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Israels Operation gegen die Hisbollah

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Inhalt

Die Ereignisse an der israelisch-libanesischen Grenze seit 2000
 

Am 24. Juli 2000 bestätigt UN-Generalsekretärs Kofi Annan dem Präsidenten des Sicherheitsrats den vollständigen Rückzug Israels aus Südlibanon. Die Resolution des UN-Sicherheitsrats 1559 fordert die Stationierung libanesischer Truppen im Süden des Libanon.

Gleichzeitig gibt Ministerpräsident Ehud Barak folgende Erklärung ab:

„Von nun an ist die Regierung Libanons verantwortlich für das, was in ihrem Territorium geschieht, und die libanesische und syrische Regierung sind dafür verantwortlich, Terroranschläge oder feindliche Aggressionen gegen Israel zu verhindern, das sich ab heute innerhalb seiner eigenen Grenzen befindet.“

7. Oktober 2000 - Entführung von drei Soldaten von Har Dov: Adi Avitan, Omer Soued, Binyamin Avraham

26. November 2000 - Eine Sprengladung detoniert neben einem IDF Konvoi, der IDF Soldat Khalil Taher wurde getötet und zwei weitere Soldaten wurden verletzt.

1. April 2001 - Eine 42-jährige Israelin wird in Haifa erstochen. Für den Mord ist eine Terrorzelle verantwortlich, die im Juli ausgehoben wurde. Sechs Mitglieder einer mit der Hisbollah verbundenen palästinensischen Terrorzelle übernahmen nach der Verhaftung die Verantwortung für die Initiations-Tat.

16. Februar 2001 - Beschuss eines IDF Konvois auf dem Har Dov. IDF Soldat Elad Shneor wird getötet, drei weitere werden verletzt.

28. April 2001 - Ein 60-jähriger Israeli wird in Kfar Ba'aneh nahe Carmiel in Galiläa erstochen. Drei dafür verantwortliche Terroristen wurden im Juli festgenommen. Auch dieser Mord war eine Initiations-Tat für eine neue Terrorzelle.

14. April 2001 - Beschuss eines IDF Konvois am Har Dov. IDF Soldat Elad Litvak wird getötet.

12. März 2002 - Infiltration: In einem Beschuss an der Shlomi-Metzuba Strasse werden sechs israelische Zivilisten getötet, darunter Leutnant German Rojkov.

29. August 2002 - Beschuss eines IDF Konvois am Har Dov. IDF Soldat Ofer Misali wird getötet, zwei weitere werden leicht verletzt.

7. Mai 2003 - Hisbollah greift IDF Positionen in Har Dov mit schweren Raketen, Mörsergranaten und Gewehren an. Ein israelischer Soldat wird getötet, fünf weitere verletzt.

20. Juli 2003 - Hisbollah-Heckenschützen schiessen auf einen Aussenposten nahe Shtula, wobei zwei Soldaten getötet werden.

10. August 2003 - Haviv Dadon, 16, aus Shlomi, wurde von einem Schrapnell in der Brust getroffen und getötet, als die Hisbollah eine Fliegerabwehrrakete aus dem Libanon abfeuerte, vier weitere wurden verletzt.

6. Oktober 2003 - Stabsunteroffizier David Solomonov wurde getötet, als die Hisbollah südlich des Fatma Gate im östlichen Sektor auf eine IDF Truppe schiesst. Zusätzlich feuert sie Raketen auf einen IDF Posten in der Gegend von Reches Ramim.

19. Januar 2004 - Eine Panzerabwehrrakete wurde auf eine IDF Einheit geschossen, als sie Sprengladungen nahe Zari’t entschärfte. Ein IDF Soldat, Yan Rotzenski, wurde getötet und ein weiterer schwer verletzt.

