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Nachrichten vom 18. - 24. November 2007
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Olmert: Status quo mit den Palästinensern darf nicht fortdauern

Ministerpräsident Ehud OlmertKurz vor seiner Abreise zum Nahost-Treffen in Annapolis hat Israels Ministerpräsident Ehud Olmert noch einmal davor gewarnt, den Status quo mit den Palästinensern aufrecht zu erhalten. Olmert wird bereits am Sonntag, also zwei Tage vor Beginn des Gipfels, in die USA fliegen.

"Ich bin zum dem Schluss gekommen, dass es unmöglich ist den Status quo zwischen uns und den Palästinensern beizubehalten", betonte Olmert am Donnerstag. "Wir sind schon zu lange mit dem Status quo beschäftigt, aber dieser wird zu schlimmeren Ergebnissen führen als selbst eine missglückte Konferenz. Er wird zur Machtübernahme der Hamas in Judäa und Samaria führen, zur Schwächung, wenn nicht gar zum Verschwinden der gemässigten palästinensischen Strömung. Sollte es nicht gelingen, einen politischen Horizont zu schaffen, hätte dies tödliche Folgen."

Zwar ist es den israelischen und palästinensischen Unterhändlern noch nicht gelungen, die gemeinsame Erklärung zu vollenden, die den Beginn der eigentlichen Verhandlungen über ein Abkommen einleiten und das Treffen in Annapolis krönen soll, doch gibt sich Olmert optimistisch, dass die diesbezüglichen Diskrepanzen letztendlich überwunden werden.

(Ha'aretz, 23.11.07)


Qassam-Raketen auf Sderot

Überreste einer Qassam-RaketeGestern Abend sind wieder zwei Qassam-Raketen von palästinensischen Terroristen aus dem nördlichen Gaza-Streifen in Richtung der südisraelischen Kleinstadt Sderot abgeschossen worden. Die eine davon landete auf einer Strasse vor der Stadt, die andere schlug in einem nahe gelegenen Kibbutz ein. Über Personen- oder Sachschaden liegen keine Angaben vor.

Unterdes hat Sderots Bürgermeister Eli Moyal gemeinsam mit ZAKA, einer religiösen Freiwilligenorganisation, die die Bergung und Identifizierung menschlicher Überreste nach Terroranschlägen übernimmt, vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag Anklage gegen Hamas-Führer Khaled Mashal erhoben. In der Anklageschrift wird Mashal der Ermordung von 176 Zivilisten und der Verletzung von Hunderten im Rahmen von Terroranschlägen der Hamas seit 2002 bezichtigt. Anschläge auf militärische Ziele wurden dabei nicht mitgerechnet.

(Yedioth Ahronoth, 22.11.07)


Iran im Besitz neuer Rakete

Iranische FlaggeDas nicht-konventionelle Waffenarsenal des Iran ist um eine neue Rakete erweitert worden. Dabei handelt es sich nach Angaben des Pentagons um eine ballistische Rakete mit dem Namen "Ashura", die eine Reichweite von 2000 bis 2500 Kilometern besitzt und in Zukunft auch mit einem nuklearen Sprengkopf ausgestattet werden kann.

Die grosse Reichweite der bisher fortgeschrittensten iranischen Rakete sorgt in der westlichen Welt für grosse Beunruhigung, da sie nicht nur Israel, sondern auch weite Räume in Europa treffen könnte. Vor diesem Hintergrund hatten die USA auch die Planung eines Raketenabwehrsystems in Polen und Tschechien betrieben, was zu einer Krise der amerikanisch-russischen Beziehungen führte.

(Yedioth Ahronoth, 21.11.07)


PA erhält 25 Panzerfahrzeuge

Trotz Warnungen des israelischen Sicherheitsapparates hat Ministerpräsident Ehud Olmert die Lieferung von 25 gepanzerten Fahrzeugen an die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) genehmigt. Diese sollen Sicherheitsorganisationen der PA im Westjordanland zur Verfügung gestellt werden.

