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Nachrichten vom 23. - 29. November 2008
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Terror in Mumbai - Livni spricht mit indischem Aussenminister

Israels stellvertretende Ministerpräsidentin und Aussenministerin Tzipi Livni hat am Donnerstagnachmittag mit ihrem indischen Amtskollegen Pranab Kumar Mukherjeee telefoniert. Sie verurteilte abermals die blutigen Terroranschläge in Mumbai und bot der indischen Regierung Israels Unterstützung an. Gleichzeitig bat sie um Hilfe bei der Evakuierung von Israelis.

"Israel, Indien und der Rest der freien Welt stehen an vorderster Front im Kampf gegen Terrorismus und Extremisten. Daran sind wir gestern leider erneut erinnert worden. Der Kampf gegen den Terror muss ein gemeinsamer Kampf sein und zwingt uns dazu, unsere Zusammenarbeit an dieser Front zu verbessern. Israel ist bereit, Indien in jeder möglichen Weise zu helfen."

(MFA, 27.11.08)

Chabad-Haus in Mumbai, heute (Foto: Reuters)Der Terror, der seit zwei Tagen die indische Stadt Mumbai (Bombay) erschüttert, hat sich auch heute fortgesetzt. Am Morgen begann ein indisches Kommando mit der Stürmung des Chabad-Hauses, wo nach Angaben des israelischen Botschafters in Indien mindestens sechs israelische Staatsbürger von Terroristen als Geiseln gehalten werden.

Wie das israelische Aussenministerium miteilt, haben sich 17 Israelis, die sich in Mumbai aufhalten, noch immer nicht gemeldet. In der Zwischenzeit sind vier Israelis gemeinsam mit Dutzenden anderer Personen aus dem Oberoi-Hotel befreit worden.

In Jerusalem ist man in grosser Sorge um das Wohlergehen der Israelis, die im Chabad Nariman Haus festgehalten werden.

(Ha'aretz, 28.11.08)

Chabad hat sich auch in Indien mit seinen weit ausgreifenden sozialen Angeboten um das Wohl von Juden und Israelis verdient gemacht. Zahlreiche junge Israelis, die nach ihrem Armeedienst nach Indien reisen, nehmen dankbar die Hilfe in Anspruch, die ihnen vom Chabad-Haus in Mumbai zur Verfügung gestellt wird.


Livni verurteilt Terroranschläge in Mumbai - Israelis unter den Geiseln

Foto: ReutersIsraels stellvertretende Ministerpräsidentin und Aussenministerin Tzipi Livni hat die blutigen Terroranschläge im indischen Mumbai (Bombay) verurteilt. In einer Stellungnahme äusserte sie heute Morgen:

"Ich verurteile diesen kriminellen terroristischen Anschlag, der noch immer in Mumbai im Gange ist. Dies ist ein weiterer schmerzlicher Beweis dafür, dass die Bedrohung des Terrorismus die grösste Herausforderung ist, der sich Israel und die internationale Gemeinschaft stellen müssen. Nichts rechtfertigt das unverzeihliche Abschlachten Unschuldiger; es obliegt daher der internationalen Gemeinschaft, in dem andauernden Krieg gegen diese verabscheuungswürdige, ruchlose Manifestation des Terrors zusammenzuarbeiten.

Ich möchte den Familien der Opfer meine tiefe Anteilnahme aussprechen. Unsere Gedanken und Gebete sind mit der Regierung und der Bevölkerung Indiens."

Livni hatte zuvor mit der israelischen Generalkonsulin in Mumbai telefoniert und sich über die Geschehnisse vor Ort unterrichten lassen. Das Aussenministerium und das Generalkonsulat tun ihr Möglichstes, um die Situation von Israelis in der Stadt so schnell wie möglich zu sichern.

(MFA, 27.11.08)

Zur Stunde werden im Rahmen der andauernden Geiselnahmen noch etwa 10 bis 15 Israelis von den Terroristen gefangen gehalten, darunter mindestes sechs im Gemeindehaus der jüdisch-messianischen Gruppierung Chabad. 20 bis 25 israelische Staatsbürger, die derzeit in Mumbai weilen müssten, haben sich noch nicht bei ihren Familien gemeldet.

Verteidigungsminister Ehud Barak hat der indischen Regierung israelische Hilfe bei der Terrorbekämpfung angeboten.

