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Nachrichten vom 27. August - 2. September 2006
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Solidaritätskonzerte des Keren Hayesod in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und München

Keren Hayesod e.V.
Vereinigte Israel Aktion

Einladung

Solidaritätskonzert
Mit Israel Jetzt / Kol HaKavod Le Zahal

In Concert:

LAHAKAT ZAHAL
Die offizielle Unterhaltungsband der Israelischen Verteidigungsarmee IDF
Das IDF Zahal Ensemble: Adam, Dan, Doron, Erez, Naama und Shira

Konzerttermine:

Berlin Montag 11. September 2006, 19.00 Uhr, in der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Fasanenstr. 79/80 (Einlass 18.30 Uhr)
Begrüssung: Ilan Brandstetter, Vorsitzender des Keren Hayesod Berlin
Ehrengast: S. E. Shimon Stein, Botschafter des Staates Israel in Berlin
Anmeldung: KH-Büro Berlin Fon: +49 (0)30 - 88 71 93 3
Mit freundlicher Unterstützung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin

Düsseldorf Dienstag 12. September 2006, 19.30 Uhr, in der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, Zietenstr. 50 (Leo Baeck Saal)
Begrüssung: Dr. Adrian Flohr, Vorsitzender des Keren Hayesod Düsseldorf
Grusswort: Esra Cohn, Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf
Anmeldung: KH-Büro Frankfurt/M. Fon: +49 (0)69 - 61 09 38 0

Frankfurt Mittwoch 13. September 2006, 19.30 Uhr, in der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, Savignystr. 66 (Festsaal)
Grusswort: Dr. Dieter Graumann, Stellvertretender Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Frankfurt
Anmeldung: KH-Büro Frankfurt/M. Fon: +49 (0) 69 - 61 09 38 0

München Donnerstag 14. September 2006, 20.00 Uhr, im Spiegelzelt im Kunstpark Ost, Friedenstr. 10 (Einlass ab 19.30 Uhr)
Ehrengast und Grusswort: Joel Lion, Botschaftsrat der Botschaft des Staates Israel in Berlin
Anmeldung: KH-Büro München Fon: +49 (0)89 - 91 04 97 57

Bitte melden Sie Ihre Teilnahme telefonisch in den jeweiligen KH-Büros an.

Zwischen dem 12. Juli und 14. August 2006 sind durch die Angriffe der Hisbollah 156 Israelis ums Leben gekommen, unter ihnen 115 Soldaten, die bei der Verteidigung des Landes fielen. 3.970 Raketeneinschläge haben in Israel Felder und Wälder zerstört, Wohnhäuser getroffen und unbewohnbar gemacht, viele öffentliche Gebäude wurden teilweise zerstört, darunter 4 Einwandererzentren der Jewish Agency, die wie Kindergärten, Schulen oder Altersheime wieder aufgebaut werden müssen.

Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Der Erlös geht in den Wiederaufbau des Nordens Israels.
Spendenkonto: SEB Frankfurt / BLZ 50010111 / KTO 1007 165 400 Stichwort: Wiederaufbau

(Botschaft des Staates Israel, 1.9.)


Aus den arabischen Medien: Libanon - Syrien

Libanon

Der Libanon sieht eine Gelegenheit, sich um die palästinensischen Waffen im Libanon zu kümmern, stösst jedoch auf Distanzierung seitens der palästinensischen Gruppierungen im Libanon; Fortdauer der Berichte über die Vereitelung des Schmuggels von Kampfmitteln über die syrische Grenze und Beschlagnahme von Waffen im Südlibanon.
Ministerpräsident Siniora forderte vom Leiter der PLO-Vertretung im Libanon, Abbas Zaki, dafür zu sorgen, dass die Palästinenser südlich des Litani-Flusses ihre Waffen an die Regierung übergeben. Zaki, so der Bericht, sei "überrascht" gewesen, dass Mahmoud Abbas dem libanesischen Ministerpräsidenten Siniora versprochen hätte, in der Sache behilflich zu sein. Innenminister Ahmad Fatfat betonte, dass der Libanon in den Flüchtlingslagern Polizeistreifen einrichten wolle, die befugt sind, Personen fest zu nehmen und zu verhören. Vertreter der palästinensischen Gruppierungen (Vertreter der "Demokratischen Front", Ali Faysal, Fatah-Kommandant Manir Makdah) betonten, dass Zaki die Forderung Sinioras an die Gruppierungen zwar weitergereicht habe, erklärten jedoch, dass die Angelegenheit der Waffen in den Lagern im Libanon und die übrigen gesellschaftlichen und politischen Probleme der palästinensischen Flüchtlinge im Libanon nicht voneinander zu trennen seien.
Makdah betonte, die palästinensischen Gruppierungen im Libanon wehrten sich dagegen, dass die Resolution 1701 als Basis für die Befugnisse genommen werde. Unterdessen gibt es immer wieder neue Berichte – von unbekannten libanesischen Sicherheitsvertretern – über die Vereitelung des Schmuggels von Kampfmitteln über die syrisch-libanesische Grenze, die Beschlagnahmung von Waffen der Hisbollah im Südlibanon und die Räumung von Stützpunkten der Organisation.

