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Nachrichten vom 25. - 31. Juli 2010
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Netanyahu: Unmittelbar bereit zu direkten Verhandlungen

Foto: GPO-ArchivIsraels Ministerpräsident Binyamin Netanyahu hat gestern die Entscheidung der Arabischen Liga begrüsst, einer Wiederaufnahme von direkten Verhandlungen zwischen Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) grünes Licht zu geben.

"Ich bin bereit, bereits in den nächsten Tagen direkte und ehrliche Gespräche mit Abu Mazen [Mahmoud Abbas] zu beginnen", sagte Netanyahu. "Mit direkten Verhandlungen wird es möglich sein, bald zu einem Friedensabkommen zwischen beiden Völkern zu gelangen."

In Israel geht man dennoch davon aus, dass PA-Präsident Abbas weiter versuchen wird, die Aufnahme direkter Verhandlungen mit Israel hinauszuzögern, womöglich bis kurz vor Ablauf des zehnmonatigen Siedlungsbaumoratoriums.

(Ha'aretz, 30.07.10)


Solidaritätskundgebung für Gilad Shalit in Frankfurt

Foto: Rafael Herlich / Honestly ConcernedIn Frankfurt am Main haben sich am Donnerstag rund 200 Menschen vor der lokalen Dienststelle des Deutschen Roten Kreuzes versammelt, um für die Freilassung des im Sommer 2006 von der Hamas entführten israelischen Soldaten Gilad Shalit zu demonstrieren.

Zu der Kundgebung hatten die folgenden Organisationen aufgerufen: Jüdische Gemeinde Frankfurt, Honestly Concerned e.V., Deutsch-Israelische Gesellschaft - DIG Frankfurt, B'nai Brith Frankfurt Schönstadt Loge e.V., ILI - I Like Israel e.V., Prozionistische Linke.

Der Vorsitzende von Honestly Concerned, Sacha Stawski, forderte vom Internationalen Roten Kreuz, der Hamas ein Ultimatum zu stellen, Gilad Shalit gemäss internationalem Recht zu besuchen und Kontakt mit seiner Familie herzustellen. Bei Nichteinhaltung solle die Hamas als Kriegsverbrecher vor dem Internationalen Gerichtshof verklagt werden. Die Bemühungen des Internationalen Roten Kreuzes für eine Freilassung von Shalit aus der Geiselhaft seien nicht ausreichend.

Nach der Kundgebung wurde dem Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes eine Petition übergeben, die von allen rund 200 Demonstranten unterschrieben worden war. Er sicherte zu, diese an das IKRK in Genf weiterzuleiten.

(Honestly Concerned, 29.07.10)


Ayalon zur Flottillenfarce

Stellvertretender Aussenminister Danny AyalonIsraels stellvertretender Aussenminister Danny Ayalon hat im Wall Street Journal einen Artikel veröffentlicht, in dem er die Doppelmoral der vergangenen und geplanten Gaza-Flottillen anprangert. Dabei bezieht er sich nicht zuletzt auf die missliche Lage der palästinensischen Flüchtlinge im Libanon.

"Es gibt heute mehr als 400 000 Palästinenser im Libanon, denen die fundamentalsten Grundrechte vorenthalten werden. Die libanesische Regierung hat eine Liste von Dutzenden von Berufen, die Palästinenser nicht ausüben dürfen, darunter die des Arztes, Anwalts und Ingenieurs. Palästinensern ist der Besitz von Grundeigentum verboten, und sie brauchen eine Sondergenehmigung, um ihre Städte zu verlassen. Anders als andere Ausländer im Libanon haben sie keinen Zugang zum Gesundheitssystem. Laut Amnesty International leiden die Palästinenser im Libanon unter 'Diskriminierung und Marginalisierung‘ und werden wie 'Bürger zweiter Klasse‘ behandelt; ihnen wird 'die ganze Palette der Menschenrechte‘ vorenthalten.

Amnesty stellt auch fest, dass die meisten palästinensischen Flüchtlinge im Libanon kaum eine andere Wahl haben als in übervölkerten und sich verschlechternden Lagern und nicht formellen Zusammenkünften ohne elementare Infrastruktur zu leben.

