MP Olmert traf Russlands Aussenminister Lavrov, 7.9.06
Israel hat am Freitag auch die Seeblockade des Libanons beendet. Das teilte ein Sprecher des Kommandeurs der UN-Friedenstruppen im Libanon, Gen.-Maj. Alain Pellegrini, mit. Internationale maritime Einheiten hätten zuvor mit Patrouillefahrten vor der Küste begonnen.
Zuvor bestätigten Quellen im Büro des Ministerpräsidenten einen Bericht des italienischen Aussenministers, wonach das italienische Marine-Corps die libanesische Küste erreicht hätte, um Waffenlieferungen an die Hisbollah-Miliz unterbinden. Nun könnten die Häfen des Libanons freigegeben werden. Israel hatte am Donnerstag zuerst die Luftblockade gegen das Land aufgehoben, die mit Beginn der Hisbollah-Angriffe auf Nord-Israel verhängt worden war.
Bei einem Treffen mit dem russischen Aussenminister Sergei Lavrov sagte Ministerpräsident Ehud Olmert am Donnerstagabend in Jerusalem, dass die Resolution 1701 des UN-Sicherheitsrats solange nicht erfüllt ist, bis die entführten israelischen Soldaten freigelassen werden. "Israel erfüllt seinen Teil der Resolution, und genauso muss der Libanon das auch tun und die zwei entführten Soldaten sofort freilassen", sagte Ministerpräsident Olmert. Aussenminister Lavrov zeigte sich überzeugt, dass die UN-Resolution 1701 von allen Seiten vollständig umgesetzt werde.
Israel ist die letzte Station auf der Nahost-Reise des russischen Aussenministers. Bei ihrem Treffen sprachen Olmert und Lavrov über den geplanten Besuch am 18. Oktober in Moskau. Russlands Präsident Putin hatte Ministerpräsident Olmert anlässlich des 15. Jahrestages der erneuerten diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Russland eingeladen.
MP Olmert sprach über die Aufhebung der Luftblockade im Libanon und sagte, dass sich die Seeblockade in Absprache mit den UN bis zum Eintreffen der internationalen Truppe, die das Waffenembargo entlang der Küste umsetzen soll, zum Zeitpunkt (7.9.) verzögere. In diesem Zusammenhang warnte Olmert, dass Syrien nach wie vor Terrororganisationen, die gegen Israel agieren, Schutz bietet. "Wenn sie wirklich Frieden mit uns wollten, würden sie sich nicht so verhalten", sagte er. Olmert ging auch auf das Thema der Verhandlungen mit Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas ein: "Ich sagte bereits, dass wir einer Annäherung an Abbas zustimmen, um zu zeigen, dass wir die moderaten Kräfte im Nahen Osten unterstützen, und wir hatten sogar die Entlassung von Gefangenen geplant, doch nach der Entführung von Gilad Shalit ist klar, dass sich die Situation geändert hat. Wir sind willens mit Abbas zu reden, aber nur auf der Grundlage der road map", sagte Olmert.
Zur Frage der Sheba Farms ("Har Dov") sagte Olmert, dass wenn festgelegt würde, dass das Gebiet libanesisch sei, und nicht syrisch (wie vom UN-Generalsekretär offiziell festgelegt), und wenn der Libanon die UN-Resolutionen 1559 und 1701 inklusive der Entwaffnung der Hisbollah vollständig erfüllt, würde er einer Diskussion über die Angelegenheit zustimmen. "Ich habe keine Bedenken über ein Treffen mit Siniora, und kann mit ihm über alle Angelegenheiten diskutieren. Solange es aber Terror gibt, kann es keinen Friedensprozess geben", erklärte Olmert.
(Yedioth Ahronoth, 8.9.)
Aufhebung der See- und Luftblockade im Libanon
US-Aussenministerin Condoleezza Rice und UN-Generalsekretär Kofi Annan haben Ministerpräsident Ehud Olmert am Dienstagabend (5.9.) und Mittwochmorgen (6.9.) mitgeteilt, dass die internationale Truppe bereit ist, die Kommandopositionen an den Flughäfen sowie vor den Seehäfen Libanons zu übernehmen.
