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Nachrichten vom 8. - 14. August 2010
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Bild des Friedens: Ramallah am Ramadan

Symbolfoto Ramadan 'Fastenbrechen'Wer derzeit Ramallah besucht, erlebt etwas, was es lange nicht gegeben hat im Westjordanland - eine Atmosphäre entspannter Normalität. Nicht wenige Einwohner werden sich die Augen gerieben haben, als sie am ersten Abend des Ramadan Generäle der israelischen Armee sahen, die gemeinsam mit Kollegen der palästinensischen Sicherheitskräfte durch die Stadt spazierten.

Die Visite des Kommandanten der israelischen Armee in Judäa und Samaria, Brigadegeneral Nizan Alon, und des Leiters der Zivilverwaltung, Brigadegeneral Yoav Mordechai, sowie die Koordinierungstreffen, die sie in diesem Rahmen mit Vertretern der palästinensischen Sicherheitsbehörden just zu dieser Zeit abhielten, sind ein Zeichen für die enge Kooperation, die seit drei Jahren zwischen Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde herrscht.

Bei der Ankunft in der Innenstadt von Ramallah fallen die neuen Parkvorschriften auf, die auch strikt durchgesetzt werden. Ordnung ist eingekehrt im Westjordanland - das ist der bleibende Eindruck.

"Die Sicherheitssituation könnte besser nicht sein", sagt ein Möbelhändler. "Die Lage ist stabil, ruhig und geordnet, und Gott sei dank hat die Regierung die Kontrolle über das, was in der Stadt passiert." Der neu aus Nablus Hinzugezogene fügt noch hinzu, dass die Erleichterungsmassnahmen von Seiten Israels den Grad an Feindseligkeit erheblich gesenkt hätten.

Eine andere Sache, die auffällt, ist dass im Gespräch mit den Einwohnern das Wort "Besatzung" - anders als früher - überhaupt nicht mehr fällt. Worüber die Menschen sich Gedanken machen, sind in erster Linie die Geschäfte.

(Ha'aretz, 13.08.10)


Ashkenazi: Die nächsten Flottillen werden gestoppt

Foto: Shay Waknin / ZAHALDer Generalstabschef der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL), Generalleutnant Gabi Ashkenazi, hat am Mittwochabend bei der Graduierungsfeier des Marinekapitänkurses in Haifa eine Rede gehalten. Dabei betonte er, dass die israelische Marine angesichts weiterer geplanter Gaza-Flottillen als ein "maritimes Schutzschild" dienen werde.

"Wir leben in einer Zeit, da das Mittelmeer und seine Küsten in grösserer Erregung befindet als gewöhnlich, und wir erleben Delegitimierungsversuche von Seiten unserer Feinde", bemerkte der Generalstabschef.

Ashkenazi richtete sich an die Eltern der Absolventen und ging dabei auf die Übernahme der jüngsten Gaza-Flottille ein: "Parallel zu der Ausbildung, den akademischen Qualifikationen und dem Studium haben einige Ihrer Söhne aktiv an einer Reihe von Militäroperationen teilgenommen, einschliesslich der Übernahme der türkischen Protestflottille, die die Küste des Gaza-Streifens ansteuerte, und diese Übernahme wurde auf bewundernswerte Weise durchgeführt."

"Dies war der komplizierteste Test für die Marine in den vergangenen Jahren. Diese Operationen und Missionen waren so wichtig für ZAHAL und Israel. Sie beweisen uns ohne jeden Zweifel, dass niemand diese grosse Verantwortung besser übernehmen kann, die nun auf euren Schultern ruht."

"Dank ihnen wissen wir, dass die nächsten Flottille, die versuchen, unserer Grenzen zu durchbrechen, und die Waffenschiffe, die Terrororganisationen bewaffnen wollen, von dem maritimen Schutzschild des Staates Israel und seiner Marine aufgehalten werden", so Ashkenazi.

(ZAHAL, 12.08.10)


Ramadan-Grüsse aus Jerusalem

Foto: MFAIsraels Ministerpräsident Binyamin Netanyahu hat zum Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan ein Grusswort an die Muslime gerichtet.

