| Nachrichten vom 28. Dezember 2008 - 3. Januar 2009 | ||
Sonderseite zur Israelischen Militäroperation im Gaza-Streifen 1 Million Israelis unter Raketenbeschuss
4 Raketen schlagen im Minutentakt in Ashqelon ein Palästinensische Terroristen haben am Donnerstag morgen vier aufeinander folgende Raketen auf Ashqelon im nördlichen Negev abgefeuert. Drei der Raketen schlugen in Wohngebieten ein, die mehrere Menschen durch Schrapnellsplitter verletzten. Insgesamt sind fünfzig Raketen in Südisrael eingeschlagen, eine davon traf ein achtstöckiges Wohnhaus in Ashdod, 40 km vom Gaza-Streifen entfernt. Das Haus musste evakuiert werden. Der Raketenhagel hält indes ebenfalls weiter an. (MFA, 02.01.09) Hamas versteckt sich in Krankenhäusern
Der Bericht aus Al-Ayam vom 1. Januar 2009: Die iranische Nachrichtenagentur "Irna" berichtete gestern, dass das iranische Kulturministerium die reformistische Tageszeitung "Karjo Zaran" geschlossen hat, da sie einen Bereicht veröffentlicht hatte, der Kritik an der Islamischen Widerstandsbewegung (Hamas) beinhaltete. Am 30. Dezember publizierte die Zeitung einen Bericht einer reformistischen Studentenorganisation, die die Hamas kritisierte, Menschenleben zu riskieren, unter ihnen Kinder, indem die Hamas sich in Kindergärten und Krankenhäusern versteckt. Dieser Bericht wurde publiziert während die iranische Regierung eine geschlossene Haltung gegen Israel vertritt und Teheran von Demonstrationen gegen Israel überschüttet ist. (Palestinian Media Watch, 01.01.09) Raketen schlagen in Be'er Sheva und Ashqelon ein In der vergangenen Nacht und am heutigen Morgen trafen Raketen vom Typ "Grad" einen Kindergarten und eine Schule in Be'er Sheva. Am gestrigen Dienstag sind insgesamt über 60 Gradraketen und Qassams auf den westlichen Negev aus dem Gaza-Streifen abgeschossen worden. Viele Menschen mussten wegen Schrapnellverletzungen und Schock behandelt werden.
Gegen 9.40 Uhr traf eine weitere Rakete Ofakim. Diese Ortschaft liegt ebenfalls über 30 km vom Gazastreifen entfernt. Mindestens 40 weitere Grad- und Qassam-Raketen schlugen am heutigen Morgen auf offenes Gelände nahe der Ortschaften Kiryat Gat, Kiryat Malachi, Ashdod und im westlichen Negev ein. (Yedioth Ahronoth, 31.12.08) Be'er Sheva ist mit 200.000 Einwohnern die viertgrösste Stadt Israels und in Relation vergleichbar mit Köln als viertgrösste Stadt Deutschlands Mor: Wir leben in einer erbarmungslosen Region
"Die Hamas missbraucht die Zivilbevölkerung als Schutzschild, da lassen sich zivile Opfer nicht ausschliessen. Ein Krieg gegen Terroristen ist kein Picknick. Wir leben in einer erbarmungslosen Region. Nachgiebigkeit wird hier als Schwäche ausgelegt und konsequent bestraft. Herzlich willkommen in der Realität des Nahen Ostens." "Wir haben ihn [den Gaza-Streifen] verlassen, um nie mehr wieder zurückzukehren. Wir haben den Palästinensern eine Chance gegeben. Sie hätten aus Gaza ein zweites Singapur machen können. Doch sie haben diese Chance vergeben. Die Palästinenser haben noch nie eine Gelegenheit verpasst, um eine Gelegenheit zu verpassen." "Wir können nicht nur auf unsere Streitkräfte setzen, wir müssen auch verhandeln. Aber ist die Hamas bereit zu verhandeln? Sie stellt noch immer das Existenzrecht unseres Landes in Frage. Ich bin verblüfft, dass es noch immer Menschen gibt, die den rat geben, mit diesen Terroristen zu sprechen. Es ist makaber, das von uns zu verlangen. Denn egal, was wir tun, der Hass der Hamas gegen uns bleibt." Das vollständige Interview findet sich unter dem folgenden Link: http://www.fr-online.de/top_news/1651979_Krieg-gegen-Terroristen-ist-kein-Picknick.html (Frankfurter Rundschau, 30.12.08) In einem Interview mit SWR 2 unterstrich Mor zudem abermals Israels Streben nach Frieden mit den Palästinensern im Rahmen einer Zwei-Staaten-Lösung. (SWR 2, 30.12.08) Mor: Wir müssen unsere Bürger schützen