Syrien

Präsident Mubarak gibt Bashar Assad einen "freundschaftlichen Rat": die Herausforderungen der Gegenwart brauchen kluge Köpfe.
Präsident Mubarak, der in einem Interview mit "Ahram Almasai" (24.8.) gefragt wurde, was er von der Verunglimpfung der arabischen Führer und sich selbst durch den syrischen Präsidenten Bashar Assad halte, erklärte, dass er zwar gegen jede Provokation gefeit sei, jedoch zu Allah bete, dass er jeden beruhigen möge, dessen Nerven blank liegen und deshalb seine Zunge nicht hütet. Nach seinen Angaben machen die derzeitigen Herausforderungen zu allererst kluge Köpfe notwendig. (Ahram Almasai, 24.8.)

Abd al-Halim Khaddam: "Syrien hat seine Auseinandersetzung mit Israel in den Libanon verlegt, um eine Trennung der beiden Prozesse zu verhindern".
Der ehemalige syrische Vize-Präsident (heute in der Opposition zum Baath-Regime), Abd al-Halim Khaddam, kritisierte die syrische Politik und betonte, dass Syrien die Auseinandersetzung zwischen Syrien und Israel auf das libanesische Spielfeld verlegt habe, um eine Trennung der beiden Prozesse zu verhindern und aus Angst vor dem internen Sektor in Syrien. In einem Interview im Fernsehsender "Almustaqbal" betonte er, dass Syrien und der Iran beschlossen haben, weiterhin die Hisbollah zu unterstützen, um Israel zu zermürben und den Libanon zu einem Teil des politischen Prozesses in der Region zu machen für den Fall, dass die Gespräche wieder aufgenommen werden. Er fügte hinzu, dass ein Teil der Anhänger Assads während des Krieges erklärt hatte, dass die Feuerpause mit Israel im Golan nicht gebrochen werden könne, während Assad die Schwäche Israels in den ersten Tagen ausnutzen wollte, um den Golan zu erobern. Khaddam betonte, dass sich die interne Situation in Syrien keinen Krieg leisten könne, und daher bestehe die Befürchtung in Syrien, dass die Bereitschaft Bashars, Gefahren einzugehen, zu einem Krieg führen könnte, bevor es an der Zeit ist. (Al-sharak Al-awsat, 28.8.)

(Botschaft des Staates Israel, 31.8.)


MP Olmert traf UN-Generalsekretär Kofi Annan

Ehud Olmert und Kofi AnnanMinisterpräsident Ehud Olmert hat heute Morgen (30.8.06) UN-Generalsekretär Kofi Annan getroffen und ihm für seine Rolle bei der Formulierung der UN-Resolution 1701 des Weltsicherheitsrats gedankt. Der Ministerpräsident betonte, dass die Heimkehr der entführten Soldaten der Hauptteil der zu erfüllenden Resolution sei. Ohne die Freilassung der Soldaten und deren Rückkehr zu ihren Familien würde die Resolution nicht vollständig umgesetzt werden.

Ministerpräsident Olmert dankte UN-Generalsekretär Annan für seine Bemühungen zur Mobilisierung der internationalen Truppe und deren Stationierung im Süd-Libanon. Der Ministerpräsident betonte die Bedeutung der Stationierung entlang der syrisch-libanesischen Grenze und an Libanons Flug- und Seehäfen, um die erneute Aufrüstung der Hisbollah zu verhindern. Er fügte hinzu, dass Israel den Libanon verlassen und sich hinter die Blaue Linie zurückziehen könnte, sobald die internationale Truppe eingetroffen ist und sich im Süd-Libanon aufgestellt hat.