(Yedioth Ahronoth, 27.11.08)


Raketen im westlichen Negev

Überreste einer Qassam-RaketeAuch heute Vormittag ist der Süden Israels wieder Raketenangriffen palästinensischer Terroristen aus dem nördlichen Gaza-Streifen ausgesetzt gewesen. Zwei Qassam-Raketen landeten nahe der Kleinstadt Sderot, verursachten aber offensichtlich weder Personen- noch Sachschaden.

Bereits in der Nacht war eine Rakete im Kreis Eshkol niedergegangen.

(Yedioth Ahronoth, 27.11.08)


Trotz Waffenruhe: Erneuter Raketeneinschlag aus dem Gazastreifen - Übergänge bleiben geöffnet

Überreste einer Qassam-Rakete (Archivfoto)Trotz der Bemühungen, eine Waffenruhe mit der Hamas zu erreichen, wurde am Dienstagabend aus dem südlichen Gazastreifen eine Qassam-Rakete auf Israel abgeschossen. Sie schlug neben dem Kibbutz Eshkol Regional Council nahe des Grenzzaunes ein. Sie richtete weder Personen- noch Sachschaden an.

Dennoch wurden heute die Übergänge zwischen Gazastreifen und Israel geöffnet. Am Übergang Kerem Shalom passierten 41 LKW mit Lebensmitteln, hinzu kamen 12 LKW mit Hilfsgütern von der UNWRA und aus Jordanien. Über den Übergang Karni passierten 20 LKW mit Lebensmitteln. Über den Treibstoffübergang Nahal Oz wurde Kochgas sowie Treibstoff für das Stromkraftwerk gebracht.

(Yedioth Ahronoth, 26.11.08)


Gesandter Ilan Mor: "Unser Ziel ist der Frieden"

Israels Gesandter in Berlin, Ilan MorDer Gesandte Ilan Mor, der auf Einladung der DIG Trier besuchte, wurde auch zu einem Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund über die aktuelle Situation in Nahost eingeladen: "Ich glaube als Diplomat, dass wir durchaus durch Verhandlungen Frieden schaffen können. Doch die westliche Welt muss Teheran auch Grenzen zeigen: dass sie nicht bereit ist, sich mit der Entwicklung und Herstellung unkonventioneller Waffen, insbesondere einer nuklearen Bombe durch die Machthaber im Iran abzufinden."

Auch zum Thema "60 Jahre Israel" äusserte sich Ilan Mor in seinem Grusswort bei den "Israelischen Kulturtagen" in Trier.

Das Interview und den vollständigen Beitrag finden Sie hier: http://berlin.mfa.gov.il/mfm/Data/149934.pdf

(Botschaft des Staates Israel, 26.11.08)


Israel gewinnt Silbermedaille bei der Schacholympiade

Symbolfoto: SchachGestern Nacht wurde ein historischer Sieg errungen: Bei der Schacholympiade in Dresden konnte die Olympische Schachmannschaft Israels nach einem nervenaufreibenden Spiel gegen die Niederlande zum ersten Mal eine Silbermedaille gewinnen.
"Dies ist eine sehr respektable Leistung", so der Präsident der Israelischen Schachgesellschaft, Aviv Bushinsky. "Mehr als 140 Teams haben an dieser Olympiade, die alle zwei Jahre stattfindet, teilgenommen. Während des Turniers wurde sogar Armenien geschlagen, jene Mannschaft, die letztendlich die Goldmedaille gewonnen hat."

Auf seinem Siegeszug konnte das israelische Team die USA überholen, die die Bronzemedaille gewannen, sowie die Ukraine, Russland und China.

Der beste Spieler des israelischen Teams war der Grossmeister Boris Gelfand, der mit 7,5 Punkten in zehn Spielen bis zum Schluss ungeschlagen blieb.

Auch die israelische Frauenmannschaft war bei diesem Turnier erfolgreich und belegte den 9. Platz.

(Yedioth Ahronoth, 26.11.08)


Bahai-Tempel in Haifa wird renoviert

Bahai-Tempel in HaifaZum ersten Mal seit 55 Jahren wird in Kürze mit Renovierungsarbeiten am zentralen Heiligtum der Bahais in Haifa begonnen. Der Schrein des Bab wird von Grund auf saniert. Die Kosten werden voraussichtlich 25 Millionen NIS betragen.

Zwei Jahre lang werden nun die Bürger und Besucher der nordisraelischen Küstenmetropole auf den Anblick der güldenen Kuppel verzichten müssen. Da sich die Bahai-Gemeinde der touristischen Bedeutung des zwischen 1948 und 1953 erbauten Gebäudes bewusst ist, wird Besuchern auch während der Renovierungsarbeiten der Zutritt ermöglicht werden.

