| Nachrichten vom 27. Februar - 5. März 2011 | ||
Israel-Preis für Yossi Shiloh
Das Preiskomitee würdigt Shiloh, der als Professor an der Medizinischen Fakultät an der Universität Tel Aviv forscht und lehrt, als einen "bahnbrechenden Wissenschaftler im Bereich der Humangenetik". Der 62-jährige hat einen Grossteil seiner Karriere der Erforschung der Ataxie-Telangiektasie (A-T) gewidmet, einer seltenen neurodegenerativen Krankheit, die vor allem aus Nordafrika stammende Juden sowie Palästinenser und Beduinen befällt. Er begann sich bereits 1977 im Rahmen seiner Doktorarbeit mit dieser Erbkrankheit zu beschäftigen. Im vergangenen Monat erhielt Shiloh bereits den renommierten Clowes Award der American Association for Cancer Research. Ausführliche Informationen zu Shilohs Forschung: http://www.tau.ac.il/~yossih/index.htm (Ha'aretz, 04.03.11) Israelische Mediziner: Kaffeetrinken ist gesund
Das Forschungsteam unter der Leitung von Prof. Michael Shechter untersuchte die Wirkung von Kaffein-Konsum auf das kardiovaskulare System. An der Studie nahmen vier herzkranke und vier gesunde Patienten als Testpersonen teil. Die Vorzüge des Kaffeins machten sich sowohl bei den kranken als auch den gesunden Personen bemerkbar. Kaffein-Konsum - so das Resultat der Untersuchung - erhöht das Funktionieren des Endotheliums um 80 %, reduziert das C-reaktive Protein (CRP) im Körper, einen führenden Prädiktor von Herzinfarkten, um 40% und steigert die Menge von Adiponektin, einem Herzinfarkt-verhindernden Protein, um 25%. Shechter betont, dass Kaffee oft auch Milch, Zucker, Süssstoff und künstliche Aromen und Farbstoffe enthalte, die Studie aber nur den Einfluss von Kaffein untersucht habe. Über die langfristigen Folgen des Kaffeetrinkens könnte man noch keine definitiven Aussagen machen; die kurzfristige Wirkung sei aber auf alle Fälle positiv: "Ich würde Herzpatienten nicht untersagen, eine vernünftige Menge Kaffee zu trinken, sagen wir, drei Tassen am Tag." Das Abstract der Studie gibt es unter dem folgenden Link: http://www.ajconline.org/article/S0002-9149(11)00125-1/abstract (Ha'aretz, 03.03.11) Hamas: Kein Holocaust-Unterricht an UNRWA-Schulen
"Dies ist ein Versuch, uns die Kultur der Normalisierung mit der Besatzung aufzuzwingen" heisst es in einer Erklärung des Kultusministeriums im Gaza-Streifen. "Sie wollen, dass wir die Geschichten und Lügen akzeptieren, damit sie Sympathie gewinnen." Auch Zakariya al-Agha, ein hochrangiger Fatah-Offizieller im Gaza-Streifen und Leiter der dortigen PLO-"Flüchtlingsabteilung", sagte, er sei gegen Holocaust-Unterricht an palästinensischen Schulen. Selbst aus dem Westjordanland sind ähnliche Stimmen zu vernehmen. Dort attackierte der Fatah-Vertreter Salah al-Wadiyeh die Pläne der UNRWA und bezeichnete den Holocaust als "grosse Lüge". (The Jerusalem Post, 02.03.11) Ayalon in Brüssel
In Hinsicht auf den israelisch-palästinensischen Friedensprozess rief Ayalon die EU und das Nahostquartett dazu auf, die Palästinenser zur Wiederaufnahme direkter Verhandlungen ohne Vorbedingungen zu bewegen. "Sie zahlen pro Jahr eine Milliarde Euro an die Palästinensische Autonomiebehörde, die so agiert, als habe sie ganz Europa in ihrer Tasche. Sie zahlen die Zeche; sie haben das Heft in der Hand. Wenn sie zur Wiederaufnahme des diplomatischen Prozesses beitragen wollen, müssen Sie den Palästinensern klar machen, dass unilaterale Schritte den Prozess zerstören werden und sie zu direkten Verhandlungen zurückkehren müssen." Ayalon sprach zu Mitgliedern des Auswärtigen Ausschusses des Europäischen Parlaments und hielt auch eine Rede am European Policy Centre (EPC). (MFA, 01.03.11) Barak besucht die Südgrenze