Das Treffen fand in einer guten Atmosphäre statt. Ministerpräsident Olmert drückte erneut Israels Bedauern über den Tod der vier UNIFIL-Soldaten während der Kämpfe aus.

(PMO, 30.8.)


Tzipi LivniBesuch der stv. Ministerpräsidentin und Aussenministerin Tzipi Livni in Berlin, 28.-29.8.06

Aussenministerin Tzipi Livni hat sich bei Bundeskanzlerin Angela Merkel und Aussenminister Frank-Walter Steinmeier am Montag für das deutsche Angebot, sich umfassend an der Lösung des Nahost-Konfliktes zu beteiligen, bedankt. Beide Länder hätten im Nahen Osten ein gemeinsames Interesse. Über das deutsche Engagement sagte die Aussenministerin: "Die Beziehungen zwischen Deutschland und Israel sind etwas Besonderes. Sie basieren zum Teil auf einer sehr schweren Vergangenheit und auf einer sehr, sehr starken Gegenwart".

Zu einer dauerhaften friedlichen Nahost-Regelung äusserte sie sich optimistisch, wenn ein Waffenembargo für die Hisbollah durchgesetzt würde. Livni unterstrich die unverändert hohe Bedeutung der Freilassung der beiden von der Hisbollah entführten israelischen Soldaten. "Wir erwarten von allen, auch von Deutschland natürlich, sich an den libanesischen Ministerpräsidenten Siniora zu wenden und ihn aufzurufen, eine Verantwortung zu übernehmen und sich darum zu kümmern, die entführten Soldaten freizulassen", sagte Ministerin Livni am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin.

Als unerträglich bezeichnete die Ministerin die Beteiligung der Hisbollah an der libanesischen Regierung. "Diese Lage ist nicht normal und muss zu einem Ende kommen". Nur wenn die Hisbollah die Waffen niederlege und nicht mehr die Vernichtung Israels anstrebe, könne sie ein Teil des politischen Systems werden. Der Libanon müsse auch frei von syrischen und iranischen Einflüssen sein, damit es zu einem Friedensprozess kommen kann.

(MFA, 29.8.)


Prinz El-Hassan Bin TalalJordanischer Prinz El-Hassan bin Talal kritisiert arabische Führer

Der jordanische Prinz El-Hassan bin Talal hat die arabischen Führer wegen ihrer Kriegsführung gegen Israel scharf kritisiert. Sie verschwendeten dafür Geld, das dem arabischen Volk zustehe, sagte er bei einer internationalen Konferenz im japanischen Kyoto. "Die arabischen Führer haben dem arabischen Volk Milliarden von Dollar gestohlen und sie für Waffen ausgegeben, um Israel zu bekämpfen, das sie niemals besiegen werden", sagte Prinz Hassan. Das täten sie, "anstatt das Geld für Zwecke der Gesundheit und der Bildung zu verwenden, um ihrem Volk zu helfen". Der jordanische Prinz griff auch das iranische Atomprogramm an. Es müsse sichergestellt werden, dass das Projekt nicht die Stufe von Nuklearwaffen erreiche, forderte er.

Veranstalter der Konferenz ist die internationale Organisation "Religions for Peace. Mehr als 800 religiöse Führer sind dafür nach Kyoto gereist. Unter den Teilnehmern ist auch der frühere iranische Präsident Mohammed Chatami. Zudem sind Vertreter aus Israel, dem Irak, dem Sudan und Nordkorea dabei. Die Konferenz will einen ethischen Code formulieren, der in Fällen von gewaltsamen Konflikten zur Anwendung kommen soll.

Rabbi David Rosen von der israelischen Delegation traf im Rahmen der Veranstaltung kurz mit Chatami zusammen. Dieser sei "äusserst höflich gewesen", sagte er nach der Begegnung. "Er hat mir die Hand geschüttelt und Israel in seiner Ansprache überhaupt nicht erwähnt." In den kommenden Tagen soll es Debatten zwischen israelischen Rabbinern und religiösen Vertretern aus den Palästinensergebieten geben. Sie wollen einen Mechanismus einrichten, der eine Zusammenarbeit zwischen religiösen Führern ermöglicht. Die palästinensische Delegation wird angeführt von Tajer Tamimi, dem Vorsitzenden des Scharia-Gerichtes, und vom katholischen Patriarchen Michel Sabbah.

