Iranische Bedrohung: Arabischer Staat auf Israels Seite
Offizielle Vertreter eines arabischen Staates haben gegenüber Israel bei informellen Treffen angedeutet, dass sie nichts gegen eine israelische Militäroperation gegen den Iran einzuwenden hätten. Dies teilen politische Quellen in Jerusalem mit. Grund hierfür sei die Sorge vor dem wachsenden iranischen Einfluss in der Region, vor allem im Kreis der schiitischen Gemeinden in arabischen Staaten.
Israels Verteidigungsminister Ehud Barak wies gestern darauf hin, dass Israel bereit wäre, den Iran anzugreifen, als er sagte: "Israel ist der stärkste Staat in der Region und hat in der Vergangenheit bewiesen, dass es nicht vor Aktionen zurückschreckt, wenn es um seine existentiellen Interessen fürchten muss."
Die Vertreter des arabischen Staates versicherten ihren israelischen Gesprächspartnern, dass auch andere arabische Staaten wegen der iranischen Politik besorgt seien. Ein Teil der arabischen Staaten fürchtet, dass ein Machtzuwachs des Iran zur Spaltung zwischen Sunniten und Schiiten führen könnte. Diese Sorge besteht freilich vor allem innerhalb arabischer Staaten mit einer schiitischen Minderheit.
In Bahrain beispielsweise sind die politischen Führungsfiguren Sunniten, 70% der Bevölkerung jedoch Schiiten. In Saudi-Arabien stellen die Schiiten ein Zehntel der Bevölkerung und leben hauptsächlich in den ölreichen Regionen, die für das Königtum von besonderer Bedeutung sind. Inoffiziell herrscht auch eine Rivalität zwischen dem sunnitisch-orthodoxen saudischen Regime und dem iranischen Regime, dass sich die islamische Revolution gemäss dem schiitischen Modell einer Herrschaft von Religionsgelehrten auf die Fahnen geschrieben hat.
Vergangene Woche sagte der Kommandant der iranischen Armee, General Hassan Firusabad, dass der Iran bei einem Angriff die Strasse von Hormus für die Schifffahrt schliessen würde. Dies ist bereits das zweite Mal, dass iranische Offizielle diese Absicht erklären. Die Strasse von Hormus, zwischen Iran und Oman, passieren Tankschiffe, die riesige Mengen von Öl und Gas aus den Golfstaaten in die Welt liefern. Ihre Schliessung würde weltweit eine empfindliche Steigerung der Energiepreise hervorrufen.
Die USA haben ihrerseits erklärt, dass sie eine Schliessung der Meerengen nicht zulassen würden. Diese Woche beendete die amerikanische Marine ausgedehnte Manöver in der Region, bei denen offiziellen Mitteilungen zufolge die Verteidigung der Ölanlagen der Golfstaaten geübt wurde. An den Manövern nahmen auch Grossbritannien, Bahrain und andere arabische Staaten teil.
Die politischen Quellen in Israel teilten der Ha'aretz mit, dass eine Eskalation der iranischen Erklärungen jene Golfstaaten in Sorge versetze, die an amerikanischer Verteidigung vor Teheran interessiert sind. "Wenn der Iran so droht, während er keine Atomwaffen hat, was wird er tun, wenn sein Atomprogramm voranschreitet?", beschrieb eine der Quellen die Sorge der Golfstaaten.
(Ha'aretz, 11.07.08)
Unterdes hat US-Aussenministerin Condoleezza Rice am Mittwoch erneut bekräftigt, dass die USA Israel angesichts der iranischen Bedrohung beistehen würden: "Wir senden eine klare Botschaft an den Iran, dass wir amerikanische Interessen und die Interessen unserer Verbündeten verteidigen werden. Wir nehmen die Verpflichtung, unsere Verbündeten zu verteidigen, sehr ernst, und wir beabsichtigen, dies zu tun."
(Jerusalem Post, 10.07.08)
Eine ausführliche Dokumentation über das iranische Hegemonialstreben im Nahen Osten findet sich unter dem folgenden Link: http://www.jcpa.org/text/iran2-june08.pdf
(Jerusalem Center for Public Affairs, 2008)
Israel verurteilt Terroranschlag in Istanbul
Israels stellvertretende Ministerpräsidentin und Aussenministerin Tzipi Livni hat den gestrigen Terroranschlag auf das US-Generalkonsulat in Istanbul scharf verurteilt.
"Israel verurteilt klar und deutlich den beklagenswerten terroristischen Anschlag auf das Generalskonsulat der Vereinigten Staaten in Istanbul, der drei türkische Polizisten getötet hat", erklärte die Ministerin.
"Es kann absolut keine Rechtfertigung für diesen verwerflichen Akt des Terrors geben, der die Notwendigkeit der Koordination internationaler Bemühungen gegen die Organisationen, die diese mörderischen Operationen ausführen, und ihre Unterstützer, unterstreicht."
Die Ministerin sprach den Familien der getöteten Polizisten, der türkischen Regierung und der US-Regierung ihr Beileid und ihre Solidarität aus sowie ihre besten Wünsche für eine schnelle Genesung der Verletzten.
