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Nachrichten vom 21. - 27. Oktober 2007
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Sanktionen oder Militärgewalt

Leitartikel der Ha’aretz-Redaktion

Iranische FlaggeDer französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy und der britische Premierminister Gordon Brown haben während der Besuche von Ministerpräsident Ehud Olmert in dieser Woche eine entschiedene und koordinierte Haltung in Bezug auf die Notwendigkeit, Irans Atomprogramm zu stoppen, eingenommen. Sarkozy, der in den letzten Monaten daran gearbeitet hat, Handelsbeziehungen zwischen französischen Firmen und dem Iran zu drosseln, versucht gegenwärtig, die Europäische Union dazu zu bringen, dem Iran ihre eigenen Sanktionen aufzuerlegen und damit den Resolutionen des UN-Sicherheitsrates gegen den Iran Nachdruck zu verleihen. Brown nannte Irans Verhalten "inakzeptabel" und versprach, nach der Veröffentlichung eines Berichts über Irans atomare Aktivitäten durch die Internationale Atomenergiebehörde im nächsten Monat härtere internationale und europäische Sanktionen zu unterstützen. ... weiter


USA beschliessen Sanktionen gegen den Iran

Flagge der USADie USA haben gestern bekannt gegeben, dass sie im Alleingang und unabhängig vom Vorgehen des UN-Sicherheitsrates schärfere Sanktionen gegen den Iran verhängen. Dies bedeutet einen erheblich erhöhten wirtschaftlichen Druck auf den Iran, sein Atomprogramm einzufrieren und die Unterstützung von Terrororganisationen zu beenden. Gleichzeitig signalisiert Washington damit der internationalen Gemeinschaft, dass es nicht bereit ist, sich mit dem Mangel an Tatkraft in der Iran-Frage abzufinden.

Alles in allem beziehen sich die Sanktionen auf 20 Regierungsbehörden, Banken und Personen im Iran, deren Kapital eingefroren wird und die vom Handel mit Amerikanern ausgeschlossen werden. Darüber hinaus werden die scharfen Sanktionen Hunderte von internationalen Firmen vor die Wahl stellen, entweder ihre Zusammenarbeit mit dem Iran einzustellen oder ihre Geschäftsbeziehungen mit den USA abbrechen zu müssen.

Im selben Zusammenhang gaben US-Aussenministerin Condoleezza Rice und US-Finanzminister Henry Paulson bekannt, dass die iranische 'Revolutionsgarde' von nun an als Terrororganisation eingestuft wird.

(Ha’aretz, 26.10.07)


Netanya führt im Wohnungsmarkt

Wappen der Stadt NetanyaNetanya ist beliebt wie nie zuvor. Zumindest wurden in der ersten Jahreshälfte von 2007 in keiner israelischen Stadt mehr neue Wohnungen verkauft als hier. Der Küstenort zwischen Tel Aviv und Haifa liegt dabei mit 671 verkauften neuen Wohnungen noch vor dem früheren Spitzenreiter Tel Aviv (577). Dahinter folgen Petah Tikva (545) und Ashdod (402).

Israels Hauptstadt Jerusalem erreichte nur Platz sechs und steht damit noch hinter dem Tel Aviver Vorort Holon. Den dramatischsten Rückgang im Verkauf von neuen Wohnungen verzeichnet die Stadt Kfar Saba. Wenig vielversprechend gestaltet sich der Wohnungsmarkt in den eher abgelegenen Regionen Nordisraels. So bilden die Städte Nazareth und Akko mit gerade einmal 7 bzw. 3 verkauften neuen Wohnungen die Schlusslichter der Rangliste.

Yossi Gordon, der Generaldirektor der israelischen Bauunternehmer-Vereinigung (ACBI), zieht aus der gestiegenen Nachfrage nach Wohnungen im Zentrum Israels den folgenden Schluss: "Es ist dringend notwendig, dass mehr Land in dieser Region zur Versteigerung freigegeben wird, um die andauernde Preisanstieg zu stoppen, vor allem im Gush Dan (Grossraum Tel Aviv)."