(Ha'aretz, 25.11.08)


Neue Pipeline-Pläne mit der Türkei und Indien

Israel, die Türkei und Indien wollen im energiewirtschaftlichen Bereich stärker zusammenarbeiten. In Kürze werden Vertreter der drei Staaten zusammentreffen, um über den geplanten Bau einer Pipeline zu beraten, die Öl und Gas von der Türkei nach Israel lenken soll, von wo es dann mit dem Schiff nach Indien transportiert werden kann.

Dies würde Indien einen leichteren Zugang zu den Energieressourcen in Zentralasien und der Region um das Kaspische Meer verschaffen. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat sich dazu jüngst bei einem Besuch in Indien geäussert.

Eine seit langem geplante Pipeline durch den Iran und Pakistan aus Kosten- und Sicherheitsgründen gescheitert. Der Umweg über Israels Rotmeerhafen Eilat würde es indischen Tankern auch möglich machen, den Suez-Kanal zu umfahren.

(Yedioth Ahronoth, 25.11.08)


UK-Aussenminister Miliband: Teheran ist eine direkte Gefahr

Iranische FlaggeGrossbritanniens Chef-Aussenpolitiker sagte am Montag, das iranische Atomprogramm stelle eine unmittelbare Gefahr für den Nahen Osten und den Rest der Welt dar.

Die Anmerkungen des britischen Aussenministers erfolgten wenige Tage nachdem die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mitgeteilt hatte, ihre Untersuchung des iranischen Atomprogramms stecke fest.

"Ein nuklearer Iran stellt einen entscheidenden Rückschlag für all jene dar, die friedliche Lösungen für die Probleme der Region suchen", sagte Miliband bei einer Konferenz zu Nuklearenergie in der Golfregion, die in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, stattfand.

Grossbritannien, die USA und viele weitere westliche Staaten beschuldigen den Iran, sein Nuklearprogramm als Deckmantel für die Waffenentwicklung zu benutzen. Dieser Vorwurf wird von Teheran zurückgewiesen.

Der Iran wies Milibands Kommentare zurück und erklärte, sein Feind Israel sei die grösste Bedrohung im Nahen Osten.

"Falls eine Meinungsumfrage in Grossbritannien durchgeführt werden würde, würde eine Mehrzahl der Bürger bestätigen, dass das zionistische Regime Israel die Hauptgefahr für die Region ist", zitierte Irans offizielle Nachrichtenagentur den Sprecher des iranischen Aussenministeriums, Hasan Qashqavi.

Miliband sagte, die Wahl für den Iran sei eindeutig: "Der Iran kann kooperieren und die Anreicherung stoppen oder sich weiter auf seinem gegenwärtigen Pfad in Richtung Konfrontation und Isolation bewegen."

Der britische Aussenminister sagte, Golfstaaten hätten dem Iran "ernsthafte Anreize zur Kooperation" angeboten, falls er die Anreicherung von Uran aussetzen sollte. Durch Anreicherung von Uran kann nuklearer Treibstoff oder spaltbares Material für Bomben erzeugt werden.

Golfstaaten, die meisten von ihnen mehrheitlich dem sunnitischen Islam angehörig, sind angesichts des steigenden Einflusses des schiitischen Iran im Nahen Osten und der atomaren Absichten des Landes wachsam.

Die IAEA erklärte in der vergangenen Woche in einem Bericht, die iranische Hinhaltetaktik bedeute, dass die Agentur keine glaubwürdigen Zusicherungen bezüglich des Charakters des iranischen Atomprogramms machen könne.

(Yedioth Ahronoth, 24.11.08)


Barak: Öffnung der Gaza-Übergänge bei Waffenruhe - Sorge um Erstarken der Hisbollah

Verteidigungsminister Ehud BarakDas Büro von Verteidigungsminister Ehud Barak teilte am Sonntag mit, dass die Sicherheitsbehörden angewiesen würden die Güterübergänge zwischen dem Gazastreifen und Israel zu öffnen, sollte die Hamas die Waffenruhe einhalten und innerhalb 24 Stunden keine Qassam-Raketen auf Israel abfeuern.
Die Hamas akzeptierte diesen Vorschlag, der ihr über ägyptische Vermittler zukam.

