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Nachrichten vom 28. Dezember 2008 - 3. Januar 2009
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Sonderseite zur Israelischen Militäroperation im Gaza-Streifen

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1 Million Israelis unter Raketenbeschuss

Zerstörtes Wohnhaus in AshdodMit der neuen Reichweite der Gradraketen und Qassams bis Ashdod und Be'er Sheva leben 1 Million Israelis unter der direkten Bedrohung durch Raketeneinschläge. Damit erreichen die Raketen nun Regionen, die bisher ausserhalb der Raketenreichweite lagen.

4 Raketen schlagen im Minutentakt in Ashqelon ein

Palästinensische Terroristen haben am Donnerstag morgen vier aufeinander folgende Raketen auf Ashqelon im nördlichen Negev abgefeuert. Drei der Raketen schlugen in Wohngebieten ein, die mehrere Menschen durch Schrapnellsplitter verletzten.

Insgesamt sind fünfzig Raketen in Südisrael eingeschlagen, eine davon traf ein achtstöckiges Wohnhaus in Ashdod, 40 km vom Gaza-Streifen entfernt. Das Haus musste evakuiert werden.

Der Raketenhagel hält indes ebenfalls weiter an.
Video zur Lage in Sderot: http://de.youtube.com/watch?v=B5b1aeMky90

(MFA, 02.01.09)


Hamas versteckt sich in Krankenhäusern

Hamas-LogoEine reformistische Tageszeitung in Iran kritisiert die Hamas, das Leben von Zivilisten, unter ihnen Kindern, zu riskieren, indem sie ihre Kräfte in Kindergärten und Krankenhäusern versteckt. Dies berichtete am 1. Januar die palästinensische Tageszeitung Al-Ayam. Die palästinensische Tageszeitung fügte hinzu, dass die iranische Regierung die Büros der Zeitung im Gegenzug geschlossen hat.

Der Bericht aus Al-Ayam vom 1. Januar 2009:
Schlagzeile: Iran schliesst reformistische Zeitung für Publikation eines kritischen Hamas-Berichts

Die iranische Nachrichtenagentur "Irna" berichtete gestern, dass das iranische Kulturministerium die reformistische Tageszeitung "Karjo Zaran" geschlossen hat, da sie einen Bereicht veröffentlicht hatte, der Kritik an der Islamischen Widerstandsbewegung (Hamas) beinhaltete.

Am 30. Dezember publizierte die Zeitung einen Bericht einer reformistischen Studentenorganisation, die die Hamas kritisierte, Menschenleben zu riskieren, unter ihnen Kinder, indem die Hamas sich in Kindergärten und Krankenhäusern versteckt. Dieser Bericht wurde publiziert während die iranische Regierung eine geschlossene Haltung gegen Israel vertritt und Teheran von Demonstrationen gegen Israel überschüttet ist.

(Palestinian Media Watch, 01.01.09)


Raketen schlagen in Be'er Sheva und Ashqelon ein

In der vergangenen Nacht und am heutigen Morgen trafen Raketen vom Typ "Grad" einen Kindergarten und eine Schule in Be'er Sheva.

Am gestrigen Dienstag sind insgesamt über 60 Gradraketen und Qassams auf den westlichen Negev aus dem Gaza-Streifen abgeschossen worden. Viele Menschen mussten wegen Schrapnellverletzungen und Schock behandelt werden.

Zerstörung einer Schule in Be'er Sheva (Foto: Regev Kelef)Nachdem am Abend in Be'er Sheva zwei Raketen einschlugen, sind am heutigen Mittwoch morgen erneut zwei Raketen eingeschlagen.
Eine traf eine Schule in einem Wohngebiet, die andere schlug am nördlichen Stadtrand ein. Es wurde niemand verletzt, doch müssen sich acht Menschen wegen Schocks behandeln lassen.
Die Einwohner sind angewiesen, in Schutzräumen zu verbleiben. Itay Melamed, ein Bewohner von Be'er Sheva berichtet über den gestrigen Abend: "Die Sirenen begannen zu heulen und ich bin mit meiner Familie in den Bunker gerannt. Plötzlich hörten wir eine laute Explosion. Mir wurde klar, dass dies genau vor dem Haus war…".

