Metzger ruft zu Mitleid mit Hühnern auf
Nach einer Anfrage israelischer Tierschutz-Organisationen hat sich der Oberrabbiner Israels, Yona Metzger, mit einer Bitte an die Rabbinate der Städte gewandt, mit den "Sühneopfer-Hühnern" Mitleid zu haben. Er forderte, auf den traditionellen Ritus mit den Hühnern (siehe Bild) zu verzichten und durch den aschkenasischen (deutschen) Ersatz-Ritus mit Geld statt Hühnern zu ersetzen.
In den Strassen Jerusalems, Bnei Braks und weiterer Städte, in denen es eine grosse streng-religiöse und konservative Bevölkerung gibt, häuften sich in den vergangenen Tagen Plastikkäfige voller Hühner an, die leider darauf warteten, Teil des traditionellen "Sühneopfers" zu werden.
In den letzten Jahren haben Tierschutzorganisationen mehrfach die Sitte des Sühneopfers kritisiert. Nach ihrer Meinung handelt es sich um eine sinnlose Tierquälerei. Dieses Jahr wandten sich Vertreter der Organisationen direkt an den Oberrabbiner Israels, Yona Metzger, und beschrieben ihm aus ihrer Sicht die Notlage der Hühner. Sie beschrieben ihm das Gedränge, in dem die Hühner geliefert werden, das Warten auf den Strassen ohne Nahrung und Wasser und natürlich das traditionelle Schwingen der Hühner über dem Kopf vor dem Schlachten.
Danach wandte sich Rabbiner Metzger an die Rabbinate der Städte und Kommunen und erklärte deren Vertretern, dass man mit den Hühnern Mitleid habe müsse, denn auch sie seien Teil der Schöpfung.
(Yedioth Ahronoth, 29.9.)
"Religiöses Kommando" entführte Mädchen aus Tulkarem
Die Organisation "religiöses Kommando" ist Mittwochnacht nach Tulkarem eingedrungen und hat ein sechsjähriges Mädchen aus dem Bett geholt, um es zur israelischen Mutter zu bringen. Der Vater des Mädchens ist ein Palästinenser aus Tulkarem. Die Mutter ist eigentlich Jüdin, die in Folge der Heirat angeblich zum Islam übergetreten sein soll. Die Mutter verliess die Familie vor anderthalb Jahren und kehrte nach Israel zurück.
Die Zeitung Ma'ariv berichtet, dass sich die Mutter in der vergangenen Woche an die religiöse Organisation "Yad L’Achim" ("den Brüdern eine Hand reichen") wandte. Sie bat darum, ihre Tochter zu holen. Die Organisationsmitglieder erzählten, dass sie eine komplizierte nachrichtendienstliche Operation erarbeitet hätten, zu dem palästinensische "Kollaborateure" und "Schläfer" in den Gebieten gehörten.
Der Bruder des Vaters erzählte der Zeitung, dass in den Abendstunden ein grösserer Wagen vor dem Haus hielt, aus dem Männer in Uniformen und mit Polizeimützen heraussprangen. Sie waren mit M-16-Gewehren bewaffnet. Einige trugen Bärte und einer hatte lange Schläfenlocken.
Der Vater führte sie zum Bett seiner Tochter, und die Bewaffneten setzten sie und den Vater in den Wagen und fuhren davon. Als sie auf israelischem Boden waren, setzten sie den Vater an einem Olivenfeld ab und verschwanden.
(Walla, 29.9.)
Israel wird bei der UNO Beschwerde über Qassam-Angriffe einreichen
Israel verlangt von UN-Generalsekretär Kofi Annan, etwas gegen den Beschuss durch Qassam-Raketen vom Gazastreifen aus zu unternehmen. Mit einer aussergewöhnlichen Massnahme wurde in Jerusalem entschieden, dem Sicherheitsrat wegen des Qassam-Beschusses in den letzten zehn Tagen eine offizielle Beschwerde gegen die Palästinensische Autonomiebehörde einzureichen. Der UN-Botschafter Israels in New York, Danny Gillerman, schrieb dem Präsidenten des Sicherheitsrates und forderte ein sofortiges Eingreifen Annans zur Beendigung der Angriffe. "Wir haben beschlossen, die Palästinenser auf ihrem Spielfeld zu schlagen und offiziell Protest gegen sie einzulegen", teilte eine politische Quelle mit.
