Willkommen bei IsraelNet

Nachrichten vom 24. - 30. Januar 2010
<< zurück

Peres trifft König Abdullah

Foto: Amt des PräsidentenIsraels Präsident hat sich am Donnerstag am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos mit König Abdullah von Jordanien getroffen. Im Mittelpunkt ihres herzlichen Gesprächs stand der gegenwärtige Stillstand im israelisch-palästinensischen Friedensprozess.

Peres versicherte dem besorgten Abdullah: "Es gibt einen Konsens innerhalb der israelischen Bevölkerung im Hinblick auf eine Zwei-Staaten-Lösung. Israel ist bereit, umgehend an den Verhandlungstisch zurückzukehren, und wir müssen die grösste Anstrengungen unternehmen, den Friedensprozess wieder in Gang zu bringen."

(Ha'aretz, 29.01.10)


Peres spricht im Bundestag

Foto: Amos Ben Gershom / GPOIsraels Präsident Shimon Peres hat heute anlässlich des internationalen Holocaust-Gedenktages eine historische Rede im Deutschen Bundestag gehalten. Ihr Wortlaut wird im Folgenden vollständig in deutscher Übersetzung wiedergegeben.

Ich stehe heute vor Ihnen als Präsident des Staates Israel, der Heimstätte des jüdischen Volkes.
Und während es mein Herz zerreisst, wenn ich an die Gräueltaten der Vergangenheit denke, blicken meine Augen in die gemeinsame Zukunft einer Welt von jungen Menschen, in der es keinen Platz für Hass gibt. Eine Welt, in der die Worte "Krieg" und "Antisemitismus" nicht mehr existieren.

Sehr verehrte Anwesende,
in unserer Jahrtausende alten jüdischen Tradition findet sich ein Gebet in der aramäischen Sprache, dass in Erinnerung an die Toten gesagt wird, im Andenken an Väter und Mütter, Söhne und Töchter, Brüder und Schwestern.
Dieses weit über tausend Jahre alte jüdische Gebet konnten weder die Mütter sprechen, deren Säuglinge ihrer Armen entrissen wurden, noch die Väter, die ihren Kindern einen letzten Blick zuwarfen, bevor sie in die Gaskammern gepfercht wurden, noch hörten es die Kinder, die im Krematorium in Rauch aufgingen. >> weiter >>

(Amt des Präsidenten, 27.01.10)


Peres in Berlin

Peres mit Köhler vor Schloss Bellevue (Foto: Amos Ben Gershom / GPO)Israels Präsident Shimon Peres ist gestern in Berlin eingetroffen, wo er heute Morgen offiziell von Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzlerin Angela Merkel empfangen wurde.

Am Mittag entzündete der 86jährige bei klirrender Kälte gemeinsam mit Köhler Gedenkkerzen am Holocaust-Mahnmal "Gleis 17" im Grunewald, von wo aus im Zweiten Weltkrieg die Berliner Juden deportiert wurden. Die beiden Staatsoberhäupter legten ausserdem Kränze an den Bahngleisen nieder.

Danach stand noch ein weiteres Treffen mit Bundeskanzlerin Merkel auf dem Programm.

Später werden Peres und Köhler gemeinsam mit Jugendlichen aus beiden Ländern zusammentreffen, um mit ihnen die Zukunft der bilateralen Beziehungen zu diskutieren.

Morgen wird Israels Präsident dann anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages eine historische Rede im Bundestag halten.

(Botschaft des Staates Israel, 26.01.10)


Hamas erzieht Kinder zu Märtyrern

Al-Aqsa-TVSeit Jahren versucht die Propaganda der Hamas und auch der Fatah, junge Palästinenser dahingehend zu indoktrinieren, dass sie den Weg des Martyriums für Allah einschlagen. Ein jüngstes Beispiel dafür bietet abermals das Kinderprogramm des Hamas-Senders Al-Aqsa-TV.

In der Kindersendung "Pioniere von Morgen" kam es am 22. Januar zu dem folgenden Dialog zwischen der Moderatorin und einem 10jährigen Mädchen, das per Telefon zugeschaltet war:

Moderatorin: "Wie war es für dich während des [Gaza-]Krieges [von 2009]? Hattest du Angst, dass du sterben würdest, dass du diese Welt verlassen würdest?"