7. Mai 2004 - Beschuss am Har Dov Sektor: IDF Soldat Dennis Leminov wurde getötet, und zwei weitere schwer verletzt.

20. Juli 2004 - Hisbollah-Heckenschütze beschiesst einen IDF Posten im westlichen Sektor der israelisch-libanesischen Grenze. Zwei Soldaten werden getötet.

9. Januar 2005 - Eine Sprengladung detonierte in einer IDF Patrouille in Nahal Sion. Ein israelischer Soldat und ein UN Offizier wurden getötet.

7. April 2005 - Entführung von zwei israelischen Arabern aus dem Dorf Rajar an der israelisch-libanesischen Grenze von der Hisbollah, die für vier Tage festgehalten werden, um Informationen über Israel zu erpressen.

29. Juni 2005 - Mehr als 20 Mörsergranaten wurden über die Grenze geschossen. Der Hauptgefreite Uzi Peretz von der Golani-Einheit wurde getötet und vier weitere verletzt, darunter auch der Arzt der Einheit. Bei dem Gefecht wurden von Hubschraubern und Flugzeugen fünf Hisbollah-Stellungen in der Region um Reches Ramim beschossen.

29. Juli 2005 - Der UN-Sicherheitsrat verabschiedet auf der 5241. Sitzung die Resolution 1614

21. Nov. 2005 - Ein Entführungsversuch wurde vereitelt, als eine Fallschirmjägerpatrouille nahe Rajar eine angreifende Hisbollaheinheit entdeckte. Der Gefreite David Markovitz erschoss alle 4 Angreifer.
Bei einem schweren Mörsergranaten- und Katyusha-Angriff wurden 9 Soldaten und zwei Zivilisten verletzt.

27. Dez. 2005 - Eine Terroreinheit, die mit der Al-Qaida verbunden ist, feuert 6 Katjuscha-Raketen ab, die ein Haus in Kiryat Shmona und ein Haus in Metulla zerstören. Als Reaktion greift die IAF ein Trainingslager der Volksfront im Süden Beiruts an.

17. Mai 2006 - Der UN-Sicherheitsrat verabschiedet auf der 5440. Sitzung die Resolution 1680

27. Mai 2006 - Ein IDF Soldat wird durch Katjuscha-Raketen verletzt, die auf einen Militärstützpunkt am Berg Meron in Galiläa angeschossen wurde.

12. Juli 2006 - In einem akribisch geplanten Angriff der Hisbollah sind Terroristen nach Israel eingedrungen und haben eine Panzerabwehrrakete auf eine IDF Patrouille entlang der westlichen Grenze nahe Zarit gefeuert, wobei acht Soldaten getötet und zwei entführt wurden.
Zusätzlich begann der andauernde Raketenbeschuss durch die Hisbollah auf zivile Ziele, nämlich die Städte und Dörfer im Norden Israels von libanesischem Territorium aus.

Israels Operation gegen die Hisbollah beginnt.

(MFA, 2006)

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Anstieg der Hisbollah-Aktivitäten im Jahresverlauf 2006
Dr. Reuven Erlich, Center for Special Studies, 3. August 2006
 

Im ersten Halbjahr 2006 war ein bedeutender Anstieg im Umfang der Aktivitäten der Hisbollah mit verschiedenen Terrororganisationen im Gazastreifen und in der Westbank zu verzeichnen. Dies findet Ausdruck darin, dass mehr Gelder gezahlt, mehr Aktivisten rekrutiert und mehr Anweisungen zur Durchführung von Terroranschlägen gegeben wurden und so auch die Terrorwarnungen, die der Hisbollah zuzuschreiben sind, zugenommen haben. Gleichzeitig führte die Organisation ihre Versuche fort, Informationen im Sicherheitsbereich und auch im zivilen Sektor Israels zu sammeln.