(Yedioth Ahronoth, 29.8.)


Ansprache der israelischen stellv. Ministerpräsidentin und Aussenministerin I.E. Tzipi Livni

Bahnhof GrunewaldAnlässlich der Gedenkzeremonie für die jüdischen Bürgerinnen und Bürger Berlins, die vom Berliner Bahnhof Grunewald, - "Gleis 17" -, deportiert wurden.

Berlin, 28.8.06

Jude sein bedeutet, Holocaust zu träumen, Holocaust zu leben und Holocaust zu sterben, ohne selbst dort gewesen zu sein.

Jude sein bedeutet, zu versuchen, sich das Grauen vorzustellen, da anzuhalten, wo es am meisten schmerzt, und zu wissen, dass man noch weit von den Schmerzen derjenigen entfernt ist, die dort waren.

Jude sein bedeutet, bei der Begegnung mit einem älteren Menschen fragen zu wollen, ob er dort war und was mit ihm geschehen ist, es jedoch nicht wagt, diese Fragen zu stellen.

Eine jüdische Mutter zu sein bedeutet, bei der Geburt seines zweiten Kindes zu verstehen, wie unmöglich und unmenschlich es ist, zwischen beiden Kindern wählen zu müssen.

Eine jüdische Mutter zu sein bedeutet, seine Kinder anzusehen, und sich zu fragen, ob sie schon gross genug sind, ohne einen zurechtzukommen.

Eine jüdische Mutter zu sein bedeutet, seine Kinder anzusehen, und sich zu fragen, welche Entscheidung die richtige ist – sie mit sich zu nehmen, oder ihnen zu sagen, sie sollen vom Zug springen.

Israeli zu sein bedeutet, zu wissen, dass du aus der Asche der Ermordeten entstanden bist, und die Verantwortung für die künftigen Generationen trägst.

Ein israelisches Kind zu sein bedeutet, zu versuchen, sich die Zahl sechs Millionen vorzustellen und immer wieder an diesem Versuch zu scheitern.

Israeli zu sein bedeutet, in Strassen zu wohnen, die den Namen ganzer Gemeinden tragen, die ausgemerzt wurden – weil es nicht genug Strassen gibt, um nach jedem Ermordeten eine davon zu benennen.

Israeli zu sein bedeutet, in einem Staat zu leben, der nach aussen hin stark erscheint, sich jedoch stets an die Schwäche seines Volkes erinnert.

Ein zwölfjähriges Mädchen in Israel zu sein bedeutet, zu seiner »Bat-Mizwah-Feier« das Buch »Hier gibt es keine Schmetterlinge« geschenkt zu bekommen – Gedichte von Kindern im Ghetto Theresienstadt – und zu begreifen, dass diese Kinder genauso waren wie du, und dass auch sie nichts anderes wollten als spielen, leben und lieben.

In Israel Teenager zu sein bedeutet, seine Abiturfahrt zu den Konzentrationslagern zu machen, und dort die Spuren der Fingernägel derjenigen auf den Wänden der Gaskammern zu sehen, die auf diese Weise zu entkommen versuchten. Es bedeutet, die Duschen zu sehen, die Berge herrenloser Schuhe, und danach Dinge, die Teenagern andernorts als selbstverständlich erscheinen, nie wieder mit denselben Augen zu betrachten.

Eine israelische Mutter zu sein bedeutet auch, erstaunt festzustellen, dass du deinen Kindern die kollektive Erinnerung und die Erfahrung des Holocaust mit auf den Weg gegeben hast, und das, obwohl du ihnen diesen Schmerz ersparen wolltest, obwohl du ihnen die Last ersparen wolltest, die du selbst stets mit dir trägst. Aber als Tochter des jüdischen Volkes fühltest du dich verpflichtet, ihnen auch die Erinnerung weiterzugeben, damit sie, und nach ihnen ihre Kinder und Kindeskinder, diese auf alle Zeiten bewahren… und du entdeckst, dass dein nationales Handeln vielleicht stärker war, als dein mütterliches Gefühl.

In Israel als Jude in der Regierung zu sitzen bedeutet, dich zu fragen, ob du, wenn du dort gewesen wärst, die Vorzeichen erkannt hättest? Ob du rechtzeitig die richtigen Entscheidungen getroffen hättest? Es bedeutet, zu verstehen, dass der Holocaust eigentlich nicht die Schwäche des jüdischen Volkes ist, sondern die Stärke des Staates Israel.