Mädchen: "Nein, ich hatte keine Anst. Ich sehnte mich nach Shahada [Märtyrertum] - Shahada für Allah."

Moderatorin: "Wie wundervoll. Selbst dieses kleine Mädchen - wie alt bist du?"

Mädchen: "Zehn."

Moderatorin: "Sie ist nicht älter als zehn Jahre und will als Shahida [Märtyrerin] für Allah sterben. Wir alle sehnen uns danach."

Den Ausschnitt aus der Sendung gibt es unter dem folgenden Link: http://www.youtube.com/watch?v=YWie0iM5DtU&feature=player_embedded

(Palestinian Media Watch, 25.01.10)


Ahmadinejads Mentor hetzt gegen Juden

Ayatollah Mesbah-YazdiDer spirituelle Mentor des iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad, Ayatollah Mesbah-Yazdi, gilt als einer der radikalsten Kleriker in der Islamischen Republik. Im Zuge der inneren Unruhen hat er auch seine antisemitische Hetze noch intensiviert.

Kürzlich hielt Mesbah-Yazdi eine Rede vor hochrangigen Vertretern der Revolutionswächter in der Stadt Qom, in der er eine Verbindung zwischen dem iranischen Reformlager und den "Juden und Zionisten" herstellte. Dabei konstatierte er: "Die Weltzentren der Korruption gehören Juden und Zionisten, die danach trachten, den Rest der Welt zu korrumpieren, dass sie am Ende die Welt regieren können." Juden seien nicht nur die "korrupteste Rasse", sondern auch die "grössten Intriganten und Unheilstifter auf der Welt", und sie würden nicht ruhen und die Muslime in Ruhe lassen, "bis sie den Islam zerstören".

Weiter liess der Ayatollah verlauten: "Wir glauben, dass die Juden die Feinde des Islam sind, eine Tatsache, die der Koran vor 1400 erkannte; ihre Verbrechen durch die Geschichte hindurch zeugen von dieser Wahrheit."

Weitere Informationen gibt es unter dem folgenden Link: http://www.terrorism-info.org.il/malam_multimedia/English/eng_n/html/iran_e048.htm

(Intelligence and Terrorism Information Center, 25.01.10)


Netanyahu in Polen, Lieberman in Ungarn

Ministerpräsident Binyamin NetanyahuIsraels Ministerpräsident Binyamin Netanyahu ist am Montag zu einem dreitägigen Staatsbesuch nach Polen gereist. Gleichzeitig statten Aussenminister Avigdor Lieberman und sein Stellvertreter Danny Ayalon Ungarn bzw. der Slowakei eine Visite ab.

Wenngleich die Besuche mit dem Internationalen Holocaust-Gedenktag am Mittwoch zusammen fallen, finden doch auch Treffen mit hochrangigen Regierungsvertretern statt. Israel zollt damit jenen ostmitteleuropäischen Staaten Tribut, von denen es in der vergangenen Zeit diplomatische Unterstützung erfuhr.

Aussenminister Avigdor Lieberman"Das Einzigartige an Netanyahus Besuch ist, dass er nicht nur Auschwitz besucht, sondern mit der Betonung auf den bilateralen Beziehungen auch Warschau. Viele israelische Führer gehen nach Auschwitz und kommen dann schnurstracks ohne irgendwelche bilateralen Gespräche nach Israel zurück. Dies ärgert die Poen", teilte eine diplomatische Quelle dazu mit.

Polen, Ungarn und die Slowakei sind drei der fünf osteuropäischen Staaten, die Israel seit ihrem EU-Beitritt beträchtliche politische Unterstützung haben zukommen lassen; die anderen beiden sind Tschechien und Rumänien.

Auf Netanyahus Besuchsprogramm stehen Treffen mit Polens Präsident Lech Kaczynski, Ministerpräsident Donald Tusk und Aussenminister Radoslaw Sikorski. Am Dienstag stehen nach einem Besuch des Mahnmals für das Warschauer Ghettos bilaterale Fragen im Mittelpunkt.

"Dieser Besuch ist ein klarer Ausdruck der Enge des Verhältnisse und der Bedeutung, die Israel ihm zuweist.", heisst es im Amt des Ministerpräsidenten.

