| Nachrichten vom 4. - 10. September 2011 | ||
USA drängen Abbas, Gang zu UN noch einmal zu überdenken
Ross und Hale haben sich während ihres Besuches in der Region auch mit Ministerpräsident Binyamin Netanyahu und Verteidigungsminister Ehud Barak getroffen. Wichtigstes Ziel der Reise war jedoch, den Palästinenserpräsident zur Umkehr zu bewegen. Quellen haben erklärt, die amerikanischen Sondergesandten hätten der PA gegenüber en detail die möglichen Konsequenzen ihres geplanten Schrittes vor der UNO dargelegt, um ihnen den Ernst der Lage zu erläutern. Die USA hatten bereits zuvor klargestellt, dass sie im Falle einer Abstimmung im UN-Sicherheitsrat ihr Veto einlegen würden. Die US-Diplomaten erklärten Abbas, dass eine Anerkennung eines palästinensischen Staates in den Grenzen von 1967 die rechtlichen Beziehungen zwischen Israel und den Palästinensern grundlegend verändern und somit die Fundamente des Friedensprozesses untergraben würde. Es hiess im Anschluss an das Treffen, Abbas habe zugegeben, sich selbst in eine Ecke manövriert zu haben, aus der er sich jetzt nicht mehr befreien könne. (Ha'aretz, 09.09.11) Jüdische Kulturtage Berlin
Höhepunkte sind sicherlich das Konzert von HaDag Nahash (Israel) featuring Ohrbooten (Deutschland) ("HipHop meets GypHop") am Samstag, den 10.09.; der "Schuk Ha' Carmel" am Sonntag, den 11.09.; das Konzert des Idan Raichel Project am Montag, den 12.09.2011 und das israelisch-iranische Poetengespräch unter dem Titel "Das Haus, das uns bewohnt" zwischen SAID (Deutschland/Iran) und Asher Reich (Israel) am Dienstag, den 13.09. Alles weitere zu den Jüdischen Kulturtagen 2011 erfahren Sie unter: www.juedische-kulturtage.org (Botschaft des Staates Israel, 09.09.11) UN-Botschafterin der USA: "Gilad Shalit ohne Vorbedingungen freilassen"
"Ich hatte heute die Ehre, Noam Shalit zu treffen, 1900 Tage nachdem sein Sohn Gilad gefangen genommen wurde. Seitdem hält die Hamas Gilad als Geisel und verweigert dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz den Zugang zu ihrem Gefangengen. Dies stellt einen Bruch internationaler humanitärer Standards und des grundlegendsten Anstands dar. Ich habe Herrn Shalit gegenüber die Solidarität der Vereinigten Staaten mit ihm und seiner Familie zum Ausdruck gebracht und wiederholt, dass wir die Geiselhaft seines Sohnes aufs Schärfste verurteilen. Wie ich bereits mehrmals im UN-Sicherheitsrat gesagt habe: Die Hamas muss Gilad Shalit sofort und ohne Vorbedingungen freilassen." (Ha'aretz, 08.09.11) Gemeinsam für die Rettung von Menschenleben
Dies ist der Alltag von Hezy und Fadi, zwei Mitgliedern von "Ichud Hatzalah", einer Notfallorganisation ähnlich dem Magen David Adom. Hezy ist orthodoxer Jude und Fadi Araber, beide leben in Jerusalem. Seit einiger Zeit haben Araber aus Jerusalem begonnen, sich vermehrt in der Organisation zu engagieren, in der bereits 1.800, meist orthodoxe, Volontäre tätig sind. Fadi hatte darum gebeten, mit einem orthodoxen Juden zusammen ein Team bilden zu dürfen. So lernte er Hezy kennen. Für die grossen Krankenwagen des Magen David Adom ist es häufig schwer, die schmalen Gassen sowohl in den orthodoxen als auch in den arabischen Vierteln zu durchqueren. Auch sind die Sanitäter häufig ängstlich, ob sie wohl in der ungewohnten Umgebung Feindseligkeiten ausgesetzt wären. Das interreligiöse Team hat diese Probleme nicht: sie sind auf Motorrädern unterwegs und kennen sich sowohl in den arabischen als auch in den orthodoxen Vierteln hervorragend aus. (The Jerusalem Post, 08.09.11) Zur Homepage von Ichud Hatzalah geht es hier: www.unitedhatzalah.org Fahndungserfolge gegen Terrororganisationen im Westjordanland