ArchivfotoIn Anbetracht der sich verschlimmernden Misere der Palästinenser im Libanon ist es der Gipfel der Ironie, dass eine libanesische Flottille plant, in den nächsten Tagen den Hafen von Tripoli zu verlassen und den Palästinensern in Gaza Hilfe zukommen zu lassen. Einem der Organisatoren zufolge sind die Teilnehmer 'von einem Gefühl harscher Ungerechtigkeit‘ geleitet.

Diese Haltung legt die Unehrlichkeit der ganzen Flottillen-Übung offen. Ob aus der Türkei, Irland oder Zypern - die Teilnehmer an diesen Flottillen stinken nach Heuchelei. Es gibt gegenwärtig 100 bewaffnete Konflikte und Dutzende territorialer Auseinandersetzungen auf der Welt. Millionen Menschen wurden getötet und Hunderte Millionen leben in erbärmlicher Armut ohne Zugang zu Grundnahrungsmitteln. Und dennoch geben Hunderte edelgesinnter 'Menschenrechtsaktivisten‘ Millionen von Dollar dafür aus, Gaza zu erreichen und der Hamas Geld zu übergeben, das die unschuldigen Zivilisten in Gaza nie erreichen wird."

Den vollständigen Artikel finden Sie: hier (extern)

(The Wall Street Journal, 29.07.10)


Unglück in Rumänien: Hubschrauberbesatzung für tot erklärt

Foto: ZAHALDie sieben Insassen des israelischen Armeehubschraubers, der am Montagabend in Rumänien abgestürzt ist, sind tot. Das erklärte die israelische Armee am Dienstagnachmittag, nachdem nahe dem Helikopter sieben Leichen entdeckt wurden. Auch der Flugschreiber, von dem Auskünfte über die Umstände des Unfalls erwartet werden, wurde inzwischen gefunden.

An Bord des Hubschraubers waren ausser einem rumänischen Verbindungsoffizier sechs israelische Luftwaffensoldaten: Oberstleutnant d. Res. Avner Goldman (48) aus Modi'in, Oberstleutnant Daniel Shipenbauer (43) aus Kidron, Major Yahel Keshet (33) aus Hatzerim, Major Lior Shai (28) aus Tel Nof, Leutnant Nir Lakrif (25) aus Tel Nof und Hauptfeldwebel Oren Cohen (24) aus Rehovot.

Eine beinahe 80 Personen umfassende Delegation verschiedener Armeeeinheiten arbeitet derzeit vor Ort noch an der genaueren Klärung des Unfallhergangs.

Israels Präsident Shimon Peres gedachte der Verunglückten am Mittwochmorgen in seiner Residenz mit einer Schweigeminute und einer kleinen Ansprache:

"Ich weiss, dass unser aller Herz heute an einem anderen Ort weilt, sechs unserer Besten sind gefallen; sechs der Schönsten, die unser Volk hat. Es gibt kein schönes Land Israel ohne die Schönheit der Israelis selbst."

"Ich denke, dass die Armee das Wertvollste ist, was das jüdische Volk besitzt, und die Söhne, die kämpften und fielen, sind das Wertvollste, was die Armee und wir alle besitzen. Unsere Herzen sind mit den Familien, mit den Eltern, mit den Partnerinnen, mit den kleinen Kindern, einer schwangeren Frau und einem Kind, das noch nicht das Licht der Welt erblickt hat."

"Jeder Pilot, der einen Hubschrauber besteigt, ist sich seiner Mission bewusst, aber auch der Gefahr. Es gibt Völker, die siegten und nicht wussten, was ein Krieg ist, aber wir sind ein hartnäckiges und kampferprobtes Volk, das um sein Leben zu kämpfen, sein Erbe zu bewahren und seine Söhne zu ehren weiss. Das Wesen des Landes und die Grösse seiner Söhne trafen sich für einen kurzen Augenblick in dieser Tragödie."

(ZAHAL, 28.07.10)


Netanyahu bei Abdullah

Foto: GPOIsraels Ministerpräsident hat sich am Dienstag in Amman mit Jordaniens König Abdullah II. zu einem zweistündigen Gespräch getroffen. Die konstruktiven Diskussionen kreisten um die Notwendigkeit, Frieden, Sicherheit und Wohlstand in der Region zu fördern.

Die beiden Regierungschefs berieten über das Erfordernis, direkte, ernsthafte und effektive Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern einzuleiten, die alle Endstatusfragen ansprechen und eine Lösung von zwei Staaten für zwei Völker herbeiführen würden, in welchen Israelis und Palästinenser in dauerhaftem und sicherem Frieden leben.

