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Nachrichten vom 8. - 14. Februar 2009
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Raketenangriffe auf Israel

Überreste einer Qassam-Rakete (Archivfoto)Das Raketenfeuer aus Gaza dauert an. Heute Morgen haben palästinensische Terroristen von dort wieder drei Qassam-Raketen auf israelisches Territorium abgeschossen. Eine landete im Kreis Eshkol, die beiden anderen schlugen nahe der Kleinstadt Sderot ein. Es entstand dabei weder Sach- noch Personenschaden.

Bereits am Mittwoch gingen im Kreis Eshkol mehrere Mörsergranaten aus dem Gaza-Streifen nieder.

(Yedioth Ahronoth, 13.02.09)


Amtliches Endergebnis der Wahlen: Kadima bleibt in Führung

Plenum der KnessetNach der Auszählung der Briefwahlstimmen von Soldaten, Diplomaten, Behinderten u. a. steht nun das amtliche Endergebnis der Wahlen zur 18. Knesset fest. Am Stand vom Mittwoch hat sich dabei nichts geändert. Kadima unter der Führung von Aussenministerin Tzipi Livni ist die stärkste Partei und erhält 28 der 120 Knesset-Sitze.

Die Sitzverteilung in der Knesset gestaltet sich wie folgt:

  • Kadima - 28
  • Likud - 27
  • Israel Beiteinu - 15
  • Avoda - 13
  • Shas - 11
  • Yahadut Hatorah - 5
  • Ha'eichud Hale'umi - 4
  • Ram-Ta'al - 4
  • Hadash - 4
  • Habeit Hayehudi - 3
  • Meretz - 3
  • Balad - 3

Mit 3 416 587 Wählern lag die Wahlbeteiligung bei 65%. 43 097 Stimmen wurden aus verschiedenen Gründen für ungültig erklärt.

Die Mindestprozenthürde von 2% entsprach 67 470 Stimmen. Insgesamt gingen etwa 104 000 Stimmen durch die Wahl kleiner Parteien verloren.

Ein Knesset-Mandat entspricht 27 246 Stimmen. Fünf Überhangmandate wurden an die fünf grössten Parteien verteilt.

(Ha'aretz, 12.02.09)


Die 18. Knesset - Mehr Frauen, weniger Religiöse

In der neu gewählten Knesset werden nach dem gegenwärtigen Stand der Auszählung (ohne die Briefwahlstimmen von Soldaten, Seeleuten, Diplomaten etc.) 21 Frauen angehören - so viel wie noch nie. In der letzten Legislaturperiode sassen lediglich 18 Frauen in Israels Parlament.

Orly LeviDen grössten Frauenanteil (sieben Abgeordnete) kann dabei die derzeitige Regierungspartei Kadima für sich verbuchen (Knesset-Sprecherin Dalia Itzik, Aussenministerin Tzipi Livni, Tourismusministerin Ruhama Avraham, Marina Solodkin, Ronit Tirosh, Rachel Adato und Orit Suarez). Über die Liste des Likud werden fünf Frauen in die Knesset einrücken (Lea Nass, Limor Livnat, Tzipi Hotobali, Gila Gamliel und Miri Regev. Israel Beiteinu wartet mit vier Frauen auf (Sofa Landver, Orly Levi (Foto), Anastasia Michaeli, Faina Kirschenbaum, Lia Shemtov). Daneben stellt die Avoda drei weibliche Abgeordnete (Sheli Yachimovitz, Yuli Tamir und Orit Noked), und erstmals in der Geschichte des Staates schickt eine arabische Partei eine Frau in die Knesset - Chanin Suavi aus Nazareth (Balad).

Im Gegensatz zur Zahl der Frauen ist die Zahl der Religiösen gesunken. Während in der 17. Knesset noch 34 sassen, sind es diesmal nur noch 28.

Wiederum gestiegen ist die Zahl von arabischen Abgeordneten (von 12 auf 13). Davon werden zehn von arabischen Parteien gestellt, jeweils einer steht auf der Liste von Kadima, Likud und Israel Beiteinu.