In Hinsicht auf die Entwicklungen in Ägypten und ihre eventuellen Auswirkungen auf die Sicherheit Israels berichtete Barak, dass Israel den ägyptischen Truppen gestattet habe, die Sinai-Halbinsel zu betreten, um "die Dinge in Ordnung zu bringen" (gemäss dem Friedensvertrag zwischen beiden Staaten sollen dort eigentlich keine ägyptischen Truppen stationiert sein). Gleichzeitig würden die Bauarbeiten an einem dauerhaften Sicherheitszaun an der Grenze beschleunigt. Barak lobte die Professionalität des Armeekommandos in der Region und die gute Form, in der sich die Truppen befänden. (ZAHAL, 01.03.11) Netanyahu kündigt Räumung illegaler Aussenposten an
Von der Entscheidung, die dem Obersten Gerichtsjof in Reaktion auf 15 Räumungspetitionen vorgelegt werden wird, sind mindestens drei Aussenposten mit etwa 100 Familien betroffen. Ausgenommen will Netanyahu das Haus des ermordeten israelischen Offiziers Eliraz Peretz wissen. In dieser Angelegenheit wird der Oberste Gerichtshof darum gebeten, mehr Zeit für eine Lösungsfindung zu gewähren. Ebenfalls am Montag sagte Netanyahu bei einem Treffen seiner Likud-Fraktion, dass Israel den wachsenden internationalen Druck in der Siedlungsbaufrage nicht ignorieren könne. "Wir bemühen uns gegenwärtig darum, die laufenden Bautätigkeiten aufrechtzuerhalten, aber wir müssen verstehen, dass wir einer sehr schwierigen internationalen Realität gegenüberstehen", so Netanyahu. (Ha'aretz, 01.03.11) Shelly Yachimovich kandidiert für Avoda-Vorsitz
Dort kündigte sie zugleich an, die sozialdemokratische Agenda innerhalb der Partei stark zu machen, da diese nur so wieder eine breite Öffentlichkeit aus neuen und alten Wählern ansprechen könne. Der frühere Vorsitzende, Verteidigungsminister Ehud Barak, hatte im vergangenen Monat mit vier anderen Avoda-Abgeordneten die Partei verlassen, weswegen diese nun nach einer neuen Führung sucht. (Ha'aretz, 28.02.11) Oscar für Film über israelische Schule
Der US-amerikanische Film von Karen Goodman und Kirk Simon ist 40 Minuten lang und betrachtet die Schule und ihr Umfeld sowie die Hintergründe der Kinder von Gastarbeitern, die grösstenteils vor Armut, Hunger und Verfolgung nach Israel geflüchtet sind. Goodman, die den Preis gemeinsam mit Simon entgegennahm, sandte von der Bühne aus Grüsse nach Tel Aviv und sagte, die Schule im Süden der israelischen Metropole sei ein Ausdruck der Toleranz zwischen Menschen. An der Preisverleihung nahm auch Schuldirektorin Karen Tal teil. Die Bialik-Rogozin-Schule beherbergt Schüler aus 48 verschiedenen Staaten. Israels Präsident Simon Peres gratulierte der Schuldirektorin Karen Tal uns sagte, der Oscar-Gewinn habe Israel Anerkennung verschafft und einen Scheinwerfer auf die Menschlichkeit gerichtet, die es in Israel gebe. Weitere Informationen zu dem Film gibt es unter dem folgenden Link: http://www.strangersnomoremovie.com/ Unter den weiteren diesjährigen Oscar-Preisträgern ist auch die in Israel geborene Schauspielerin Natalie Portman. Sie erhielt für ihre Rolle in dem Film "Black Swan" den Oscar in der Kategorie beste Hauptdarstellerin. (Yedioth Ahronoth, 28.02.11) Iran und Syrien vereinbaren Marinekooperation
INRA zitierte den Kommandanten der iranischen Marine dahingehend, dass u.a. "gemeinsame Manöver und der Austausch von Ideen und Personal" geplant seien. Die Durchfahrt der beiden iranischen Kriegsschiffe durch den Suez-Kanal hat in der Region für grosse Beunruhigung gesorgt. Seit der Islamischen Revolution im Jahr 1979 hatte es dort keine Präsenz der iranische Marine mehr gegeben. Ägypten ist gemäss internationalen Verträgen dazu verpflichtet, dem internationalen Schifffahrtsverkehr freie Passage durch den Kanal zu gewähren. Solange Hosni Mubarak in Ägypten an der Macht war, hatte sich der Iran jedoch wohl aufgrund der entschlossenen Haltung Kairos derartiger Provokationen enthalten. In der israelischen Armee schätzt man, dass die Fahrt der iranischen Schiffe ins Mittelmeer rein demonstrativen Charakter besitzt. <Ha'aretz, 26.02.11> (Botschaft des Staates Israel, 28.02.11) |