Daraufhin wurde vereinbart, dass Israel am Donnerstag (7.9.) ab 18.00 Uhr Ortszeit (17.00 Uhr MESZ) seine oben genannten Kommandopositionen verlassen und die internationale Truppe zum gleichen Zeitpunkt vorrücken wird.
Heute werden Bundesaussenminister Frank-Walter Steinmeier und deutsche Experten in Beirut erwartet. Ausserdem vereinbarten die libanesische Regierung und die UN, dass deutsche Marine-Soldaten vor der libanesischen Küste stationiert werden.
UN-Generalsekretär Kofi Annan machte weiterhin deutlich, dass bis zur Ankunft der deutschen Marine in rund zwei Wochen italienische, britische und griechische Soldaten im Rahmen der internationalen Truppe die Überwachung der Küstengewässer übernehmen werden.
(PMO, 6.9.)
Sicherheitsquellen: Immer mehr Versuche, Waffen nach Gaza zu schmuggeln
Besondere Sorge besteht über die Versuche palästinensischer Terrorgruppen - angeführt von der Hamas -, Panzerabwehrraketen nach Gaza zu bringen.
Die Palästinenser haben seit Jahren probiert, die Qualität der Panzerabwehrraketen, die ihnen zur Verfügung stehen, zu verbessern. Kurz vor Israels Abzug aus dem Gazastreifen im Zuge des Abkopplungsplans im Sommer 2005, hatten die Palästinenser tatsächlich Erfolg damit, die Qualität ihrer Raketen zu verbessern, indem sie moderne Panzerabwehrgranaten schmuggeln konnten, die die improvisierten Waffen, die sie bis dahin benutzt hatten, ersetzten.
Nun gibt es einen deutlichen Versuch, die Qualität der Raketen des palästinensischen Arsenals noch weiter zu steigern. Hamas ist besonders daran interessiert, die gleichen, in Russland hergestellten Raketen zu bekommen, die auch die syrische Armee besitzt. Einige dieser Raketen wurden letzten Monat von der Hisbollah im Konflikt im Norden eingesetzt.
Basierend auf diesem Konflikt gehen die Palästinenser davon aus, dass die Panzereinheiten der israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) gegenüber Panzerabwehrraketen, die im Ostblock hergestellt wurden, verwundbar sind. Deshalb verdoppeln sie nun ihre Bemühungen, solche Waffen zu bekommen. Es liegt im Bereich des Möglichen, dass die Hisbollah und sogar Syrien in diese Bemühungen involviert sind. Ranghohe Vertreter des Verteidigungssektors, wie z. B. Yuval Diskin, Leiter der israelischen Sicherheitsbehörde Shabak, haben kürzlich gewarnt, dass die Grenze zwischen Ägypten und dem Gazastreifen für den Waffenschmuggel weit offen steht und dass grosse Mengen an Waffen, inklusive einige moderne Modelle, bereits die Grenze überquert haben.
Der Fortschritt in den Kontakten zwischen Israel und den Palästinensern wegen der Freilassung des entführten IDF-Soldaten Gilad Shalit, über den in den Medien berichtet wurde, hat die Anzahl der versuchten Angriffe aus dem Gazastreifen nicht reduziert.
Es gibt in Israel auch wachsende Besorgnis über die Möglichkeit, dass Palästinenser einen Angriff vom Meer aus starten könnten. Es gab in den letzten Jahren mehrere solcher Versuche, meistens von der Terrorgruppe "Palästinensischer Islamischer Jihad". Dieser hatte mit Sprengsätzen versehene Boote nahe an israelische Marineboote und Handelsschiffe gelenkt.
Quellen des israelischen Zentralkommandos haben in den letzten Wochen eine Neubelebung der Terroraktivitäten militärischer Zellen, die mit der Hamas verbunden sind, bemerkt. Seit der Wahl in den palästinensischen Autonomiegebieten (PA) vor 9 Monaten hatten sich diese Zellen zurückgehalten und von der Beteiligung an Terroranschlägen Abstand genommen.