Ausserdem werden vier Professoren (Avishai Breverman und Yuli Tamir von der Avoda, Daniel Hershkovitz von Habeit Hayehudi sowie Arieh Eldad von Ha'eichud Hale'umi) und drei ehemalige Generalstabschefs (Ehud Barak von der Avoda, Moshe Yaalon vom Likud und Shaul Mofaz von Kadima) in der neuen Knesset vertreten sein.

(Yedioth Ahronoth, 11.02.09)


Israel hat gewählt

Tzipi LivniBiniyamin NetanyahuNach der Auszählung von etwa 99% der Stimmen hat die Kadima-Partei unter der Führung von Aussenministerin Tzipi Livni bei den gestrigen Wahlen in Israel mit 23% einen knappen Sieg über Binyamin Netanyahus Likud (21%) davongetragen.

Mit grossem Abstand folgen dahinter Yisrael Beiteinu unter Avigdor Lieberman (12%) und die Arbeitspartei (Avoda) unter Verteidigungsminister Ehud Barak (10%). Ausserdem werden noch acht kleinere Parteien in der 18. Knesset vertreten sein. Die Wahlbeteiligung lag bei 65.2%; das sind knapp zwei Prozent mehr als im Jahr 2006.

In Jerusalem liegt der Likud mit 24% eindeutig in Führung. Kadima (11%) kommt auf den vierten Platz hinter den religiösen Parteien Yahadut Hatorah (19%) und Shas (15%). Avoda und Israel Beiteinu erreichten in Israels Hauptstadt nur jeweils 6%.

In Tel Aviv-Yafo hat Kadima hingegen mit 34% einen klaren Sieg errungen. Der Likud (19%) folgt auf Platz zwei, dahinter rangieren Avoda (15%), Meretz (8%), Shas (6%) und Israel Beiteinu (6%).

Die Wahlergebnisse sind jedoch noch nicht endgültig. Noch nicht ausgezählt sind etwa 150 000 Briefwahlstimmen von Soldaten, Polizisten, Diplomaten, Behinderten u. a. Da hier Soldaten die Mehrheit darstellen, könnte sich der Stimmenvorteil noch etwas hin zum rechts-nationalen Lager verschieben. Darüber hinaus wird auch die Verteilung von Überhangmandaten Likud und Israel Beiteinu womöglich einen zusätzlichen Vorteil verschaffen.

Letztlich wird Präsident Shimon Peres nach Konsultationen mit den Vertretern der Fraktionen in der kommenden Woche entscheiden, wem er am ehesten die Aussicht auf eine Regierungsbildung zuerkennt. Auch wenn der Likud weiterhin mit geringem Abstand hinter Kadima verbleiben wird, könnte Binyamin Netanyahu aufgrund des Übergewichts des rechts-nationalen Lagers den Regierungsauftrag bekommen. Viel hängt dabei von der Position Avigdor Liebermans ab.

(Ha'aretz, 11.02.09)


Israelische Gasvorkommen profitabel

Die Naturgasvorkommen in dem Gasfeld Tamar 1 vor der israelischen Küste nahe Haifa sind noch umfangreicher als anfangs angenommen. Das haben nochmalige Probebohrungen erwiesen, die der US-amerikanische Energiekonzern Noble Energy vorige Woche zur Bestätigung der ersten Vermutungen durchgeführt hat. Tamar 1 ist ergiebig genug, um dort lukrativ Gas zu fördern.

Die neueren Einschätzungen gehen dahin, dass das Gasvolumen, das sich aus dem Reservoir gewinne lässt, nicht weniger als 30 bis 40 Milliarden Kubikmeter beträgt. Es könnte sich sogar auf 100 Milliarden Kubikmeter belaufen.

Noble-Energy-Generaldirektor Charles Davidson teilte am Wochenende mit: "Die Ergebnisse sehen erheblich besser aus als die ersten Einschätzungen, und es handelt sich hier um das grösste Projekt in der Geschichte des Unternehmens mit gewaltiger Bedeutung für die lokalen Teilhaber und den Staat Israel als Verbraucher."

