Nasrallah: Hisbollah im Krieg mit Israel
Hassan Nasrallah setzt seine Drohgebärden gegen Israel fort. Auf einer Kundgebung im Libanon verkündete der Generalsekretär der schiitischen Terrororganisation am Donnerstag, dass die Hisbollah sich nach wie vor im Krieg mit Israel befinde. Dabei unterstrich er, dass der Kampf gegen den jüdischen Staat auch dann weiter gehen werde, wenn der Libanon die Kontrolle über die umstrittenen Sheba-Farmen zurückerhalten würde.
Siegessicher verwies er auf die vermeintlichen Mängel der israelischen Militärkapazitäten: "Sie wissen, dass ihre Marine schwach ist und dass ihre Luftwaffe all ihre Optionen ausgeschöpft hat und dass sie im nächsten Krieg keinen militärischen Vorteil erzielen kann."
Direkt an die Adresse von Israels Verteidigungsminister Ehud Barak gewandt, warnte er weiter: "Ganz Israel sagt, dass bei einem neuen Krieg gegen den Libanon der einzige Weg zum Sieg über einen Bodenkrieg führen würde, daher hat Barak uns fünf Divisionen versprochen. Er hat gedacht, dass er uns psychologisch besiegt, und gehofft, das Volk des Libanon einzuschüchtern, um dem Volk von Israel Hoffnung zu geben und die Soldaten zu ermutigen, indem er sagte, dass sie mit seiner Strategie siegen könnten. Er dachte, diese Bedrohungen könnten den Libanon schwächen und zur Aufgabe zwingen, aber ich habe gesagt, dass diese fünf Divisionen in den Bergen und Täler des Südlibanon vernichtet werden."
(Yedioth Ahronoth, 04.09.08)
Der Botschafter privat
Israels Botschafter in Berlin, Yoram Ben-Zeev, hat Reporter der BUNTEN in seiner Residenz empfangen und ihnen von seinen Eindrücken in Deutschland und seinem Leben als Diplomat berichtet. Dabei präsentieren sich Ben-Zeev und seine Frau Iris als "Botschafter der Freundschaft".
Der reich bebilderte Artikel findet sich unter dem folgenden Link: http://berlin.mfa.gov.il/mfm/Data/146134.pdf
(Botschaft des Staates Israel, 04.09.08)
Israel mahnt Europa zur Vorsicht gegenüber Syrien
In Israel warnt man Europa vor einem Ausbau der Beziehungen mit Syrien. Am Vorabend des Besuchs von Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy in Damaskus sagte Yigal Palmor, der stellvertretende Generaldirektor des israelischen Aussenministeriums: "Die Europäer sollten sehr vorsichtig sein, wenn sie die Wiederherstellung ihrer Beziehungen mit Syrien erwägen."
"Die syrische Politik bleibt unverändert - sei es in Bezug auf die Unterstützung von Terrororganisationen, die gewaltsame Unterdrückung von Dissidenten im Libanon oder das Ausnutzen der Spannungen zwischen Russland und dem Westen", so Palmor. Die Syrer hätten ein starkes Interesse daran, dass sich die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen verschlechtern.
Palmor fügte hinzu, dass die Verhandlungen zwischen Israel und Syrien gleichwohl fortgesetzt werden müssten, wenn irgendeine Aussicht auf Frieden bestehen solle. Die nächste Verhandlungsrunde, die eigentlich für den kommenden Sonntag in der Türkei geplant war, wurde heute jedoch von Syriens Präsident Bashar Assad abgesagt.
(Yedioth Ahronoth, 03./04.09.08)
Bedeutender Mauerfund am Jerusalemer Zionsberg
Bei Ausgrabungen am Zionsberg sind Reste der südlichen Stadtmauer Jerusalems aus der Zeit des zweiten Tempels (200 v. Chr. Bis 70 n. Chr.) sowie der byzantinischen Periode (320-640 n. Chr.) freigelegt worden. Die Linien dieser Befestigungsanlagen umrissen die Stadt vom Süden her zur Zeit ihrer grössten Ausdehnung.