Gegen 9.40 Uhr traf eine weitere Rakete Ofakim. Diese Ortschaft liegt ebenfalls über 30 km vom Gazastreifen entfernt.
Nur 10 Minuten später trafen zwei Raketen Ashqelon und verletzten eine Frau.

Mindestens 40 weitere Grad- und Qassam-Raketen schlugen am heutigen Morgen auf offenes Gelände nahe der Ortschaften Kiryat Gat, Kiryat Malachi, Ashdod und im westlichen Negev ein.

(Yedioth Ahronoth, 31.12.08)

Be'er Sheva ist mit 200.000 Einwohnern die viertgrösste Stadt Israels und in Relation vergleichbar mit Köln als viertgrösste Stadt Deutschlands


Mor: Wir leben in einer erbarmungslosen Region

Israels Gesandter in Deutschland, Ilan MorIsraels Gesandter in Deutschland, Ilan Mor, hat sich in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau zur israelischen Militäroperation in Gaza und dem Terrorkrieg der Hamas geäussert. Dabei ging es auch um die Frage der Verhältnismässigkeit der Luftangriffe.

"Die Hamas missbraucht die Zivilbevölkerung als Schutzschild, da lassen sich zivile Opfer nicht ausschliessen. Ein Krieg gegen Terroristen ist kein Picknick. Wir leben in einer erbarmungslosen Region. Nachgiebigkeit wird hier als Schwäche ausgelegt und konsequent bestraft. Herzlich willkommen in der Realität des Nahen Ostens."

"Wir haben ihn [den Gaza-Streifen] verlassen, um nie mehr wieder zurückzukehren. Wir haben den Palästinensern eine Chance gegeben. Sie hätten aus Gaza ein zweites Singapur machen können. Doch sie haben diese Chance vergeben. Die Palästinenser haben noch nie eine Gelegenheit verpasst, um eine Gelegenheit zu verpassen."

"Wir können nicht nur auf unsere Streitkräfte setzen, wir müssen auch verhandeln. Aber ist die Hamas bereit zu verhandeln? Sie stellt noch immer das Existenzrecht unseres Landes in Frage. Ich bin verblüfft, dass es noch immer Menschen gibt, die den rat geben, mit diesen Terroristen zu sprechen. Es ist makaber, das von uns zu verlangen. Denn egal, was wir tun, der Hass der Hamas gegen uns bleibt."

Das vollständige Interview findet sich unter dem folgenden Link: http://www.fr-online.de/top_news/1651979_Krieg-gegen-Terroristen-ist-kein-Picknick.html

(Frankfurter Rundschau, 30.12.08)

In einem Interview mit SWR 2 unterstrich Mor zudem abermals Israels Streben nach Frieden mit den Palästinensern im Rahmen einer Zwei-Staaten-Lösung.

Wortlaut: http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/tagesgespraech/-/id=660264/nid=660264/did=4185286/s05djr/index.html

(SWR 2, 30.12.08)


Mor: Wir müssen unsere Bürger schützen

Israels Gesandter in Deutschland, Ilan MorIsraels Gesandter in Deutschland, Ilan Mor, hat sich heute im ZDF-Morgenmagazin Fragen zur aktuellen Lage im Konflikt zwischen Israel und der Terrororganisation Hamas gestellt. Dabei unterstreicht er die Verpflichtung Israels, seine Bürger vor dem Terror in Schutz zu nehmen.