"Die Öffnung der Übergänge hängt einzig und allein von der Hamas und den Terrororganisationen ab, die für die Bevölkerung im Gazastreifen verantwortlich sind", so Barak. Israel weist weiterhin die Behauptung zurück, der Gazastreifen befinde sich inmitten einer humanitären Krise. "Die Situation ist nicht leicht, dennoch lassen wir den Transport von Lebensmitteln, Medizin und Hilfsmitteln zu, damit die Zivilbevölkerung im Gazastreifen nicht beeinträchtigt wird."

Die in London ansässige arabisch-sprachige Zeitung Al-Hayat berichtete am Sonntag, dass die Hamas, der Islamische Jihad, die PFLP und DFLP dem israelischen Vorschlag zustimmten, die Waffenruhe zu stabilisieren, damit im Gegenzug die Übergänge geöffnet werden können.

Hisbollah dreimal stärker als bei Kriegsende

Verteidigungsminister Ehud Barak teilte heute dem Knesset-Komitee für Aussenpolitik und Verteidigung mit, dass die Hisbollah dreimal stärker als am Ende des Zweiten Libanonkrieges sei. "Sie verfügt über 42.000 Raketen, die bis nach Ashkelon, Be'er Sheva und Dimona reichen. Die radikale Achse Iran, Syrien und Hisbollah wird im Vergleich zu der Achse der moderaten Staaten immer stärker."

Die jüngsten Manöver der Hisbollah im Süden Libanons zeigten, dass die UN-Resolution 1701 nicht erfüllt werde.

Während der Knessetsitzung wies Barak auch auf die iranische nukleare Bedrohung hin, wonach Teheran weiterhin die Welt an der Nase herum führe und energisch an der Entwicklung des militärischen Atomprogramms arbeite.

Hinsichtlich Damaskus sagte Barak, dass einerseits Syrien die Hisbollah unterstütze und eine enge Beziehung zu ihr unterhalte, jedoch gleichzeitig in den politischen Prozess Libanons involviert sei. "Israel ist daran interessiert, dass Syrien aus dem Konfliktkreis heraustritt. Die Gespräche mit Syrien sind etwas Positives, was verantwortungsvoll, ernsthaft und sorgfältig behandelt werden muss."

(Yedioth Ahronoth, 24.11.08)


Technion fördert Ultraorthodoxe

Technion LogoDas Technion in Haifa hat ein spezielles Studienprogramm entwickelt, um ultraorthodoxe Juden auf das Hochschulstudium vorzubereiten. Inzwischen hat der erste Jahrgang den Kurs erfolgreich abgeschlossen.

Prof. Shimon Gepstein, der Leiter des "Center for Pre-University Studies", das auch für die individuelle Förderung anderer Gruppen, wie z.B. Immigranten, arabische Jugendliche und Hochbegabte, verantwortlich ist, erklärte, dass von den 30 Kursteilnehmern 12 junge Männer die Voraussetzungen für ein Hochschulstudium erreicht hätten und in verschiedenen Studiengängen am Technion angenommen worden seien.

Das Programm wird von dem israelischen Industriellen Eitan Wertheimer finanziert. Es stattet die Studenten über 1 ½ Jahre mit einem monatlichen Stipendium und Hilfe bei der Unterbringung aus. Den 12 erfolgreichen Absolventen wird das Stipendium nun bis zum Ende ihres anschliessenden Studiums am Technion ermöglicht. Eitan Wertheimer finanziert auch ein Programm zur Hochschulvorbereitung für arabische Jugendliche, das bereits mit einem zweiten Jahrgang erfolgreich durchgeführt wird. Aus diesem Programm erhielten kürzlich 50 von 75 erfolgreichen Kursteilnehmern eine Studienzusage vom Technion.

Die Teilnehmer des Programms sind in ultra-orthodoxen Elternhäusern aufgewachsen und haben den Cheder (ultra-orthodoxe Grundschule) besucht, aber keine allgemein qualifizierende Bildung erhalten. Ein Teilnehmer beschreibt den erlernten Mathematikunterricht als "Grundlagen des Bruchrechnens", die das Addieren von Brüchen schon nicht mehr als Gegenstand der Ausbildung betrachteten. Physik und Englisch würden überhaupt nicht gelehrt, dafür Thora, Mischna und Talmud.