Netanyahu betonte, dass König Abdullahs Führung wichtig für den Frieden und die Stabilität in der Region seien; er freue sich darauf, die Beziehungen zwischen Israel und Jordanien zu stärken.

(MFA, 27.07.10)


Gaza: Hamas-Innenminister erwägt Wehrpflicht

Hamas-LogoDer Innenminister der Hamas in Gaza, Fathi Hamad, denkt an einen weit reichenden militärischen Ausbau der ihm unterstehenden Sicherheitskräfte, die sich gegenwärtig aus 18 000 Mitgliedern zusammensetzen.

Bei der Einweihung eines neuen Polizeigebäudes sagte der ranghöchste Sicherheitsoffizielle in dem palästinensischen Küstenstreifen, sein Ministerium sei "offen für die Idee freiwilliger Rekrutierung und dann des Übergangs zur Wehrpflicht". Zu Einzelheiten wollte er sich nicht äussern.

Ein Sprecher des Ministeriums betonte freilich, gegenwärtig konzentriere man sich auf den freiwilligen Dienst; über einen verpflichtenden Armeedienst müsse die Hamas-Regierung entscheiden.

Mehr als die Hälfte der 1.5 Millionen Bewohner des Gaza-Streifens sind unter 18. Angesichts des Mangels an Arbeitsplätzen könnte der Militärdienst für viele junge Männer eine attraktive Option sein.

(Yedioth Ahronoth, 27.07.10)


Israelischer Armeehubschrauber in Rumänien abgestürzt

Foto: ZAHALWährend eines Luftwaffenmanövers in Rumänien ist am Montag ein Hubschrauber der israelischen Armee abgestürzt. An Bord befanden sich sechs israelische Soldaten - vier Piloten und zwei Mechaniker - und ein Mitglied der rumänischen Luftwaffe. Ein israelisches Einsatzkommando hat den Helikopter der Bauart Yasur CH-53 am Dienstag geborgen; die Besatzungsmitglieder wurden bis zum frühen Nachmittag nicht gefunden, doch geht man davon aus, dass alle ums Leben gekommen sind.

Die israelische Armee hat die Namen der sechs Israelis inzwischen bekannt gegeben: Oberstleutnant d. Res. Avner Goldman (48) aus Modi'in, Oberstleutnant Daniel Shipenbauer (43) aus Kidron, Major Yahel Keshet (33) aus Hatzerim, Major Lior Shai (28) aus Tel Nof, Leutnant Nir Lakrif (25) aus Tel Nof und Hauptfeldwebel Oren Cohen (24) aus Rehovot.

Der Sprecher der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL), Brigadegeneral Avi Benayahu, erklärte die Präsenz der israelische Luftwaffe in Rumänien wie folgt: "Wir sind in Rumänien, um unsere Soldaten in Gebieten auszubilden, die unseren Kampfgebieten am ähnlichsten sind. Das Manöver, an dem der Helikopter teilnahm, wurde durchgeführt, um die Luftwaffe in einer unbekannten Bergregion auszubilden, um das Korps auf Kriegseinsätze und Spezialoperationen vorzubereiten."

Luftwaffenkommandant Generalmajor Ido Nehushtan hat ein Untersuchungsteam unter der Führung eines Offiziers im Range eines Brigadegenerals einberufen und wird den Vorfall in Übereinstimmung mit Rumäniens Luftwaffenkommandant Generalmajor Ion-Aurel Stanciu einer gemeinsamen Prüfung unterziehen lassen.

Die politische Führung Israels wird über die Entwicklungen ständig auf dem Laufenden gehalten.

(ZAHAL, 27.07.10)


Loveparade-Katastrophe: Botschafter drückt Mitgefühl aus

SymbolfotoIsraels Botschafter in Berlin, Yoram Ben-Zeev, ist bestürzt über das fatale Unglück bei der Duisburger Loveparade und spricht den Hinterbliebenen der Opfer sein Beileid aus. In einem Brief an Bundespräsident Christian Wulff, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft schreibt er u.a.:

"Mit Bestürzung haben wir die Nachrichten von der Massenpanik während der Loveparade 2010 in Duisburg und dem Tod von 19 jungen Menschen sowie von hunderten Verletzten aufgenommen und möchten Ihnen und allen betroffenen Angehörigen unser tiefes und von Herzen empfundenes Mitgefühl aussprechen.