Der Direktor der Sicherheitsbehörde Shabak, Yuval Diskin, erklärte gestern bei der Kabinettssitzung, dass seit der Abkopplung vom Gazastreifen und von der nördlichen Westbank 19 Tonnen Sprengstoff aus Ägypten in den Gazastreifen geschmuggelt wurden. Diskin sprach davon, dass die Schmuggler den ägyptischen Behörden bekannt sind, jedoch nichts gegen sie unternehmen. Der Minister für Innere Sicherheit, Avi Dichter, sagte, dass die Reaktion der Sicherheitsbehörden in keinem Verhältnis zu der Bedrohung stehen und härtere Massnahmen getroffen werden müssten. Verteidigungsminister Amir Peretz erklärte, dass man anders als in der Vergangenheit nicht gegen Terroristen, sondern gegen die Organisationen vorgehe.
MP Olmert kritisierte in der Kabinettssitzung den Bürgermeister von Sderot, Eli Moyal, und sagte, dass die Regierung umfangreiche Hilfe bereitstelle, dieser der Regierung jedoch hafte Vorwürfe mache. Die Stadtverwaltung Sderot teilte mit, dass sich Olmert nicht geändert hätte und nannte ihn "klassenmässig zügellos".
(Ha'aretz, 28.9.)
Militärischer Nachrichtendienst: Assad erwägt ernsthaft einen Krieg mit Israel
Bedeutende Änderung in der Beurteilung des Nachrichtendienstes der israelischen Armee: Wie die Zeitung Ma'ariv erfahren hat, hat die nachrichtendienstliche Abteilung ihre Beurteilung geändert und schätzt die Wahrscheinlichkeit für einen neuen Krieg oder feindliche Handlungen gegenüber Israel höher ein.
Bis jetzt ging man jahrelang davon aus, dass Syrien gegenüber Israel keine wirkliche militärische Chance hat. Nach dieser Einschätzung zog die syrische Führungsschicht bisher die Möglichkeit eines Krieges gegen Israel bzw. einer begrenzten militärischen Aktion nicht ernsthaft in Erwägung.
Nun hat sich diese Position deutlich geändert. Der militärische Nachrichtendienst ist derzeit der Überzeugung, dass die militärische Option in Damaskus nun eine reelle ist und dass die syrische Führung diese ernsthaft überprüft. Vor diesem Hintergrund wird die Wahrscheinlichkeit eines Krieges bzw. begrenzter Militäraktionen gegenüber Syrien nicht mehr als "gering" betrachtet.
(Ma'ariv NRG, 28.9.)
Vize-Premier Peres: "Der Golan könnte schon längst in Assads Händen sein"
"Wenn Assad mit Sadat nach Camp David gekommen wäre, dann wären die Golanhöhen schon seit Jahren in seinen Händen. Die Syrer sind Friedensverweigerer." Dies sagte gestern Abend Vize-Ministerpräsident Shimon Peres in einer Rede vor der königlichen Generalversammlung für Aussenbeziehungen in London.
In seiner Rede erklärte Peres, dass Assad senior sich zu einem Treffen mit ihm bereit erklärt hatte. Das Treffen habe jedoch nie stattgefunden, da Assad kein Datum festlegen konnte und Peres bei den Wahlen von 1996 gegen Netanyahu verlor. Peres sagte ausserdem, dass der Krieg im Libanon nicht nur eine Auseinandersetzung zwischen Israel und der Hisbollah war, sondern Teil des iranischen Versuchs, eine schiitische Hegemonie im Nahen Osten zu schaffen. "Nukleare Fähigkeiten in Verbindung mit religiösem Fanatismus gefährden die gesamte Welt", so Peres.
Nach Angaben Peres` empfängt der syrische Präsident Bashar Assad den Leiter des Hamas-Büros in Damaskus, Khaled Mashal, über den bekannt ist, dass er den Verhandlungsprozess und die Freilassung von Gilad Shalit blockiert (und dem sogar die palästinensische Hamas-Regierung zustimmt), bei sich zuhause.
(Yedioth Ahronoth, 28.9.)
Vertreter Israels, PA, USA und Europas sprechen über den Grenzübergang Rafiah
In Jerusalem fand ein geheimes Treffen zwischen Palästinensern, Israelis, Amerikanern und Europäern statt, die über die Öffnung des Grenzübergangs von Rafiah sprachen. Die Palästinenser baten darum, den Übergang während des Fastenmonats Ramadan geöffnet zu lassen. Seit der Entführung des Soldaten Gilad Shalit durch die Hamas Ende Juni ist der Übergang die meiste Zeit geschlossen.
Am Wochenende wurde der Übergang für Palästinenser geöffnet und nach zwei Tagen geschlossen. 10.000 Palästinenser warteten auf der ägyptischen Seite auf die Einreise in den Gazastreifen. Israel öffnete den Übergang Karni für die Warenausfuhr aus Gaza. Wegen eines Streiks der Angestellten der Palästinensischen Autonomiebehörde am Übergang kam es wieder zu Verzögerungen bei der Warenausfuhr.