Unter anderem wurde ein Jerusalemer festgenommen, der verdächtigt wird, bei dem Terroranschlag im März diesen Jahres in Jerusalem die Tasche mit dem Sprengsatz an der Bushaltestelle deponiert zu haben. Bei dem Anschlag waren eine britische Touristin getötet und mehrere Dutzend Menschen verletzt worden. Die weiteren Festgenommenen sind Terroristen der Hamas, die verdächtigt werden, Anschläge und Entführungen von Israelis geplant zu haben. Im Rahmen der Aktion wurden dreizehn Terrorzellen der Hamas aufgedeckt, die Anschläge in Israel geplant hatten. Unter anderem wurde ein Selbstmordanschlag verhindert, der am 21. August diesen Jahres in Jerusalem ausgeführt werden sollte. Der Sprengsatz konnte einen Tag vor dem geplanten Anschlag sichergestellt werden, am folgenden Tag wurde auch der Terrorist gefasst, der vorhatte den Anschlag durchzuführen. Die Anschläge waren von Hamas-Leuten in Syrien gelenkt worden, die Geld und Anweisungen über einen Boten übermittelt hatten. Auch der Bote wurde verhaftet. Eine andere Gruppe, die in Hebron aufgedeckt wurde, hatte bereits konkrete Pläne zur Entführung eines israelischen Soldaten gemacht. Die Ausrüstung hierfür sollte sie über den Sinai aus dem Gaza-Streifen erhalten. Vom SHABAK verlautete, die Festnahmen zeigten, welche Anstrengungen die Hamas unternehme, um ihre geschwächten Strukturen im Westjordanland wieder herzustellen und Anschläge gegen israelische Ziele durchzuführen. (Yedioth Ahronoth, 07.09.11) Terror auch in Indien: Israel verurteilt Terroranschlag von Neu-Delhi Israel hat den gestrigen Terroranschlag von Neu-Delhi verurteilt. In einer Mitteilung des Aussenministeriums heisst es: "Israel verurteilt aufs Schärfste den Terroranschlag, der sich heute Morgen im Obersten Gericht in Neu-Delhi ereignet hat. Es handelt sich um einen Akt des Terrors, der sich gegen eine Institution des Rechts und der Demokratie richtet. Diese Werte sind uns allen heilig. Wir sprechen den Familien der Getöteten, dem indischen Volk und der indischen Regierung unser Beileid aus. Den Verwundeten wünschen wir baldige Genesung. Der Terror ist ein Krebsgeschwür, das keine Nationen, Religionen und Grenzen kennt. Israel teilt mit Indien Werte, Interessen und Herausforderungen und steht als treuer Freund an seiner Seite." (MFA, 07.09.11) Netanyahu verurteilt Brandanschlag auf Moschee
Aus dem Amt des Ministerpräsidenten hiess es: "Ministerpräsident Netanyahu glaubt, dass die Akte solcher Extremisten dazu angetan sind, das fragile Gefüge der Beziehungen zwischen den Religionen und Kulturen in Israel zu zerstören, das er zu bewahren bemüht ist. Er hat die Autoritäten angewiesen, energisch vorzugehen, um diejenigen zu verhaften, die den Brandanschlag auf die Moschee verübt haben." (MFA, 06.09.11) Netanyahu: Frieden nur durch Verhandlungen
"Ich habe dem Premierminister erklärt, dass Israel ein ausgehandeltes Abkommen mit den Palästinensern anstrebt. Dies ist eigentlich ein Axiom, denn der einzige Frieden, der jemals erreicht werden kann, wird durch direkte Verhandlungen erreicht werden. Frieden kann nicht von aussen auferlegt werden. Er wird nur durch direkte Verhandlungen ohne Vorbedingungen zwischen den beiden Parteien erreicht werden. Ich bin bereit, solche Verhandlungen sofort zu beginnen. Dazu bin ich bereits während der letzten zweieinhalb Jahre bereit gewesen. Doch unglücklicherweise haben die Palästinenser in den letzten zweieinhalb Jahren beinahe alles in ihrer Macht stehende getan, um solche direkten Verhandlungen zu verhindern. Ich denke, dies ist ein Fehler, denn sie brauchen den Frieden genauso wie wir. Ich glaube, den wirtschaftlichen Frieden voranzutreiben, hat den Palästinensern bereits gezeigt, wie sehr sie davon profitieren. Sie