Westlicher Negev weiter unter Raketenbeschuss
Seit gestern Nacht sind erneut vier Qassam-Raketen aus dem Gaza-Streifen in den westlichen Negev abgeschossen worden. Zwei der Raketen landeten nahe dem Kibbutz Kissufim, eine andere auf einem Parkplatz im Bezirk Sha’ar Hanegev und eine weitere unweit der Stadt Sderot. Verletzt wurde dabei niemand.
In den vergangenen drei Tagen sind 25 Raketen in der Region eingeschlagen. Dass die Zahl der Raketen damit im Vergleich zum Wochenbeginn zurückgegangen ist, sollte nicht von der Tatsache ablenken, dass der Raketenbeschuss Tag für Tag fortdauert. Seit dem 15. Mai sind bis jetzt insgesamt schon über 200 Raketen auf israelischem Territorium gelandet.
Obwohl man in Sderot beabsichtigt, den Schulbetrieb wieder aufzunehmen, ist die Stadt doch noch weit entfernt von jeglicher Normalität. Gestern schlugen wieder zwei Raketen in der Stadt ein, eine nahe dem Haus von Bürgermeister Eli Moyal, eine andere neben dem örtlichen Fussballstadion. Mehr als 2500 Bürger haben bisher die Stadt mit Hilfe des Verteidigungsministeriums verlassen.
(Ha’aretz, 25.05.07)
Todesopfer in Sderot
Der nun schon seit über einer Woche währende Raketenterror gegen die südisraelische Stadt Sderot hat gestern das erste Todesopfer gefordert. Dabei handelt es sich um die 32jährige Shirel Friedman. Die junge Frau, die zur Zeit des Raketeneinschlags mit ihrer Mutter Einkäufe erledigte, ist heute Mittag in Sderot beerdigt worden. Ausser ihr wurden noch zwei weitere Bürger verletzt.
Der Raketenangriff begann nach einem relativ ruhigen Tag gestern Abend um kurz vor acht Uhr. Die Hamas hat offensichtlich die medialen Lektionen der Hisbollah aus dem letzten Libanonkrieg gelernt und platziert ihre Gewaltakte nun zur Hauptsendezeit.
Insgesamt schlugen am gestrigen Montag 20 Qassam-Raketen aus dem Gaza-Streifen im westlichen Negev ein, die meisten davon in Sderot. Die Gesamtzahl der Raketen, die die Terrororganisation Hamas seit Montag letzter Woche abgefeuert hat, liegt damit bereits bei über 150.
(Ha’aretz, 22.05.07)
Ausstellung zur Jugend-Aliyah in Frankfurt/Oder
In der Historischen Halle des Rathauses von Frankfurt/Oder beginnt heute die Ausstellung "’Rettet die Kinder!’ Die Jugend-Alyiah 1933 bis heute", die noch bis zum 13. Juni zu besichtigen sein wird. Eröffnet wird die Ausstellung, die über Einwanderung und Jugendarbeit in Israel informiert, von Bürgermeisterin Katja Wolle und Pava Raibstein, der Geschäftsführerin der Kinder- und Jugend-Aliyah in Deutschland. Die Veranstaltung beginnt um 18.00 Uhr.
(Botschaft des Staates Israel, 22.05.07)
Sderot kommt nicht zur Ruhe
Sderot steht nun bereits seit einer Woche unter andauerndem Raketenbeschuss aus dem Gaza-Streifen. Seit dem 15. Mai sind bereits über 130 Raketen in der südisraelischen Kleinstadt und der sie umgebenden Region des westlichen Negev eingeschlagen.
Am gestrigen Sonntag wurden 15 Raketen von Hamas-Terroristen in die Region geschossen, wobei vor allem der Kibbutz Nir-Am stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Hier brannten das Restaurant "Fauna" und 200 Quadratkilometer Nutzfläche völlig aus. Verletzt wurde dabei niemand.
In Sderot verlassen währenddessen immer mehr Bürger die Stadt. Das Verteidigungsministerium und die Stadtverwatung haben bisher 580 Menschen einen Erholungsaufenthalt an der Mittemeerküste im Zentrum des Landes ermöglicht.
Heute sind bis zum Mittag bereits vier weitere Raketen in Sderot eingeschlagen.
