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Nachrichten vom 28. September - 4. Oktober 2008
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Botschafter Ben-Zeev zum Friedensprozess

Israels Botschafter in Deutschland, Yoram Ben-ZeevIsraels Botschafter in Deutschland, Yoram Ben-Zeev, hat im Straubinger Tagblatt zu den anstehenden Veränderungen an der israelischen Regierungsspitze, dem palästinensischen Terror und dem gegenwärtigen Stand des Friedensprozesses Stellung genommen. Dabei verlieh er seiner Hoffnung auf die baldige Gründung eines palästinensischen Staates Ausdruck.

"Aber das hängt von den Palästinensern selbst ab und davon, wie sie mit Extremisten in ihrer Gesellschaft und in ihrem Land umgehen - und zwar mit der Hamas und den anderen Terrororganisationen. In diesem Zusammenhang kommt den arabischen Staaten eine wichtige Rolle zu, um die moderaten Kräfte innerhalb der Palästinenserverwaltung zu fördern.

Ganz klar, die Idee des Friedensprozesses bedeutet, die Vision von zwei Staaten für zwei Völker zu verwirklichen, die in Frieden und Sicherheit Seite an Seite leben. Das bedeutet, dass sich niemand, wirklich niemand, einen Terror-Staat, einen gescheiterten Staat oder einen extremistischen islamistischen Staat in der Region zwischen Jordan und dem Mittelmeer leisten kann."

Das vollständige Interview findet sich unter dem folgenden Link: http://berlin.mfa.gov.il/mfm/Data/147809.pdf

(Straubinger Tagblatt, 03.10.08)


Israels Bevölkerung auf 7.3 Millionen angewachsen

SymbolfotoZum diesjährigen Neujahrsfest beläuft sich die Bevölkerung Israels auf 7.337 Millionen. Davon sind 5.54 Millionen Juden und 1.48 Millionen Araber (20.1%); 318 000 lassen sich keiner der beiden Volksgruppen zurechnen.

Ende 2007 betrug die Bevölkerungszahl noch 7 243 600 Millionen, von denen 5.48 Millionen Juden (75.6%), 1.45 Millionen Araber und 315 400 Sonstige waren. Dabei kommen auf 978 Männer 1000 Frauen.

3.8 Millionen der Israelis wurden im Land geboren. 2.2 Millionen sind europäischen und amerikanischen Ursprungs, das sind 38.5% der nichtarabischen Bevölkerung. 15% der Juden und sonstigen Nichtaraber (781 000) stammen aus Afrika, 11.9% (611 000) aus Asien. Die meisten aus Asien eingewanderten Juden kamen in den 50er und 60er Jahren, womit die Einwanderung von dort beinahe vollständig zum Ende kam.

Die Hälfte von Israels jüdischer Bevölkerung lebt im Zentrum des Landes, weniger als 10% im Norden. Im Gegensatz dazu lebt der Grossteil der arabischen Bevölkerung in den entlegenen Regionen des Nordens (45%) und Südens (11.5%).

Der Anteil der alleinstehenden Juden befindet sich weiterhin im Wachstum, vor allem bei jüngeren Leuten. Grund hierfür ist das spätere Heiratsalter.

2007 wurden 151 679 Kinder in Israel geboren, 2.4% mehr als im Jahr zuvor. Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau im gebärfähigen Alter belief sich 2007 auf 2.9. Die Lebenserwartung bei der Geburt betrug für Männer 78.8 Jahre und für Frauen 82.5 Jahre. <Globes, 24.09.08>

(Botschaft des Staates Israel, 29.09.08)


Qassam-Rakete in Gaza

Ein gewalttätiger Neujahrsgruss aus dem Gaza-Streifen ist misslungen. Palästinensische Terroristen haben heute eine Qassam-Rakete in Richtung Israel abgeschossen, die jedoch noch auf palästinensischem Gelände niederging. Verletzt wurde dabei offensichtlich niemand.

Die Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas ist damit erneut gebrochen worden. Seit ihrem Beginn sind von palästinensischer Seite mehr als 20 Raketen abgeschossen worden.

Die israelischen Sicherheitskräfte befinden sich über die Feiertage in erhöhter Alarmbereitschaft. Nach mehreren Terrorwarnungen hat Israel Verteidigungsminister Ehud Barak die Übergänge auch zum Westjordanland sperren lassen.