Die neuen Funde wurden am Mittwoch auf einer Pressekonferenz am Zionsberg der Öffentlichkeit präsentiert. Die Ausgrabungsarbeiten unter der Leitung von Yehiel Zelinger von der Israelischen Altertumsbehörde (IAA) sind bereits seit eineinhalb Jahren im Gange. Finanziell unterstützt werden sie von der Ir David Foundation.
Das Projekt ist Teil eines gross angelegten Plans für den Jerusalemer Stadtmauer-Nationalpark, der die Gegend um die Altstadt für touristische Zwecke erschliessen soll. Die nun freigelegten Mauerreste werden zukünftig in eine Promenade integriert werden, die an der Südseite des Zionsbergs entlang bis hin zur Stadt Davids (Ir David) verläuft.
Yehiel Zelinger bemerkte u. a.: "Die Tatsache, dass sich die Reste der ersten Stadtmauer bis zu einer Höhe von drei Metern über 2100 Jahre hinweg erhalten haben, ist erstaunlich. Dies ist eines der schönsten und vollständigsten Relikte der hasmonäischen Bauweise, das sich in Jerusalem finden lässt."
Weitere Informationen zu dem Mauerfund finden sich unter dem folgenden Link: http://www.mfa.gov.il/MFA/Israel+beyond+politics/Southern-wall-of-Jerusalem-discovered-in-excavations-3-Sep-2008.htm
(MFA, 03.09.08)
Warnung vor Hisbollah-Anschlägen auf israelische Botschaften
In israelischen Geheimdienstkreisen warnt man verstärkt vor Anschlagsplänen der Hisbollah. Als wahrscheinlichste Ziele gelten dabei israelische Botschaften oder Amtspersonen im Ausland, vor allem in der Dritten Welt. Ferner könnten israelische Geschäftsleute Opfer von Entführungen werden.
Die libanesische Terrororganisation hat ihre Drohgebärden gegen Israel in den vergangenen Wochen intensiviert. Nach wie vor plant sie, die Ermordung ihres Führers Imad Mughniyah zu rächen, für die sie Israel verantwortlich macht.
US-Medien haben im Juni unter Verweis auf amerikanische Geheimdienstquellen berichtet, dass eine Hisbollah-Zelle im Vorfeld eines geplanten Anschlags auf israelische Einrichtungen in Kanada, darunter die Botschaft in Ottawa, ausgehoben worden sei. Die Sicherheitschefs von israelischen Botschaften befinden sich seit Mughniyahs Tod in erhöhter Alarmbereitschaft.
Israels Verteidigungsminister Ehud Barak hat während eines Truppenbesuchs im Negev betont: "Israeli zu sein, ist eine Verantwortung, und wir müssen die Warnungen des Anti-Terror-Stabes ernst nehmen, insbesondere am Vorabend der Feiertage in Bezug auf Reisen auf den Sinai, aber auch andere Orte. Man gebrauche seinen gesunden Menschenverstand."
(Ha'aretz, 03.09.08)
Schüler aus Dimona siegen bei Physik-Olympiade
Eine Gruppe von Schülern der Lehman-High-School in der israelischen Kleinstadt Dimona hat bei der internationalen Physik-Olympiade im türkischen Izmir den ersten Platz erreicht. Die israelischen Jugendlichen aus der Stadt im Negev mussten gemeinsam mit Schülern aus aller Welt komplizierte Probleme aus dem Bereich der Weltraumforschung bewältigen.
Die Gruppe aus Israel übernahm die schwierige Aufgabe der Müllreinigung im Weltraum. Dabei entwickelten sie eine Methode, im Rahmen derer Jonen mittels Zyklotron abgeschossen werden, was zur Verlangsamung der Reibung des Mülls und dessen Verbrennung führt. Für ihre Idee ernteten die Schüler viel Lob.
Die Initiative wurde vom Weizman-Institut in Rehovot, der Stadt Dimona und der Schule finanziert. Ihre Medaillen bekamen die jungen Physiker von der Witwe Ilan Ramons, des ersten israelischen Astronauten, überreicht.