(Ha'aretz, 10.02.09)


Israel wählt

KnessetSeit heute Morgen um sieben sind in Israel die Wahllokale geöffnet. Rund 5.2 Millionen Israelis können ihre Stimme für die 18. Knesset und damit auch einen neuen Ministerpräsidenten abgeben. Bis zuletzt bleibt es spannend: Laut letzten Umfragen liefern sich Oppositionsführer Binyamin Netanyahu (Likud) und Aussenministerin Tzipi Livni (Kadima) ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Israels Präsident Shimon Peres hat gestern noch einmal an alle Bürger appelliert, an der Wahl teilzunehmen: "Der morgige Gang an die Urnen ist doppelt wichtig. Die Bedeutung liegt nicht nur in dem Recht, über die Personen zu entscheiden, die an der Spitze unseres Landes stehen und für seine Zukunft verantwortlich sein werden, sondern auch in der Pflicht eines jeden Bürgers, im Interesse des Staates zu wählen, der die einzige wirkliche Demokratie im Nahen Osten ist."

Wenn das Ergebnis der Wahlen feststeht, wird Peres sich sowohl mit Netanyahu als auch Livni treffen und nach Konsultationen mit den Führern der gewählten Fraktionen einen von ihnen mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragen.

20 000 Israelis haben sich in den vergangenen Wochen zu Wahlhelfern ausbilden lassen. Der zentrale Wahlausschuss bestreitet die diesjährigen Wahlen mit einem Budget von rund 40 Millionen Euro.

(The Jerusalem Post, 10.02.09)


Nano-Sektor bleibt stabil

Symbolfoto NanotechTrotz der globalen Wirtschaftskrise ist die Situation der israelischen Nanotechnologie stabil. Die Unternehmen haben keinen einzigen Mitarbeiter entlassen müssen. Gleichwohl muss sich der Sektor noch erholen, nachdem das rasante Wachstum seit 2007 im Oktober 2008 zum Erliegen gekommen ist.

Lizi Shuv London, die Direktorin von Nisha Biotech, die eine Studie zur Lage der israelischen Nanoindustrie durchgeführt hat, stellt fest: "Es gibt gegenwärtig weder ein Wachstum noch einen Rückgang von Entlassungen im Nanotech-Sektor. Der Grund hierfür ist, dass viele der Unternehmen noch immer Start-ups sind und es eine Balance zwischen freien Stellen, Entlassungen und der Zahl von verfügbaren Kandidaten gibt."

In den vergangen beiden Jahren war die Nachfrage nach Maschinenbauingenieuren im Nano-Sektor sehr hoch, während es nur eine relativ geringe Anzahl von geeigneten Kandidaten gab. Die grösste Nachfrage besteht in den Bereichen Kunststoffe und Optik. Ein Maschinenbauer mit nur zwei Jahren Berufserfahrung kann mit einem Anfangsgehalt bis zu etwa 4000 Euro rechnen. Die Gehälter sind im Nano-Sektor über die vergangenen zwei Jahre hinweg stabil geblieben.

(Globes, 09.02.09)

NanoIsrael 2009Am 30. und 31. März 2009 findet in Jerusalem eine grosse Konferenz mit begleitender Ausstellung zur israelischen Nanotechnologie statt. Interessenten sind dazu eingeladen, Vertreter von Industrie und Wissenschaft zu treffen, die an der Spitze der weltweit berühmten Entwicklungen in vielen Bereichen der Nanotechnologie stehen.

Alle notwendigen Informationen zu NanoIsrael 2009 finden sich hier: http://www2.kenes.com/nano/pages/home.aspx


Zum Prozedere der Knesset-Wahlen

Knesset-Wahlen 2009Am morgigen Dienstag finden in Israel die Wahlen zur 18. Knesset statt. Am Ende dieses Prozesses wird auch der neue Ministerpräsident des Landes gewählt. Im zentralen Wahlregister sind diesmal 5 278 985 Bürger über 18 verzeichnet (gegenüber 5 014 622 bei den Wahlen 2006). Den Stimmberechtigten stehen 9263 Wahlurnen zur Verfügung (gegenüber 8276 im Jahr 2006).

Die Wahllokale öffnen um sieben Uhr morgens und schliessen um zehn Uhr abends (in Ortschaften mit weniger als 350 Einwohnern kann nur zwischen acht Uhr morgens und acht Uhr abends gewählt werden). Gleich nach Schliessung der Wahllokale werden die Stimmen ausgezählt.

