| Nachrichten vom 27. August - 2. September 2006 | ||
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Solidaritätskonzerte des Keren Hayesod in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und München Keren Hayesod e.V. Aus den arabischen Medien: Libanon - Syrien Libanon Der Libanon sieht eine Gelegenheit, sich um die palästinensischen Waffen im Libanon zu kümmern, stösst jedoch auf Distanzierung seitens der palästinensischen Gruppierungen im Libanon; Fortdauer der Berichte über die Vereitelung des Schmuggels von Kampfmitteln über die syrische Grenze und Beschlagnahme von Waffen im Südlibanon. Syrien Präsident Mubarak gibt Bashar Assad einen "freundschaftlichen Rat": die Herausforderungen der Gegenwart brauchen kluge Köpfe. Abd al-Halim Khaddam: "Syrien hat seine Auseinandersetzung mit Israel in den Libanon verlegt, um eine Trennung der beiden Prozesse zu verhindern". MP Olmert traf UN-Generalsekretär Kofi Annan
Ministerpräsident Olmert dankte UN-Generalsekretär Annan für seine Bemühungen zur Mobilisierung der internationalen Truppe und deren Stationierung im Süd-Libanon. Der Ministerpräsident betonte die Bedeutung der Stationierung entlang der syrisch-libanesischen Grenze und an Libanons Flug- und Seehäfen, um die erneute Aufrüstung der Hisbollah zu verhindern. Er fügte hinzu, dass Israel den Libanon verlassen und sich hinter die Blaue Linie zurückziehen könnte, sobald die internationale Truppe eingetroffen ist und sich im Süd-Libanon aufgestellt hat. Das Treffen fand in einer guten Atmosphäre statt. Ministerpräsident Olmert drückte erneut Israels Bedauern über den Tod der vier UNIFIL-Soldaten während der Kämpfe aus.
Aussenministerin Tzipi Livni hat sich bei Bundeskanzlerin Angela Merkel und Aussenminister Frank-Walter Steinmeier am Montag für das deutsche Angebot, sich umfassend an der Lösung des Nahost-Konfliktes zu beteiligen, bedankt. Beide Länder hätten im Nahen Osten ein gemeinsames Interesse. Über das deutsche Engagement sagte die Aussenministerin: "Die Beziehungen zwischen Deutschland und Israel sind etwas Besonderes. Sie basieren zum Teil auf einer sehr schweren Vergangenheit und auf einer sehr, sehr starken Gegenwart". Zu einer dauerhaften friedlichen Nahost-Regelung äusserte sie sich optimistisch, wenn ein Waffenembargo für die Hisbollah durchgesetzt würde. Livni unterstrich die unverändert hohe Bedeutung der Freilassung der beiden von der Hisbollah entführten israelischen Soldaten. "Wir erwarten von allen, auch von Deutschland natürlich, sich an den libanesischen Ministerpräsidenten Siniora zu wenden und ihn aufzurufen, eine Verantwortung zu übernehmen und sich darum zu kümmern, die entführten Soldaten freizulassen", sagte Ministerin Livni am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin. Als unerträglich bezeichnete die Ministerin die Beteiligung der Hisbollah an der libanesischen Regierung. "Diese Lage ist nicht normal und muss zu einem Ende kommen". Nur wenn die Hisbollah die Waffen niederlege und nicht mehr die Vernichtung Israels anstrebe, könne sie ein Teil des politischen Systems werden. Der Libanon müsse auch frei von syrischen und iranischen Einflüssen sein, damit es zu einem Friedensprozess kommen kann.