können die Hochhäuser sehen, die überall hier ganz nah im Gebiet der Palästinensischen Autonomiebehörde in die Luft wachsen - keine Raketen, sondern Hochhäuser. Sie pflastern die Strasse zum Frieden. Doch der ökonomische Frieden kann nur ein Vorspiel zu einem politisch verhandelten Frieden sein. Und hierfür werden nicht nur Israel sondern auch die Palästinenser schmerzhafte Schritte gehen müssen, um die Vergangenheit hinter sich zu lassen und die Zukunft willkommen zu heissen. Die Palästinenser wollen jetzt diese direkten Verhandlungen vermeiden, indem sie einen neuen Umweg einschlagen: den Gang zu den Vereinten Nationen. Keine dieser Anstrengungen wird Frieden bringen. Auf eine gewisse Art und Weise können sie uns sogar noch auf Jahre vom Frieden entfernen. Aus diesem Grund rufe ich Präsident Abbas dazu auf, die direkten Friedensverhandlungen jetzt sofort, ohne jede Vorbedingung, wieder aufzunehmen." (MFA, 06.09.11) Israel und Frankreich kooperieren in der Entwicklungszusammenarbeit
Die Entwicklungszusammenarbeit ist gerade vor dem Hintergrund der jüngsten Krisen (Ernährung, Klimawandel, Energiekrise usw.) von grösster Wichtigkeit, vor allem für Entwicklungsländer. Die beiden Staaten sehen die gemeinsame Initiative als neue Stufe in ihren Beziehungen. Die Kooperation zwischen Israel und Frankreich wird sich je nach Bedarf auf die Entsendung von Experten, Counselling und berufliche Ausbildungsprojekte erstrecken. In einer ersten Stufe wird sich die Aktion auf Kamerun, den Senegal, Ghana, Burkina Faso und Haiti konzentrieren. (MFA, 05.09.11) 39 Jahre Olympia-Attentat in München
Im "Kreisboten" hiess es dazu: "Nach einer Schweigeminute erinnerte […] der neue Generalkonsul des Staates Israel in München, Tibor Shalev-Schlosser, an die Geschehnisse im olympischen Dorf und auf dem Brucker Fliegerhorst. Olympia stehe von jeher für sportlichen Geist, Fairness, für herausragende Leistungen und Freude an den Spielen. Auch Deutschland wollte diese Ideale honorieren, denn es war die erste Rückkehr der Olympiade nach Deutschland seit den Spielen unter der Naziherrschaft 1936 in Berlin. München sollte dieses dunkle Kapitel ersetzen, so Shalev-Schlosser. Doch leider kam ein neues schreckliches Kapitel dazu. Es wurde zu einer Katastrophe nicht nur für das israelische und deutsche Volk, sondern für die gesamte olympische Gemeinschaft. Er hoffe, so Shalev-Schlosser, dass bei den Spielen 2012 in London, die Gedenkzeremonie für die israelischen Teilnehmer unter der Schirmherrschaft des Internationalen Olympischen Komitees stattfinden wird. Von deutscher Seite werde seit 1999 mit der Gedenkfeier an das entsetzliche Ereignis erinnert, so Shalev-Schlosser, der dem Landkreis dafür dankte, dass die Erinnerung an die Opfer wach gehalten werde. Zum 40. Jahrestag des Terroranschlags möchte der Münchner Generalkonsul ein besonderes Mahnmal ins Leben rufen. Eine Begegnungsstätte im olympischen Dorf für die Münchner Bevölkerung, Besucher und die Jugend, damit die Ereignisse auch ‚in der Erinnerung eines jeden Israeli und Deutschen meiner Generation wach bleiben'." Den vollständigen Artikel finden Sie: hier (extern) (Kreisbote, 05.09.11) Arabisch-Israelische Gründererfolge