(Ha'aretz, 27.9.)
Die UNIFIL weigert sich, die Hisbollah zu entwaffnen
Meinungs-verschiedenheiten zwischen Israel, der UNO und dem Libanon über die Bestimmungen, wann die UNIFIL-Truppen und die libanesische Armee im Süden des Landes das Feuer eröffnen dürfen, verzögern den Rückzug der letzten Truppen der israelischen Armee.
Verteidigungsminister Amir Peretz versprach gestern, dass der Rückzug trotz der Meinungsverschiedenheiten schon bald - und noch vor Yom Kippur (2. Oktober 06) - abgeschlossen werde. Derzeit ist im Süden des Libanon eine kleine Truppe von einigen Hundert israelischer Soldaten stationiert.
Noch immer gibt es keine eindeutige Regelung über den Umgang des Libanon und der UN-Vertreter mit den bewaffneten Hisbollah-Kämpfern, die südlich des Litani entdeckt wurden. Israel erwartet nach seinem Verständnis der UN-Resolution 1701, dass die Schutztruppen die Initiative ergreifen, und Waffendepots und bewaffnete Hisbollah-Kämpfer aufdecken und diese unter Anwendung von Gewalt entwaffnen.
Für den Fall, dass die Israelis nach dem Rückzug entlang des Grenzzaunes eine Bedrohung erkennen und sich keine andere Truppe darum kümmern sollte, würden sich die israelischen Soldaten selbst verteidigen, hiess es bei der israelischen Armee. Andererseits scheint die UNO die UNIFIL-Truppen als polizeiliche Überwachungstruppe aufzufassen, die nur dann mit Beschuss reagiert, wenn das Feuer auf sie eröffnet wird, also nur zum Selbstschutz ihrer Mitarbeiter. Aus dem gleichen Grund scheint die UNIFIL auch nicht zu beabsichtigen, Demonstrationen von Hisbollah-Anhängern am Zaun aufzulösen, sondern lediglich "Präsenz zu demonstrieren", um diese zu überzeugen, den Ort zu verlassen. Israel wartet auf weitere Erläuterungen der UNIFIL und der libanesischen Armee.
(Ha'aretz, 27.9.)
Israel mit Truppenstationierung im Süden Libanons zufrieden
Israel ist mit der Truppenstationierung der Vereinten Nationen und der libanesischen Armee in den im Waffenstillstandsabkommen ausgewiesenen Gebieten grundsätzlich zufrieden.
Israel hat seinen Abzug aus dem Libanon zu 95 Prozent abgeschlossen. Die Regierung hofft, bis Freitag alle Stellungen im Süden des Libanons räumen zu können, sagte die Sprecherin von Ministerpräsident Ehud Olmert, Miri Eisin, am Dienstag. Israel wolle sicherstellen, dass die libanesischen Soldaten und die der Vereinten Nationen vor einem endgültigen Rückzug schlagkräftig seien, unterstrich die Regierungssprecherin. Bislang sind im Südlibanon etwa 5.000 Blauhelme und 10.000 Soldaten der libanesischen Streitkräfte stationiert, um den Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz zu überwachen.
Heute trifft Brig.-Gen. Udi Dekel, Leiter der Strategic Planning and Foreign Relations Division (IDF), mit dem Leiter der UNIFIL, Gen.-Maj. Alain Pellegrini, und Vertretern der libanesischen Armee im UN-Quartier in Nakoura, nördlich von Rosh Hanikra, zusammen. Bei dem Gespräch sollen noch offene Fragen geklärt werden, zum Beispiel, wie sich die UNIFIL im Falle eines neuen Hisbollah-Angriffs auf Israel verhalten wird. Der israelische Armeevertreter sagte, die IDF sei über die Aussage Pellegrinis am vergangenen Freitag in der Jerusalem Post nicht überrascht. Pellegrini sagte, die internationale Schutztruppe würde nicht gegen Hisbollah-Kämpfer eingreifen, selbst wenn sie Israel angreifen würden oder sich auf einen solchen Angriff vorbereiten würden.
"Wir gehen nicht davon aus, dass UNIFIL begierig darauf ist, sich einzusetzen und die Hisbollah zu entwaffnen", sagte Dekel. "Die Wahrheit ist, dass sie wahrscheinlich nur dann Gewalt anwenden werden, wenn es darum geht, sich selbst zu schützen." Bei der IDF hofft man, dass die robuste multinationale Schutztruppe und die libanesischen Soldaten im Südlibanon – zusammen 20.000 Mann – die Hisbollah von "jeglichem Akt der Aggression gegen Israel" abhalten können, sagte der Brigade-General.
