| Nachrichten vom 18. - 24. April 2010 | ||
Katyusha-Angriff auf Eilat
Es ist das erste Mal seit fast fünf Jahren, dass Eilat Ziel eines Raketenangriffs wurde. Bislang hat keine Terrororganisation die Verantwortung für den Beschuss übernommen. Der Grenzübergang nach Ägypten wurde kurzzeitig geschlossen. Das israelische Amt für Terrorismusbekämpfung hatte bereits vor zwei Wochen eine dringende Reisewarnung für den Sinai ausgesprochen. Israelische und jordanische Sicherheitskräfte haben den Vorfall gemeinsam untersucht. Anfangs hatte es geheissen, die Raketen seien von Jordanien aus abgefeuert worden. Im August hatten Al-Qaida-Mitglieder in Akaba Eilat und ein vor der Küste ankerndes US-Kriegsschiff mit drei Katyushas beschossen. (Ha'aretz, 22.04.10) Bank of Israel legt Jahresbericht für 2009 vor
"Der Bericht für 2009 beschreibt ein erfolgreicheres Jahr, als wir es ursprünglich erwartet hatten. Die Wachstumsprognose für 2010 liegt höher als die 0.7%-Rate, die 2009 erreicht wurde," so der Bankdirektor. Netanyahu legte Fisher eine weitere Amtszeit nahe und bemerkte: "Das letzte Quartal von 2009 war von einem 4.9-prozentigen Wachstum gekennzeichnet, einer sehr beachtlichen Zahl und beinahe der höchsten unter den entwickelten Staaten. Sie stellen Wachstumsprognosen auf, während ich Wachstumsziele setze. Wir werden die Wirtschaft weiter voranbringen, damit der nächste Bericht sogar noch besser wird." (Amt des Ministerpräsidenten, 21.04.10) Lieberman appelliert an Vermächtnis Begins
"Der verstorbene Ministerpräsident Menachem Begin, der den Friedensnobelpreis gewann, brachte die ewige Verbindung zwischen Juden allerorts und Jerusalem zum Ausdruck, die damals existierte und heute existiert. Begin gab diese Erklärung ab, als Israel und Ägypten das zwischen ihnen geschlossene Friedensabkommen umsetzten. Sie stand dem Frieden nicht im Wege. Heute stehe ich in Jerusalem als Israels Aussenminister vor Ihnen und bekräftige die Erklärung des verstorbenen Ministerpräsidenten Begin: Jerusalem ist unsere ungeteilte ewige Hauptstadt! Wie Israel immer wieder, insbesondere unter Begins Rechtsregierung, bewiesen hat, sehnen wir uns nach Frieden und können Frieden mit einem wirklichen Partner erreichen. Das war der Fall, als wir mit Präsident Sadat und später mit König Hussein von Jordanien Friedensverträge unterzeichneten. Diese historischen Friedensabkommen würden ermöglicht, da wir ebenso wirkliche Partner hatten wie ein unterstützendes internationales Umfeld. Heute wie in der Vergangenheit sind ein wirklicher Partner und ein förderliches internationales Umfeld entscheidend für den Fortschritt eines jedweden Friedensprozesses. Der Staat Israel hat ein ums andere Mal beweisen, dass er bereit ist, einen hohen Preis für Frieden mit seinen Nachbarn zu entrichten, und schon Gebiete geräumt, die dreimal so gross sind wie sein Staatsgebiet. Allein im vergangenen Jahr hat die gegenwärtige Regierung, eine Mitte-Rechts-Regierung, viele signifikante Gesten und vertrauensbildende Massnahmen gegenüber den Palästinensern eingeleitet. Um über den gegenwärtigen Stillstand hinaus Fortschritte zu machen, müssen wir nun eine neue Realität in der Region schaffen, die auf Sicherheit für die Israelis, wirtschaftlicher Prosperität für die Palästinenser und Stabilität für beide Seiten beruht. Nur dann wird es möglich sein, über ein Endstatusabkommen zwischen beiden Seiten zu verhandeln. Jeder Versuch, den beiden Seiten eine Lösung aufzuzwingen, ohne eine Grundlage für gegenseitiges Vertrauen zu schaffen, wird den Konflikt nur noch vertiefen. Frieden kann nicht erzwungen werden; er muss gebaut werden." Die vollständige Ansprache finden Sie: hier (extern) (MFA, 20.04.10) Ahmadinejad genehmigt Bauplätze für neue Urananreicherungsanlagen