Lieberman wird bei seinem dreitägigen Ungarn-Besuch mit Ministerpräsident Gordon Bajnai, Aussenminister Peter Balaz und anderen Regierungsvertretern zusammentreffen. In einer Pressemitteilung nannte er Ungarn ein "befreundetes und wichtiges Land".

Ayalon wird in Bratislava den slowakischen Aussenminister Miroslav Laják treffen.

Am Mittwoch steht das Gedenken an den Holocaust im Mittelpunkt der drei Staatsbesuche. Netanyahu wird in Auschwitz eine Rede halten.

(The Jerusalem Post, 25.01.10)


Israels Hilfsmission in Haiti

Foto: ZAHALSeit Beginn ihres Einsatzes vor etwa zehn Tagen haben israelische Rettungskräfte und Ärzte der vom Erdbeben erschütterten Bevölkerung in Haiti unermüdlich Hilfe geleistet. Bis zum heutigen Montag wurden bereits 960 Menschen im israelischen Feldlazarett in Port-au-Prince behandelt; 294 lebensrettende Operationen wurden durchgeführt, und 16 Babys erblickten das Licht der Welt.

Israels Aussenminister Avigdor Lieberman hat den Minister für öffentliche Sicherheit, Yitzhak Aharonovitch, darum gebeten, den Einsatz von israelischen Polizeikräften zu bewilligen, um die UN-Friedenstruppen in Haiti zu unterstützen.

Ausführliche Informationen zu Israels Hilfe für Haiti finden Sie: hier (extern)

(MFA, 25.01.10)

Der aussergewöhnliche israelische Einsatz hat auch im internationalen Vergleich für Aufmerksamkeit gesorgt. Einen Eindruck bietet der Beitrag des US-Nachrichtensenders ABC unter dem folgenden Link: http://abcnews.go.com/Video/playerIndex?id=9596876 <ABC, 18.01.10>


Peres trifft Mitchell

Foto: GPOIsraels Präsident Shimon Peres hat sich am vergangenen Mittwoch in Jerusalem mit dem US-Nahostsondergesandten George Mitchell getroffen und mit ihm über den Stand des Friedensprozesses zwischen Israel und seinen Nachbarn gesprochen.

Peres versicherte seinem Gast, er wisse, dass der Weg zum Frieden mit Problemen gepflastert sei, und betonte gleichwohl: "Wir müssen nach vorwärts drängen und auf den Verhandlungsweg zurückkommen, denn es gibt dazu keine Alternative." Dabei dankte er dem US-Vermittler für seine Vision und seine Bemühungen. <MFA, 21.01.10>

(Botschaft des Staates Israel, 25.01.10)


Überweisung von Pensionszahlungen nach Gaza

Gaza-StadtAls humanitäre Geste hat Israels Verteidigungsminister Ehud Barak die Überweisung von Leistungen und Pensionszahlungen der Nationalen Versicherungsanstalt (NII) in den Gaza-Streifen genehmigt.

Das dafür entwickelte Prozedere ist das Ergebnis gemeinsamer israelisch-palästinensischer Planungen, die der Koordinator für die Regierungsaktivitäten in den Gebieten (COGAT) in Zusammenarbeit mit den israelischen Finanz- und Justizministerien, der Behörde zur Verhinderung von Geldwäsche, der NII, der Bank of Israel und Vertretern des Sicherheitsapparats geleitet hat. Es wird die Probleme bei der Überweisung der Gelder lösen, die aufgetreten sind, nachdem die Terrororganisation Hamas die Macht im Gaza-Streifen übernommen hat.

Die Versicherungszahlungen der NII, die sich auf umgerechnet etwa 400 000 Euro im Monat belaufen, werden über die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) in Ramallah an etwa 1000 Empfänger überwiesen.

(MFA, 24.01.10)

Intensivierte Kooperation mit Ägypten und Jordanien im Sicherheitsbereich

Flagge von ÄgyptenWährend sich die politische Situation im Nahen Osten aufgrund der iranischen Atompolitik weiter zuspitzt, koordinieren Ägypten und Jordanien ihre sicherheitspolitischen Massnahmen mit Israel auf beeindruckende Weise. Zumal Kairo ist dazu übergegangen, härter gegen die Extremisten unter den Palästinensern vorzugehen.