(MFA, 10.07.08)
Iran testet Langstreckenraketen
Der Iran hat im Rahmen des gross angelegten Manövers der Revolutionswächter neun Langstreckenraketen der Sorte Shahab 3 getestet. Dies berichtete heute das iranische Fernsehen. Die Raketen verfügen über eine Reichweite von 2000 Kilometern und können damit sowohl US-Basen in der Region als auch Israel erreichen.
Ali Shirazi, Mitarbeiter des iranischen Staatsoberhaupts Ali Chameini, hat gestern verkündet: "Der Iran wird Tel Aviv, US-Schiffe im Persischen Golf und amerikanische Einrichtungen auf der ganzen Welt attackieren, wenn er angegriffen wird."
Das Weisse Haus hat den Iran heute dazu aufgerufen, Bau und Tests von ballistischen Raketen unverzüglich einzustellen.
Die Tests wurden in einer Situation wachsender Spannungen zwischen der Islamischen Republik und Israel wegen des iranischen Atomprogramms durchgeführt, das - so die Befürchtung der westlichen Welt - auf den Bau von Atombomben abzielt.
Irans Staatspräsident Mahmoud Ahmadinejad erklärte noch am Montag, dass sein Land nicht dazu bereit sei, die Urananreicherung einzustellen.
(Ha'aretz, 09.07.08)
Verbotene Wohltätigkeitsorganisationen
Das israelische Verteidigungsministerium hat nun eine Liste der Wohltätigkeitsorganisationen veröffentlicht, die aufgrund ihrer Unterstützung der Terrororganisation Hamas für illegal erklärt werden.
Die insgesamt 36 verbotenen Organisationen werden hier in ihrer englischen Bezeichnung aufgeführt:
The Saudi Committee for the Relief of the Palestinian People, International Islamic Relief Organization, Patients helping Fund - The Administral Al-Qadisiyah Medical Committee, Mekkah Charity Institution, Mercy International, Zakat House, The Charitable Palestine Committee, Mohammed Bin Rashid Charity and Humanitarian Establishment, Fujairah Charity Association, The Sharga House of Charity, UAE Red Crescent Society, Al Islamic Society - The Charity Act, The Islamic Society, Sheikh Eid Bin Muhammad Al-Thani Charity Association, The Charitable Qatar Society, Palestine Qatar Committee for Relief in Palestine, The Islamic Charitable Society to Help Al-Aqsa, The Ansar Charitable Society in Sudan, The Islamic Dawah Association Sudan - Munazzmat Al-Dawa Al Islamic, Al Irshad and Ak Islah Society - Guidance and Reform Society, The Movement for Unity and Reform, Relief Committee of Islamic Help for the Palestinian People - Amman/Jordan, The Union of Good Lebanon - Dar Al Fatwa Charitable Organization, The International Islamic Council for Dawah and Relief, The Humanitarian Relief Committee Doctors’ Syndicate, The Reform Society - Yemen, Jamiyyat Al-A’Maal Al-Khayriyyah Human Appeal International, Humanitarian Relief Foundation, Muslim Hands, Muslim Aid, Educational Aid for Palestinians, Sanabil Al Aqsa Charitable Foundation, Innocents, ASP Relief for Palestine Society, Palestine Association, Al-Aqsa Foundation of South Africa/Al Aqsa International Foundation, International Humanitarian Relief Organization - Turkey.
(MFA, 09.07.08)
Iranische Proliferation: US-Finanzministerium benennt Individuen und Körperschaften
Das US-Finanzministerium hat am Dienstag je vier iranische Individuen und vier Körperschaften wegen ihrer Verbindung zu den Atom- und Raketenprogrammen des Iran benannt.
"Irans Nuklear- und Raketenfirmen verstecken sich hinter einem Aufgebot von Agenten, die für sie Geschäfte abschliessen", sagte Stuart Levey, Unterstaatssekretär für Terrorismus und Finanzinformation. "Solange der Iran weiter solchen betrügerischen Praktiken nachgeht, müssen Unternehmen und Banken ausserordentliche Wachsamkeit an den Tag legen, um die Teilnahme an rechtswidrigen Transaktionen zu vermeiden."
Bei den nun benannten Individuen handelt es sich um Dawood Agha-Jani, Moshen Hojati, Mehrdada Akhlaghi Ketbachi und Naser Maleki. Die neu indizierten Körperschaften sind Shahid Sattari Industries, Seventh of Tir (a/k/a 7th of Tir) Ammunition and Metallurgy Industries Group (AMIG) und Parchin Chemicals Industries.
Diese Aktion wurde gemäss der Executive Order 13382 ergriffen, die darauf abzielt, Vermögenswerte von Proliferatoren von Massenvernichtungswaffen und ihrer Unterstützer einzufrieren und sie vom US-Finanzwesen und Handel zu isolieren. Benennungen gemäss der E.O. 13382 werden vom Büro für die Kontrolle ausländischer Vermögenswerte (OFAC) des Finanzministeriums und dem Aussenministerium implementiert; sie verbieten grundsätzlich Transaktionen zwischen den Benannten und US-Personen und frieren die Vermögenswerte ein, die die Benannten unter der US-Jurisdiktion besitzen.
