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Nachrichten vom 8. - 14. Oktober 2006
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VM Peretz gibt Pläne zur Räumung illegaler Siedlungsvorposten in Auftrag

Verteidigungsminister Amir PeretzDas Verteidigungsministerium will in Kürze gegen illegal errichtete Häuser in der Westbank vorgehen. Verteidigungsminister Amir Peretz gab am Donnerstag die Ausarbeitung eines Massnahmenplans in Auftrag.

Der Plan soll den Räumungsprozess der illegalen Siedlungs-Vorposten darlegen. Der Erlass zur Zerstörung der fraglichen Gebäude wurde bereits unterzeichnet. Er bezieht sich auf illegale Bauvorhaben, sowohl jüdische wie arabische. Von Seiten der Armee nahm auch der Leiter des Zentral-Kommandos der israelischen Armee, General-Major Yair Naveh, an der Sitzung am Donnerstag in Tel Aviv teil.

Die Räumung der illegalen Vorposten stand bis zum 12. Juli ganz oben auf der Agenda des Verteidigungsministers. Die Pläne waren schon weit fortgeschritten. Doch wegen des Hisbollah-Angriffs verlagerte sich der militärische Fokus im Sommer auf den Konflikt im Norden. Jetzt erhält die Räumung der Vorposten wieder erste Priorität.

Aus Armeekreisen verlautete, man werde alles versuchen, damit die Räumung im Einvernehmen mit den Bewohnern und ohne gewaltsame Zwischenfälle verläuft. Nichtsdestotrotz müsse man sich auch auf eine Zwangsevakuierung vorbereiten. Die Details dazu sollen dem Verteidigungsminister in Kürze vorgelegt werden.

(Yedioth Ahronoth, 13.10.)


Palästinensische Terrorgruppe plant Bombentunnel unter dem Kibbuz Nir-Oz

Die Terrororganisation "Katab Abu-Rish" aus Gaza plant, einen Tunnel aus dem Gazastreifen bis unter den Kibbuz Nir-Oz im westlichen Negev (Israel) zu graben, um einen Anschlag auf Soldaten und Zivilisten zu verüben.

Einer der Organisationsleiter wandte sich an den Palästinenser Shahada Abu-Ruk, der in der Nähe zur israelischen Grenze auf der Höhe von Nir-Oz ein Stück Land besitzt. Er bat ihn, den Platz für 40.000 Dollar und für die Dauer eines Jahres zu verpachten. Er beabsichtigte, einen Tunnel zu graben, durch den bewaffnete Terroristen nach Israel eindringen sollten. Doch der palästinensische Besitzer nahm seine Zustimmung zurück und verweigerte sich der Grabung des Tunnels von seinem Land aus.

Der Plan für die Grabungen des Tunnels wurde an die israelische Sicherheitsbehörde Shabak herangetragen. Gestern wurde gegen Katab Abu-Rish am Gerichtshof von Beer Sheva eine Klage eingereicht.

(Ma'ariv NRG, 13.10.)


MP Olmert fordert Vorgehen gegen Iran

Ministerpräsident Ehud OlmertVor dem Hintergrund des nordkoreanischen Atomtests hat Ministerpräsident Ehud Olmert die internationale Staatengemeinschaft zu einem schnellen, mutigen und geschlossenen Vorgehen aufgefordert.

Olmert traf sich am Donnerstag mit Sicherheitsvertretern und diskutierte mit ihnen über die atomare Bedrohung Israels durch den Iran. Während des Gesprächs hinter verschlossenen Türen sprachen die Vertreter über mögliche Massnahmen der internationalen Staatengemeinschaft gegen die Verbreitung von nuklearen Waffen.

Am Ende des Treffens sagte Olmert, dass die internationale Staatengemeinschaft die Bemühungen für ein Ende des iranischen Atomprogramms anführt. Israel würde UN-Sanktionen gegen den Iran unterstützen. Aussenministerin Tzipi Livni, Vize-Premier Shimon Peres, Verteidigungsminister Amir Peretz, Stellv. Ministerpräsident Eliyahu Yishai und der Minister für Innere Sicherheit Avi Dichter nahmen an dem Treffen teil.

