119 000) und Italien und Deutschland (jeweils 93 000).

Die meist benutzte Fluggesellschaft ist mit grossem Abstand El Al mit 430 000 Passagieren im August. Dahinter folgen die türkische Charterflug-Gesellschaft Onur Air (121 000), Lufthansa (42 000), Continental Airlines (34 000) und Turkish Airlines und Alitalia (31 000).

Der Ben-Gurion-Flughafen hat von Januar bis August insgesamt 6.8 Millionen Fluggäste abgefertigt. Dies sind 12 Prozent mehr als im Vorjahr.

(Globes, 18.09.07)


Olmert: Israel zu Friedensverhandlungen mit Syrien bereit

Ministerpräsident Ehud OlmertIsraels Ministerpräsident Ehud Olmert hat gestern bei einem Treffen mit russischen Reportern betont, dass Israel an Friedensverhandlungen mit Syrien interessiert ist: "Wir wollen mit jedem Frieden schliessen. Wenn die Voraussetzungen reif sind, sind wir bereit, Frieden mit Syrien zu schliessen, ohne Vorbedingungen und ultimative Forderungen. Ich habe grossen Respekt vor dem syrischen Staatsoberhaupt und der syrischen Politik." Dabei fügte er hinzu, dass die Syrer interne Probleme hätten, für Israel jedoch keinerlei Grund dazu bestehe, sich einem Dialog mit Syrien zu versagen.

Es war dies Olmerts erste Stellungnahme zu den syrisch-israelischen Spannungen, seit Syrien vor knapp zwei Wochen behauptet hatte, dass ein Flugzeug der israelischen Luftwaffe in den syrischen Luftraum eingedrungen sei. Sowohl Jerusalem als auch Damaskus haben sich seit dem vermeintlichen Vorfall in Schweigen gehüllt.

Hinsichtlich der iranischen Nuklearbedrohung sagte Olmert, dass Irans Staatspräsident Ahmadinejad die internationale Gemeinschaft mittels psychologischer Kriegsführung zu überzeugen versuche, dass es zu spät sei, den Iran an der Erlangung von Waffen zu hindern. "Auf diese Weise versucht er, die internationale Gemeinschaft zu Verhandlungen mit ihm zu bewegen. Es handelt sich hier um Übertreibungen. Wir haben keine Angst, wir sind nur besorgt."

(Yedioth Ahronoth, 18.09.07)


Die Sittenpolizei der Hamas

Hamas-LogoBewegt sich der Gaza-Streifen unter der Herrschaft der Hamas in Richtung eines islamistischen Staates im Stile der Taliban? Vor dem Hintergrund jüngster Aktivitäten der Hamas-eigenen "Einsatzkräfte" gibt es nicht wenige Menschen in Gaza, die dies befürchten. Während die Polizei der Hamas ursprünglich zur Verfolgung von Drogenhändlern, Dieben und anderen Straftätern aufgestellt wurde, macht sie nun immer häufiger Jagd auf "Moralverstösse" im Sinne des islamischen Sittengesetztes.

So sind wiederholt Autos, in denen ein Mann und eine Frau sitzen, angehalten worden, um zu überprüfen, ob die Insassen verheiratet sind. Nach dem Gesetz der Palästinensischen Autonomiebehörde ist dies nicht verboten, doch stört sich die Hamas daran nicht. "Die palästinensische Gesellschaft in Gaza ist nicht bereit, solche Taten zu akzeptieren", teilt ein hochrangiger Vertreter der Einsatzkräfte mit. "Dies sind unmoralische Dinge. Wir wollen eine muslimische Gesellschaft, die rein von derartigen Verbrechen ist."

Während der männliche Teil eines unverheiratet in der Öffentlichkeit aufgespürten Paares mit einer Anklage rechnen muss, wird im Falle der Frau oftmals deren Familie darüber in Kenntnis gesetzt. Angesichts des muslimischen Verständnisses von Familienehre kommt dies oft einem Todesurteil gleich. Seit der Machtübernahme der Hamas ist die Zahl der Morde an Frauen zur Wiederherstellung der Familienehre in die Höhe geschnellt. Meist handelt es sich bei den Mördern um die eigenen Brüder.