Es handelt sich hierbei um eine weitere Geste des guten Willens Israels an den PA-Präsidenten Mahmoud Abbas im Vorfeld des Treffens von Annapolis. Ausser den aus Russland stammenden Fahrzeugen werden die Palästinenser auch noch 2 Millionen Patronen aus Jordanien erhalten. Abgesehen davon wurde gestern die Liste mit den etwa 250 palästinensischen Häftlingen veröffentlicht, die Israel im Rahmen einer Amnestie freizulassen gedenkt.

Russland hatte vor zwei Jahren die Lieferung der Fahrzeuge an die PA angeboten. Jedoch hatten sowohl die israelische Armee als auch die Allgemeine Sicherheitsbehörde (SHABAK) dagegen Einspruch erhoben, da sie befürchten, dass sie letzten Endes in die Hände von Terrororganisationen gelangen könnten.

(Yedioth Ahronoth, 21.11.07)


Israelische Militärpolizei fährt Harley-Davidson

ZAHAL (IDF) - LogoDie Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) haben 30 Motorräder der Marke Harley-Davidson erworben. Sie sollen zukünftig von der Militärpolizei eingesetzt werden, die auch um die Anschaffung gebeten hatte.

Die Motorräder vom Basismodell Sportster 883 wiegen jeweils 251 Kilo und sind mit einem Hubraum von 883 Kubikzentimetern ausgestattet. Der Erwerbungsprozess wurde vor zwei Jahren in Gang gesetzt. Zehn Motorräder wurden bereits geliefert, die verbliebenen 20 sollen im nächsten Monat eintreffen.

(Ha'aretz, 21.11.07)


Paul Newman in Galiläa

Der greise Hollywood-Star Paul Newman beteilgt sich an einer Spendenaktion zur Errichtung eines Feriendorfes für schwerkranke Kinder in Galiläa. Newman wurde dafür von seinem israelischen Schauspielerkollegen Chaim Topol angeworben, der der Wohltätigkeitstreuhand vorsteht, die das Dorf errichtet. Das Dorf "Nahar Hayarden" (Jordanfluss) soll 2008 eröffnet werden. Newman hat initiiert dafür einen speziellen Fonds ins Leben gerufen.

Der 82jährige Sohn eines jüdischen Vaters und einer katholischen Mutter hat nach seiner glanzvollen Karriere als Filmschauspieler und Rennfahrer ein Unternehmen für organische Ernährung aufgebaut, dessen Gewinne sämtlich für wohltätige Zwecke eingesetzt werden.

(Ha'aretz, 21.11.07)


Israeli im Westjordanland ermordet

Ein israelischer Zivilist ist in der vergangenen Nacht bei einem drive-by-shooting von palästinensischen Terroristen nahe der Siedlung Kedumim in Samaria getötet worden. Bei dem Opfer handelt es sich um den 29jährigen Familienvater Ido Zuldan aus der Siedlung Shavei Shomron.

Die Verantwortung für den Anschlag übernahmen die der Fatah nahe stehenden Al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden. Die Gruppe hat erklärt, dass sie damit gegen das herannahende Nahosttreffen in Annapolis und die "Verbrechen Israels an den Palästinensern" protestieren wollte.

Terrorist der Al-Aqsa-Märtyrer-BrigadenNur wenig später verhinderte die israelische Armee an der Grenze zum Gaza-Streifen einen weiteren Anschlag. Drei bewaffnete Palästinenser hatten versucht, den Sicherheitszaun zu überwinden und in den Moshav Nativ Ha’asara einzudringen. Zwei der Terroristen wurden dabei getötet, dem dritten gelang die Flucht in den Gaza-Streifen. Die Al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden, die auch für diesen Vorfall verantwortlich zeichneten, räumten im Anschluss ein, dass ein Selbstmordanschlag geplant gewesen war.

In der Zwischenzeit lässt auch der Raketenbeschuss aus dem Gaza-Streifen nicht an Intensität nach. Allein gestern gingen fünf Qassam-Raketen und 18 Mörsergranaten im westlichen Negev nieder. Eine Soldatin musste sich wegen Schocks behandeln lassen, nachdem eine Rakete in Ashkelon eingeschlagen war. Ausserdem wurden einige Gebäude beschädigt.