Das Interview ist unter dem folgenden Link anzusehen: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/660976?inPopup=true (Botschaft des Staates Israel, 29.12.08) Abbas: Hamas für die Gewalt verantwortlich
In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Ägyptens Aussenminister Ahmad Abu al-Gheit sagte er: "Ich sage ganz ehrlich, wir haben Kontakt mit den Führern der Hamas im Gaza-Streifen aufgenommen. Wir haben mit ihnen ganz ehrlich und direkt gesprochen, und danach haben wir indirekt mit ihnen gesprochen, über mehr als eine arabische und nicht-arabische Seite… Wir haben mit ihnen am Telefon gesprochen und gesagt: Wir bitten euch darum, stoppt die Waffenruhe nicht, die Waffenruhe muss weitergehen und darf nicht aufhören, um zu vermeiden, was passiert ist, und hätten wir es nur vermieden." (Palestinian Media Watch, 28.12.08) Eine Stellungnahme des ägyptischen Aussenministers findet sich unter dem folgenden Link: http://switch3.castup.net/cunet/gm.asp?ai=58&ar=egypt-minister-2-view&ak=null Hamas ruft zur Ermordung von Israelis auf
Begleitet werden die Aufnahmen von Parolen wie: "Lasst sie den gewaltsamen Tod schmecken!", "Schickt sie zur Hölle! Reisst sie in Stücke!" und "Schick sie zur Hölle, Qassam-Rakete!" Ausschnitte finden sich unter dem folgenden Link: http://www.youtube.com/watch?v=Xe5L5of2rPM (Palestinian Media Watch, 28.12.08) Raketenstatistik für 2008
Zwischen dem 4. November und dem 22. Dezember 2008 wurden 225 Raketen und 154 Mörsergranaten gezählt. (MFA, Dezember 2008) |
Aussenministerin Livni trifft Frankreichs Staatspräsident Sarkozy
Aussenministerin Livni sagte: "Der Krieg, den Israel gegen die Hamas führt, ist eine der Fronten im Krieg gegen extremistische Kräfte, die in dieser Region operieren. Dieser Krieg gegen Extremisten ist notwendig, um dem politischen Ziel einer Zwei-Staaten-Lösung näher zu kommen. Die Hamas dachte, dass Israel eine Realität akzeptieren würde, in der seine Bürger täglich beschossen werden, und heute begreifen sie, dass sie sich geirrt haben. Israel wird seine Operation gegen die Hamas fortführen, gleichzeitig jedoch eine humanitäre Ebene gegenüber der Bevölkerung des Gaza-Streifens wahren. Ich weiss, dass die Bilder aus Gaza es denjenigen, die diesen Kampf gegen den Terror unterstützen, nicht einfach machen. Wir müssen jedoch begreifen und betonen, dass es diese Terroristen sind, die sich heute in den Bunkern in Gaza verstecken, die dieses Leid zu den Bewohnern des Gaza Streifens gebracht haben. Die Hamas ist dafür verantwortlich, was im Gaza Streifen passiert und die Hamas ist Schuld an der Situation seiner Bevölkerung. Die Völkergemeinschaft hat die Grundbedingungen für eine Legitimation der Hamas festgelegt und keine internationale Organisation oder Initiative sollte diese Bedingungen untergraben oder der Hamas irgendeine Form von Legitimation einräumen." (MFA, 02.01.09) Schulen in Be'er Sheva wegen Raketenbeschuss geschlossen