(Globes, 25.10.07)


Terror im Westjordanland - Raketen in Südisrael

Terror im WestjordanlandEin israelischer Soldat erlitt gestern schwere Verletzungen, als palästinensische Terroristen einen Drive-by-Shooting-Anschlag an einer Strassenkreuzung nahe der Siedlung Ariel ausführten. Zwei Frauen, die neben dem Soldaten standen, mussten wegen Schocks behandelt werden.

Die Attentäter setzten ihre Fahrt im Anschluss noch einige Kilometer fort, wobei sie auf vorüberfahrende Autos schossen und einen Zivilisten leicht verletzten. Dann verliessen sie das gestohlene Tatfahrzeug und setzten es in Brand (Foto).

Eine bisher unbekannte Gruppierung innerhalb der Fatah hat die Verantwortung für den Anschlag übernommen.

(Ha’aretz, 25.10.07)

Unterdes hat der Raketenbeschuss auf Gemeinden im westlichen Negev nicht an Intensität nachgelassen. Während palästinensische Terroristen des Islamischen Jihad gestern vier Qassam-Rakten aus dem nördlichen Gaza-Streifen auf die südisraelische Kleinstadt und ihre Umgebung abgefeuert haben, landeten auch heute bereits wieder drei Raketen. Personen- oder Sachschaden entstand dabei nicht.

(Yedioth Ahronoth, 24./25.10.07)


UNESCO verabschiedet Resolution zum Holocaust-Gedenken

Die Generalkonferenz der UNESCO hat gestern (23.10.) einstimmig eine historische Resolution verabschiedet, die zur Förderung eines Holocaust-Bewusstseins durch Erziehung und zum Kampf gegen alle Formen von Holocaust-Leugnung aufruft.

Die Resolution war vom israelischen Aussenministerium entworfen und einer Gruppe von Staaten - neben Israel die USA, Russland, Australien und Kanada - vorgeschlagen und weiteren 72 Staaten mitgetragen worden. Sie ermöglicht es der UNESCO, neben dem vom UN-Sekretariat in New York entwickelten Programm für Holocaust-Bewusstsein ein eigenes Erziehungsprogramm zu planen und zu verbreiten.

Israels stellvertretende Ministerpräsidentin und Aussenministerin Tzipi Livni begrüsste diesen wichtigen Fortschritt innerhalb von Israels diesbezüglichen Bemühungen: "Die UNESCO-Resolution ist von höchster politischer und moralischer Bedeutung, insofern sie die moralische Verpflichtung der Staaten der Welt schärft, auf der Erinnerung an den Holocaust zu beharren und seine Leugnung zu bekämpfen. Dies ist unsere historische Pflicht gegenüber den Opfern und Überlebenden des Holocaust, und wird als klare Warnung für jede Gesellschaft dienen, das Versprechen "Nie wieder" einzulösen."

(MFA, 24.10.07)


12 Jahre danach – Staatspräsident Peres appelliert an das Vermächtnis Yitzhak Rabins

Der Staat Israel gedenkt heute des früheren Ministerpräsidenten Yitzhak RabinDer Staat Israel gedenkt heute des früheren Ministerpräsidenten Yitzhak Rabin, dessen Ermordung am 4. November 1995 sich heute nach dem hebräischen Kalender zum zwölften Mal jährt.

Staatspräsident Shimon Peres, der gemeinsam mit Rabin an der grossen Friedenskundgebung in Tel Aviv teilgenommen hatte, bei der der damalige Ministerpräsident von einem religiösen Extremisten erschossen wurde, erinnerte sich des Ereignisses gestern Abend auf der offiziellen Gedenkzeremonie in Jerusalem. "Ich stand an Yitzhaks Seite, sein Gesicht glühte bei dieser Demonstration bewegender, wundervoll spontaner Unterstützung. Zur gleichen Zeit wartete der gemeine, ruchlose Feind kaltherzig an der Treppe mit einer geladenen Pistole in der Hand. Er schoss Yitzhak in den Rücken, und traf ins Herz der Nation. Weder unsere Nation noch unsere Geschichte können jemals diesem Schuft vergeben."