Der Annex der E.O 13382, der im Juni 2005 von Präsident George W. Bush erlassen worden ist, benannte die Atomic Energy Organization of Iran (AEOI), Irans Aerospace Industries Organization (AIO), die Shahid Bakeri Industrial Group (SBIG) und die Shahid Hemmat Industrial Group (SHIG) als der Proliferation verdächtige Körperschaften.
Der vollständige Bericht in englischer Sprache: http://www.treas.gov/press/releases/hp1071.htm
(US-Finanzministerium, 08.07.08)
Livni zur Lage an der Nordgrenze
Israels Aussenministerin Tzipi Livni hat am Dienstag gemeinsam mit ihrem italienischen Amtskollegen Franco Frattini den Norden Israels besucht und den Gast an einem Beobachtungspunkt über die Lage jenseits der Grenze zum Libanon unterrichtet.
"Ich habe Aussenminister Frattini hierher gebracht, damit er die Situation im Südlibanon beobachten kann. Italien spielt eine wichtige Rolle als Führungskraft innerhalb der multinationalen Truppe.
Ich habe deutlich gemacht, dass die Bewaffnung der Hisbollah über die syrisch-libanesische Grenze aufhören muss. Die Hisbollah muss entwaffnet werden. Wir haben jetzt die Gelegenheit zur Entwaffnung der Hisbollah, und wir dürfen sie nicht verstreichen lassen. Wenn wir es jetzt nicht tun, wird es später sehr viel schwieriger sein. UNIFIL ist im Südlibanon stationiert, die Situation dort hat sich gewandelt, aber es ist die Pflicht der internationalen Gemeinschaft, auf der vollen Umsetzung der UN-Sicherheitsresolution 1701 zu insistieren.
Die Situation, die es einer Terrororganisation gestattet, Mitglied einer Regierung zu sein, die als legitim wahrgenommen wird, ist inakzeptabel. Während sie beansprucht, Mitglied der Regierungskoalition zu sein, müsste die Hisbollah den libanesischen Bewohnern dieser Dörfer erklären, warum sie den Preis zahlen mussten, den sie gezahlt haben, und in den nächsten Wochen, wenn hoffentlich der Gefangenenaustausch vollendet wird, müssen sie es ihnen erneut erklären. Die Hisbollah repräsentiert nicht die Interessen des libanesischen Volkes."
Aussenminister Frattini sagte: "Ich hoffe, dass wir nun, da eine neue Regierung im Libanon zusammengetreten ist, in der Lage sein werden, mit ihr zu sprechen. Die Umsetzung der Resolution 1701 ist die einzige Lösung und die beste Möglichkeit, die Situation in der Region zu verändern."
(MFA, 08.07.08)
Israelische Terroropfer verklagen libanesische Banken
Rund 60 israelische Bürger haben in der vergangenen Woche vor dem Bundesbezirksgericht in New York Schadensersatzklage gegen fünf in den USA tätige libanesische Banken eingereicht, die wissentlich Konten zur Finanzierung der Terrororganisation Hisbollah führen. Bei den Klägern handelt es sich um Personen, die während des zweiten Libanonkriegs im Sommer 2006 verletzt wurden oder Angehörige verloren haben.
In der Anklageschrift wird behauptet, dass die Banken durch ihre Finanzdienstleistungen die Kriegshandlungen der Hisbollah, die in den USA als Terrororganisation definiert ist, unterstützt und sich damit strafbar gemacht habe. Beigefügt wurde ein Spendenformular der Schiitenmiliz, das den potentiellen Spendern unter anderem die Anschaffung von Raketen und Ausrüstung der Terroristen als Spendenoptionen präsentiert.
Die israelischen Kläger agieren kraft eines Gesetzes, das dem Bundesbezirksgericht in bestimmten Fällen erlaubt, Anklagen von Nicht-US-Bürgern zu verhandeln, sofern es sich um Verstösse gegen das internationale Recht handelt.
Rechtsanwalt Oren Guterman, der die Klage in Israel zusammengestellt hat, betonte, dass sie Teil der internationalen Bemühungen sei, dem Terror durch Eindämmung seiner Finanzquellen das Handwerk zu legen. Sollten die Banken zu hohen Entschädigungszahlungen verurteilt werden, würde dies ähnliche Aktivitäten in der Zukunft nach sich ziehen.
(Ha'aretz, 08.07.08)
'The Band’s Visit' in Ägypten
Trotz Auseinandersetzungen, Boykotten und Drohungen wird der viel gefeierte israelische Film 'The Band’s Visit' nun in Ägypten gezeigt werden. Er handelt von einer Polizeikapelle aus Alexandria, die sich in eine entlegene Stadt in Südisrael verirrt und dort mit den Einwohnern in Kontakt kommt.