Die Hamas-Regierung versucht nun, die gleiche Spezialsicherheitstruppe in der Westbank zu gründen, die sie bereits im Gazastreifen geschaffen hat. Sie operiert parallel zur Sicherheitstruppe der PA. Die Hamas hofft, mehrere Hundert Mitglieder rekrutieren zu können, die dann auf die Lohnliste der PA gesetzt werden.
(Ha'aretz, 5.9.)
AM Livni: Ministerpräsident Olmert muss sich mit Palästinenserpräsident Abbas treffen
Aussenministerin Tzipi Livni ist der Meinung, dass es richtiger sei, die palästinensische Sache voranzubringen als die syrische und dass sich Ministerpräsident Ehud Olmert mit dem Vorsitzenden der Palästinensischen Autonomiebehörde Mahmoud Abbas treffen müsse.
In einem Interview in der Sendung "London und Kirshenbaum" des 10. TV-Programms sagte Livni, dass Initiativen zur Förderung der israelischen Interessen geschaffen werden müssten, um die Zwei-Staaten-Lösung voranzubringen. "Das ist es, was nun getan werden muss und in diesem Rahmen müssen die zentralen Probleme gelöst werden. Dazu gehören die Grenzen und die Flüchtlinge."
Nach ihren Worten sollte die palästinensische Sache der syrischen vorgezogen werden, da diese kritischer sei: "Wir sitzen auf einer Zeitbombe. Stillstand ist nicht die richtige Politik der Regierung."
Ausserdem sagte Livni, dass sie den Vorschlag Olmerts für ein Treffen mit dem libanesischen Ministerpräsidenten unterstütze, fügte jedoch hinzu, dass sie verstehe, warum Fuad Siniora nicht in der Lage sei, im Moment Frieden mit Israel zu schliessen: die Syrer würden es ihm nicht ermöglichen, das zu tun.
(Yedioth Ahronoth, 4.9.)
Arabische Staaten erwägen Initiative zur Wiederaufnahme der Verhandlungen mit Israel
Die Aussenminister mehrerer arabischer Staaten werden am Dienstag (5.9.) in Kairo über die Möglichkeit sprechen, eine neue Initiative zur Erneuerung des Friedensprozesses mit Israel vorzulegen. Dies berichteten palästinensische Quellen. An der Konferenz, die im Gebäude der Arabischen Liga stattfinden wird, werden die Aussenminister Ägyptens, der Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabiens und der Leiter des Politbüros der PLO, Farouk Al-Qadumi, teilnehmen. Die Initiative, die der UN-Vollversammlung vorgelegt werden soll, basiert auf dem Entwurf der saudi-arabischen Initiative von 2002.
Nach Angaben der Quellen prüfen die Staaten in Zusammenarbeit mit der Palästinensischen Autonomiebehörde die Möglichkeit, ob der Vorsitzende der Autonomiebehörde Mahmoud Abbas derjenige sein könnte, der in seiner Rede vor der Vollversammlung die "neue alte Initiative" bekannt gibt.
Die allgemeine Initiative umfasst einen Vorschlag zur Beendigung des arabisch-israelischen Konflikts auf der Grundlage der Resolutionen des UN-Sicherheitsrates: der Grundsatz Land für Frieden: Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen den Seiten unter der Aufsicht des Sicherheitsrates und Festlegung eines Zeitplans zur Durchführung des umfassenden Abkommens.
Das Mitglied des Exekutivausschusses der PLO Yasser Abed Rabo sagte am Sonntag (3.9.), dass Mahmoud Abbas mit Führern arabischer Staaten in Kontakt stehe, um den Friedensprozess wieder in Gang zu bringen und die Errichtung eines palästinensischen Staates voranzutreiben.
(Ha'aretz, 4.9.)
MP Olmert: Keine Zurückhaltung bei einem Feldzug gegen Syrien
Ministerpräsident Olmert sagte im Aussen- und Verteidigungsausschuss der Knesset, dass der Krieg im Libanon als Abschreckungselement gegen Damaskus diente; "Realignment Plan" vorläufig aufgrund von "Prioritätsänderungen" auf Eis gelegt.
