Palästinensischer MP in Teheran: "Hamas wird Israel nie anerkennen"
Der palästinensische Ministerpräsident Ismail Haniyeh hat angekündigt, dass seine Hamas-Regierung das Existenzrecht Israels niemals anerkenne werde. Die Hamas werde weiter für die "Befreiung" Jerusalems kämpfen, sagte Haniyeh am Freitag in einer Rede vor Tausenden Zuhörern an der Universität von Teheran.
"Die Welt-Arroganz (USA) und Zionisten … wollen, dass wir die Usurpation des palästinensischen Bodens anerkennen, den heiligen Krieg und den Widerstand beenden und die in der Vergangenheit mit den zionistischen Feinden getroffenen Abkommen akzeptieren", sagte Haniyeh am zweiten Tag seines viertägigen Besuchs in Teheran. Haniyeh wird unter anderem Präsident Ahmadinejad treffen, der zur Vernichtung Israels aufgerufen hat.
Die Weigerung der Hamas, Israel anzuerkennen, war der Auslöser für die USA, die EU und andere Geberländer, ihre direkte Hilfe für die palästinensische Regierung einzustellen. Um die Isolation zu überwinden, bemüht sich der gemässigte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas (Fatah) seit Wochen um die Bildung einer Einheitsregierung mit der Hamas. Die Gespräche sind jedoch festgefahren. Abbas regte vorgezogene Neuwahlen an, was die Hamas aber ablehnt.
Derweil hat der US-Kongress eine Gesetzesvorlage gebilligt, die Hilfslieferungen und offizielle Gespräche mit der Hamas-Regierung verbieten, bis die Hamas Israels Existenzrecht anerkennt und den Terror beendet. Das Gesetz sieht vor, dass keine US-Einreisevisa an Hamas-Mitglieder ausgestellt werden dürfen. Die humanitären Hilfslieferungen in die Autonomiegebiete und an Präsident Abbas sind von dem Gesetz ausgenommen. Das Gesetz wurde im Juni vom Senat genehmigt und muss noch von Präsident Bush unterzeichnet werden.
(Yediot Ahronoth, 08.12.)
Qassam-Rakete schlägt neben Kibbuz ein; Irene Khan besucht Sderot
Qassam-Rakete schlägt in der Nähe eines Kibbuz ein; keine Berichte über Verletzte. Generalsekretärin von Amnesty International besucht Sderot.
Das Raketenwarnsystem identifizierte eine Qassam-Rakete, die am Mittwochnachmittag aus dem Gazastreifen auf die westliche Negev-Wüste abgefeuert wurde. Die Rakete schlug neben einem Kibbuz ein. Es gab keine Berichte über Verletzte.
Am Mittwoch besuchte die Generalsekretärin von Amnesty International, Irene Khan, die Stadt Sderot. Khan traf sich zuerst mit Bürgermeister Eli Moyal, der sie über die Lage informierte. "Diese Angriffe dauern nun schon sechs Jahre, sie schaden den Einwohnern, beeinträchtigen die täglichen Lebensabläufe und stören den Schulunterricht der Kinder. Einige Kinder schlafen in Bunkern."
Khan legte dar, dass die von ihr repräsentierte Organisation "objektiv" sei. Ihr nächster Bericht würde die Tatsache unterstreichen, dass Bewohner auf beiden Seiten der Grenze in Angst leben und für Frieden und Gerechtigkeit beten.
Khan besuchte Kindergärten und Schulen und sprach mit Schülern und Lehrern. Später besuchte Khan Verletzte im Barzilai Medical Center in Ashkelon.
Eli Moyal kritisierte die israelische Regierung, weil sie nicht auf die palästinensischen Angriffe dieser Woche reagierte. Es sei Israels Pflicht, seine Staatsbürger zu verteidigen.
(Yediot Ahronoth, 07.12.)