Der Film war zuvor vom Internationalen Kairoer Filmfestival abgelehnt worden, später drohte die ägyptische Schauspieler-Gilde damit, das Abu Dhabi Filmfestival zu boykottieren, welches den Film angenommen hatte. Dies hatte zur Folge, dass er in der letzten Minute aus dem Programm gestrichen wurde.
Die israelische Botschaft in Kairo hat den Regisseur Eran Kolirin zur Ausstrahlung des Films eingeladen. Dem war eine erschöpfende Hatz zwischen Kinos und Kulturzentren in Kairo vorangegangen, die sich weigerten, den "zionistischen Film" zu zeigen. Grund hierfür war die Sorge, vom intellektuellen Milieu der "kulturellen Normalisierung" und "künstlerischen Kollaboration" verdächtigt zu werden.
Letzten Endes wird der Film nun am Donnerstag im Auditorium des Luxushotels Four Seasons gezeigt werden, dass niemand geringerem als dem saudischen Milliardär Prinz Al-Walid bin Talal gehört.
Der ägyptische Kulturminister Faruk Hosni bemerkte gegenüber Yedioth Ahronoth: "Ich habe den Film gesehen, und er ist ausgezeichnet." Trotz seiner Komplimente ist der international umstrittene Politiker weiterhin dagegen, 'The Band’s Visit' oder irgendeinen anderen israelischen Film in Ägypten zu zeigen. Es sei "nicht ratsam, Anti-Friedensaktivisten wegen einer israelischen Veranstaltung unsere Filmtheater niederbrennen zu lassen".
Die israelische Botschaft hat mehr als 200 Einladungen an Geschäftsleute, Hochschullehrer und Intellektuelle versandt. Es bleibt freilich abzuwarten, wie viele der Geladenen den Mut zum Besuch der Veranstaltung aufbringen werden. Ihnen droht, auf die 'schwarzen Listen' der lokalen Medien zu geraten.
(Yedioth Ahronoth, 07.08.08)
Hebräische Universität wählt neue Rektorin
Die Arabistin Sarah Stroumsa wird neue Rektorin der Hebräischen Universität Jerusalem. Erstmals in der Geschichte der Universität ist damit eine Frau in dieses Amt gewählt worden.
Stroumsa, die am 1. Oktober die Nachfolge von Chaim D. Rabinowitch antreten wird, studierte in Jerusalem und Paris und promovierte 1984 an der Hebräischen Universität, wo sie heute Professorin in den Abteilungen für Arabische Sprache und Literatur und Jüdische Philosophie und Geistesgeschichte ist. Ihr Forschungsschwerpunkt sind Philosophie und religiöses Denken der islamischen Welt im Mittelalter, v. a. der intellektuelle Austausch zwischen jüdischen und muslimischen Denkern.
Zwischen 2003 und 2006 amtierte sie als stellvertretende Rektorin. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Nach ihrer Wahl sagte sie heute: "In meiner Rolle als Rektorin werde ich danach streben, die Stellung der Hebräischen Universität als führende akademische Einrichtung in Israel aufrecht zu erhalten und ihre Stellung in der Welt zu stärken, wo sie zu den führenden Universitäten gezählt werden sollte. Angesichts wachsenden wirtschaftlichen Drucks müssen wir das akademische Ansehen der Hebräischen Universität als Elite-Universität stärken. Dies ist unsere Verpflichtung und unsere Verantwortung gegenüber der Gesellschaft."
(Hebräische Universität Jerusalem, 07.07.08)
Zur Lage im Süden
Israel hat am Sonntag die Grenzübergänge zum Gaza-Streifen wieder geöffnet. Sie waren am Donnerstag wegen erneuten Raketen- und Mörsergranaten-beschusses vorübergehend geschlossen worden. Trotz wiederholter Verletzungen von palästinensischer Seite bleibt die am 19. Juni eingeläutete Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas weiter in Kraft.
Die Stadt Sderot wird in Kürze einen Spielplatz fertig stellen, der über einen Tunnel verfügt, welcher im Fall eines Raketenangriffs die schnelle Flucht der Kinder ermöglichen soll. Nach einem aktuellen Bericht des Zentralamts für Statistik gibt es in der Stadt im westlichen Negev 3578 Schulkinder. Zwischen 70 und 94 Prozent von ihnen zeigen Anzeichen von posttraumatischer Belastungsstörung (PTSD).
Seit der Abkoppelung Israels vom Gaza-Streifen im August 2005 sind von dort mehr als 4000 Raketen und Mörsergranaten auf israelisches Territorium abgeschossen worden.
(MFA, 01./06.07.08)
Heute Mittag haben palästinensische Terroristen aus dem Gaza-Streifen abermals eine Mörsergranate auf den Übergang Karni abgefeuert. Es gab weder Verletzte noch Sachschaden. Die Waffenruhe ist damit erneut gebrochen worden.