(Ha'aretz/Yedioth Ahronoth, 20.11.07)


Vor 30 Jahren: Sadats historischer Besuch in Israel

Vor 30 Jahren: Sadats historischer Besuch in IsraelHeute vor genau dreissig Jahren landete der ägyptische Staatspräsident Anwar Sadat am Ben Gurion-Flughafen nahe Tel Aviv. Dieser mutige, historische erste Besuch eines arabischen Staatsoberhaupts in Israel und die Rede, die er vor der Knesset hielt, stehen bis heute als Symbol für einen geopolitischen Wandel im Nahen Osten, den Weg zum Frieden zwischen Israel und der arabischen Welt und die Herausbildung einer neuen Agenda der politischen Beziehungen innerhalb der Region.

Zwei Jahre nach Sadats Besuch unterzeichneten Israel und Ägypten ein umfassendes Friedensabkommen. Inzwischen können beide Nationen auf mehr Jahre des Friedens als der Konfrontation und des Konfliktes zurückblicken. Die bilaterale Kooperation spiegelt sich in regelmässigen politischen Treffen und diversen gemeinsamen Komitees im militärischen und wirtschaftlichen Bereich wider.

Trotz des Forschritts bleibt noch viel zu tun, wenn es darum geht, die Menschen einander näher zu bringen, den kulturellen Austausch zu fördern und den Tourismus zu steigern. Israel strebt danach, den Frieden mit Ägypten, der bereits greifbare Früchte im politischen Dialog hervorgebracht hat, auch auf der gesellschaftlichen Ebene in einen lebendigen und produktiven Frieden zu verwandeln. Beide Nationen sollten sich in den kommenden Jahren diesem Ziel widmen und damit der Friedensvision Sadats folgen.

Ausführlichere Informationen zu den israelisch-ägyptischen Beziehungen sowie die Reden von Sadat und Israels damaligem Ministerpräsident Menachem Begin vor der Knesset (in englischer Sprache) finden sich: hier

(MFA, 19.11.07)


Raketen auf Südisrael

Überreste einer Qassam-RaketePalästinensische Terroristen aus dem Gaza-Streifen haben heute bereits wieder drei Qassam-Raketen auf den Süden Israels abgeschossen. Eine davon landete am Vormittag im südlichen Stadtgebiet von Ashkelon, die beiden anderen im Kreis Shaar Hanegev, wobei eine direkt in einem Kibbutz einschlug. Zu Personen- oder Sachschaden kam es jedoch offensichtlich nicht.

(Yedioth Ahronoth, 19.11.07)


MAN erwägt Zusammenarbeit mit israelischem Unternehmen

Die deutsche Firmengruppe MAN Forestall ist an israelischer Technologie im Bereich erneuerbarer Energien interessiert und eruiert in diesem Zusammenhang Möglichkeiten einer Zusammenarbeit mit der israelischen Firma Ormat. Dies hat Geschäftsführer Matthias Mitscherlich gegenüber der Ha'aretz mitgeteilt.

Mitscherlich kam im Rahmen eines Besuchs von führenden Vertretern deutscher Unternehmen nach Israel, den das israelische Industrie- und Handelsministerium zur Investitionsförderung organisiert hat. Bei Ormat zeigt man sich grundsätzlich offen für eine Kooperation, betont aber gleichzeitig, dass man derzeit mit laufenden Projekten im Ausland gut ausgelastet sei.

Informationen zu Ormat finden sich unter dem folgenden Link: http://www.ormat.com/

(Ha'aretz, 19.11.07)


Sicherheitskreise prophezeien Minikrieg in Gaza nach Annapolis

ZAHAL (IDF) - LogoHochrangige Vertreter des israelischen Sicherheitsapparats gehen davon aus, dass ein Scheitern des Nahost-Treffens in Annapolis zu einem Mini-Krieg im Gaza-Streifen führen wird. Dabei erscheint auch eine gross angelegte Offensive der israelischen Armee zur Eindämmung des Terrors und der Aufrüstung der Hamas nicht mehr ausgeschlossen.

