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Nachrichten vom 6. - 12. Mai 2007
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Qassam-Rakete explodiert nahe strategischer Anlage

Überreste einer Qassam-RaketeEine aus dem Gaza-Streifen abgefeuerte Qassam-Rakete ist heute Morgen nahe einer strategischen Anlage im Industriegebiet von Ashkelon explodiert. Die Mitarbeiter der Anlage haben ihrer Sorge darüber Ausdruck verliehen, dass die neueren Raketenmodelle zielsicherer sind als die früheren.

Zwei weitere Qassam-Raketen schlugen in der Nähe von zwei Kibbutzim im südisraelischen Verwaltungsbezirk Sha'ar HaNegev ein. Dabei gab es weder Verletzte noch Sachschäden. Unterdessen sind die Bewohner der Stadt Sderot durch die ständigen Raketenangriffe so traumatisiert, dass sogar ein Gleitschirmsegler Panik ausgelöst hat. Zahlreiche Einwohner hielten den jungen Mann für einen Terroristen.

(Yedioth Ahronoth, 11.05.07)


Peres steht zu Olmert

Shimon PeresDer stellvertretende israelische Ministerpräsident Shimon Peres hat gestern Abend erklärt, dass er sich nicht als Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten betrachtet. Mit dieser Erklärung hat Peres Olmert geholfen, seine Führungsposition in der Kadima-Partei zu festigen, die durch die Veröffentlichung des Zwischenberichts der Winograd-Kommission geschwächt worden ist. In der Führung sowohl der Kadima-Partei als auch der Arbeiterpartei (Avoda) war Peres wiederholt als Kandidat für eine eventuelle Nachfolge für Olmert ins Auge gefasst worden.

Bei ihrem gestrigen Treffen sprachen Olmert und Peres auch über die Frage der Präsidentschaftswahlen. Es wird erwartet, dass Peres in den nächsten Tagen offiziell seine Kandidatur für das höchste Amt des Staates bekannt geben wird. Wie es gegenwärtig aussieht, werden ausserdem Reuven Rivlin (Likud) und Kolet Avital (Avoda) kandidieren. Ausserdem ist der Name des aschkenasischen Oberrabbiners Israel Meir Lau gefallen, von dem allerdings noch keine offizielle Entscheidung vorliegt.

Aus der Avoda verlautet, dass Peres mit seiner klaren Rückendeckung gegenüber Olmert seine Aussichten, zum Präsidenten gewählt zu werden, verringert hat. "Peres taktiert nicht", sagte ein Vertrauter des Vizepremiers. "Er ist wirklich davon überzeugt, dass Olmert der geeignete Ministerpräsident ist."

(Ma'ariv NRG, 10.05.07)


Israelische Musiker für den Kongo

In dem Krieg, der im Osten des Kongo wütet, sind in den vergangenen sechs Jahren mehr als vier Millionen Menschen getötet worden. In der Region stehen systematischer Mord, brutale Vergewaltigung und die Rekrutierung von Kindersoldaten auf der Tagesordnung.

Um den Menschen im Kongo zu helfen, hat der israelische Journalist Itay Engel nun ein grosses Benefiz-Konzert organisiert, dessen gesamter Erlös an die Opfer dieses von der Weltöffentlichkeit nur unzureichend wahrgenommenen Krieges gehen wird. Engel ist es im Vorfeld gelungen, einige der bekanntesten israelischen Rockstars für die Veranstaltung zu gewinnen, die am 26. Mai im Hafen von Tel Aviv stattfinden wird. So werden u.a. Ehud Banai, Beri Sacharof, Assaf Amdurski, Aviv Gefen, Idan Reichel und Achinoam Nini auftreten.

Zusätzlich zu dem Musikereignis ist eine gross angelegte Spendeninitiative in Gang gesetzt worden, an der sich zahlreiche Organisationen beteiligen.

(Walla, 09.05.07)


Wachsender Vorbehalt gegenüber US-Richtlinien

In israelischen Sicherheitskreisen wachsen die Vorbehalte gegenüber den Richtlinien ("benchmarks"), die der US-Sicherheitskoordinator für den Nahen Osten, Keith Dayton, vor kurzem im Auftrag der amerikanischen Regierung erarbeitet hat. So haben hochrangige Vertreter des Verteidigungsministeriums bei internen Treffen zu Beginn dieser Woche erneut ihren Widerstand gegen die Forderung nach freiem Reiseverkehr zwischen dem Gaza-Streifen und dem Westjordanland zum Ausdruck gebracht.