Das Wahlverfahren an sich ist kurz: Identifizierung mittels Personalausweis, Führerschein oder Reisepass; Entgegennahme des Umschlags vom Wahlausschuss; Wahl der gewünschten Partei auf dem Stimmzettel in der Wahlkabine; Einwurf des unterschriebenen Umschlags mit dem Wahlzettel in die Urne. Leere Stimmzettel oder solche, die nicht die Initialen einer anerkannten Partei tragen, werden für ungültig erklärt und nicht mitgezählt.

Nach Schliessung der Urnen zählt jeder Wahlausschuss die abgegebenen Stimmzettel und leitet die Angaben an den zentralen Wahlausschuss in der Knesset weiter, der ggf. auch Beschwerden und Einsprüche entgegennimmt. Die Briefwahlumschläge von Soldaten, Seeleuten, Vertretern im Ausland, Gefängniswärtern u. a. werden gesondert in der Knesset gezählt.

Gemäss dem Willen des Wählers besetzt der zentrale Wahlausschuss die 120 Sitze der Knesset. Zuerst wird geprüft, was die minimale Schwelle für den Einzug in das Parlament ist: Die Rede ist von zwei Prozent der gültigen Stimmen. 2006 wurden 3 137 064 gültige Stimmen gezählt, die Prozenthürde lag demnach bei 62 742 Stimmzetteln.

Der nächste Schritt ist die Umrechnung auf ein einzelnes Mandat: die Zahl der gültigen Stimmen - abzüglich derjenigen, die nicht die Prozenthürde übertreten haben - durch 120. Bei der letzten Wahl gab es 2 954 374 'passierender' Stimmen, nachdem von allen gültigen Stimmen jene 182 690 von Parteien abgezogen worden waren, die nicht die Prozenthürde überwunden hatten. Ein Mandat in der Knesset war also 24 619 Stimmen wert.

Um eine Verschwendung von Stimmen zu vermeiden, haben die Parteien Abkommen unterzeichnet, in deren Rahmen sie überschüssige Stimmen transferieren, um einen zusätzlichen Abgeordneten in die Knesset zu bringen. Die Arbeitspartei (Avoda) hat solch ein Abkommen mit Meretz, der Likud mit Israel Beiteinu, Kadima mit den Grünen, Beit Hayehudi mit Eichud Hale'umi, die Senioren-Partei mit den Jugendlichen, Shas mit Yahadut Torah, Hadash mit den vereinigten arabischen Parteien und Israel Hasaka mit der grünen Bewegung/Meimad.

Das offizielle Endergebnis der Wahlen von 2009 wird voraussichtlich am Donnerstagnachmittag bekannt gegeben werden. Danach wird der Präsident eine Beratungsrunde mit den Fraktionen abhalten, um zu entscheiden, welche von ihnen die Aufgabe der Regierungsbildung übernehmen wird.

(Yedioth Ahronoth, 09.02.09)

Ein Informationsblatt in deutscher Sprache zum israelischen Wahlsystem gibt es unter dem folgenden Link: http://berlin.mfa.gov.il/mfm/Data/154351.pdf

Informationen zu den rechtlichen Grundlagen und dem Prozedere der Wahl finden Sie: hier (extern)

Die israelische Botschaft in Washington hat eigens eine Broschüre für die diesjährigen Wahlen zusammengestellt: http://berlin.mfa.gov.il/mfm/Data/154353.pdf


Olmert ruft zu hoher Wahlbeteiligung auf

Zwei Tage vor den Wahlen zur Knesset hat Israels Ministerpräsident Ehud Olmert bei der wöchentlichen Kabinettssitzung am Sonntag die Bürger dazu aufzurufen, ihre Stimme abzugeben und damit den demokratischen Prozess zu beleben.