(Ma'ariv NRG, 18.09.07)


Militärgeheimdienst: Israels Abschreckungsfähigkeiten wiederhergestellt

AMAN - LogoDer Chef des israelischen Militärgeheimdienstes (AMAN), Amos Yadlin, hat gestern gegenüber dem Aussen- und Sicherheitsausschuss der Knesset erklärt, dass Israel seine Abschreckungsfähigkeiten seit dem zweiten Libanonkrieg im letzten Sommer wieder hergestellt hat. Dies würde einen Effekt auf die gesamte Region haben, einschliesslich Syriens und des Irans.

Yadlin äusserte sich vor allem zur iranischen Nuklearbedrohung und stellte dabei u.a. fest: "Der Iran hat offensichtlich nicht vor, das Ziel seines Atomprojekts zu ändern, sondern vielmehr begonnen unverhohlen darüber zu sprechen. Der Iran übermittelt der Welt einige Botschaften, deren erste darin besteht, dass er die Schwelle überschritten hat und nukleare Anlagen zu errichten weiss. Die zweite besteht darin, dass der Westen nicht in der Lage sein wird, sein Projekt mittels Sanktionen zu stoppen. Die dritte ist, dass der Preis einer Konfrontation mit dem Iran sehr hoch ist und er über Abschreckungsmittel verfügt – sowohl Truppen als auch Terror."

Der AMAN-Chef wies darauf hin, dass die Sanktionen des Westens gegen den Iran aufgrund internationaler Forderungen verhängt worden seien und nicht aufgrund einer Entscheidung des UN-Sicherheitsrates. "Es sind dies hauptsächlich wirtschaftliche Sanktionen, und sie haben nur wenig Wirkung auf den Iran", so Yadlin.

(Ha’aretz, 17.09.07)


Livni bewirtet muslimische Politiker und Diplomaten zum Ramadan

Der palästinensische Ministerpräsident Salam Fayyad und Israels Aussenministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Tzipi LivniIsraels Aussenministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Tzipi Livni hat am gestrigen Sonntag im Jerusalemer King-David-Hotel ein Abendessen zum traditionellen Fastenbrechen des Ramadan (Iftar) veranstaltet. Insgesamt nahmen dabei 40 meist muslimische Gäste teil, darunter der palästinensische Ministerpräsident Salam Fayyad, sein Informationsminister Riad al-Malki, der ägyptische Botschafter Mohammed Assem Ibrahim Mohamed, der jordanische Botschafter Ali al-Ayed und führende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Israel.

Livni betonte in ihrer Begrüssungsansprache, dass die Bedeutung des Abends über das Fastenbrechen des muslimischen Ramadan und des jüdischen Gedaliah-Fastens hinausgehe. Die Veranstaltung symbolisiere die Koexistenz sowie gemeinsame Werte, die auf dem Glauben gründen, dass vereinte Anstrengungen zum Frieden führen können. In diesem Zusammenhang erteilte sie auch dem Missbrauch der Religion durch Extremisten eine Absage.

(MFA, 16.09.07)

Erhöhte Sicherheitsstufe über Yom Kippur

ZAHAL (IDF) - LogoDie Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) haben anlässlich des heute Abend beginnenden Yom Kippur die Sicherheitsstufe an der Grenze zu Syrien erhöht. Dahinter steht die Sorge, dass Syrien an dem historischen Datum einen Angriff zur Vergeltung der angeblichen Verletzung des syrischen Luftraums durch ein Flugzeug der israelischen Luftwaffe vor zwei Wochen initiieren könnte.

Gleichzeitig werden bis zum Ende des Feiertags der Gaza-Streifen und das Westjordanland wegen drohender Terroranschläge abgeriegelt. Einsatzkräfte der israelischen Armee haben noch gestern einen für das Wochenende geplanten Selbstmordanschlag vereiteln können, indem sie eine Terrorzelle in Nablus aufhob und ihre Mitglieder gefangen nahm.

(Jerusalem Post, 21.09.07)


Qassam-Raketen im westlichen Negev

Nachdem bereits gestern Abend eine Qassam-Rakete unweit der südisraelischen Kleinstadt Sderot eingeschlagen war, haben palästinensische Terroristen im nördlichen Gaza-Streifen auch in den frühen Morgenstunden des heutigen Tages wieder eine Rakete auf den westlichen Negev abgefeuert. Sie landete auf freiem Feld und verursachte offensichtlich weder Personen- noch Sachschaden.