Die Bewegungsfreiheit zwischen den beiden Gebieten würde nicht zuletzt insofern eine gefährliche Sicherheitslage heraufbeschwören, als es dann leichter wäre technologisches Know-how für die Herstellung von Qassam-Raketen vom Gaza-Streifen in das Westjordanland zu transferieren.

Die Amerikaner berufen sich mit ihrer Forderung, Konvois zwischen dem Gaza-Streifen und dem Westjordanland zuzulassen, auf ein Abkommen vom November 2005. Die israelische Seite weist im Gegenzug auf die Tatsache hin, dass sich die Sicherheitslage im Gaza-Streifen seit der letzten Übereinkunft sehr verschlechtert hat und die Raketenangriffe nicht nur fortdauern, sondern sich sogar noch intensiviert haben.

Formell hat Israel noch nicht auf das amerikanische Papier reagiert, in Sicherheitskreisen zeigte man sich jedoch auch über die Inhalte hinaus verstimmt. "Sie haben uns im Vorfeld nicht konsultiert", hiess es etwa. "In unserem Verhältnis mit den Amerikanern sind wir eine engere Koordination gewohnt".

(Ha’aretz, 09.05.07)


UN-Generalsekretär: Ständiger Waffenschmuggel in den Libanon

UN-Generalsekretär Ban Ki-moonWas in Israel seit langem bekannt ist, ist nun auch von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon offiziell in einem Bericht bestätigt worden, der seit heute dem Sicherheitsrat vorliegt: Ohne Unterlass werden Waffen aus Syrien in den Libanon geschmuggelt. Die UNO beabsichtigt nun, eine Delegation zur Kontrolle an die syrisch-libanesische Grenze zu schicken.

Ban hat das Thema des Waffenschmuggels bereits bei seinen Gesprächen mit dem syrischen Präsidenten Bashar Al-Assad im vergangenen Monat zur Sprache gebracht. Syrien streitet für seinen Teil jegliche Verbindung zu den Handlungen ab und bezeichnet sie als lediglich vereinzelte Vorfälle. Trotz der Leugnung hat Ban Syrien dazu aufgerufen, die entsprechenden Schritte einzuleiten, um die Kontrolle über die Vorgänge an der Grenze zu gewinnen.

In dem neuen Halbjahresbericht, der sich mit der Umsetzung der Resolution 1559 beschäftigt, wird auch auf die syrische Behauptung Bezug genommen, der zufolge Israel Waffen an libanesische Sicherheitskräfte liefern würde. Diese Behauptung entbehre, so der Bericht, jeglicher Grundlage.

(Ha’aretz, 08.05.07)


Herodes’ Grab entdeckt

Die Hebräische Universität Jerusalem hat gestern Abend mitgeteilt, dass bei Ausgrabungen im Herodium nahe Jerusalem das Grab von König Herodes entdeckt worden ist. Das Grab wurde von Professor Ehud Netzer gefunden, der als einer der weltweit führenden Herodes-Forscher gilt. Netzer hat bereits seit 1972 archäologische Grabungen im Herodium durchgeführt, um Grabstätte und Grabmal des Königs zu lokalisieren.

Mit der Entdeckung ist nun eines der grössten archäologischen Rätsel Israels gelöst. Zwar war man auf Grundlage der Schriften des antiken jüdischen Historikers Flavius Josephus in der Forschung immer davon ausgegangen, dass Herodes im Herodium begraben sein müsse, doch gelang es trotz unzähliger Ausgrabungen vor Ort nie, die Grabstätte zu lokalisieren. Das Herodium, ein befestigter Palast ca. 12 Kilometer südlich von Jerusalem, wurde im Jahre 71 n.d.Z. von den Römern zerstört.

Herodes, dessen Vater und Grossvater zum Judentum konvertiert waren, wurde etwa im Jahre 40 v.d.Z. von den Römern zum "König der Juden" ernannt und regierte Judäa daraufhin für knapp 34 Jahre. Er starb nach langer Krankheit im Jahre 4 v.d.Z. in Jericho. Zu den bleibenden Verdiensten des Königs gehören die monumentalen Anlagen in Caesarea und Masada und vor allem der Ausbau des Zweiten Tempels in Jerusalem.