Ministerpräsident Olmert informierte am heutigen Montag die Mitglieder des Aussen- und Verteidigungsausschusses zum ersten Mal seit dem Ausbruch der Kampfhandlungen im Norden.
"Was wir im Libanon getan haben wirkt als Element der Abschreckung gegen Syrien, da sie jetzt realisieren, dass, während wir unsere Anwendung von Gewalt im Libanon zügelten, wir in einem Kampf gegen sie solche Zurückhaltung nicht aufrechterhalten werden" so der Ministerpräsident.
Olmert äusserte sich ebenfalls zu seiner Entscheidung, den "Realignment Plan" vom Westjordanland zum jetzigen Zeitpunkt zurück zu stellen. "Es hat sich etwas geändert und Prioritäten, die ich vor einiger Zeit als richtig empfand sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht relevant."
Laut der an der Sitzung teilnehmenden Knessetabgeordneten "hielt [Olmert] eine Rede zur Verteidigung der Kriegsgründe und versuchte darzustellen, was er als seine Errungenschaften daraus wähnt."
Der Meretz-Abgeordnete Ran Cohen sagte, dass Olmerts Auftritt gut durchdacht und klar formuliert war, "doch zwischen den Zeilen eine deutliche Verneinung von Verhandlungen mit Syrien und den Palästinensern sowie eine Botschaft gegen den "Realignment Plan" und die Etablierung einer staatlichen Untersuchungskommission zu erkennen war."
MP Olmert bezog am Anfang seiner ausführenden Worte Stellung zu Berichten in der arabischen Presse hinsichtlich eines zustande kommenden Handels zur Freilassung des entführten Soldaten Gilad Shalit und sagte dazu, dass er sich keines solchen Handels bewusst wäre.
(Yedioth Ahronoth, 4.9.)
Aus den arabischen Medien: Libanesischer Ministerpräsident gegen Regierungsumbildung
Ministerpräsident Siniora und weitere Vertreter der Koalition "Neue Ordnung" weigern sich, die Zusammensetzung der Regierung zu ändern; in einem libanesischen Artikel wird davor gewarnt, dass Michel Aoun ("Free Patriotic Movement" FPM) und die Hisbollah nicht zögern werden, ihre Waffen einzusetzen und mit syrischer Rückendeckung in der innerlibanesischen Arena vorzugehen
Ministerpräsident Siniora und andere Politiker im Lager der "Neuen Ordnung" sprachen sich gegen eine veränderte Regierungsbildung und eine Regierung der nationalen Einheit aus. Drusenführer Walid Dschumblatt protestierte gegen den Aufruf Nasrallahs, eine Regierung der nationalen Einheit zu bilden und sagte, dass Nasrallah das Ziel verfolge, einen militärischen und politischen Umsturz gegen das Taif-Abkommen durchzuführen, um den Lastwagen- und Waffenschmuggel von Syrien in den Libanon fortführen zu können.
Unterdessen wurde berichtet, dass drei wichtige Mitarbeiter der Koalition "Neue Ordnung" einen "Plan zur sofortigen Rettung des Libanon" erarbeitet hätten, um gegen die Versuche, die Siniora-Regierung zu stürzen, vorzugehen, "den syrisch-iranischen Angriffen gegen den Libanon ein Ende zu setzen" und für die vollständige Einhaltung der Resolution 1701 zu sorgen.
Der Kommentator der Tageszeitung Almustaqbal Nazir Alasad warnte davor (2.9.), dass die Hisbollah und Michel Aoun nicht zögern würden, ihre Waffen in der innerlibanesischen Arena einzusetzen. Sie könnten mit syrischer Rückendeckung die Regierung stürzen, falls diese der Forderung, eine Regierung der nationalen Einheit aufzubauen, nicht nachkommt. Er erklärte, dass es das Ziel der Hisbollah und Aouns sei, mit der Bildung einer Regierung der nationalen Einheit die politische Mehrheit zu lähmen und Syrien in die libanesische Regierung wieder einzubinden.