"Ich möchte allen unseren muslimischen Mitbürgern und allen Muslimen auf der Welt einen gesegneten Ramadan wünschen. Wir begehen diesen wichtigen Monat zu einer Zeit, da wir versuchen, zu direkten Verhandlungen mit den Palästinensern zu gelangen und Friedensabkommen mit unseren arabischen Nachbarn voranzubringen.

Ich weiss, dass Sie dieses Ziel teilen, und ich bitte um Ihre Unterstützung sowohl im Gebet als auch bei jeder notwendigen gemeinsamen Bemühung, um wirklich zu einer Koexistenz in Frieden und Ruhe zu gelangen. Ich wünsche jedem ein leichtes Fasten und 'kul am wa‘antum bechir‘."

(Amt des Ministerpräsidenten, 11.08.10)


Ashkenazi vor der Turkel-Kommission

Foto: ZAHALDer Generalstabschef der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL), Generalleutnant Gabi Ashkenazi, hat am Mittwochmorgen vor der Turkel-Kommission zur Untersuchung der Übernahme der Gaza-Flottille durch israelische Marinesoldaten ausgesagt. Er begann mit einer allgemeinen Einschätzung der Sicherheitslage und würdigte dann das Vorgehen der Soldaten.

"Als Kommandant der Armee trage ich die Verantwortung für all ihre Aktionen. Das Vorgehen der Marineeinheit auf der Marmara war massvoll und korrekt", so Ashkenazi.

"Dia Kämpfer agierten unter Lebensgefahr und auf aussergewöhnliche Art und Weise. Heuten ist uns klar, dass bereits nachdem der erste Soldat sich auf das Schiff abgeseilt hatte, der zweite Soldat beschossen wurde. Die Soldaten eröffneten das Feuer nur auf die, auf die sie es eröffnen mussten. Sie bewiesen bei Entscheidungen im Bruchteil einer Sekunde einen kühlen Kopf, Tapferkeit und Moral. Wie auch immer Ihr Ergebnis sein wird, ich bin stolz auf die Soldaten."

(ZAHAL, 11.08.10)


Iran will libanesische Armee unterstützen

Iranische FlaggeDer Iran hat der libanesischen Armee Unterstützung angeboten. Der tödliche Zwischenfall an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon in der vergangenen Woche hatte die USA dazu veranlasst, Finanzhilfen für das libanesische Militär in der Höhe von umgerechnet rund 76 Millionen Euro einzufrieren.

Irans Botschafter in Beirut traf sich vor diesem Hintergrund am Montag mit dem Kommandanten der libanesischen Armee, Jean Kahwaji, und teilte diesem mit, Teheran sei bereit "mit der libanesischen Armee in jedem Bereich zu kooperieren, der dem Militär dabei helfen würde, seine nationale Rolle im Libanon zu spielen". Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad wird nächsten Monat in Beirut erwartet.

Das Angebot der Islamischen Republik, die die schiitische Terrororganisation Hisbollah unterstützt, ist dazu angetan, die Sorge im Westen zu verstärken, dass Teheran seinen Einfluss an Israels Nordgrenze erhöhen will.

Die USA haben seit 2006 umgerechnet mehr als 200 Millionen Euro für die libanesische Armee ausgegeben, und eine grundsätzliche Neueinschätzung der Militärkooperation mit dem Libanon wird von der gegenwärtigen Regierung nicht geplant.

Israels Verteidigungsminister Ehud Barak sagte, es sei ein Fehler, die libanesische Armee mit fortgeschrittenen Waffensystemen auszustatten, da diese dann nur gegen Israel verwendet werden würden.

(Ha'aretz, 10.08.10)


Orang-Utan in Ramat Gan geboren

Foto: Ramat-Gan Safari (Archiv)Im Safari-Zoo in Ramat Gan bei Tel Aviv hat am Wochenende erstmals seit zehn Jahren wieder ein Orang-Utan-Baby das Licht der Welt erblickt. Die stolze Mutter, Rochale, ist bereits 41 Jahre alt.

Weltweit beläuft sich die Population des Sumatra-Orang-Utans nur noch auf 7300 Tiere. So wie der Borneo-Orang-Utan gehört er zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten. Insofern betonte die Zoodirektion in Ramat Gan dann auch, dass es sich bei der Geburt um ein Ereignis von internationalem Rang handle.