In Armeekreisen befürchtet man, dass die Terrororganisation ihre volle militärische Stosskraft innerhalb einiger Monate erreicht haben wird. Je früher Israel also eine Offensive starten würde – so der Konsens innerhalb der Führungsränge -, desto besser wäre es in Bezug auf die Minimierung der eigenen Verluste.

Geheimdienstberichten zufolge ist die Hamas nur zwei bis drei Jahre davon entfernt, die gleichen militärischen Kapazitäten zu erreichen, für die die Hisbollah ein Jahrzehnt gebraucht hat. Die Reichweite palästinensischer Raketen, die sich innerhalb der letzten Jahre von zwei auf 12 Kilometer vergrössert hat, könnte bald 20 Kilometer betragen und damit selbst die Hafenstadt Ashdod einschliessen.

Generalmajor Avi Mizrachi, Kommandant der Logistikabteilung der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL), hat die Situation im Gaza-Streifen anhand einiger Beispiele veranschaulicht: "Sie graben Löcher in die Strassen, legen hochexplosive Sprengkörper hinein und decken sie dann mit Asphalt zu, so dass es unmöglich ist, sie zu entdecken." Ausserdem wies Mizrachi darauf hin, dass der Iran stark in die Finanzierung der Bemühungen von Seiten der Hamas involviert sei, eine Marine und andere militärische Kapazitäten aufzubauen.

(Yedioth Ahronoth, 18.11.07)


Olmert spricht am Grab Ben-Gurions

Ministerpräsident Ehud OlmertIsraels Ministerpräsident Ehud Olmert hat am Sonntag an der alljährlichen Gedenkzeremonie für den ersten israelischen Ministerpräsidenten David Ben-Gurion in Sde Boker teilgenommen. Im Folgenden einige Auszüge aus seiner Rede am Grab des Staatsgründers:

"Ben-Gurion wusste, dass es innerhalb der Führung des Volkes keine sichere Mehrheit für die Ausrufung des Staates gab, doch wollte er die historische Stunde keineswegs verstreichen lassen. Er aktivierte seine Freunde mit seinem ganzen Einfluss. Er manövrierte, übte Druck aus und verweigerte sich dem Kompromissvorschlag, statt eines Staates eine Regierung auszurufen, und am Ende erreichte er mit knapper Mehrheit, was er wollte."

Olmert betonte auch, dass Ben-Gurion gesagt habe, es sei die Pflicht jedes israelischen Ministerpräsidenten, jede Gelegenheit zum Frieden zu nutzen und dabei auf die Sicherheit zu achten. "Unsere Generation ist dazu verpflichtet, dass unsere Enkel uns nicht sagen werden, wir hätten eine Gelegenheit, die sich uns geboten hat, verpasst."

"Ich erlaube mir an die Einsamkeit Ben-Gurions in jenen Tagen zu denken, an denen er vor einer historischen Entscheidung stand. Nur an diesen Kreuzungspunkten, wo ein geeigneter Staatsmann und ein flüchtiger günstiger Moment zusammentreffen, vermag es er Staatsmann, die Geschichte an ihren Hörnern zu packen und ihren Lauf zu ändern."

(Ma'ariv NRG/Reshet Bet/Yedioth Ahronoth, 18.11.07)

Israelische Ärzte helfen in Swaziland bei der AIDS-Bekämpfung

Ein israelisches Ärzteteam ist Anfang der Woche in Swaziland eingetroffen, um dort bei der Bekämpfung von AIDS behilflich zu sein. Es wird lokalen Ärzten beibringen, wie man sichere Beschneidungen durchführt. Neueste Studien haben bewiesen, dass die Beschneidung des männlichen Geschlechtsorgans das Risiko einer HIV-Infektion während des Geschlechtsverkehrs zwischen Mann und Frau um 60 Prozent reduziert.