Erziehungsministerin erhält Unterstützung des Ministerpräsidenten
Unbeeindruckt von Protesten der Rechten an der Entscheidung der Erziehungsministerin Yuli Tamir (Arbeitspartei), die "green line" zukünftig auf Landkarten in israelischen Lehrbüchern zu kennzeichnen, erklärte Ministerpräsident Ehud Olmert am Dienstag, dass die Kennzeichnung der Demarkationslinie in den Schulbüchern unumgehbar sei.
Trotz des Misstrauensantrags des Likud und der halachischen Entscheidung von Rabbinern, die verboten, aus solchen Lehrbüchern zu lernen, sprach der Ministerpräsident mit der Ministerin und sagte ihr, dass die Kennzeichnung der green line nicht verhindert werden könne. Gleichzeitig erklärte Olmert, dass betont werden müsse, dass die Position der Regierung und der Konsens in der Regierung klar seien und eine vollständige Rückkehr zu den Grenzen von 1967 abgelehnt werde.
Tamir, die in Folge ihrer Anweisung sogar Drohungen erhielt, dankte Olmert für dessen Unterstützung in der Angelegenheit und sagte, dass dies eine notwendige Diskussion ermögliche, die den Schülern die Möglichkeit gebe, sich mit verschiedenen Meinungen auseinanderzusetzen und sich eine eigene Meinung zu bilden.
(Ha'aretz, 06.12.)
MP Olmert: "Israel wird keinen überteuerten Preis für Informationen zu entführten Soldaten zahlen"
Die Entscheidung des Ministerpräsidenten, sich mit einer öffentlichen Mitteilung an die Hisbollah zu wenden, in der er sagte, dass Israel nicht beabsichtige, einen überteuerten Preis für Informationen über das Schicksal von Ehud Goldwasser und Eldad Regev zu zahlen, ist in dem medizinischen Armeebericht über die Entführung der beiden Soldaten begründet. Aus dem Bericht geht hervor, dass Regev und Goldwasser verletzt wurden und ihr Zustand dringende ärztliche Behandlung erforderlich machte.
Mitarbeiter des Ministerpräsidenten entdeckten gestern, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt der geheimen Verhandlungen mit der Hisbollah – die von Ofer Dekel, dem Vertreter Olmerts, und mit deutscher Vermittlung geleitet werden – die libanesische Organisation einen Vorschlag machte: Israel soll Samir Quntar, den Terroristen, der 1979 die israelische Familie Haran ermordet hatte, sowie weitere Terroristen mit "Blut an ihren Händen" freilassen. Dafür verspricht die Hisbollah, Angaben über das Schicksal der Entführten zu machen, jedoch verspricht sie nicht, diese freizulassen. Israel wies diesen Vorschlag umgehend zurück, der die Freilassung von Mördern für die Weitergabe allein von Informationen bedeuten würde.
Auf dem Höhepunkt des Krieges im Libanon erstellte die israelische Armee einen Bericht über die Entführung. Nach diesem Bericht – so erklären vertrauenswürdige Vertreter, die ihn gelesen haben – wurden die beiden Soldaten verletzt und befanden sich in einem Zustand, der dringend ärztliche Versorgung erforderlich machte. Die Familien der Entführten wurden über die Ergebnisse des traurigen Berichts informiert. Shlomoh Goldwasser, der Vater von Ehud, sagte dem Ministerpräsidenten, dass es sinnlos sei, einen Gefangenenaustausch mit der Hisbollah durchzuführen, in deren Rahmen Terroristen für die Leichen ausgetauscht werden, wenn sich ohne Zweifel herausstellen sollte, dass die Soldaten getötet wurden. "Für den Erhalt von Leichen darf man nichts bezahlen", so Goldwasser. "Wenn die Söhne nicht am Leben sind, dann darf es keine Transaktion geben."
Trotz des schweren Berichts setzt Israel seine Gespräche fort und bleibt optimistisch. "Wir glauben, dass die beiden Soldaten noch am Leben sind", so gestern der Ministerpräsident während seines Besuchs in Kiryat Malachi.
Olmert betonte, dass alles bis ins kleinste Detail mit den Familien der Entführten abgesprochen sei und er diese regelmässig über alle Informationen über das Schicksal ihrer Söhne, die auf seinen Tisch kommen, auf dem Laufenden halte.