Die Aktivitäten der Hisbollah mit Terrororganisationen in der Westbank und im Gazastreifen.
Im Laufe des ersten Halbjahres 2006 war ein Anstieg von ca. 300% in der Anzahl der Aktivitäten der Terrororganisationen zu erkennen, die unter Anweisung der Hisbollah agieren. Derzeit erhalten ca. 80 Organisationen im Westjordanland und im Gazastreifen ihre Anweisungen von der Hisbollah.

Terror-Aktivitäten unter der Führung der Hisbollah - Juli 2006:

80 gesamt
30 im Gazastreifen
40 im nördlichen Westjordanland (Samaria)
10 im südlichen Westjordanland (Judäa)

Die ansteigende Tendenz bei den Aktivitäten der Hisbollah mit verschiedenen Organisationen begann sofort nachdem die israelischen Truppen den Gazastreifen verlassen hatten (September 2005) und zeigt sich in der ausgeweiteten Rekrutierung von neuen Terrororganisationen neben der Stärkung der bestehenden Organisationen, grösseren Gelderlieferungen, Absprachen bezüglich Waffenlieferungen, der Weitergabe von Anweisungen für Anschläge und der Koordination von Treffen mit Befehlshabern der Hisbollah in arabischen Ländern.

Dementsprechend gab es eine Zunahme der Terrorwarnungen, die diesen Organisationen bezüglich der Absicht, Anschläge nach verschiedenen Entwürfen zu verüben, zugesprochen werden, darunter Selbstmordattentate, Sprengsätze, Beschuss und Entführungen. Einen weiteren Schwerpunkt legt die Hisbollah auf die Verbesserung der Fähigkeit des Beschusses entlang der verschiedenen Organisationen in der Westbank und Versuche, Anschläge nach diesem Entwurf in die Tat umzusetzen.
Gleichzeitig zum Anstieg der Aktivitäten der Organisationen haben die Antiterrormassnahmen gegen diese Organisationen zugenommen, wobei im ersten Halbjahr 2006 ca. 35 Terroristen aus der Westbank festgenommen wurden, die ihre Anweisungen von der Hisbollah erhalten hatten.

Zu dem Anstieg im Umfang der Aktivitäten kam es nach Monaten relativer Ruhe vor der Abkopplung vom Gazastreifen und vom nördlichen Westjordanland 2005, in denen die Hisbollah den verschiedenen Organisationen die Anweisung gegeben hatte, die Terroraktionen herunterzuschrauben und zwar mit dem Ziel, den Prozess bis zum Ende durchzuführen. Die Terroristen wurden angewiesen, sich darauf zu konzentrieren, Waffen anzusammeln, Mitglieder zu rekrutieren, Informationen über mögliche Ziele zu sammeln und sich auf den Tag des Befehls vorzubereiten.
Am Ende der Abkopplung hat die Hisbollah wieder begonnen, in direktem Kontakt mit ihren Anhängern in der Westbank zu agieren, nach langen Monaten des Kontakts durch „Vermittler“ mit dem Ziel, die Westbank im Allgemeinen und Samaria insbesondere zum künftigen Kampf-Zentrum zu machen.
Gleichzeitig ist die Hisbollah weiterhin an der Planung von Terroranschlägen der Aktivisten im Gazastreifen beteiligt, einschliesslich der Angriffe auf israelische Ziele jenseits der Grenz-Linie.
Die fehlende Kontrolle der Palästinensischen Autonomiebehörde am Grenzübergang Rafiah hat zur Zunahme der Aktivitäten der Organisationen im Gazastreifen geführt, da die Ausreise von Terroristen, die Anweisungen der Hisbollah erhalten haben, aus dem Gazastreifen zu Treffen mit ihren Drahtzieher möglich ist. Bei diesen Treffen durchlaufen die Aktivisten Kurse zur Verbesserung ihrer Fähigkeiten und werden sogar am Schmuggel von Kampfmitteln beteiligt, den die Hisbollah im Gazastreifen durchführt.
Die Beteiligung der Hisbollah an Terroraktionen der verschiedenen Organisationen im Gazastreifen und der Westbank hat zur Verbesserung der Fähigkeiten geführt, sowohl was die Mittel wie auch die Motivation dieser Organisationen angeht. Dementsprechend kam es zu einer verhältnismässig grösseren Anzahl an Verletzten pro Anschlag:
Seit dem 1. Januar 2004 bis zum 15. Juli 2006 verübten Organisationen, die von der Hisbollah angewiesen wurden, 139 Anschläge, bei denen 41 Israelis getötet und 94 verletzt wurden. Ca. 20 dieser Anschläge wurden im ersten Halbjahr 2006 verübt.