Iraner befürchten eine Veränderung der derzeitigen Parameter der UNIFIL-Aktionen im Südlibanon
Irans Aussenminister Mottaki warnte davor, dass jeder Manipulationsversuch in Bezug auf die Aufgaben der UNIFIL-Truppen im Libanon für Spannungen sorgen werde und erklärte, dass es dem "zionistischen Regime" nicht ermöglicht werden dürfte, sich in die Befugnisse der Truppen einzumischen (Irna, 31.8.).
Khamenei: die Siege der Hisbollah und der Hamas haben den Status des Iran in der internationalen Arena gestärkt
Der iranische Führer Ayatollah Khamenei pries den Sieg der Hisbollah und der Hamas. Er erklärte, dass der Iran einen Sonderstatus in der internationalen Arena habe und dass diese Siege den Status des iranischen Regimes gestärkt hätten. (iranisches Fernsehen, 31.8)
(Botschaft des Staates Israel, 4.9.) |
IDF-Video
Weiterer Hisbollah-Bunker im Südlibanon entdeckt
Israelische Soldaten entdecken im Südlibanon in der Nähe der israelischen Grenze weitere Bunker mit geladenen Katjuscha-Raketenwerfern der Terrororganisation Hisbollah, 6. September 2006.
(IDF, 8.9.)
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Die israelische Armee arbeitet an einem System zur Verhinderung von "friendly fire"
Die israelische Armee arbeitet an einem System, das den Beschuss gegen die eigenen Truppen verhindert ("friendly fire").
Die IDF hat in den vergangenen Wochen ein Programm zur Entwicklung von Kampfmitteln auf dem Boden beschleunigt. Eins davon ist ein Kontrollsystem, das im Kampf gegen die Hisbollah im Libanon hätte hilfreich sein können.
Das System wird in den Gebieten und im Umfeld des Gazastreifens bereits teilweise eingesetzt und stand während des Krieges nur einem Teil der im Libanon kämpfenden Einheiten zur Verfügung. Das System funktioniert mit Hilfe von Satellitennavigation und ermöglicht es den israelischen Soldaten, sich gegenseitig im Feld zu erkennen. Zusätzlich erstellt es ein Bild der feindlichen Truppen. Nach Angaben eines hochrangigen Vertreters der Bodentruppen hat sich bei Soldaten, die mit dem System ausgerüstet waren, gezeigt, dass die Fehlermeldung sehr schnell war und Verluste verhindert wurden. Das System kann den Kommandanten helfen, taktische Fehler zu verhindern.
(Ma'ariv NRG, 7.9.)
Zypern beschlagnahmt verdächtiges syrisches Waffenschiff
Zypriotische Behörden haben am Mittwoch (6.9.) im Mittelmeer ein syrisches Schiff mit Waffen beschlagnahmt. Die Behörden kontrollierten das Schiff aufgrund von Geheimdienstinformationen über ein illegales Waffenlager an Bord.
"Nach dem Schiffsfrachtbrief transportierte es meteorologisches Gerät. Uns wurde mitgeteilt, dass Interpol Informationen über eine mögliche Verwicklung in den Waffenschmuggel hat", sagte der Vorsitzende der zypriotischen Hafenbehörde, Chrysis Pentzas, im staatlichen Radio.
Der staatliche Rundfunk berichtete, dass Metallrohre an Bord der Grigorio 1 gefunden wurden. Bei den Rohren könnte es sich um Hülsen eines Waffensystems handeln. Das Schiff fuhr unter der Flagge Panamas.
"Es wurde etwas gefunden, was für meteorologische Zwecke genutzt werden könnte, aber es kann auch militärischen Zwecken dienen, wir sind dabei, das zu untersuchen", sagte ein Ermittler der Nachrichtenagentur AFP.
Das Schiff ankerte am 5.9. vor dem Hafen von Limassol. Es kam aus Port Said in Ägypten. Zielhafen war Latakia in Syrien. Unmittelbar nach seiner Ankunft in Zypern ging eine zypriotische Sondereinheit mit Sprengstoffexperten an Bord. Die Polizei teilte mit, dass die Ladung nicht mit dem Schiffsfrachtbrief übereinstimmte. Die acht Mann starke Besatzung wurde über die verdächtige Fracht verhört.