Nach seinen Angaben hat er vor der Entscheidung zu dem Waffenstillstand, der den Krieg beendete, die Familien darüber informiert. Olmert erklärte ihnen, dass die Entscheidung des Sicherheitsrates nicht unbedingt die Rückkehr ihrer Söhne bedeute und dass die Fortführung der Kämpfe zum Tod zahlreicher Soldaten führen könnte.
Anfang nächster Woche wird Ministerpräsident Olmert nach Deutschland reisen und sich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel treffen. Höchstwahrscheinlich wird ihn sein Sonderberater für Verhandlungen zur Rückkehr der Entführten, Ofer Dekel, bei seinem Besuch in Berlin begleiten.
(Yediot Ahronoth, 06.12.)
Gespräche in der Hamas über Gefangenenaustausch
Haniyeh und Mashaal haben sich in Damaskus getroffen; grosse Hoffnungen in Jerusalem auf Freilassung Shalits
In Jerusalem verfolgt man gespannt die Ergebnisse des Treffens in Damaskus zwischen dem Leiter des Politbüros der Hamas, Khaled Mashaal, und dem palästinensischen Ministerpräsidenten, Ismail Haniyeh (Hamas). Jerusalem erwartet Fortschritte in den Verhandlungen zur Freilassung des entführten Soldaten Gilad Shalit. Bei dem Treffen, das gestern stattfand, könnten die beiden einer Vereinbarung über eine Freilassung näher gekommen sein. Gestern traf sich Haniyeh auch mit Syriens Präsident Bashar al-Asad.
Es gibt verschiedene Versionen über den Stand der Verhandlungen zur Befreiung Shalits.
Israelische Quellen berichteten gestern, dass die Hamas in den Gesprächen der vergangenen Tage die Anzahl der Gefangenen, deren Freilassung für die Freilassung Shalits gefordert wird, verringert hat. Allerdings soll die Hamas gefordert haben, dass die Transaktion Gefangene umfasse, die zu langen Gefängnisstrafen verurteilt wurden, sowie hochrangige Mitglieder von Terrororganisation. Die Differenz zwischen der Anzahl der Gefangenen, die Israel bereit ist, auf Forderung der Hamas freizulassen, und der Zahl, von der die Hamas spricht, wurde auf einige Hundert reduziert, doch die Hamas zögert die Weitergabe der Liste der Gefangenen, die sie fordert, heraus.
Eine andere israelische Quelle berichtete: "Wir sind bereit, einige Hundert Frauen und Minderjährige freizulassen, hauptsächlich die Jüngeren. Ausser ihnen, haben wir uns bereit erklärt, einige Hundert palästinensische Gefangene freizulassen, darunter Gefangene, die zu langen Haftstrafen verurteilt wurden. Die Gesamtszahl liegt bei etwa 1.000. Wir haben den Ägyptern die Zahl deutlich gemacht und sie kennen unsere Position. Die Gefangenen werden in mehreren Stufen freigelassen, die Frauen und Minderjährigen bereits in der ersten Stufe."
Führende Mitglieder der Hamas dementierten entschieden, dass sie sich auf einen Kompromiss eingelassen hätten. Nach diesen Angaben hätten Vermittler mitgeteilt, dass Israel bereit sei, für Shalit etwa 1.000 Gefangene in mehreren Stufen freizulassen.
Eine hochrangige Politquelle sagte gegenüber Ha'aretz, es sei nicht sicher, dass Mashaal den Gefangenenaustausch genehmige, da er dem Druck Irans und Syriens ausgesetzt sei.
Am Montag (11.12.06) wird Ministerpräsident Ehud Olmert nach Deutschland reisen, wo er Bundeskanzlerin Angela Merkel treffen wird. Deutschland war an den Gesprächen über den Gefangenenaustausch mit Libanon beteiligt und es scheint, dass das Thema bei den Gesprächen Olmerts in Berlin eine Rolle spielen wird.
(Ha'aretz, 05.12.)