Am Dienstag hatten sich die fünf ständigen Mitglieder des Weltsicherheitsrats darauf geeinigt, in der kommenden Woche mit Beratungen über Sanktionen gegen den Iran zu beginnen, waren sich allerdings noch nicht einig, wie hart die Sanktionen sein sollten.

(Yedioth Ahronoth, 12.10.)


Libanesischer VM: "Wir haben Waffen der Hisbollah beschlagnahmt"

Libanesischer Verteidigungsminister Elias MurrErstmals hat der libanesische Verteidigungsminister Elias Murr am Dienstag bestätigt, dass die libanesische Armee Waffen der Hisbollah beschlagnahmt und damit die Resolution 1701 des Weltsicherheitsrates umsetzt. Ein Tag später erklärt der libanesische Parlamentspräsident: Nabih Berri: Die Hisbollah wird ihre Waffen behalten.

Auf einer Pressekonferenz in Beirut sagte der libanesische Verteidigungsminister Elias Murr am Dienstagnachmittag (10.10.06): "Das ist etwas ganz natürliches. Wir sind dazu verpflichtet, die Waffen zu beschlagnahmen. Die libanesische Armee befindet sich im Süden des Landes, um die Grenze zu schützen und andere militärische Truppen daran zu hindern, dort ebenfalls aktiv zu werden. Was wir sagen können ist, dass die Widerstandsorganisation (die Hisbollah - Anm. d. R.) insofern kooperiert, als dass sie jede militärische Anwesenheit im Süden des Landes vermeidet". Murr teilte jedoch nicht mit, wo und wie viele Waffen beschlagnahmt wurden.

Der libanesische Parlamentspräsident Nabih Berri sagte in einem Interview, das am Mittwoch (11.10.06) im britischen Guardian veröffentlicht wurde, dass die Hisbollah trotz der neuen UN-Schutztruppen solange bewaffnet und voll handlungsfähig im Südlibanon bleiben werde, bis sich Israel "vom gesamten libanesischen Territorium zurückgezogen hat und seine Verstösse zu Land, zu Wasser und in der Luft einstellt." Berri warnte, dass die Hisbollah ihren Kampf wiederaufnehmen würde, es sei denn, dass sich Israel vom Gebiet der "Shebaa farms" und anderen Gebieten, die es in diesem Sommer besetzt habe, zurückzieht.

Erst in der vergangenen Woche hatte die UN in New York neue Richtlinien für ihre Soldaten im Südlibanon festgelegt. Die Richtlinien erlauben den Soldaten, gegen feindliche Aktivitäten jeder Art mit Gewalt vorzugehen. Das heisst, dass die UN-Soldaten nicht nur zur Selbstverteidigung Gewalt ausüben dürfen, sondern auch um die Hisbollah daran zu hindern, in dem Gebiet zu agieren oder Raketen auf Israel abzuschiessen. Die UN hat bislang 5.200 Soldaten im Libanon. Die Schutztruppe soll am Ende 15.000 Soldaten umfassen. Die israelische Armee hat ihren Truppenrückzug aus dem Libanon am 1. Oktober abgeschlossen. Die UN bestätigte den Rückzug und errichtete vorübergehende Strassensperren. Die permanenten Kontrollposten sollen von der libanesischen Armee errichtet werden.

(Yedioth Ahronoth, 11.10.)


Externer Link

WELT-Interview mit Dan Schueftan: "Die Radikalen müssen gebrochen werden"

Der israelische Sicherheitsberater Dan Schueftan fordert in einem Interview mit WELT.de einen US-Angriff auf den Iran. Mit allen Mitteln müsse verhindert werden, dass das Mullah-Regime zur Atommacht wird.

Dan Schueftan ist in Israel wegen seiner deutlichen Worte ebenso geschätzt wie gefürchtet. Der 63-jährige Politikwissenschaftler berät seit Jahrzehnten Geheimdienste und die verschiedenen Regierungen des Landes.