Ministerpräsident Ehud Olmert"Am Dienstag, den 10. Februar 2009, werden wir alle an die Urnen gehen, um über die Zukunft und das Profil des Staates in den kommenden Jahren zu entscheiden. In Anbetracht all der schicksalhaften Fragen, die sowohl in der nahen als auch fernen Zukunft auf der Agenda stehen, rufe ich alle Bürger, die das Verlangen und den Willen haben, ihren Einfluss geltend zu machen, dazu auf, ihr demokratisches Recht und ihre demokratische Verpflichtung wahrzunehmen und wählen zu gehen. Hier beginnt alles mit dem Wählen. Eine hohe Wahlbeteiligung ist wichtig, damit die neu gewählte Regierung weiss, dass sie die volle Legitimierung von einer entscheidenden Mehrheit der Bewohner dieses Landes dafür hat, über die wichtigsten Angelegenheiten unserer Zukunft zu entscheiden. Ich appelliere an jeden Bürger, wählen zu gehen. Es gibt keinen anderen Weg in einem demokratischen System, auf dem man den Charakter und die Gestalt der Regierung, die das Schicksal des Landes in den kommenden Jahren bestimmt, beeinflussen könnte."

(MFA, 08.02.09)

US-Geheimdienstchef warnt vor atomarem Iran

Flagge der U.S.A.Der neue Direktor der US-amerikanischen National Intelligence, Dennis Blair, hat sich gegenüber dem Kongress zur iranischen Bedrohung geäussert. In den vergangenen beiden Jahren habe der Iran erhebliche Forschritte bei der Installierung und beim Betrieb von Zentrifugen zur Urananreicherung erzielt. Der jüngste Satellitenstart verweise zudem auf ein ernstzunehmendes Raketenpotential.

"Ich kann an diesem Punkt sagen, dass der Iran ganz klar alle Komponenten eines verfügbaren Atomwaffenprogramms entwickelt - spaltbares Material, die Fähigkeit zum Atomwaffenbau und die Trägersysteme", so Blair. "Ob sie den ganzen Weg hin zu Atomwaffen gehen und eine Atommacht werden, wird in grossem Ausmasse von ihren internen Entscheidungen abhängen."

Der Geheimdienstchef gab noch zu bedenken: "Niemand in der internationalen Gemeinschaft will einen atomar bewaffneten Iran erleben. Die Frage ist, was man dagegen tut."

Daran, dass die Zeit drängt, lässt Blairs Bericht keinen Zweifel aufkommen: "Wir gehen davon aus, dass der Iran wahrscheinlich im Zeitrahmen zwischen 2010 und 2015 technisch dazu in der Lage sein wird, genug hoch angereichertes Uran für eine Atombombe zu produzieren."

(Yedioth Ahronoth, 13.02.09)


Internationales Theaterfestival in Tel Aviv

Cameri-TheaterIm Rahmen des 100jährigen Gründungsjubiläums Tel Avivs beginnt in diesem Monat das erste Internationale Theaterfestival in der Stadt. Bis November werden Ensembles aus aller Welt im Cameri-Theater Stücke in der Originalsprache mit hebräischen Obertiteln aufführen.

Die Festspielsaison startet mit der Dreigroschenoper in einer Produktion des Berliner Ensembles (Bild) (21. bis 24. Februar). Über die folgenden Monate werden dann Schauspieltruppen aus Frankreich, Polen, der Tschechischen Republik, Kanada, Norwegen, Russland, China und den USA in Tel Aviv zu Gast sein.

Für Touristen hat das Cameri-Theater eine besondere Attraktion vorbereitet. Sie werden die Gelegenheit haben, die beliebtesten hebräischen Theaterstücke mit englischen Obertiteln anzusehen.

Tel Aviv gilt mit seinen vielen Theatern, Museen, Konzerthäusern und seiner Oper gemeinhin als Israels kulturelle Hauptstadt. Für das Jubiläumsjahr sind unzählige kulturelle Höhepunkte geplant.

Die einzelnen Stücke des Theaterfestivals und ihre Aufführungsdaten finden sich unter dem folgenden Link: http://www.mfa.gov.il/MFA/Israel+beyond+politics/Two-cultural-festivals-to-be-held-in-Tel-Aviv-11-Feb-2009.htm

(MFA, 11.02.09)


Mehr Erziehung zur Koexistenz

Bildungsministerin Yuli TamirDas israelische Bildungsministerium hat sich entschieden, das Zusammenleben von Juden und Arabern in Israel offensiver zu fördern. Kinder und Jugendliche sollen zukünftig während ihrer ganzen Schulzeit mehr über Kultur, Geschichte und Religion des jeweils anderen Bevölkerungssektors lernen.