Der jordanische Prinz El-Hassan bin Talal hat die arabischen Führer wegen ihrer Kriegsführung gegen Israel scharf kritisiert. Sie verschwendeten dafür Geld, das dem arabischen Volk zustehe, sagte er bei einer internationalen Konferenz im japanischen Kyoto. "Die arabischen Führer haben dem arabischen Volk Milliarden von Dollar gestohlen und sie für Waffen ausgegeben, um Israel zu bekämpfen, das sie niemals besiegen werden", sagte Prinz Hassan. Das täten sie, "anstatt das Geld für Zwecke der Gesundheit und der Bildung zu verwenden, um ihrem Volk zu helfen". Der jordanische Prinz griff auch das iranische Atomprogramm an. Es müsse sichergestellt werden, dass das Projekt nicht die Stufe von Nuklearwaffen erreiche, forderte er. Ansprache der israelischen stellv. Ministerpräsidentin und Aussenministerin I.E. Tzipi Livni
(MFA, 28.8.) |
In einem Bericht über die Zukunftsperspektiven des Neuen Israelischen Schekels (NIS) gibt die US-Investmentbank Merrill Lynch eine allgemein positive Bewertung der israelischen Wirtschaft ab, - trotz der Kämpfe im Libanon. Externer Link "Wir sind Teil des Westens" Aussenministerin Tzipi Livni über die Chancen der internationalen Friedenstruppe im Libanon, ihre eigenen Ambitionen und die Möglichkeit eines neuen Krieges weiter >>
Nach mehreren Wochen relativer Ruhe haben Palästinenser im nördlichen Gazastreifen am Donnerstagmorgen erstmals wieder fünf Qassam-Raketen auf die Stadt Sderot in Israel abgeschossen. Eine Frau wurde leicht verletzt. Mehrere Gebäude wurden beschädigt. Eine Rakete schlug in einer Kaufhalle in der Nähe der Moshe Rabenu Street ein. In der Nähe befindet sich eine Schule. Zwei Raketen landeten auf offenem Gelände und beschädigten Häuser und Autos. Zwei Raketen landeten in umliegenden Kibbutzim (Miflasim und Nir Am). Bei Jerusalem haben israelische Grenzpolizisten einen palästinensischen Attentäter verhaftet, der einen Anschlag auf israelischem Staatsgebiet ausführen wollte. Der Mann wurde an der Hizma Kreuzung nördlich der Stadt festgenommen. Der Mann gehört zur Tanzim-Terrorzelle in Nablus. Der Verteidigungsbereich beschäftigte sich in den vergangenen Tagen mit zehn Terrorwarnungen. Die meisten der geplanten Attentate, darunter Selbstmordattentate, Entführungen, Schussüberfälle und Raketenangriffe, werden mit der radikal-islamischen Terrororganisation "Islamischer Jihad" in Verbindung gebracht. Terroranschlag auf den Übergang "Karni" verhindert Die israelische Armee und die Allgemeine Sicherheitsbehörde (Shabak) haben am Dienstag (29.8.06) gemeinsam einen Terroranschlag auf den Grenzübergang "Karni" im nördlichen Gazastreifen verhindert. Das berichtete das Armeeradio am Mittwoch. Die Soldaten entdeckten den Tunnel im Gebiet von Sajjaiyeh im nördlichen Gazastreifen und zerstörten ihn. Der Tunnel führte in Richtung Kani. Der Eingang befand sich in einem Gebäude, 1,3 Kilometer von der Grenze entfernt. Der Schaft war 13 Meter tief. Der Anschlag galt Soldaten und Zivilisten, die an dem Waren-Übergang zwischen Israel und dem Gazastreifen arbeiten, erklärten die Behörden. Der Shabak schliesst nicht aus, dass auch israelische Soldaten oder Zivilisten durch den Tunnel in den Gazastreifen entführt werden sollten. Bei dem erfolgreichen Armee-Einsatz war die Brigade 71 der Panzerverbände beteiligt, in der der Hauptgefreite Gilad Shalit bis zu seiner Entführung am 25. Juni 2006 diente. Infolge der Entführung intensivierte die Armee ihre Einsätze im Grenzgebiet zum Gazastreifen. Über 13 bewaffnete Palästinenser wurden im Laufe dieser Woche bei dem Einsatz im Gebiet von Sajjaiyeh getötet, erklärte die Armee. Der Übergang Karni wurde am 16. August 2006 wegen Terrorwarnungen geschlossen. Der israelische Verteidigungsbereich überwacht die Lieferbestände für den Gazastreifen und stellt die Grundversorgung über die verschiedenen Übergänge