Mit dem Vizedirektor am Institut für Nationale Sicherheit an der Universität Haifa sprachen Dietrich Alexander und Michael Stürmer:

http://www.welt.de/data/2006/10/11/1066497.html

(Botschaft des Staates Israel, 11.10.)


Wiederaufbau in Nordisrael mit Hilfe von Studenten

Wiederaufbau in Nordisrael mit Hilfe von StudentenMehr als 500 Studenten aus verschiedenen Universitäten und Hochschulen in Israel, die die Ferien in Nordisrael verbringen, haben sich als Freiwillige für Reparatur- und Aufräumarbeiten gemeldet, um gemeinsam bei der Beseitigung der Schäden der Hisbollah-Angriffe mitzuhelfen.

Die Studenten forsten verbrannte Wälder auf, putzen oder streichen öffentliche Luftschutzräume, bringen Wohnungen in Schuss oder helfen Kindern bei der Bewältigung ihrer Kriegs-Traumata.

Die Initiative wurde von Avner Warner ins Leben gerufen. Der Jurastudent wandte sich an "Ruach Tova". Die Organisation vermittelt Freiwillige an Menschen, die Hilfe brauchen.

(Giyus.org, 11.10.)


800ste Qassam-Rakete schlug beim Bürgermeister ein

Überreste einer Qassam-RaketeGestern Abend haben Palästinenser im Gazastreifen wieder eine Qassam-Rakete auf Sderot in Israel abgeschossen. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt.

Die Rakete schlug direkt vor dem Haus von Bürgermeister Eli Moyal ein. Sieben Personen erlitten einen Schock und wurden vor Ort von Notärzten des "Magen David Adom" behandelt.

"Ich habe in meinem Sessel gesessen und die Zeitung gelesen, als ich plötzlich eine laute Explosion hörte, die mich aus dem Sessel schleuderte", berichtete Bürgermeister Eli Moyal. "Ich hörte ein Klingeln in den Ohren und begann am ganzen Körper zu zittern. Ich ging nach draussen, und da war ein grosses Durcheinander, Frauen schrieen hysterisch, einige fielen in Ohnmacht." Die Qassam-Rakete brachte die Fensterscheiben im Haus zum bersten und beschädigte die Häuser in der Umgebung. "Ich bin im Moment aufgewühlt", so Moyal. "Anstatt unsere Feiertage zu halten müssen wir jetzt diese Raketen ertragen". Vor einer Woche schlug eine palästinensische Rakete in einem Haus in Sderot ein.

In der Nacht (8./9.10.06) griff die israelische Luftwaffe ein Gebäude im südlichen Gazastreifen an. Das Haus in Khan Younis diente palästinensischen Terroristen als Waffenlager. Zuvor rief die Armee die Zivilbevölkerung auf, Gebäude, die von Terrororganisationen als Waffenlager genutzt werden, zu verlassen.

(Ma'ariv NRG, 09.10.)


Das Programm Nasrallahs: Wiederaufbau und noch ein Krieg

Hassan NasrallahTrotz all der Propaganda Nasrallahs ist seine Organisation nach allen Regeln der Kunst geschlagen. Nicht nur bei uns würde man am liebsten den 12. Juli aus dem Kalender streichen. Auch sie bereuen diesen Tag.

Das Tempo des Wiederaufbaus der Hisbollah entspricht ihrer reduzierten Fähigkeit und den politischen Veränderungen im internationalen Bereich, aber auch im Libanon und dort hauptsächlich im Süden. Der Wiederaufbau wird noch viele Monate dauern und vielleicht sogar Jahre, wobei dieser auf drei Ebenen durchgeführt wird. Auf militärischer Ebene befasst sich die Hisbollah heute mit der Aufstellung entlang einer neuen Linie im Süden des Libanons. Gleichzeitig zieht die Hisbollah die taktischen Konsequenzen aus der vorherigen Kriegsrunde und erarbeitet neue operative Pläne. Ein Teil ihrer operativen Überraschungen haben sich abgenutzt, und sie hat keine Vorposten mehr. Deshalb versucht sie, neue Methoden zu entwickeln.