Diese Tragödie macht uns fassungslos und es ist nicht zu begreifen, dass eine als fröhliche Party geplante Veranstaltung in einer derartigen Katastrophe geendet hat. Den Familien der Opfer wünschen wir recht viel Kraft und Trost, um diesen schweren Verlust ertragen zu können."

(Botschaft des Staates Israel, 26.07.10)


Vier Raketen aus Gaza

ArchivfotoPalästinensische Terroristen aus dem Gaza-Streifen haben am Samstag vier Qassam-Raketen und zwei Mörsergranaten in den Süden Israels abgefeuert. Verletzt wurde dabei niemand, und es entstand auch kein Sachschaden.

Bei der Untersuchung einer der Raketen, die nahe dem Kibbutz Nahal Oz landete, stellte man fest, dass sie aufgrund ihrer professionellen Bauweise offensichtlich nicht im Gaza-Streifen produziert, sondern importiert worden war.

Die israelische Luftwaffe flog in Reaktion auf den Raketenbeschuss in der Nacht zum Montag einen Angriff auf eine Raketenfabrik im nördlichen und zwei Schmuggeltunnel im südlichen Gaza-Streifen.

(Yedioth Ahronoth, 26.07.10)


Lieberman trifft Papandreou

Foto: GPOIsraels Aussenminister Avigdor Lieberman hat sich am Donnerstagnachmittag im Jerusalemer King David Hotel mit dem griechischen Ministerpräsidenten Giorgios Andrea Papandreou getroffen.

Hinsichtlich der Verhandlungen mit den Palästinensern betonte Lieberman: "Wir sind bereit zu direkten Gesprächen, aber die Fortsetzung des Siedlungsbaumoratoriums ist unmöglich und unvernünftig."

Israels Aussenminister dankte seinem griechischen Gast für seine Kooperation im Zusammenhang mit den jüngsten Gaza-Flottillen und fügte hinzu: "Wir erwarten von der Europäischen Union, mehr Eigeninitiative bei der Verhinderung der nächsten Flottillen zu zeigen, vor allem durch Druck auf den Libanon, Syrien und die Türkei, um überflüssige Provokationen abzuwehren."

Lieberman vergass auch nicht, auf die deutliche Verbesserung der israelisch-griechischen Beziehungen im Laufe des vergangenen Jahres hinzuweisen. <MFA, 22.07.10>

(Botschaft des Staates Israel, 26.07.10)


Israelische Polizisten für Haiti

Israelischer Hilfseinsatz in Haiti (Foto: ZAHAL)Auf eine Initiative des Aussenministeriums hin hat die israelische Polizei eine Gruppe von 14 Polizeioffizieren zu einem Hilfseinsatz in Haiti freigestellt. Ihre Aufgabe wird darin bestehen, der UN-Stabilisierungsmission (MINHUSTAH) in dem im Januar von einem verheerenden Erdbeben heimgesuchten Karibikstaat beizustehen.

Mit der Mission reagiert Israel auf den Appell der UNO an ihre Mitgliedsstaaten, die Hilfe für Haiti noch auszuweiten. Dass Israel das Polizeiteam schickt, ist Ausdruck seiner Bereitschaft, mit seiner Erfahrung und Fachkenntnis einen Beitrag zur Gesundung Haitis zu leisten.

Die israelischen Polizisten werden an der Seite einer italienischen Polizeieinheit arbeiten und von dieser logistische Unterstützung erhalten. Dem gemeinsamen Einsatz gingen lange Planungen zwischen dem israelischen Aussenministerium, dem Ministerium für innere Sicherheit, der israelischen Polizei und der UN-Abteilung für die friedenserhaltenden Einsätze sowie der italienischen Regierung und Polizei voraus.

Gleich nach dem Erdbeben sandte Israel im Januar ein Feldlazarett und ein Rettungsteam nach Port-au-Prince.

(MFA, 25.07.10)

Grad-Rakete im Herzen Ashkelons

ArchivfotoIn der südlichen Innenstadt von Ashkelon ist heute Morgen eine Grad-Rakete niedergegangen, die von palästinensischen Terroristen aus dem Gaza-Streifen abgefeuert worden war. Zwei Menschen erlitten dabei einen Schock. Ausserdem wurden zwei leer stehende Stockwerke eines Wohnblocks, mehrere Fahrzeuge und ein Gehsteig beschädigt, und unzählige Fensterscheiben gingen zu Bruch.