Es bedeutet vor allem, zu schwören, niemals zu vergessen.

Es gilt das gesprochene Wort.
Link: Hebräisches Original

(MFA, 28.8.)

Merrill LynchDer Schekel reflektiert die Stärke der israelischen Wirtschaft

In einem Bericht über die Zukunftsperspektiven des Neuen Israelischen Schekels (NIS) gibt die US-Investmentbank Merrill Lynch eine allgemein positive Bewertung der israelischen Wirtschaft ab, - trotz der Kämpfe im Libanon.

"Wir glauben, dass die jüngst gezeigte Belastbarkeit des NIS angesichts des israelischen Kriegs gegen die Hisbollah im Libanon die wirtschaftliche Stärke des Landes hervorhebt", so Mehmet Simsek, Analyst von Merrill Lynch. "Das Nachlassen der Binnennachfrage ist wahrscheinlich zeitlich begrenzt, die Inflation scheint eingedämmt zu sein, die Aussenhandelsbilanz ist gesund, und das Haushaltsdefizit verbleibt höchst wahrscheinlich unter 3 Prozent des Brutto-Inlands-Produktes (BIP)."

Nichtsdestotrotz erscheinen laut Simsek drei Wolken am Horizont. "Erstens sind die Investoren über die Auswirkungen des Krieges auf die politische Stabilität besorgt. Zweitens gibt es Unsicherheiten darüber, ob die Regierung die Finanzpolitik der Vorkriegsperiode aufrechterhalten kann. Drittens, die starke Binnen- und Exportnachfrage waren die Säulen für die robuste wirtschaftliche Entwicklung. Eine Verlangsamung der wirtschaftlichen Aktivitäten in den USA könnte die Exportnachfrage bremsen."

Simsek spielt die Sorgen über die politische Stabilität herunter. "Während das Risiko vorgezogener Wahlen gestiegen ist, erwarten wir, dass die Koalition aus Kadima und Arbeitspartei überleben wird und für den Moment im Amt verbleibt", so Simsek.

Die grössere Sorge besteht über die Aufrechterhaltung der finanzpolitischen Disziplin. "Wenn man das starke finanzpolitische Leistungsvermögen der Vorkriegsperiode nimmt, dann erwarten wir ein Haushaltsdefizit von ca. 2 Prozent des BIP und somit weit unter der für 2006 fixierten Zielstellung von 3 Prozent. Unserer Meinung nach scheinen die Kosten des Krieges nicht so entscheidend hoch zu sein, um den Haushalt über das gesetzte Ziel für 2006 zu drücken. Jedoch ist unklar, ob die Regierung in der Lage sein wird, die für das Jahr 2007 gesteckten finanziellen Ziele einzuhalten. Wir sind besorgt, dass die Art und Weise der Durchführung des Krieges die öffentliche Unterstützung für die Regierung Olmert geschwächt hat, und dies die finanzpolitische Disziplin der Regierung untergräbt."

Die dritte Sorge besteht hinsichtlich der externen Faktoren. "Vor dem Krieg wuchs die israelische Wirtschaft mit der höchsten Geschwindigkeit seit 2000. Wir erwarten, dass die Auswirkungen des Krieges zeitlich begrenzt sind. Jedoch könnte eine entscheidende Abkühlung der US-Wirtschaft signifikante Auswirkungen auf die israelische Wirtschaft haben, da ca. 35 Prozent der Exporte in die USA gehen", bemerkte Simek. […]

(Globes, 31.8.)

Morgan Stanley: Israel – The Incredible Shekel
Morgan Stanley: Israel – The Incredible Shekel
EMEA Economics, August 28, 2006


Externer Link

"Wir sind Teil des Westens"

Aussenministerin Tzipi Livni über die Chancen der internationalen Friedenstruppe im Libanon, ihre eigenen Ambitionen und die Möglichkeit eines neuen Krieges weiter >>

(Die Zeit, 31.8.)


