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Nachrichten vom 7. - 13. Oktober 2007
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Lehrerstreik in Israel

Lehrerstreik in IsraelNachdem die monatelangen Verhandlungen zwischen dem Bildungsministerium und der Vereinigung der Realschul- und Gymnasiallehrer scheiterten, riefen die Lehrer Israels am Mittwoch Morgen einen unbegrenzten Generalstreik für alle Realschulen und Gymnasien aus.
Die Lehrer protestieren damit gegen die fortwährende Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen und die zu niedrige Bezahlung.

Die Bildungsministerin Yuli Tamir, der Vorsitzende der Vereinigung der Realschul- und Gymnasiallehrer Ran Erez und weitere Vertreter der Lehrerschaft beriefen ein Treffen, um den Streik zu verhindern, jedoch scheiterte dies an der Ablehnung des Ministervorschlages von einer Teilerhöhung der Löhne und der Festsetzung eines fünfmonatigen Verhandlungszeitraums.

Nir Katrero, Vorsitzender des Nationalen Schülerrates teilte Yedioth Ahronoth mit, dass die Schüler zwar gegen den Streik seien, jedoch die Forderungen der Lehrer unterstützen und hoffen, dass es bald zu einer beidseitigen Verständigung kommt.

Angesichts des Streiks hat das Bildungsministerium ein Lagezentrum für Eltern, Lehrer und die betroffenen 400.000 Schüler eingerichtet, wo sie aktuelle Informationen über die Situation erhalten können. Das Ministerium hat auch eine Internetseite eingerichtet, auf der alle 600 Realschulen aufgelistet sind, deren Lehrer der Israelischen Lehrervereinigung angehören und die nicht am Streik teilnehmen.

(Yedioth Ahronoth, 10.10.07)


Qassam-Raketen im westlichen Negev

Seit gestern Abend haben palästinensische Terroristen aus dem nördlichen Gaza-Streifen erneut zwei Qassam-Raketen auf israelisches Territorium abgefeuert. Beide Raketen landeten auf freiem Feld, eine davon unweit der israelischen Kleinstadt Sderot. Zu Personen- oder Sachschaden kam es nicht.

(Yedioth Ahronoth, 09.10.07)


Olmert und Peres eröffnen neue Knesset-Periode

Ministerpräsident Ehud OlmertIsraels Ministerpräsident Ehud Olmert und Staatspräsident Shimon Peres haben am gestrigen Montag die Winter-Sitzungsperiode der Knesset eröffnet. Die beiden Politiker nutzten den Anlass zur Vorausschau auf die Probleme und Möglichkeiten der kommenden Monate.

Olmert appellierte einleitend an das demokratische Selbstverständnis Israels: "Das demokratische Leben des Staates Israel ist das Geheimnis unseres Erfolgs – als Staat, als Gesellschaft und als Individuen. Die Knesset verkörpert die israelische Demokratie mehr als jede andere Institution. Es ist hier, wo wir die Repräsentanten der verschiedenen Sektoren der Gesellschaft anhören; es ist hier, wo wir unsere Meinungsverschiedenheiten schlichten; und an diesem Ort entstehen die lebenswichtigen Entscheidungen, die unsere Zukunft gestalten. Abba Eban s.A., einer unserer grössten Staatsmänner, hat einmal geschrieben: "Das parlamentarische Prinzip ist ein integraler Bestandteil des israelischen Wesens."

Der Ministerpräsident behandelte in seiner Begrüssungsansprache neben der Wirtschafts- und Finanzpolitik und Reformen des Regierungssystems auch den aktuellen Stand der israelisch-palästinensischen Beziehungen. Dabei bemerkte er hinsichtlich der für nächsten Monat geplanten Nahost-Konferenz in den USA: "Das Treffen im November ist keine Konferenz, die bilaterale, direkte Verhandlungen zwischen uns und den Palästinensern ersetzen wird. Dieses Treffen soll Rückhalt und Ermutigung erzeugen und einen umfassenden Rahmen der Unterstützung für einen direkten Prozess zwischen ihnen und uns schaffen."