(Jerusalem Post, 26.9.)
Libanesische Berichte: Hisbollah verlagert Waffen in Palästinenserlager
Libanesische Vertreter: Terrorgruppen verlagern Raketen und schwere Waffen in palästinensische Lager im Südlibanon, wenige Kilometer von der israelischen Grenze entfernt.
Die Hisbollah verlagert Raketen und schwere Waffen in palästinensische Lager im Südlibanon, nur wenige Kilometer von der israelischen Grenze entfernt. Das berichten libanesische Vertreter.
Die Quellen teilten WND (World Net Daily) mit, dass das Büro des libanesischen Ministerpräsidenten Fuad Siniora in der vergangenen Woche einen Brief an Abbas Zakir, den höchsten Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) im Libanon, sandte, in dem die angeblichen Waffenlieferungen der Hisbollah in die palästinensischen Lager skizziert werden. Der Brief spreche von "ungewöhnlichen Aktivitäten" in und um die palästinensischen Lager, darunter hoher LKW-Verkehr mit Waffenladungen.
Palästinensische Gruppierungen, darunter die Fatah und das Hauptkommando der "Volksfront zur Befreiung Palästinas", unterhalten bewaffnete Basen im Libanon, vor allem in der Provinz "Al-Naemeh" unmittelbar südlich von Beirut sowie im Bekaa-Tal an der libanesischen Grenze zu Syrien und Israel. Die Fatah ist die Partei von Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas.
Die Berichte berufen sich auf einen WND-Artikel von August, in dem libanesische Vertreter zitiert werden. Mit Hilfe des Iran habe die Hisbollah mit dem Bau von unterirdischen Bunkern in palästinensischen Lagern im Libanon begonnen.
Während der 34 Tage währenden Konfrontation mit der Hisbollah im Libanon, die nach den Katjuscha-Angriffen und der Entführung der israelischen Soldaten am 12. Juli 2006 begann, hat Israel eine grosse Anzahl komplexer Hisbollah-Bunker zerstört. Die Bunker schlängelten sich auf libanesischer Seite an der israelischen Grenze entlang. Militärvertreter sagten, sie seien über das Ausmass der unterirdischen Anlagen überrascht gewesen. Israelische Soldaten fanden dort Berichten zufolge Räumlichkeiten mit moderner Abhör- und Beobachtungs-Technik, "made in Iran". Die libanesischen Quellen wollten namentlich nicht genannt werden.
(Yedioth Ahronoth, 26.9.)
Im Süden schlugen zwei Qassam-Raketen aus dem Gazastreifen ein
Palästinenser im nördlichen Gazastreifen haben Israel am Montagmorgen erneut mit Qassam-Raketen beschossen. Eine Rakete landete in der Nähe vom Kibbuz "Mefalshim" und beschädigte zwei Autos. Eine Frau erlitt einen Schock. Eine andere Rakete schlug in der Gegend von Sderot ein. Es gab keine Berichte über Verletzte.
Am Samstag schlug eine Qassam-Rakete aus dem nördlichen Gazastreifen in der Ortschaft "Mavkiim" südlich von Ashkelon ein und beschädigte eine Hauptverkehrsstrasse. Nach wie vor versucht die israelische Armee in dem Abschuss-Gebiet im Gazastreifen die Raketen-Angriffe zu unterbinden. Am Donnerstag schlugen 5 Raketen in Israel ein. Eine traf das Sapir College in Shaar Hanegev, eine andere verursachte schweren Schaden an einem Haus in Sderot.
(Yedioth Ahronoth, 25.9.)
Am Freitag wurden acht israelische Soldaten in Nablus verletzt
Acht israelische Soldaten wurden Vorabend des Neujahrsfestes verletzt. Einer erlitt mittelschwere, die übrigen leichte Verletzungen, als es in Nablus zu einem Zwischenfall kam. Auf einen Armeetrupp, der sich in die Qasba (Altstadt) begab, waren Sprengsätze geworfen worden.
Bei einem anderen Zwischenfall im Flüchtlingslager Balata in Nablus wurde ebenfalls ein Sprengsatz auf Soldaten geschleudert. Hier gab es keine Verletzten. Die Soldaten erwiderten das Feuer und berichteten, dass ein bewaffneter Palästinenser getroffen worden sei.
(Ha'aretz, 25.9.)
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Ein Toter bei Explosion nahe Tel Aviv
Bei einer Explosion in Rishon Lezion bei Tel Aviv ist am Freitag (29.9.06) eine Person getötet worden. Acht weitere wurden verletzt. Nach Angaben von Rettungskräften sind unter den verletzten ein Kleinkind, ein 10-jähriger Junge und zwei Polizisten. Der Hintergrund der Explosion ist noch unklar.