Qassam-RaketePalästinenser schiessen 5 Qassam-Raketen auf Sderot

Nach mehreren Wochen relativer Ruhe haben Palästinenser im nördlichen Gazastreifen am Donnerstagmorgen erstmals wieder fünf Qassam-Raketen auf die Stadt Sderot in Israel abgeschossen. Eine Frau wurde leicht verletzt. Mehrere Gebäude wurden beschädigt. Eine Rakete schlug in einer Kaufhalle in der Nähe der Moshe Rabenu Street ein. In der Nähe befindet sich eine Schule. Zwei Raketen landeten auf offenem Gelände und beschädigten Häuser und Autos. Zwei Raketen landeten in umliegenden Kibbutzim (Miflasim und Nir Am).

Bei Jerusalem haben israelische Grenzpolizisten einen palästinensischen Attentäter verhaftet, der einen Anschlag auf israelischem Staatsgebiet ausführen wollte. Der Mann wurde an der Hizma Kreuzung nördlich der Stadt festgenommen. Der Mann gehört zur Tanzim-Terrorzelle in Nablus. Der Verteidigungsbereich beschäftigte sich in den vergangenen Tagen mit zehn Terrorwarnungen. Die meisten der geplanten Attentate, darunter Selbstmordattentate, Entführungen, Schussüberfälle und Raketenangriffe, werden mit der radikal-islamischen Terrororganisation "Islamischer Jihad" in Verbindung gebracht.

(Yedioth Ahronoth, 31.8.)


Terroranschlag auf den Übergang "Karni" verhindert

Die israelische Armee und die Allgemeine Sicherheitsbehörde (Shabak) haben am Dienstag (29.8.06) gemeinsam einen Terroranschlag auf den Grenzübergang "Karni" im nördlichen Gazastreifen verhindert. Das berichtete das Armeeradio am Mittwoch.

Die Soldaten entdeckten den Tunnel im Gebiet von Sajjaiyeh im nördlichen Gazastreifen und zerstörten ihn. Der Tunnel führte in Richtung Kani. Der Eingang befand sich in einem Gebäude, 1,3 Kilometer von der Grenze entfernt. Der Schaft war 13 Meter tief. Der Anschlag galt Soldaten und Zivilisten, die an dem Waren-Übergang zwischen Israel und dem Gazastreifen arbeiten, erklärten die Behörden. Der Shabak schliesst nicht aus, dass auch israelische Soldaten oder Zivilisten durch den Tunnel in den Gazastreifen entführt werden sollten.

Bei dem erfolgreichen Armee-Einsatz war die Brigade 71 der Panzerverbände beteiligt, in der der Hauptgefreite Gilad Shalit bis zu seiner Entführung am 25. Juni 2006 diente. Infolge der Entführung intensivierte die Armee ihre Einsätze im Grenzgebiet zum Gazastreifen. Über 13 bewaffnete Palästinenser wurden im Laufe dieser Woche bei dem Einsatz im Gebiet von Sajjaiyeh getötet, erklärte die Armee.

Der Übergang Karni wurde am 16. August 2006 wegen Terrorwarnungen geschlossen. Der israelische Verteidigungsbereich überwacht die Lieferbestände für den Gazastreifen und stellt die Grundversorgung über die verschiedenen Übergänge sicher.

Für die Ein- und Ausfuhr von Transportgütern musste Israel nun auf andere Übergänge zurückgreifen. So wurden über den Übergang "Sufa" 120 Kälber in den Gazastreifen geliefert. In Vorbereitung auf Ramadan sollen in den kommenden Wochen Hunderte weitere Schlachttiere über Israel den Gazastreifen erreichen.

(Yedioth Ahronoth, 30.8.)


Externer Link

Die Drahtzieher

Wie die arabische Journalistin Raghida Dergham schon im Januar den Krieg voraussagte weiter >>

(Die Zeit, 30.8.)


Israel voices

Real people, courage against global terror

Real people on the frontlines of the global war against brutal terror. They face missile attacks, border incursions, kidnappings, suicide bombers and unlimited daily threats designed to spread panic and fear. Yet the courageous people of Israel - men, women and children of all ages, diverse backgrounds, and cultures - bravely stand together united to defeat an evil that threatens their nation and free societies throughout the world. Real People. Real Stories. Real Courage. Unscripted. In their own words.

Click www.israelvoices.com to their own words.