Heute, fast 10 Jahre später, ist das Gründerzentrum "New Generation Technology" (NGT) in Nazareth nicht nur immer noch da, sondern es blüht, mit 20 Startups in verschiedenen Entwicklungsstufen. "Es ist uns gelungen, arabischen Unternehmern eine Plattform zu bieten, auf der sie ihre Ideen in ein Geschäft umwandeln können. Ausserdem war uns wichtig, im israelisch-arabischen Sektor bekannt zu machen, dass so eine Möglichkeit überhaupt existiert. Ich denke, das ist unser grösster Erfolg", erklärt Nizar Mishael, seit 2006 Leiter der Finanzen bei NGT. Ursprünglich von fünf leitenden israelisch-arabischen Geschäftsleuten und dem israelisch-amerikanischen Investor Davidi Gilo gegründet, wird NGT unter seinem langjährigen Geschäftsführer Nasri Said weiterhin aus privaten und öffentlichen Geldern mischfinanziert. Unter anderem erhält das Zentrum ein jährliches Budget aus dem Büro des Leiters der wissenschaftlichen Abteilung im Ministerium für Industrie, Handel und Arbeit. NGT ist das einzige arabisch-jüdische Gründerzentrum seiner Art. Angesiedelt ist es in einem Gebäude am Rande des Industriegebietes von Nazareth. 21 Firmengründungen hat NGT unterstützt, 10 davon stehen heute auf eigenen Füssen. "Die meisten unserer Firmen hängen mit Medizintechnik oder biomedizinischen Produkten zusammen", so Mishael. "Und das ist kein Zufall. Der arabische Sektor in Israel ist dafür bekannt, dass er auf diesen Gebieten ein riesiges Potential hat." So etwa die Firma "Fluorinex Active", die ein Produkt entwickelt hat, das Zähne weisser macht. Zwei Patente hält die heute sehr erfolgreiche Firma des Chemikers Kamal Khwald, der ursprünglich aus einem Dorf in der Nähe von Nazareth stammt. In der Krebsforschung ist dagegen die erst 2009 gegründete Firma "Metallo Therapy" von Dr. Amal Ayoub aktiv. Sie hat eine Therapie entwickelt, bei der Krebszellen vor der regulären Strahlentherapie mit Atompartikeln bestrahlt werden. "In all unseren Firmen arbeiten Araber und Juden in einer sehr guten Atmosphäre miteinander", so Mishael. (MFA, 05.09.11) Für mehr Informationen: www.ngtnazareth.com Fluorinex Active: www.fluorinex.co.il Metallo Therapy: www.metallo-therapy.com Peres trifft Leterme
Es ist der erste Besuch Letermes in Israel und bei der Palästinensischen Autonomiebehörde und der erste Besuch eines belgischen Premiers seit 2005. Der Präsident diskutierte mit seinem Gast verschiedene Themen, u.a. die Auswirkungen des "Arabischen Frühlings" für die Region, den Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern und die bilateralen Beziehungen zwischen Israel und Belgien. Zum gegenwärtigen Stand der Beziehungen zwischen Israel und den Palästinensern erklärte Peres: "Die unilaterale Ausrufung einer Eigenstaatlichkeit durch die Palästinenser bei den Vereinten Nationen wäre unglücklich, da sie zu einem Stillstand zwischen den Seiten führen könnte. Besonders bedauerlich wäre dies, da ein Friedensabkommen durch Verhandlungen erreicht werden kann. Der Graben ist nicht so gross. Wir haben grossen Respekt für die Palästinenserführung, für Abbas und Fayyad, und ich glaube, dass wir Frieden schliessen können. Der Beitrag des Nahostquartetts und der Europäischen Union wird bedeutsam sein, wenn sie die Parteien an den Verhandlungstisch zurückführen und sie in die Lage versetzen können, direkte Verhandlungen zu führen." Der belgische Premierminister sprach dem Präsidenten sein Beileid für die Anschlagsserie in Eilat und die Raketenangriffe von vor drei Wochen aus. Der Präsident betonte, dass Israel Europa als wichtigen Faktor sehe, der die Hamas dazu bringen kann, dem Terror abzuschwören und den Raketenbeschuss einzustellen, und so zur regionalen Stabilität beizutragen. Premierminister Leterme ist in Israel, um Möglichkeiten der Kooperation auf dem Gebiet des Handels und der Technologie zwischen den beiden Ländern auszuloten. Die Volkswirtschaften von Belgien und Israel sind einander ähnlich, beide sind klein, offen und haben sehr hoch entwickelte Hightech-Industrien. Es besteht ein signifikantes Potential für Kooperationen, besonders im Feld von Kommunikationstechnologien und fortschrittlicher Medizin. (MFA, 04.09.11) |