Flagge von JordanienIsraels Verteidigungsminister Ehud Barak ist am Mittwoch von einem erneuten Besuch in Sharm el-Sheikh zurückgekehrt, wo er sich mit Ägypten Präsident Hosni Mubarak getroffen hatte. Er betonte im Anschluss, Israel und Ägypten seien zunehmend Partner.

Ägypten setzt die Bauarbeiten an der "Stahlmauer" entlang seiner Grenze zum Gaza-Streifen bei Rafiah fort und bekämpft den dort vor sich gehenden Waffenschmuggel. Die israelische Armee bestätigte, dass der Schmuggel deutlich zurückgegangen sei.

Auch Jordanien achtet auf eine effektive Zusammenarbeit mit Israel im Sicherheitsbereich. Dies ist etwa im Anschluss an den kürzlich versuchten Bombenanschlag auf einen Konvoi israelischer Diplomaten deutlich geworden.

(Ha'aretz, 29.01.10)


Netanyahu spricht in Auschwitz

Foto: ReutersIsraels Ministerpräsident Binyamin Netanyahu hat am Mittwoch anlässlich des internationalen Holocaust-Gedenktages eine Rede im nationalsozialistischen Vernichtungslager Auschwitz, das vor 65 befreit wurde.

"Ich möchte der Regierung Polens für das historische Bemühen danken, der grössten Katastrophe, die mein Volk befiel, und des grössten Verbrechens gegen die Menschlichkeit zu gedenken.

Wir, Polen und Juden, sind hier zusammengekommen, am Scheideweg der Tragödie. Unsere lange gemeinsame Geschichte schliesst erstaunliche kulturelle Errungenschaften und den tiefsten Tiefpunkt ein, den die Menschheit je erfahren hat. Wir waren hier. Wir gedenken derer, die zu Tode erfroren sind. Wenn sie nicht zu Tode erfroren, wurden sie mit Gas exekutiert und in den Öfen verbrannt. Wir erinnern uns auch daran, dass ein Drittel der Gerechten unter den Völkern, die ihr Leben und das ihrer Kinder und ihrer Familien riskierten, um andere zu retten, Polen waren. Wir erinnern uns an all das.

Da wir hier stehen, um uns die Vergangenheit zu vergegenwärtigen, helfen wir dabei, eine Zukunft des Anstands, der Wahrheit und der Hoffnung für unsere beiden Völker und für die gesamte Menschheit zu schaffen. >> weiter >>

(MFA, 27.01.10)


Deutschland und Frankreich für härtere Sanktionen gegen Iran

Iranische FlaggeSowohl in Deutschland als auch Frankreich plant man offensichtlich, den Druck auf den Iran im Hinblick auf sein umstrittenes Atomprogramm zu erhöhen. Bundeskanzlerin Angela Merkel konstatierte am Montag, dass die Zeit für den Iran auslaufe, wobei sie betonte, dass neue Sanktionen eine "Tragödie für das iranische Volk wären".

Am heutigen Dienstag hat Berichten zufolge auch Frankreichs Europaminister Pierre Lellouche erklärt, Europa müsse sich auf die Verhängung schärferer Sanktionen gegen die Islamische Republik vorbereiten.

"Die Gespräche mit dem Iran dauern nunmehr seit sechs Jahren an, und alle Angebote des Westens sind zurückgewiesen worden", zitiert ihn die Nachrichtenagentur AFP. "Wir hoffen, Europa wird vereint auf die Verhängungen von Sanktionen hinwirken."

Der Spiegel berichtete am Montag unter Berufung auf ein Geheimdienstdossier, dass der Iran noch in diesem Jahr in der Lage sein könnte, eine primitive Atombombe herzustellen.

(Ha'aretz, 26.01.10)


JNF: Seit 1901 240 Millionen Bäume gepflanzt

Halle der Namen in Yad VashemDie Aufforstungsaktivitäten des Jüdischen Nationalfonds (JNF) in Israel erfreuen sich nach wie vor grossen Zulaufs. Wie eine aktuelle Umfrage ergeben hat, planen 80% aller Israelis, einen Baum zu pflanzen; 71% haben dies bereits mindestens einmal getan.