Die Immunschwäche-Krankheit ist die nationale Tragödie des kleinen Königreichs im Süden Afrikas. Etwa 40 Prozent der eine Million Einwohner sind infiziert, die Bevölkerung schrumpft, und die hohe Todesrate hat bereits 70 000 Kinder zu Waisen gemacht. Swaziland ist das erste afrikanische Land, das Israel um Hilfe auf dem Gebiet der Beschneidung angesucht hat. So ist das Jerusalem Aids Project darum gebeten worden, vor Ort Ärzte in der Behandlung und der Logistik für die Beschneidung eines Viertels der Bevölkerung auszubilden.

Bei den israelischen Ärzten, die der ersten Delegation ihrer Art angehören, handelt es sich um Prof. Zyi Gimon vom Jerusalemer Hadassah-Krankenhaus in Ein Kerem, Dr. Francis Serour vom Wolfsohn-Krankenhaus in Holon und Dr. Yinon Shenkar, der das Jerusalem Aids Project repräsentiert. Unterstützt wird die Mission von der Hadassah Medical Foundation.

(Yedioth Ahronoth, 23.11.07)

Informationen zum Jerusalem Aids Project finden sich unter dem folgenden Link: http://www.aidsnews.org.il/abouteng.htm


Deutsche Firmen am Aufbau von iranischem Atomreaktor beteiligt

Flagge der Bundesrepublik DeutschlandDeutsche Firmen haben sich heimlich am iranischen Atomprogramm beteiligt. So ermittelten die deutschen Zollbehörden in den vergangenen Jahren 50 deutsche Unternehmen, die dem Iran Material für den Aufbau des Kernreaktors in Bushehr verkauft haben. Das deutsche Gesetz untersagt den Export von nuklearem Know-how und entsprechender Ausrüstung in den Iran.

Hinter der Schmuggeloperation steht die Berliner Firma Vero, die von Dimirty Solotarev geleitet wird, einem armenischen Juden mit sowohl deutscher als auch russischer Staatsbürgerschaft. Solotarev hielt sich in Russland auf, als die Zollbehörden im Jahr 2004 die Büroraume von Vero untersuchten, und ist seitdem nicht nach Deutschland zurückgekehrt.

Der Wert des in den Iran gelieferten Materials wird auf insgesamt 150 Millionen Dollar geschätzt. Doch ist dies, so der zuständige Staatsanwalt in Potsdam, offensichtlich "nur die Spitze des Eisbergs". Den Ermittlungen zufolge waren sich 10 bis 12 der deutschen Unternehmen der Tatsache bewusst, dass sie in den Iran liefern würden.

(Ha'aretz, 22.11.07)


Terrortreffen im Iran

Mahmoud AhmadinejadDie Führer palästinensischer Terrororganisationen werden parallel zum Nahost-Treffen in Annapolis eine Konferenz abhalten, und zwar im Iran. Eingeladen wurden sie dazu vom iranischen Staatspräsidenten Mahmoud Ahmadinejad.

Zehn Köpfe extremer Terrororganisationen, darunter Khaled Mashal (Hamas), Ahmad Gibril (Volksfront zur Befreiung Palästinas) und Ramadan Shalah (Islamischer Jihad), haben ihre Teilnahme zugesagt. Die Veranstaltung wird zwischen dem 25. und 27. November, also genau zeitgleich zum Treffen in Annapolis, in Teheran stattfinden.

(HaZofe, 21.11.07)


Israel will Aufbau eines palästinensischen Sozialsystems unterstützen

Sozialminister Yitzhak HerzogIsrael bietet seine Hilfe beim Aufbau eines Sozialsystems in den palästinensischen Autonomiegebieten an, das nach dem Vorbild der israelischen Sozialversicherungsanstalt u.a. Projekte für gefährdete Jugendliche und behinderte Menschen realisieren könnte. Sozialminister Yitzhak Herzog hat diese Woche dem Sondergesandten des Nahostquartetts Tony Blair einen entsprechenden Entwurf vorgelegt.

Herzog hatte die Angelegenheit bereits vor zwei Wochen mit Blair besprochen und dabei den Eindruck gewonnen, dass der frühere britische Ministerpräsident starkes Interesse an einer Zusammenarbeit im sozialpolitischen Bereich habe. In Herzogs Ministerium hofft man darauf, dass die Europäische Union und internationale Organisationen das Vorhaben unterstützen werden.