Rede von Ministerpräsident Ehud Olmert in Haifa, 29. August 2006

Erfolge und Misserfolge der Militäroperation gegen die Hisbollah

Ich weiss, dass der Erfolg [der Militäroperation im Libanon] unterschiedlich bewertet wird. Diese unterschiedliche Bewertung hängt wohl auch vom unterschiedlichen Ausmass der Erwartungen ab. Einige haben schnell Bilanz gezogen. Meine Herren – Geduld. Eine Sache ist klar: in Beirut und anderen Hauptstädten des Nahen Ostens hat man verstanden, dass wir keine Angriffe auf unsere Souveränität, unsere Bürger und unsere Soldaten tolerieren. Diese ausgesprochen wichtige Lektion haben wir für uns selbst gelernt, auch die Welt hat sie verstanden. Wir haben gesehen, wie Nasrallah gestern in seiner Rede mit Bedauern schlicht sagte: "Wenn ich gewusst hätte, dass dies, oder auch nur ein Prozent davon, die Konsequenzen sind – ich hätte die Entführungen nicht angeordnet und den Krieg nicht begonnen". Ganz einfach. weiter >>


Ron AradLibanesischer Fernsehsender LBC zeigt neue Bilder von Ron Arad

Der libanesische Fernsehsender "LBC" will in den kommenden Tagen ein Video ausstrahlen, das offenbar den vor 20 Jahren im Libanon entführten israelischen Soldaten Ron Arad zeigt. Ein Ausschnitt aus dem Video wurde bereits am Montag gesendet. Auf dem Video soll Arad zu sehen und zu hören sein. Wann die Aufnahme gemacht wurde und wie sie an den Fernsehsender gelangte, wurde nicht genannt. Die Aufnahme zeigt einen Mann, der Arad sehr ähnelt. Er trägt einen Bart, was daraufhin weist, dass die Bilder nicht unmittelbar nach seiner Gefangennahme aufgenommen wurden. Seine Identität konnte jedoch nicht endgültig bestätigt werden.

Der israelische Fernsehproduzent Naphtali Glicksberg, der an der LBC-Produktion des Dokumentarfilms über Ron Arad beteiligt war, hält das Filmmaterial für authentisch. Er habe das Material bereits vor etwa einem Jahr gesehen. Die Stimme sei die eines Hebräisch sprechenden Mannes, die sich anhöre wie die Stimme Ron Arads. Der libanesische Produzent wollte keine Angaben über die Herkunft des Videos machen und lehnte eine Ausstrahlung in Israel ab, sagte Glicksberg. Der Dokumentarfilm sollte vor vier Monaten gesendet werden, sagte er. Er sei überrascht, dass der Trailer am Montagabend gezeigt wurde. "Es würde mich nicht wundern, wenn die Ausstrahlung des Dokumentarstreifens eine strategische Entscheidung des Libanons wäre", sagte er.

Ron Arad war am 16. Oktober 1986 nach einem Fallschirmabsprung im Libanon entführt worden und gilt seitdem als vermisst. Ein israelisches Kampfflugzeug vom Typ "Phantom F-4" war zuvor teilweise explodiert. Der Pilot konnte von israelischen Streitkräften gerettet werden, Arad wurde von Terroristen der radikal-islamischen Amal-Miliz als Geisel genommen. LBC ist in saudi-arabischem Besitz und gilt als "höchst glaubwürdig".

(Ha'aretz, 29.8.)


Gesundheitszustand von Ariel Sharon leicht verbessert, weiter "ernst"

Der Gesundheitszustand des im Koma liegenden früheren Ministerpräsidenten Ariel Sharon hat sich nach Angaben eines Krankenhaussprechers vom Dienstag gebessert, wird aber immer noch als "ernsthaft" eingestuft. Sharon liege nicht mehr auf der Intensivstation, sondern sei auf die Abteilung für Lungerehabilitation verlegt worden. Es gebe eine "deutliche Verbesserung der Nieren- und Lungenfunktion", erklärte der Sprecher David Weinberg vom Sheba Medical Center in Tel Aviv. Sharon liegt seit einem Schlaganfall am 4. Januar im Koma. Der 78jährige litt zuletzt an einer Lungenentzündung.

(Jerusalem Post, 29.8.)