Gleichzeitig blickte Peres auf seine eigene Rolle im Anschluss an die Ermordung zurück und appellierte dabei an das Vermächtnis Rabins: "Ich stand allein gegenüber einer aufgewühlten Realität, einer Gesellschaft in Agonie und der dringenden Notwendigkeit, zur Besinnung zu kommen und weiter zu machen. Auch in Abwesenheit unseres Seniorchefs muss unser Land standhaft bleiben. Wir müssen Yitzhaks Weg einschlagen und dürfen ihn nie verlassen. Dies war sein letzter Wille und sein Testament."

(Ha’aretz, 24.10.07)

Zahlreiche und ausführliche Informationsmaterialien zu Yitzhak Rabin finden sich unter dem folgenden Link:
http://www.mfa.gov.il/MFA/History/Modern+History/
Historic+Events/Yitzhak+Rabin+1922-1995.htm


Unter dem folgenden link lässt sich die CD "Remembering Rabin" herunterladen:
http://mfaex.castup.net/mfa/public/rabin.zip (ca. 205 MB)


Sarkozy bekennt sich zu Israel

Frankreichs Präsident Nicolas SarkozyDer französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat bei seinen gestrigen Gesprächen mit Israels Ministerpräsident Ehud Olmert in Paris seine tiefe Verbundenheit mit Israel zum Ausdruck gebracht. Die Gründung des Staates bezeichnete er als das "bedeutendste Ereignis des 20. Jahrhunderts", wobei er betonte: "Man sagt, dass ich Israel unterstütze, weil mein Grossvater jüdisch war, doch ist dies keine persönliche Angelegenheit. Israel steht für Vielfalt und Demokratie im Nahen Osten. Es ist ein Wunder, dass aus den Überresten des zerstreuten jüdischen Volkes solch ein Staat entstanden ist."

Olmert und Sarkozy berieten sich vor allem in der Angelegenheit des iranischen Atomprogramms. Beide stimmten darin überein, dass sowohl der UN-Sicherheitsrat als auch die Europäische Union schärfere Sanktionen gegen den Iran einleiten müssten. Olmert teilte im Anschluss an die Gespräche mit, dass er hinsichtlich der Iran-Frage keine Aussagen hätte hören können, die seinen Erwartungen mehr entsprochen hätten.

Auch beim Thema der israelisch-palästinensischen Friedensverhandlungen nahm Sarkozy einen klaren Standpunkt ein. So bezeichnete er es als unvernünftig, wenn die Palästinenser gleichzeitig einen unabhängigen Staat und die Rückkehr der Flüchtlinge nach Israel fordern würden. Grundsätzlich unterstrich er: "Israel Sicherheit ist eine klare rote Linie, die nicht zur Debatte steht. Das ist eine unantastbare Bedingung, die wir nie aufgeben werden."

Heute trifft sich Olmert mit dem britischen Premierminister Brown in London.

(Ha’aretz, 23.10.07)


Jüdisch-arabisches Schulzentrum in Jerusalem eröffnet

In Jerusalem ist am vergangenen Sonntag die zweisprachige ‚Max Ryne Hand in Hand Schule’ eingeweiht worden. Das gross angelegte Projekt für jüdisch-arabische Koedukation ist der Jerusalem Foundation ein signifikantes Beispiel für die Förderung des friedlichen Zusammenlebens der verschiedenen Bevölkerungsgruppen in der Hauptstadt des Staates Israel.

An der Einweihungsfeier nahmen neben dem ehemaligen Staatspräsidenten Yitzhak Navon und dem internationalen Vorsitzenden der Jerusalem Foundation und früheren Minister Dan Meridor, ca. 500 Gäste teil. Ruth Chesin, die Präsidentin der Jerusalem Foundation, bezeichnete die Schule als das wichtigste Projekt der Stiftung, die vor vierzig Jahren von Jerusalems früherem Bürgermeister Teddy Kollek gegründet worden war. Schliesslich hänge die weitere Zukunft des Landes grundlegend von der Erziehung der Kinder ab.