Die ersten archäologischen Ausgraben im Herodium wurden zwischen 1956 und 1962 von einem Franziskanermönch durchgeführt. Nachdem das Gelände zuvor im Sechs-Tage-Krieg von der israelischen Armee eingenommen worden war, begannen ab 1972 die ersten israelischen Grabungsarbeiten.

(Ha’aretz, 08.05.07)


Verletzte bei Terrorangriffen nahe Ramallah und Sderot

Palästinensischer TerroristDie palästinensischen Terrororganisationen haben in den letzten Tagen einmal mehr das Ende der Feuerpause unterstrichen. Am gestrigen Sonntag wurde ein 24-jähriger Israeli, der als Sicherheitsmann einen Tanklastzug zu einer palästinensischen Tankstelle nahe Ramallah begleitete, durch einen Schussangriff schwer an Kopf und Bein verletzt. Den Tätern, die den Al-Aqsa-Brigaden, dem militärischen Arm der Fatah angehören, gelang anschliessend die Flucht.

Primäres Ziel von Attacken war erneut die südisraelische Kleinstadt Sderot. Dort wurde am Samstag ein Haus von einer Qassam-Rakete beschädigt. Am Sonntag wurden insgesamt sieben Raketen aus dem Gaza-Streifen in den westlichen Negev abgefeuert, wobei eine Person mittelschwer verletzt wurde. Die Verantwortung für die Angriffe übernahm der Islamische Jihad.

(Ha’aretz, 07.05.07)


EU-Parlamentarierin brüskiert israelischen Botschafter

EU-Flagge"Wenn der israelische Botschafter noch ein einziges Mal kommt und über die Sicherheit Israels spricht, schwöre ich, dass ich ihn einfach erwürgen werde." Diese Worte stammen nicht von einem Terroristen der Hamas oder der Hisbollah, sondern von der belgischen EU-Parlamentsabgeordneten Veronique de Keyser. Im Hintergrund standen dabei die zahllosen Auseinandersetzungen linker Abgeordneter mit dem Botschafter des Staates Israel bei der Europäischen Union, Oded Eran, der in Kürze seinen Dienst beenden wird.

Die Äusserungen fielen im Rahmen einer Debatte um die Freilassung der palästinensischen Gefangenen, die vor einigen Tagen stattfand und an deren Ende die Initiierung einer Kampagne für die Freilassung Marwan Barghoutis beschlossen wurde. De Keyser, eine vor allem für ihre Unterstützung der Palästinenser bekannte sozialistische Abgeordnete, bemerkte in diesem Zusammenhang ausserdem: "Ich bedauere die Passivität des europäischen Parlaments bei der Hilfe für die palästinensischen Gefangenen. Ich möchte das massvolle und reife Verhalten der Palästinenser loben."

(Yedioth Ahronoth, 07.05.07)


Mickey Mouse als G'tteskrieger

Hamas-LogoDie Terrororganisation Hamas hat erneut unter Beweis gestellt, dass sie bei der ideologischen Indoktrination palästinensischer Kinder keine Grenzen kennt. Ausgerechnet eine Imitation der klassisch-amerikanischen Comic-Figur Mickey Mouse wird nun dazu verwendet, zum G'tteskrieg gegen Israel und die USA anzustacheln.

Farfur, so der Name der Puppe mit Quietsch-Stimme, ist gemeinsam mit dem kleinen Mädchen Saraa’ der neue Star der Kindersendung "Pioniere von Morgen", die von Al-Aqsa- TV, dem offiziellen Sender der Hamas, allwöchentlich ausgestrahlt wird. Dabei kommt es zu Wortwechseln wie etwa diesem: "Ja, wir, die Pioniere von Morgen, werden der Nation wieder ihren Ruhm zurückgeben, und wir werden Al-Aqsa befreien, mit Allahs Willen, und wir werden den Irak befreien, mit Allahs Willen, und wir werden die muslimischen Länder befreien, die von Mördern besetzt sind." "Ja, sie sind Kinder, die von den Juden besetzt sind, aber mit dem Willen Allahs, werden wir Widerstand leisten und uns schützen gegen die zionistische Besatzung." "Bis wir siegen, mit Allahs willen, wir werden Widerstand leisten, bis wir siegen."