(Deutsche Technion-Gesellschaft, November 2008)

Rakete beschädigt Haus in Kibbutz

Gebäudeschaden durch Qassam-Rakete (Archivfoto)Eine Qassam-Rakete, die am Donnerstagabend von palästinensischen Terroristen aus dem nördlichen Gaza-Streifen abgefeuert worden war, ist in einem Kibbutz im Kreis Eshkol gelandet. Dabei wurde ein Wohnhaus beschädigt. Der 61jährigen Bewohnerin gelang es, rechtzeitig mit ihrem Hund in den Schutzraum zu fliehen und den Angriff somit unverletzt zu überstehen.

Insgesamt landeten am Donnerstag drei Raketen im westlichen Negev.

(Yedioth Ahronoth, 27.11.08)


Botschafter Ben-Zeev: Lieber reden als schiessen

Israels Botschafter in Deutschland, Yoram Ben-ZeevIsraels Botschafter in Deutschland, Yoram Ben-Zeev, hat dem Rheinischen Merkur ein Interview gegeben. Darin äussert er sich zu Aspekten des israelisch-palästinensischen Friedensprozesses und anderen aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten.

Den Annapolis-Prozess betrachtet der Diplomat keineswegs als gescheitert: "Israelis und Palästinenser sind immerhin im Gespräch geblieben, in einem Modus von Geben und Nehmen. Ohne solche Gespräche könnte wieder Gewalt ausbrechen."

Auch die iranische Bedrohung vergass Ben-Zeev nicht zu erwähnen: "Wenn Teheran genug spaltbares Material für eine Atombombe besitzt, wird ein Rüstungswettlauf in der ganzen Region beginnen - das kann die internationale Gemeinschaft nicht wollen."

Das vollständige Interview findet sich unter dem folgenden Link: http://www.merkur.de/2008_48_
Lieber_reden_als.31376.0.html?&no_cache=1

(Rheinischer Merkur, 27.11.08)


Äthiopische Israelis feiern 'Sigad'

Foto: Ilan Ossendryver / IAEJDie Gemeinde der äthiopischen Juden in Israel begeht heute ihren Feiertag 'Sigad'. Erstmals wird das Fest dieses Jahr als offizieller israelischer Feiertag gefeiert. Die Knesset hatte dies im Juni auf Antrag der Israelischen Vereinigung für die Juden Äthiopiens (IAEJ) und des nationalreligiösen Abgeordneten Uri Ariel gesetzlich verankert.

Die äthiopischen Israelis sehen in diesem Beschluss einen weiteren Schritt zu ihrer gesellschaftlichen Anerkennung. Avi Maspin, der Sprecher der IAEJ, wünscht sich, dass die Bedeutung des Feiertags auch über die offizielle Anerkennung hinaus verstärkten Niederschlag in der israelischen Gesellschaft finden wird.

"Der Sagid-Feiertag ist vor allem anderen ein Tag, der den wahren Willen des jüdischen Volkes, das über 2000 Jahre hinweg im Exil war, zur Rückkehr ins Land Israel und zur Erneuerung des Bundes mit dem Schöpfer der Welt ausdrückt. Damit können sich alle verbinden. Ausserdem ist dies ein Tag der Sühne für die Sünden und des erneuten Empfangens des Jochs des himmlischen Königreichs. Dies erinnert seinem Charakter nach an den Yom Kippur, einen Tag, den die meisten mit Frömmigkeit befolgen, sowohl Religiöse als auch Säkulare", meint Maspin.

(Yedioth Ahronoth, 27.11.08)


Iran startet neue Rakete

Archivfoto: Reichweite iranischer RaketenDer Iran hat eine neue Rakete namens "Kavish 2" gestartet und diese nach 40 Minuten mit einem Spezialfallschirm wieder auf den Boden geholt. Dies berichtete am Mittwoch das iranische Staatsfernsehen. Damit sind die ballistischen Avancen der Islamischen Republik abermals deutlich geworden, und dies zu einer Zeit, da sich der Westen um ihre atomaren Bestrebungen sorgt.

Es ist unklar, wann die Rakete genau abgeschossen worden ist; den iranischen Angaben nach soll sie jedoch eine "Grundlage für die wissenschaftliche und technologische Entwicklung im Weltraumbereich" darstellen.

Unterdessen hat der iranische Atombeauftragte Gholam Reza Aghazadeh mitgeteilt, dass das Land mittlerweile mehr als 5000 Zentrifugen in seiner Urananreicherungsanlage in Betrieb hat. Diese neue Zahl weist auf einen erheblichen Anstieg seit August hin, als der Iran noch 4000 Zentrifugen sein Eigen nannte. Die Urananreicherung zur Herstellung von nuklearem Treibstoff soll weiter fortgesetzt werden.