(Yedioth Ahronoth, 07.07.08)
|
Mor warnt vor iranischem Atomprogramm
Israels Gesandter in Berlin, Ilan Mor, hat in seinem heute erschienenen Interview mit der Main-Post auch zur iranischen Bedrohung Stellung genommen:
"Kann die westliche Welt es sich leisten, den Mullahs zu glauben, diesem unberechenbaren, undemokratischen, despotischen Regime, das regelmässig Menschenrechte verletzt und Israel vernichten möchte? Sie versuchen alles wie auf einem orientalischen Basar um die Welt zu täuschen. Es gibt ein Flechtwerk von Indizien dafür, dass sie unter dem Deckmantel eines angeblich friedlichen Atomprogramms genug spaltbares Material produzieren wollen, um eine Bombe entwickeln zu können."
"An Spekulationen über Militärschläge möchte ich mich nicht beteiligen. Was ich allerdings deutlich sagen möchte: Die Weltgemeinschaft muss sich gemeinsam und entschlossen mit politischen und wirtschaftlichen Sanktionen gegen den Iran stellen."
"Ich betone noch einmal. Nur wirtschaftliche und politische Sanktionen sind die Antwort auf das iranische Nuklearprogramm. Das Problem ist, dass die Entschlossenheit innerhalb der westlichen Welt nicht 100-prozentig ist."
Das vollständige Interview findet sich unter dem folgenden Link: http://www.israel.de/pdf/Mor.pdf
(Botschaft des Staates Israel, 11.07.08)
Qassam-Raketen im westlichen Negev
Am Donnerstagnachmittag haben palästinensische Terroristen aus dem nördlichen Gaza-Streifen wieder zwei Qassam-Raketen auf den westlichen Negev abgefeuert. Sie landeten nahe einem Kibbutz im Kreis Sha’ar Hanegev. Verletzt wurde dabei niemand, und es entstand auch kein Sachschaden.
Die Waffenruhe ist damit von palästinensischer Seite einmal mehr verletzt worden. Die Verantwortung für den Beschuss übernahmen die Al-Aqsa Märtyrer-Brigaden, der militärische Flügel der Fatah.
(Yedioth Ahronoth, 10.07.08)
Arbeitsrechtliche Erleichterungen für Behinderte
Eine sozialpolitische Reform soll Behinderten in Israel die Integration in den Arbeitsmarkt erleichtern. So hat der Arbeits- und Sozialausschuss der Knesset gestern beschlossen, dass Behinderte bis zu 80% des Durchschnittslohns (6000 Shekel) verdienen dürfen, ohne dass ihnen ihre Rente gestrichen wird. Der Entscheidung waren lange Verhandlungen zwischen der staatlichen Sozialversicherung, den Sozial- und Arbeitsministerien und Behindertenverbänden vorangegangen.
"Dies ist eine gesellschaftliche Umwälzung, die die Aussicht von Personen mit Behinderungen auf die Integration in den Arbeitsmarkt erheblich verbessert", sagte Sozialminister Yitzhak Herzog, der die Reform initiiert hatte. In ähnlicher Weise verspricht sich auch Esther Sandberg, die Generaldirektorin der Sozialversicherung, eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage und gesellschaftlichen Integration von Behinderten.
(Ha'aretz, 10.07.08)
Steiles Wachstum multinationaler Unternehmen
Israels 25 multinationale Spitzenunternehmen wachsen sehr viel schneller als die weltweit führenden und diejenigen der Entwicklungsländer. Einer Studie von Dr. Niron Hashai von der Jerusalem School of Business an der Hebräischen Universität Jerusalem zufolge verzeichnen die israelischen Firmen seit 2004 ein Wachstum von 40% - sowohl in den Auslandsumsätzen, die auf 21 Milliarden Dollar angestiegen sind, als auch bei der ausländischen Mitarbeiterzahl, die sich inzwischen auf 63 000 Personen beläuft.
305 Tochtergesellschaften der 15 grössten Unternehmen befinden sich in Europa (51%), Nordamerika (25%&) und zunehmend auch in Asien.
Die Studie, die auch von Dr. Zeev Hirsch von der Universität Tel Aviv geleitet wurde, stellt fest, dass die internationale Expansion israelischer Firmen trotz des Wachstums der Auslandsumsätze und der Arbeitsplätze das Wachstum in Israel und den heimischen Arbeitsmarkt nicht beeinträchtigt.
Die heimische Mitarbeiterzahl der 15 Spitzenunternehmen ist zwischen 2004 und 2006 um etwa 16% gestiegen, die Inlandsverkäufe um etwa 33%. Die Rangliste wird angeführt von Amdocs, Teva, Ormat und Israel Chemicals, weiterhin gehören zu dem Spitzenkreis Strauss Elite, Ness Technologies, Elbit und Delta Galil.
(Hebräische Universität Jerusalem, 09.07.08)
Kibbutz-Bevölkerung wächst wieder
Die Bevölkerung der Kibbutzim ist im Verlauf der letzten fünf Jahre um 5000 Mitglieder auf etwa 120 000 angewachsen. Seit den 80er Jahren hat die Kibbutz-Bewegung keinen derartigen Anstieg mehr erlebt; allein zwischen 1995 und 2003 verlor sie etwa 15 000 Mitglieder.