Der Bau der strategischen "Roved" - ein System von Mittelstrecken- und Langstreckenraketen, das bereits in ersten Tagen des Krieges zerstört wurde - geht sogar noch langsamer voran. In der ersten Woche der Feuerpause stoppte die libanesische Armee einen Lastwagen mit militärischer Ausrüstung, der versuchte hatte, von Syrien in den Libanon zu gelangen. Dies war jedoch ein einzelner Ausnahmefall. Bis vor kurzem haben die Syrer auch aus politischen Gründen keine Raketen an den Libanon geliefert, doch in der vergangenen Woche gab es erste Hinweise auf den Beginn des Einsickerns von Ausrüstung solcher Art in den Libanon.

Eine andere Ebene, um die die Hisbollah bemüht ist, ist der Wiederaufbau ihres Status unter der schiitischen Bevölkerung. Hier kümmert sich die Organisation um 12.000 Familien, deren Häuser beschädigt wurden, davon 6.000 Familien, deren Häuser im Südlibanon völlig zerstört wurden. Die Hisbollah bezahlt 12.000 Dollar pro Familie, eine Summe, die nicht ausreicht, um den Winter zu überstehen.

In der inner-libanesischen politischen Schicht befindet sich die Hisbollah, zusammen mit den Syrern und Iranern, in einer Warteposition. Diese drei Akteure unternehmen Anstrengungen, um Ministerpräsident Siniora zu stürzen. Alle drei schauen mit grossen Erwartungen auf die wachsende Opposition, die in der libanesischen Politik ihr gegenüber immer weiter wächst.
Trotz alle dem - und obwohl die Hisbollah einige Monate Ruhe braucht, um ihre Fähigkeiten und ihren Status wieder aufzubauen, - wird die Organisation, wenn sie spürt, dass Israel sie provoziert, vom Südlibanon aus das Feuer eröffnen, auch wenn sie auf eine weitere Runde noch nicht vorbereitet ist.

(Yedioth Ahronoth, 09.10.)


Neu an Israels Gymnasien: Christliche Studien als Abiturfach

Wer war Jesus? Seit dem laufenden Schuljahr können sich arabische Schüler in Israel im Abitur bis zu 5 Einheiten in "christlichen Studien" prüfen lassen. In israelischen Schulen lernen ca. 30.000 christliche Schüler.

Aus einer Überprüfung des Online-Nachrichtendienstes "ynet" geht hervor, dass jüdische Schüler diese Prüfung nicht ablegen dürfen, sondern nur zu Prüfungen im Fach "Bibelstudien" (Mikra) zugelassen sind. Muslimische Schüler können das christliche Programm auch wählen.

Das Erziehungsministerium hält jedoch die Möglichkeit für wahrscheinlich, dass sich auch jüdische Schüler in Zukunft im Fach "Christentum" prüfen lassen können. Die Vorsitzende des Pädagogischen Sekretariats des Erziehungsministeriums, Prof. Anat Zohar, sagt, dass es sich um ein neues Lehrprogramm handelt, das erst dieses Jahr in den Lehrplan aufgenommen wurde. Die Kurse auch den jüdischen Schülern anzubieten, werde zu einem späteren Zeitpunkt eingehend überprüft.

Das neue Abitur wurde als Teil der Pflichtkurse in Religion in den Schulen eingeführt. Eine Sonderkommission, die aus Vertretern aller Kirchen, der orthodoxen, Mormonen, der römisch-katholischen und der protestantischen bestand, hatte das Programm erarbeitet. Die Kommission beschäftigte sich mehr als zwei Jahre mit dem Programm für die Abiturklassen 10 bis 12. Hiermit wurde zum ersten Mal ein Projekt überprüft, das von allen christlichen Strömungen akzeptiert wird.

(Yedioth Ahronoth, 08.10.)