Es ist möglich, dass die Hamas Raketen mit einer Reichweite von mehr als 30 Kilometern besitzt. Das israelische Heimatfrontkommando empfiehlt allen Bürgern, die in der Nähe des Gaza-Streifens leben, sich an die besonderen Sicherheitsrichtlinien zu halten (siehe www.oref.org.il). Videos des Sderot Media Center Video von den tödlichen Raketen auf Ashqelon: Weitere Fotos von den Raketenangriffen auf Sderot vom 30.12.08: Raketenangriffe auf Israel
Gestern schlug eine Rakete nördlich der Küstenstadt Ashdod ein. So weit nördlich war bisher noch keine Rakete aus dem Gaza-Streifen gekommen. (Yedioth Ahronoth, 30.12.08) Hamas bekennt sich zu menschlichen Schutzschilden
In der Tat propagiert die Hamas unaufhörlich die religiöse Ideologie, wonach das Sterben für Allah ein Ideal ist, das aktiv verfolgt werden muss. Ihr Ziel ist es, die Palästinenser, darunter Frauen und Kinder davon zu überzeugen, den Tod nicht zu fürchten, sondern sich ihm zu stellen, um Hamas-Kämpfer zu schützen. Die Platzierung von militärischen Einrichtungen und Terroristen unter der Zivilbevölkerung spiegelt diese Ideologie wieder und hat zu den zivilen Todesopfern geführt. Der Hamas-Abgeordnete des palästinensischen Legislativrats Fathi Hamad hat dieses Jahr seinem Stolz auf die Tatsache Ausdruck verliehen, dass Frauen und Kinder im Kampf gegen Israel als menschliche Schutzschilde eingesetzt werden. Er beschrieb dies als Teil der "Todesindustrie", in der sich die Palästinenser auszeichneten, und erklärte, dass die Palästinenser den Tod mit der gleichen Intensität "ersehnen" würden wie die Israelis "das Leben". "Für das palästinensische Volk ist der Tod eine Industrie geworden, in der Frauen und überhaupt alle Menschen in diesem Land hervorstechen: die Alten stechen hervor, die Jihad-Kämpfer stechen hervor, und die Kinder stechen hervor. Demgemäss haben sie [die Palästinenser] einen menschlichen Schild von Frauen, Kindern, Alten und Jihad-Kämpfern gegen die zionistische Bombenmaschine geschaffen, als ob sie zum zionistischen Feind sagen würden: Wir ersehnen den Tod so wie ihr das Leben ersehnt." (Al-Aqsa TV, 29.12.08) Ein palästinensisches Mädchen, dass am Sonntag nach einem israelischen Luftangriff Familienangehörige verloren hat, machte am Montag im palästinensischen Fernsehen die Hamas für den Krieg verantwortlich: "Ich sage, die Hamas ist der Grund, an erster Stelle, für alle Kriege." (Al-Aqsa TV, 29.12.08) Die Aussage des Mädchens findet sich unter dem folgenden Link: http://www.youtube.com/watch?v=fLIdxF-GHWw (Palestinian Media Watch, 29.12.08) Raketenangriffe auf Südisrael - ein Toter, unzählige Verletzte
Auch in der Kleinstadt Sderot und ihrer Umgebung gingen zahlreiche Raketen nieder. Ein älteres Ehepaar erlitt einen Schock, als eine Rakete in ihrem Vorgarten einschlug. (Yedioth Ahronoth, 29.12.08) Ein Krankenhaus unter Beschuss