Um die Zahl der Orang-Utans im Safari-Zoo zu erhöhen, wurden bereits zwei junge Weibchen aus Deutschland herangeschafft. Letztlich war es aber die alteingesessene Rochale, die ein gesundes Baby zur Welt brachte. Sie war es auch, die schon vor zehn Jahren für Orang-Utan-Nachwuchs in Israel sorgte. Im Zoo hofft man nun, dass sie ihr Kind auch wird erziehen und zur Reife bringen können.

(Ha'aretz, 10.08.10)


Netanyahu vor der Turkel-Kommission

Foto: ReutersIsraels Ministerpräsident Binyamin Netanyahu hat am Montag vor der Turkel-Kommission zur Untersuchung der Übernahme der Gaza-Flottille durch israelische Marinesoldaten ausgesagt. Zu Beginn seiner langen und ausführlichen Stellungnahme betonte der den aussergewöhnlichen Charakter seines Erscheinens vor der Kommission.

"Ich bin die erste Person, die vor dieser distinguierten Kommission erscheint. Viele andere werden noch nach mir erscheinen, und ich bin sicher, dass alle Fakten offengelegt werden und die Wahrheit ans Licht gebracht wird.

Ich bin überzeugt, dass am Ende der Untersuchungen klar sein wird, dass der Staat Israel und die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte sich in Übereinstimmung mit dem internationalen Recht verhalten haben und die israelischen Soldaten, die die Marmara geentert haben, grosse Tapferkeit bei der Erfüllung ihrer Mission und der Selbstverteidigung gegen eine reale Bedrohung ihres Lebens gezeigt haben. Ich habe vollstes Vertrauen in unsere Soldaten, und der Staat Israel ist stolz auf sie.

Das heutige Erscheinen von Israels Ministerpräsident vor diesem Komitee ist der beste Beweis für die hohen Standards, nach denen Israels Demokratie arbeitet.

Im Nahen Osten bleibt die Demokratie eine bedrohte Spezies. Leider ist es in dieser Region so, dass Regierungen ihre politischen Gegner bei helligtem Tage erschiessen, Frauen brutal unterdrücken und sie zu Tode steinigen und ihren Minderheiten und ganzen Bevölkerungen die grundlegenden Menschenrechte vorenthalten.

In diesen Ländern gibt es keine freie Presse, um solche Verbrechen aufzudecken, keine wirklichen Parlamente, um Anhörungen abzuhalten, keine unabhängigen Gerichte, um den Angeklagten ein faires Verfahren zu ermöglichen, und keine Menschenrechtsorganisationen, um Berichte zu veröffentlichen. Es gibt nur Tyrannei und Terror.

Israel war immer anders - ganz anders. Israel ist ein liberales, demokratisches Land, rechtsstaatlich regiert, mit unabhängigen Gerichten, einem echten Parlament und einer freien Presse.

Israel ist ein Beispiel für eine demokratische Nation, die beispiellosen Bedrohungen von Krieg und Terrorismus ausgesetzt ist und gleichzeitig die Sicherheit ihres Volkes verteidigt und ihre demokratischen Werte schützt. Demokratische Nationen, die in den letzten Jahren der Herausforderung begegnen mussten, ihre Werte angesichts von zunehmendem Terrorismus aufrechtzuerhalten, können viel von Israel lernen, einer Demokratie, die dieser Herausforderung seit 62 Jahren begegnet.

Einer der Gründe, warum wir so erfolgreich darin sind, dieser Herausforderung zu begegnen, ist, dass wie ständig unser eigenes Handeln prüfen. Meine Aussage heute, ebenso wir das noch kommende Erscheinen der politischen und militärischen Führung Israel vor diesem Komitee, ist die beste Antwort an die, die Israels Bereitschaft und seinen Willen zur Selbstprüfung in Frage stellen. Kein Land und keine Armee prüfen sich selbst aufrichtiger als Israel und die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte.

Die, die mit einem anklagenden Zeigefinger auf Israel zeigen, frage ich: Wie viele Länder würden bereit sein, eine wahrlich unabhängige Kommission ins Leben zu rufen wie diese? Wie viele Länder würden ausländische Beobachter einladen, an solch einer Kommission teilzunehmen? Wie viele Ministerpräsidenten und Präsidenten würden vor solch einer Kommission erscheinen?