Der Sprengsatz explodierte um etwa 13:40 Uhr in einem privaten Pkw. Als die Rettungskräfte eintrafen, stand das Auto noch in Flammen. Der Tel Aviver Polizeichef, Moshe Karadi, der in Rishon Lezion wohnt, soll in wenigen Minuten vor Ort eintreffen.
(Yedioth Ahronoth, 29.9.)
Gut geschütztes Freitagsgebet
Erhöhte Alarmbereitschaft: Seit den frühen Morgenstunden bewachen Tausende Polizisten in Jerusalem das erste Freitagsgebet im muslimischen Fastenmonat Ramadan. Sie sind in den Gassen der Altstadt und in den östlichen Bezirken Jerusalems postiert. Dieses Jahr entschied die Jerusalemer Polizei im Gegensatz zu vergangenen Jahren, keine Altersbegrenzung für den Einlass der muslimischen Betenden festzulegen. Der Einlass für Palästinenser aus den Autonomiegebieten ist jedoch begrenzt.
Der Verteidigungsminister teilte mit, dass die gesamte Westbank und der Gazastreifen abgeriegelt werden. Die Polizei teilte mit, dass sie jeden Versuch von Ordnungsstörung oder Beeinträchtigung der Sicherheit, egal aus welcher Richtung, verhindern werde. An den Hauptverkehrsstrassen, die in die Altstadt führen, wurden auch Verkehrspolizisten postiert, um die Anfahrt von Hunderten Bussen und Privatfahrzeugen zu den Parkplätzen zu koordinieren.
(Ma'ariv NRG, 29.9.)
Die syrische Armee kehrt in den Libanon zurück; Assad lockt Syrer in Golan
Etwa anderthalb Jahre nachdem die syrische Armee gezwungen war, den Libanon nach 30-jähriger Besatzung zu verlassen, häufen sich die Berichte im Libanon über ein massives Einsickern von als Bauarbeiter getarnten syrischen Soldaten in das Land. Mit Beginn des zweiten Libanonkrieges verliessen syrische Arbeiter den Libanon und kehrten in ihre Heimat zurück. Die syrische Armee zog sich im April 2005 in Folge des starken internationalen Drucks nach der Ermordung des ehemaligen libanesischen Ministerpräsidenten Rafiq al-Hariri und der Machtübernahme Fouad Sinioras aus dem Libanon zurück. Der Nachrichtendienst des Libanon warnt davor, dass sich Syrien wieder in die internen Angelegenheiten des Libanon einmischen könnte, unter anderem mit Hilfe von Anschlägen und Gewalttaten.
Gleichzeitig hat der Präsident Syriens gestern einen neuen Befehl (48. Präsidentschaftsbefehl) für Regierungsangestellte und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes unterzeichnet. Er verspricht den Angehörigen des öffentlichen und staatlichen Sektors in Damaskus, dass ihnen ihre Ansprüche in Syrien und die Zahlung ihrer Gehälter gewährleistet wird, wenn es ihnen gelingt, sich mit Hilfe des Roten Kreuzes auf den Golanhöhen niederzulassen. Der israelische Nachrichtendienst betrachtet die neue Verfügung als ein weiteres Anzeichen für eine Verhärtung der Position Assads, der seit einigen Tagen zwischen öffentlichen Erklärungen über den Friedensprozess und Kriegsdrohungen hin und her schwankt. Es sei eine syrische Tendenz zu erkennen, Terroranschläge "nach dem Hisbollah-Modell" aus dem Golan heraus zu verüben.
(Yedioth Ahronoth, 28.9.)
Umfrage in Israel: "Grossbritannien und Deutschland am Israel-freundlichsten"
34 % der Israelis sind der Überzeugung, dass Grossbritannien das Israel-freundlichste Land Europas ist. Dies geht aus einer Umfrage im Auftrag der britischen Botschaft in Israel hervor. Auf dem zweiten Platz befindet sich Deutschland: 19 % der Israelis denken, dass dies der Staat ist, der dem jüdischen Staat am freundlichsten gesinnt ist.
Die Umfrage wurde vor kurzem vom Meinungsforschungsinstitut "Teleseker" durchgeführt. Dabei wurden 625 Israelis befragt.
18 % der Israelis sind hingegen davon überzeugt, dass kein europäisches Land Israel-freundlich ist.
Ausserdem zeigte die Umfrage, dass 63 % der Israelis der Meinung sind, dass der britische Premier Tony Blair ein echter Freund Israels ist.
(Yedioth Ahronoth, 28.9.)