Avi Leshem, der Sprecher der Bewegung, teilt mit, dass viele der neuen Bewohner junge Familien seien, die die einzigartigen Vorteile des Kibbutz-Lebens geniessen, gleichzeitig aber weiterhin ausserhalb arbeiten und eigene Autos besitzen wollen. In vielen privatisierten Kibbutzim ist dies inzwischen möglich.
"Es gibt viele Dinge, die einzigartig sind im Kibbutz", so Leshem. "Er hat sein eigenes Erziehungswesen, was wichtig ist für junge Familien. Ein anderer Vorteil ist die ländliche Atmosphäre, eine Umgebung mit viel Grün, ohne Lärm und Autos. Die Leute wollen es langsamer angehen."
Drei Fünftel der neuen Bewohner sind im Kibbutz aufgewachsen und dann in jungen Jahren weggezogen, um nun mit ihren Familien zurückzukehren. Demographie-Koordinator Amikam Osem erklärt dies mit dem neuen Glauben an die Lebensfähigkeit der Kibbutz-Gemeinschaften. "Die Kinder haben gesehen, dass die Kibbutzim die wirtschaftliche Krise überwunden haben. Heute bedeutet der Eintritt in einen Kibbutz kein wirtschaftliches Risiko mehr. Es gibt haben ein Verlangen bei Menschen über 30 mit Familie, sich mit Gemeinschaften zu verbinden. Sie sehen eine, aus der sie stammen, und sie kehren zurück."
Osem fügt gleichwohl hinzu, dass der Anstieg der Bevölkerung der Kibbutzim nicht automatisch einen Anstieg der Privatisierung bedeutet. Etwa 60 Kibbutzim folgen noch dem traditionellen sozialistischen Modell.
Die Bewegung sieht sich freilich nach wie vor insofern einer Herausforderung gegenüber, als der Grossteil des Zuwachses an der Küste und im Zentrum des Landes zu verzeichnen ist, während die Kibbutzim im Negev und in Galiläa weiter stagnieren.
(Jerusalem Post, 09.07.08)
Eine neuere Dokumentation zur Kibbutz-Bewegung findet sich unter dem folgenden Link: http://berlin.mfa.gov.il/mfm/Data/142734.pdf
Bahai-Stätten in Haifa und Akko werden Weltkulturerbe
Die UNESCO hat beschlossen, die heiligen Stätten der Bahai-Religion in Haifa und Akko zum Weltkulturerbe zu erklären. In Nordisrael erhofft man sich von der am Dienstag im kanadischen Quebec gefällten Entscheidung einen Anstieg von Besucherzahlen. Allein im vergangenen Jahr haben 600 000 Menschen die Bahai-Gärten in Haifa besucht, 43% der Touristen gaben an, dass sie vor allem deswegen in die Stadt gekommen seien.
Laut Albert Lincoln, dem Generalsekretär der internationalen Bahai-Gemeinde, wurden in Planung und Bau der Gärten in Haifa 250 Millionen Dollar investiert. Die jährlichen Instandhaltungskosten belaufen sich auf jährlich 4 Millionen Dollar. Das Geld kommt ausschliesslich von Mitgliedern der Bahai-Religion, die sich weigert, Geld von Aussenstehenden anzunehmen. Letzteres ist auch der Grund dafür, dass der Eintritt zu den Gärten frei ist.
Die Bahai-Religion wurde 1862 im Iran gegründet, wo sie brutal verfolgt wird. Ihre Anhänger unterstützen die Vereinigung der Religionen und den Weltfrieden, treten für gleiche Rechte von Mann und Frau, die Verbreitung von Wissen und Erziehung auf der Welt sowie die Schaffung einer auf Gerechtigkeit und Gleichheit basierenden Weltgemeinschaft ein. Die Bahais haben keine Priester oder festen Rituale. Ihre heiligste Stätte ist das Grab des Religionsstifters Baha’u’llah in der israelischen Küstenstadt Akko.
Israel kann bereits auf eine stolze Anzahl von Weltkulturerbe-Stätte verweisen: die Altstadt von Jerusalem, die weisse Stadt von Tel Aviv, Massada, die Altstadt von Akko, die Gewürzroute im Negev und die biblischen Stätten in Megiddo, Hazor und Be’er Sheva.
(Yedioth Ahronoth, 09.07.08)
Ein Gedi: Der Bach fliesst wieder
Der Bach in Ein Gedi am Toten Meer hat nach 50 Jahren wieder zu fliessen begonnen. Er war in den 50er Jahren ausgetrocknet, nachdem der nahe gelegene Kibbutz das Quellwasser für seine Landwirtschaft abgeschöpft hatte. Bis vor kurzem bezog dieser sein Wasser direkt aus der Quelle, die ehedem den Bach versorgt hatte. Auch das gleichnamige Trinkwasserunternehmen hat sich an der Quelle schadlos gehalten.
Im Mai 2007 haben der Kibbutz Ein Gedi und die israelische Natur- und Parkbehörde (INPA) ein Abkommen unterzeichnet, demnach die Kibbutzniks nun verpflichtet sind, erst Wasser in den Bach fliessen zu lassen, bevor sie es abpumpen. Ausserdem wird der Wasserverbrauch begrenzt.