(Yedioth Ahronoth, 26.11.08)


Wissenschaftler des Technion beobachteten als erste den Magnus-Effekt beim Licht

Symbolfoto: Magnus-EffektErstmals war es möglich, den Magnus Effekt beim Licht zu verfolgen. Dies wird möglicherweise dazu führen, Licht in Nanometerdimension bei optischen Versuchsanordnungen zu kontrollieren. Zudem kann durch das neue Experiment eine sicherere Methode erbracht werden, physikalische Reaktionen zu erforschen, die bisher nur in relativ komplexen, ungeordneten und komprimierten Materialanordnungen wahrgenommen werden konnten.

Prof. Hasman und seine Kollegen des Technion beschreiben ausführlich eine vereinheitlichende Theorie dieses Effekts und liefern die erste experimentelle Betrachtung dazu. Sie erläutern, dass die Anwendung dieses Effekts bei photonischen und nano-optischen Instrumenten zur Entwicklung vielversprechender Bereiche, sogenannter "Spinoptics", führen kann. Es sei ihre Hoffnung, Licht in Zukunft in allen nano-massstäblichen optischen Instrumenten zu kontrollieren, was zuvor unmöglich war. Ausserdem erwarte man von der fortlaufenden Arbeit auch für andere Bereiche der Physik weiterführende Ergebnisse.

Spinoptics: Der Magnus Effekt beim Licht (Spin Hall Effekt) führt zur Lichtbeugung, verursacht durch das Zusammenspiel von spezifischem Drehimpuls der Photonen und der Flugbahnausformung des Lichts.

Weitere Informationen finden Sie: hier (extern)

(Botschaft des Staates Israel, 26.11.08)


Olmert und Bush bekräftigen die Vision der Zweistaaten-Lösung

Foto: Avi Ohayon / GPOMinisterpräsident Ehud Olmert und Präsident George W. Bush trafen gestern in Washington zusammen und betonten, dass die Zweistaatenlösung nach wie vor die bevorzugte Lösung für den israelisch-palästinensischen Konflikt sei.

"Wir glauben fest daran, dass Israel davon profitieren wird, einen palästinensischen Staat, eine Demokratie, an seiner Grenze zu haben, der auf Frieden hinarbeitet", so Olmert. Bush lobte insbesondere das Engagement Olmerts zur Aufrechterhaltung der Zweistaaten-Vision.
Da das Zusammentreffen den Charakter einer Verabschiedung hatte, da die Amtszeiten beider zuende gehen, sprachen sie sich gegenseitig Dank für ihre Freundschaft und Unterstützung aus. "Sie haben den Annapolis-Prozess in Gang gebracht und ich bin stolz darauf, daran Teil gehabt zu haben", sagte Olmert. "Er wird mit ihrer Leitung, Unterstützung und Inspiration fortgeführt werden. Dies ist sehr wichtig, denn, wie sie sagen, ist eine Zweistaaten-Lösung die einzige Lösung für den Konflikt."

Olmert traf auch mit Aussenministerin Condoleezza Rice und Offiziellen der Sicherheitsbehörden zusammen und bekräftigte seine Sorge über die westlichen Bemühungen um einen Dialog mit der Hamas, obwohl die Terrororganisation sich den Bedingungen des Nahostquartetts verweigere.

(Yedioth Ahronoth, 25.11.08)


Israel öffnet Grenze zum Gazastreifen für humanitäre Hilfe

Humanitäre Hilfe für Gaza (Archivfoto)Israel hat seine Grenzübergänge zum Gazastreifen am Montag teilweise geöffnet, um die Lieferung von humanitärer Hilfe zu ermöglichen. Dies folgte auf einen Rückgang der Raketenangriffe aus dem Gazastreifen im Laufe der vergangenen Tage.

Die Grenzübergänge waren zuvor für 19 Tage beinahe komplett geschlossen worden, nachdem eine fünf Monate andauernde Waffenruhe gebrochen worden war. Lediglich ein Konvoi mit 33 Lkw, die wichtige humanitäre Lieferungen transportierten, erreichte den Gazastreifen in der vergangenen Woche.

Die israelische Massnahme erfolgte einen Tag nachdem die Hamas laut der palästinensischen Nachrichtenagentur Ma'an erklärt hatte, militante Gruppen hätten eine Vereinbarung mit Israel ausgehandelt, derzugfolge die Waffenruhe fortgesetzt werden solle, falls die Übergänge geöffnet würden.