Die vollständige Rede Olmerts in englischer Sprache findet sich: hier


Staatspräsident Shimon PeresStaatspräsident Shimon Peres konzentrierte sich in seiner Rede vorwiegend auf die beiden seiner Meinung nach primären Probleme, denen sich Israel gegenübersieht: die Wahrscheinlichkeit, dass der Iran bald eine Atommacht werde, und die Erwärmung des Erdballs. Der globale Terror und die globale Erwärmung seien mehr als strategische Risiken. Sie stellen, so Peres, eine historische Bedrohung dar und eine Bedrohung für die Sicherheit aller Länder und aller Bewohner der Erde.

Abschliessend betonte er: "Das globale Zeitalter und die regionale Wirklichkeit sind voll von Gefahren, jedoch nicht ohne Möglichkeiten. Israel kann mit einer moralischen, kulturellen, staats- und sicherheitspolitischen, wirtschaftlichen und sozialen Anstrengung ein Lichtstrahl in dunklen Tagen sein und die Verschleierung des Horizonts der Hoffnung verhindern. Es ist schwer für Israel, durch Quantität herauszuragen, doch ist es möglich, sich in Qualität zu bewähren und Sicherheit für alle und Frieden mit jedem zu erstreben."

Die vollständige Rede Peres in englischer Sprache findet sich: hier

(MFA, 08.10.07)


Livni traf Aussenminister von Bahrain

Israels Aussenministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Tzipi LivniIsraels Aussenministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Tzipi Livni hat vor kurzem im Rahmen der UN-Vollversammlung in New York ihren Amtskollegen aus Bahrain, Haled Ben Ahmed Al-Hailfa, getroffen. Die Medien wurden von dem geheimen Treffen nicht in Kenntnis gesetzt. Ausserdem kam es zu einem Geheimtreffen mit dem indonesischen Aussenminister Nur Hassan Wirajuda.

Das Königreich Bahrain, der kleinste der Golfstaaten, unterhält seit den 90er Jahren politische Kontakte mit dem Staat Israel, diese jedoch weniger publik gemacht als seine Nachbarn Oman und Katar. Der frühere israelische Minister Yossi Sarid besuchte das Land vor etwa 12 Jahren als Leiter der israelischen Delegation zu multilateralen Gesprächen über den Umweltschutz. Livni selbst traf sich bereits im Vorjahr bei der UN-Vollversammlung mit der UN-Botschafterin von Bahrain.

Alles in allem traf sich die Ministerin in New York mit acht Aussenministern und einem Staatsoberhaupt von muslimischen Staaten: Ägypten, Jordanien, Mauretanien, Oman, Tunesien, Marokko, Indonesien, Bahrain und Katar.

(Ha’aretz, 08.10.07)


Katyusha-Rakete auf Netivot

Katyusha-RaketeAm Sonntagmorgen haben palästinensische Terroristen aus dem Gaza-Streifen eine Grad-Rakete auf die südisraelische Stadt Netivot abgefeuert, die gut 15 Kilometer von der Grenze entfernt liegt. Sie landete etwas ausserhalb der Stadt. Bei der schweren Artillerie-Rakete mit einem Durchmesser von 122 mm, die offensichtlich in der Sowjetunion hergestellt und aus Ägypten eingeschmuggelt wurde, handelt es sich um eine verbesserte Version der bekannten Katyusha-Rakete, die von der Hisbollah zur Bombardierung Nordisraels von libanesischem Territorium aus verwendet wird.

Der Einsatz dieser Waffe bedeutet aufgrund ihrer erhöhten Reichweite und Zerstörungskraft eine massive Eskalation des palästinensischen Terrorfeldzuges gegen israelische Zivilisten. Die Verantwortung übernahm das sog. Volkswiderstandskomitee. Die Letztverantwortung trägt freilich die den Gaza-Streifen beherrschende Hamas, die derartige Angriffe gestattet und gutheisst.

Zusätzlich zu dem Angriff auf Netivot landeten am Vormittag acht Mörsergranaten im Kibbutz Kerem Shalom. Eine davon schlug direkt in einem Haus ein und verursachte erheblichen Sachschaden. Des Weiteren wurden drei Qassam-Raketen aus dem nördlichen Gaza-Streifen auf den westlichen Negev abgefeuert. Sie landeten im Kreis Sadot Negev.