Koral Chasan, eine der Teilnehmerinnen, sagt: "Das war eine wundervolle Erfahrung, die man nur einmal im Leben macht, es war eine aufregende und lehrreiche Reise. Ich bin sehr stolz, Schülerin an der Lehman-High-School zu sein, und mächtig stolz, eine Vertreterin der Stadt Dimona zu sein." Auch Dimonas Bürgermeister Meir Cohen ist begeistert: "Ganz Dimona salutiert dem ausgezeichneten Team und umarmt sie wärmstens."
(My Negev, 02.09.08)
Rekordzahlen am Ben-Gurion-Flughafen
Der Ben-Gurion-Flughafen nahe Tel Aviv kann einen historischen Rekord verzeichnen. Nie zuvor wurden hier so viele Fluggäste abgefertigt wie in diesem Sommer. Mehr als 2.5 Millionen Reisende frequentierten in den Monaten Juli und August den grössten internationalen Flughafen Israels. Allein im August waren es 1.34 Millionen Passagiere.
Der Rekord an täglichen Passagieren wurde dabei dreimal hintereinander gebrochen. So wurden am 31. Juli 54 857 verzeichnet, am 14. August 56 000 und am 21. August sogar 60 000. Zu den hohen Feiertagen ab Ende September werden 870 000 Fluggäste erwartet, 10% mehr als im Vorjahr.
Die hohen Besucherzahlen am Ben-Gurion-Flughafen korrespondieren mit dem generellen Wachstum, das die israelische Tourismusbranche in dieser Saison für sich verbuchen kann. Allein im Juli trafen mehr als eine Viertelmillion ausländischer Urlauber in Israel ein, was einen Anstieg von 22% gegenüber dem Vorjahr bedeutet.
Die meisten Touristen kamen aus Frankreich, Italien, Deutschland, Polen, Russland und den USA.
(Yedioth Ahronoth, 01.09.08)
Israelische Firma kauft PETROTEC-Aktien
Die Firma IC Green Energy der Unternehmensgruppe Israel Corp. erwirbt 43% der Aktien des deutschen Biodieselherstellers PETROTEC. Verkäufer ist der amerikanische Investmentfond Warburg Pincus. Der Preis wurde gemäss einem Aktienwert von 2.7 Euro festgelegt, was einem Unternehmenswert von 28.3 Millionen Euro entspricht.
PETROTEC stellt Biodiesel aus verarbeiteten Altspeisefetten her, die keinem Wettbewerb auf dem Lebensmittelmarkt unterliegen. Das Unternehmen produziert in zwei Fabriken in Deutschland pro Jahr etwa 185 000 Tonnen Biodiesel.
Dr. Yom Tov Samia, der Generaldirektor von IC Green Energy teilt mit: "Der Erwerb von PETROTEC ist die erste Investition auf dem europäischen Markt als Teil einer Strategie des Unternehmens zur Vertiefung der Aktivitäten in der Wertkette des Biotreibstoffmarktes."
(Ma'ariv NRG, 01.09.08)
Informationen zu IC Green Energy: http://israelcorp.com/content.asp?id=95
Informationen zu PETROTECH: http://www.petrotec.be/
Ramadan: Erleichterungen für Palästinenser im Westjordanland
Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) und die Zivilverwaltung im Westjordanland haben sich auf den muslimischen Fastenmonat Ramadan vorbereitet, der heute beginnt.
Einem Beschluss des Verteidigungsministeriums gemäss werden Palästinenser, die die folgenden Kriterien erfüllen, während des Ramadan Zugang zu den Freitagsgebeten auf dem Tempelberg erhalten: Verheiratete Männer zwischen 45 bis 50 und verheiratete Frauen zwischen 30 und 45, die eine Genehmigung der Zivilverwaltung erhalten haben; Männer über 50 und Frauen über 45 haben generell freien Zugang.