(Yedioth Ahronoth, 21.09.07)


Livni trifft Rice

US-Aussenministerin Condoleezza Rice und die israelische Aussenministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Tzipi LivniDie israelische Aussenministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Tzipi Livni hat sich gestern mit ihrer US-amerikanischen Amtskollegin Condoleezza Rice getroffen. Neben den Entwicklungen und Perspektiven des israelisch-palästinensischen Verhältnisses standen die aktuelle Situation im Libanon und die iranische Bedrohung auf der Tagesordnung. In der anschliessenden gemeinsamen Pressekonferenz nahm Livni auch zu der geplanten Nahost-Konferenz im November Stellung:

"Wir wünschen, dass das internationale Treffen erfolgreich sein wird, und wir wollen herausfinden, inwieweit die Kluft zwischen israelischen und palästinensischen Interessen überbrückt werden kann. Grundsätzlich werden wir herauszufinden versuchen, was die gemeinsame Basis in Bezug auf die Kernfragen ist. Es ist wichtig, dies zu verstehen, da gewisse Erwartungen – wie ich weiss – sehr hoch sind. Ich glaube an realistische Erwartungen."

Der vollständige Wortlaut und eine Videoaufzeichnung der Pressekonferenz in englischer Sprache findet sich: hier

(MFA, 20.09.07)


Peres: Spannungen mit Syrien sind abgeklungen

Staatspräsident Shimon PeresDer israelische Staatspräsident Shimon Peres hat gestern auf einer Feierstunde anlässlich des 50sten Geburtstages der Israel Foreign Press Association verkündet, dass die Spannungen zwischen Israel und Syrien abgeklungen sind, und dabei noch einmal betont, dass sein Land bereit zu direkten Friedensverhandlungen mit seinem nordöstlichen Nachbarn sei. "Ich glaube, die Nervosität in der Beziehung zwischen Syrien und uns ist vorbei", so Peres. "Warum zu Gerüchten und Spekulation zurückkehren, wenn wir klar sagen, dass wir bereit sind, direkt mit den Syrern um Frieden zu verhandeln."

Ein weiteres Zeichen für eine Beruhigung der Situation ist die Bekanntmachung der israelischen Armee, eine neue Runde der Ernennung von Offizieren einzuleiten. Die Neuernennungen waren bereits seit über einem Monat wegen der Furcht vor einem möglichen Krieg mit Syrien aufgeschoben worden. Gestern ist Brigadegeneral Imad Fares zum neuen Kommandanten der Galiläa-Division ernannt worden. Er löst Brigadegeneral Yossi Becher ab.

Völlig verschwunden sind die Spannungen freilich trotz allem nicht. Die israelische Armee steht nach wie vor in höchster Alarmbereitschaft auf den Golan-Höhen. Militärquellen teilen mit, dass die Gefahr eines drohenden Krieges zwar nachgelassen habe, jedoch noch immer eine gewisse Wahrscheinlichkeit bestehe, dass Syrien auf irgendeine Art und Weise auf den Zwischenfall vom 6. September antworten wird, an dem angeblich ein Flugzeug der israelischen Luftwaffe in syrisches Territorium eingedrungen ist.

(Ha’aretz, 19.09.07)


Protest im Vorfeld von Ahmadinejads UN-Besuch

UN-FlaggeDer iranische Staatspräsident Mahmoud Ahmadinejad wird voraussichtlich am Dienstag nächster Woche vor der UN-Vollversammlung reden, deren 62. Jahrestreffen heute beginnt. Im Vorfeld seiner Reise nach New York häufen sich nun die Proteste.

Die Conference of Presidents of Major American Jewish Organizations (CoP) und andere jüdische Organisationen haben für den nächsten Montag, einem Tag nach Ahmadinejads geplanter Ankunft, eine offizielle Grossdemonstration vor dem UN-Gebäude anberaumt. "Wir glauben, die Kundgebung ist wegen der andauernden Eskalation der Rhetorik Ahmadinejads gegen Israel und die Juden dieses Jahr besonders wichtig", sagt Malcom Hoenlein, stellvertretender Vorsitzender der COP, und weist gleichzeitig auf die Erklärung Ahmadinejads von Anfang September hin, nach der der Iran über 3 000 Zentrifugen in Betrieb genommen hat und "jede Woche ein neues [Zentrifugen-]System installiert wird". "Er hat die Verhandlungen dazu benutzt, das Programm voranzubringen ohne jegliche Absicht, die nukleare Aktivität zu mindern, geschweige denn zu beenden", so Hoenlein.

Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney, der allgemein eine harte Linie gegenüber dem Iran vertritt, hat UN-Generalsekretär Ban Ki-moon in einem Brief dazu aufgerufen, dem iranischen Präsidenten das Wort zu verbieten. Stattdessen solle er mit einer "Anklage nach der Völkermord-Konvention" begrüsst werden. In seinem Brief schreibt Romney u.a.: "Das iranische Regime unter Präsident Ahmadinejad hat offen davon gesprochen, Israel von der Landkarte zu wischen, den Terrorfeldzug der Hisbollah in der Region und auf der ganzen Welt angeheizt und die Weltgemeinschaft in seinem Streben nach Kernwaffen – durch die seine Drohungen noch unheilvoller würden – herausgefordert."

Es wird dies der dritte Aufenthalt Ahmadinejads in den USA seit seinem Amtsantritt im Jahr 2005 sein. Er beabsichtigt, andere Staatsoberhäupter und Exil-Iraner zu treffen. Sein Visum ist jedoch auf einen Radius von 40 Kilometern um das UN-Gebäude begrenzt. Im Anschluss an seinen UN-Besuch wird er nach Venezuela weiterreisen, um sich dort mit Präsident Hugo Chavez zu treffen.

(Jerusalem Post, 18.09.07)


Qassam-Rakete in Südisrael

Palästinensische Terroristen haben am Dienstagabend erneut eine Qassam-Rakete aus dem nördlichen Gaza-Streifen auf den Süden Israels abgefeuert. Die Rakete landete auf freiem Feld nahe einem Kibbutz im Kreis Shaar Hanegev. Verletzt wurde dabei niemand, und über Sachschaden liegen keine Angaben vor.

(Yedioth Ahronoth, 18.09.07)


Israels 'Russen' bereuen ihre Einwanderung nicht

Flagge des Staates IsraelDie Neueinwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion bereuen es nicht, nach Israel eingewandert zu sein. Im Gegenteil – ganze 75 Prozent würden es wieder tun. Nur 10 Prozent der Befragten gaben an, dass sie nicht sicher sind, ob sie sich in Anbetracht ihrer Erfahrungen in Israel seit ihrer Ankunft noch einmal für das Land entscheiden würden. Dies ergibt eine Umfrage, die das Ministerium für Einwanderungsangelegenheiten vor kurzem durchgeführt hat.

Diese Angaben gewinnen umso mehr an Bedeutung, wenn man sich vor Augen führt, dass nach wie vor ein grosses Gefälle in Bezug auf Einkommen und Lebensstandard zwischen Neueinwanderern und alteingesessener Bevölkerung besteht. So verdienen 41 Prozent der Neueinwanderer nicht mehr als 5 000 NIS im Monat, während dies nur auf 13 Prozent der im Lande Geborenen zutrifft. Bei dem Gehaltsniveau von über 10 000 NIS im Monat liegen die Zahlen bei 20 gegenüber 45 Prozent. Auch die Arbeitslosigkeit ist im Kreis der Neueinwanderer mit 13 Prozent erheblich höher als der landesweite Durchschnitt von 9 Prozent.

(Ha’aretz, 18.09.07)


Iran sperrt Zugang zu Google und Gmail

Der Iran hat auf seinem gesamten Staatsgebiet den Zugang zu der weltweit grössten Internet-Suchmaschine Google und dem von dieser angebotenen Email-Dienst Gmail sowie weiteren Internatseiten gesperrt. Dahinter steht eine breit angelegte Aktion gegen ‚anstössige’ Inhalte im Web. Dies teilte die iranische Nachrichtenagentur "Maher" am Montag mit. Von offizieller Seite bestätigte man die Sperrung, ohne dass jedoch konkrete Gründe angegeben wurden.