Schüsse auf israelisches Gebiet Es scheint, als müssten die Bewohner der Kommunen an der Grenze zum Gaza-Streifen sich auf eine neue Bedrohung einstellen: Palästinensische Terroristen aus dem Gaza-Streifen haben gestern Abend Häuser in Nativ ha-Assara beschossen. Einige der Häuser wurden dabei beschädigt. Die Bewohner wurden aufgefordert, ihre Häuser zunächst nicht zu verlassen. (Ha'aretz, 09.09.11) Hunderte für Nacktfoto am Toten Meer
Die Planung für das Projekt des jüdisch-amerikanischen Künstlers, der für seine Aufnahmen nackte Menschenmassen an den verschiedensten Orten der Welt fotografiert, begannen Ari Gottesmann und Ari Fruchter bereits 2009. Die Realisierung war nicht immer einfach, doch nun haben sich, so Gerüchte, 3.000 Menschen für das Shooting angemeldet. Nur 1.000 davon seien allerdings tatsächlich eingeladen worden. Wo genau das Shooting stattfinden wird, bleibt allerdings ein Geheimnis, um das Erscheinen unerwünschter Zaungäste zu verhindern. Sicher ist, dass die Aufnahmen am 17. September bei Sonnenaufgang entstehen sollen. Das Timing für das Projekt könnte kaum besser sein: Am 11. November werden die Gewinner der Abstimmung zu den "Sieben Weltwundern der Natur" verkündet. Das Tote Meer gehört zu den Kandidaten, und die Fotos, die noch vor der Abstimmung veröffentlicht werden, könnten ihm einen letzten Push geben. (Ha'aretz, 09.09.11) Zur Website des Projekts geht es hier: www.nakedsea.info Noam Shalit: Freilassung von Gilad muss Vorbedingung für Palästinenserstaat sein
Noam Shalit erklärte gestern auf einer Pressekonferenz, er sei nach New York gekommen, um Diplomaten aus vielen Ländern und Offizielle der Vereinten Nationen zu treffen, um vor der von den Palästinensern geplanten Abstimmung bei den Vereinten Nationen für die Freilassung seines Sohnes zu werben. (Ha'aretz, 08.09.11) Israelisches Trauma-Programm soll japanischen Tsunami-Opfern helfen
Das Programm "Hibuki" (Umarmung) wurde 2006 entwickelt, um traumatisierten Kindern nach dem Libanon-Krieg 2006 zu helfen. Das Herzstück des Programms ist ein Plüschhund selben Namens, der die Kinder umarmt und sie dazu ermutigt, über ihre Sorgen zu sprechen. Ein Experten-Team hat nun Japan besucht, um das Programm vorzustellen und Lehrer, Pfleger und andere Berufsgruppen in der Technik auszubilden. Die japanische Regierung muss das Programm noch offiziell einführen, bisher macht sich vor allem die Japanische Assoziation für Puppen-Therapie für die Einführung in vom Tsunami betroffenen Gebieten stark. "Ohne Zweifel hat die israelische Präsenz und ihre Erfahrung hier grosse Fortschritte gebracht, besonders durch den Hinweis, dass man diese Methode in Kindergärten in Japan einführen könnte", so Dr. Michiko Hara, Gründer der Japanischen Assoziation für Puppen-Therapie. In Israel wurden bis heute 50.000 Kinder mit dieser Methode behandelt. Eine kürzlich vorgestellte Studie der Universität Tel Aviv zu dem Programm hat gezeigt, dass die behandelten Kinder sehr gute Heilungserfolge haben. (The Jerusalem Post, 08.09.11) Unternehmerreise nach Israel zur WATEC 2011 (13.-17. November)
Das Israel Trade Center, die Deutsch-Israelische Industrie- und Handelskammer (AHK Israel), der JNF-KKL Green Business Circle und Munich Network laden zu einer branchenübergreifenden Delegationsreise für deutsche Unternehmer nach Israel ein. Das Programm schliesst den Besuch der WATEC Israel 2011, der internationalen Messe und Konferenz für Wassertechnologien, Erneuerbare Energien und Umwelttechnik in Tel Aviv mit ein. Israels weltweit anerkannte Wasser- und Solarindustrie entwickelt sich dynamisch und ist am Ausbau der Zusammenarbeit mit deutschen Partnern in hohem Masse interessiert. Israelische Firmen sind für