Erziehungsministerin will "green line" in israelische Lehrbücher zurückholen
Erziehungsministerin Yuli Tamir hat beschlossen, dass die israelischen Schüler ab sofort etwas über die Grenzen, die Israel und die arabische Welt voneinander trennen, lernen sollen, d.h. die Grenzen, die bis zum Sechs-Tage-Krieg bestanden.
Tamir sagte gegenüber ynet: "Die green line aus den Landkarten zu nehmen, heisst auch, Politik in die Schulen zu holen. Es gibt keine Möglichkeit, die Grenzen des Staates Israel zu skizzieren, ohne dass Politik ins Spiel kommt". Israel könne nicht von seinen arabischen Nachbarn erwarten, die Grenzen vom 4. Juni 1967 zu kennzeichnen, während das israelische Erziehungssystem sie aus den Schulbüchern gestrichen hat.
Der Knessetabgeordnete (MdK) Zevulub Orlev, Fraktionsvorsitzender von Nationaler Union / NRP, kritisierte die Erziehungsministerin. Er sagte, Tamir zwinge dem Erziehungsministerium die Politik der Friedensbewegung "Shalom ahshaw" (Frieden jetzt) auf.
MdK Ronit Tirosh (Kadima), ehemalige Generaldirektorin im Erziehungsministerium, sagte, Tamir habe keine Befugnis für eine solche Anordnung. Sie hätte sich mit der Knesset abstimmen müssen, bevor sie eine Änderung der Textbücher veranlasst, sagte Tirosh am Dienstag. Auch aus den Reihen der Siedlerbewegung kam heftige Kritik.
(Yedioth Ahronoth, Ha'aretz, 05.12.)
Die Regierung bringt die Ruhe auch in der Westbank voran: Festnahmen nur mit Genehmigung auf hoher Ebene
Die Regierung bringt die Ruhe auch in der Westbank voran. Obwohl eine Feuerpause mit den Palästinensern in der Westbank noch nicht vereinbart wurde, ist die Befehlsgewalt über Festnahmen in der Westbank an den General der Zentralkommandantur bzw. den Befehlshaber der Armeetruppen in der Westbank mit dem Rang eines Brigade-Generals übergegangen. Dies entschied gestern das sicherheitspolitische Kabinett. Die israelische Armee ist gegen die Ausweitung des Waffenstillstands auf die Westbank, da – so die Begründung der Armee – die Terrororganisationen ohnehin nicht beabsichtigten, die Anschlagsversuche einzustellen. In der Westbank ein Risiko einzugehen, könnte zu einer Katastrophe führen, da dann Selbstmordattentate im Hinterland verübt würden.
Zusätzlich erteilte das Kabinett der israelischen Armee die Anweisungen bezüglich der Eröffnung des Feuers im Gazastreifen, als Teil des Waffenstillstands mit den Palästinensern, strengstens einzuhalten. Dieser Waffenstillstand geht nun in die zweite Woche. Damit akzeptierte das Kabinett die Position von Regierungschef Ehud Olmert und von Aussenministerin Tzipi Livni, die gegen die Einleitung von scharfen Massnahmen gegen die Palästinenser trotz des andauernden Qassam-Beschusses vom Gazastreifen aus sind. Im Gegensatz zu dieser Entscheidung vertritt Verteidigungsminister Amir Peretz die Position, dass die Anweisungen zur Eröffnung des Feuers gelockert werden sollten.
Die Angriffe aus der Luft gegen Terroraktivisten sind derzeit an die doppelte Genehmigung des Ministerpräsidenten und des Verteidigungsministers gebunden. Zuvor war nur die Genehmigung des Ministers und des Generalstabschefs notwendig.
(Ha'aretz, 04.12.)
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Ben-Gurion: Muslime werden auf dem Weg zum Flugzeug beten können
Erstmals wird am Ben-Gurion-Flughafen ein muslimisches Gebetshaus eingerichtet. Die Krankenhäuser Tel Hashomer und Rambam werden dem Beispiel folgen.