Um der palästinensischen Bevölkerung den Alltag zu erleichtern, werden die Öffnungszeiten verschiedener Kontrollpunkte verlängert werden. Ausserdem dürfen israelische Araber in die Zone A einreisen, und palästinensische Häftlinge in israelischen Gefängnissen dürfen Geschenke erhalten.
Offiziere der Zivilverwaltung haben mehrere Treffen mit hochrangigen religiösen Autoritäten vom muslimischen Waqf abgehalten und sich über die Gebetszeiten und religiöse Veranstaltungen informiert.
Die israelischen Truppen in der Region sind zur Rücksicht gegenüber der palästinensischen Bevölkerung angehalten worden; öffentliches Essen, Trinken und Rauchen soll an viel frequentierten Orten, zumal den Kontrollpunkten, vermieden werden.
(MFA, 01.09.08)
Iranischer General droht mit drittem Weltkrieg
Ein hochrangiger Vertreter der iranischen Armee hat erneut bedrohliche Warnungen ausgesprochen. Jedweder militärische Angriff auf den Iran, so Brigadegeneral Masoud Jazayeri am Samstag, werde zu einem Weltkrieg führen. "Das Einverständnis zwischen der amerikanischen Führung und dem weltweiten Zionismus führt die Welt an die Schwelle des Abgrunds", erklärte Jazayeri.
Gleichzeitig sagte der stellvertretende iranische Generalstabschef, Abd Al-Rahim Mussavi, dass der Iran bereit dazu sei, "den Feind zu treffen, wenn er noch nicht bereit ist". Der Iran werde im Falle eines Angriffs noch zusätzliche Waffen präsentieren, die bisher noch nicht bekannt gemacht worden seien.
(Ha'aretz, 31.08.08)
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Die Bibel in Neuhebräisch
Der 87jährige Avraham Ahuvia hat für einen Sturm der Entrüstung im israelischen Erziehungswesen gesorgt. Grund dafür ist seine Übersetzung der hebräischen Bibel vom biblischen Hebräisch ins Neuhebräische. In 14 Heften hat er die derart modernisierte Fassung des gesamten Bibeltexts von der Genesis bis zu den Büchern der Chronik neben die antike Originalfassung gestellt.
Im israelischen Erziehungsministerium hat man ablehnend auf die kulturelle Sensation reagiert. "Skandal" und "Unglück" waren nur einige der Worte, mit denen man dort sein Entsetzen zum Ausdruck brachte. In Schulen soll die moderne israelische Bibel dann auch nicht zum Einsatz kommen.
Bildungsexperten befürchten einen kulturellen Niedergang infolge der Entfremdung der israelischen Kinder vom biblischen Hebräisch und verweisen auf Schwächen und Vereinfachungen der neuhebräischen Übersetzung. Prof. Yaira Amit, eine Expertin für Bibelunterricht, bezeichnete Ahuvias Werk als "reine Marketing-Initiative für das untere Mittelmass".
Gleichwohl verspüren viele Eltern in Israel die Notwendigkeit eines Bibeltextes, den sie ihren Kindern leichter zugänglich machen können.
Ahuvia [zu Deutsch 'der von G'tt geliebte'] war selbst anfangs skeptisch gegenüber dem Projekt einer Vereinfachung des biblischen Textes. Letztlich meint der ehemalige Bibellehrer aus dem Kibbutz Netzer Sereni jedoch: "Wir Lehrer übersetzen die Bibel im Unterricht bereits mündlich für die Schüler, die die erhabene Sprache nicht verstehen."
(Ha'aretz, 05.09.08)
Botschaft setzt auf Sonnenenergie
Die Botschaft des Staates Israel in Berlin hat eine Solaranlage installiert. Die Anlage produziert mit einer Gesamtspitzenleistung von fünf Kilowatt jährlich bis zu 4500 Kilowattstunden Solarstrom. Dadurch wird in den kommenden 20 Jahren ein Kohlendioxidausstoss von 50 Tonnen eingespart.
