| Nachrichten vom 25. - 31. Dezember 2011 | ||
Luftwaffe verhindert Raketenabschuss aus Gazastreifen Am Freitagmorgen hat die Israelische Luftwaffe eine Raketenabschussbasis im nördlichen Gazastreifen angegriffen. Die palästinensische Terrorzelle hatte bereits mehrere Raketen zum Abschuss vorbereitet, als sie angegriffen wurde. Die Terroristen waren auch für den Raketenbeschuss der letzten Tage verantwortlich. (ZAHAL, 30.12.11) Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte planen, ein viertes Iron Dome Raketenabwehrsystem im Süden Israels aufzustellen. Wie ein ZAHAL-Offizier berichtete, liegt die Trefferquote derzeit bei 75 Prozent. Dies sei zwar "beeindruckend", doch man arbeite weiterhin daran, diese Quote zu verbessern, so der Offizier. (The Jerusalem Post, 30.12.11) Studie: Immer mehr israelisch-arabische Frauen erwerbstätig
Die Studie verzeichnet einen generellen Anstieg der Anzahl von Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Und auch immer mehr ultra-orthodoxe junge Männer seien in den vergangenen zwei Jahren erwerbstätig geworden. "Die generelle Meinung im öffentlichen Diskurs ist, dass ultra-orthodoxe Männer und arabische Frauen nicht am Arbeitsmarkt beteiligt seien. Doch in den vergangenen Jahren sind, wahrscheinlich wegen steigender Armut, immer mehr Menschen aus diesen Bevölkerungsgruppen Beschäftigungsverhältnisse eingegangen", erklärte die Vorsitzende des israelischen Sozialversicherungsamtes Esther Dominissini. (Yedioth Ahronoth, 29.12.11) Sechs weitere Festnahmen im Fall des Angriffs auf die Militärbasis
Die Polizei verdächtigt die Festgenommenen, an der Planung des Angriffs massgeblich Anteil gehabt zu haben. Es wird angenommen, dass sie die Aktivitäten der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte in der Region beobachtet haben, um die nationalistischen Aktivisten, die später auf der Militärbasis randalierten, darüber zu informieren. Sieben der Randalierer wurden bereits vor rund zwei Wochen in Jerusalem festgenommen. Am 12. Dezember hatten nationalistische Randalierer die Ephraim-Militärbasis angegriffen, Reifen angezündet, Militärfahrzeuge mit Steinen, Nägeln und Farbeimern beschädigt und den Kommandanten der Ephraim-Einheit attackiert und ihn dabei leicht verletzt. Gemeinsam mit der israelischen Polizei gelang es den Soldaten, die Randalierer zurückzudrängen. (Yedioth Ahronoth, 29.12.11) Schüler aus Eilat besuchen Berlin
Auf Einladung des Koordinierungsrates deutscher Nicht-Regierungsorganisationen gegen Antisemitismus e.V., vertreten durch die Vorstände Klaus Faber und Daniel Kilpert, trafen sich alle Beteiligten zu einem Empfang im Haus der Bundespressekonferenz. Auch der Leiter der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der Botschaft des Staates Israel, Tal Gat, und einige Vertreter der Sponsoren der Reise, darunter Stephan Kramer vom Zentralrat der Juden sowie Felix Husmann und Christian Zimmermann vom Berliner Freundeskreis der Ben-Gurion-Stiftung, nahmen an dem Empfang teil. "Gemeinsames Ziel der Förderer ist es, im Rahmen dieser Partnerschaft zum besseren Verständnis beizutragen und gegen Antisemitismus in Deutschland vorzugehen. Unser gemeinsames Engagement soll den jungen Menschen dabei helfen, sich mit Respekt, Toleranz und gegenseitigem Verständnis zu begegnen und ihnen somit einen nachhaltigen Eindruck für ihr weiteres Leben vermitteln. Beide Staaten sind durch die Vergangenheit miteinander verbunden. Doch heute ist vor allem das aktuelle moderne Demokratie- und Gesellschaftsverständnis das Verbindende", erklärte Christian Zimmermann. Die israelischen Schüler waren von Berlin begeistert und die Lehrer beider Schulen planen die Intensivierung der Partnerschaft mit der Entwicklung gemeinsamer Projekte, unter anderem zu den Themen Wasser, Wüste und Klima. Über das ganze Jahr könnten sich so kleine Schülergruppen via Skype zu verschiedenen Themen austauschen und Fragen diskutieren, um das gegenseitige Verständnis der länderspezifischen Probleme zu vertiefen. Auch die Lehrer könnten von einem Austausch über Schulsysteme und Lehrmethoden profitieren, erklärte die Schulleiterin der Rabinschule. So sei der gegenseitige Besuch mehr als eine Sightseeingtour. (Botschaft des Staates Israel, 29.12.11) Drei Jahre "Operation Gegossenes Blei"