Es blieb unklar, ob die Entscheidung Israels in Verbindung mit der angeblichen Abmachung stand.

Israelische Verteidigungsoffizielle tagten am Montag, um eine Lockerung der Blockade für den Fall, dass keine weiteren Raketen in Israel landeten, zu diskutieren. Sie vereinbarten, dass 44 Lkw mit Grundversorgungsmitteln den Gazastreifen durch den Grenzübergang Kerem Shalom beliefern dürfen.

Darüberhinaus hat Israel die Lieferung von Diesel in den Gazastreifen wieder aufgenommen. Der Chef des Tankstellenverbandes des Gazastreifens, Mahmoud Khazandar, erklärte, die Lieferung von Industrietreibstoff sei am Montag nach einer dreiwöchigen Pause wieder aufgenommen worden.

Die jüngste Verletzung des Waffenstillstandes durch palästinensische Kämpfer geschah laut Radio Israel am Sonntag Abend, als zwei Qassam-Raketen auf die westliche Negev abgefeuert wurden. Die Raketen verursachten weder Personen- noch Sachschäden.

Verteidigungsminister Ehud Barak teilte Radio Israel am Montag mit, falls die Hamas eine Waffenruhe wünsche, sei Israel bereit, sich an diese zu halten. Er ergänzte jedoch, dass die israelischen Verteidigungskräfte zum Handeln bereit seien, falls die Hamas die Waffenruhe nicht einhalte.

(Ha'aretz, 25.11.08)


Tourismusrekord im Westjordanland

Strassenszene in JerichoDie Palästinensische Autonomiebehörde (PA) hat einen beeindruckenden Zuwachs an Touristenzahlen zu verzeichnen. Laut aktueller Angaben der Zivilverwaltung im Westjordanland haben in den ersten neun Monaten von 2008 1.123 Millionen ausländische Urlauber Bethlehem und Jericho besucht - ein Rekord seit dem Ausbruch der Intifada.

Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres bedeutet dies einen Anstieg von 96.5% für Bethlehem und von 42.3% für Jericho. Das Tourismusministerium und die Zivilverwaltung führen dies auf die verbesserte Sicherheitslage und die grössere Bewegungsfreiheit zwischen Israel und der PA zurück.

Die israelische Tourismusministerin Ruhama Avraham-Balila hat die positive Entwicklung begrüsst und erklärt: "Der Tourismus stimuliert ökonomisches Wachstum und stellt daher eine Herausforderung und ein gemeinsames Interesse beider Nationen dar. Wir haben es geschafft, Touristen in Israel ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln, und nun müssen wir gemeinsam darauf hinarbeiten, die touristischen Ziele in Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde als attraktiv und ansprechend zu vermarkten, zum Wohle unserer beiden Nationen. Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, die Einreise von Touristen über die Grenzübergänge in Abstimmung mit den Richtlinien des Sicherheitspersonals zu erleichtern, und sicherstellen, dass ihr Kontakt sowohl mit dem Sicherheits- als auch dem Verwaltungspersonal freundlich und zuvorkommend verläuft."

Der Leiter der Zivilverwaltung im Westjordanland, Brigadegeneral Yoav Mordechai, betonte: "Der dramatische Anstieg an Touristen in Bethlehem und Jericho hat der palästinensischen Wirtschaft einen Aufschwung verschafft. Im Vorfeld der anstehenden Weihnachtszeit erwarten wir sogar noch grössere Zahlen, und wir gehen davon aus, dass ein neuer Rekord erreicht werden wird."

Laut Schätzungen des Tourismusministeriums werden dieses Jahr zwei Millionen Christen Israel besucht haben, eine Million davon als Pilger.

(MFA, 24.11.08)


Tzipi Livni vor der Generalversammlung der UJC

Aussenministerin Tzipi LivniTikun Olam bedeutet wörtlich "die Welt einen besseren Ort machen". Israel ist Teil des globalen Dorfs, das immer kleiner wird - und unsere Verantwortung, die Welt besser zu machen hat verschiedene Gründe. Ein Grund ist, dass dies Teil unserer Werte ist, als Israelis und als Juden. Wir glauben, dass man seinen Nachbarn lieben soll wie sich selbst und wir verstehen, dass wir dadurch bessere Menschen werden, wenn wir die Dinge für einen anderen Menschen gut machen.