Die zypriotische Zeitung "Phileleftheros" zitierte Beamte, die sagten, dass man fast sicher davon ausgehen könne, dass einige Gegenstände an Bord Teil eines Raketenwerfers sind.
(Yedioth Ahronoth, 7.9.)
Israel und die UN distanzieren sich von arabischem Friedensplan
Aus Regierungskreisen in Jerusalem ist zu vernehmen, dass Israel die Initiative der Arabischen Liga ablehnt. Es handele sich um einen weiteren Versuch der Palästinenser, sich vor der Umsetzung der ersten Stufe der raod map zu drücken, die zur Auflösung der Terrororganisationen in der Palästinensischen Autonomiebehörde aufruft. Die arabischen Staaten planen, dem UN-Sicherheitsrat eine politische Initiative vorzulegen, in deren Zentrum die Übernahme der Komponenten des Friedensplans Saudi-Arabiens aus dem Jahr 2002 steht. Die Initiative, die von Ägypten angeführt wird, wurde am Dienstag (5.9.) auf einer Aussenministerkonferenz der Arabischen Liga in Kairo besprochen. Hochrangige Diplomaten in New York distanzierten sich von diesem Plan.
UN-Generalsekretär Kofi Annan reagierte deutlich zurückhaltend auf die Initiative. Diplomaten in New York betonten, dass eine Gesprächsrunde nicht verhindert werden könne, wenn ein Mitglied des Sicherheitsrats beantragt, dass über ein bestimmtes Thema gesprochen wird.
(Ha'aretz, 6.9.)
Die Hamas versucht an russische Antipanzerraketen heranzukommen
Verlässliche israelische Quellen haben in den vergangenen Tagen ihre Sorge darüber zum Ausdruck gebracht, dass die Versuche, Waffen in den Gazastreifen zu schmuggeln, zunehmen. In Israel ist man über die Absicht der palästinensischen Terrororganisationen besorgt - an erster Stelle die Hamas - Antipanzerraketen zu schmuggeln.
Die Hamas ist besonders an Raketen aus russischer Produktion interessiert, die sich im Besitz der russischen Armee befinden, und zum Teil bereits im Krieg im Libanon von der Hisbollah eingesetzt wurden.
Die Zentralkommandantur beobachtet seit einigen Wochen zunehmende Terroraktivitäten von Kommandos, die mit der Hamas in Verbindung stehen. Seit den Wahlen in den Autonomiegebieten vor neun Monaten hielten sich die Kommandos zurück und beteiligten sich kaum an Anschlägen.
Unterdessen versucht die Hamas eine Sondersicherheitstruppe in der Westbank nach dem Vorbild der Truppe, die sie an der Seite der Sicherheitsapparate in der Autonomiebehörde im Gazastreifen ins Leben gerufen hatte, aufzustellen. Sie beabsichtigt, mehrere Hundert Mitglieder anzuheuern, die ihre Gehälter von der Autonomiebehörde erhalten.
(Ha'aretz, 6.9.)
Sondereinheit entdeckt weitere Hisbollah-Waffen in Bunkern im Südlibanon
Eine Sondereinheit der Golani-Kampfeinheit der israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) hat am Montag (4.9.) nördlich des Moshavs Avivim einen weiteren Bunker der Hisbollah entdeckt, in dem man zahlreiche Waffen fand, darunter Mörsergranaten, Antipanzerraketen, Abschussrampen für Antipanzerrakten, Kalatschnikov-Gewehre und andere Waffen. Die israelische Armee sucht weiterhin das Gelände entlang der Grenze ab, um weitere Posten und Bunker der Hisbollah aufzudecken. Am vergangenen Wochenende fanden israelische Truppen einen Bunker in Atiya a-shaab (27.8.) mit Sajr-Raketen und Katjuscha-Raketenwerfer. In der Woche zuvor fanden Golani-Truppen Bunker, die im Dorf Labuna im westlichen Sektor in den Fels gehauen waren.
(Yedioth Ahronoth, 5.9.)