Zu diesem Zweck hatte Ministerin Yuli Tamir ein Komitee ins Leben gerufen, um einen speziellen Lehrplan zu entwerfen. Ihm gehörten u. a. der Erziehungswissenschaftler Gabi Salomon von der Universität Haifa und Mohammed Issawi, der Leiter des Al Qassemi College of Education, an.

Neben obligatorischen Unterrichtsstunden, die auch Geographie und Literatur einbeziehen, schreibt das Konzept u. a. häufigere und intensivere Begegnungen zwischen jüdischen und arabischen Jugendlichen vor. Auch die Koedukation in gemischten Schulen soll systematisch gefördert werden. Dem jüdischen Sektor wird die Ausweitung des Arabisch-Unterrichts nahe gelegt.

(Ha'aretz, 11.02.09)


Berliner Stipendium für israelische Filmemacher

Wappen von BerlinAuf der derzeitigen Berlinale ist erstmals ein dreimonatiges Stipendium an zwei israelische Filmemacher verliehen worden. Die ersten Inhaber des eigens für israelische Künstler gestifteten Stipendiums sind die Drehbuchautorin Suha Araf aus Haifa und der Dokumentarfilmregisseur Itamar Alkalay.

Das Stipendium wird von der deutschen Filmförderungsanstalt (FFA), dem Medienboard Berlin-Brandenburg, der israelischen Filmförderung und dem Jerusalemer Filmfestival vergeben. Es deckt An- und Abreise, Unterkunft und Lebenshaltungskosten. Während ihres Aufenthalts haben die Stipendiaten die Möglichkeit, Kontakte zur deutschen Filmbranche zu knüpfen und sich von der kreativen Atmosphäre der Stadt inspirieren zu lassen.

Die Direktoren der deutschen Fördereinrichtungen bekräftigten den Willen und die Notwendigkeit, die Zusammenarbeit zwischen der deutschen und der israelischen Filmbranche zu vertiefen.

Suha Araf hat an den Drehbüchern der erfolgreichen Filme "Die Syrische Braut" und "Lemon Tree" von Eran Riklis mitgearbeitet. Itamar Alkalay zeichnet für Drehbuch und Regie von "Stefan Braun" verantwortlich - einem Dokumentarfilm über einen bekannten Pelzhändler aus Tel Aviv.

(Yedioth Ahronoth, 10.02.09)


Israelischer Popsong feiert Erfolge in China

Sarit HadadSeit einigen Wochen erobert ein israelischer Pop-Hit die Charts in China und Hong-Kong. Es handelt sich um die die chinesische Version des Songs 'In der Hitze Tel Avivs' der israelischen Popsängerin Sarit Hadad. Ihre chinesische Kollegin Yumiko Cheng ist damit in den Diskotheken des meist bevölkerten Landes der Erde allgegenwärtig.

Die in Hong-Kong lebende Cheng gehört in ihrer Heimat zu den erfolgreichsten Popstars überhaupt. Als sie an ihrem letzten Album arbeitete, wandten ihre Produzenten sich an einige internationale Plattenfirmen, um an interessantes Material zu gelangen. EMI schickte ihnen daraufhin Hadads israelischen Hit, der sofort Gefallen bei den Chinesen fand.

Ivri Lider, der den Originaltext geschrieben hat, findet die chinesische Version "süss und lustig". Hadad selbst träumt bereits von einem gemeinsam Auftritt mit Cheng in China.

Das israelische Original gibt es unter dem folgenden Link: http://www.youtube.com/watch?v=PMcveFmv66c

Die chinesische Version gibt es unter dem folgenden Link: http://www.56.com/u26/v_Mzk3NzEwODc.html

(Yedioth Ahronoth, 10.02.09)


Amos Oz meist übersetzter israelischer Autor

Amos OzKein anderer israelischer Autor ist in so viele Sprachen übersetzt worden wie Amos Oz. Bücher von Oz sind in insgesamt 36 Fremdsprachen erschienen. Dies geht aus einer Erhebung des Institute for the Translation of Hebrew Literature anlässlich der Jerusalemer Buchmesse hervor, die am kommenden Sonntag eröffnet wird.