Denen, die argumentieren, dass Israel sich selbst nicht gemäss den üblichen internationalen Standards prüfe, sage ich: Es wäre gut, wenn viele Länder auf der Welt sich gemäss den hohen Standards prüfen würden, die Israel aufgestellt hat."

Die vollständige Stellungnahme Netanyahus finden Sie: hier (extern)

(MFA, 09.08.10)


NYT-Kommentar zur Israel-Kritik

Flagge des Staates IsraelDie New York Times hat in ihrer Ausgabe vom Sonntag einen differenzierenden Kommentar zur Kritik an Israel veröffentlicht. Thomas L. Friedman trennt darin klar zwischen legitimer, da konstruktiver Kritik und illegitimer, da destruktiver Kritik.

"Es liegt etwas Faules in der Luft. Es besteht ein Trend, Israel - absichtlich oder unabsichtlich - zu delegitimieren, es zu einem Pariastaat zu machen, insbesondere im Anschluss an den Gaza-Krieg. Man hört den Regisseur Oliver Stone verrückte Dinge darüber sagen, wie Hitler mehr Russen als Juden ermordet habe, aber die Juden all die Aufmerksamkeit bekommen hätten, dass sie die Nachrichtenmedien beherrschen und ihre Lobbys Washington kontrollieren würden. Man hört Grossbritanniens Premierminister Gaza als grosses israelisches 'Gefängnislager‘ beschreiben und den der Türkei zu Israels Präsident sagen: 'Wenn es ums Töten geht, wissen Sie sehr gut zu töten." Man sieht Sänger Konzerte in Tel Aviv absagen. Würde man eben vom Mars gekommen sein, könnte man denken, Israel sei das einzige Land, dass in einem Krieg Zivilisten getötet hat - niemals die Hamas, niemals die Hisbollah, niemals die Türkei, niemals der Iran, niemals Syrien, niemals Amerika.

Ich möchte Israels Fehlverhalten gar nicht verteidigen. Ganz im Gegenteil. Ich argumentiere seit Langem, dass Israels kolonisatorische Siedlungen für Israel als eine jüdische Demokratie selbstmörderisch sind. Ich denke nicht, dass Israels Freunde diesen Punkt oft und laut genug stark machen können.

Aber es gibt zwei Arten von Kritik. Konstruktive Kritik beginnt mit der Klarstellung: 'Ich weiss, in was für einer Welt ihr lebt.‘ Ich weiss, der Nahe Osten ist ein Ort, wo Sunniten im Irak Schiiten massakrieren, der Iran seine eigenen Wähler tötet, Syrien angeblich den Ministerpräsidenten des Nachbarlandes tötet, die Türkei auf die Kurden eindrischt und die Hamas wahllosen Beschuss betreibt und die Anerkennung Israels verweigert. Ich weiss all das. Aber Israels Verhalten macht die Sache manchmal noch schlimmer - für die Palästinenser und für Israel. Wenn man den Israelis verständlich macht, dass man die Welt versteht, in der sie leben, und sie dann kritisiert, werden sie zuhören.

Destruktive Kritik verschliesst israelische Ohren. Sie sagt den Israelis: Da ist kein Kontext, der euer Verhalten erklären könnte, und eure Fehler sind so einzigartig falsch, dass sie alle anderen überschatten. Destruktive Kritiker tun Gaza als ein israelisches Gefängnis ab, ohne zu erwähnen, dass sich Israel auch anders verhalten hätte, wenn die Hamas beschlossen hätte, Gaza nach dem einseitigen Abzug Israels in ein Dubai anstatt in ein Teheran zu verwandeln. Destruktive Kritik bestärkt die destruktivsten Elemente in Israel nur darin zu argumentieren, dass nichts, was Israel tut, eine Rolle spielt - warum sich also ändern?"

Den vollständigen Artikel finden Sie: hier (extern) <The New York Times, 07.08.10>

(Botschaft des Staates Israel, 09.08.10)


Humanitäre Hilfe für Gaza

Foto: ZAHALTag für Tag gelangen humanitäre Hilfslieferungen über den Übergang Kerem Shalom und den Terminal in Karni von Israel aus in den Gaza-Streifen. Gleichzeitig ist der Übergang Erez für den Personenverkehr zuständig.