(MFA, 07.10.07)

Neues System zur Luftraumsicherung eingeführt

Verkehrsminister Shaul Mofaz hat dem Sicherheitskabinett ein neues System vorgestellt, durch das Terrorangriffe auf israelisches Territorium aus der Luft zukünftig verhindert werden können.

Das von dem israelischen Sicherheitselektronik-Unternehmen Elbit entwickelte System arbeitet mit einer Kennkarte, mittels derer der Pilot eines Flugzeuges, das den israelischen Luftraum betreten will, einen geheimen Code an eine spezielle Überprüfungseinrichtung am Boden übermitteln muss.

Desweiteren hat das Kabinett 400 Millionen Shekel zur Entwicklung eines fortgeschrittenen Raketenabwehrsystems für Zivilflugzeuge freigegeben. Das vorgesehene System soll mit Laser arbeiten und – wohl erstmals in zwei Jahren - an israelischen Passagierflugzeugen, die in Gefahrengebiete fliegen, installiert werden.

(Ha’aretz, 11.10.07)


IDF tötet Al-Aksa Terrorist bei Razzia in Nablus

ZAHAL (IDF) - LogoEine Undercover-Einheit der israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) hat am frühen Mittwochmorgen einen Terroristen der Al-Aksa-Märtyrer Brigaden während einer Operation in der Stadt Nablus getötet. Ein weiteres führendes Mitglied der Terrororganisation wurde verletzt.

Wie Zeugen berichteten, haben die Soldaten die Altstadt von Nablus verkleidet in Uniformen der palästinensischen Sicherheitsapparate betreten. Nachdem die israelische Einheit eine Gruppe von bewaffneten Palästinensern sichtete, eröffneten sie das Feuer und verletzten deren Anführer, Sudian Kandeel. Während der versuchten Evakuierung von Kandeel, tötete die israelische Einheit Amar Ein Abousi, ebenfalls Mitglied der Al-Aksa-Märtyrer Brigaden.

Der israelische Armeesprecher gab keinen Kommentar zur Operation ab.

Die israelische Armee nahm bei weiteren Razzien im Westjordanland vergangene Nacht 19 gesuchte Palästinenser fest.

(Jerusalem Post, 10.10.07)


Christlicher Aktivist in Gaza ermordet

Rami Khader AyyadAm vergangenen Sonntag wurde in Gaza die Leiche von Rami Khader Ayyad, einem prominenten palästinensisch-christlichen Aktivisten, gefunden. Der Dreissigjährige war einen Tag zuvor nahe seinem Haus von mutmasslichen muslimischen Fundamentalisten entführt worden. Ärztlichen Angaben nach wurde Ayyad erschossen und mehrmals mit Messern gestochen. Ayyad war der Direktor der Protestant Holy Bible Society in Gaza-Stadt, auf die bereits vor einem halben Jahr ein Bombenanschlag verübt worden war. Er war Vater von zwei Kindern, und seine Frau ist schwanger mit einem dritten.

Bisher hat niemand offiziell die Verantwortung für die Ermordung Ayyads übernommen, in Gaza vermutet man jedoch, dass eine islamistische Extremistengruppe dahinter steht. In der Vergangenheit hatte man ihn schon wiederholt bedroht und am Verkauf von christlichen Büchern in seinem Laden zu hindern gesucht.

Im Gaza-Streifen, der sei Juni unter der Herrschaft der Hamas steht, leben etwa 3000 Christen unter 1.5 Millionen Muslimen. Bald nach der Machtergreifung der Terrororganisation riefen die Christen die internationale Gemeinschaft nach Schutz vor islamistischen Übergriffen an, nachdem eine christliche Kirche und Schule von bewaffneten und maskierten Männern in Brand gesetzt und geplündert worden war.

(MFA, 09.10.07)


Podiumsdiskussion "Iran und die Zukunft des Nahen Ostens"

Am Donnerstag, den 11.10. findet im Jüdischen Gemeindezentrum München eine Podiumsdiskussion über die atomare Aufrüstung des Iran und deren Folgen für den Nahen Osten statt. Teilnehmen werden die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knoblauch, die Bundestagsabgeordneten Peter Gauweiler und Rainer Stinner sowie Michael Wolfsohn, Professor für Neuere Geschichte an der Universität der Bundeswehr München.