(Ha'aretz, 21.11.07)


"Kein Interesse am Schmuggel"

Olmert und Mubarak haben bei ihrem Treffen in Sharm el-Sheik auch das Problem der Schmuggeltunnel besprochen. Olmert berichtete, dass in Israel der Eindruck bestehe, Ägypten würde nicht genug in der Angelegenheit tun, woraufhin Mubarak betonte, dass Ägypten bereits 136 Tunnel ausgehoben und zerstört habe. Dabei beteuerte er, dass Ägypten "kein Interesse am Schmuggel" habe, der schliesslich auch in entgegengesetzter Richtung funktionieren könne. Beide Seiten vereinbarten, die Kooperation in diesem Bereich zu intensivieren.

(Ha'aretz, 21.11.07)


Olmert trifft Mubarak

Ministerpräsident Ehud Olmert und der ägyptische Staatspräsident Hosni MubarakIsraels Ministerpräsident Ehud Olmert hat sich am Dienstag in Sharm el-Sheik mit dem ägyptischen Staatspräsidenten Hosni Mubarak getroffen. Bei der gemeinsamen Pressekonferenz nach ihrem Gespräch erinnerte Olmert eingangs an den historischen Besuch von Anwar Sadat in Israel, der sich einen Tag zuvor zum dreissigsten Mal gejährt hatte.

"Ich war damals ein junger Abgeordneter, der im Knesset-Plenum sass und bewegt davon war, den Präsidenten Ägyptens mit dem Ministerpräsident Israels zu sehen. Ich sah, wie die Geschichte sich vor meinen Augen veränderte. Heute ist es bereits Routine, dass der israelische Ministerpräsident den ägyptischen Präsidenten besucht, und womöglich ist dies die grösste und wichtigste Errungenschaft."

Im Mittelpunkt der Zusammenkunft von Olmert und Mubarak stand selbstverständlich das herannahende Nahost-Treffen in Annapolis. Olmert führte dazu u.a. das Folgende aus:

"Die Definition von Annapolis als Veranstaltung, durch die der Beginn ernsthafter und grundsätzlicher Verhandlungen in Gang gebracht werden soll, ist korrekt, und ich glaube, dass Präsident Mubarak diese Angelegenheit – wie es seine Art ist – in einer realistischen, ausgewogenen und behutsamen Weise betrachtet, so wie es notwendig ist, und ich stimme ihm zu. Ich bin der Überzeugung, das Treffen von Annapolis kann aufgrund der einfachen Tatsache, dass es überhaupt stattfindet, gar nicht Scheitern. Die Tatsache, dass die wichtigsten Staatsmänner der Welt, ganz gewiss der Führer eines solch wichtigen arabischen Landes wie Ägypten, das Treffen von Annapolis unterstützen und ermutigen, ist der Beweis dafür, dass es ein Erfolg ist, dass es stattfindet.

Die Verhandlungen selbst werden nicht einfach sein. Glauben Sie etwa, nach 60 Jahren können wir uns hinsetzen und das Problem in ein oder zwei Wochen lösen? Es wird harsche Meinungsverschiedenheiten, Krisen und Streitereien geben, aber ich bin optimistisch, dass – wenn wir behutsam und vernünftig agieren – eine Chance besteht, dass wir am Ende zu einem Abkommen gelangen. Wie gesagt, ich hoffe sehr, dass dies noch 2008 geschehen kann."

Der vollständige Wortlaut von Olmerts Stellungnahmen in englischer Sprache findet sich: hier

(MFA, 20.11.07)


Es war wie im Traum

Von Gideon Levy

Es war Ende des Sommers 1977. Menachem Begin, dem Vater aller "Revolutionen" und Ängste, war bereits Ministerpräsident, und ich ging mit einem deutschen Kollegen die Dizengoff-Strasse in Tel Aviv entlang. Zwischen Frishman und Gordon, ich erinnere mich genau, erzählte mir der Gast von seinem Besuch in Kairo. Ich sagte zu ihm: "Das ist der Unterschied zwischen uns. Du kannst Dich frei in der Welt bewegen, und ich werde nie in die Länder kommen, die für mich Terra incognita sind – Ägypten zum Beispiel."