Auf den beiden Plätzen hinter Amos Oz rangieren Ephraim Kishon und der Kinderbuchautor Uri Orlev, die in jeweils 34 Sprachen übersetzt worden sind. Die Top Ten werden durch A.B. Yehoshua, Etgar Keret, Yehuda Amichai, Shmuel Yosef Agnon, David Grossman, Zeruya Shalev und Aharon Appelfeld vervollständigt. Dahinter folgen Yoram Kaniuk, Yehiel De-Nur, Meir Shalev, Daniella Carmi, Chaim Nahman Biali, Alona Frankel, Yaakov Shabtai, Leah Goldberg, Binyamin Tammuz, Batya Ggur, Orly Castel-Bloom, Dorit Rabinyan, Nira Harel und Judith Katzir.

Die Rangliste bezieht sich nur auf die Zahl der Sprachen, in die Werke der Autoren übersetzt worden sind, nicht auf Verkaufszahlen.

Während hebräische Literatur 1980 nur in 25 Sprachen übersetzt worden war, liegen heute Übersetzungen in 70 Sprachen vor. Einen beträchtlichen Anstieg können dabei israelische Kinderbücher für sich verbuchen.

(Yedioth Ahronoth, 10.02.09)


Die Suche nach dem Otter

Bach in NordisraelAmit Dolev vom israelischen Naturschutzverband ist in einer ungewöhnlichen Mission unterwegs. Gemeinsam mit einigen Gleichgesinnten hat er es sich zur Aufgabe gemacht, den Bestand einer in Israel immer seltener werdenden Tierart zu eruieren. Die Rede ist vom Otter.

Otter sind nicht nur für ihren schönen Pelz und ihre Klugheit bekannt, sondern auch für ihre Heimlichkeit, weswegen sie persönlich nur schwer anzutreffen sind. Dolev und die anderen israelischen Freunde des Otters freuen sich daher oft schon, wenn sie Exkremente des Säugetiers an Bach- und Flussläufen finden.

Bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts war der Otter in Israel weit verbreitet. Die Jagd durch Fischzüchter, das Überfahren durch Autos, die Luftverschmutzung und nicht zuletzt die Austrocknung von Brutstätten haben jedoch zu einem starken Rückgang der Population geführt. So schätzt man, dass im ganzen Land heute nur noch 100 Otter leben.

Der Otter wird von manchen Leuten mit der Nutria (Biberratte) verwechselt, die ihm ein klein wenig ähnlich ist. Diese ist jedoch anders als der der Familie der Marder zuzurechnende Otter ein Eindringling an Israels Wasserläufen; Pelzzüchter führten sie aus Südamerika ein, und heute übersteigt ihre Zahl die der Otter ums Vielfache. Dolev verwahrt sich gegen die Verwechslung der beiden Tiere: "Nutria? Das ist einfach eine Ratte", sagt er abschätzig. "Sie weiss nicht, wie man Fische fängt, ist Gräser, und es kann sogar sein, dass sie ein Störfaktor für den Otter ist."

Immerhin gibt es inzwischen auch einige gute Nachrichten, was die Zukunft des israelischen Otters angeht: In der Yesreel-Ebene sind signifikante Aktivitäten von Ottern zu verzeichnen, und auch am Nahal Na'aman nahe Akko sind die Tiere wieder präsent.

(Ha'aretz, 09.02.09)


UNRWA suspendiert Hilfe für Gaza

UNRWA-LogoAufgrund wiederholter Plünderungen durch die Hamas hat UNRWA ihre Hilfslieferungen nach Gaza eingestellt. Das teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk der israelischen Armee am Freitag mit.