Hamas führt Verhandlungen über Ausbildung von Terroristen im Iran

Hamas-TerroristenVertreter der Terrororganisation Hamas haben am Donnerstag in Teheran Verhandlungen über die Ausbildung von Kämpfern im Iran geführt. Das berichtete das zweite israelische Fernsehen.

Nach der Regierungsübernahme in den Palästinensischen Autonomiegebieten (Februar 2006) wandte sich die Hamas mit einer Anfrage an den Iran, in der sie um finanzielle und inhaltliche Unterstützung bat. Der damalige israelische Verteidigungsminister Shaul Mofaz informierte damals den EU-Aussenbeauftragten Javier Solana über den Vorgang.

Nach Angaben der israelischen Armee (1999) bildete der Iran schon einmal Hamas-Terroristen über mehrere Jahre in einem Trainingslager bei Teheran für Attentate in Israel aus. Damals verklagte ein Militärgericht zwei Hamas-Mitglieder aus Gaza für illegale Tätigkeiten im Namen der Organisation, darunter die Initiierung zur Ausbildung im Iran.

Die Hamas stritt die Vorwürfe zum damaligen Zeitpunkt ab, sagte, sie habe keine militärischen Ausbildungslager im Iran und bezeichnete den Bericht als Schmutzkampagne gegen die islamische Republik wegen Spionagevorwürfen und der Verhaftung von 13 Juden im Iran.

(Jerusalrm Post, 13.10.)


Hamas-Führer verurteilt Weltgemeinschaft für Bemühungen zur Freilassung von Gilad Shalit

Khaled MashaalDer Leiter des Politbüros der Hamas in Damaskus, Khaled Mashaal, hat der internationalen Staatengemeinschaft Einseitigkeit im Fall des entführten israelischen Soldaten Gilad Shalit vorgeworfen. Shalit wurde von der Hamas am 25. Juni 2006 in Israel entführt und in den Gazastreifen verschleppt.

In einer Rede anlässlich des muslimischen Fastenmonats Ramadan sagte Mashaal am Donnerstagabend in Damaskus: "Wenn ein Held aus Gaza einen israelischen Soldaten entführt, der kam - ich weiss nicht woher - um seinen Sohn zu töten, dann machen sich alle auf die Beine. Aber wenn sich Tausende Palästinenser im israelischen Gefängnis befinden, darunter Frauen und Alte, zuckt keiner mit der Wimper".

"Damaskus, das im Belagerungszustand war, hat sich zu einer Pilgerstätte für Vermittler aus aller Welt entwickelt, nur wegen diesem Hund, Gilad Shalit, aber keiner kümmert sich um sechs Millionen palästinensische Flüchtlinge, die in die ganze Welt zerstreut sind."

"In einer Zeit, da die Hisbollah gewinnt und die Amerikaner sich in der Welt mehr und mehr verheddern, ist es unsere Pflicht, alles zu unternehmen, um die Mentalität der Niederlage abzulegen und den Widerstand zu verbessern und weiterzuentwickeln."

(Yedioth Ahronoth, 12.10.)


Historischer Sieg: U21 zur EM qualifiziert

Historischer Sieg: Israels Jugend-Nationalmannschaft steigt erstmals in die Fussball-Europameisterschaft auf

Foto: Ofer Ronen-AbelsDie israelische Jugend-Nationalmannschaft hat sich am Mittwochabend (11.10.06) zum ersten Mal für die EM qualifiziert, nachdem sie gegen Frankreich mit 1:0 gewonnen und in der Gesamtwertung mit 2:1 abgeschnitten hat. Israel wird somit zu den acht Nationalmannschaften gehören, die bei der Europameisterschaft in den Niederlanden spielen werden. Die vier ersten werden 2008 an der Olympiade in Peking teilnehmen.

Den entscheidenden Treffer erzielten die Israelis in der dritten Minute der Verlängerung. Israel ging zum Angriff über, Toto Tamuz, der frei war, versuchte ein Tor zu schiessen, der Ball flog zu Amir Taga (ein Spieler von Maccabi Netanya, der in der 89. Minute eingesetzt wurde), und Taga brachte den Ball ins Tor.