Das Gebetshaus, das im Terminal 3, dem Terminal der abreisenden Passagiere, gebaut wird, wird einigen Dutzend Gläubigen Platz bieten. Das muslimische Gebetshaus wird nach bester muslimischer Tradition mit Teppichen an den Wänden ausgeschmückt sein und farbige Fenster sowie Verzierungen in geometrischen Formen und kalligraphischen Korantexten erhalten.
Ausserdem wird das Gebetshaus mit Koranbüchern und anderen heiligen Büchern ausgestattet. Wie üblich, wird es getrennte Bereiche für Frauen und Männer geben, und in den angrenzenden Toiletten wird es eine Einrichtung zur Reinigung von Gesicht und Füssen geben.
"Bis heute gab es weder für die abreisenden, noch für die ankommenden muslimischen Passagiere, die ein Zehntel aller Personen ausmachen, die sich über den Ben-Gurion-Flughafen bewegen, einen Platz zum Beten", so der Knessetabgeordnete Raleb Majadele (Arbeitspartei). "Vor ca. einem Monat war ich am Flughafen und mir wurde versprochen, dass sich dies ändern werde." Gestern erhielt der Knessetabgeordnete ein offizielles Schreiben vom Generaldirektor der Flughafenbehörde, Gabi Ofir, in dem ihm erklärt wurde, dass der gewünschte Gebetsraum eingerichtet wird.
(Ma'ariv NRG, 08.12.)
MP Olmert lehnt Verbindung zwischen Krieg im Irak und Nahost-Konflikt ab
Ministerpräsident Ehud Olmert lehnt eine Verbindung zwischen dem Krieg im Irak und dem Nahost-Konflikt ab. "Wir sind da anderer Meinung", sagte Olmert in einer ersten Reaktion auf den am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Iraq Study Group (Baker-Hamilton Commission), der eine "Konferenz nach Madrider Art" mit Israel, Syrien und den Palästinensern empfiehlt.
Eines der Hauptergebnisse der Baker-Hamilton-Kommission ist, dass die USA ihre Ziele im Nahen Osten nicht erreichen können, ohne sich direkt mit dem israelisch-arabischen Konflikt und der fehlenden Stabilität in der Region zu befassen. Der Bericht wurde gestern dem US-Präsidenten, dem Kongress und der amerikanischen Bevölkerung vorgelegt. Für eine Lösung des Konflikts schlägt die Kommission vor, Gespräche "nach Art der Madrid-Konferenz" unter der Teilnahme Israels, Syriens, des Libanon und der Palästinenser zu führen. Bezüglich der Irak-Politik der USA empfiehlt der Bericht in erster Linie, die Anzahl der stationierten Soldaten zu reduzieren und den Schwerpunkt auf die Schulung von Sicherheitskräften zu legen.
Die Kommission empfiehlt Gespräche unter Teilnahme Israels auf zwei Schienen: der libanesisch-syrischen und der palästinensischen. Sie stellt Bedingungen auf, die Damaskus erfüllen muss, um effektiver Gesprächspartner zu sein. Ein Teil der Bedingungen wurden auf die Bedingungen Syriens abgestimmt. Unter anderem geht es darum, zu vermeiden, dass Syrien sich weiter in die Angelegenheiten des Libanon einmischt. Ausserdem geht es um die Zusammenarbeit bei der Untersuchung der Ermordung des ehemaligen libanesischen Regierungschefs Rafiq al-Hariri, um die Einstellung der syrischen Unterstützung für die Hisbollah, und um Massnahmen, die Hamas davon zu überzeugen, Israel anzuerkennen.
Gleichzeitig legt die Kommission fest, dass Israel den Syrern im Rahmen einer Friedensregelung die Golanhöhen geben müsse und dass Israel dafür Sicherheitsgarantien von den USA erhält. Auf der palästinensischen Schiene, so die Kommission, müssten Gespräche über eine Dauerregelung geführt werden, die zu einer Zwei-Staaten-Lösung im Sinne der Erklärung von US-Präsident Bush führen. Die Kommission empfiehlt der Regierung, den Vorsitzenden der Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, voll zu unterstützen und zu versuchen, bei den Gesprächen über eine palästinensische Einheitsregierung behilflich zu sein.