Netanyahu würdigt Papst Benedikt
"Ich begrüsse es, dass Sie in Ihrem neuesten Buch entschieden einen falschen Vorwurf zurückweisen, der für viele Jahrhunderte eine Grundlage des Hasses auf das jüdische Volk gewesen ist. Meine innigste Hoffnung geht dahin, dass Ihre Klarheit und Courage die Beziehungen zwischen Juden und Christen auf der ganzen Welt festigen und dazu beitragen wird, Frieden und Aussöhnung für die zukünftigen Generationen zu fördern. (Amt des Ministerpräsidenten, 03.03.11) Heimatschutzminister Vilnai auf Kondolenzbesuch in Neuseeland
Israels Botschaft in Neuseeland hatte gleich nach Bekanntwerden der Katastrophe eine Kommandozentrale in der Erdbebenregion eingerichtet, um die Bemühungen zur Lokalisierung vermisster Israelis zu koordinieren und den Überlebenden Hilfe zukommen zu lassen. Seit Anfang der Woche ist ein forensisches Team der israelischen Polizei in Christchurch tätig, das vom Aussenministerium nach Neuseeland geschickt wurde. Es unterstützt die neuseeländische Polizei bei der Identifizierung von Erbebenopfern. Aussenminister McCully dankte Vilnai für Israels Solidarität und seine praktische Hilfe. (MFA, 03.03.11) Peres trifft chinesischen Handelsminister
"China und Israel können kooperieren und gemeinsam Hightech-Zentren in den Staaten des Nahen Ostens und in ganz Afrika gründen. Israel ist Weltspitze in der Landwirtschaft, wir exportieren Karotten nach Russland, Blumen nach Frankreich und Gemüse nach Europa, und wir sind bereit, unsere Erfahrung mit den Staaten in unserer Region zu teilen, die unter Hunger leiden." (MFA, 02.03.11) Tomatenexport aus Gaza
In einer ersten Phase werden rund 50 Tonnen von Tomaten über Israel nach Europa verfrachtet. Die Bauern im Gaza-Streifen verdienen daran schätzungsweise 150 000 Euro. Die Tomaten gelangen über den Übergang Kerem Shalom an das israelische Agrarexportunternehmen Agrexco, das dann die Vermarktung in Europa übernimmt. Agrexco betont, dass ihm Listen der palästinensischen Landwirte vorliegen und garantiert sei, dass das Geld diese erreiche. Der Koordinator für die Regierungsaktivitäten in den Gebieten (COGAT) der israelischen Armee, Generalmajor Eitan Dangot, teilte mit, dass der Export der Cherrytomaten durch die Kooperation seiner Behörde mit der niederländischen Regierung, der Palästinensischen Autonomiebehörde und den Bauern selbst möglich wurde. Israel halte das Engagement der internationalen Gemeinschaft bei der Politik gegenüber der Zivilbevölkerung Gazas für sehr wichtig. (Yedioth Ahronoth, 02.03.11) Netanyahu zu den jüngsten Entwicklungen in Libyen und im Iran
"Libyen ist ein systematischer Menschenrechtsverletzer und verdient keinerlei Immunität. Ich denke, dass auch der Iran ein systematischer Menschenrechtsverletzer ist und keinerlei Immunität verdient. Wenn die internationale Gemeinschaft besonderen Druck ausübt auf Libyen und seine Herrscher und Soldaten vor Menschenrechtsverstössen warnt, sollte dieselbe Warnung auch an die Herrscher und Soldaten des Iran gerichtet werden. Wenn die internationale Gemeinschaft sehr entschiedene Schritte gegen Libyen erwägt, müssen dieselben Schritte auch gegen den Iran gerichtet werden. Während Gaddafi seine Gegner abschlachtet, richtet das Ayatollah-Regime im Iran seine Gegner systematisch hin. Daher muss die Antwort des Westens an beiden Orten gleichermassen entschlossen sein. Ich glaube, solch eine energische Reaktion würde dem iranischen Volk eine sehr klare Botschaft der Hoffnung und Ermutigung übermitteln, dass man es nicht vergessen hat und dass wir uns alle seines Kampfes um Freiheit bewusst sind." (Amt des Ministerpräsidenten, 01.03.11) Grosses Editionsprojekt zu antiken Inschriften