In der ersten Halbzeit dominierten die Franzosen, doch in der zweiten zeigte Israel, dass es sich vor den Franzosen nicht geschlagen gibt und diesen Aufstieg sogar verdient hat. In dem Heimspiel, das im Stadium von Herzliya stattfand, hat die Mannschaft ein ausgezeichnetes Spiel in der Verteidigung gezeigt und den Franzosen keine bequemen Angriffssituationen ermöglicht.

Die Spieler (Israel):

Tom Al Madon (Torhüter), Yuval Shpungin, Shai Maimon, Eliran Danin, Lior Gan, Idan Srour (Amir Taga 89.), Aviram Barouchyan, Omer Peretz, Maor Melikson (Amit Ben Shushan 58.), Toto Tamuz.

(The Marker online, 11.10.)


Jährliches Bevölkerungswachstum in den Siedlungen: 5 – 6 %

In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist die Bevölkerung in den Siedlungen weitaus schneller gewachsen als die in den meisten anderen Ortschaften im Land.

Das durchschnittliche jährliche Bevölkerungswachstum in den Gebieten liegt bei ca. 5 – 6 %, gegenüber 2 – 3 % in den Jerusalemer Bezirken und im Zentrum. Selbst in Städten wie Tel Aviv, Bnei Brak, Petah Tikwa, Ashdod oder Raanana ist das durchschnittliche Bevölkerungswachstum niedriger. Gleichzeitig fiel die Zu- und Abwanderung in den Siedlungen jahrelang positiv aus und war extrem hoch im Verhältnis zu anderen Gemeinden im Land: viele Menschen sind in die Siedlungen gezogen, weniger haben sie verlassen.

Nach einer Untersuchung von Dr. Miriam Bilig, Soziologin und Städteplanerin, und Sheli Sauerkraut von der akademischen Hochschule der Westbank in Ariel, verlassen 30 – 40 % der zweiten Generation (die Nachkommen der Gründergeneration in den Siedlungen von Shomron und Binyamin) ihre Heimat und ziehen in die Gebiete westlich der green line, kurzfristig oder auch auf Dauer.

(Ha'aretz, 11.10.)


Nordkorea könnte Iran Know-how über Atomwaffen liefern

Ahmadinedschad KarikaturIsrael befürchtet, Nordkorea könnte Material und Technologie zur Entwicklung von Atomwaffen an den Iran weitergeben.

In der vergangenen Woche hatte Nordkorea eine Mitteilung veröffentlicht, wonach das Land nicht zögern würde, "Technologie, Material und Atomwaffen" an andere Staaten weiterzugeben, sagte ein israelischer Vertreter am Montag.

Vor dem Hintergrund des nordkoreanischen Atomtests hat Ministerpräsident Ehud Olmert ein vor Wochen anberaumtes Gespräch über die Gefahr des iranischen Atomprogramms und seine Bedeutung für den Nahen Osten auf diese Woche vorgezogen.

Nordkorea verfügt über enge militärische Beziehungen zu Iran und Syrien und ist für beide Staaten eine Hauptquelle für die Lieferung von Boden-Boden-Raketen und Kenntnissen über ballistische Raketen.

Ein iranischer Diplomat, der an den Gesprächen über das Nuklearprogramm seines Landes mit der EU beteiligt ist, sagte am Montag, dass der nordkoreanische Test den Westen seine Haltung über das iranische Atomprogramm vielleicht noch einmal überdenken lasse. Der Iraner äusserte auch eine verschleierte Warnung, dass Teheran eines Tages den Weg Pjöngjangs gehen würde.

Europäische und Amerikanische Diplomaten schlossen jedoch jeden Vergleich zwischen den beiden Atomprogrammen aus. Es handle sich um verschiedene Probleme, die verschiedene Lösungswege erforderten.

Die israelische Atomenergiebehörde bestätigte am Montag den nordkoreanischen Atomtest auf der Basis seismographischer Daten. Die unterirdische Explosion sei mit ungefähr 0,5 bis 1,0 kt relativ klein ausgefallen, teilte die Behörde mit.