deutsche Unternehmen als Entwicklungs- und Technologiepartner, als strategische Vertriebspartner in vielen Weltregionen und als Abnehmer deutscher Technologie und Expertise interessant. So verwundert es nicht, dass Israel kürzlich von Deutsche Bank Research zu einem der weltweit attraktivsten Investitionsstandorte im Wasserbereich erklärt wurde. Chancen für deutsche Unternehmen ergeben sich nicht zuletzt durch geplante Milliardeninvestitionen in den Ausbau der Wasserinfrastruktur, Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Kreislaufwirtschaft. Das Israel Trade Center wird die Delegationsteilnehmer in allen organisatorischen Fragen unterstützen. Dieser Service ist mit keinerlei Kosten verbunden. Für Rückfragen und Ihre Anmeldung steht Herr Henning Ellermann, Trade Officer des Israel Trade Center, zur Verfügung: Tel: 030-206 449-21, E-Mail: henning.ellermann@israeltrade.gov.il Mehr Informationen zur watec gibt es unter: www.watec-israel.com (Botschaft des Staates Israel, 08.09.11) Gantz: "Wir werden die Verantwortlichen für den Vandalismus finden"
Graffitis legen nahe, dass es sich um eine Reaktion auf die Räumung und Zerstörung dreier Häuser in dem Aussenposten Migron Anfang der Woche handelte. Gantz erklärte: "Wir alle, Soldaten und Kommandanten, Bürger aller Art, erinnern erneut daran, dass ZAHAL nicht der Feind ist. Wir sind uns dessen bewusst, dass ZAHAL ein Schutzschild ist, das die Aufträge der Regierung und des Gesetzes ausführt. Ich bin überzeugt, dass die Verantwortlichen gefunden werden. Unsere operative Aktivität ist ungebrochen." Der Oberkommandierende für Zentralisrael, Generalmajor Avi Mizrahi, erklärte: "Wer seinen Ärger am Militär auslässt, mit dem Ziel, es daran zu hindern, seine rechtmässigen Operationen sowie Entscheidungen der Regierung und des Obersten Gerichts auszuführen, handelt inakzeptabel und verwerflich. Ich habe die Absicht, gemeinsam mit den Autoritäten, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen." (ZAHAL, 07.09.11) Zelte werden abgebaut - Proteste erreichen nächste Stufe
Gestern waren Angestellte der Stadt zur Zeltstadt gekommen, hatten Blumen verteilt und darum gebeten, die Zelte zu räumen. In der Nacht dann wurden die meisten der verbliebenen Zelte von der Stadt abgebaut. Die Stadtverwaltung erklärte dazu: "Nachdem die Organisatoren der Proteste erklärt hatten, dass die Stufe der Zelte als Teil der Proteste beendet sei und in den letzten Tage um die 600 Zelte durch die Demonstranten selbst geräumt worden waren, wurden nun noch leerstehende Zelte abgebaut, die unter sanitären Gesichtspunkten ein Problem darstellten." Die Stadt werde gerne dabei behilflich sein, Orte für Diskussionen und Verhandlungen einzurichten, um die Protestbewegung weiter zu unterstützen und den gesellschaftlichen Diskurs am Leben zu erhalten. In weniger als zwei Wochen soll Prof. Manuel Trajtenberg Ministerpräsident Binyamin Netanyahu die Vorschläge seiner Kommission für Reformen auf dem sozialen und dem Wirtschaftssektor vorstellen. (Yedioth Ahronoth, 07.09.11) Israelische Wissenschaftlerin erreicht Durchbruch in der Stammzellenforschung
Die Stammzellen wurden aus normalen Hautzellen von Tieren des zoologischen Gartens in San Diego, USA, reproduziert. Mitarbeiter des Zoos haben bereits seit den 1970er Jahren Hautzellen und andere Zellproben von 800 Arten gesammelt. Das längerfristige Ziel des Projekts ist es, die gewonnenen Stammzellen in Ei- und Samenzellen umzuwandeln und die befruchteten Eizellen Leihmuttertieren einzupflanzen. Bis dies möglich ist, wollen die Wissenschaftler nun so viele Stammzellen wie möglich aus den konservierten Hautzellen gewinnen. (Ha'aretz, 06.09.11) Dramatischer Anstieg der Zahl der Terroranschläge im August