Weitere Informationen zu dem Schulzentrum und anderen Aktivitäten der Jerusalem Foundation finden sich unter dem folgenden Link: http://jerusalemfoundation.org/german/home.php

(The Jerusalem Foundation, 22.10.07)


Olmert spricht mit Sarkozy über die iranische Bedrohung

Ministerpräsident Ehud OlmertIsraels Ministerpräsident Ehud Olmert ist gestern in Paris eingetroffen, wo er sich heute mit dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy über die Bemühungen zur Verhinderung des iranischen Atomprogramms berät. Morgen wird er in derselben Angelegenheit den britischen Premierminister Gordon Brown in London treffen. Daneben steht der israelisch-palästinensische Friedensprozess auf der Tagesordnung.

Im Vorfeld seines Treffens mit Sarkozy hob Olmert die führende Rolle Frankreichs, Grossbritanniens und der USA dabei hervor, die Einstellung der iranischen Uranreicherung zu erzwingen.

Hinsichtlich seiner Zusammenkunft mit dem russischen Staatspräsidenten Vladimir Putin am vergangenen Donnerstag in Moskau bemerkte Olmert: "Das Treffen war sehr ernsthaft und behandelte eine Reihe von Fragen, die naturgemäss nicht offen gelegt werden können." Er lobte Putin für seine Aussage, dass er sich der Sicherheit Israels verpflichtet fühle, und fügte in Bezug auf die Absicht Russlands, den Iran beim Bau des Reaktors in Bushar zu unterstützen, hinzu: "Das russische Vorgehen in der Iran-Frage bestand, jenseits der Erklärungen, in der Aufrechterhaltung des Status Quo – obwohl Erwartungen bestanden, dass sich etwas ändern würde."

(Ha’aretz, 22.10.07)


Früherer Hamas-Sprecher kritisiert Machtübernahme in Gaza

Hamas-LogoDer ehemalige Regierungssprecher der Hamas, Razi Hamed, hat die Machtergreifung der Terrororganisation im Gaza-Streifen als gravierenden strategischen Fehler bezeichnet.

Der infolge der Ereignisse im Juni von seinem Posten zurückgetretene Hamed schreibt in einem Brief, der auf einer Fatah-nahen Internetseite veröffentlicht wurde, dass die Hamas einen hohen Preis für die Machtübernahme habe zahlen müssen. Diese habe internationale Isolierung und wirtschaftlichen Stillstand mit sich gebracht. Die Entscheidung für den militärischen Weg sei nicht gerechtfertigt gewesen.

"Es stimmt, das Sicherheitsproblem ist gelöst, doch sind stattdessen Tausend politische Probleme entstanden, die wir nicht gebraucht haben", so Hamed. "Wo sind wir gelandet, und wohin werden wir gelangen? Welches Unglück erwartet uns noch?"

(Ha’aretz, 21.10.07)

13 Jahre Frieden zwischen Israel und Jordanien

Flagge des Staates IsraelHeute vor 13 Jahren wurde das Friedensabkommen zwischen dem Staat Israel und dem Hashemitischen Königreich Jordanien unterzeichnet. Damit begann für beide Länder eine neue Ära friedlicher Beziehungen auf der Basis fruchtbarer Zusammenarbeit. Diese besonderen Beziehungen sind ein Meilenstein des Friedens und der Stabilität innerhalb der gesamten Region und dienen als Beispiel für die Entwicklung von Israels Verhältnis mit der arabischen Welt.

Flagge von JordanienGrosses Potential besitzen nach wie vor die Wirtschaftbeziehungen zwischen beiden Staaten. So beliefen sich die israelischen Exporte nach Jordanien im Jahr 2006 auf 136 Millionen Dollar, die jordanischen Exporte nach Israel auf 38.2 Millionen Dollar.

Darüber hinaus nimmt Jordanien eine Vorrangstellung innerhalb der israelischen Entwicklungshilfepolitik ein. Seit 1994 haben bereits 650 jordanische Fachleute an Kursen teilgenommen, die das israelische Zentrum für internationale Zusammenarbeit (MASHAV) in Israel veranstaltet hat.