Teheran reagierte reserviert auf den nordkoreanischen Test und verurteilte Pjöngjang nicht. Jeder Schritt, der den Weltfrieden und die Sicherheit gefährde, sei für den Iran inakzeptabel, teilte ein Regierungsvertreter mit. Der staatliche Rundfunk im Iran schlug dagegen deutlichere Worte an und machte unverhohlen Washington für den nordkoreanischen Test verantwortlich.

(Ha'aretz, 10.10.)


Umfrage: Welchem Assad soll man glauben? - Und: Leben Sie gern in Israel?

Nur 19% der Israelis glauben der Friedensbotschaft Assads, während 48% seinen kämpferischen Botschaften Glauben schenken. Auch die Unterstützung für die Rückgabe der Golanhöhen für einen Frieden mit Syrien ist recht gering und liegt bei 16%. Und: 88,5% der jüdischen Bevölkerung möchte lieber in Israel leben als in irgendeinem anderen Land:

Die kämpferischen Erklärungen, die Syriens Präsident Bashar Assad in letzter Zeit verlauten liess, haben die jüdische Bevölkerung in Israel wesentlich mehr beeinflusst, als seine Friedensbotschaften.
Es sind diese Botschaften, die anscheinend dafür sorgen, dass erstens die Zahl derer sinkt, die eine Rückgabe der Golanhöhen an Syrien für einen vollständigen Frieden befürworten - diese Zahl war sowieso schon niedrig - und zweitens die Zahl der Wenigen sinkt, die überhaupt noch daran glauben, dass ein solcher Frieden mit Syrien in Zukunft wahrscheinlich ist. Auch die Anzahl jener, die eine Chance sehen, dass Israel in den nächsten fünf Jahren einen Frieden mit den Palästinensern und dem Libanon erzielt, ist gesunken.

Es herrscht die allgemeine Meinung vor, dass diese drei regionalen Spieler - die Palästinenser, Syrien und der Libanon - an einem Friedensabkommen mit Israel nicht interessiert sind, obwohl es eine Mehrheit in der jüdisch-israelischen Bevölkerung gibt, die der Überzeugung ist, dass der Frieden, hauptsächlich mit den Palästinensern und dem Libanon, für Israel lebensnotwendig ist. Die jüdisch-israelische Mehrheit ist zwar der Meinung, dass es Treffen zwischen der israelischen Führung und arabischen Führern geben sollte, ähnlich wie das angebliche Treffen zwischen Olmert und einem hochrangigen saudi-arabischen Vertreter, über das in der Presse berichtet worden war, doch glaubt diese Mehrheit nicht, dass diese Treffen einen bedeutenden Fortschritt bringen können.

88,5% der jüdischen Bevölkerung möchte lieber in Israel leben als in irgendeinem anderen Land

Die Meinung über den Nahostkonflikt wird von enormem Patriotismus begleitet: Eine absolute Mehrheit, 88,5% der jüdischen Befragten, sagten, dass sie lieber Bürger des Staates Israel sind als Bürger irgendeines anderen Landes (10% stimmen dem nicht zu). Dieser Anteil ist grösser als im Jahr 2003, als die Anteile bei 79,4% zu 16,4% lagen.

Und trotzdem gibt es viel interne Kritik, die sich darin äussert, dass sie sich für Dinge, die mit Israel zu tun haben, schämen. Es scheint, dass ein Grund für dieses Gefühl das stark sinkende Vertrauen der Bevölkerung in den öffentlichen Dienst ist und die allgemein verbreitete Überzeugung, dass die Korruption im öffentlichen Dienst am meisten verbreitet ist.
57% sind der Meinung, dass es Dinge in Israel gibt, für die man sich schämen müsste. Ein Hauptgrund für das Unbehagen ist der öffentliche Dienst: ca. Dreiviertel der Bevölkerung (73%) denken, dass die meisten Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes bzw. fast alle an der Korruption beteiligt sind. Das Sozialsystem ist nach Meinung vieler Juden in Israel ein Bereich, den es zu verbessern gilt.