Die Baker-Hamilton-Kommission geht kurz auch auf die Frage der iranischen Atompolitik ein und empfiehlt hauptsächlich, diese Angelegenheit dem UN-Sicherheitsrat zu überlassen.
(Ha'aretz, 07.12.)
Bericht: Hisbollah agierte gegen internationales Recht aus zivilen Häusern heraus
Die Hisbollah agierte während des letzten Libanonkrieges aus zivilen Gebäuden heraus. Ihre Kämpfer verkleideten sich als Zivilisten. Damit verstiess sie gegen das geltende Kriegsrecht. Dies geht aus einem Bericht des "Intelligence and Terrorism Information Center" hervor.
Nach internationalem Recht und nach dem Kriegsrecht ist die Benutzung von zivilen Objekten im Laufe von Kämpfen verboten. Wer zivile Strukturen im Kampf benutzt, macht diese zu legitimen Angriffszielen. Menschenrechtsorganisationen und die UNO hatten Israel vorgeworfen, zivile Ziele im Libanonkrieg angegriffen zu haben.
Das Institut erstellte den Bericht in Zusammenarbeit mit der nachrichtendienstlichen Abteilung der israelischen Armee. Herausgeber ist Dr. Reuven Ehrlich, Leiter des Intelligence and Terrorism Information Center. Nach seinen Worten liefert der Bericht Beweise dafür, dass die Hisbollah zahlreiche Aktionen unternommen hat, um sich unter die Zivilbevölkerung in Beirut und im Südlibanon zu mischen.
In dem Bericht erscheinen Auszüge aus Interviews mit Hisbollah-Kämpfern, in denen sie zugeben, die Anweisung erhalten zuhaben, sich in zivilen Gebäuden zu verstecken. Ein Kriegsgefangener, der in dem Dorf Ita a-Shaab gefasst wurde, erzählte angeblich, dass er Katjuscha-Raketen mit der Deckung durch eine gehisste weisse Fahne transportiert habe. Nach seinen Angaben deponierte die Hisbollah ihre Munition in Häusern im Südlibanon. Ein anderer Kriegsgefangener, der in dem Bericht zitiert wird, erklärte, dass er und seine Freunde zivile Kleidung anzogen und in zivilen Fahrzeugen fuhren, um nicht erkannt zu werden.
In dem Bericht heisst es, dass 650 von den 1.084 Zivilisten, die im Libanon während des Krieges getötet wurden und über die die libanesische Regierung berichtet hatte, Hisbollah-Kämpfer waren. Der Bericht zeigt, wie die Hisbollah ihre Kämpfer anwies, die Katjuscha-Raketen so auszurichten, damit sie die zivilen Bevölkerungsräume im Norden Israels treffen. Am Ende des Berichts gibt es eine juristische Beurteilung, die die Hisbollah beschuldigt, Kriegsverbrechen begangen zu haben.
(Ha'aretz, 06.12.)
Den ganzen Bericht finden Sie unter den folgenden Links:
Englisch:
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Hebräisch:
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Vize-Verteidigungsminister traf syrische und libanesische Vertreter
Eine Delegation mit Vertretern israelischer Sicherheitsbehörden ist vergangene Woche unter der Leitung des Stellvertretenden Verteidigungsministers Efraim Sneh nach Griechenland gereist. Die Delegation nahm an einer Konferenz in Athen teil, zu der auch syrische und libanesische Vertreter kamen.
Die Israelis nahmen gemeinsam mit libanesischen und syrischen Vertretern an einem internationalen Seminar teil, das sich mit der Lösung der Probleme im Nahen Osten beschäftigte. Es scheint, dass es sich nicht um offizielle Vertreter der syrischen und libanesischen Regierungen handelte, sondern um Personen, die den Regierungen nahe stehen.