Zuletzt hatte die Hamas am Donnerstagabend 200 Tonnen Hilfsgüter, darunter Mehl und andere Lebensmittel, an sich gerissen. UNRWA stoppte daher eine für Sonntag anberaumte Lieferung von 800 Tonnen. Die UNO bestätigt damit die Position Israels, dass die Terrororganisation die palästinensische Zivilbevölkerung im Gaza-Streifen grausam und zynisch missbraucht und allein für die Widrigkeiten dort verantwortlich ist. <The Jerusalem Post, 06.02.09>

(Botschaft des Staates Israel, 09.02.09)


Aus arabischen Medien: Unmut über die Hamas

Hamas-LogoIn der arabischen Welt mehren sich die Stimmen gegen die Hamas. Auch in den Medien wird sie zunehmend kritisiert. So hat bspw. der libanesische Kommentator Charbel Barkat in der kuwaitischen Dar-Al-Seyassah der palästinensischen Terrororganisation vorgeworfen, nach ihrem vermeintlichen "Sieg" in Gaza nicht selbst mit sich ins Gericht gegangen zu sein, nachdem sie die Bevölkerung in Gaza in einen Krieg mit Israel gezerrt und damit ins Unglück gestürzt habe.

Charbel zeigt auch sein Unverständnis über das Schweigen der arabischen Medien angesichts des Leids, das die Hamas über ihr Volk gebracht habe. Sie und andere Terrororganisationen würden die palästinensischen Zivilisten als neue Waffe betrachten und sich dabei nicht um den Tod von Frauen und Kindern scheren.

Eindringlich ruft der Libanese die Palästinenser dazu auf, mit sich und ihrer Führung ins Gericht zu gehen. Was dies angeht, könnten sie viel von den Israelis lernen. <Dar-Al-Seyassah, 28.01.09>

Auch der kuwaitische Kommentator Khalil Ali Haidar konstatiert in einem Kommentar in der in den Vereinigten Arabischen Emiraten erscheinenden Tageszeitung Al-Ittihad, dass die Hamas den Palästinensern und den Arabern insgesamt nur Unglück bringe. <Al-Ittihad, 02.02.09>

Laut dem palästinensischen Meinungsforschungsinstitut PCPO verliert die Hamas auch innerhalb der Palästinensischen Autonomiegebiete stark an Zustimmung. Einer aktuellen Umfrage unterstützen sie im Gaza-Streifen nur noch 27.8% der Bevölkerung; im November waren es noch 51.5% gewesen. 56% sind der Überzeugung, dass die Terrororganisation in die falsche Richtung führe.

(The Jerusalem Post, 09.02.09)


Neustrukturierung bei Google Israel

Google-Israel-LogoGoogle hat mitgeteilt, seine Forschungs- und Entwicklungszentren in Tel Aviv und Haifa in einem einzigen strategischen Standort zusammenzufassen. Gleichzeitig betont das Unternehmen, dass die Firmenpräsenz in Israel durch die Neustrukturierung gestärkt werden solle.

Das neue F&E-Zentrum in Tel Aviv soll die bisherigen Einrichtungen in Tel Aviv und Haifa, die weiter in Betrieb bleiben, managen und von Prof. Yossi Mathias geleitet werden. Matias, ein Experte für Algorithmen, Datenanalyse und Internet-Technologie wird die Gesamtverantwortung für Googles Forschung und Entwicklung in Israel übernehmen.

"Google hat seit einigen Jahren zwei autonome F&E-Zentren in Israel, um israelisches Talent und israelische Innovationskraft anzuzapfen", sagt Matias. "Diese beide Zentren in Haifa und Tel Aviv haben höchst sichtbare und innovative Produkte und Technologien entwickelt, wie Google Trends, Google Suggest, Google Visualizations und You Tube Annotations. Unser langfristiges Ziel ist es, unsere Ingenieur-Zentren sogar noch stärker zu machen und dabei sicher zu stellen, dass Innovation und Geschwindigkeit weiterhin den Kern bilden. Mit dem neuen israelischen Ingenieur-Zentrum kommen wir der Realisierung dieser Strategie einen weiteren wichtigen Schritt näher."

Eine Schliessung des Standorts in Haifa, wo 30 der insgesamt 80 Mitarbeiter in Israel arbeiten, ist vorerst nicht vorgesehen.

(Globes, 08.02.09)


Raketenangriffe auf Israel

Palästinensische Terroristen aus dem Gaza-Streifen haben am Sonntag wieder zwei Raketen auf israelisches Territorium abgeschossen. Eine davon landete im Süden der Küstenstadt Ashkelon, eine andere in einem Kibbutz im Kreis Sha'ar Hanegev. Es entstand weder Sach- noch Personenschaden.

(Yedioth Ahronoth, 08.02.09)

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