Gleichzeitig findet die jüdische Bevölkerung in Israel auch Gründe, stolz zu sein. Ganz oben auf der Liste stehen Errungenschaften im Bereich der Wissenschaft und Technologie (78%), gefolgt von den Sicherheitsbehörden (61%) und wirtschaftlichen Erfolgen (55%). Der Sozialstaat in Israel kommt hier nur auf 20,5%, während 75% nicht so sehr oder gar nicht stolz darauf sind.

Insgesamt auf der Skala von 0 (sehr schlecht) bis 100 (sehr gut), erhält die israelische Demokratie die Durchschnittsnote 57, im Vergleich mit der Durchschnittsnote von 67, die die jüdische Bevölkerung dem Funktionieren der Demokratie vor zehn Jahren gab. D.h. es herrscht das allgemeine Gefühl, dass die Qualität des demokratischen Funktionierens abnimmt.

Dies sind die wichtigsten Befunde des "Friedens-Index", der zwischen dem 3. und 4. Oktober erstellt wurde.

(Auszug aus einem Artikel von Prof. Efraim Yaar und Prof. Tamar Herman; Ha'aretz, 9.10.)


Biotechnologie: Hebräische Universität weltweit auf Platz 12

Die Hebrew University war 2005 die Universität mit den weltweit meisten Patent-Anmeldungen und besten Veröffentlichungen im Bereich Biotechnologie ausserhalb der USA und Grossbritannien.

Das ergab eine Studie des angesehenen "Milken Institute" in Los Angeles. Die Studie untersuchte 424 Universitäten weltweit. Jerusalem belegte Platz 12 der Weltrangliste. Die Universität lag im Ranking sogar noch vor hoch angesehenen Instituten wie der Yale University (Platz 18), Oxford University (24) oder dem Massachusetts Institute of Tehnology MIT (28). Die ersten drei Plätze belegten die Universität von Texas, die Universität von Kalifornien in San Francisco und die John Hopkins University. Der vollständige Name der Studie ist "Mind to Market: A Global Analysis of University Biotechnology Transfer and Commercialization".

(Yedioth Ahronoth, 09.10.)


Handel und Wirtschaft: Kurzmeldungen

Nach einer Prognose des Generaldirektors des Israel Export Institute, Yechiel Assia, werden israelische Exporte nach Europa 2006 um 9% auf 7,7 Mrd. Euro steigen. Eine Studie der Wirtschaftsabteilung des Israel Export Institute and International Cooperation ergab, dass industrielle Exporte in die EU im ersten Halbjahr (ohne Diamanten) insgesamt 3,7 Euro erreichten. Das sind 8,3% mehr als im ersten Halbjahr 2005. Warenimporte aus der EU (ohne Diamanten) beliefen sich auf 5,5 Mrd. Euro im ersten Halbjahr (7% mehr als im ersten Halbjahr 2005).
Deutschland ist für Israel der grösste Handelspartner in der EU. Exporte erreichten im ersten Halbjahr 598 Mio. Euro (16% mehr als im ersten Halbjahr 2005). (Yedioth Ahronoth, 09.10.)

Das Israel Export and International Cooperation Institute versucht sechs Lebensmittelhersteller aus Nordisrael auf den deutschen Markt zu bringen. Das Institut steht in Kontakt mit der Handelskette Kaufhof. Die sechs israelischen Unternehmen sind: Adam HaGalil, Pri HaGalil, Abudia Mahroum Sweets, Pinukim Food Industries, Beith El Food und Adanim. (http://ejpress.org/article/11031)

Das Israelische Institut für die Standardisierung und Kontrolle von Pharmazeutika will die Prüfung neuer Medikamente wesentlich beschleunigen. Zu diesem Zweck baut das Institut sein Fachpersonal aus und ergreift Reorganisationsmassnahmen. Damit soll die relativ lange Bearbeitung von Anträgen auf die Zulassung von Arzneimitteln für den Vertrieb in Israel insgesamt verkürzt werden. (bfai, 09.10.)

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