Botschafter Yoram Ben-Zeev führte das Gerät vor kurzem der BILD vor und versicherte seinen Gästen: "Wir freuen uns, mit unserer neuen Solaranlage ein sichtbares Zeichen für eine zukunftsträchtige Energiegewinnung zu setzen."
Wie Pressesprecher Aaron Sagui betont, handelt es sich bei der Berliner Solaranlage um ein Pilotprojekt des israelischen Aussenministeriums. Auch andere israelische Botschaften sollen bald mit Sonnenkollektoren ausgestattet werden.
Der Artikel aus der BILD findet sich unter dem folgenden Link: http://www.bild.de/BILD/berlin/aktuell/2008/09/04/israels-botschafter/faengt-die-sonne-ein-und-setzt-auf-solarenergie.html
(Botschaft des Staates Israel, 04.09.08)
Israelische Armee fördert junge Drusen
Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) wollen noch mehr für die Integration der Drusen tun. So soll in der kommenden Woche erstmals ein spezielles Ausbildungsprogramm beginnen, in dem 30 drusische Schüler auf ihren Wehrdienst vorbereitet werden. Die jungen Männer werden dadurch nicht nur die Möglichkeit erhalten, in traditionelle Armeeeinheiten einzurücken und dort sogar Offiziere zu werden. Das Programm soll ihnen auch Kompetenzen für das zivile Leben in der israelischen Gesellschaft vermitteln.
Der Lehrgang wurde am Dienstag mit einer festlichen Zeremonie im Drusendorf Daliyat Hacarmel nahe Haifa eröffnet. An der Veranstaltung nahmen u. a. Israels stellvertretender Verteidigungsminister Matan Vilnai, das Oberhaupt der drusischen Gemeinde, Sheikh Mouafak Tarif, und der Vorsitzende der Jewish Agency, Zeev Blinski, teil.
"Am Ende des Befreiungskriegs im Jahr 1948 wurde ein Bund zwischen der drusischen Gemeinde und dem Staat Israel geschlossen", sagte Vilnai. "Tapfere drusische Kämpfer dienen heute in jedem Winkel und an jedem Ort innerhalb der Armee. Durch dieses Vorbereitungsprogramm werden viele Drusen eine angemessene Ausbildung erhalten und zu allen Bereichen Zugang finden, sowohl in der Armee als auch danach innerhalb der drusischen Gemeinde."
Drusische Soldaten stellen einen wichtigen Bestandteil der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte dar. 82.9% aller wehrfähigen Drusen rücken in die Armee ein, und 57.5% der Eingezogenen dienen in Kampfeinheiten. Von dem neuen Programm sollen sowohl die drusische Gemeinde als auch das Militär profitieren.
(ZAHAL, 03.09.08)
Israel beharrt auf Boykott von 'Durban II'
Israel hält weiterhin an seinem geplanten Boykott der für nächstes Jahr anberaumten Menschenrechts- und Rassismus-Konferenz der UNO ('Durban II') fest. Die neue UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, hatte am Montag dazu aufgerufen, das Fernbleiben zu überdenken.
Der israelische UN-Botschafter in Genf, Roni Leshno Yaar, teilte mit: "Bislang habe ich keinen Grund zu glauben, dass Israel falsch gelegen hat, indem es sich zur Nicht-Teilnahme entschied." Leshno Yaar wird sich in den nächsten Tagen mit Pillay treffen, um die Frage von 'Durban II' zu besprechen und ihr Israels Vorbehalte zu schildern.
Israel befürchtet, dass die geplante Konferenz ebenso wie ihre Vorgängerin im südafrikanischen Durban im Jahr 2001 zu einer Orgie von Antisemitismus und Antiisraelismus ausarten wird. Die USA und Israel hatten die damalige Veranstaltung aus Protest verlassen. Gegen 'Durban II' spricht nicht zuletzt, dass im Planungskomitee Libyen den Vorsitz führt und der Iran und Kuba die Stellvertreter sind.
Während die USA, Frankerich, Grossbritannien und die Niederlande den Boykott von 'Durban II' bisher nur angedroht haben, hat Kanada seine Boykottabsicht bereits bekannt gegeben.