Ein auffallendes Beispiel für einen Anschlag, der von einer Organisation verübt wurde, die von der Hisbollah Anweisungen erhielt, war der Selbstmordanschlag in Kadumim, der im März 2006 verübt wurde. Ein Selbstmordattentäter hielt als Anhalter einen Wagen an und sprengte sich im Laufe der Fahrt in die Luft. Die vier Insassen des Fahrzeugs wurden zusammen mit dem Attentäter durch die Explosion getötet. Ein weiteres herausragendes Beispiel war ein Anschlag am 17. Juli 2006, bei dem bei einer Militäroperation in Nablus ein Sprengsatz neben einer israelischen Einheit gezündet wurde. Dabei wurde ein Soldat getötet, mehrere Soldaten wurden verletzt.
Diese beiden Anschläge wurden von Aktivisten der Tanzim in Nablus durchgeführt, die mit der Hisbollah im Libanon in Kontakt stehen, welche ihnen Gelder und Anweisungen zu Terroraktionen schickt.
Verhöre haben ergeben, dass die Fähigkeiten der Hisbollah, den Aktivisten grosse Summen zu zahlen, ein Hauptantrieb zur Durchführung von Terroraktionen ist. Die Organisation ermuntert zur Durchführung einer grossen Anzahl von Anschlägen für eine entsprechende Bezahlung. Dafür stellt die Organisation eine Finanzierung von ca. 10 Millionen Dollar jährlich zur Verfügung, die auch für die Unterstützung der Familien der Attentäter, Gefangene und Verletzte bestimmt sind.
Die meisten Aktivisten, die von der Hisbollah angewiesen werden, sind Tanzim-Aktivisten, doch in den letzten Wochen gibt es einen Anstieg bei den Versuchen, Aktivisten des Islamischen Jihad für Aktionen der Hisbollah zu rekrutieren, hauptsächlich angesichts deren nachweisliche Fähigkeit, Anschläge zu verüben.

Aktivitäten der Hisbollah bezüglich Spionage und Sammeln von Informationen über Israel:

Neben der Anfeuerung zu Terroranschlägen auf israelischem Gebiet, beschäftigt sich die Hisbollah seit bereits zwei Jahren und heute noch mehr mit dem Sammeln von Informationen über Israel in verschiedenen Bereichen, darunter:

- Informationen über das Sicherheitssystem des Staates Israel
- Informationen über zivile Infrastruktur (Strom, Energie, Chemikalien)
- Informationen über Politik und geistige Prozesse in der israelischen Gesellschaft
- Informationen über Standorte und Bewegungen der israelischen Truppen an der nördlichen Grenze
- Alarmierende Informationen über geplante Angriffe Israels gegen den Libanon

In den Tagen der Kämpfe im Südlibanon agiert die Organisation ununterbrochen, um Informationen über die Standorte und die Ergebnisse der Katjuschaangriffe, Aktionen der israelischen Armee im Libanon und Vorbereitungen der Armee und des Hinterlandes auf die Fortführung der Kämpfe zu erhalten.