Allein am Sonntag (8. August) passierten 210 Lastwagen mit Hilfsgütern und Treibstoff den Übergang Kerem Shalom. Verantwortlich für den Gütertransfer ist der Koordinator für die Regierungsaktivitäten in den Gebieten (CoGAT) der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL).

Im Jahr 2009 koordinierte CoGAT den Transfer von 30 920 Lastwagenladungen mit humanitären Hilfsgütern. Im Juni 2010 beschloss die israelische Regierung, die Zahl der täglich in den Gaza-Streifen einfahrenden Lastwagen sogar noch zu steigern. Dieses Vorhaben wird seitdem auch praktisch umgesetzt.

(ZAHAL, 08.08.10)

Kunsthandwerksfestival in Jerusalem

International Arts and Crafts FestivalIn Jerusalem findet am Samstag wieder das International Arts and Crafts Festival statt - dieses Jahr zum 35ten Mal. Mehr als 150 israelische und ausländische Künstler werden am Sultansteich am Rand der Altstadt ihre Arbeiten präsentieren.

Neben kreativen Workshops und zahlreichen Imbissständen gibt es auch Auftritte einer Reihe berühmter israelischer Musiker wie Mosh Ben-Ari, David Broza, Aviv Geffen und Ivri Lider. Zusätzlich werden Theatergruppen aus Kolumbien, Polen, Korea, Rumänien, Thailand und Indien das Program bereichern.

Die Kunstakademie Bezalel präsentiert auf ihrem Campus unterschiedlichste Arbeiten aus dem eigenen Haus. <Yedioth Ahronoth, 11.08.10>

(Botschaft des Staates Israel, 13.08.10)


Libanon weist Bedingungen für US-Militärhilfe zurück

Libanesische FlaggeDer Libanon bietet den USA in der Kontroverse um die eingefrorene Militärhilfe die Stirn. Der US-Kongress hatte die Zahlung von 100 Millionen Dollar an Beirut im Anschluss an den tödlichen Zwischenfall an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon eingestellt und die Weiterzahlung an die Bedingung geknüpft, dass die Waffen nicht gegen Israel eingesetzt werden oder in die Hände der Hisbollah geraten dürften.

Der libanesische Aussenminister Elias Mor teilte in Reaktion darauf am Mittwoch mit, sein Land werde eher auf die Hilfe der USA verzichten als deren Bedingungen zu akzeptieren. Dabei fügte er hinzu, der Soldat, der in der vergangenen Woche den israelischen Offizier Dov Harari erschoss, habe befehlsgemäss gehandelt.

Der Iran hat bereits angeboten, anstelle der USA die libanesische Armee zu unterstützen. Die USA wollen allerdings grundsätzlich an der Militärhilfe für den Libanon festhalten.

(Ha'aretz, 11.08.10)

Unterdessen haben sich in Damaskus Syriens Präsident Bashar Assad und Irans Aussenminister Manouchehr Mottaki getroffen, um den Umgang mit der Bedrohung durch das "zionistische Regime" zu besprechen. Sie erklärten dabei, dem Libanon gegen jede israelische "Aggression" beizustehen.

(Yedioth Ahronoth, 11.08.10)


Vom Negev zum Outback

Ben-Gurions Haus in Sde BokerBe'er Sheva als Vorbild? So sieht es Paul Howes, der Vorsitzende der Australian Workers Union, einer der ältesten und grössten Gewerkschaften Australiens. Die Besiedlung und Urbarmachung der südisraelischen Wüste sei eine Leistung, an der sich sein Land bei der Entwicklung der Outback-Region ein Beispiel nehmen sollte.

"Wir haben das Modell dessen, was Israel in der Negev-Wüste und der Stadt Be'er Sheva vollbracht hat", sagte Howes am Wochenende in einer Rede vor der Israelisch-Australischen Handelskammer in Sydney. "Sie haben gezeigt, wie die Wüste in sachkundigen, wissenschaftlichen Händen erblühen kann. Eine offensichtliche Wüstenregion kann Hunderte neuer, hochqualitativer Jobmöglichkeiten hervorbringen, basierend auf innovativen Technologien, die Exportvorhaben untermauern. Er ist nicht gerade ein Land, wo Milch und Honig fliessen, aber der Negev hat sich als raffiniertes Arsenal verwertbarer, gesunder Organismen erweisen - wenn man weiss, wo man hinsehen muss."