(MFA, 26.10.07)


Qassam-Raketen im westlichen Negev

Überreste einer Qassam-RaketeUnaufhörlich gehen im Süden Israels Qassam-Raketen nieder. Seit gestern Nachmittag sind bereist wieder sechs Raketen von palästinensischen Terroristen im nördlichen Gaza-Streifen abgefeuert worden, die bis auf eine in der direkten Umgebung der Kleinstadt Sderot landeten. Insgesamt wurden am gestrigen Donnerstag neuen Raketen gezählt. Verletzt wurde dabei niemand, und auch Sachschaden entstand nicht.

Die Verantwortung für die Angriffe teilten sich der Islamische Jihad und das sog. Volkswiderstandskomitee.

(Yedioth Ahronoth, 25./26.10.07)


Israelisches Duo an der DJ-Weltspitze

Das israelische DJ-Duo Amit Duvdevani und Erez Eisen, besser bekannt unter der Bezeichnung Infected Mushroom, ist von der britischen Musikzeitschrift DJ Mag zum besten Trance-Act des Jahres 2007 gekürt worden. Das Magazin, das zu den wichtigsten seiner Art in Grossbritannien gehört, hat das Duo ausserdem auf Platz 9 seiner Liste der einflussreichsten Künstler im Bereich der elektronischen Musik gesetzt.

Für die beiden Israelis bedeutet dies einen wichtigen Schritt in ihrer Karriere. Ein Platz auf der Liste des DJ Mag garantiert für gewöhnlich die hohe Nachfrage von Klubbesitzern und Partyveranstaltern auf der ganzen Welt.

(Yedioth Ahronoth, 25.10.07)


UN-Bericht warnt vor erstarkter Hisbollah

Hisbollah-LogoDie Hisbollah hat ihr militärisches Potential ein Jahr nach dem zweiten Libanonkrieg wiederhergestellt und sogar noch erhöht. Dies geht aus einem Bericht von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hervor, der zurzeit dem UN-Sicherheitsrat vorliegt.

Der Bericht bezeichnet seine Befunde als "höchst besorgniserregend". Sie stünden in krassem Widerspruch zu den Waffenstillstands-Auflagen der Resolution 1559. Demnach sollte die Hisbollah entwaffnet und in eine politische Partei umgewandelt werden. Ban Ki-moon appelliert nun an alle relevanten Parteien in der Region, vor allem Syrien und den Iran, bei der Durchsetzung der Resolution zu kooperieren.

(Ha’aretz, 25.10.07)


Olmert will an Rabins Erbe anknüpfen

Ministerpräsident Ehud OlmertIsraels Ministerpräsident Ehud Olmert hat sich auf das politische Erbe Yitzhak Rabins eingeschworen. In seinem Beitrag zur Sondersitzung der Knesset anlässlich des 12. Jahrestages der Ermordung des früheren Ministerpräsidenten und Verteidigungsministers räumte er dabei anfangs an: "Ich habe seine Entscheidungen damals nicht unterstützt – ich habe gegen sie gestimmt, in eben diesem Saal. Ich dachte anders, aber ich habe seinen Mut bewundert".

Die "Sicherheitsphilosophie" Rabins ist für Olmert noch heute gültig: "Es ist eine einfache Philosophie: Um zu einer angemessenen Lösung des Konflikts zwischen uns und unseren Nachbarn zu kommen, muss Israel mit seinen Partnern aus einer Position der Stärke heraus verhandeln. Um die Feinde vom Schlachtfeld an den Verhandlungstisch zu bringen, müssen wir eine grosse Armee zur Abschreckung haben. Frieden wird, sofern er erreicht wird, zumindest in der Anfangszeit ein bewaffneter Frieden sein – und dafür muss die Stärke von ZAHAL aufrechterhalten werden. Wenn wir ein unvermeidliches Risiko eingehen müssen, werden wir es so weit wie möglich minimieren."