sicher. Für die Ein- und Ausfuhr von Transportgütern musste Israel nun auf andere Übergänge zurückgreifen. So wurden über den Übergang "Sufa" 120 Kälber in den Gazastreifen geliefert. In Vorbereitung auf Ramadan sollen in den kommenden Wochen Hunderte weitere Schlachttiere über Israel den Gazastreifen erreichen. Externer Link Die Drahtzieher Wie die arabische Journalistin Raghida Dergham schon im Januar den Krieg voraussagte weiter >> Israel voices Real people, courage against global terror Real people on the frontlines of the global war against brutal terror. They face missile attacks, border incursions, kidnappings, suicide bombers and unlimited daily threats designed to spread panic and fear. Yet the courageous people of Israel - men, women and children of all ages, diverse backgrounds, and cultures - bravely stand together united to defeat an evil that threatens their nation and free societies throughout the world. Real People. Real Stories. Real Courage. Unscripted. In their own words. Click www.israelvoices.com to their own words. Rede von Ministerpräsident Ehud Olmert in Haifa, 29. August 2006 Erfolge und Misserfolge der Militäroperation gegen die Hisbollah Ich weiss, dass der Erfolg [der Militäroperation im Libanon] unterschiedlich bewertet wird. Diese unterschiedliche Bewertung hängt wohl auch vom unterschiedlichen Ausmass der Erwartungen ab. Einige haben schnell Bilanz gezogen. Meine Herren – Geduld. Eine Sache ist klar: in Beirut und anderen Hauptstädten des Nahen Ostens hat man verstanden, dass wir keine Angriffe auf unsere Souveränität, unsere Bürger und unsere Soldaten tolerieren. Diese ausgesprochen wichtige Lektion haben wir für uns selbst gelernt, auch die Welt hat sie verstanden. Wir haben gesehen, wie Nasrallah gestern in seiner Rede mit Bedauern schlicht sagte: "Wenn ich gewusst hätte, dass dies, oder auch nur ein Prozent davon, die Konsequenzen sind – ich hätte die Entführungen nicht angeordnet und den Krieg nicht begonnen". Ganz einfach. weiter >>
Der libanesische Fernsehsender "LBC" will in den kommenden Tagen ein Video ausstrahlen, das offenbar den vor 20 Jahren im Libanon entführten israelischen Soldaten Ron Arad zeigt. Ein Ausschnitt aus dem Video wurde bereits am Montag gesendet. Auf dem Video soll Arad zu sehen und zu hören sein. Wann die Aufnahme gemacht wurde und wie sie an den Fernsehsender gelangte, wurde nicht genannt. Die Aufnahme zeigt einen Mann, der Arad sehr ähnelt. Er trägt einen Bart, was daraufhin weist, dass die Bilder nicht unmittelbar nach seiner Gefangennahme aufgenommen wurden. Seine Identität konnte jedoch nicht endgültig bestätigt werden. Der israelische Fernsehproduzent Naphtali Glicksberg, der an der LBC-Produktion des Dokumentarfilms über Ron Arad beteiligt war, hält das Filmmaterial für authentisch. Er habe das Material bereits vor etwa einem Jahr gesehen. Die Stimme sei die eines Hebräisch sprechenden Mannes, die sich anhöre wie die Stimme Ron Arads. Der libanesische Produzent wollte keine Angaben über die Herkunft des Videos machen und lehnte eine Ausstrahlung in Israel ab, sagte Glicksberg. Der Dokumentarfilm sollte vor vier Monaten gesendet werden, sagte er. Er sei überrascht, dass der Trailer am Montagabend gezeigt wurde. "Es würde mich nicht wundern, wenn die Ausstrahlung des Dokumentarstreifens eine strategische Entscheidung des Libanons wäre", sagte er. Ron Arad war am 16. Oktober 1986 nach einem Fallschirmabsprung im Libanon entführt worden und gilt seitdem als vermisst. Ein israelisches Kampfflugzeug vom Typ "Phantom F-4" war zuvor teilweise explodiert. Der Pilot konnte von israelischen Streitkräften gerettet werden, Arad wurde von Terroristen der radikal-islamischen Amal-Miliz als Geisel genommen. LBC ist in saudi-arabischem Besitz und gilt als "höchst glaubwürdig". Gesundheitszustand von Ariel