(Jerusalem Post, 02.09.08)
Weshalb Mengele entkam
Der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad hat 1960 in der letzten Minute einen Plan zur Festnahme des berüchtigten Nazi-Arztes Josef Mengele in Argentinien aufgegeben. Dies teilte der frühere Top-Agent Rafi Eitan, der heute Israels Minister für Seniorenangelegenheiten ist, am Montag der französischen Nachrichtenagentur AFP mit.
Eitan berichtet, dass es dem Mossad kurz vor der Gefangennahme von Adolf Eichmann, einem der primären Initiatoren des Holocaust, gelungen sei, Mengele in Buenos Aires aufzuspüren, wo er sich nach dem Krieg unter falschem Namen versteckt hielt.
Einige Tage, nachdem die israelischen Agenten unter der Führung Eitans Eichmann gefasst und in ein argentinisches Versteck gebracht hatten, hielt der damalige Mossad-Chef Isser Harel seine Mitarbeiter dazu an, auch Mengele zu fassen.
Der heute 82jährige Eitan (Bild) erzählt: "Ich widersprach dem Plan und sagte, dass die beiden Operationen nicht gleichzeitig ausgeführt werden sollten, weil das Risiko bestand, so Eichmann zu verlieren, und wir kein ausreichendes Wissen für die Mengele-Mission hatten." Daraufhin wurde die geplante Festnahme des als "Todesengel" bekannten Mengele verschoben. Nachdem die Gefangennahme Eichmanns bekannt geworden war, gelang dem KZ-Arzt jedoch die Flucht.
"Nach Eichmann kehrte ich nach Argentinien zurück, aber Mengele war weg, und wir verloren seine Spur. Wir suchten in weiter in Brasilien und Paraguay, fanden ihn erneut und machten einige Fotos von ihm. Doch haben wir es nicht geschafft, ihn in unsere Hände zu kriegen."
Mengele erhielt seinen Spitznamen "Todesengel" wegen seiner grausamen Menschenversuche. Er schickte Zehntausende Juden und Zigeuner in die Gaskammern und Krematorien des Vernichtungslagers Auschwitz. Er starb 1979 in Brasilien.
Eichmann wurde 1961 von einem israelischen Gericht wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tode verurteilt und im darauf folgenden Jahr gehängt.
(Yedioth Ahronoth, 01.09.08)
Olmert und Abbas wollen Abkommen noch in diesem Jahr
Israels Ministerpräsident Ehud Olmert und der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas haben gestern bei ihrem Treffen in Jerusalem vereinbart, weiterhin ein Friedensabkommen noch in diesem Jahr anzustreben. Man wolle dabei auf ein vollständiges Abkommen abzielen und nicht nur auf ein Papier, dass die Streitfragen benennt. Ein solches hatte US-Aussenministerin Condoleezza Rice in den vergangenen Wochen angeregt.
Bei dem Gespräch, das hauptsächlich unter vier Augen stattfand, versuchte Olmert offensichtlich, Abbas zur Unterzeichnung des von ihm vorgeschlagenen Grundlagenabkommens zu den Fragen Jerusalems, der Flüchtlinge und der Grenzen zu bewegen. Olmerts Sprecher Mark Regev teilte mit, das Treffen habe erhebliche Fortschritte erzielt, wenn es auch weiterhin beträchtliche Diskrepanzen zwischen beiden Seiten gebe.
Unterdes warnte der Leiter der Allgemeinen Sicherheitsbehörde (SHABAK), Yuval Diskin, gestern auf der allwöchentlichen Kabinettssitzung der israelischen Regierung vor den Folgen der im Januar 2009 anstehenden Präsidentschaftswahlen in der Palästinensischen Autonomiebehörde für das Verhältnis zwischen Israel und den Palästinensern. Der nächste Palästinenserpräsident werde wahrscheinlich ein Mitglied der Hamas sein.