(Ha’aretz, 21.05.07)
Tzipi Livni unterrichtet diplomatisches Korps
Die israelische Aussenministerin Tzipi Livni hat am vergangenen Freitag die Mitglieder des diplomatischen Korps über die aktuellen Vorkommnisse in Sderot und im Gaza-Streifen unterrichtet. Hier einige Auszüge aus ihrer Erklärung:
"Die Situation im Süden ist nicht Teil eines andauernden Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern. Bedauerlicherweise sehen wir uns seit letztem Jahr einer Hamas-geführten Regierung in der Palästinensischen Autonomiebehörde gegenüber, und die gegenwärtige Situation ist das Ergebnis einer internen Krise innerhalb der Palästinensischen Autonomiebehörde zwischen der Hamas, die eine Terrororganisation ist, und anderen Gruppierungen innerhalb der palästinensischen Gesellschaft.
Es existiert kein Grund dafür Israel anzugreifen. Der einzige Grund besteht darin, die Situation zu verschlechtern, Israel in den Gaza-Streifen zurückzubringen, einen gemeinsamen Feind des palästinensischen Volkes anprangern zu können – der, leider, Israel ist. Aber es existiert kein Grund für diese Angriffe.
Ich möchte betonen, dass wir auch Erwartungen an die internationale Gemeinschaft richten. Ich weiss, Sie alle würden gerne Frieden im Nahen Osten sehen, und glauben sie mir, so auch wir. Dies ist unser Ziel. Dies ist der Grund, aus dem sich Israel völlig aus dem Gaza-Streifen zurückgezogen hat. Dies ist der Grund, aus dem Israel die Siedlungen im Gaza-Streifen geräumt hat. Dies ist der Grund, aus dem Israel seine Streitkräfte aus dem Gaza-Streifen abgezogen hat. Dies ist der Grund, aus dem Israel die Treibhäuser im Gaza-Streifen intakt gelassen und sie den Palästinensern übergeben hat. Dies ist der Grund, aus dem Israel keine Mühe scheut, den Palästinensern im Gaza-Streifen das Leben zu erleichtern.
Aber ich will, dass Sie verstehen, dass der Weg nicht allein darin bestehen kann, die Gemässigten zu unterstützen; nicht allein darin, von Israel zu fordern, den Palästinensern das Leben zu erleichtern; es geht nicht nur um Übergange. Manchmal muss man Entschlossenheit zeigen, um die Extremisten unter Druck zu setzen, um die Terroristen unter Druck zu setzen – damit sie und das palästinensische Volk verstehen, dass hier etwas geschieht, das nicht zu tolerieren ist. Dies ist etwas, dass auch ihr Leben beeinträchtigt.
Ich will Ihnen nur sagen, dass ich der Meinung bin, dass die internationale Gemeinschaft die Situation im Süden Israels zu lange hingenommen hat als Teil des Alltags in Israel – und das ist sie nicht. Genug ist genug."
(MFA, 20.05.07) |
Für eine Bilanz ist es noch zu früh – Botschafter Shimon Stein im Gespräch mit der WAZ
Nach beinahe sieben Jahren im Amt wird Shimon Stein, Botschafter des Staates Israel in Berlin, sich im September aus Deutschland verabschieden. Ohne einem abschliessenden Resümee seiner Amtszeit vorgreifen zu wollen, hat er sich nun im Interview mit der Westdeutschen Allgemeinen zu einigen seiner allgemeinen Eindrücke geäussert.
Der Wortlaut des Artikels findet sich unter folgendem Link: http://www.waz.de/waz/waz.politik.startseite_128398.php
(Botschaft des Staates Israel, 25.05.07)
Livni mit Solana in Sderot
Die israelische Aussenministerin Tzipi Livni hat gestern Abend gemeinsam mit dem Hohen Beauftragten für die Gemeinsame Aussen- und Sicherheitspolitik der EU, Javier Solana, Sderot besucht – just als der tödliche Raketenangriff der Hamas über die Stadt hereinbrach. Bei ihrem Eintreffen eilten gerade die Rettungswagen zur Einschlagsstelle nahe dem Einkaufszentrum.
Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz vor Ort betonte Livni: "Israel hat Gaza verlassen, um dem Frieden eine Chance zu geben. Dafür kriegen wir leider nichts als Terrorismus. Die Qassams sind nur ein Teil des Problems." An Solana gerichtet sagte sie: "Die Einwohner von Sderot denken, dass die Welt ihr Leiden nicht wahrnimmt. Wir erwarten von der Welt nicht nur Verständnis, sondern fordern auch, dass die internationale Gemeinschaft mit Entschiedenheit gegen die Palästinensische Autonomiebehörde vorgeht, ohne Kompromisse in Hinsicht auf den Terror."