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2100 Jahre alte Höhle in Tel Aviv entdeckt
Bei Strassenarbeiten in Tel Aviv ist eine antike Höhle entdeckt worden. Wissenschaftler datieren sie auf das erste Jahrhundert vor der Zeitrechnung, offenbar wurde sie als Bestattungsraum genutzt. Angestellte der Stadt stiessen überraschend auf den archäologischen Fund. Bei Infrastruktur-Arbeiten an der Strasse "Mesilat Haolim" entdeckten sie die 20 Meter lange und vier Meter breite unterirdische Höhle. Unterteilt ist der in Sandstein gehauene Raum in einen zentralen Vorhof und drei kleinere Räume, erklärte der Archäologe Yossi Cohen.
Die Fundstelle wird nun von den Tel Aviver Stadtbehörden abgesperrt, da die Höhle durch die Arbeiten beschädigt wurde - der Sandstein erhielt Risse. Sicherheitskräfte erklärten, dass die Gefahr des Einbruchs der Strasse bestehe. Sofortige Massnahmen seien nötig, um den Unterbau zu stabilisieren. Demnach soll die Höhle völlig ausgegraben und neu aufgefüllt werden, um eine neue Strasse darüber zu errichten.
Laut einem anderen Archäologen, Peter Gendelman, scheint sich die Höhle auch unter einer nahe gelegenen Schule "Rogozin" zu erstrecken. Die Leiterin der Schule, Karen Tal, sagte: "Ich hoffe sehr, dass sie etwas Interessantes hier finden und dass das Schulgelände eine Attraktion bekommt." Sie hofft, dass der Schulbetrieb ohne Unterbrechungen fortgesetzt werden kann. Die Stadtbehörden von Tel Aviv-Yaffo teilten mit, der Fundort werde vom "Amt für gefährdete Gebäude" geprüft.
(Yedioth Ahronoth, 5.9.)
Erstmals landete wieder ein Flugzeug ohne Absprache mit Israel auf dem Beiruter Flughafen
Erstmals seit Ausbruch der Kämpfe hat Israel am Montag ermöglicht, dass ein Flugzeug ohne vorherige Absprache mit Israel den Flughafen von Beirut anfliegt. Es handelt sich um einen Charterflug der qatarischen Fluggesellschaft, die von Doha aus startet. Aus politischen Kreisen in Jerusalem war am Sonntag zu vernehmen, dass es sich um einen Versuch handle, in der Region wieder zur Routine zurückzukehren. Der Flug der qatarischen Fluggesellschaft landete am Montag mit 142 Passagieren an Bord in Beirut. Die Landung stellt im Grunde die teilweise Aufhebung der Sperrung des Luftraumes über dem Libanon dar.
(Ha'aretz, 4.9.)
Neue Umfrage im Libanon: die Mehrheit ist für die Entwaffnung der Hisbollah
51% der Libanesen unterstützen die Entwaffnung der Hisbollah. Dies geht aus einer Umfrage hervor, die vor kurzem im Libanon veröffentlicht wurde und in einem Abschlussbericht des Aussenministeriums über den Krieg erscheint.
In dem Bericht des Zentrums für Politikforschung heisst es, dass der Schaden, der der Hisbollah verursacht wurde, um ein Vielfaches grösser ist als man in Israel annimmt, und dass die Organisation durch den Krieg schwer geschwächt wurde. Die Umfrage, die in einer libanesischen Zeitung in französischer Sprache veröffentlicht wurde, weist auf eine sich ändernde Tendenz in der öffentlichen Meinung im Libanon hin. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren ist derzeit eine Mehrheit für die Entwaffnung der Hisbollah, während 49 Prozent der Libanesen noch immer der Meinung sind, dass die Hisbollah bewaffnet bleiben sollte.
Gemäss der Umfrage wollen selbst 26 Prozent der Schiiten, die von der Hisbollah vertreten werden, dass die Organisation entwaffnet wird. In allen übrigen Gruppierungen im Libanon gibt es eine zerschmetternde und klare Mehrheit gegen die Hisbollah, wobei unter den Drusen etwa 79 Prozent die Entwaffnung der Organisation unterstützen. 77 Prozent der Christen und 54 Prozent der Sunniten drückten eine ähnliche Position aus.
