| Nachrichten vom 19. - 25. Dezember 2010 | ||
Kibbutzim bald UNESCO-Welterbe?
Die Initiative geht auf eine Gruppe israelischer Wissenschaftler unter der Leitung der Architekten Yuval Yaski und Shmuel Groag von der Jerusalemer Kunstakademie Bezalel sowie Falia Bar Or, der Direktorin des Kunsthauses im Kibbutz Ein Harod, zurück. Der Antrag soll sich auf die einzigartigen sozialen, kulturellen und architektonischen Werte des Kibbutz berufen. Schon jetzt steht fest, dass nicht für alle Kibbutzim der Welterbe-Status beantragt werden soll, sondern nur für eine besondere Auswahl. Auf jeden Fall wird Degania, der erste Kibbutz, dazugehören. Bislang hat die UNESCO sechs Lokalitäten (bzw. Gruppen) in Israel zum Welterbe erklärt: Massada, die Altstadt von Akko, die biblischen Ruinenhügel von Megiddo, Hazor und Be‘er Sheva, die Bahai-Gärten in Akko und Haifa, die Nabatäerstädte an der Weihrauchstrasse im Negev und Tel Avivs Weisse Stadt. (Ha'aretz, 23.12.10) Netanyahu wünscht frohe Weihnachten
"Aus Jerusalem möchte ich den christlichen Bürgern Israels und den Christen auf der ganzen Welt frohe Weihnachten wünschen. Dies ist das Heilige Land; dies ist der Ort, von dem aus die Botschaft des ewigen Friedens ihren Ausgang nahm und die Phantasie der ganzen Welt beflügelte. Die Verantwortung hierfür ruht noch immer auf unseren Schultern. Wir haben noch viel Arbeit vor uns, um den ersehnten Frieden zu erreichen. Ich will, dass Sie während der Feiertage wissen, dass wir Ihnen unsere Wünsche für Frieden in Ihrem Leben und Frieden auf der Welt senden. Frohe Weihnachten!" (Amt des Ministerpräsidenten, 22.12.10) Iran rekrutiert ausländische Nuklearwissenschaftler
"Wir hatten die Anweisung, auf jegliche Visa- und Passkontrollen für Palästinenser, die zur Hamas gehören, und nordkoreanische Militärs und Ingenieure zu verzichten, die den Iran regelmässig besuchen", erzählt Mohamed Reza Heydari, der früher iranischer Konsul in Oslo war. "Die Nordkoreaner waren sämtlich Techniker und Militärexperten, die in zweierlei Hinsicht in Irans Atomprogramm involviert waren. Zum einen sollten sie dem Iran ermöglichen, die Fähigkeit zum Bau einer Atombombe zu erreichen, und zum anderen sollten sie dabei helfen, die Reichweite von Irans ballistischen Raketen zu erweitern." Grundsätzlich betont Heydari: "Der Fassade nach dient das Atomprogramm friedlichen Zwecken, aber dahinter steht eine völlig andere Agenda." Den Artikel aus dem Daily Telegraph finden Sie: hier (extern) (The Daily Telegraph, 22.12.10) Neues Gesetz gegen Verkauf von Tierversuch-Kosmetika
Das Gesetz wurde von den Abgeordneten Dov Khenin (Hadash), Eitan Cabel (Avoda), Nitzan Horowitz (Meretz) und Yoel Hasson (Kadima) initiiert. Es wird nach einer Übergangszeit im Jahr 2015 in Kraft treten. Khenin (Bild) äusserte sich zufrieden über den Abstimmungserfolg in der Knesset: "Die Knesset schliesst heute auf zu den fortschrittlichsten Standards auf der Welt, denen zufolge es verboten ist, kosmetische Erzeugnisse an Tieren auszuprobieren. Die Versuche verursachen bei den Tieren Leid, und es ist ganz gewiss, dass Kosmetik solch ein Leid nicht rechtfertigen kann." (Ha'aretz, 22.12.10) Hebräische Domain-Namen werden freigegeben