Aufrüstung im Gazastreifen: Qassam-Raketen nur Spitze des Eisbergs
Gaza steht kurz vor einer weiteren Konfrontation mit Israel. Die Qassam-Raketen, die in den letzten Tagen abgefeuert wurden, sind nur die Spitze des Eisbergs. Der Nachrichtendienst geht davon aus, dass die Kommandantur des Islamischen Jihad in Syrien zu der Entscheidung gelangt ist, zur Routine zurückzukehren und dass sie der interne palästinensische Dialog zwischen der Hamas und der Fatah nicht besonders interessiere.
Derweil ist sich die Hamas in Gaza nicht sicher, ob es sich lohnt, die Angriffe wieder aufzunehmen. Sie scheint es derzeit nicht eilig zu haben, ihre Angriffe zu erneuern. Einerseits hat sie für den Qassam-Beschuss in der Vergangenheit einen sehr hohen Preis gezahlt. Andererseits braucht sie noch immer Zeit und Ruhe, um wieder Stabilität zu erreichen. Doch hinter dieser Ruhe verbirgt sich ein tieferer und gefährlicher Prozess im Ausbau der Kampfmittel in Gaza für die kommende Konfrontation mit Israel.
Der Ausbau des Waffenarsenals in Gaza findet auf fünf Ebenen statt. An erster Stelle steht das Ziel, Menge und Qualität der Antipanzer-Raketen zu erhöhen.
Die Hamas rüstet sich auch mit Flugabwehrraketen auf. Dabei versucht sie nicht nur, Flugabwehrraketen zu erwerben, sondern auch Flugzeugmodelle oder andere Flugmodelle, die innerhalb Israels Schäden anrichten können. Die Hamas versucht auch, ihre Aktivitäten auf See auszubauen. Anschläge sollen vom Meer aus vorbereitet werden können. Auch der Waffenschmuggel über See ist geplant.
Der "Rüstungswettlauf" zeigt sich ausserdem in den Versuchen, die Artilleriegeschosse zu verbessern. Die Hamas versucht, Grad-Raketen zu bekommen und die Reichweite der Qassam-Raketen auszubauen.
Gleichzeitig zeigen sich erste "Mutationen" der Al-Qaida in Gaza.
(Yedioth Ahronoth, 27.9.)
AM Livni traf sich in New York mit einem hochrangigen Vertreter des Oman
Aussenministerin Tzipi Livni traf sich zu einem geheimen Gespräch mit dem Aussenminister des Oman, Yousuf Bin Alawi. Das Treffen fand in New York am Rande der Eröffnungssitzung der UN-Vollversammlung statt.
Bei dem Treffen sprachen die beiden über Wege zur Förderung des israelisch-palästinensischen Friedensprozesses. Livni informierte Alawi über ihr Treffen mit PA-Präsident Abbas.
Das Büro der Aussenministerin bestätigte die Mitteilung nicht. Nach ihrem einstündigen Gespräch mit dem ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton traf Livni auch kurz den afghanischen Präsidenten, Hamid Karsai. Livni sagte Clinton, dass die Lösung des Flüchtlingsproblems nur im Rahmen eines palästinensischen Staates gefunden werden und der Staat Israel keine Flüchtlinge aufnehmen könne.
Oman und Afghanistan haben bis heute keine diplomatischen Beziehungen mit Israel aufgenommen.
(Yedioth Ahronoth, 27.9.)
Selbstmordanschlag in Israel vereitelt; Palästinenser decken Waffentunnel auf
Soldaten der israelischen Armee haben heute Nacht im Westjordanland einen 10 kg schweren Sprengstoffgürtel entdeckt. Der Sprengsatz sollte in den nächsten Tagen bei einem Anschlag in Israel zum Einsatz kommen. Der Razzia fand in Balata bei Nablus statt.
Die Soldaten umstellten ein Gebäude, in dem sich nach Geheimdienstinformationen Palästinenser versteckten, die auf israelischen Fahndungslisten stehen. Die Palästinenser eröffneten das Feuer und warfen mit Sprengsätzen auf die Soldaten. Nach Armeeangaben wurden bei dem Schusswechsel drei Palästinenser verletzt. Zwei von Israel gesuchte Palästinenser wurden festgenommen. Auf israelischer Seite gab es keine Verluste.
An dem Einsatz waren die allgemeine Sicherheitsbehörde (Shabak), Fallschirmjäger und Soldaten des Haruv-Bataillons beteiligt. "Nach dem Einsatz sagte ich meinen Soldaten: ‚ihr habt das Leben von mindestens 20 Menschen in Netanya gerettet’", sagte Major Meir, der stellv. Kommandeur des 101. Fallschirmjäger Bataillons. "Es gibt zahlreiche Terrorwarnungen, deren Spur nach Nablus führt, und wir tun alles in unserer Macht stehende, um diese Anschläge zu verhindern". Vor drei Wochen erst kehrten die Fallschirmjäger aus dem Libanon-Krieg zurück.