Die Verfasserin des Berichts, die Politologin Yifat Amadi vom Zentrum für Politikforschung, fasst zusammen, dass aus Interviews Nasrallahs für verschiedene Fernsehsender und auch für die Presse im Libanon erkennbar wird, dass die Organisation von Korruption und Arroganz in eine Situation schwerer Verlegenheit und echter Notlage geraten ist.
(Ma'ariv NRG, 4.9.)
Nach dem Krieg: die Politik kehrt zur Routine zurück
Einige Wochen nach dem Ende des Krieges im Libanon kehrt das politische System zur Tagesroutine zurück. Die umfangreiche Kritik an Ministerpräsident Ehud Olmert, hat ihm zu verstehen gegeben, dass er einen grösseren Schwerpunkt auf die politische Arena legen muss und bereits diese Woche wird Olmert zwei wichtige Tagespunkte innerhalb seiner Kadima-Partei in Angriff nehmen.
Das erste Treffen wird Olmert heute (Montag) im Rahmen einer Versammlung der "Kadima" Parteigremien abgehalten, die in Jerusalem stattfindet. Hintergrund der Versammlung sind die zahlreichen Beschwerden und die scharfe Kritik der Gremienvorsitzenden, die vom Likud zur Kadima gewechselt waren, an dem Vorgehen einiger Mitglieder der Führungsebene der neuen Partei. Olmert, wie schon sein Vorgänger Ariel Sharon, wird wahrscheinlich versuchen, das Treffen zu nutzen, um den Kontakt zu den Vorsitzenden der Ortsverbände und Parteigremien aus dem ganzen Land zu stärken, mit dem Ziel, die Einheit der Partei zu erhalten.
Das zweite Treffen soll am Dienstag im Rahmen des Besuchs des Regierungschefs im Norden stattfinden, bei dem er zum ersten Mal ein "Kadima-Haus" in Tiberias einweihen wird. Dies ist der erste Ortsverband der Partei in der Stadt und zudem das erste Mal seit der Gründung der Partei, dass Olmert einen Ortsverband persönlich einweihen wird.
Zusätzlich sind weitere Aktionen innerhalb der Partei geplant. Das Hauptziel der Mitglieder ist, die Partei stärker an die Arbeiter zu binden und dem Ruf als "virtuelle Partei" entgegenzuwirken. Die zahlreichen Aktionen der Partei im ganzen Land werden, so hofft man, ihr eine reale und gestärkte Existenz sichern.
Unterdessen ging der Geschäftsführer von Kadima, Yohanan Prasner, in den letzten Wochen an die Universitäten, um die Partei auf Aktionen ausserhalb der parlamentarischen Grenzen vorzubereiten. Im Umfeld des Ministerpräsidenten hiess es, dass ein Teil der zukünftigen politischen Aktionen Olmerts bereits vor dem Krieg geplant gewesen seien, jedoch wegen des Ausbruchs der Kampfhandlungen im Libanon verschoben wurden. Olmert werde in Zukunft seine politischen Aktivitäten bedeutend ausweiten.
Die Aktivitäten innerhalb der Arbeits-Partei verstärken sich ebenfalls. In letzter Zeit gab es in parteiinternen Kreisen vermehrt besorgte Äusserungen über eine Auflösung der Partei. Auch über die Absicht vieler Mitglieder der Partei, für die Führung zu kandidieren, zeigte man sich besorgt. Die grosse Anzahl der Mitglieder im Rennen um die Führung der Partei werde letztendlich zu einer beachtlichen Schwächung der Arbeitspartei führen.
Führende Mitglieder der Partei werden sich in den kommenden Tagen treffen und versuchen, das zukünftige Vorgehen zu planen. Eine Konferenz der Vorsitzenden der Ortsverbände, die in den nächsten Tagen unter der Teilnahme des Parteichefs Amir Peretz stattfinden soll, stellt nach Worten der Organisatoren einen Versuch dar, den Status des Parteivorsitzenden zu stärken, der in den letzten Wochen ziemlich gelitten hatte.
(Yedioth Ahronoth, 4.9.)
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