Damit kommt die gegenwärtige Phase zum Abschluss, in der eingetragenen Organisationen und Unternehmen das Vorgriffrecht auf Domain-Namen vorbehalten ist. Das nationale Suffix "il" wird vorerst weiter in lateinischen Buchstaben verbleiben. Doron Shikmoni, der Vizepräsident der Israel Internet Association, teilt mit: "Die hebräischen Domain-Namen werden jener Öffentlichkeit den Internetzugang erleichtern, die bislang womöglich wegen des nötigen Gebrauchs des lateinischen Alphabets davor zurückgeschreckt ist, online zu gehen." (Globes, 21.12.10) Rakete explodiert neben Kindergarten - 14-jährige verletzt
Bereits gestern war der westliche Negev heftigem Beschuss mit Mörsergranaten aus dem Gaza-Streifen ausgesetzt. Ganze neun Projektile landeten auf israelischem Territorium, allerdings ohne Schaden zu verursachen. Die israelische Luftwaffe flog gestern in Reaktion auf den Beschuss Angriffe auf verschiedene Terrorziele im Gaza-Streifen. Dabei wurden zwei Kämpfer der Izz al-Din al-Qassam-Brigaden, des militärischen Arms der Hamas, verletzt. (Yedioth Ahronoth, 21.12.10) Handel mit der Türkei angestiegen
Das Wachstum ist hauptsächlich in den Exporten chemischer und landwirtschaftlicher Erzeugnisse sowie raffinierten Treibstoffs zu verzeichnen. "Die politischen Ereignisse haben keinen negativen Einfluss auf den Handel zwischen den beiden Ländern im öffentlichen Sektor gehabt", berichtet Wirtschaftsattaché Doron Avrahami. "Die meisten israelischen Geschäftsleute verfahren nach der Devise 'Business as usual‘ und setzen ihre Arbeit fort." Avrahami zufolge hat sich die Geschäftsatmosphäre dank der jüngsten politischen Versöhnungsgespräche verbessert, wenngleich die Geschäfte schon zuvor wie gewohnt weiter vonstatten gegangen seien." <Yedioth Ahronoth, 18.12.10> (Botschaft des Staates Israel, 21.12.10) Rekordpreis für israelisches Kunstwerk
Das Werk "Zmicha" (Wachstum) (Öl auf Holz) wurde für 698 000 Dollar verkauft. Es ist ein hervorragendes Beispiel der monumentalen kinetischen Gemälde des 72jährigen Israelis und wurde u.a. 1980 im Rahmen der Retrospektive des Künstlers im New Yorker Guggenheim-Museum gezeigt. Bei dem Käufer handelt es sich um einen Europäer, der anonym bleiben will. Agam selbst, der bei der Auktion anwesend war und mit grossem Applaus bedacht wurde, zeigte sich kaum überrascht über den hohen Kaufpreis: "Dies verwundert mich nicht… Meine Preise werden entsprechend der Geschichte, die ich in der Kunstwelt geschrieben habe, steigen." (Ha'aretz, 20.12.10) Mörsergranatenangriff aus Gaza
Am Samstagabend hatte die israelische Luftwaffe eine Terrorzelle in Deir el-Balah im Zentrum des Gaza-Streifens bombardiert, die gerade dabei war, Raketen nach Israel abzufeuern. Die fünf Mitglieder der Zelle wurden dabei getötet. Bei den getöteten Terroristen handelt es sich offensichtlich um Mitglieder des Islamischen Jihad und der sog. Volkswiderstandskomitees. In der jüngsten Zeit haben sich die Raketen- und Mörsergranatenangriffe auf Israel wieder verstärkt. Vor etwa zwei Wochen wurde ein Israeli im Kreis Eshkol von einer Granate aus dem Gaza-Streifen verletzt. (Yedioth Ahronoth, 19.12.10) |
Iranische und syrische Experten helfen bei Hamas-Aufrüstung
Die erhöhte Raketenkompetenz der Hamas ist vor zwei Wochen zum Ausdruck gekommen, als eine Zelle eine Kornet-Rakete auf einen Merkava-Panzer der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) abfeuerte. Die Rakete durchbohrte den Panzer, ohne allerdings zu explodieren und die Soldaten im Innern des Panzers zu verletzen. Im Rahmen der militärischen Wiederaufbauarbeiten der Hamas nach der Operation Gegossenes Blei im Januar 2009 sind iranische und syrische Militärexperten über Ägypten und durch die Schmuggeltunnel unter Rafiah in den Gaza-Streifen gelangt. Die Leichtigkeit, mit der dies vonstatten geht, ist eines der Hauptargumente Israels, wenn es von Ägypten ein entschiedeneres Vorgehen gegen die Schmuggelaktivitäten auf der Sinai-Halbinsel fordert. Die israelische Armee geht davon aus, dass der Wiederaufrüstungsprozess der Hamas noch in vollem Gange ist und die Terrororganisation insofern derzeit noch kein Interesse an einer Eskalation der Lage hat. (Ha'aretz, 23.12.10) Ayalon zur Frage der jüdischen Flüchtlinge