Hinsichtlich der gegenwärtigen Lage schlug Olmert einen Bogen von den Osloer Verträgen zu dem herannahenden Nahostgipfel in Annapolis: "Ich weiss nicht, ob die Zeit reif ist für Frieden, aber ich weiss, dass es als Ministerpräsident meine Pflicht ist, alles dafür zu tun, dass dieser Moment erreicht oder zumindest näher gebracht wird, so wie Yitzhak Rabin es geglaubt und ersehnt hat. Darum werden wir dort sein, in Annapolis. Wir werden wachsam, besonnen und vorsichtig sein – aber bereit für jede Chance auf Beratungen zwischen uns und den Palästinensern."

Die vollständige Rede Olmerts in englischer Sprache findet sich: hier

(MFA, 24.10.07)


Rakete trifft Haus in Sderot

Sderot im Raketenhagel (Archivfoto vom 15.05.07)Allein gestern Abend sind fünf Qassam-Raketen in der südisraelischen Kleinstadt Sderot niedergegangen, die von palästinensischen Terroristen aus dem nördlichen Gaza-Streifen abgefeuert wurden. Eine von ihnen schlug direkt in einem Apartmenthaus ein und verursachte erheblichen Sachschaden. Zahlreiche Menschen mussten sich wegen Schocks behandeln lassen.

Zwei weitere Raketen landeten auf offenem Gelände ausserhalb der Stadt. Die Salah al-Din-Brigaden, der militärische Arm des sog. Volkswiderstandskomitees, übernahm die Verantwortung für den Beschuss. Zuvor hatte die israelische Armee den stellvertretenden Kommandanten der Terrororganisation ausgeschaltet.

Insgesamt wurden am Dienstag mehr als zehn Raketen aus dem Gaza-Streifen auf den Süden Israels abgeschossen.

(Yedioth Ahronoth, 24.10.07)


Olmert und Brown einig in der Iran-Frage

Ministerpräsident Ehud Olmert mit seinem britischen Amtkollegen Gordon BrownIsraels Ministerpräsident Ehud Olmert hat sich am Dienstag in London mit seinem britischen Amtkollegen Gordon Brown getroffen, um die aktuellen Entwicklungen im israelisch-palästinensischen Friedensprozess und vor allem die Bedrohung durch das iranische Atomprogramm zu diskutieren.

Was die politische Linie gegenüber dem Iran angeht, zeigten sich die beiden Regierungschefs in ihrer gemeinsamen Pressekonferenz einig darüber, dass die Sanktionen gegen die Islamische Republik verschärft werden müssten. So bemerkte Brown gleich einleitend, dass Grossbritannien sowohl innerhalb der Vereinten Nationen, als auch innerhalb der Europäischen Union auf weitere Sanktionen gegen den Iran hinarbeiten wolle. Dies sei der richtige Weg, "es dem iranischen Regime absolut klar zu machen, dass wir den von ihm eingeschlagenen Kurs nicht akzeptieren werden".

Olmert lobte die Entschiedenheit und Führungskraft seines Gastgebers in dieser Angelegenheit und sagte: "Ich bin ermutigt, da ich ähnliche Worte gestern von Präsident Sarkozy gehört habe, und ich bin sehr froh, dass sowohl Sie als auch er gemeinsam mit den USA – und hoffentlich den anderen europäischen Staaten – diese Politik verfolgen."

Ausserdem verlieh Olmert seiner Hoffnung auf ein Gelingen des geplanten Nahostgipfels in Annapolis Ausdruck, um gleichzeitig zu betonen: "Annapolis wird keine Lösung bieten, dafür aber die Richtung bestimmen."

Der vollständige Wortlaut der Presskonferenz in englischer Sprache findet sich: hier

(MFA, 23.10.07)


Massiver Raketenbeschuss aus dem Gaza-Streifen

Palästinensische Terroristen mit Qassam-RaketenDer andauernde Raketenbeschuss aus dem nördlichen Gaza-Streifen auf Südisrael hat wieder an Intensität zugenommen. Allein am heutigen Vormittag haben palästinensische Terroristen vier Qassam-Raketen abgefeuert. Eine landete nahe einer strategischen Anlage südlich von Ashkelon, die anderen in der Umgebung der Kleinstadt Sderot. Die Verantwortung übernahmen einmal mehr die Al-Quds-Brigaden, der militärische Flügel des Islamischen Jihad.