Unter dem folgenden Link finden sich Videoaufzeichnungen aus der Sendung mit englischen Untertiteln sowie weitere Hintergrundinformationen: http://www.pmw.org.il/

(Palestinian Media Watch, 06.05.07)

Peretz steht zu Olmert

Amir PeretzVerteidigungsminister Amir Peretz hat gestern in einer Sitzung in der Parteizentrale der Arbeiterpartei (Avoda) betont, dass er gegen einen Austritt seiner Partei aus der Koalitionsregierung sei. Er sei nicht bereit zu einer persönlichen Ablehnung Olmerts, wie sie von den anderen Kandidaten für den Parteivorsitz betrieben werde. Sowohl die Knessetabgeordneten Ami Ayalon, Ofir Pines und Dani Yatom, als auch Ehud Barak haben sich für einen Rücktritt des Ministerpräsidenten ausgesprochen.

Peretz sagte, dass die Avoda sich an die demokratischen Regeln halten müsse, denen zufolge man sich nicht in die parteiinternen Angelegenheiten eines Koalitionspartners einmischen dürfe. "Jeder weiss, was für eine Kluft zwischen meiner Weltanschauung und der des Ministerpräsidenten besteht… Dennoch empfehle ich jedem, nicht dem Populismus nachzugeben und zu sagen, dass wir vorschreiben, wer eine andere Partei führen soll. Dies könnte sehr schnell auch andere demokratische Regeln ausser Kraft setzen. Ich widersetze mich mit aller Entschiedenheit jenen umhergeisternden Äusserungen, nach denen die Avoda aus der Regierung ausscheiden soll."

Indes hat die Avoda nun offiziell Kolet Avital zur eigenen Kandidatin für die Wahl des Staatspräsidenten bestimmt, die am 13. Juni stattfinden wird.

(Ha’aretz, 11.05.07)


ZAHAL: Es gibt kein Wundermittel

IDF (ZAHAL)-LogoVon Seiten der israelischen Armee (ZAHAL) wird angesichts der jüngsten Qassam-Angriffe mitgeteilt, dass es "keine sofortigen Wundermittel" gebe. Der Armeesprecher erklärt, dass es dringend eines Mehrjahresplans zum Umgang mit der Bedrohung bedürfe und der Generalstab bis Ende des Jahres damit werde aufwarten können. Militärische Quellen behaupten, dass die Kürzungen im Militärhaushalt die Bereitstellung von Mitteln in der Angelegenheit erschwert hätten.

Was das Problem der palästinensischen Tunnel angeht, betont man in der Armee, dass der Bericht der Untersuchungskommission unter Vorsitz von Generalmajor d. Res. Giora Eiland, der die Umstände der Geiselnahme von Gilad Shalit überprüft hat, keine Fehler und Versäumnisse in der Behandlung der Tunnelfrage festgestellt hat. Gleichzeitig wird auf die zunehmend ausgereifte Systematik zur Lokalisierung von Tunneln und den Einsatz von Sensoren im Umfeld des Gaza-Streifens hingewiesen, wofür 20 Millionen Shekel investiert worden seien.

Verteidigungsminister Amir Peretz sagt unterdessen, dass er nicht erst auf den Bericht gewartet, sondern schon vor vier Monaten die Neuausrüstung des Flugabwehrabwehrsystems gegen Kurzstreckenraketen entschieden habe. "Wenn die Mittel rechtzeitig in Israels Händen gewesen wären, würden die Ergebnisse ohne Zweifel absolut anders aussehen", so Peretz.

(Ha’aretz, 10.05.07)


Schmuggeltunnel in Rafiah wuchern weiter

In der Stadt Rafiah im Süden des Gaza-Streifens existieren israelischen und palästinensischen Sicherheitsquellen zufolge inzwischen bereits ca. 15 Tunnel, durch die regelmässig Waffen, Drogen und Personen von Ägypten in die palästinensischen Autonomiegebiete geschmuggelt werden. In der Gegend soll es zudem noch mindestens zehn weitere Tunnel geben, die z. Zt. aus technischen Gründen nicht benutzt werden.

Abgesehen vom Waffenschmuggel können die Tunnel von Rafiah den verschiedenen Terrororganisationen Gazas auch als Rückzugslager bei bewaffneten Überfällen dienen oder bei der Verschleppung von Israelis benutzt werden. Kontrolliert werden die unterirdischen Anlagen von den mächtigsten Familienclans der Region, für die sie eine lukrative Einnahmequelle darstellen.