Der Mineralreichtum hat den westaustralischen Outback-Regionen Kimberley und Pilbara in den vergangenen Jahren einen rasanten wirtschaftlichen Boom beschert. Dennoch wohnen dort bislang kaum Menschen; die meisten Arbeiter pendeln mit dem Flugzeug in die heisse, semi-aride Region.

Howes: "Wir müssen die Wüste zum Blühen bringen, und Israel ist das beste Beispiel einer Nation auf der Welt, die das erfolgreich getan hat. Es gibt gegenwärtig eine grosse Debatte in Australien über die Dezentralisierung der Bevölkerung und einen grossen Mangel an Arbeitskräften, vor allem im Nordwest Australiens."

Der Gewerkschaftsführer ist sich bewusst, dass es auch im Negev nicht nur rosig zugeht, und die Arbeitslosigkeit ein Problem bleibt. Doch meint er: "Der grosse Unterschied zwischen dem Negev und der australischen Wüste besteht darin, dass letztere unglaublich reich ist und über ein Drittel der weltweiten Erz- und Uranvorkommen verfügt."

Im Dezember wird Howes als Gast der Einheitsgewerkschaft Histadrut Israel bereisen.

(Jerusalem Post, 10.08.10)


Zum Ramadan: Reiserleichterungen im Westjordanland

Foto: ReutersDie israelische Armee und die Zivilverwaltung haben anlässlich des nun beginnenden islamischen Fastenmonats Ramadan eine Reihe von Schritten eingeleitet, um den Palästinensern im Westjordanland mehr Bewegungsfreiheit zu ermöglichen.

So werden an den Übergängen Jalama und Rehan nach Jenin, Beit Mishpat nach Ramallah und Rachel nach Bethlehem die Betriebszeiten bis Mitternacht verlängert.

Palästinensische Familien, die Verwandte in Israel haben, dürfen diese für eine Woche besuchen.

Israelische Araber dürfen in die A-Zonen im Westjordanland vom Jordantal aus über die relevanten Übergänge einreisen.

Die Übergänge Kh. Gabra und 104 nach Tulkarem sind die ganze Woche über geöffnet.

Für Besucher aus arabischen Ländern sind 200 Genehmigungen dafür erteilt worden, das Westjordanland in humanitären Angelegenheiten zu bereisen.

Palästinensische Männer über 50 und Frauen über 45 können den Tempelberg frei zum Gebet betreten. In Übereinstimmung mit den Sicherheitsvorkehrungen können auch verheiratete Männer über 45 und verheiratete Frauen über 30 dies tun.

Vertreter der Zivilverwaltung im Westjordanland haben sich mit religiösen Würdenträgern getroffen, um sich in den Fragen des Ramadans miteinander abzustimmen.

Die Soldaten der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) sind dazu angehalten, den Bewohnern des Westjordanlands besonders rücksichtsvoll zu begegnen und sich des Essens, Trinkens und Rauchens in der Öffentlichkeit zu enthalten. Vor allem an den Übergängen soll ein hoher Grad von Respekt und Verständnis demonstriert werden.

(MFA, 10.08.10)


Teva schliesst Ratiopharm-Übernahme ab

Teva-LogoDer israelische Pharmakonzern Teva hat am Dienstag mitgeteilt, dass die Übernahme des deutschen Generika-Herstellers Ratiopharm nun abgeschlossen sei. Die erfolgreiche Akquisition ist damit bereits früher vollendet als ursprünglich geplant.

Teva zahlte 3.6 Milliarden Euro für die Ratiopharm-Aktien plus ca. 186 Millionen Euro an angefallenen Zinsen. Das israelische Unternehmen erwartet Verbundeffekte von mindestens 300 Millionen Euro innerhalb der nächsten drei Jahre.