In einer ersten Phase der Operation griff die israelische Luftwaffe gezielt Stellungen an, die als Ausgangsbasen für terroristische Aktivitäten identifiziert wurden. Am 3. Januar wurden Bodentruppen in den Gazastreifen entsendet. Während der gesamten Militäroperation hielt ZAHAL jeden Tag mindestens drei Stunden Waffenruhe und warnte Zivilisten vor jedem Militärschlag vor der geplanten Aktion: So wurden Durchsagen in den Nachrichten gemacht, über 2,5 Millionen Flyer verteilt und etwa 165.000 Telefonanrufe getätigt, um die Anwohner zu warnen. Die Güterlieferungen in den Gazastreifen wurden während der gesamten Operation fortgesetzt. Seit dem Ende der "Operation Gegossenes Blei" hat die Hamas wieder massiv aufgerüstet und ihre militärischen Kapazitäten über den Stand vor der Militäroperation hinaus verbessert. Ihre Raketen verfügen über eine grössere Reichweite und sind von besserer Qualität. Tausende Waffen und Raketen wurden seither in den Gazastreifen geschmuggelt und viele der Terrorzellen, die Israel neutralisiert hatte, sind wieder aktiv. Am dritten Jahrestag der Operation zeigte sich Generalstabschef Benny Gantz mit der Eindämmung des Raketenfeuers aus dem Gazastreifen zufrieden. Jedoch sehe er eine wachsende Bedrohungslage und fürchte, früher oder später sei eine zweite Militäroperation unausweichlich. "Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte wissen genau, wie man entschlossen und offensiv gegen Terroristen im Gazastreifen vorgeht", erklärte Gantz. Seit dem Ende der "Operation Gegossenes Blei" haben palästinensische Terroristen aus dem Gazastreifen mehr als 1.000 Raketen und Mörsergranaten auf Israel abgefeuert. Alleine in diesem Jahr trafen 369 Raketen den Süden des Landes. Auch heute früh schlug wieder eine Qassam-Rakete im westlichen Negev ein. Wenige Stunden zuvor hatte die Israelische Luftwaffe Mitglieder der al-Quds Brigaden angegriffen, die einen Terroranschlag an der israelisch-ägyptischen Grenze geplant hatten. (ZAHAL; Yedioth Ahronoth, 27.12.11) Raketen auf Israel In der Nacht zum Samstag haben palästinensische Terroristen aus dem Gazastreifen erneut zwei Qassam-Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert. Eine Rakete detonierte im Eshkol-Bezirk, die zweite landete im Gazastreifen. Es waren die ersten Raketen nach vier Tagen der Ruhe. <The Jerusalem Post, 24.12.11> (Botschaft des Staates Israel, 27.12.11) ZAKA bildet arabische Frauen in Erster Hilfe aus
Mehrere Dutzend Frauen nahmen an dem ersten Kurs teil, der in der arabischen Stadt Kafr Kasim von einem ZAKA-Mediziner und einem arabischsprachigen Rettungsassistenten geleitet wurde. In den arabischen Bevölkerungszentren gibt es eine sehr hohe Rate von Unfällen im Haushalt, doch den Mitgliedern der Gemeinden fehlen oft die Kenntnisse, wie sie sich in den kritischen Momenten vor der Ankunft des Krankenwagens verhalten sollen. So gab es in der Vergangenheit zahlreiche Vorfälle, in denen die Rettungssanitäter am Unfallort feststellen mussten, dass der Zustand des Patienten durch falsche Erste Hilfe noch verschlimmert wurde. Im Kurs lernen die Frauen deshalb auch Erste Hilfe im Falle einer Ohnmacht und bei Ersticken. Die Organisatoren hoffen, den Lehrgang noch in zwölf weiteren arabischen Städten stattfinden lassen zu können. Der ZAKA-Gründer und Vorsitzende Yehuda Meshi-Zahav sagte, die Organisation biete allen Menschen ihre Hilfe an, ungeachtet ihrer Religion, Herkunft oder Überzeugung. ZAKA arbeite nicht nur zum Wohl aller, sondern vereine auch freiwillige Helfer aus allen Teilen der Gesellschaft: Religiöse und Säkulare, Juden und Araber, Christen und Drusen. <The Jerusalem Post, 24.12.11> (Botschaft des Staates Israel, 27.12.11) Netanyahu: Israel duldet keine Diskriminierung