Das Interview ist unter dem folgenden Link anzusehen: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/660976?inPopup=true

(Botschaft des Staates Israel, 29.12.08)


Abbas: Hamas für die Gewalt verantwortlich

Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmoud AbbasDer Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmoud Abbas, hat am Sonntag in Kairo der Hamas die Schuld für die Gewalt im Gaza-Streifen zugewiesen. Wiederholt habe er versucht, die Hamas davon zu überzeugen, die Waffenruhe nicht aufzukündigen. Die Gewalt im Gaza-Streifen hätte verhindert werden können, wenn die Hamas die Waffenruhe nicht gebrochen hätte.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Ägyptens Aussenminister Ahmad Abu al-Gheit sagte er: "Ich sage ganz ehrlich, wir haben Kontakt mit den Führern der Hamas im Gaza-Streifen aufgenommen. Wir haben mit ihnen ganz ehrlich und direkt gesprochen, und danach haben wir indirekt mit ihnen gesprochen, über mehr als eine arabische und nicht-arabische Seite… Wir haben mit ihnen am Telefon gesprochen und gesagt: Wir bitten euch darum, stoppt die Waffenruhe nicht, die Waffenruhe muss weitergehen und darf nicht aufhören, um zu vermeiden, was passiert ist, und hätten wir es nur vermieden."

(Palestinian Media Watch, 28.12.08)

Eine Stellungnahme des ägyptischen Aussenministers findet sich unter dem folgenden Link: http://switch3.castup.net/cunet/gm.asp?ai=58&ar=egypt-minister-2-view&ak=null


Hamas ruft zur Ermordung von Israelis auf

Hamas ruft zur Ermordung von Israelis aufWährend sich die Terrororganisation Hamas als Opfer stilisiert, stellt sie sich weiterhin auch als heroischen Mörder von Israelis dar. In ihrem eigenen Fernsehsender strahlte sie am Sonntag Aufnahmen von auf Israel schiessenden Hamas-Kämpfern mit Bildern von verletzten Israelis und von Totenköpfen aus.

Begleitet werden die Aufnahmen von Parolen wie: "Lasst sie den gewaltsamen Tod schmecken!", "Schickt sie zur Hölle! Reisst sie in Stücke!" und "Schick sie zur Hölle, Qassam-Rakete!"

Ausschnitte finden sich unter dem folgenden Link: http://www.youtube.com/watch?v=Xe5L5of2rPM

(Palestinian Media Watch, 28.12.08)


Raketenstatistik für 2008

Überreste einer Qassam-RaketeDas Jahr 2008 war ein 'Rekordjahr' in Bezug auf den Einschlag von Raketen und Mörsergranaten auf israelischem Territorium. Ingesamt waren es mehr als 2900.
Im April 2001 schossen palästinensische Terroristen aus dem Gaza-Streifen erstmals eine Rakete auf Israel ab. Bis Juli 2008 folgten dann 3483 Raketen und 3856 Mörsergranaten. Allein zwischen dem Tag der Machtergreifung der Terrororganisation Hamas im Gaza-Streifen Mitte Juni 2007 und Mitte Juni 2008 landeten 1508 Raketen und 1799 Mörsergranaten im westlichen Negev.

Zwischen dem 4. November und dem 22. Dezember 2008 wurden 225 Raketen und 154 Mörsergranaten gezählt.

(MFA, Dezember 2008)

Aussenministerin Livni trifft Frankreichs Staatspräsident Sarkozy

AM Livni trifft Sarkozy in Paris (Foto: Guillaume Bureau)Vizepremier- und Aussenministerin Tzipi Livni hat sich am Donnerstag, den 1. Januar 2009 in Paris mit Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy getroffen. In dem Treffen ging es um die aktuelle Situation und Sicherheitslage im Süden Israels und in Gaza sowie die regionalen Auswirkungen.

Aussenministerin Livni sagte: "Der Krieg, den Israel gegen die Hamas führt, ist eine der Fronten im Krieg gegen extremistische Kräfte, die in dieser Region operieren. Dieser Krieg gegen Extremisten ist notwendig, um dem politischen Ziel einer Zwei-Staaten-Lösung näher zu kommen.