Shlomo Yanai, der Präsident und Vorstandsvorsitzende von Teva, zeigte sich zufrieden über den Geschäftsabschluss: "Teva, der führende Generika-Hersteller der Welt, wird nun auch das Generika-Unternehmen Nr. 1 in Europa werden. Tevas Marktanteile in Europa - einem Raum mit enormem Potential für die Generika-Durchdringung - zu erhöhen, ist eine wichtige Säule unserer Langzeitwachstumsstrategie. Mit der Übernahme von Ratiopharm werden wir der Führer in europäischen Schlüsselmarkten werden, und wir sind in einer guten Position, um in naher Zukunft auch in vielen anderen europäischen Märkten Führer zu werden."

(Globes, 10.08.10)


Iran aktiviert neues Zentrifugen-Set

IAEA-LogoDer Iran hat am Montag eine zweite Zentrifugen-Reihe zur effizienteren Urananreicherung in Betrieb genommen und damit erneut gegen die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats verstossen. Das teilt die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit.

Es handelt sich um ein zweites Set von 164 hintereinandergeschalteten Zentrifugen zur Anreicherung von Uran um bis zu 20% in der Nuklearanlage in Natanz. Eine andere Kaskade produziert dort bereits seit Februar 20prozentig angereichertes Uran.

Um eine Atombombe zu bauen, braucht man Uran, das um etwa 95% angereichert ist. Das 20-prozentige kann sehr viel schneller in waffenfähiges Material umgewandelt werden als niedriger angereichertes Uran.

IAEA-Sprecherin Gill Tudor betonte, dieser Schritt verletze die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates, die bekräftigen, dass der Iran all seine Anreicherungsaktivitäten einstellen solle.

(Jerusalem Post, 10.08.10)


Botschafter Oren: Naher Osten am Scheideweg

Israels Botschafter in Washington Michael OrenIsraels Botschafter in Washington, Michael Oren, hat für die Washington Post einen Kommentar zur aktuellen Lage im Nahen Osten verfasst. Darin konfrontiert er die sich bietende Aussicht auf ein Friedensabkommen mit den jüngsten Gewaltakten gegen Israel.

"Selten waren die Linien im Sand des Nahen Ostens so klar gezogen. Auf der einen Seite steht das nach Frieden strebende Lager, das gegen militanten Extremismus und für direkte Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern ist. Auf der anderen stehen die Organisationen - viele von ihnen Stellvertreter des Iran -, die darauf hinarbeiten, gemässigte Regierungen zu untergraben und jegliches Bemühen um Frieden zu vereiteln."

"Dies ist der Moment, in dem bestimmt werden könnte, ob sich der Nahe Osten in Richtung eskalierender Spannungen bewegt, die zu weiterer Gewalt führen könnten, oder in Richtung von Verhandlungen von Angesicht zu Angesicht und konzertierte Bemühungen zur Reduzierung von Feindseligkeiten. Viel wird von der Bereitschaft der Palästinensischen Autonomiebehörde abhängen, in direkte Verhandlungen einzutreten, sowie von der Standfestigkeit der prowestlichen Regierungen innerhalb und ausserhalb der Region gegenüber dem Iran und seinen Verbündeten.

Der Sommer ist traditionell eine Zeit des Krieges im Nahen Osten. Dieser Sommer könnte jedoch das Gegenteil beweisen - die entscheidende Abzweigung hin zum Frieden. Israel steht an dieser Kreuzung, bereit sich selbst zu verteidigen, aber auch Opfer zu bringen und Risiken einzugehen, um den Konflikt endgültig zu beenden. Die Linie ist in der Tat gezogen im nahöstlichen Sand. Die kommenden Wochen werden zeigen, in welcher Richtung er sich bewegen wird."

Den vollständigen Artikel finden Sie: hier (extern) <The Washington Post, 06.08.10>

(Botschaft des Staates Israel, 09.08.10)


Forscher der Hebräischen Universität entdecken Schmerz-Gen

Foto: Hebräische Universität JerusalemWissenschaftler der Hebräischen Universität Jerusalem haben gemeinsam mit internationalen Kollegen erstmals ein Gen identifiziert, das mit dem Empfinden von chronischen Schmerzen durch Nervenverletzung in Zusammenhang gebracht wird. Dies verspricht bessere Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten.

Chronische Schmerzen sind ein schweres medizinisches Problem, von dem etwa 20% aller Erwachsenen betroffen sind. Die Ursachen sind weitgehend unbekannt, weswegen die Wissenschaftler sich ihrer auf dem Wege der Genforschung mit Tiermodellen angenommen haben.