Ahmadinejads Berater Mojtaba Samareh Hashemi sagte der Nachrichtenagentur ILNA, der Präsident habe "die Standorte für die neuen Atomanlagen bewilligt" und die Bauarbeiten an diesen Standorten würden mit diesem Befehl beginnen. Wie viele neue Anlagen gebaut werden sollen, führte er nicht näher aus. Im November 2009 hatte ein trotziger Ahmadinejad verkündet, der Iran werde zehn neue Urananreicherungsanlagen bauen. Kurz zuvor war Teheran von der Internationalen Atomenergiebehörde dafür kritisiert worden, eine zweite derartige Anlage nahe der heiligen Stadt Qom zu bauen. (Yedioth Ahronoth, 19.04.10) |
Iran beginnt Kriegsspiele im Golf
Die Strasse von Hormus ist eine strategisch überaus wichtige Meerenge; etwa 40% des weltweiten Erdöls werden durch sie hindurch transportiert. Die Kriegsspiele der Islamischen Republik sind dazu angetan, die Spannungen mit dem Westen wegen ihres Atomprogramms zu verschärfen. Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad protzte noch am Sonntag mit der militärischen Macht seines Landes, derentwegen niemand es anzugreifen wagen würde. (Yedioth Ahronoth, 22.04.10) Freiwillige für soziale Projekte gesucht
Die Kinder- und Jugend-Aliyah hat über 125 Jugenddörfer mit unterschiedlichen Schwerpunkten, in denen Heranwachsende im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren leben. Viele der Kinder stammen aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion und Äthiopien. Die Teilnehmer an dem Projekt sollen Einblick in den Alltag der Heranwachsenden erhalten, und dabei ein Gefühl für die Problematik entwickeln, Kinder mit den unterschiedlichsten sozialen und kulturellen Hintergründen zu betreuen und zu fördern. Ausserdem sollen sie natürlich auch aktiv in verschiedenen Bereichen mitarbeiten. Vorbereitung und Nachbetreuung werden in Deutschland stattfinden. Das Projekt beginnt Ende August/Anfang September 2010. Anmeldeschluss ist der 1. Juli 2010. Für weitere Informationen und die Bewerbung: (Botschaft des Staates Israel, 22.04.10) Netanyahu zur Jerusalem-Frage
"Die palästinensische Forderung besteht darin, dass wir Juden daran hindern, in jüdischen Vierteln in Jerusalem zu bauen. Das ist, wissen Sie, eine inakzeptable Forderung. Wenn wir dies in London oder in New York oder in Paris tun würden, wäre der Aufschrei gross. Die Frage Jerusalems würde und wird in den Endstatusverhandlungen diskutiert werden." Netanyahu wies auch auf die Bereitschaft seiner Regierung zu einer Zwei-Staaten-Lösung, die Entfernung Hunderter von Strassensperren und Kontrollpunkte im Westjordanland sowie das von ihm verhängte einjährige Moratorium im Siedlungsbau hin. "Und sie [die Palästinenser] häufen alle Arten von Forderungen und Anforderungen als Vorbedingungen an, die den Start von Verhandlungen unmöglich machen. Ich hoffe, sie werden es sich anders überlegen. Ich hoffe, sie werden in Verhandlungen eintreten. Und ich denke nicht, dass das so schwierig ist, sobald man all diese Vorbedingungen aufgibt, die wir nie aufgestellt haben. Ich denke, wir sollten direkt und ohne Vorbedingungen zu den Verhandlungen zurückkehren. Oder indirekt. Aber ohne Vorbedingungen. Das ist der Weg, Frieden zu bekommen." Das vollständige Interview finden Sie: hier (extern) (ABC News, 19.04.10) Israels Bevölkerung nach 62 Jahren
Im vergangenen Jahr hatte Israel zum gleichen Zeitpunkt noch lediglich 7 411 000 Einwohner. Seit dem letzten Unabhängigkeitstag sind 159 000 Babys geboren worden, während 37 000 Menschen verstarben. Zudem sind 16 000 Neueinwanderungen und zusätzlich 9000 Neueinbürgerungen zu verzeichnen gewesen. Alles in allem wuchs die israelische Bevölkerung gegenüber dem Vorjahr um 137 000 Einwohner, d.h. 1.8%. Des Weiteren zeigen die Zahlen, dass mehr als 70% der jüdischen Bevölkerung in Israel geboren wurde. Im Jahr 1948 waren es lediglich 35%. Damals gab es im ganzen Land nur eine einzige Stadt - Tel Aviv - mit mehr als 100 000 Einwohnern. Heute sind es 14, von denen sechs sogar mehr als 200 000 Einwohner haben: Jerusalem, Tel Aviv-Yafo, Haifa, Rishon Lezion, Ashdod und Petach Tikva. (Yedioth Ahronoth, 18.04.10) |