Nach Auskunft palästinensischer Sicherheitskräfte werden die Tunnel immer häufiger auch von Palästinensern, die wegen krimineller Aktivitäten gesucht werden, zur Flucht ins Ausland benutzt. Mitunter fliehen sogar Häftlinge mit Hilfe ihrer Bewacher. Auch in dieser Hinsicht ist das Tunnelsystem ein Zeichen für die allgemeine Rechtlosigkeit und Unordnung, die im Gaza-Streifen herrscht.

(Ha’aretz, 10.05.07)


Neueste Qassam-Raketen zielgenauer und tödlicher

Palästinensischer Terrorist mit Qassam-RaketenDie Qassam-Raketen, die in den letzten Tagen vom Gaza-Streifen aus auf israelisches Hoheitsgebiet abgefeuert wurden, sind zielgenauer und tödlicher als ihre Vorgänger. Nach Ansicht von Raketenexperten ist dies sowohl auf verbesserte Produktionsprozesse als auch auf neuartigen Sprengstoff zurückzuführen.

Die Experten schätzen, dass den palästinensischen Terrororganisationen in Gaza trotz des israelischen Drucks die kontinuierliche Verbesserung der Qassam-Raketen gelingt, die sie in improvisierten Werkstätten herstellen.

Unterdessen hat das sog. 'Volkswiderstandskomitee' in Gaza erklärt, dass der verschleppte israelische Soldat Gilad Shalit im Falle eines israelischen Einmarschs in den Gaza-Streifen nicht automatisch ermordet werden würde. Allerdings sei sein Leben wie das aller Bewohner Gazas in Gefahr.

(Yedioth Ahronoth, 09.05.07)


Apartheid-Gegner spricht für Israel

Jahrzehntelang hat Malcom Hedding in seiner Heimat Südafrika das System der Apartheid bekämpft. Nachdem er als Pastor der vorwiegend schwarzen Kongregation "Assemblies of God" wiederholt von der Kanzel aus die Unterdrückung seiner schwarzen Mitbürger durch das weisse Regime gegeisselt hatte, wurde der Südafrikaner britischer Abstammung 1986 gezwungen, sein Heimatland zu verlassen. Er ging daraufhin nach Israel, um als Kaplan an der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem zu arbeiten, einer internationalen christlichen Einrichtung. Nach dem Ende der Apartheid im Jahre 1989 kehrte er wieder nach Südafrika zurück, wo er zahlreiche Kirchen gründete und für die Unterstützung Israels predigte. Seit 2000 lebt er wieder in Jerusalem und leitet dort die Internationale Christliche Botschaft.

Angesichts der immer wieder auftretenden Vergleiche der israelischen Abwehrmassnahmen gegenüber dem Terror mit dem Apartheidregime in Südafrika, wie sie in den letzten Jahren immer wieder von Feinden des Staates Israels angestellt werden, kann der protestantische Geistliche nur den Kopf schütteln.

"Israel als einen 'Apartheid-Staat' zu bezeichnen, ist absoluter Unsinn", so Hedding. "Es gibt vielleicht einige Anlagen, die nach Apartheid aussehen, aber nichts mit ihr zu tun haben. Der Sicherheitszaun hat nichts mit Apartheid zu tun, vielmehr dient er nur der Selbstverteidigung Israels. Es gab keinen Zaun bis zur zweiten Intifada, als Menschen auf offener Strasse ermordet wurden. Zudem entmenschlicht der Staat seine Minderheit nicht im Sinne von Apartheid. Es handelt sich hier um zwei völlig verschiedene Dinge."

"Wenn ich ‚Apartheid’ im Zusammenhang mit Israel höre, meine ich, dass dadurch das Wort trivialisiert wird. 40 Millionen Schwarze wurden in Südafrika entmenschlicht, ihrer Würde beraubt und wie absoluter Dreck behandelt. Die Apartheid auf diese Weise zu trivialisieren ist eine Beleidigung für alle Schwarzen in Südafrika."

Bei seiner Kritik hat Hedding nicht nur den früheren Präsidenten Jimmy Carter im Auge, sondern auch seinen Landsmann Bischof Desmond Tutu, den er für seine früheren Verdienste noch immer bewundert: "Desmond, ausgerechnet du, der das Apartheidsystem in seinen Grundlagen erschüttert hat, warum ignorierst du völlig das radikal-islamistische Bestreben, den jüdischen Staat zu zerstören? Warum bis du nicht so ehrlich aufzustehen und es zuzugeben?"