Die Veranstaltung wurde von der Friedensinitiative Am Echad und der israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern organisiert. Beginn ist um 19.30 Uhr. Um vorherige Anmeldung wird gebeten unter info@amechad.de oder Fax 0861-14121.

Weitere Informationen unter dem folgenden Link: http://www.amechad.de/


Telekom-Chef Obermann setzt auf Kooperation mit israelischen Firmen

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom AG, René Obermann, hat sich am Sonntag in Jerusalem mit führenden Vertretern der israelischen Telekommunikationsbranche und Start-up-Unternehmern getroffen. Die Veranstaltung wurde vom israelischen Exportinstitut organisiert. Hinsichtlich des Zwecks seines Besuches erklärte Obermann gegenüber seinen Gastgebern: "Ich hoffe, die Zusammenarbeit mit der israelischen Industrie auszuweiten."

Seinen Vortrag eröffnete der Chef des grössten europäischen Telekommunikationsunternehmens dabei wie folgt: "Bevor ich nach Israel kam, habe ich nicht gewusst, was ich von dem Besuch erwarten sollte. Der gegenwärtige Besuch ist kurz, doch ist mir bereits klar, dass ich wieder hierher kommen will. Dies ist ein wunderbares Land."

(Ha’aretz, 08.10.07)

Weitere Informationen, auch zur Vereinbarung über den Ausbau der Kooperation, die die Deutsche Telekom und das israelischen Ministerium für Industrie, Arbeit und Handel in Jerusalem im Beisein von Minister Eli Yishai und Vorstandschef René Obermann unterzeichnet haben, finden sich unter dem folgenden Link: http://www.telekom3.de/dtag/cms/content/dt/de/
457972;jsessionid=313DE88BF58FC18549CCB9DB259F3B33


Israeli zum neuen Präsidenten des Weltärztebundes gewählt

Dr. Yoram BlacharDr. Yoram Blachar, der Vorsitzende der Israelischen Ärztekammer, ist am Samstag zum neuen Präsidenten des Weltärztebundes (WMA) gewählt worden. Ausser ihm standen zwei Kandidaten aus Neuseeland und Indien zur Wahl. Der 67jährige Blachar ist Facharzt für Notversorgung und Pädiatrie, sein Spezialgebiet sind Nierenleiden bei Kindern.

Nachdem er von seiner Wahl erfahren hatte, erklärte Blachar, dass er sich darum bemühen werde, arabische und afrikanische Staaten in den Weltärztebund zu holen, die bisher nicht Mitglieder der Organisation sind. "Ich bin stolz, ein Teil des Ärztewesens zu sein, eines Berufsfeldes, dass Grenzen überbrückt", so Blachar.

Der Weltärztebund ist die Dachorganisation von 84 nationalen Ärztekammern und repräsentiert etwa 9 Millionen Ärzte weltweit. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen ethische Fragen.

(Ha’aretz, 08.10.07)


Ahmadinejad fordert Referendum zum Transfer Israels

Irans Staatspräsident Mahmoud AhmadinejadDer iranische Staatspräsident hat anlässlich des weltweit von Muslimen begangenen Al-Quds-Tages dazu aufgerufen, in "Palästina" ein Referendum darüber abzuhalten, "ob Israel nach Kanada, Alaska oder Europa transferiert" werden soll. Daran sollten Muslime, Christen und Juden teilnehmen.

Ahmadinejad variiert damit einen früheren Vorschlag hinsichtlich der Umsiedlung von Israels Juden nach Europa. Warum er nun stattdessen Kanada und Alaska empfiehlt, erklärte er bei seiner Rede in Teheran wie folgt: "Die europäischen Staaten können die Anwesenheit eines zionistischen Regimes nicht ertragen, und deswegen wollen sie dieses weiterhin den Staaten des Nahen Ostens aufdrängen." Dabei schloss der iranische Staatspräsident mit der Bemerkung: "Das zionistische Regime, das brutale Vorgehen der Zionisten und die unbegrenzte Unterstützung, die sie von amerikanischer Seite erfahren, sind eine Beleidigung für die menschliche Würde."

(Yedioth Ahronoth, 07.10.07)

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