Die Hamas dachte, dass Israel eine Realität akzeptieren würde, in der seine Bürger täglich beschossen werden, und heute begreifen sie, dass sie sich geirrt haben. Israel wird seine Operation gegen die Hamas fortführen, gleichzeitig jedoch eine humanitäre Ebene gegenüber der Bevölkerung des Gaza-Streifens wahren. Ich weiss, dass die Bilder aus Gaza es denjenigen, die diesen Kampf gegen den Terror unterstützen, nicht einfach machen. Wir müssen jedoch begreifen und betonen, dass es diese Terroristen sind, die sich heute in den Bunkern in Gaza verstecken, die dieses Leid zu den Bewohnern des Gaza Streifens gebracht haben.

Die Hamas ist dafür verantwortlich, was im Gaza Streifen passiert und die Hamas ist Schuld an der Situation seiner Bevölkerung.

Die Völkergemeinschaft hat die Grundbedingungen für eine Legitimation der Hamas festgelegt und keine internationale Organisation oder Initiative sollte diese Bedingungen untergraben oder der Hamas irgendeine Form von Legitimation einräumen."

(MFA, 02.01.09)


Schulen in Be'er Sheva wegen Raketenbeschuss geschlossen

Raketenkrieg der Hamas gegen IsraelAls Folge des Raketenangriffs auf Be'er Sheva am Dienstag Abend, bei dem ein Kindergarten getroffen wurde, hat das israelische Heimatfrontkommando entschieden, heute alle Schulen in Be'er Sheva und dem Kibbuz Hatzirim zu schliessen. Dieser Beschluss gilt für alle Ortschaften in einem Radius von 30 Kilometer um den Gaza-Streifen. Ausgeschlossen sind lediglich gesicherte Kindergärten in einem Umkreis von 10 Kilometern um den Gaza-Streifen.

Es ist möglich, dass die Hamas Raketen mit einer Reichweite von mehr als 30 Kilometern besitzt. Das israelische Heimatfrontkommando empfiehlt allen Bürgern, die in der Nähe des Gaza-Streifens leben, sich an die besonderen Sicherheitsrichtlinien zu halten (siehe www.oref.org.il).

Videos des Sderot Media Center
http://www.sderotmedia.com/bin/videos.cgi

Video von den tödlichen Raketen auf Ashqelon:
http://de.youtube.com/watch?v=2trN6I9YfpQ

Weitere Fotos von den Raketenangriffen auf Sderot vom 30.12.08:
http://switch3.castup.net/cunet/gm.asp?ClipMediaID=3219571&ak=null


Raketenangriffe auf Israel

RaketenschadenAuch heute haben palästinensische Terroristen aus dem nördlichen Gaza-Streifen ihren Raketenkrieg gegen Israel fortgesetzt. Bis zum frühen Nachmittag gingen bereits mindestens 12 Qassam-Raketen im westlichen Negev nieder. In der Kleinstadt Sderot wurde ein Wohnhaus direkt getroffen, wobei eine Person leicht verletzt wurde. Unzählige Menschen erlitten einen Schock. Auch in Ashkelon und Netivot landeten Raketen.

Gestern schlug eine Rakete nördlich der Küstenstadt Ashdod ein. So weit nördlich war bisher noch keine Rakete aus dem Gaza-Streifen gekommen.

(Yedioth Ahronoth, 30.12.08)


Hamas bekennt sich zu menschlichen Schutzschilden

ArchivfotoDie Erklärung der UNO, dass 51 Zivilsten in dem Konflikt in Gaza getötet worden sind, muss im Kontext der erklärten Ideologie der Terrororganisation Hamas verstanden werden, Zivilisten als menschliche Schutzschilde für ihre Kämpfer einzusetzen.

In der Tat propagiert die Hamas unaufhörlich die religiöse Ideologie, wonach das Sterben für Allah ein Ideal ist, das aktiv verfolgt werden muss. Ihr Ziel ist es, die Palästinenser, darunter Frauen und Kinder davon zu überzeugen, den Tod nicht zu fürchten, sondern sich ihm zu stellen, um Hamas-Kämpfer zu schützen.