(Jerusalem Post, 09.05.07)


Steinmeier in Jerusalem

FMs Livni and Steinmeier at Jerusalem press conference (Photo: Reuters)Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier hat sich im Rahmen seiner Nahostreise gestern in Jerusalem mit Ministerpräsident Ehud Olmert und seiner Amtskollegin Tzipi Livni getroffen.

Das israelische Aussenministerium stellt unter dem folgenden Link eine Videoaufzeichnung der gemeinsamen Pressekonferenz von Livni und Steinmeier zur Verfügung: http://www.mfa.gov.il/MFA/Government/Communiques/2007/
PM+Olmert+meets+with+German+Steinmeier+7-May-2007.htm


(MFA, 08.05.07)


Marokko erneuert seine Beziehungen mit Israel

Der König von Marokko, Mouhmad VI., hat vor kurzem einen inoffiziellen Botschafter für Israel ernannt. Dem Repräsentanten, Serge Bardogo, der in der Vergangenheit Tourismus-Minister von Marokko gewesen war, ist es bereits gelungen, zwei geheime Arbeitsbesuche in Jerusalem zu absolvieren, im Rahmen derer er sich mit Knesset-Abgeordneten und anderen führenden Vertretern der israelischen Politik getroffen hat. Bei seinem letzten Besuch vor einigen Wochen, traf sich der Repräsentant des Königs mit dem stellvertretenden Staatssekretär des israelischen Aussenministeriums, Yossi Gal.

Marokko hat seine offizielle Vertretung in Israel vor etwa sechs Jahren geschlossen, sofort nach der Welle der Gewalt, die 2001 im Westjordanland und im Gaza-Streifen ausgebrochen war. Das plötzliche Tauwetter im Verhältnis des Königs zu Israel ist freilich nicht zufällig. Bei seinen Treffen in Jerusalem hat Bardogo seine Gesprächspartner dazu gedrängt, MP Ehud Olmert und AM Tzipi Livni aufzufordern, sich innerhalb der internationalen Gemeinschaft für marokkanische Belange stark zu machen. Unter anderem bittet der marokkanische König um israelische Hilfe bei der Wahl Marokkos zum Gastland einer wichtigen internationalen Ausstellung.

(Ma'ariv NRG, 08.05.07)


Wahlsieg Sarkozys in Jerusalem positiv aufgenommen

Nicolas SarkozyDie Wahl von Nicolas Sarkozy zum neuen Präsidenten Frankreichs ist in Jerusalem überwiegend mit Wohlwollen aufgenommen worden. Nachdem MP Ehud Olmert dem konservativen Kandidaten bereits gestern Abend zu seinem Sieg über die Sozialistin Ségolène Royal gratuliert hatte, bezeichneten heute zahlreiche Knessetabgeordneten Sarkozy als einen "Freund Israels" - unter ihnen auch Shimon Peres. Der stellvertretende israelische Ministerpräsident bezog sich dabei auch auf eine Erklärung aus der Siegesrede des neuen Präsidenten, in der dieser ein EU-ähnliches Abkommen für den Nahen Osten in Aussicht gestellt hatte. Peres bezeichnete dies als einen "sehr interessanten Vorschlag".

Der Likud-Vorsitzende Binyamin Netanyahu begrüsste Sarkozys Sieg als gute Nachricht für die israelisch-französischen Beziehungen. Wörtlich sagte er: "Sarkozy ist ein Freund Israels und ein persönlicher Freund von mir. Er will Israel dabei helfen, einen wahren Frieden zu erlangen, und er versteht unsere Sicherheitsbedürfnisse gut."

(Jerusalem Post, 07.05.07)


Premiere: Israel übernimmt Vorsitz eines UN-Komitees

UN-FlaggeZum ersten Mal seit Israel Mitglied der Vereinten Nationen ist, wurde nun ein Israeli zum Vorsitzenden einen Komitees der Organisation gewählt. Dabei handelt es sich um das Komitee für Programm und Koordination, das die Aktivitäten der verschiedenen Abteilungen der Organisation koordiniert. Rony Adam, Leiter der UN-Abteilung im israelischen Aussenministerium, wurde einstimmig auf den Posten gewählt, nachdem er zuvor bereits als stellvertretender Vorsitzender fungiert hatte.

Das Komitee setzt sich aus Vertretern von 33 Ländern zusammen, von denen einige keine diplomatischen Beziehungen mit Israel unterhalten. Dazu gehört neben Kuba und Indonesien auch der Iran.

(Ha’aretz, 06.05.07)

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