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Nachrichten vom 7. - 13. September 2008
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Israel vervollständigt die Liste der freizulassenden Gefangenen im Austausch für Gilad Shalit

Gilad ShalitEine ministerielle Arbeitsgruppe hat eine Liste von 450 palästinensischen Gefangenen erstellt, die Israel bereit ist, im Austausch für Gilad Shalit freizulassen.

Gleichzeitig warnt Israel davor, dass verschiedene Aktionen unternommen würden, sollte die Hamas weiter die Verhandlungen über den entführten Soldaten hinauszögern.

Israelische Offizielle haben diese Nachricht über den ägyptischen Vermittler an die Hamas kommunizieren lassen.

Die Arbeitsgruppe, unter Vorsitz des Stellvertretenden Ministerpräsidenten Haim Ramon hat die Liste am Sonntag an Ministerpräsident Ehud Olmert übermittelt, welcher diese nun mit Aussenministerin Tzipi Livni und Verteidigungsminister Ehud Barak besprechen wird. Sollte diese Liste bestätigt werden, so wird sie durch Ägypten als ein formelles Angebot Israels an die Hamas übermittelt werden.

(Ha'aretz, 09.09.2008)


Russland bereitet Inbetriebnahme des iranischen Atomkraftwerks Busher vor

Russische FlaggeVertreter der staatseigenen russischen Firma Atomstroiexport, die das erste iranische Atomkraftwerk in Busher baut, haben am Montag mitgeteilt, dass dessen Inbetriebnahme unmittelbar bevorstehe. Die Vorbereitungen zum Start des Reaktors seien im letzten Stadium.

Atomstroiexport-Chef Leonid Reznikov erklärte, seine Firma werde bis zum Jahresende Massnahmen ergreifen, die den Anlauf des Atomreaktors von Busher "unumkehrbar" machen würden. Firmensprecherin Irina Yesipova fügte hinzu, das genaue Datum der Inbetriebnahme werde noch in diesem Monat in Gesprächen zwischen iranischen und russischen Nuklearoffiziellen festgelegt.

Iranische Offizielle hatten verkündet, Busher werde im Herbst gestartet. Die Internationale Atomenergieagentur IAEA lehnte eine Stellungnahme ab.

Iran zahlt Russland mehr als 1 Milliarde US-Dollar für den Bau des 1000-Megawatt-Leichtwasserreaktors. Die Fertigstellung wurde durch Meinungsverschiedenheiten zwischen Teheran und Moskau verzögert, bei denen es Berichten zufolge um Fragen der Bezahlung und den Zeitplan für die Lieferung von Kernbrennstoff ging.

Die Vereinigten Staaten und andere westliche Staaten, die befürchten, dass der Iran nach Atomwaffen strebt, haben Russland in der Vergangenheit für den Bau des Reaktors von Busher kritisiert. Washington schwächte seine Position jedoch ab, nachdem der Iran zugestimmt hatte, verbrauchten Kernbrennstoff an Russland zurückzuliefern. So soll sichergestellt werden, dass kein entstehendes Nuklearmaterial zum Bau von Waffen verwendet wird.

Die Vereinigten Staaten und ihre westlichen Verbündeten haben der Entfernung von jeglichen Bezugnahmen auf Busher in Sanktionen des UN-Sicherheitsrates zugestimmt. Russlands Standpunkt ist, dass der Vertrag zur Errichtung des Reaktors im Einklang mit allen internationalen Verträgen zur Verhinderung von atomarer Proliferation sei.

(Yedioth Ahronoth, 09.09.2008)


Iran verstärkt Kontrolle über die Hisbollah

Hisbollah-LogoDas iranische Regime verstärkt seine Kontrolle über die Hisbollah und hat eine Reihe von institutionellen Änderungen innerhalb der libanesischen Terrororganisation in Gang gesetzt. Demnach besitzt Scheich Hassan Nasrallah nicht mehr die exklusive Befehlsgewalt über den militärischen Flügel der Hisbollah, wie führende Offizielle israelischer Sicherheitsorgane jetzt enthüllten. Nach Angaben der israelischen Offiziellen muss Nasrallah nun iranische Erlaubnis für bestimmte Operationen einholen.

Ziel des iranischen Regimes sei es, den Einfluss Syriens auf die Hisbollah abzuschwächen – für den Fall, dass Syrien einen Friedensvertrag mit Israel schliessen sollte. Die Verfestigung der Kontrolle des iranischen Regimes über die Hisbollah wird auch als Vorbereitung für den Fall eines Konflikts im Nahen Osten bewertet. Sollte der Iran von den USA oder Israel angegriffen werden, könnte das iranische Regime nun möglicherweise der Hisbollah unmittelbar befehlen, Vergeltungsschläge durchzuführen.

"Es besteht nun effektive Kontrollgewalt des Iran über die Hisbollah", sagte ein hochrangiger Offizier der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL). "Dies bedeutet nicht, dass Nasrallah eine Marionette ist, aber es heisst, dass er einen iranischen Offiziellen über sich sieht, wenn immer er den Kopf aus seinem Bunker steckt."

Berichte über Unzufriedenheit des iranischen Regimes mit Nasrallah begannen bereits nach dem Krieg von 2006 zu kursieren. Das Regime sei seinerzeit nicht an einem Krieg interessiert gewesen. "Die Überwachung und Steuerung der Hisbollah durch den Iran wurde nach dem Krieg erheblich verstärkt", erklärte der hochrangige Offizier. "Nasrallah kann noch immer Entscheidungen treffen, aber der Einfluss des iranischen Regimes ist dramatisch gestiegen."