Dem Bericht zufolge gab es im August 178 Anschläge - im Gegensatz zu 53 Anschlägen im Monat Juli. Die Zahlen schliessen die Fälle ein, bei denen Raketen aus dem Gaza-Streifen auf israelisches Gebiet abgefeuert wurden. Im August gab es 134 Vorfälle dieser Art. Der SHABAK betont, dass ein Anstieg vor allem bei denjenigen Anschlägen verzeichnet wird, deren Ursprung im Gaza-Streifen liegt. Dies sind 135, im Gegensatz zu 30 Anschlägen in Judäa und Samaria. In Jerusalem haben sich weniger Anschläge ereignet als im Vormonat, sechs im Vergleich zu acht im Monat Juli. Im August, so heisst es in dem Bericht, stiessen zwei Anschläge besonders hervor - die Anschlagsserie im Süden, der acht Israelis zum Opfer fielen und der Anschlag in Tel Aviv, bei dem ein junger Palästinenser acht Menschen mit einem Taxi und einem Messer verletzt hatte. Neun Israelis wurden im August bei Terrorangriffen getötet, acht bei der Anschlagsserie im Süden und ein weiterer bei einem Raketenangriff. 55 Menschen wurden verletzt. Im August wurden 145 Raketen sowie 46 Mörsergranaten auf Israel abgefeuert. Im Juli waren es 20 Raketen und zwei Mörsergranaten gewesen. Auch der September scheint keine Beruhigung zu bringen: Palästinensische Terroristen aus dem Gaza-Streifen haben gestern erneut eine Qassam-Rakete auf israelisches Gebiet abgefeuert. Die Rakete detonierte im Bezirk Sha'ar Hanegev. (Yedioth Ahronoth, 05.09.11) In der Nacht zum Dienstag haben die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) daraufhin im Gaza-Streifen einen Angriff auf eine Waffenfabrik geflogen. (ZAHAL, 05.09.11) Kampagne "Sieben Wunder Israels" gestartet
Bis zum 13. September können auf der Seite noch Vorschläge für die beliebtesten Orte gemacht werden. Im Anschluss daran wird ein Komitee bestehend aus Mitgliedern aus dem Tourismus-Ministerium, von den Nachrichten des Zweiten Programms, Reiseführern und Akademikern 15 Finalisten auswählen. Vom 18. bis 22. September dann kann auf der Facebook-Seite abgestimmt werden. "Der Wettbewerb wird die Verbindung zum Erbe Israels stärken, das Bewusstsein für die grosse Anzahl von historischen, archäologischen, Natur- und religiösen Sehenswürdigkeiten in Israel, und viele neue Möglichkeiten schaffen, um die Sieben Wunder der Welt vorzustellen", so Tourismus-Minister Stas Meseznikov in einer Stellungnahme. "Ich lade Israelis und Ausländer dazu ein, an dem Wettbewerb teilzunehmen, Vorschläge zu machen und für ihre Favoriten abzustimmen." (The Jerusalem Post, 05.09.11) Die Abstimmung (auf Hebräisch) finden Sie: hier (extern) Illegale Gebäude in Aussenposten geräumt Heute Morgen liess die Polizei drei ohne Baugenehmigung errichtete Gebäude in einem Aussenposten nördlich von Jerusalem räumen und abreissen. Nachdem die Organisation "Yesh Din" gegen den Bau Klage beim Obersten Gerichtshof eingereicht hatte, hatte dieser entschieden, die drei Häuser, die innerhalb des letzten Jahres errichtet worden waren, räumen und abreissen zu lassen. (Ha'aretz, 05.09.11) Israel nimmt UN-Bericht zur Gaza-Flottille an
Das Amt des Ministerpräsidenten veröffentlichte folgende Stellungnahme: "Der Staat Israel nimmt den Palmer-Report an, mit Ausnahme der Vorbehalte des israelischen Vertreters bei der Palmer-Kommission, Joseph Ciechanover (siehe unten). Der Untersuchungsbericht, der die Vorfälle um die Flottille vom 31. Mai 2010 behandelt und vom UN-Generalsekretär angenommen wurde, ist ein professionelles, seriöses und umfassendes Dokument. Die entsprechende Flottille hatte den Vorsatz, die Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen. Der Palmer Report bestätigt sowohl die Rechtmässigkeit der israelischen Seeblockade