Israel ist das einzige Land auf der Welt, das heute einen grösseren Baumbestand aufweist als noch vor 100 Jahren. Seit seiner Gründung im Jahr 1901 hat der JNF mehr als 240 Bäume gepflanzt.

Im kommenden Jahrzehnt plant der JNF die Pflanzung von weiteren sieben Millionen, um Kohlendioxid zu absorbieren und den Kampf gegen die globale Erwärmung zu unterstützen.

Auch von Deutschland aus kann dem den JNF unterstützen: http://www.jnf-kkl.de/home.php

(Yedioth Ahronoth, 26.01.10)


Architektur des Mordes: Yad Vashem zeigt Auschwitz-Baupläne

Halle der Namen in Yad VashemDie Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hat am Montag mit der Ausstellung der Original-Baupläne von Auschwitz begonnen, die Israels Ministerpräsident Binyamin Netanyahu im vergangenen August aus Deutschland mitgebracht hatte.

Die Ausstellung enthält vier der farbigen Pläne, die detaillierte Luftaufnahmen des Lagers zeigen, in dem im Zweiten Weltkrieg eine Million Juden und Zehntausende anderer Insassen ermordet wurden.

Eine ähnliche Ausstellung mit Kopien der Baupläne wird am Dienstag im Sitz der Vereinten Nationen in New York eröffnet.

Der Direktor von Yad Vashem, Avner Shalev, sagte bei der Eröffnung in Jerusalem, die 1941 angefertigten Pläne zeigten die Evolution Auschwitz-Birkenaus von einem Konzentrations- zu einem Vernichtungslager. "Durch diese Entwürfe werden wir Zeugen des völligen Zusammenbruchs menschlicher Werte."

Die Ausstellung ist auch unter dem folgenden Link zu sehen: http://yadvashem.org/

(Yedioth Ahronoth, 25.01.10)


Abschied vom Kollektiv: Kibbutzim im Wandel

SymbolfotoDie israelischen Kibbutzim verändern weiter ihr Gesicht und wenden sich immer mehr vom Kollektivmodell ab. Einer an der Universität Haifa entstandenen Studie zufolge lassen sich inzwischen nur noch ein Viertel der Kibbutzim als Kollektivgemeinschaften klassifizieren.

Im klassischen Kollektiv-Kibbutz erhalten alle Mitglieder das gleiche Monatseinkommen. Nach dem reformierten Modell hängt das Einkommen von der Arbeit des jeweiligen Mitglieds ab und enthält oftmals Gehälter, die ausserhalb der Dorfgemeinschaft erwirtschaftet wurden.

Allein im vergangenen Jahr haben sich fünf Kibbutzim für ein differenziertes Einkommenssystem entschieden, dem nun insgesamt 72% folgen. Nur eine geringe Anzahl von Kibbutzim (3%) verfügt über ein Mischmodell.

Dr. Shlomo Getz vom Institut für die Erforschung des Kibbutz und der Kooperativen Idee an der Universität Haifa führt den Gestaltwandel in erster Linie auf den ideologischen Wandel zurück.

In wirtschaftlicher Hinsicht habe das differenzierte Gehaltssystem kaum konkrete Vorteile mit sich gebracht. Ebenso wenig sei in den Kibbutzim, die es eingeführt haben, dadurch der Abwanderungstrend gestoppt worden.

(The Jerusalem Post, 25.01.10)


Peres zu Staatsbesuch in Deutschland

Staatspräsident Shimon PeresIsraels Staatspräsident Shimon Peres ist heute Nachmittag zu einem dreitägigen Staatbesuch in Berlin eingetroffen. Am Mittwoch wird er anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages eine historische Rede im Bundestag halten.

Der Präsident wird von einer Delegation von Holocaust-Überlebenden begleitet, die die Schrecken der nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager am eigenen Leibe erfahren haben. Für Peres schliesst sich mit dem Besuch ein Kreis; seine eigenen Grosseltern und ein Onkel wurden in der Synagoge des weissrussischen Wishneva bei lebendigem Leibe verbrannt.