Bei der Kabinettssitzung am Sonntag äusserte sich der Ministerpräsident ebenfalls zu dem Thema. "Israel ist ein demokratischer, westlicher, freiheitlicher Staat. Der öffentliche Raum ist für Männer und Frauen gleichermassen offen und sicher. Es gibt keinen Platz für Belästigung und Diskriminierung. […] Wir werden alle gesetzlichen Mittel einsetzen, die uns zur Verfügung stehen, um dagegen vorzugehen. Doch möchte ich darauf hinweisen, dass dieses Problem nicht nur ein rechtliches ist, sondern auch ein soziales. Es ist eine Frage der öffentlichen und sozialen Normen. Deshalb rufe ich alle Personen des öffentlichen Lebens und alle geistlichen Führer dazu auf, gegen dieses Phänomen vorzugehen." (MFA; Amt des Ministerpräsidenten, 26.12.11) |
Netanyahu gratuliert Pilotinnen
"Ein Land, in dem Frauen in Cockpits sitzen, ist ein Land, in dem Frauen sitzen können, wo sie wollen", fügte Netanyahu hinzu und spielte auf die Debatte über Geschlechtertrennung in Bussen an. Auch Verteidigungsminister Ehud Barak gratulierte den Absolventinnen. "Ihr seid die jüngste zionistische Antwort auf alle, die Frauen ausgrenzen wollen. Ihr stärkt unsere ganze Gesellschaft. Wir alle, säkulare und religiöse Israelis, müssen euch nicht nur mit Respekt begegnen, sondern als Gesellschaft gemeinsam gegen diesen Schandfleck der Ausgrenzung vorgehen." Von hunderten, die vor zwei Jahren angefangen haben, absolvierten nur 14 Teilnehmer den Pilotenkurs. (Yedioth Ahronoth, 29.12.11) Landwirtschaft wie in Zeiten der Bibel
Der Nationalpark Neot Kedumim liegt auf halber Strecke zwischen Tel Aviv und Jerusalem und ist auch ausserhalb der Touren eine Reise wert. Nicht nur die besondere Vegetation zeigt, wie in Zeiten der Bibel gelebt und gewirtschaftet wurde, sondern die gesamte Landschaft soll zu dem Verständnis dieser Zeit beitragen. (Neot Kedumim, 29.12.11) Weiter Raketenbeschuss auf Israel Vergangene Nacht haben palästinensische Terroristen aus dem Gazastreifen fünf Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert. Die Raketen detonierten in den Bezirken Eshkol und Sha'ar Hanegev. Als Reaktion auf die Raketen griff die israelische Luftwaffe einen Terrortunnel und eine Raketenabschussbasis an. (ZAHAL; Yedioth Ahronoth, 29.12.11) Rechtliche Schritte gegen Ausgrenzung von Frauen
Ministerpräsident Binyamin Netanyahu hatte diese Zusammenkunft gefordert. Der Ausschuss soll die möglichen legalen Mittel und Strafmassnahmen untersuchen, die gegen die Diskriminierung von Frauen eingesetzt werden können. Neben Generalstaatsanwalt Weinstein nahmen Oberstaatsanwalt Moshe Lador, sein Stellvertreter Yehushua Lamberger, der Jerusalemer Bezirksstaatsanwalt Eli Abarbanel und die Vertreter des Generalstaatsanwalts Raz Nizri und Orit Koren an dem Treffen teil. Das Büro des Generalstaatsanwalts äusserte sich in einer Stellungnahme zu dem Thema und sagte, man nehme die Angelegenheit sehr ernst und müsse die rechtlichen Möglichkeiten voll ausschöpfen, um dieses Phänomen bereits im Keim zu ersticken. Ministerpräsident Netanyahu hatte sich bei einer Kabinettssitzung ebenfalls zu dem Thema geäussert. Auch er forderte die "volle Ausschöpfung der rechtlichen Möglichkeiten, um diese Extremisten zu stoppen. […] Wir werden niemanden tolerieren, der Frauen anspuckt, nur weil er ihre Art sich zu kleiden ablehnt." Der Ministerpräsident warnte jedoch auch davor, diese Probleme der gesamten ultra-orthodoxen Gemeinschaft anzulasten. "Wir müssen jetzt vorsichtig sein und dürfen nicht generalisieren. Jeder Versuch, die Aktionen einer extremistischen, gesetzlosen Randgruppe mit einer gesamten Bevölkerungsschicht in Verbindung zu bringen, ist schlicht unverantwortlich." Am Dienstag hatte der Knessetabgeordnete Nachman Shai ein Gesetz vorgeschlagen, dass den Ausschluss von Frauen zum Straftatbestand machen soll. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, könnte der Aufruf zur Ausgrenzung von Frauen eine dreijährige Gefängnisstrafe nach sich ziehen. (Yedioth Ahronoth, 28.12.11) Tausende demonstrieren in Beit Shemesh