"Wir hörten die Sirene und rannten in den Schutzraum", berichtet Dudi Ben-Shlush, der im vierten Stock des von der Rakete getroffenen Gebäudes wohnt. "Wir hörten die laute Explosion erst, nachdem wir hinausgegangen waren. Das gesamte Gebäude erbebte, und die Rollläden wurden beschädigt. Wir gingen hinunter und sahen, dass unsere beiden Autos beschädigt und ihre Fensterscheiben zerschmettert waren. Es war sehr beängstigend; wir dachten, dass ganze Gebäude würde zusammenstürzen."

Ashkelons Bürgermeister Benny Vaknin sprach von einem "sehr ernsten Vorfall, dem schlimmsten seit der Operation gegossenes Blei". "Es besteht kein Zweifel, dass solch ein Einschlag innerhalb der Stadt eine Eskalation darstellt."

Bereits am Samstag waren vier Raketen und zwei Mörsergranaten aus dem Gaza-Streifen im Süden Israels niedergegangen.

(Yedioth Ahronoth, 30.07.10)


Israels erste arabische Kampfsoldatin

Foto: ZAHALOberstabsgefreite Elinor Joseph hat eine historische Position innerhalb der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) inne: Sie ist die erste arabische Israelin, die in einer Kampfeinheit dient.

Die christliche Araberin wurde in einer Wohngegend von Haifa geboren und aufgezogen, deren Einwohnerschaft sich aus Juden wie Arabern zusammensetzt. In ihrer Schule waren jedoch alle Klassenkameraden arabisch. Und obgleich ihr Vater stolz auf seinen Armeedienst als Fallschirmjäger zurückblickt, hatte sie ursprünglich nicht vorgehabt, sich einziehen zu lassen, und stattdessen die Emigration erwogen. Am Ende entschied sie sich dann doch dazu, die Uniform der israelischen Armee zu tragen, wobei sie sich über die ablehnende Haltung fast ihres gesamten Freundeskreises hinwegsetzen musste.

"Ich verstand, dass es sehr wichtig ist, meine Freunde, meine Familie und mein Land zu verteidigen. Ich bin hier geboren", sagt sie nun. "Wenn man Dinge von ganzem Herzen tut, beginnt man mit der Zeit ihre Bedeutung zu erkennen."

Zuerst diente Joseph als Sanitäterin bei der Militärpolizei am Übergang Qalqiliya. Die Arbeit an dem Kontrollpunkt empfand sie trotz anfänglicher Skepsis als angenehm: "Ich behandelte alle Leute an den Kontrollpunkten gleich, da wir alle Menschen sind. Aus diesem Grund reagierte niemand negativ auf mich, was mich - ehrlich gesagt - überrascht hat", erinnert sie sich. "Die Leute wussten, dass ich da bin und ich bei Bedarf nicht meinen Mundhalten würde; so wurden sie stets daran erinnert, die Palästinenser gut zu behandeln. Aber tatsächlich war ihre Behandlung immer voll von Respekt."

Da sie nach einiger Zeit mehr Verantwortung übernehmen wollte, bewarb sie sich darum, in eine Kampfeinheit zu wechseln, was ihr dann letztlich auch gelang. Dabei hat sie auch mit dem vorwiegend jüdischen Charakter der kämpfenden Truppe keine Probleme: "Ich weiss, dass ich Teil der Armee des jüdischen Staates bin, und daher höre ich zu, wenn wir darüber sprechen, und lerne. Ich habe mich daran gewöhnt und respektiere das, obwohl ich mich nicht allzu sehr mit der Identität des Landes befasse - ich habe meine eigene Identität und werde die meines Landes respektieren." <ZAHAL, 26.07.10>

(Botschaft des Staates Israel, 29.07.10)


Neueröffnung des Israel-Museums

Foto: Israel-MuseumNach dreijährigen Erweiterungs- und Renovierungsarbeiten hat das Israel-Museum in Jerusalem diese Woche wieder seine Pforten für die Besucher geöffnet. Bereits am neuen Eingang bemerkt man die positive Veränderung.