Die Bundesregierung hat für Präsident Peres einen warmen Empfang vorbereitet; sein Flugzeug wurde bei der Ankunft von vier Phantom-Kampfjets begleitet.

Am Mittwoch tritt der Bundestag anlässlich des Holocaust-Gedenktages zu einer Sondersitzung zusammen, an der neben Bundestagspräsident Norbert Lammert auch Bundespräsident Horst Köhler, Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, teilnehmen werden.

Die Sitzung wird mit einer historischen Rede von Präsident Peres auf Hebräisch beginnen. Darin wird er um die sechs Millionen Juden trauern, die im Holocaust ermordet wurden, darunter seine Grosseltern und sein Onkel. Er wird auch auf das allgemeine Wesen von Antisemitismus, Völkermord und des Bösen, die historische Beziehung zwischen Israel und dem Holocaust sowie das Verhältnis zwischen Israel und Deutschland nach dem Krieg zu sprechen kommen. Schliessen wird der Präsident seine Rede mit seiner Vision für die Zukunft Israels, Deutschlands und des Nahen Ostens.

Während seines Besuchs wird Peres auch einige Arbeitstreffen mit der politischen Führung Deutschlands abhalten, einschliesslich von Präsident Köhler und Kanzlerin Merkel.

Ausserdem wird eine Gedenkzeremonie am "Gleis 17" im Grunewald stattfinden, von wo die Berliner Juden von den Nazis deportiert wurden.

Gemeinsam mit Bundespräsident Köhler wird sich Peres mit israelischen und deutschen Jugendlichen treffen. Heute Abend stattet er der Jüdischen Gemeinde zu Berlin einen Besuch ab.

(MFA, 25.01.10)

Der strategische Berater von Shimon Peres, Yoram Dori, hat anlässlich des Besuchs einen bewegenden Brief an seine im Holocaust ermordeten Cousins verfasst, der in der heutigen Ausgabe der "Welt" erscheint. Er findet sich unter dem folgenden Link: http://www.welt.de/die-welt/debatte/article5969590/Von-Israel-will-ich-Euch-erzaehlen.html

ARD und ZDF haben den Staatspräsidenten interviewt und widmen dem Besuch auf ihren Webseiten grosse Aufmerksamkeit:

http://www.tagesschau.de/inland/peres108.html

http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/8/0,3672,8017672,00.html


Antisemitismus gestiegen

SymbolfotoAntisemitische Vorfälle in Westeuropa haben einen neuen Höchststand seit Ende des Zweiten Weltkriegs erreicht. Dies geht aus einer neuen Studie der Jewish Agency hervor, die nun im Vorfeld des Internationalen Holocaust-Gedenktages veröffentlicht wurde.

Im Gefolge von Israels Militäroperation im Gaza-Streifen im vergangenen Winter wurden in den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres mehr antisemitische Vorfälle - von verbalen bis zu körperlichen Angriffen - in Europa registriert als im gesamten Jahr 2008. So ereigneten sich im ersten Halbjahr 2009 etwa in Frankreich 631 Vorfälle (im Vergleich zu 431 2008).

Besorgniserregend sind nicht zuletzt die Entwicklungen in ostmitteleuropäischen Staaten wie der Ukraine und Ungarn, wo es im Vorfeld von Wahlen zu öffentlichen Manifestation von Antisemitismus kam.

"Der klassische Antisemitismus befindet sich im Wandel und wird durch einen neuen Antisemitismus ersetzt, der in Gestalt von hemmungslosen Attacken gegen die Idee des jüdischen Staates auftritt", sagte Natan Sharansky, der derzeitige Vorsitzende der Jewish Agency in Jerusalem.

Zur Unterscheidung zwischen legitimer und illegitimer Israel-Kritik bemerkte Sharansky: "Wir haben [die Kriterien dafür] mittels eines '3-D-Prinzips' bestimmt: "Dämonisierung, Delegtimierung und doppelter Standard. Auch wenn man den Antisemitismus über die Jahrhunderte hinweg betrachtet, sehen wir diese Prinzipien am Werk - die Dämonisierung von Juden, die Delegitimierung der Juden als Nation und ein doppelter Standard gegenüber Juden als Volk und als Religion."

(The Jerusalem Post, 24.01.10)

top

<< zurück