"Es ging uns nicht um die grundsätzliche Frage, ob der Kibbutz dieses Wasser braucht", sagte damals Omri Gal, ein Sprecher der INPA. "Es war für uns selbstverständlich, dass der Kibbutz das Wasser braucht. Unser Ziel war es, den Schaden für das Wasser zu begrenzen. Die vorherige Situation war inakzeptabel, und der Bach war eine Tragödie."
Einige Monate, nachdem der Kibbutz seine Pumpanlage abgebaut hat, fliesst das Wasser im Bach nun wieder in einem Tempo von 10 Metern pro Sekunde. Am Ende des Prozesses sollen 25 Meter pro Sekunde erreicht werden.
"Dies ist eine wundervolle Sache für die Umwelt", findet Gal. "Ein Gedi ist ein wichtiges Naturreservoir. Es gibt Ranger, die dort seit 30 Jahren arbeiten, und für sie ist dies ein Festtag."
Im Kibbutz reagiert man gelassen. Man ist erfreut, dass das Wasser wieder fliesst, misst jedoch dem Abkommen als einer Formalität keine grosse Bedeutung bei. So bemerkt Kibbutzsprecherin Meirav Ayalon: "Wenn das die Öffentlichkeit beruhigt, soll es uns recht sein. Je grüner etwas ist, desto besser ist es für uns. Dieses Gebiet ist unser Zuhause."
(Jerusalem Post, 08.07.08)
Iran veranstaltet Grossmanöver
Die iranischen Revolutionswächter haben heute ein gross angelegtes Manöver im Persischen Golf begonnnen, um sich gegen einen potentiellen Krieg vorzubereiten. Dies berichten iranische Medien. "Wenn der Iran attackiert wird, werden wir den Feind mit unserer Feuerkraft überwältigen", verkündete ein Vertreter der Revolutionswächter.
Das Manöver beinhaltete sowohl Marine und Luftwaffe als auch die ballistischen Raketeneinheiten des Iran. Offiziell wurde die "Verbesserung der Bereitschaft und Schlagkraft" als Zweck der Übung angeben.
Bereits im Juni hatte der Kommandant der Revolutionswächter gedroht, dass der Iran im Fall eines Angriffs sofort die Strasse von Hormus schliessen würde. In Reaktion darauf erklärte US-Admiral Michael Mullen, er werde die Schliessung der Meerenge, durch die der Grossteil des in der Region produzierten Öls verschifft wird, nicht zulassen.
Der Kommandant der Raketeneinheit der Revolutionswächter, Mahmoud Caharbagi, sagte, dass die Garde über neue Waffentypen verfüge, unter anderem die Raketen Fajer 3, Fajer 5 und Zilzal, die eine Reichweite von bis zu 150 Kilometern besitzen.
(Jerusalem Post, 08.07.08)
Zum Anstieg der US-Exporte in den Iran
Gonzalo R. Gallagos, Direktor des Büros für Pressebeziehungen im US-Aussenministerium, hat am Dienstag zu den Meldungen zum Anstieg der US-Exporte in den Iran Stellung genommen:
"Ja, es gibt Berichte, dass die US-Exporte in den Iran während der letzten acht Jahre angestiegen sind. Ja, uns ist der Bericht bekannt. Wie Sie wissen, gibt es bei unseren Sanktionen in den Iran Ausnahmen für bestimmte Waren, vor allem landwirtschaftliche und medizinische Exporte.
Handelssanktionen, Reform und Erweiterung, entschuldigen Sie mich, die Verordnung zur Handelssanktionsreform und Exporterweiterung (Trade Sanctions Reform and Export Enhancement Act), die der Kongress im Jahr 2000 verabschiedet hat, zielt vor allem darauf ab zu zeigen, dass unsere Politik das schlechte Verhalten von Regimes ins Visier nimmt, nicht unschuldige Bevölkerungen. Die Ausweitung einiger Exporte in den Iran während der letzten acht Jahre ist eine natürliche Widerspiegelung der Absicht des Kongresses, wie sie in der Verordnung bestimmt ist: den Zugang zur amerikanischen Landwirtschaft und medizinischen Exporten zu erweitern. Es ist nur natürlich, dass die Exporte in den Jahren seit 2000 gestiegen sind. Es ist wichtig zu betonen, dass Exporte in den Iran nach dieser Verordnung auf einer Fall-zu-Fall-Grundlage gemäss einem rigorosen ressortübergreifenden Prüfungsverfahren gestattet werden."
Die vollständige Pressekonferenz in englischer Sprache: http://www.state.gov/r/pa/prs/dpb/2008/july/106750.htm
(US-Aussenministerium, 08.07.08)
Daily Telegraph: Iran baut wieder an der Atombombe
Dem Daily Telegraph zufolge hat der Iran seine Arbeit an der Atombombe wieder aufgenommen. Die britische Tageszeitung berichtet unter Berufung auf von westlichen Diplomaten übermittelte Geheimdienstquellen, dass die Islamische Republik dazu eine Anzahl ziviler Firmen ins Leben gerufen habe, deren Aktivitäten vor den Überwachungsteams der Vereinten Nationen verheimlicht worden seien.