Sharon leicht verbessert, weiter "ernst" Der Gesundheitszustand des im Koma liegenden früheren Ministerpräsidenten Ariel Sharon hat sich nach Angaben eines Krankenhaussprechers vom Dienstag gebessert, wird aber immer noch als "ernsthaft" eingestuft. Sharon liege nicht mehr auf der Intensivstation, sondern sei auf die Abteilung für Lungerehabilitation verlegt worden. Es gebe eine "deutliche Verbesserung der Nieren- und Lungenfunktion", erklärte der Sprecher David Weinberg vom Sheba Medical Center in Tel Aviv. Sharon liegt seit einem Schlaganfall am 4. Januar im Koma. Der 78jährige litt zuletzt an einer Lungenentzündung. Trauriger 20. Geburtstag für Gilad Shalit
Vier bewaffnete Palästinenser im Gazastreifen getötet Bei einem israelischen Militäreinsatz im östlichen Stadtteil Sajaiya in Gaza sind am Montagmorgen vier bewaffnete Palästinenser getötet worden. Sie waren Mitglieder der Spezialeinheit, die von der radikal-islamischen Hamas gegründet wurde. Quellen im Gazastreifen berichteten, die vier seien durch einen direkten Treffer aus der Luft getötet worden. Die israelische Armee bestätigte den Angriff. Zwei der Bewaffneten seien durch eine Rakete aus der Luft und die anderen beiden durch Bodentruppen getroffen worden. Die Operation, die diese Woche begann, steht in einer Reihe mehrerer Einsätze im Gazastreifen, die kurz nach dem Angriff bei Kerem Shalom begonnen hatten. Bei dem Angriff auf israelisches Staatsgebiet waren zwei israelische Soldaten getötet und der Hauptgefreite Gilad Shalit entführt worden. Am Sonntag kamen bei mehreren Luftangriffen drei Palästinenser ums Leben. Zwei gehörten ebenfalls der Hamas an. Generalsekretär der Hisbollah Hassan Nasrallah räumt Fehler ein Die Hisbollah hätte nicht zwei israelische Soldaten entführt, wenn sie gewusst hätte, dass die Aktion zu einem Krieg im Libanon führen würde. Das sagte der Generalsekretär der Terrororganisation, Hassan Nasrallah, in einem Interview mit dem privaten libanesischen Fernsehsender NTV am Sonntag. "Wir haben nicht einmal zu einem Prozent gedacht, dass die Entführung zu einem Krieg führen würde, nicht zu diesem Zeitpunkt und in diesen Ausmassen", sagte Nasrallah. Es war das längste Interview seit dem Beginn der Kämpfe. Nasrallah sagte auch, dass er nicht von einer "zweiten Runde" der Kämpfe mit Israel ausgehe. Hisbollah würde die Waffenpause einhalten, trotz der von ihm so genannten "israelischen Provokationen". Auch der stellvertretende Generalsekretär, Kassem, sagte gegenüber der libanesischen Zeitung "A-Nahar", die Hisbollah habe von Israel "höchstens ein oder zwei Tage Beschuss oder einige wenige Angriffe auf bestimmte Orte" erwartet. Das Interview wurde am Samstag veröffentlicht. Er fügte hinzu, dass die Hisbollah nicht vorhabe, die Waffen abzugeben. Seine Miliz werde ihre Waffen lediglich nicht mehr öffentlich zeigen. "Die Resolution 1701 hat nichts mit einer Entwaffnung zu tun", so Kassem. "Es geht darin nur um eines: dass die Waffen in der Region nicht mehr öffentlich gezeigt werden." Internetseite der UNIFIL im Dienste der Hisbollah? Der "Weekly Standard" berichtete, dass auf der Internetseite der UN-Truppe während des Krieges Informationen über die Bewegungen der israelischen Armee im Libanon veröffentlicht wurden. Die UNIFIL-Truppe hat sich – und manche sagen mit Recht – als zahnlose Truppe einen Namen gemacht. Doch der Artikel, der morgen im "Weekly Standard" erscheint, wird ein noch grösseres Fragezeichen in Bezug auf die Organisation aufwerfen. Nach dem Bericht wurden auf der Internetseite der UNIFIL im Laufe des Krieges Informationen über israelische Truppenbewegungen im Südlibanon veröffentlicht. Vertreter der israelischen Armee erklärten dazu, dass diese Informationen die Truppen in grosse Gefahr hätten bringen können. |
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