Ich glaube, Tikun Olam bedeutet, zu beginnen, etwas für sich selbst zu tun und besser zu verstehen, wer man selbst ist, bevor man versucht, anderen zu helfen. Ich möchte gerne ein paar Worte über den Staat Israel und was ihn ausmacht sagen.

In einigen Teilen der Welt gibt es einen Prozess der Delegitimierung des Staates Israel als jüdischen Staat. Der Staat Israel wurde 1947 geboren, als die Vereinten Nationen sich für den so genannten Teilungsplan zur Festlegung der Grenzen zwischen Mittelmeer und Jordan entschieden. Es sollten zwei Staaten entstehen, einer von ihnen ein jüdischer Staat und der andere ein arabischer Staat. Doch heute sprechen die Menschen lediglich über den Staat Israel und wenn ich die internationalen Führer bitte, ein Wort zu ergänzen und zu sagen, dass es ein jüdischer Staat ist, dann gibt es solche, die dazu bereit sind und andere, die nicht dazu bereit sind.

Deshalb müssen wir in Israel zusammenarbeiten, in der gesamten israelischen Gesellschaft, aber auch mit den Juden in der Diaspora. Das Ziel des Staates Israel ist es, Israel als jüdischen und demokratischen Staat, als sicheren Staat im Lande Israel zu erhalten.

Was bedeutet das, ein jüdischer Staat? Es ist nicht nur eine Frage der Anzahl der Juden, die in Israel leben. Es ist nicht nur eine Frage der Statistik, sondern einer Frage der Werte. Der Jüdische Staat ist eine Angelegenheit der Werte, aber nicht nur der Religion, sondern auch der Nationalität. Ein jüdischer Staat ist kein Monopol der Rabbis. Es geht um jüdische Tradition und Geschichte, egal was jeder einzelne israelische Bürger am Samstag zuhause tut und wie er die jüdischen Feiertage begeht. Wir müssen den Charakter des Staates Israel erhalten, weil er die raison d'etre des Staates ist.

Wir müssen heute alle zusammenstehen, um die Herausforderungen von Tikun Olam zu erfüllen. Als Bürger der freien Welt müssen wir Extremismus entgegentreten, und vor allem dem iranischen Regime, das eine extreme islamische Theologie repräsentiert, die einen neuen Konflikt in der Region erzeugt und uns unser Lebensrecht nehmen will.

Nicht weniger wichtig ist der gemeinsame Kampf gegen den Antisemitismus, der sein hässliches Haupt in verschiedenen Orten auf der Welt erhebt. Ich glaube, es ist nicht nur die Aufgabe der Juden im Staat Israel, Antisemitismus zu bekämpfen. Ich glaube es ist die Verantwortung jedes Führers auf der Welt, weil es die Gesellschaft widerspiegelt, in der wir leben.

Vielleicht gehört es auch zu Tikun Olam, diese Region einen besseren Ort zum Leben zu machen. Ich glaube es ist Teil der Verantwortung jeder israelischen Regierung, zu versuchen, Frieden mit unseren Nachbarn zu erreichen. Es ist im israelischen Interesse, diese Vision in zwei Staaten für zwei Völker zu übersetzen, die in Frieden und Sicherheit Seite an Seite leben. Von diesen beiden Staaten ist Israel der jüdische Staat und der andere Staat die volle Antwort auf die Bestrebungen der Palästinenser - und das bedeutet, dass keine Flüchtlinge nach Israel kommen werden.

Während wir Fortschritte machen, um Frieden zu erreichen, erwarten wir von der internationalen Gemeinschaft, dass sie die legitimen Interessen Israels absichert.

Wir kooperieren mit Menschen in verschiedenen Teilen der Welt und versuchen der internationalen Gemeinschaft zu helfen, die Herausforderungen zu bewältigen, denen sie sich ausgesetzt sieht - wie etwa die Wasserkrise, Erderwärmung und Lebensmittelversorgung. Der Staat Israel ist ein kleiner Ort. Die Propheten, die hierher kamen, haben uns kein Wasser versprochen, aber wir werden damit fertig. Wir sind stolz auf unsere Kreativität und unsere Leistungen und unsere Technologie und unsere Landwirtschaft - und dies ist Teil unseres Beitrags zur internationalen Gemeinschaft.

Auszüge aus der Rede von Aussenministerin Tzipi Livni vor der Generalversammlung der United Jewish Communities in Jerusalem am 19. November 2008 in Jerusalem. Die vollständige Rede - in englischer Sprache - findet sich: hier (extern)

(Botschaft des Staates Israel, 24.11.08)

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