Oppositionsführerin Tzipi Livni, die Vorsitzende der Arbeitspartei Shelly Yachimovich, Kultur- und Sportministerin Limor Livnat und der Rabbiner Haim Amsalem sprachen auf der Kundgebung. Livnat erklärte, der Ausschluss von Frauen sei "ein verabscheuungswürdiges Verbrechen" und kündigte an, "mit allen Mitteln" dagegen zu kämpfen. Der Knessetabgeordnete Amir Peretz, der ebenfalls an der Demonstration teilnahm, erklärte: "Genug ist genug! Wir müssen diesen Zustand beenden. […] Es ist eine untragbare Situation, wenn ein Mädchen in Israel Angst hat, auf die Strasse zu gehen." Auch der Bürgermeister von Beit Shemesh, Moshe Abutbul, äusserte sich zu der Gewalt in seiner Stadt und sagte, dass dieses Verhalten unentschuldbar sei und die Polizei mit "harter Hand" gegen die Unruhestifter vorgehen solle. Ministerpräsident Binyamin Netanyahu erläuterte seine ablehnende Haltung erneut am Dienstag bei dem diesjährigen Bibel-Wettbewerb in Jerusalem. "Die Bibel beschreibt eine gerechte Weise, wie jeder Mensch, und insbesondere Frauen, behandelt werden sollen. Der Ausschluss von Frauen widerspricht der Tradition der Bibel und den Traditionen des Judentums." Bildungsminister Gideon Sa'ar pflichtete Netanyahu bei und sagte: "Wir müssen unsere Stimme erheben gegen diese dunklen Kräfte. Der Radikalismus der Sikarier und die gaunerhaften Methoden der ‚Preisschild'-Gangs repräsentieren nicht das Judentum. Das ist nicht die israelische Art." Bei der Botschafterkonferenz in Jerusalem rief Präsident Peres alle Bürger dazu auf, an der Demonstration in Beit Shemesh teilzunehmen. "Die Religiösen, die Säkularen, die Traditionalisten - wir alle müssen die Prinzipien des Staates Israel verteidigen gegen diese kleine Gruppe, die unserer nationalen Solidarität schaden will." Denn die Verantwortung liege nicht nur bei der Polizei: "Das ist ein Test für unsere Nation, die Mehrheit aus den Fängen einer kleinen Minderheit zu befreien, die an den Grundfesten der Demokratie nagt. […] Keiner hat das Recht, Mädchen oder Frauen zu bedrohen. Wir sind alle Bürger." (Yedioth Ahronoth, 27.12.11) Israel als Wasserexporteur
"Wir werden in den kommenden Jahren sogar Wasser in die Natur zurückführen und an unsere Nachbarn verkaufen können", erklärte Energieminister Uzi Landau. Israel besteht zu zwei Dritteln aus Trockengebieten und hat sich weltweit zum Spitzenreiter auf dem Gebiet der Meerwasserentsalzung und Abwasserreinigung entwickelt. (Yedioth Ahronoth, 27.12.11) Arbeitslosenquote auf 20-Jahres-Tief
Als arbeitslos gilt, wer aktiv nach Arbeit sucht und sich regelmässig bei den Behörden meldet. Soldaten, Hausfrauen und Yeshiva-Studenten werden somit nicht in den Statistiken erfasst. Dadurch ist Israels Arbeitslosenquote die niedrigste in der westlichen Welt. Der israelische Zentralbankchef Stanley Fischer erklärte jedoch kürzlich, dass er einen geringfügigen Anstieg der Arbeitslosenzahlen und einen Rückgang des Wirtschaftswachstums für das nächste Jahr erwarte. (Yedioth Ahronoth, 27.12.11) Keine Verhandlungen mit Hamas
Netanyahu erklärte, dass er keine Situation tolerieren werde, in der sich ein künftiger palästinensischer Staat zu einer Raketenabschussbasis gegen Israel entwickelt, sobald die israelischen Verteidigungsstreitkräfte abziehen, wie es im Gazastreifen oder im südlichen Libanon geschehen ist. Abschliessend sagte Netanyahu, er sei "jederzeit und überall" dazu bereit, sich mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zu treffen, um die Friedensverhandlungen ohne Vorbedingungen wiederaufzunehmen. (The Jerusalem Post, 26.12.11) Israel verurteilt die Terroranschläge in Nigeria
Die Regierung des Staates Israel spricht der nigerianischen Regierung, der nigerianischen Bevölkerung und den Familien der Opfer ihr Beileid aus und wünscht den Verwundeten eine schnelle Genesung. Israel wird den nigerianischen Behörden zur Behandlung der Verletzten medizinische Hilfe liefern. (MFA, 25.12.11) |