Am Ende desselben Jahres landete ich mitten in der Nacht in Kairo. Ich war über Athen geflogen und kam kurz vor der Sperrstunde in mein Zimmer im Hotel Mena House, warf mich aufs Bett, fertig von der Reise und vor allem von der Anspannung, die sie in mir verursacht hatte, einem Israeli, der allein in ein feindliches Land fährt. Am Morgen zog ich die Vorgänge auf, und vor meinen Augen erschienen die Wunder dieser Welt: die Pyramiden von Gizeh, in greifbarer Nähe. Da wusste ich schon, dass dies ein Moment war, der mich ewig begleiten würde.

Ewig werde ich mich auch den jenen Samstag, den 19. November, erinnern, heute vor genau dreissig Jahren. Als junger Sprecher bei Galei Zahal (Rundfunksender der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte) erhielt ich den Tagesbefehl, die Ankunft des ägyptischen Präsidenten Anwar Sadat auf dem Ben Gurion-Flughafen zu übertragen. Wir standen auf der Pressetribüne, und es war, als ob wir träumten.

Ich sehe noch jetzt die Tageszeitungen vor mir, die dieser wirklich grossen Revolution vorangegangen waren. Nichts wies darauf hin, was geschehen würde. Als die Bombe platzte und Sadat Walter Cronkite, dem legendären amerikanischen Nachrichtenmann, sagte, er würde nach Jerusalem kommen, waren wir noch wie gewohnt misstrauisch: "Furcht und Misstrauen in Hinblick auf Sadats wirkliche Absichten" lautete die säuerliche Schlagzeile der Ha'aretz am 13. des Monats.

Zwei Tage später wurde es israelischen Journalisten untersagt, nach Kairo zu telefonieren. Am Vorabend des Besuchs, der in erstaunlicher Geschwindigkeit realisiert wurde, warnte Generalstabschef Motta Gur vor einer grossen Täuschung: Die Tür der Präsidentenmaschine würde aufgehen und eine ägyptische Kommandoeinheit hinaustreten und um sich schiessen. Erst am Freitag, dem 18. des Monats, waren die Schlagzeilen ambivalenter: "Sadat kommt morgen", und auch: "Die amerikanische Regierung ist distanziert; Sorge um das Schicksal der Genfer Konferenz". Daran sollten wir die Amerikaner heute erinnern.

Das Flugzeug landete genau um acht Uhr abends und trug den unglaublichen Schriftzug: "The Arab Republic of Egypt". Ich glaube, die Flaggen Ägyptens und Israels flatterten am Flugzeugfenster. Das Flugzeug stoppte und die Tür öffnete sich. Protokollchef Rehavam Amir ging die Stufen zum Flugzeug hinauf und bat den Gast hinunter zu steigen. Zwei angespannte Minuten vergingen.

Dann stand er an der Tür des Flugzeugs, der ägyptische Präsident, der aus den Kriegen, in einem grauen Anzug. "Der ägyptische Präsident steht an der Tür des Flugzeugs!", rief ich mit derart aufgeregter Stimme, wie ich sie nie bei einer Live-Übertragung habe hören lassen, nicht vor und nicht nach dem Besuch.

75 Personen standen bereit, um ihn zu begrüssen. Sadat küsste Golda Meir, die er "die alte Dame" nannte, auf die Wange. Den Generalstabschef fragte er mit einem Lächeln: "Wo sind die Kriegsvorbereitungen?". Damit begann die grosse Sadat-Feier. Die nächsten 24 Stunden nahm er uns im Sturm. Israel verfiel seinem Zauber. Restaurants benannten sich nach ihm, eine Generation von Stereotypen brach in sich zusammen, das israelische Fernsehen sendete erstmals in Farbe.

Nachdem er die militärische Ehrengarde zum Klang des Armeeorchesters abgeschritten hatte – und dies ist noch eine Szene, die schwer mit Worten zu beschreiben ist -, stieg er in den Wagen unseres Präsidenten Ephraim Katzir und fuhr die Strasse nach Jerusalem hinauf. Ich wusste damals, so ein Moment würde niemals wiederkehren.