Bereits im Februar und im Mai 2008 waren palästinensische Raketen in der Nähe des Krankenhauses eingeschlagen. Nachdem Israel nun seine Luftoffensive gegen palästinensische Terroristen im Gaza-Streifen begonnen hatte, setzte das Krankenhaus entwickelte Notpläne in die Tat um. Es aktivierte einen Krisenraum mit direkter Verbindung zu Militär, Polizei und Sanitätern an der Front. Stationen, deren Patienten am wenigstens mobil sind (wie z. B. die geriatrische, die Neugeborenen- und die Entbindungsstation), wurden in den Keller verlegt. Am Sonntag gingen zwei Raketen direkt in Ashkelon nieder und 22 weitere in der näheren Umgebung. Die Verletzten wurden in der behelfsmässig geschützten Notaufnahme des Barzilai-Krankenhauses behandelt. Am Montag starb der 27jährige israelische Bauarbeiter Hani al Mahdi aus dem Beduinendorf Aroer, als eine palästinensische Grad-Rakete auf einer Baustelle in Ashkelon einschlug. 14 weitere Personen wurden verletzt. Der stellvertretende Direktor des Barzilai-Krankenhauses, Dr. Ron Lobel, sagt, das Krankenhaus versorge in Zeiten wie diesen normalerweise nur Notfallpatienten. Sobald diese stabil seien, würden sie in grössere Krankenhäuser in Zentralisrael verlegt, wo die Patienten in sicherer Umgebung behandelt werden könnten. Zurzeit ist das 500-Betten-Krankenhaus mit 200 Patienten belegt. Am Sonntag wurde in Ashkelon mehrere Male Raketen-Alarm gegeben. Im Barzilai-Krankenhaus suchten Ärzte, Patienten und deren Gäste Schutz und draussen auf der Strasse die Fussgänger. Jedes Mal, nachdem der Alarm verebbt war, versuchte man, wieder zur Routine zurückzukehren. Doch dies war nicht für jeden so leicht. Die 59jährige Tzipi Moshe sagt: "Wenn es so plötzlich aus heiterem Himmel kommt, springt dir einfach das Herz aus der Brust. Wie wird das Ende aussehen? Ich denke, wir müssen einfach stark sein, aber das ist nicht so leicht." Auf der Kinderstation des Barzilai-Krankenhauses, die in den Keller verlegt wurde, liegen kranke Kinder aus dem Gaza-Streifen neben kranken israelischen Kindern. Und ein Clown läuft herum und versucht, die Kinder zum Lachen zu bringen. Lobel sagt, sein Krankenhaus habe engen Kontakt zum Shifa-Krankenhaus im Gaza-Streifen und übernehme viele der palästinensischen Patienten, die eine Behandlung benötigen, die das Krankenhaus in Gaza nicht bieten könne. Er sagt, es sei nicht ungewöhnlich, dass ein Kollege aus dem Gazastreifen ihn anruft und um Hilfe bittet, während Raketen auf Ashkelon niedergehen. "Es mag sich vollkommen absurd anhören", meint Lobel. "Doch wir haben das Privileg Ärzte zu sein. Unsere medizinische Ethik unterscheidet nicht zwischen den Patienten. Wir behandeln jeden, der behandelt werden muss." Eine Frau aus Gaza, deren zwei Monate alte Enkelin im Barzilai-Krankenhaus wegen eines Herzleidens behandelt wird, weint, als sie gefragt wird, wie sie zurechtkomme. Sie sagt, sie sei glücklich, dass ihre Enkelin die beste Behandlung in Israel bekäme, doch sie sorge sich um ihre Tochter und um ihre anderen Enkel in Gaza. Sie weigert sich, ihren Namen zu nennen oder ein Bild von sich machen zu lassen. Sie hat Angst, ihre Anwesenheit in Israel könnte in Gaza entdeckt werden und zu Vergeltungsmassnahmen führen. Einige Türen weiter ruht sich die 23jährige Israelin Keren Shaltiel aus, nachdem sie ihr zweites Kind auf die Welt gebracht hat. Sie sagt, es sei bizarr gewesen, in den Wehen zu liegen, während draussen Raketen explodierten. Als Einwohnerin der häufig beschossenen Stadt Sderot, sagt sie, sei sie solche Laute eigentlich gewöhnt, sie habe aber nicht damit gerechnet, dass sie auch ihre Entbindung begleiten würden. "Heute ist für mich persönlich ein sehr glücklicher Tag", sagt sie von ihrem Krankenhausbett im Keller aus. "Doch bin ich heute auch sehr besorgt um meine Stadt und um mein Land." (Ha'aretz, 28./29.12.08)
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