Die Biowissenschaftler Prof. Ariel Darvasi (im Bild rechts) und Prof. Marshall Devor (im Bild links) von der Hebräischen Universität und Kollegen haben nun eine Region des Chromosoms 15 der Maus identifiziert, die allem Anschein nach eine genetische Variante enthält, die zum Schmerz beiträgt. Mithilfe von Methoden der Bioinformatik und einer Genom-Microarray-Analyse gelangten sie zu dem Gen Cacgn2.

Ausführlichere Informationen finden Sie: hier (extern) <Hebräische Universität Jerusalem, 05.08.10>

(Botschaft des Staates Israel, 09.08.10)


Verhandlungen mit dem Iran? Zehn Fragen

Reichweite iranischer RaketenVor dem Hintergrund der Möglichkeit erneuter Gespräche zwischen dem Iran und der "Wiener Gruppe" (USA, Frankreich, Russland, IAEA) im Konflikt über das iranische Atomprogramm hat das Institut für nationale Sicherheitsstudien (INss) an der Universität Tel Aviv eine kurze Analyse zu den Erfolgsaussichten eventueller Verhandlungen veröffentlicht. Sie enthält einen Katalog von zehn Fragen, an denen sich US-Unterhändler ggf. orientieren sollten.

"Die Dinge haben sich geändert seit Oktober 2009. Der Iran hat weiter Uran angereichert und die Anreicherung von 3.5% auf 20% erhöht, womit er einem militärisch anwendbaren Grad sehr nahe kommt. Der Sicherheitsrat hat schärfere Sanktionen verhängt, die gemeinsam mit den Sanktionen der USA, der EU und anderer Staaten beginnen, dem Iran weh zu tun, was der Grund dafür sein könnte, dass der Iran in die Wiederaufnahme von Gesprächen einwilligt. Während der ursprünglich geplante Deal dem Iran jedoch die Menge von 3.5-prozentig angereichertem Uran entzogen hätte, die zum Bau einer Atombombe weiter angereichert werden könnte, würde ein ähnlicher Deal heute nichts Derartiges leisten. Der Iran hat mehr angesammelt, als er für zwei Atombomben bräuchte, und ihm die ursprüngliche Menge zu entziehen, würde diese Möglichkeit nicht beeinträchtigen.

Wenngleich der Iran sich zu Gesprächen bereit erklärt hat, sollte dies nicht als Zeichen dafür genommen werden, dass die Situation sich ändern wird."

Die vollständige Analyse samt den zehn Fragen gibt es unter dem folgenden Link: http://www.inss.org.il/publications.php?cat=21&incat=&read=4287

(INss, 08.08.10)


Iran schwört Libanon und Syrien Unterstützung gegen Israel

Irans Aussenminister Manouchehr MottakiDer iranische Aussenminister Manouchehr Mottaki hat am Sonntag verkündet, dass die Islamische Republik dem Libanon und Syrien im Falle einer militärischen Auseinandersetzung mit Israel zur Seite stehen werde.

"Die iranische Regierung und Nation sind willens, Libanon und Syrien gegen jede mögliche israelische Aggression zu unterstützen", sagte Mottaki in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem libanesischen Amtskollegen Ali Al-Shami in Teheran.

Mottaki bezog sich auf den jüngsten Zwischenfall an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon, bei dem vergangene Woche ein israelischer Offizier und fünf Libanesen getötet wurden, und bemerkte dazu: "Die Schritte des zionistischen Regimes und seine jüngste Aggression zeigen noch mehr seine Verzweiflung als seinen Willen, Macht zu demonstrieren." Er fügte hinzu: "Israel versucht sich aus der Sackgasse zu retten, in die es gelangt ist…. Sollte es eines Tages den Weg von Krieg, Terror und Aggression verlassen, wird es aufhören zu existieren."

Unterdes traf sich der politische Berater von Grossayatollah Seyyed Ali Chameini, Ali Akbar Velayati, mit Syriens Präsident Bashar Assad. Die beiden gaben eine gemeinsame Erklärung ab, in der es heisst: "Der islamistische Widerstand in Palästina und im Libanon ist der einzige Weg, mit der Gier des zionistischen Regimes fertig zu werden."

(Yedioth Ahronoth, 08.08.10)

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