Die Platzierung von militärischen Einrichtungen und Terroristen unter der Zivilbevölkerung spiegelt diese Ideologie wieder und hat zu den zivilen Todesopfern geführt.

Der Hamas-Abgeordnete des palästinensischen Legislativrats Fathi Hamad hat dieses Jahr seinem Stolz auf die Tatsache Ausdruck verliehen, dass Frauen und Kinder im Kampf gegen Israel als menschliche Schutzschilde eingesetzt werden. Er beschrieb dies als Teil der "Todesindustrie", in der sich die Palästinenser auszeichneten, und erklärte, dass die Palästinenser den Tod mit der gleichen Intensität "ersehnen" würden wie die Israelis "das Leben".

"Für das palästinensische Volk ist der Tod eine Industrie geworden, in der Frauen und überhaupt alle Menschen in diesem Land hervorstechen: die Alten stechen hervor, die Jihad-Kämpfer stechen hervor, und die Kinder stechen hervor. Demgemäss haben sie [die Palästinenser] einen menschlichen Schild von Frauen, Kindern, Alten und Jihad-Kämpfern gegen die zionistische Bombenmaschine geschaffen, als ob sie zum zionistischen Feind sagen würden: Wir ersehnen den Tod so wie ihr das Leben ersehnt."

(Al-Aqsa TV, 29.12.08)

Ein palästinensisches Mädchen, dass am Sonntag nach einem israelischen Luftangriff Familienangehörige verloren hat, machte am Montag im palästinensischen Fernsehen die Hamas für den Krieg verantwortlich: "Ich sage, die Hamas ist der Grund, an erster Stelle, für alle Kriege."

(Al-Aqsa TV, 29.12.08)

Die Aussage des Mädchens findet sich unter dem folgenden Link: http://www.youtube.com/watch?v=fLIdxF-GHWw

(Palestinian Media Watch, 29.12.08)


Raketenangriffe auf Südisrael - ein Toter, unzählige Verletzte

Raketenangriffe auf SüdisraelUnaufhörlich feuern palästinensische Terroristen aus dem nördlichen Gaza-Streifen mit Raketen und Mörsergranaten auf den Süden Israels. Bis zum Nachmittag waren es bereits mehr als 60. In der Küstenstadt Ashkelon wurde heute Morgen ein israelischer Araber durch den Einschlag einer Grad-Rakete getötet; mindestens 16 Menschen wurden verletzt. Bei dem Todesopfer handelt es sich um den 27jährigen Bauarbeiter Hani al-Mahdi aus dem Dorf Ar'ur im Negev.

Auch in der Kleinstadt Sderot und ihrer Umgebung gingen zahlreiche Raketen nieder. Ein älteres Ehepaar erlitt einen Schock, als eine Rakete in ihrem Vorgarten einschlug.

(Yedioth Ahronoth, 29.12.08)


Ein Krankenhaus unter Beschuss

ArchivfotoAus Angst vor Raketenangriffen aus dem Gaza-Streifen musste das etwa 17 km nördlich von ihm gelegene Barzilai-Krankenhaus in Ashkelon am Samstag seine wichtigsten Stationen in einen Schutzbunker im Keller verlegen.

Bereits im Februar und im Mai 2008 waren palästinensische Raketen in der Nähe des Krankenhauses eingeschlagen. Nachdem Israel nun seine Luftoffensive gegen palästinensische Terroristen im Gaza-Streifen begonnen hatte, setzte das Krankenhaus entwickelte Notpläne in die Tat um. Es aktivierte einen Krisenraum mit direkter Verbindung zu Militär, Polizei und Sanitätern an der Front. Stationen, deren Patienten am wenigstens mobil sind (wie z. B. die geriatrische, die Neugeborenen- und die Entbindungsstation), wurden in den Keller verlegt.