(Ha'aretz, 01.09.08)
ReWalk - Medizinische Gehhilfe aus Israel
Die israelische Firma Argo Medical Technologies hat ein Gerät hergestellt, das Gehbehinderten zum aufrechten Gang verhilft. Entwickelt wurde es von Amit Goffer, dem Gründer und Generaldirektor des Unternehmens, der selbst seit einem Autounfall gelähmt ist.
ReWalk, so der Name der Erfindung, sieht aus wie eine Mischung aus einem Krebsgerippe und dem Mantel der bekannten Comic-Figur Iron Man. Beingelähmte können damit aufrecht stehen, gehen und sogar Treppen steigen. Voraussetzung für den Gebrauch ist jedoch die volle Einsatzfähigkeit der Hände.
Das Gerät besteht aus zwei Krücken zur Herstellung des Gleichgewichts, motorisierten Beinstützen, Sensoren und einem Rucksack, in dem die Batterien und die Kontrollarmatur verwahrt sind. Der Benutzer wählt mittels einer Fernbedienung am Handgelenk einen bestimmten Modus - Stehen, Sitzen, Gehen, Abstieg oder Aufstieg - und lehnt sich dann nach vorne, um die an den Körper angeschlossenen Sensoren in Betrieb zu setzen und die Bewegung der Roboterbeine zu starten.
"Die Maschine erhebt Leute aus ihrem Rollstuhl und ermöglicht ihnen, aufrecht zu stehen", sagt Goffer. "Das ist nicht nur eine Frage der Gesundheit, sondern auch der Würde." Radi Kiuv, ein früherer Fallschirmjäger, der seit 20 Jahren an den Beinen gelähmt ist und ReWalk ausprobiert hat, äussert sich begeistert: "Nie hätte ich geträumt, dass ich wieder laufen könnte. Nach dem ich verletzt wurde, habe ich völlig vergessen, wie das ist. Nur wenn man mich hinstellt, kann ich fühlen, wie gross ich bin und mit den Leuten auf Augenhöhe sprechen, nicht von unten."
ReWalk soll voraussichtlich 2010 auf den Markt kommen und um die 20 000 Dollar kosten.
Weitere Informationen zu ReWalk und Argo Medical Technologies unter dem folgenden Link: http://www.argomedtec.com/
(Ha'aretz, 01.09.08)
Hamas intensiviert Schmuggelaktivitäten
Die Hamas ist dabei, den Schmuggel von Ägypten in den Gaza-Streifen systematisch auszubauen. Wie arabische Quellen berichten, hat die palästinensische Terrororganisation nun sogar eine unterirdische Pipeline verlegt, um das von ihr beherrschte Territorium mit Treibstoff zu versorgen.
Auf einer Konferenz in Rafiah haben Hamas-Regierungsmitglieder in der vergangenen Woche deutlich gemacht, dass sie ihre Kontrolle über die rund 200 gegenwärtig existierenden Tunnel erhöhen will. Der Drogenhandel und der bisher verbreitete Einsatz von Kinderarbeit sollen eingeschränkt werden. Rund 4000 Menschen sollen im Tunnelgewerbe tätig sein.
Verschiedenen Einschätzungen zufolge verdient die Hamas monatlich rund 20 Millionen $ an den Schmuggeltunneln. Die Tunnelbetreiber müssen eine besondere Steuer bezahlen, und auch für alle transferierten Güter - seien es Waffen, Personen oder Medikamente - sind Abgaben zu entrichten.
In jüngster Zeit hat Ägypten seine Anstrengungen zur Eindämmung der Schmuggelaktivitäten gesteigert und zahlreiche Tunnel lokalisiert und versiegelt.
(Ha'aretz, 31.08.08)
SHABAK-Chef Yuval Diskin hat gestern auf der allwöchentlichen Kabinettssitzung der israelischen Regierung vor einer wachsenden Bedrohung für israelische Urlauber auf der Sinai-Halbinsel gewarnt. Vor allem die Gefahr von Entführungen durch palästinensische Terroristen aus dem Gaza-Streifen sei akut.
(Ha'aretz, 01.09.08)
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