Trauriger 20. Geburtstag für Gilad Shalit

Gilad ShalitEin Geburtstag weit weg von zuhause: heute (28.8.), zwei Monate und drei Tage nach seiner Entführung in den Gazastreifen, wird Hauptgefreiter Gilad Shalit 20 Jahre alt. Seine Eltern Noam und Aviva, seine Geschwister Yoel und Hadas, die Familienangehörigen und Freunde werden nach Kerem-Shalom kommen, um Ballons steigen zu lassen, eine kurze Zeremonie zu veranstalten und Reden zu halten. "Uns geht es nicht besonders gut", sagte der Vater Noam in seinem Schmerz. "Wir werden im Familienkreis mit wenigen Freunden eine Veranstaltung abhalten, denn die meisten der Freunde von Gilad sind in der Armee und wir werden einige Reden halten".

(Ma'ariv NRG, 28.8.)


Vier bewaffnete Palästinenser im Gazastreifen getötet

Bei einem israelischen Militäreinsatz im östlichen Stadtteil Sajaiya in Gaza sind am Montagmorgen vier bewaffnete Palästinenser getötet worden. Sie waren Mitglieder der Spezialeinheit, die von der radikal-islamischen Hamas gegründet wurde. Quellen im Gazastreifen berichteten, die vier seien durch einen direkten Treffer aus der Luft getötet worden. Die israelische Armee bestätigte den Angriff. Zwei der Bewaffneten seien durch eine Rakete aus der Luft und die anderen beiden durch Bodentruppen getroffen worden. Die Operation, die diese Woche begann, steht in einer Reihe mehrerer Einsätze im Gazastreifen, die kurz nach dem Angriff bei Kerem Shalom begonnen hatten. Bei dem Angriff auf israelisches Staatsgebiet waren zwei israelische Soldaten getötet und der Hauptgefreite Gilad Shalit entführt worden. Am Sonntag kamen bei mehreren Luftangriffen drei Palästinenser ums Leben. Zwei gehörten ebenfalls der Hamas an.

(Yedioth Ahronoth, 28.8.)


Generalsekretär der Hisbollah Hassan Nasrallah räumt Fehler ein

Die Hisbollah hätte nicht zwei israelische Soldaten entführt, wenn sie gewusst hätte, dass die Aktion zu einem Krieg im Libanon führen würde. Das sagte der Generalsekretär der Terrororganisation, Hassan Nasrallah, in einem Interview mit dem privaten libanesischen Fernsehsender NTV am Sonntag. "Wir haben nicht einmal zu einem Prozent gedacht, dass die Entführung zu einem Krieg führen würde, nicht zu diesem Zeitpunkt und in diesen Ausmassen", sagte Nasrallah. Es war das längste Interview seit dem Beginn der Kämpfe. Nasrallah sagte auch, dass er nicht von einer "zweiten Runde" der Kämpfe mit Israel ausgehe. Hisbollah würde die Waffenpause einhalten, trotz der von ihm so genannten "israelischen Provokationen".

Auch der stellvertretende Generalsekretär, Kassem, sagte gegenüber der libanesischen Zeitung "A-Nahar", die Hisbollah habe von Israel "höchstens ein oder zwei Tage Beschuss oder einige wenige Angriffe auf bestimmte Orte" erwartet. Das Interview wurde am Samstag veröffentlicht. Er fügte hinzu, dass die Hisbollah nicht vorhabe, die Waffen abzugeben. Seine Miliz werde ihre Waffen lediglich nicht mehr öffentlich zeigen. "Die Resolution 1701 hat nichts mit einer Entwaffnung zu tun", so Kassem. "Es geht darin nur um eines: dass die Waffen in der Region nicht mehr öffentlich gezeigt werden."

(Yedioth Ahronoth, 28.8.)


Internetseite der UNIFIL im Dienste der Hisbollah?

Der "Weekly Standard" berichtete, dass auf der Internetseite der UN-Truppe während des Krieges Informationen über die Bewegungen der israelischen Armee im Libanon veröffentlicht wurden.

Die UNIFIL-Truppe hat sich – und manche sagen mit Recht – als zahnlose Truppe einen Namen gemacht. Doch der Artikel, der morgen im "Weekly Standard" erscheint, wird ein noch grösseres Fragezeichen in Bezug auf die Organisation aufwerfen. Nach dem Bericht wurden auf der Internetseite der UNIFIL im Laufe des Krieges Informationen über israelische Truppenbewegungen im Südlibanon veröffentlicht. Vertreter der israelischen Armee erklärten dazu, dass diese Informationen die Truppen in grosse Gefahr hätten bringen können.

(Ma'ariv NRG, 27.8.)

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