Verteidigungsminister Amir Peretz sagte am Dienstag, dass die Sicherheitskräfte in den vergangenen zwei Wochen zehn Selbstmordattentate vereitelt haben, die von Terroristen in der Westbank vorbereitet wurden.
Im südlichen Gazastreifen hat die israelische Luftwaffe am Mittwoch das Haus eines Waffenhändlers angegriffen. Dabei kam nach palästinensischen Angaben ein 14-jähriges Mädchen ums Leben. Die Armee hatte Schmuggler Sammy al-Sha'er 15 Minuten vor dem ersten Beschuss aufgefordert, sein Haus in Rafah zu verlassen. Dem leistete er Folge, und die Zerstörung des Gebäudes verlief ohne Zwischenfälle. Doch nach dem ersten Angriff versammelten sich Kinder, um die Trümmer anzuschauen. Als die Luftwaffe eine zweite Rakete abfeuerte, seien die 14-Jährige getötet und sieben Kinder verletzt worden, sagten Krankenhausmitarbeiter. Die Armee untersucht den Vorfall. Die Armee teilte mit, dass das Haus als Versteck für die Grabungen eines Schmuggeltunnels nach Ägypten genutzt wurde.
Am Dienstag haben palästinische Sicherheitskräfte zwei Tunnel an der palästinensisch-ägyptischen Grenze gefunden, die wahrscheinlich dem Waffenschmuggel dienten. Nach Behördenangaben vom Dienstag ist einer der Tunnel 25 Meter lang und reicht bis nach Ägypten. Ein zweiter sei nicht vollendet und habe die Grenze noch nicht erreicht. Man werde nun beide Tunnel versiegeln, erklärten die Behörden. Es wurde vermutet, dass die Tunnel kriminellen und nicht etwa militärischen Zielen gedient haben. Seit Israels sich im letzten Sommer aus dem Gebiet zurückzog, habe der Schmuggel von Waffen und Sprengstoff zwischen Ägypten und dem Gazastreifen stark zugenommen, erklärte das israelische Militär.
(Yedioth Ahronoth, 27.9.)
Palästinensischer Raketen-Angriff auf Sderot: Israelin verletzt
Um etwa 7:30 Uhr morgens haben Palästinenser im Gazastreifen zwei Raketen auf die südisraelische Stadt Sderot abgeschossen. Eine Frau erlitt Bauchverletzungen, einige weitere Personen erlitten einen Schock.
Die Rakete schlug auf dem Begin-Platz ein. Es gab Stromausfall. Die zweite Qassam-Rakete schlug im Garten eines Wohnhauses ein. Dabei wurde niemand verletzt.
Der "Palästinensische Islamische Jihad" übernahm die Verantwortung. Seine "Al-Quds-Brigaden" teilten mit, sie hätten "Quds 3-Raketen" abgeschossen. Der Angriff sei "Teil einer Serie von Antworten der Organisation" auf die "fortdauernde Aggression Israels gegen das palästinensische Volk".
"Die Situation kann so nicht länger weitergehen"
Einwohner von Sderot haben wiederholt an Regierung und IDF appelliert, ihre Massnahmen gegen die Qassam-Angriffe aus dem Gazastreifen zu intensivieren. Es sei Zeit, dass die Regierung das Gebiet, von dem die Raketen aus dem nördlichen Gazastreifen in regelmässigen Abständen abgeschossen werden, zu einer "geschlossenen Militärzone" erklärt wird, sagte ein Einwohner, Avi Farhan. Farhan hatte seinen Wohnort im Gazastreifen im Rahmen des Abkopplungsprogramms der israelischen Regierung im Sommer 2005 verlassen und wohnt jetzt vorübergehend in Sderot.
"Die Situation kann so nicht länger weitergehen. Schon vor unserer Räumung (aus Gaza) haben wir davor gewarnt, dass die Palästinenser von den Ruinen unserer Häuser Qassam-Raketen abfeuern werden, und jetzt wird eine Stadt in Israel täglich von dort aus angegriffen."
(Yedioth Ahronoth, 26.9.)
Umfrage in Europa: Extremisten Ursache für Spannungen in Nahost
Die öffentliche Meinung in den grossen europäischen Ländern ist heute bereit, die Ursache für Spannungen und Kriege im Nahen Osten im Konflikt zwischen Extremisten und Moderaten zu sehen und nicht mehr in der Politik der israelischen Regierung.