(Yedioth Ahronoth, 29.09.08)

US-Experte: Iran zwei bis fünf Jahre von Atombombe entfernt

Flagge der U.S.A.Den Iran benötigt nur noch zwei bis fünf Jahre, bis er eine Atombombe bauen kann. Dies ist die Einschätzung des US-amerikanischen Experten David Kay, der zwischen 2003 und 2004 die Iraq Survey Group leitete. Der Iran habe 80% des Weges zur Atombombe hinter sich gebracht; die verbliebenen 20% seien jedoch die schwierigsten.

Kay sagte, die USA sollten internationale Unterstützung für den Druck auf den Iran organisieren, sich dabei aber auch darauf vorbereiten, dass diese Bemühung scheitern würde. Die Option, dass der Iran sein Programm der Urananreicherung aussetzen werde, sei faktisch ausgeschlossen.

(Yedioth Ahronoth, 02.10.08)


Mor: Europäer müssen die Brille austauschen

Israels Gesandter in Deutschland, Ilan MorIsraels Gesandter in Deutschland, Ilan Mor, hat sich in einem Interview mit der in Chemnitz erscheinenden Freien Presse zu den innenpolitischen Entwicklungen in seinem Land, der Rolle der USA und Europas im Nahen Osten und nicht zuletzt der iranischen Bedrohung geäussert. Dabei übte er auch Kritik an der europäischen Sichtweise auf die Vorgänge in der Region.

"Die Europäer agieren nach ihren eigenen Massstäben, die nach dem Weltkrieg aufgestellt wurden. Es galt: Nie wieder Krieg! Das ist zu begrüssen. Dialog um jeden Preis beherrscht die Politik in Europa. Europäer sehen den Nahen Osten aber durch die falsche Brille. Um das Sicherheitsbedürfnis Israels zu begreifen, müssen die Europäer die Brille austauschen. Sicherheit ist ein existenzielles Bedürfnis für unser Land."

"Ich mache niemandem einen Vorwurf. Die Ideen eines vereinten Europas zum Beispiel sind phantastisch. Ich wünsche mir so etwas auch für den Nahen Osten. Wir als Israelis mögen für unsere Positionen kritisiert werden, aber wir wollen vor allem eins: am Leben bleiben. Der schmale Grat zwischen legitimer, sachlicher Kritik und Antisemitismus darf nicht überschritten werden."

Das vollständige Interview findet sich unter dem folgenden Link: http://berlin.mfa.gov.il/mfm/Data/147808.pdf

(Freie Presse, 30.09.08)


Gilad Shalits drittes Neujahrsfest in Gefangenschaft

Gilad ShalitWährend sich ganz Israel auf das jüdische Neujahrsfest vorbereitet, befindet sich der im Sommer 2006 von der Terrororganisation Hamas in den Gaza-Streifen verschleppte israelische Soldat Gilad Shalit noch immer in Gefangenschaft. Er wird nicht mit seiner Familie Rosh Hashana feiern können.

Eine Solidaritätsgruppe veranstaltet am heutigen Abend ein Feiertagsmahl vor dem Haus des Ministerpräsidenten, um an Gilads Abwesenheit zu erinnern. "Das Essen wird versuchen, die Mahlzeit zu simulieren, die Gilad an seinem dritten Feiertag dort in Gefangenschaft essen wird, und nur trockene und elementare Speisen beinhalten und nicht ein anständiges Feiertagsmahl", sagte einer der Organisatoren.

Die Familie Shalit ist verzweifelt: "Wir haben nur eine Hoffnung und einen Wunsch für das neue Jahr: das nächste Rosh Hashana bei uns zu Hause, mit Gilad, mit ganz Israel feiern zu können, und nicht vor dem Haus irgendeines Ministerpräsidenten", sagte Noam Shalit, Gilads Vater.

(Yedioth Ahronoth, 29.09.08)


Israel besorgt über rechtsextremen Wahlerfolg in Österreich

Flagge des Staates IsraelIn Jerusalem zeigt man sich besorgt über den Stimmenzuwachs der österreichischen Rechtsextremen bei den gestrigen Wahlen zum Nationalrat. Die Parteien FPÖ und BZÖ hatten insgesamt 29% der Stimmen erzielt.

Der Sprecher des israelischen Aussenministeriums Yigal Palmor sagte: "Wir sind sehr besorgt über den Machtzuwachs von Leuten, die den Hass auf Ausländer und die Holocaust-Leugnung fördern und Neonazis unterstützen. Wir betrachten dies als eine beunruhigende Entwicklung und verfolgen die Angelegenheit sehr aufmerksam."

Gleichzeitig betonte Palmor, dass es noch zu früh sei, um eine Änderung in den diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Österreich in Angriff zu nehmen.

(Yedioth Ahronoth, 29.09.08)

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