Solana entgegnete darauf: "Ich verurteile die Angriffe auf israelische Bürger. Wir identifizieren uns mit Ihnen, so wie mit allen Menschen in der Welt, die leiden. Ich hoffe, wir können Bedingungen schaffen, die uns die Fortsetzung des Friedensprozesses ermöglichen, so bald wie möglich."
Während einige Bewohner der Stadt draussen protestierten, sprach auch der Bürgermeister von Sderot, Eli Moyal, zu den Reportern: "Lassen Sie mich Sie durch die Strassen von Sderot führen, Strassen von Tod, Terror und Trauma. Ich möchte jeden hier daran erinnern, dass Sderot innerhalb der Grünen Linie liegt, so dass die Palästinenser keinerlei Anspruch darauf haben. Wir haben den Palästinensern gegeben, was sie wollten, und noch immer schiessen sie auf uns. Seit wir uns aus dem Gaza-Streifen zurückgezogen haben, sind über 1000 Raketen in Sderot und Umgebung gelandet. Es ist unvorstellbar, nicht zu reagieren, wenn jemand so auf dich schiesst. Es ist gegen die menschliche Natur. Ich rufe den Palästinensern zu - und versichere ihnen - wir werden Sderot nicht verlassen. Die Gerechtigkeit ist auf unserer Seite, und wir werden bleiben."
(Yedioth Ahronoth, 22.05.07)
Israelischer Gegenentwurf zu arabischer Friedensinitiative
Israel wird der Arabischen Liga einen Gegenentwurf zur arabischen Friedensinitiative vorlegen. Dies verkündete gestern der stellvertretende Ministerpräsident Shimon Peres. Seinen Worten nach wird Israel einen detaillierten Vorschlag vorlegen, der alle Einzelheiten berücksichtigt, die in der arabischen Initiative enthalten sind, und dabei die abweichende israelische Haltung deutlich macht.
Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa reagierte positiv auf diese Äusserungen und sagte: "In einem solchen Fall bleiben wir am Ball." Peres und Musa unterhielten sich auf dem Forum über den arabisch-israelischen Konflikt auf dem Symposium des Weltwirtschaftsforums, das gestern an der Ostseite des Toten Meeres stattfand.
(Ha’aretz, 21.05.07)
Ehud Olmert zu den Ereignissen in Sderot und dem westlichen Negev
Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hat sich gestern auf der wöchentlichen Kabinettssitzung seiner Regierung zu der Situation in Sderot und Umgebung geäussert. Hier ein Auszug aus seiner Stellungnahme:
"Seit letztem Dienstag stehen die Stadt Sderot und andere Gemeinden in der Umgebung des Gaza-Streifens unter ständigem Angriff. Innerhalb von fünf Tagen wurden mehr als 120 Raketen abgefeuert. Die Terrororganisation Hamas, die einen bedeutenden Teil der Regierung der Palästinensischen Autonomiebehörde darstellt, hat erneut der ganzen Welt bewesen, dass sie eine durch und durch mörderische Terrororganisation ist. Der Sicherheitsapparat führt Operation gegen die Terroristen durch, die verantwortlich für die Angriffe sind, und Dutzende von ihnen sind in den letzten Tagen getötet worden. Die Hamas-Mitglieder bezahlen für ihre Handlungen und werden weiterhin dafür bezahlen.
Wir, die Regierung, tragen eine schwere Verantwortung für den Frieden und das Wohlergehen der ca. 40 000 Israelis, die in Sderot und anderen gemeinden in der Umgebung des Gaza-Streifens leben. In den letzten fünf Jahren, hat der Staat über eine Milliarde Shekel in die Erweiterung der Sicherheitsvorkehrungen, in ökonomische Hilfe und die Stärkung der Gemeinden in der Region investiert. Von dieser Summe sind 300 Millionen Shekel in den Schutz von Erziehungsinstitutionen investiert worden. Bis jetzt sind ca. 170 Schulen und Kindergärten gesichert worden. Ausser dem Verteidigungsministerium, das für die Heimatfront zuständig ist, tun die Ministerien für Soziale Wohlfahrt und Soziale Dienste, Gesundheit, Einwanderung, Erziehung und Seniorenangelegenheiten das ihre, um den schwächeren Bevölkerungsteilen beizustehen und Bürgern Kurzurlaube und psychologische Hilfe zu ermöglichen."
(Kabinettskommunique vom 20.05.07)
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