Die Informationen sammelt die Hisbollah mit Hilfe von Agenten und Helfern, die im Dienst der Organisation agieren, aber auch aus offenen Quellen, darunter die israelische Presse.
Die Hisbollah versucht Agenten zu rekrutieren, die Zugang zu wertvollen Informationen haben, zivilen und militärischen Informationen, die aus persönlichem Antrieb agieren oder irgendeine Schwäche haben, die ausgenutzt werden kann und mit denen Treffen im Ausland gehalten werden können. Besonders muss auf Drogenhändler hingewiesen werden, die sich unter diesen Leuten befinden und auch solche, die an anderen Straftaten beteiligt sind, Militärs oder Polizisten (ehemalige oder noch im Dienst), Journalisten und Geschäftsleute. Zudem versucht die Hisbollah, Agenten aus der arabischen Bevölkerung und Leute mit ausländischen Pässen zu rekrutieren, die dazu benutzt werden, im Laufe einer Touristenreise oder eines Familienbesuchs in Israel Informationen zu sammeln. Ausserdem ist bekannt, dass die Hisbollah versucht, über ihre Agenten auch Juden zu rekrutieren.
Als Teil der Aktionen zum Sammeln von Informationen über Israel baute die Hisbollah ein verzweigtes Kontaktnetz für israelische Drogendealer und Kriminelle im ganzen Land auf. Dazu nutzte sie den Drogenschmuggel an der nördlichen Grenze, der unter dem Befehl und der Kontrolle der libanesischen Drogenbarone geschieht. An erster Stelle steht Ayad Biro, Bewohner aus Kfar Kila, der an der Entführung von Elhanan Tennbaum beteiligt war. Die Hisbollah machte für diesen Handel das Erhalten von Informationen von der israelischen Seite zur Bedingung, zusätzlich zur den gezahlten Geldern für die Drogen.
Die Informationen, die von den verschiedenen Agenten gesammelt werden, werden benutzt, um Anschläge nach verschiedenen Entwürfen an der nördlichen Grenze vorzubereiten. Die Entführung, die zu Beginn der derzeitigen Kämpfe im Libanon stand, ist ein aktuelles und schmerzhaftes Beispiel für das Ziel der Informationssammlung der Hisbollah. Ausserdem benutzt die Hisbollah Informationen zum Aufbau einer Datenbank von möglichen Zielen, die mit der heute genutzten Raketenreichweite zu treffen sind.
Aufgrund der Tatsache, dass die Hisbollah der vordere operative Arm des Iran ist, der die Aktionen finanziert, Informationen weiterleitet und Aktionen vorbereitet, ist davon auszugehen, dass all die gesammelten Informationen von der Hisbollah über Israel auch an die relevanten Stellen im Iran weitergegeben werden.

(C.S.S., 3.8.)

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Die Geldrouten der Hisbollah
von der Elfenbeinküste bis Paraguay
 

Die Finanzzentren der Hisbollah

„Bevor ich den Libanon verliess, sagten sie mir, dass in Afrika alles möglich ist. Sie haben mir erzählt, dass die afrikanischen Frauen über die Weissen herfallen, als ob der weisse Mann eine klebrige Stange ist, mit der man Vögel fängt. Auch meine Mutter hat anscheinend die gleichen Gerüchte gehört. Als sie meinen Koffer packte, sagte sie mir unaufhörlich „sei vorsichtig Majed, pass bloss auf, mein geliebter Sohn. Alles, aber nicht die schwarzen Frauen. Hüte dich vor ihnen, wie vor einer Epidemie.“

Dieser Wegessegen, den der Libanese Majed erhielt, einer der Helden des Buches „Story of Zahara“ von der libanesischen Autorin Hanan al-Sheikh (2004 auf Hebräisch im Verlag „Andalus“ erschienen, Andalus Books, translated into Hebrew by Mohammed Ghanem) ist keine Erfindung. Afrika, genauer gesagt Westafrika, ist eine der wichtigen Exilregionen, in die die Libanesen gekommen sind und Erfolg hatten. Sierra Leone, Senegal und besonders die Elfenbeinküste dienten und dienen noch immer als „wirtschaftliches Hinterland“, nicht nur des Bankwesens und der libanesischen Handelsgemeinde, sondern auch für die Amal-Miliz und die Hisbollah.