des Gazastreifens als auch Israels Recht, die Blockade aufrechtzuerhalten und zu verteidigen, auch in internationalen Gewässern. Diese Seeblockade wurde errichtet, um den Waffen- und Raketenschmuggel an die Hamas zu unterbinden, diejenige Terrororganisation, die den Gazastreifen kontrolliert und vom Iran unterstützt wird. In den vergangenen Jahren hat die Hamas, mit dem Ziel, israelische Zivilisten zu treffen, mehr als 10.000 Raketen und Mörsergranaten auf Israel abgefeuert. […] Wie auch in dem Bericht empfohlen, bedauert Israel den Verlust von Menschenleben, wird sich aber nicht dafür entschuldigen, dass seine Soldaten gehandelt haben, um sich selbst zu verteidigen. Wie jeder andere Staat hat Israel das Recht, seine Zivilisten und Soldaten zu schützen. Israel schätzt die wichtigen Verbindungen zwischen dem türkischen und dem jüdischen Volk, in der Vergangenheit und heute. Aus diesem Grund hat der Staat Israel in den vergangenen Monaten verschiedene Versuche unternommen, den Disput zwischen den beiden Ländern beizulegen, doch bedauerlicherweise waren diese Versuche erfolglos." Zur vollständigen Stellungnahme des Ministerpräsidenten geht es hier: www.botschaftisrael.de/2011/09/05/israel-nimmt-un-bericht-zur-gaza-flottille-an Auch der israelische Vertreter bei der UN-Kommission, Joseph Ciechanover, akzeptierte den Bericht und räumte lediglich einige Vorbehalte ein. So kritisierte er die Einschätzung der UN-Kommission, dass die Soldaten "übertrieben und unverhältnismässig" reagiert hätten. "Die Kommission hat Beweismaterial bezüglich der wiederholten Warnungen, die an die Schiffe gegangen sind, erhalten […] Die Kommission hat den operativen Einschränkungen […] unzureichend Beachtung geschenkt. Den Schlussfolgerungen der Kommission bezüglich des Widerstands zufolge, dem die Soldaten beim Entern der Mavi Marmara begegneten, ist klar, dass das Leben der Soldaten direkt gefährdet war. […] Die israelischen Soldaten haben ganz klar in Selbstverteidigung gehandelt und angemessen, vernünftig und mit Zurückhaltung reagiert." (Amt des Ministerpräsidenten, 04.09.11) Weitere Teilnehmerrekorde bei Grossdemonstration am Samstagabend
Daphni Leef, eine der Initiatorinnen der Proteste, erklärte in ihrer Ansprache: "Dieser Sommer hat viele gute Erinnerungen mit sich gebracht. Es ist ein Diskurs über das Leben entstanden. Wir sind hier nicht nur, weil wir überleben wollen, wir sind hier, weil wir leben wollen. Wir sind nicht hier, weil wir kein anderes Land haben, sondern, weil dies das Land ist, in dem wir leben wollen. Wir haben das Wort ‚allein' gegen das Wort ‚zusammen' ausgetauscht." Ministerpräsident Binyamin Netanyahu hat sich in einer Stellungnahme in "TheMarker" zu seinen weiteren Plänen zu wirtschaftlichen Reformen geäussert. Netanyahu erklärte: "Wir müssen die wirtschaftliche Verantwortung bewahren. Wir wissen, dass wir das tun müssen, weil wir sonst in die Situation anderer Staaten geraten, die diese Verantwortung nicht wahrgenommen haben. Doch ich weiss auch, dass wir Korrekturen vornehmen müssen. Ich höre die Rufe der Öffentlichkeit, ich bin mir der wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Bürger sehr bewusst. Ich weiss, wie schwer es ist, eine Wohnung zu kaufen oder zu mieten. Ich weiss, dass, obwohl die Gehälter der Israelis gestiegen sind, am Ende nicht viel übrig bleibt. Und manchmal bleibt sogar für die Deckung solch grundlegender Bedürfnisse wie die Ausbildung der Kinder oder anderer Sachen gar nichts mehr übrig. Wir wissen, dass die Lebenshaltungskosten in Israel sehr hoch sind. Und genau um diese Probleme zu beheben, habe ich die Trajtenberg-Kommission ins Leben gerufen." (Ha'aretz; The Marker, 04.09.11) |