"Die Firmen, die am Stadtrand Teherans liegen, arbeiten an der Konstruktion von Komponenten für die fortgeschrittene P2-Gaszentrifuge, die zwei- bis dreimal so schnell waffenfähiges Uranium produzieren kann wie die konventionellen P1-Zentrifugen", so der Daily Telegraph. Nach Auskunft von Nuklearexperten werden solche Zentrifugen hauptsächlich für die Herstellung von Atomwaffen verwendet. Hinter den Firmen stehen die iranischen Revolutionswächter, die für das Atomprogramm des Landes verantwortlich sind.
Dem Bericht nach zielen die Bemühungen darauf ab, den Bauplan von Abdul Kader Chan, dem Vater der pakistanischen Atombombe, in die Tat umzusetzen. Chan hatte dem Iran in den frühen 90er Jahren Details für den Bau von Atombomben verkauft.
(Ha'aretz, 07.07.08)
Der Artikel des Daily Telegraph findet sich: hier (extern)
Neue deutsch-israelische Kreispartnerschaft
Die nordrhein-westfälische Gemeinde Nümbrecht hat ihre Partnerschaft mit dem Landkreis Mateh Yehuda offiziell besiegelt. Die feierliche Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde fand während einer Delegationsreise des Nümbrechter Bürgermeisters Bernd Hombach im Mai dieses Jahres in Israel statt.
Dank der Arbeit des Freundeskreises Mateh Yehuda e.V. pflegen die deutsche Gemeinde und der israelische Landkreis bereits seit dem Jahr 2000 eine enge Freundschaft. Regelmässige Besuche und Jugendaustauschprogramme in beide Richtungen erfüllen die Partnerschaft seither mit Leben.
Die Gemeinde Nümbrecht liegt 40 km östlich von Köln und hat 17 400 Einwohner. Der Landkreis Mateh Yehuda - der grösste Landkreis des Staates Israel - befindet sich zwischen Tel Aviv und Jerusalem und zählt ca. 34 000 Einwohner.
Mateh Yehuda ist bereits Partnergemeinde des Landkreises Würzburg.
(Botschaft des Staates Israel, 07.07.08)
Hamasnahe Wohlfahrtsorganisationen werden verboten
Israels Verteidigungsminister Ehud Barak hat vor kurzem eine Anordnung unterzeichnet, die 36 Stiftungen weltweit, die der Organisation "Union of Good" angehören, zu in Israel verbotenen Vereinigungen erklärt. Sie sind Teil des finanziellen Netzwerks der Hamas.
Zu einem früheren Zeitpunkt sind bereits Erklärungen gegen überseeische Wohlfahrtsorganisationen von "Union of Good" und Hamas herausgegeben worden, u. a. gegen Interpal in Grossbritannien, Zweigstellen der Al-Aqsa-Stiftung in Europa, die Holy Land-Stiftung in den USA, die Weltvereinigung Muslimischer Jugendlicher (WAMY) in Saudi-Arabien und andere Stiftungen in der Türkei, Katar, Südafrika, Österreich, Jordanien, Frankreich, den Niederlanden, Italien, Dänemark, Schweden und anderswo.
Durch die Dutzenden von Stiftungen weltweit gelingt es der Hamas, jährlich zig Millionen von Dollar an ihre Unterorganisationen vor Ort zu transferieren. Die "Union of Good" ist faktisch die Dachorganisation von Hamas-Stiftungen auf der ganzen Welt, v. a. in Europa und den Golfstaaten. Aufgrund ihrer massiven Unterstützung der Hamas wurde sie 2002 für illegal erklärt.
Kürzlich hat sich herausgestellt, dass die der Union nahe stehenden Stiftungen nicht nur für die Wohlfahrtsvereinigung der Hamas in Judäa, Samaria und dem Gaza-Streifen Gelder einwerben, sondern auch für die Aktivitäten der Hamas-Regierung. Vorsitzender der Union ist der berüchtigte Sheikh Yusuf al-Qaradawi.
Sowohl in Israel als auch im Ausland sind bereits zahlreiche Schritte gegen das globale Finanznetzwerk der Hamas eingeleitet worden. Dazu zählen etwa das Verbot der Al-Aqsa-Stiftung in Deutschland und den Niederlanden, die Verurteilung hochrangiger Vertreter der Islamischen Bewegung wegen ihrer Verbindung zu der Union of Good und Hamas-Stiftungen sowie die Verurteilung einer Wohlfahrtseinrichtung der Hamas in A-Ram.
Die neue Erklärung wird angesichts ihrer Reichweite das israelische und globale Bank- und Finanzwesen dazu zwingen, sich entsprechend vorsichtig zu verhalten, um kriminelle Handlungen oder Zivilklagen von Terroropfern zu vermeiden, wie es der Arab Bank in den USA widerfahren ist.
(MFA, 07.07.08)
top |