"Während die Zahl der Araber, die das Mandatsgebiet Palästina und Israel verliessen oder von dort flüchteten, sich lediglich auf rund 750 000 belief, wurden zur etwa gleichen Zeit mehr als 900 000 jüdische Flüchtlinge aus arabischen Ländern vertrieben. Vor der Neugründung des Staates Israel im Jahr 1948 gab es beinahe eine Millionen Juden in arabischen Ländern; heute sind es um die 5000. Im Gegensatz zu den Arabern im Mandatsgebiet Palästina, die seit Jahrzehnten einen Bürgerkrieg gegen die jüdische Gemeinschaft geführt hatten, waren die Juden in den arabischen Ländern loyale Bürger und Einwohner und waren nie in Gewaltakte verwickelt gewesen. Bedauerlicherweise behandelte sie die arabische Führung dieser Zeit als 'fünfte Kolonne‘ und begann, drakonische Massnahmen zu ergreifen, um ihre Vertreibung zu erleichtern." "Die Verhandlungen um eine Endstatuslösung des israelisch-arabischen Konflikts gehen nicht allein um die Schaffung von zwei Staaten für zwei Völker; sie gehen um historische Versöhnung, um Gerechtigkeit, Frieden und Sicherheit. Da ist auch die Frage der Entschädigung, und die Juden, die aus arabischen Ländern vertrieben wurden, haben sie verdient. Leider gibt es solche, die meinen, es bestehe kein Bedarf, die Verhandlungen noch mit einem weiteren Problem zu belasten. Jedoch sollte die Tatsache, dass die arabische Mehrheit in multilateralen Foren sichergestellt hat, dass die jüdische Flüchtlingsfrage bis vor kurzem auf der internationalen Bühne nie angesprochen wurde, nicht ohne Folgen bleiben. Diese Frage berührt den Kern einer regionalen Lösung des Konflikts und erkennt an, dass eine Lösung alle Forderungen von allen Seiten umfassen muss. Israel hat den Weg zur Wiederaufnahme von Verhandlungen frei gemacht, indem es ständig erklärt, dass alle Fragen auf den Tisch kommen werden. Die jüdische Flüchtlingsfrage muss eine davon sein. Den vollständigen Artikel finden Sie: hier (extern) (The Guardian, 22.12.10) Israel wird Gründungsmitglied von Internationaler Antikorruptionsakademie
Die IACA ist eine neue internationale Organisation, die in Kooperation mit der österreichischen Regierung und dem Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung im vergangenen Oktober geschaffen wurde. Die nahe Wien gelegene Akademie wird Staaten und internationale Organisationen mittels Erziehungs- und Forschungsprogrammen beim Kampf gegen die Korruption unterstützen. Israels Mitgliedschaft wird das Land in die Lage versetzen, den Aufgabenbereich und den Zuschnitt der Organisation mitzubestimmen. Sie wurde möglich gemacht durch eine Kooperation zwischen dem Aussenministerium, dem Justizministerium und dem Ministerium für öffentliche Sicherheit. Einen Einblick in die Organisation bietet der Artikel: hier (extern) (MFA, 21.12.10) Haifa feiert mit Riesen-Öko-Weihnachtsbaum