Am Sonntag gingen zwei Raketen direkt in Ashkelon nieder und 22 weitere in der näheren Umgebung. Die Verletzten wurden in der behelfsmässig geschützten Notaufnahme des Barzilai-Krankenhauses behandelt. Am Montag starb der 27jährige israelische Bauarbeiter Hani al Mahdi aus dem Beduinendorf Aroer, als eine palästinensische Grad-Rakete auf einer Baustelle in Ashkelon einschlug. 14 weitere Personen wurden verletzt.

Der stellvertretende Direktor des Barzilai-Krankenhauses, Dr. Ron Lobel, sagt, das Krankenhaus versorge in Zeiten wie diesen normalerweise nur Notfallpatienten. Sobald diese stabil seien, würden sie in grössere Krankenhäuser in Zentralisrael verlegt, wo die Patienten in sicherer Umgebung behandelt werden könnten. Zurzeit ist das 500-Betten-Krankenhaus mit 200 Patienten belegt.

Am Sonntag wurde in Ashkelon mehrere Male Raketen-Alarm gegeben. Im Barzilai-Krankenhaus suchten Ärzte, Patienten und deren Gäste Schutz und draussen auf der Strasse die Fussgänger. Jedes Mal, nachdem der Alarm verebbt war, versuchte man, wieder zur Routine zurückzukehren. Doch dies war nicht für jeden so leicht. Die 59jährige Tzipi Moshe sagt: "Wenn es so plötzlich aus heiterem Himmel kommt, springt dir einfach das Herz aus der Brust. Wie wird das Ende aussehen? Ich denke, wir müssen einfach stark sein, aber das ist nicht so leicht."

Auf der Kinderstation des Barzilai-Krankenhauses, die in den Keller verlegt wurde, liegen kranke Kinder aus dem Gaza-Streifen neben kranken israelischen Kindern. Und ein Clown läuft herum und versucht, die Kinder zum Lachen zu bringen. Lobel sagt, sein Krankenhaus habe engen Kontakt zum Shifa-Krankenhaus im Gaza-Streifen und übernehme viele der palästinensischen Patienten, die eine Behandlung benötigen, die das Krankenhaus in Gaza nicht bieten könne. Er sagt, es sei nicht ungewöhnlich, dass ein Kollege aus dem Gazastreifen ihn anruft und um Hilfe bittet, während Raketen auf Ashkelon niedergehen.

"Es mag sich vollkommen absurd anhören", meint Lobel. "Doch wir haben das Privileg Ärzte zu sein. Unsere medizinische Ethik unterscheidet nicht zwischen den Patienten. Wir behandeln jeden, der behandelt werden muss."

Eine Frau aus Gaza, deren zwei Monate alte Enkelin im Barzilai-Krankenhaus wegen eines Herzleidens behandelt wird, weint, als sie gefragt wird, wie sie zurechtkomme. Sie sagt, sie sei glücklich, dass ihre Enkelin die beste Behandlung in Israel bekäme, doch sie sorge sich um ihre Tochter und um ihre anderen Enkel in Gaza. Sie weigert sich, ihren Namen zu nennen oder ein Bild von sich machen zu lassen. Sie hat Angst, ihre Anwesenheit in Israel könnte in Gaza entdeckt werden und zu Vergeltungsmassnahmen führen.

Einige Türen weiter ruht sich die 23jährige Israelin Keren Shaltiel aus, nachdem sie ihr zweites Kind auf die Welt gebracht hat. Sie sagt, es sei bizarr gewesen, in den Wehen zu liegen, während draussen Raketen explodierten. Als Einwohnerin der häufig beschossenen Stadt Sderot, sagt sie, sei sie solche Laute eigentlich gewöhnt, sie habe aber nicht damit gerechnet, dass sie auch ihre Entbindung begleiten würden.

"Heute ist für mich persönlich ein sehr glücklicher Tag", sagt sie von ihrem Krankenhausbett im Keller aus. "Doch bin ich heute auch sehr besorgt um meine Stadt und um mein Land."

(Ha'aretz, 28./29.12.08)

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