Bereits gestern schlugen 10 Qassam-Raketen im westlichen Negev ein. Zu Personen- oder Sachschaden kam es dabei nicht.

(Yedioth Ahronoth, 23.10.07)


Livni: NATO und Israel sind natürliche Partner

Stellvertretende Ministerpräsidentin und Aussenministerin Tzipi LivniIsraels stellvertretende Ministerpräsidentin und Aussenministerin Tzipi Livni hat am Montag vor dem zweiten NATO-Israel Symposium in Herzliya gesprochen und sich dabei eingehend zum gegenwärtigen Stand des israelisch-arabischen Konfliktes geäussert. Einleitend hob sie die enge Verbundenheit zwischen dem nordatlantischen Bündnis und dem Staat Israel hervor.

"Indem wir dieselben Werte von Demokratie und Freiheit teilen, denselben Bedrohungen gegenüberstehen und unseren gemeinsamen Lebensstil verteidigen wollen, sind die NATO und Israel natürliche Partner und strategische Verbündete. Die westliche Zivilisation und die atlantische Gemeinschaft, die die NATO verteidigt, sind Israels natürlicher Bezugspunkt. Daher ist es nicht überraschend, dass Israel das erste Mittelmeerland war, das einen individuellen Kooperationsvertrag mit der NATO abgeschlossen hat."

Die vollständige Rede in englischer Sprache findet sich: hier

(MFA, 22.10.07)


WATEC Israel 2007 – Internationale Messe zur Wasser- und Umwelttechnologie

WATEC-LogoZur vierten internationalen Wasser- und Umwelt-technologiemesse WATEC Israel 2007, die vom 30.10. bis zum 01.11. in Tel Aviv stattfindet, werden mehr als 2000 Fachleute aus 73 Ländern erwartet.

Seit seinen Anfängen ist der Staat Israel mit dem Problem des Wassermangels konfrontiert und hat sich unter dem Motto "Not macht erfinderisch" über die Jahre mit fortgeschrittenen Lösungen auf den Gebieten Wassermanagement, Klärung und Wiederverwendung von Abwasser, Entsalzung u.ä. weltweit hervorgetan. Mit der WATEC untermauert Israel seinen Ruf als ‚Silicon Valley’ des globalen Wasser- und Umwelttechnologiemarktes.

Ausführliche Informationen zu WATEC Israel 2007 finden sich in englischer Sprache unter den folgenden Links:

http://www.watec-israel.com/index.php

http://www.mfa.gov.il/MFA/Israel+beyond+politics/
WATEC+Israel+2007+Oct+2007.htm


(Botschaft des Staates Israel, 22.10.07)


Neue archäologische Funde am Tempelberg

Scherben von Keramikgeschirr und TierknochenDie israelische Altertumsbehörde (IAA) hat bei einer Inspektion von Instandsetzungsarbeiten des Waqf auf dem Jerusalemer Tempelberg eine bisher versiegelte archäologische Ebene freigelegt, die wahrscheinlich auf die Zeit des ersten Tempels zurückgeht. Der Distriktarchäologe Jerusalems, Yuval Baruch, fand bei der Untersuchung eines kurzen Abschnitts dieser Ebene, Scherben von Keramikgeschirr und Tierknochen, die sich auf das 8. bis 6. Jh. v.d.Z. datieren lassen.

Baruch sowie die Professoren Sy Gitin (William F. Albright Institute of Archaeological Research in Jerusalem), Prof. Israel Finkelstein (Universität Tel Aviv) und Prof. Ronny Reich (Universität Haifa) gegen nach ihrer Untersuchung der Gegenstände davon aus, dass deren Charakteristika und Lokalisierung Wissenschaftlern dabei helfen können, die Dimensionen und Grenzen des Tempelbergs während der Zeit des Ersten Tempels zu rekonstruieren.

(MFA, 21.10.07)

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