Von libanesischer Seite nahm an dem Treffen ein hochrangiger Militärvertreter teil, seitens der Syrer waren es zwei Personen, die mit der syrischen Regierung in Verbindung stehen. Im Büro Snehs wollte man nicht auf die Mitteilung reagieren oder diese bestätigen. Mitgeteilt wurde nur, dass Sneh nach Athen gereist sei und sich dort mit dem Führer der griechischen sozialistischen Partei George Papandreou getroffen habe.
(Ha'aretz, 05.12.)
Selbstmordattentat vereitelt
Bei einem gemeinsamen Anti-Terror-Einsatz haben Sicherheitskräfte der israelischen Armee (IDF) und des Israel Security Agency (Shabak) ein hochrangiges Mitglied der Tanzim-Organisation in Tulkarem verhaftet. Anan Kamal Afif Yaish (19) wurde infolge von Geheimdienstinformationen verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, eine Terrorzelle geleitet zu haben, die ein Selbstmordattentat auf israelische Zivilisten in naher Zukunft plante.
Der Shabak erhielt die Informationen von Amar Sami Muhammad Suliman. Der 18-Jährige sollte der Attentäter des Selbstmordanschlags sein. Suliman wurde am 23. November 2006 verhaftet.
Während des Einsatzes umstellten Spezialeinheiten der Grenzpolizei das Gebäude, in dem sich Yaish aufhielt und riefen ihn durch Lautsprecher auf, sich zu ergeben. Als sie sahen, wie Yaish, bewaffnet und mit einem weiteren Mann, fliehen wollte, riefen sie ihn auf, stehen zu bleiben und gaben Warnschüsse in die Luft ab. Als die beiden die Aufforderung nicht befolgten, eröffneten die Einsatzkräfte das Feuer. Yaish, der ein Gewehr bei sich hatte, wurde am Bein verletzt und zur Behandlung in ein Krankenhaus in Israel gebracht. Die zweite Person wurde vor Ort durch Sicherheitskräfte behandelt, erlag aber noch bei der Evakuierung seinen Verletzungen.
(IDF, 05.12.)
Leiter des PFLP in der Gegend von Bethlehem verhaftet
Bei einem gemeinsamen Anti-Terror-Einsatz haben Sicherheitskräfte der israelischen Armee (IDF) und des Israel Security Agency (Shabak) den Leiter der "Popular Front for the Liberation of Palestine" (PFLP) in der Gegend von Bethlehem verhaftet. Mahmud Ibrahim Hamdan Fanun (59) wurde 1986 wegen seiner Terroraktivitäten nach Jordanien ausgewiesen und kam 1996 in die Westbank zurück. Fanun steht seit 2001 auf der israelischen Fahndungsliste. Fanun füllte verschiedene hochrangige Positionen in der Terrororganisation aus, beschaffte Waffen und gab gesuchten Terroristen Unterschlupf. Bei einem anderen Vorfall haben Soldaten südlich von Hebron in der Nähe einer Firma einen 10 Zentimeter langen Sprengsatz gefunden. Er wurde von einem Experten der Armee durch eine kontrollierte Sprengung unschädlich gemacht.
(IDF, 04.12.)
Islamischer Jihad: Waffenstillstand vom Winde verweht
Abu Ahmed, der Sprecher des militärischen Flügels der Organisation, der Al-Quds-Brigaden sagte, dass die "von den Zionisten gebrochene Ruhe" durch Angriffe auf Palästinenser im Gazastreifen und dem Westjordanland ein wiederholter Bruch des Waffenstillstands sei - Offizielle Vertreter der PA fürchten, dass Raketenangriffe auf Israel kurz bevorstehen.
Die Al-Quds-Brigaden, der militärische Flügel des Islamischen Jihad, haben am Sonntag angekündigt, dass die vereinbarte Waffenruhe mit Israel und die Ruhe im Gazastreifen "vom Winde verweht" seien.
"Der Zionistische Feind muss die Konsequenzen tragen, die Waffenruhe gebrochen zu haben", hiess es in der Ankündigung.
Die Terrororganisation drohte, sie werde in den folgenden Stunden einen Angriff auf Israel ausüben.
Auch leitende Offizielle der Organisation sagten, dass Raketenabschüsse auf Israel bald ausgeführt würden.