Das Corpus Inscriptionum Iudaeae/Palestine (CIIP) - so der Name der Sammlung - soll am Ende neun Bände umfassen und damit eines der wichtigsten Hilfsmittel der Forschung werden. Der erste Band enthält mehr als 700 Inschriften aus Jerusalem und seiner Umgebung aus der Zeit vor der Zerstörung des Zweiten Tempels. Das Projekt wurde 1999 in Angriff genommen und versammelt Forscher von der Hebräischen Universität Jerusalem (Hannah Cotton, Leah di Segni, Haggai Misgav und Ada Yardeni), der Universität Tel Aviv (Benjamin Isaac, Alla Kushnir-Stein, Jonathan Price und Israel Roll s. A.) und der Universität zu Köln (Werner Eck und Walter Ameling). An noch zu erscheinenden Bänden werde auch Wissenschaftler aus Oxford beteiligt sein. Das Projekt wird u.a. von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem German Israel Research Fund (GIF) gefördert. Weitere Informationen: http://www.huji.ac.il/cgi-bin/dovrut/dovrut_search_eng.pl?mesge129897531432688760 (Hebräische Universität Jerusalem, 01.03.11) Botschaftssekretär Ichilevich im Gespräch mit Schülern
Der israelische Gast aus Berlin betonte, wie interessiert er generell daran sei, zu erfahren, was die Menschen in Deutschland heute denken. Ichilevich wurde bei seinem Besuch von der Bundestagsabgeordneten für den Mettmanner Südkreis, Michaela Noll (CDU), begleitet. Weitere Gäste bei dem Gespräch waren Bürgermeister Bernd Günther und der Chef des Kreisschulverwaltungsamtes, Volker Freund. Den von der Rheinische Post veröffentlichten Artikel zu dem Besuch finden Sie: hier (extern) (Rheinische Post, 01.03.11) Sprengstoffanschlag an der Grenze zu Gaza vereitelt
Erst vor zwei Wochen war es zu einem ähnlichen Vorfall an der Grenze gekommen. In den grenznahen Gebieten des palästinensischen Küstenstreifens werden häufig Zivilisten von Terrororganisationen missbraucht, um die Planung und Durchführung von Anschlägen zu decken. Aus diesem Grund kann die israelische Armee niemandem den Zugang zur Grenze gestatten. Die Armee hält die Hamas für allein verantwortlich für die Aufrechterhaltung der Ruhe im Gaza-Streifen sowie für jede Terroraktivität, die aus ihm hervorgeht. (ZAHAL, 28.02.11) Städtische Wohnförderung für Araber in Yafo
Als Ergebnis zahlreicher Sitzungen und Beratungen in den vergangenen Monaten sollen auf zwei Bauplätzen in dem Stadtteil rund 100 erschwingliche Wohneinheiten entstehen, die nur arabischen Einwohnern Yafos zum Verkauf angeboten werden. Die rasant ansteigenden Immobilienpreise in der Stadt machen es der arabischen Bevölkerung, vor allem jungen Paaren, zunehmend schwer, sich eine Wohnung in Yafo zu kaufen. Ami Katz von der Tel Aviver Stadtverwaltung betont, dass die neue Initiative zwei Ziele verfolgt: Zum einen soll jungen arabischen Paaren der Wohnungskauf in Yafo erleichtert werden; zum anderen soll Yafos arabischer Bevölkerung die klare Botschaft übermittelt werden, dass die Stadt sie unterstützt. "Wir wollen, dass die Araber Yafos sich erwünscht fühlen", sagt Katz. "Wenn wir es nicht schaffen, Koexistenz zwischen Arabern und Juden mit einem Minimum an Spannungen in Yafo zu erreichen - wie werden wir es an einem anderen Ort in diesem Staat schaffen?" Yafo zählt derzeit 46 000 Einwohner, von denen 17 000 arabisch sind. (Ha'aretz, 28.02.11) Wieder Rakete aus Gaza
Einige Stunden später beschossen palästinensische Terroristen den Grenzübergang Erez mit einer Mörsergranate. Der bewaffnete Arm der Demokratischen Front für die Befreiung Palästinas (DFLP) übernahm die Verantwortung für den Angriff. Die israelische Luftwaffe flog in Reaktion auf den erneuerten Beschuss am Sonntagabend einen Angriff auf eine Terrorzelle in Gaza-Stadt. Nach palästinensischen Angaben wurden dabei ein Palästinenser getötet und zwei weitere verletzt. In der vergangenen Woche hatten die Raketen- und Mörsergranatenangriffe auf den Süden Israels an Intensität zugenommen. So schlug u.a. eine Grad-Rakete in der Grossstadt Be'er Sheva ein und richtete dort Sachschaden an. (Yedioth Ahronoth, 27.02.11) |