Die wahrscheinlich wichtigste Neuerung ist die Einrichtung einer Dauerausstellung zur israelischen Kunst. Als landesweit grösste Einrichtung seiner Art hat das Israel-Museum die Verantwortung, über die Generationen hinweg israelische Kunst zu sammeln, zu bewahren und zu erforschen. Davon profitieren auch die Jerusalemer Kunstszene und die Studenten.

Am Eingang der Ausstellung zur israelischen Kunst steht "Nimrod" (Bild), die berühmte Skulptur des in Berlin geborenen Bildhauers Yitzhak Danziger von 1939. Sie gilt als Symbol der junghebräischen Bewegung der 'Kanaaniter‘, die einen Rückbezug auf die paganen Wurzeln des Nahen Ostens suchte.

Insgesamt werden in der Ausstellung etwa 70 Kunstwerke israelischer Künstler verschiedenster Stilrichtungen präsentiert.

Alle relevanten Informationen gibt es unter dem folgenden Link: http://www.english.imjnet.org.il/htmls/home.aspx <Ha'aretz, 26.07.10>

(Botschaft des Staates Israel, 29.07.10)


Botschafter nimmt Peres-Büste entgegen

Von links nach rechts: Glöckner, Arentz, Ben-Zeev (Foto: Henry H. Herrmann / Eventpress)Israels Botschafter in Berlin, Yoram Ben-Zeev, hat am Dienstag eine Büste des Präsidenten Shimon Peres entgegengenommen, die der Leverkusener Bildhauer Kurt Arentz angefertigt hat.

Der Künstler war aus diesem Anlass gemeinsam mit dem Ehrenvorsitzenden des Städtepartnerschaftsvereins Leverkusen - Nazareth Illit, Hans-Joachim Glöckner, in der Residenz des Botschafters zu Gast, wo die Büste feierlich enthüllt wurde. An der kleinen Feierstunde nahmen auch die Ehefrauen sowie Diplomaten des Hauses teil.

Das 43 cm hohe und 24 kg schwere Kunstwerk wird demnächst an Präsident Peres nach Israel weitergeleitet.

(Botschaft des Staates Israel, 28.07.10)


Verbot von nächtlichem Alkoholverkauf

SymbolfotoDer Kampf gegen den Alkoholkonsum in Israel kommt in Fahrt. So hat die Knesset nun ein Gesetz verabschiedet, dass den Verkauf von alkoholischen Getränken in Geschäften und Kiosken zwischen elf Uhr abends und sechs Uhr morgens untersagt. Es gab keine Gegenstimmen und Enthaltungen.

Zuvor hatten der Innen- und Umweltpolitische Ausschuss und der Rechtsausschuss der Knesset noch einen Gesetzesvorschlag des Abgeordneten David Rotem (Israel Beiteinu) abgewehrt, der ein ganztägiges Verbot von Alkoholverkauf an Tankstellen vorsah.

Nicht betroffen von der neuen Regelung sind neben Gaststätten auch Duty Free Shops. <Yedioth Ahronoth, 21.07.10>

(Botschaft des Staates Israel, 28.07.10)


Neue Erfindung zur Schwerbehindertenkommunikation

Weizmann-Institut - LogoAm Weizmann-Institut in Rehovot ist ein neues System entwickelt worden, das Quadriplegikern erheblich das Leben erleichtern kann. Es beruht auf einem Gerät, das Veränderungen des Luftdrucks innerhalb der Nasenöffnung identifizieren und in elektrische Signale übersetzen kann. Somit wird eine Art von Kommunikation durch Schniefen ermöglicht.

Das von Prof. Noam Sobel, den Elektroingenieuren Dr. Anton Plotkin und Aharon Weissbrod sowie der Studentin Lee Sela an der Abteilung für Neurobiologie entwickelte System wurde sowohl an Quadriplegikern, d.h. an allen vier Extremitäten Gelähmten, als auch an gesunden Testpersonen getestet - mit dem Ergebnis, dass die Methode leicht zu beherrschen ist. Den Testpersonen gelang es mittels der Technologie, durch Schniefen einen Rollstuhl über einen komplizierten Weg zu navigieren und ein Computerspiel mit beinahe derselben Geschwindigkeit und Genauigkeit zu spielen wie mit einer Maus oder einem Joystick.