Laut einem Bericht in einer syrischen Oppositionszeitung vom Sonntag weilte eine hochrangige Delegation iranischer Revolutionsgarden in der vergangenen Woche in Beirut, um die Integration von Teilen der Hisbollah in die Al-Quds-Einheit der iranischen Revolutionsgarden zu koordinieren. Die iranischen Revolutionsgarden werden seit 2007 von den USA als Terrororganisation eingestuft. Die Al-Quds-Einheit ist zuständig für Irans Terroraktivitäten im Irak, Libanon und andernorts.

(Jerusalem Post, 08.09.08)

Erster Limmud-Kongress für russisch-sprachige Israelis

Limmud-LogoZum ersten Mal ist in Israel ein grosser Limmud-Kongress für Israelis, die in Russland geboren wurden, für den 25.-26. September in Ashkelon geplant. Es wird mit ca. 1200 Teilnehmern gerechnet, die aus dem ganzen Land anreisen werden.

"Wir werden alles diskutieren, von jüdischer Identität über jüdische Kultur und dem jüdischen Erbe bis hin zum Holocaust - wirklich über alles. Es wird wie der grösste Tscholent, den man je gesehen hat - ein jüdisches Kaleidoskop", sagte Chaim Chesler, der Gründer von Limmud FSU (Frühere Sowjetunion), eine der vielen Untergruppen dieser Bildungsorganisation, die über die ganze Welt verstreut ist.

Limmud wurde vor 25 Jahren in England gegründet und ist ein auf Freiwilligkeit der Lektoren basierendes Bildungskonzept. Bereits in 35 Länder ist dieses Konzept importiert worden, wobei die grösste Konferenz jährlich für ca. 2000 Juden mit über 900 Seminaren in fünf Tagen an einer britischen Universität stattfindet. Bei der ersten Konferenz in Israel weden 150 Seminare in 26 Stunden angeboten.

"Wir brauchen Qualität und Pluralismus, daher sind alle mit dabei: Säkulare und Orthodoxe, Junge und Alte, Reformisten und Konservative. Wir wollen die jüdische Identität fördern, so wie wir auch die junge russisch-sprachige Gemeinde fördern wollen."

Die Juden der früheren Sowjetunion bilden die drittgrösste Gruppe innerhalb der jüdischen Weltgemeinschaft, die selbst nach so langer Zeit seit Zusammenbruch des kommunistischen Regimes noch immer um ihre jüdische Identität kämpft.
Das Ziel von Limmud wird von dem Direktor Alex Kreidlin geschildert, einem 26jährigen Filmemacher aus Moskau, der mit neun Jahren nach Israel einwanderte und bis zu seiner Teilnahme an einer Limmud-Konferenz in London kaum Bezug zum Judentum hatte:
"Israel braucht ein Programm wie dieses. In Russland gab es keine jüdische Tradition in den Familien. Bis ich nach Israel kam, wusste ich nicht einmal, dass ich jüdisch war. Wenn man nur nach Israel kommt, um ein finanziell besseres Leben zu führen, so ist dies nicht der richtige Ort dafür. Doch wenn man eine Verbindung mit dem Kern dessen bekommt, warum wir hier sind, dann wirst du hier glücklich werden."

(Ha'aretz, 09.09.2008)


Arabische Übersetzung des Romans "Eine Geschichte von Liebe und Finsternis" von Amos Oz

Amos OzDie Familie eines israelischen Arabers, der bei einem Terroranschlag im Jahre 2004 ermordet wurde, hat durch eine Spende die Übersetzung des Romans "Eine Geschichte von Liebe und Finsternis" von Amos Oz ins Arabische ermöglicht.

George Khoury, ein arabisch-israelischer Student, war auf seiner abendlichen Joggingrunde im Jerusalemer Stadtteil French Hill, als ein Terrorist ihn für einen Juden hielt und erschoss. Die Familie entschied sich daraufhin, die Übersetzung des Romans von Amos Oz zu finanzieren, um ein besseres Verständnis und Miteinander zwischen Juden und Arabern zu fördern.

Das Buch wurde von Jamal Gnaim in Zusammenarbeit mit dem "Institut für die Übersetzung Hebräischer Literatur" übersetzt und vom Verlag Yedioth Books herausgegeben, der auch die russische Übersetzung des Buches verlegt. Die arabische Version soll zunächst im arabischen Sektor in Israel verkauft werden, später auch in Ägypten und anderen arabischen Staaten.

"Wie erwartet, war es schwer, das Buch ins Arabische zu übersetzen", so Gnaim, der 1943 in der zentralisraelischen arabischen Stadt Baka al-Garbiyeh geboren wurde. "Es ist eine schwierige Sprache und die Welt, in der der Autor lebt, ist mir fremd. Aber irgendwie versuchte ich in seinen Kopf zu gelangen und ich hoffe, ich habe eine gute Arbeit geleistet.
Das Thema ist mir nicht fremd. Ich lebe in Israel und ich kann Hebräisch. Ich las das Buch und liebte es. Ich wusste, meine Aufgabe ist nicht einfach, doch ich versuchte nah an der Quelle zu bleiben, die mir heilig ist."
Das Buch basiere auf der Sprache und den Assoziationen von Amos Oz, auf der hebräischen Literatur und dem zionistischen Gedanken und es sei wichtig, dass andere dieses Milieu ebenfalls kennenlernten, so Gnaim.

Zwei weitere Bücher von Amos Oz sind bereits ins Arabische übersetzt: "Mein Michael", das seit 1990 in Ägypten hervorragende Rezensionen erhielt, und "Sumchi", das in Jordanien herausgegeben wurde.

(Ha'aretz, 08.09.08)

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