Der militärische Flügel des Islamischen Jihad hatte von Anfang an erklärt, sich nicht an dem Waffenstillstand zu beteiligen. Abgesehen davon, dass nur zwei Stunden nach Beginn des Waffenstillstands zwei Qassamraketen auf Israel abgeschossen wurden, hielten sich die Aktivisten der Terrororganisation zurück, Raketen auf den westlichen Negev abzuschiessen.
Leitende Beamte der Palästinensischen Autonomiebehörde jedoch haben ihre Sorge zum Ausdruck gebracht, dass das Feuer auf Israel durch Qassam-Raketen bevorstehe.
Als Antwort auf die Aussage von Verteidigungsminister Amir Peretz, dass die IDF-Aktivitäten im Westjordanland fortgesetzt würden, sagte Ahmed, dass seine Organisation nicht untätig zusehe.
"Der Islamische Jihad ruft alle palästinensischen Organisationen auf, den Waffenstillstand infolge der Äusserungen der israelischen Regierung zu überdenken", heisst es in der Ankündigung.
Nach Angaben des Islamischen Jihad hätte Israel den Waffenstillstand 70 mal gebrochen.
(Yedioth Ahronoth, 04.12.)
Chanukka: Sufganiyot werden gesund
Nachdem sie sie geschrumpft haben, überlegen sich die Bäckereien neue Wege, die Sufganiyot mit neuen Gesundheitstrends am Leben zu erhalten. Dieses Chanukka werden die Sufganiyot in Rapsöl frittiert oder gebacken.
In den letzten Jahren waren die Bäckereien mit einem wachsenden Problem konfrontiert: Wie verwandelt man die öltriefenden Sufganiyot zu einem gesunden Dessert?
Chanukka sind DIE Gebäckfeiertage, mit rund um die Uhr schuftenden Bäckern und Öfen, die die Nachfrage nach den Sufganiyot stillen.
Zwar haben die Bäcker alle Möglichkeiten beschritten, die Sufganiyot leckerer zu machen, doch versuchten sie gleichzeitig, sie mit weniger Fett herzustellen, um sie dem gesunden Lifestyle anzupassen, den mehr und mehr Menschen annehmen.
Die Suganiya ist in den letzten Jahren von 100 Gramm auf ihre Hälfe geschrumpft. Dies gab ihr den Namenszusatz "mini" und sie hat weniger Kalorien. Es gibt sogar die "Ein-Biss-Sufganiya" – alles, um den Konsumenten glücklich zu machen.
Kommendes Chanukka wird die Sufganiya sogar einen weitere Erneuerung erfahren: Die Roladin Bäckerei rief eine Sufganiyot-Revolution aus und eine noch gesündere Variante einführt: es wird statt normalem Öl Rapsöl verwendet, welches cholesterinsenkende Eigenschaften hat: "Die diesjährige Sufganiya ist kleiner, gesünder und besser – die Mini-Marmeladen-Sufganiya hat nur 169 Kalorien."
Rapsöl hin oder her, es ist wie der Versuch, Schokolade zu einem gesunden Lebensmittel zu machen. Es gibt aber nun einmal Lebensmittel, die niemals gesund sein werden, was immer man mit ihnen anstellt.
(Yedioth Ahronoth, 04.12.)
Bombe bei palästinensischem Jugendlichen entdeckt
Bei einer Routine-Kontrolle haben Sicherheitskräfte am Samstagmorgen eine 15-cm lange Rohrbombe in der Tasche eines palästinensischen Jugendlichen am Hawara- Checkpoint, südlich von Nablus (Westbank), entdeckt. Der Sprengsatz wurde vor Ort zerstört, der Junge den Sicherheitsbehörden zum Verhör übergeben. Vergangene Woche ereignete sich ein ähnlicher Vorfall: Dabei versuchte ein Palästinenser, drei Rohrbomben nach Israel zu schmuggeln. Seit 1. Januar 2006 wurden allein an diesem Checkpoint in der Westbank 130 Fälle von versuchtem Waffenschmuggel gezählt.
(IDF, 03.12.)
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