Sobel berichtet begeistert: "Die aufregendsten Tests waren die mit den Patienten mit Locked-in-Syndrom. Dies sind Menschen mit ungeschädigter kognitiver Funktion, die völlig gelähmt sind - eingeschlossen in ihre Körper. Mit dem neuen System konnten sie mit Familienmitgliedern kommunizieren und sogar von sich aus in Kommunikation mit der Aussenwelt treten. Manche schrieben ergreifende Mitteilungen an ihre Lieben und teilten mit ihnen, erstmals seit langer Zeit, ihre Gedanken und Gefühle."

Weitere Informationen zu der Erfindung finden Sie: hier (extern)

(Weizmann Institute of Science, 27.07.10)


Gaza: Innerpalästinensischer Streit behindert Warentransfer

SymbolfotoAufgrund des Kampfes zwischen Hamas und Fatah gelangen viele Waren nicht nach Gaza. Israel lockerte die Einfuhrbeschränkungen vor etwa einem Monat in grossem Stil und genehmigte neben Nahrungsmitteln und anderen Gütern auch die Lieferung von Neuwagen in den palästinensischen Küstenstreifen.

Die Nachfrage nach Neuwagen (Baujahr 2010) ist zumal nach Aufhebung der Blockade gross. Wegen fiskalischer Streitigkeiten zwischen der Fatah und der Terrororganisation Hamas, die den Gaza-Streifen beherrscht, ist die Einfuhr aber nicht vonstatten gegangen. Die Hamas verlangt nicht nur die Steuern, die bisher die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) erhoben hat; zudem fordert sie, selbst als Vertreter der Palästinenser gegenüber Israel aufzutreten und von der PA die Koordination des Warentransfers an den Grenzübergängen zu übernehmen.

(Ha'aretz, 27.07.10)


Iran zeigt sich ungerührt

Iranische FlaggeDer Iran bemüht sich, den Eindruck zu erwecken, von den neu beschlossenen Sanktionen von Seiten der EU und Kanadas nicht tangiert sein.

Ein Sprecher des iranischen Aussenministeriums versicherte, die Schritte würden keinerlei Auswirkungen für die iranische Wirtschaft mit sich bringen. Vielmehr würden die Sanktionen lediglich "die Situation verkomplizieren und beide Seiten weiter vom Erzielen eines Abkommens entfernen".

(Yedioth Ahronoth, 27.07.10)


Israel begrüsst neue Iran-Sanktionen der EU

SymbolfotoIsrael begrüsst die Entscheidung der EU-Aussenminister, zusätzliche und signifikante Sanktionen gegen den Iran zu verhängen, die sich auf den Energiesektor, das Bankwesen, Handel und Verkehr sowie die Islamischen Revolutionswächter konzentrieren.

Diese Massnahme der Europäischen Union übermittelt dem Iran die klare Botschaft, dass er den Forderungen der internationalen Gemeinschaft Folge leisten sollte. Sie zeigt den Preis an, den der Iran für die Fortsetzung seines gegenwärtigen Verhaltens zahlen muss, und signalisiert, dass die internationale Gemeinschaft sich mit Teherans systematischer Missachtung internationaler Normen nicht abfinden wird.

Die EU hat einen bedeutenden Schritt vollzogen, dem ein ähnliches Vorgehen anderen Staaten hin zu einer Ausweitung der Sanktionen gegen den Iran folgen sollte.

Die signifikanten und weit reichenden Sanktionen müssen voll umgesetzt werden, um dem iranischen Regime eine entschlossene Botschaft zu übermitteln.

(MFA, 26.07.10)


Neu entdeckte Keilschrifttafel mit Parallelen zu Codex Hammurapi

Codex Hammurapi (Louvre)Erstmals ist in Israel ein Dokument mit einem Gesetzestext gefunden worden, der in Teilen dem berühmten Codex Hammurapi entspricht. Der Text befindet sich auf Fragmenten einer Keilschrifttafel aus dem 18. bis 17. Jh. v. Chr., die Archäologen der Hebräischen Universität in Hazor im Norden Israels entdeckt haben.

Die neu entdeckten Fragmente sind in akkadischer Keilschrift verfasst und beziehen sich auf Fragen des Körperverletzungsrechts in Bezug auf Sklaven und Herren, die an ähnliche Rechtssätze des Codex Hammurapi aus dem 18. Jh. v. Chr. denken lassen, der vor mehr als einem Jahrhundert im heutigen Iran gefunden wurde. Teile erinnern auch an biblische Gesetze.