(Ha'aretz, 19.11.07)


Economist prognostiziert israelisches Wirtschaftswachstum

Flagge des Staates IsraelDie britische Wochenzeitschrift Economist gibt sich optimistisch im Hinblick auf das Wachstum der israelischen Wirtschaft im kommenden Jahr. Daher hat sie ihre Wachstumsprognose für Israel nun auf 4.5 Prozent erhöht. Im Oktober hatte man noch ein Wachstum von 4.4 Prozent vorhergesagt.

Der Economist geht davon aus, dass das starke Wachstum im Export und in den Investitionen in Israel dazu beitragen wird, das Tempo des allgemeinen Wachstums einzuhalten. Das Übrige tun die relativ niedrige Inflationsrate und ein Überschuss in der Handelsbilanz.

Die Prognose des Magazins gestaltet sich damit optimistischer als die der Bank Israel, die lediglich ein Wachstum von 3.6 Prozent erwartet, und des israelischen Finanzministeriums. Noch optimistischer ist jedoch Prof. Leo Lidermann, wirtschaftlicher Berater der Bank Hapoalim, dem zufolge die israelische Wirtschaft im kommenden Jahr um ganze 4.8 Prozent wachsen wird.

(Ha'aretz, 19.11.07)


Amerikaner sehen Israel als engen Verbündeten

Flagge der USADie Mehrheit der US-Bevölkerung unterstützt weiterhin den Staat Israel. So geht aus einer Umfrage der Anti-Defamation League (ADL) hervor, dass 65 Prozent der Amerikaner Israel als wichtigen Verbündeten betrachten. Aus der Tatsache, dass eine Umfrage der ADL vom Vorjahr beinahe identische Zahlen ergeben hat, lässt sich schliessen, dass die amerikanische Unterstützung Israels in den letzten Jahren stark und stabil ist.

An der grossen Unterstützung, derer sich Israel in den USA erfreut, ändert auch die verbreitete Ansicht nichts, nach der die Freundschaft mit Israel die USA zu einem zu einem noch dringlicheren Ziel für Terroristen macht. Obwohl 65 Prozent der Befragten dies glauben, bleiben 57 Prozent ihrer Überzeugung treu, dass die USA Israel weiterhin unterstützen sollten.

(Jerusalem Post, 18.11.07)


Liberianische Präsidentin in Israel

Liberias Staatspräsidentin Ellen Johnson-SirleafDie Staatspräsidentin Liberias, Ellen Johnson-Sirleaf, ist am Sonntag zu einem dreitägigen Besuch in Israel eingetroffen. Nach dem Empfang in Jerusalem bei Israels Präsident Shimon Peres brach sie gemeinsam mit ihm zur Gedenkveranstaltung für David Ben-Gurion nach Sde Boker auf.

Johnson-Sirleaf wurde 1938 geboren und ist promovierte Ökonomin. Nach führenden Positionen bei der UNO, der Weltbank und anderen internationalen Organisationen kehrte sie 2005 nach dem Ende des 15jährigen Bürgerkriegs in ihre Heimat zurück, wo sie zum ersten weiblichen Staatsoberhaupt in Afrika gewählt wurde.

Liberia unterstützte 1947 den UN-Teilungsplan und gehört zu den 33 Staaten, die die Gründung des Staates Israel ermöglichten. Liberianische Politiker verweisen stolz darauf, wenn sie von der engen Freundschaft zwischen ihrem Land und Israel sprechen.

(MFA, 18.11.07)

Israels Staatspräsident Shimon Peres hat beim Empfang der liberianischen Staatspräsidentin in seinem Amtsitz betont, dass Israel seine politischen Beziehungen zu afrikanischen Staaten nicht preisgeben und damit allein China und Russland das Feld überlassen dürfe. Israel und die afrikanischen Staaten hätten zahlreiche gemeinsame Interessen, weswegen diese Arena nicht vernachlässigt werden sollte.

(Reshet Bet, 18.11.07)

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