Das ergab eine neue Umfrage der Organisation "The Israel Project" mit Sitz in Washington. Die Organisation führte die Umfrage diesen September unter den Eliten und unter der allgemeinen Öffentlichkeit in Deutschland, Grossbritannien und Frankreich durch. Der amerikanische Meinungsforscher Stanley Greenberg stellte seine Ergebnisse vergangene Woche der israelischen Regierung in Jerusalem vor.
Vor allem in Deutschland sei die Tendenz stark, islamische Extremisten in der Verantwortung für die Instabilität in der Region zu sehen, heisst es in dem Bericht. In Frankreich und Grossbritannien neigen die Eliten dazu, die Verantwortlichkeit aufzuteilen zwischen der israelischen Regierung und islamischen Extremisten. In Frankreich zeigt sich die allgemeine Öffentlichkeit im Nahostkonflikt zudem offener für Schuldzuweisungen gegenüber dem radikalen Islam. Die Umfrage wurde vor dem Hintergrund des Krieges im Libanon und dem gewaltsamen Konflikt im Gazastreifen durchgeführt.
(Ha'aretz, 25.9.)
Israel tritt Interpol Europa bei
Die Generalversammlung von Interpol, die am Wochenende in Rio de Janeiro tagte, hat mit einer Zweidrittelmehrheit dem Beitritt der israelischen Polizei zur europäischen Interpol zugestimmt. Israel hatte jahrelang Interpol Asien angehört.
Nach fünf Jahren diplomatischer Überzeugungsarbeit seitens des Aussenministeriums und der israelischen Polizei hat Israel die Internationale Kriminalpolizeiliche Organisation Interpol überzeugen können, sie als volles Mitglied in die europäische Abteilung aufzunehmen.
Interpol ist nach Kontinenten in verschiedene Regionen aufgeteilt, die sich über polizeiliche Operationen und Informationen austauschen. Bisher hat die Zugehörigkeit Israels zu Interpol Asien die Zusammenarbeit bei gemeinsamen Ermittlungen, rechtlichen Anfragen, Auslieferungen und Informationsaustausch erschwert, vor allem da sich der Grossteil der polizeilichen Untersuchungen Israels im Ausland auf europäische Staaten bezieht.
Aus diesem Grund starteten 2001 die israelische Polizei mithilfe von Interpol Jerusalem und Vertretern der israelischen Polizei in Europa eine Initiative zur Aufnahme Israels in die europäische Abteilung von Interpol. Das Aussenministerium beteiligte sich bei den Bemühungen über seine Botschafter in Europa.
(Yedioth Ahronoth, 25.9.)
Hamas: wir haben eine Rakete, die einen Merkava-Panzer durchdringen kann
"In Gaza versucht man so schnell wie möglich die Lehren aus dem Libanonkrieg zu ziehen, um das Kampfmodell der Hisbollah zu adoptieren und es in den Autonomiegebieten anzuwenden", so die Sicherheitsbehörden.
Die Quellen betonten, dass von dem Moment an, als der palästinensische Terror - in Folge des Libanonkrieges - das Potential dieser Waffen entdeckt hat, die Hamas und anderen Organisationen sich im Gazastreifen bemühen, Raketen jeder Art zu schmuggeln, zu entwickeln und zu produzieren. Das Hauptaugenmerk liegt auf Raketen, die eine grössere Reichweite haben und grössere Mengen an Sprengstoff tragen können. Nach Angaben der Sicherheitsbehörden erklärten Anführer von Terrorgruppen in den Autonomiegebieten, dass man dieses Modell übernehmen müsse, da die Hisbollah wegen der 3.000 Guerillakämpfer im Krieg erfolgreich war.
In Gaza unternimmt man grosse Anstrengungen, Antipanzerraketen zu entwickeln bzw. solche Raketen in den Gazastreifen hineinzuschmuggeln. Dies ist eine der wichtigsten Lehren, die man aus dem Krieg im Libanon gezogen hat, nachdem sich im Krieg gezeigt hatte, dass Antipanzerraketen der israelischen Armee grosse Schäden zugefügt haben. Vor einiger Zeit produzierte die Hamas einen Film über ihre Entwicklung der Antipanzerrakte namens "Batar". Gemäss dem Film ist sie in der Lage, die Panzerung des Markava-Panzers zu durchschlagen.
Nach Angaben der Sicherheitsbehörden sind im letzten Jahr Experten für die Waffenproduktion nach Gaza gekommen und haben Sprengstoffexperten der Hamas ausgebildet, sowie bei der Entwicklung von Kampfmitteln geholfen.
(Yedioth Ahronoth, 25.9.)
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