"In diesem Stadium ist es schwer zu sagen, ob das Dokument tatsächlich in Hazor verfasst wurde, wo es eine Schule für Schreiber gab, oder es von einem anderen Ort gebracht wurde", sagt Prof. Wayne Horowitz von der Hebräischen Universität, der die Entzifferung und Veröffentlichung der Textfragmente leitet. Auf alle Fälle werde durch den neuen Fund aus der Bronzezeit aber eine interessante Perspektive für die weitere Erforschung der Beziehungen zwischen dem biblischen Recht und dem Codex Hammurapi eröffnet.

(Hebräischen Universität Jerusalem, 26.07.10)


Iran plant Kernfusionsreaktor

Symbolfoto: KernfusionsreaktorDer Iran weitet seine Nuklearaktivitäten angesichts der neuen internationalen Sanktionen noch aus. Am Samstag erklärte der Leiter von Irans Kernfusionsforschungszentrum, Asqar Sediqzadeh, die Islamische Republik plane nun den Bau eines Kernfusionsreaktors.

"Wir brauchen zwei Jahre, um die Studien zur Konstruktion zu vollenden und weitere zehn Jahre für den Entwurf und den Bau des Reaktors", sagte Sediqzadeh im englischsprachigen Sender Press TV.

Gleichzeitig zitiert die Nachrichtenagentur INRA den Leiter der iranischen Atomenergiebehörde, Ali Akbar Salehi, wie folgt: "Die wissenschaftliche Phase des Kernfusion-Forschungsprojekts wird ohne Budgetbegrenzungen in Angriff genommen."

Bereits am Freitag kündigte Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad eine Intensivierung des iranischen Raumfahrtprogramms an. Bereits 2019 werde die Islamische Republik ihr erstes bemanntes Raumschiff ins All schicken, zitiert Press TV den Präsidenten.

Auch dieser Schritt stellt eine aggressive Reaktion auf den wachsenden internationalen Druck auf den Iran wegen seines Atomprogramms dar. "In Reaktion auf die Resolutionen des Feindes wurde beschlossen, dass das Projekt um fünf Jahre beschleunigt werden soll", verkündete Ahmadinejad. <Yedioth Ahronoth, 23./24.07.10>

(Botschaft des Staates Israel, 26.07.10)


Zur Diskussion um das Konversionsgesetz

Foto: GPODie Entscheidung über das Konversionsgesetz ist vorerst aufgeschoben worden. Israels Ministerpräsident Biynamin Netanyahu hat am Sonntag in der Sitzung des Kabinetts noch einmal die aktuelle Übereinkunft bezüglich der Auseinandersetzungen um die rechtliche Handhabung von Übertritten zum Judentum erläutert.

"Ich bin erfreut, das Kabinett darüber in Kenntnis setzen zu können, dass wir eine Übereinkunft erzielt haben in der Konversionsfrage, die es uns gestattet, die Einheit des jüdischen Volkes zu wahren zu versuchen. Es gibt unterschiedliche Ansätze und unterschiedliche Bestrebungen. Was wir gegenwärtig vereinbart haben, ist, Aktionen auszusetzen und miteinander zu reden. Zu den ausgesetzten Aktionen gehört vor allem anderen die Beschwerde der Konservativen Bewegung und der Reformbewegung beim Obersten Gerichtshof in der Angelegenheit der Konversion. Für unseren Teil werden wir die Gesetzgebung aufschieben. Selbstverständlich hat die Knesset jetzt Sommerpause, aber es wird auch nach der Pause noch mehrere Monate geben, bis zum 1. Januar [2011].

Während dieser Zeit werden wir unter der Ägide unseres Freundes Natan Sharansky, dem Vorsitzenden der Jewish Agency, in einen Dialog mit den verschiedenen Strömungen, mit der Regierung und mit allen relevanten Körperschaften treten. Wir werden eine Vereinbarung erzielen, die in der Frage der Konversion in Israel weiterführen und die Einheit des jüdischen Volkes wahren wird. Die Einheit des jüdischen Volkes ist stets notwendig, aber sie ist insbesondere - mehr als je zuvor - notwendig angesichts der Bedrohungen, denen der Staat Israel und das jüdische Volk als Ganzes gegenwärtig gegenüberstehen."

(MFA, 25.07.10)

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