Der Iran verfolgt eine rigide Politik und verwehrt seinen Bürgern in wachsendem Ausmass den Zugriff auf Internetseiten und Blogs mit sexuellem oder politisch-kritischem Inhalt. Auch Seiten, die sich für die Rechte der Frau einsetzen, und Kulturforen sind davon betroffen. Die Sperrung wird mittels eines automatischen Siebungsprogramms durchgeführt, dass auf spezifische Reizwörter reagiert.

(Ha’aretz, 17.09.07)


Iran beharrt auf Fortsetzung seines Atomprogramms

Iranische FlaggeWährend Frankreich den Iran vor einem Krieg warnt, verkündet der iranische Staatspräsident Mahmoud Ahmadinejad weiterhin, dass sein Land die Urananreicherung unbeirrt fortsetzen werde. In einem Fernsehinterview erklärte er gestern, dass der Iran die Nukleartechnologie in den Griff bekommen habe und niemals dem internationalen Druck gegen seine atomaren Bestrebungen nachgeben werde.

"Selbstverständlich werden wir keinen Schritt zurückweichen", betonte Ahmadinejad und fügte hinzu: "Der Westen redet darüber, Sanktionen über uns zu verhängen. Aber sie können dies nicht tun." Im gleichen Atemzug forderte er US-Präsident George W. Bush zu einer öffentlichen Debatte im Umfeld der UN-Vollversammlung auf, zu der er kommende Woche nach New York zu reisen gedenkt.

Ebenfalls gestern hat der französische Aussenminister Bernard Kouchner sich in einem Fernsehinterview ausführlich zum iranischen Atomprogramm geäussert, das er als "Bedrohung für die ganze Welt" bezeichnete. Dabei fand Kouchner ungewöhnlich deutliche Worte: "Man muss sich auf das Schlimmste vorbereiten, und das ist der Krieg."

(Yedioth Ahronoth, 17.09.07)


Madonna liebt Israel

Madonna und der israelische Staatspräsident Shimon Peres"Sagen Sie mir, was ich tun soll, Herr Peres, denn ich bin in Israel verliebt." Mit diesen Worten hat sich die US-amerikanische Popsängerin Madonna gegenüber dem israelischen Staatspräsidenten Shimon Peres erklärt, den sie am Samstagabend in dessen Jerusalemer Residenz traf. Madonna ist über die Neujahrsfeiertage zu Gast in Israel gewesen, um an einer Kabbala-Konferenz in Tel Aviv teilzunehmen.

Peres sprach bei dem Treffen mit dem Popstar über Frieden und Toleranz, den Krieg gegen den Terror und die Möglichkeiten, wie internationale Künstler und Prominente den Friedensprozess unterstützen können. Madonna versprach ihm, ihn in den angesprochenen Angelegenheiten zu unterstützen und einen Song über den Frieden auf ihrem nächsten Album unterzubringen.

"Ich kann kaum glauben, dass ich die Gelegenheit erhalten habe, einen Toast auf das neue Jahr im Staat Israel auszubringen, mit dem Präsidenten, den ich so bewundere", so Madonna, die sich im Zusammenhang mit ihrem Interesse an der jüdischen Mystik als "Botschafterin für das Judentum" bezeichnete. Sie überreichte dem Präsidenten ein Exemplar des Buches Zohar, einem der Schlüsseltexte der Kabbala, mit der Widmung: "Für Shimon Peres, den Mann, den ich bewundere und liebe, Madonna". Peres schenkte ihr im Gegenzug eine von dem israelischen Bildhauer Yaakov Agam gestaltete goldene Bibel.

Madonna ist gestern nach Grossbritannien zurückgekehrt, plant aber, über das kommende Yom-Kippur-Wochenende erneut nach Israel zu fliegen.

(Yedioth Ahronoth, 16.09.07)


Qassam-Raketen im westlichen Negev

Im Laufe des gestrigen Sonntags sind insgesamt drei Qassam-Raketen von palästinensischen Terroristen aus dem nördlichen Gaza-Streifen auf israelisches Territorium im westlichen Negev abgeschossen worden. Die Raketen landeten auf offenem Gelände, eine davon nahe der südisraelischen Kleinstadt Sderot. Eine andere Raketen richtete Schaden an Hühnerställen an. Ansonsten war kein Sachschaden zu verzeichnen, und auch verletzt wurde niemand.

(Yedioth Ahronoth, 16.09.07)

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