Kreiert haben den Baum die junge israelische Designerin Hadas Itzcovich und ihr Vater, der Künstler Ernest Itzcovich. Sie wollen damit das Bewusstsein für Umweltschutzfragen stärken. Das Umland von Israels drittgrösster Stadt ist vor kurzem von einem verheerenden Waldbrand heimgesucht worden. Die Stadtverwaltung Haifas ist für die Realisierung des Projekts verantwortlich und hat die Tausenden von Flaschen aus den Recycling-Behältern der Stadt zusammengesammelt. Sie dankt den Bürgern dafür, so hingebungsvoll Plastikflaschen aufbewahrt und zur Wiederverwertung in die Container gebracht haben, anstatt sie einfach in den Hausmüll zu werfen. Israel erwartet dieses Jahr 90 000 Weihnachtsurlauber. Ein Filmchen, in dem Hadas Itzcovitch von ihrem Plastikflaschenbaum erzählt, gibt es unter dem folgenden Link: http://www.youtube.com/watch?v=V_mJDOocHLQ (Yedioth Ahronoth, 21.12.10) 100 Israelis zu Gast bei Abbas
Die Gruppe der Israelis setzte sich aus Knesset-Abgeordneten der Parteien Avoda, Kadima und Meretz sowie Friedensaktivisten und Journalisten zusammen. Der Hauptredner der israelischen Seite war der Avoda-Politiker Amram Mitzna (Bild rechts), gegenwärtig ein wichtiger Hoffnungsträger der israelischen Linken. In seiner Rede versicherte er an Abbas gerichtet: "Ich weiss, dass es einen Partner gibt für die Beendigung der Geschichte des Blutvergiessens." Alle anwesenden Israelis, so Mitzna, verstünden ebenso wie die Mehrheit der Israelis, dass nach jedem zukünftigen Abkommen Jerusalem geteilt werden und ein unabhängiger palästinensischer Staat entstehen müsse. (Ha'aretz, 20.12.10) Israel und Malta intensivieren Beziehungen
In Kürze sollen kulturelle und wirtschaftliche Kooperationsabkommen folgen. Für Anfang des kommenden Jahres ist erstmalig ein Besuch des maltesischen Ministerpräsidenten in Israel geplant. Ayalon bemerkte dazu: "Malta ist ein wichtiger Staat für Israel. Seine Mitgliedschaft in der EU und seine guten Beziehungen mit nordafrikanischen Staaten könnten dazu dienen, Israels politische und wirtschaftliche Interessen in der Region zu fördern. Der Besuch von Aussenminister Lieberman war ein wichtiger Wendepunkt in den Beziehungen zwischen beiden Staaten, die seitdem noch enger geworden sind." <MFA, 16.12.10> (Botschaft des Staates Israel, 20.12.10) Sonderwirtschaftszone zwischen Israel und Zypern eingerichtet
Die Seegrenze wurde in einem Abkommen zwischen beiden Ländern festgesetzt, das am Sonntagmorgen in Nikosia zwischen Israels Infrastrukturminister Uzi Landau und Zyperns Aussenminister Markos Kyprianou unterzeichnet wurde. Landau betonte während der Unterzeichnungszeremonie, die Abgrenzung des maritimen Territoriums werde Investoren die notwendige Sicherheit verschaffen und Israels Energiewirtschaft fördern. Die exklusive Wirtschaftszone ist ein Gebiet, in dem ein Land exklusive Rechte in den Bereichen Wirtschaft und Forschung hat, ohne über die von ihm errichteten künstlichen Anlagen hinaus Souveränität in dem Gebiet inne zu haben. Dem Abkommen sind in den letzten Monaten intensive Verhandlungen zwischen Diplomaten und Fachleuten beider Seiten vorangegangen. Es wurde unter strikter Einhaltung der Grundsätze des internationalen Rechts geschlossen. Minister Landau: "Die Unterzeichnung spiegelt die engen Beziehungen und die andauernde Zusammenarbeit zwischen Israel und Zypern wider. In Anbetracht der jüngsten Funde beträchtlicher Naturgasvorkommen im Mittelmeer spielt die Ziehung der Seegrenze eine wichtige Rolle bei der Verankerung essentieller wirtschaftlicher Rechte des Staates im Zusammenhang mit den natürlichen Ressourcen des Meeres." (Yedioth Ahronoth, 19.12.10) |