Libanesische Shiloh-Ranch

Die libanesische Verbindung zu Afrika begann am Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als Tausende Libanesen den Südlibanon wegen des landwirtschaftlichen und wirtschaftlichen Misserfolgs in Folge des Untergangs des ottomanischen Imperiums verliessen. Die meisten Auswanderer waren Schiiten, die sich zu Beginn auch in Afrika mit der Landwirtschaft beschäftigten, doch nach kurzer Zeit beherrschten sie den Einzelhandel in der Elfenbeinküste und Sierra Leone und zu den „Shilohs von Afrika“ wurden. Die „Reis-Aufstände“ von 1919 in Sierra Leone zum Beispiel waren gegen die libanesischen Händler gerichtet, die die Preise erhöhten. Aber das grosse Bonanza begann in den 30er Jahren, als der industrielle Diamantenbergbau im Land begann und die Libanesen waren die ersten, die im grossen Stil in den Zweig einstiegen.

Den grössten Gewinn machten die libanesischen Diamantenhändler im illegalen Handel, bevor die Verträge und Vereinbarungen, die diesen Handel regelten, Gültigkeit erhielten. Als 1974 die schiitische Bewegung der Amal von Imam Mussa Al-Sadar gegründet wurde, konnte sie so bereits auf das wirtschaftliche Polster, das ihr die Diamantengemeinde von Sierra Leone bat, bauen.

Dies ist auch die Gemeinde, in der 1938 Nabih Berri geboren wurde, der heutige Leiter der Amal-Bewegung und libanesischer Parlamentspräsident. Zu seinen engen Freunden zählte seinerzeit Jamal Al-Ziad Muhamad, der in den 70er Jahren vom Präsidenten Sierra Leones, Siaka Stevens, zum Vorsitzenden über die Diamanten-, Gold- und Fischerei-Behörden ernannt wurde, die drei wichtigsten Einkommensquellen des Staates. Damals gingen auch grosse Geldsummen mit Hilfe des Diamantenhandels an die Amal, bis Stevens seine Amtszeit 1985 beendete und Joseph Momo an seine Stelle trat. Momo warf Jamal Al-Ziad aus dem Amt, und dieser ging in den Libanon. Dank seiner Kontakte zu Berri erhielt er einen libanesischen Pass. Berri erhielt weiterhin finanzielle Hilfe für seine Organisation aus der mobilen Kasse von Ziad.

In der Zwischenzeit entschied Momo in Sierra Leone, israelischen Diamantenhändlern zu ermöglichen, im Staat zu agieren, und damit zu versuchen, den Einfluss der Libanesen zu neutralisieren, die dem Zweig einen schlechten Ruf eingebracht hatten. Im Bürgerkrieg, der 1991 ausbrach, verliessen zahlreiche Libanesen das Land. Von ca. 30.000 blieben noch 6.000. Doch diese kleine Gemeinde war bereits mehr an die Hisbollah verbunden, nachdem die alten schiitischen Familien, die die Amal unterstützt hatten, gegangen waren und die meisten Geschäfte den neuen libanesischen Einwanderern überliessen, oder einer kleinen Gruppe von Familien, die die Geschäfte der Alten bekamen.

Die westlichen Nachrichtendienste interessierten sich nicht besonders für die afrikanischen Kontakte der Hisbollah. Und im Grunde gibt es bis heute keine genauen Angaben darüber, wie viel Geld die Organisation bei den Diamantengeschäften gemacht hat. Erst nach den Al-Qaida-Anschlägen vom 11. September 2001, als die US-Nachrichtendienste begannen, die Geldrouten der Terrororganisationen zu überprüfen, stand auch die afrikanische Diamantenroute in der Schusslinie.

Man kam unter anderem zu der Erkenntnisse, dass die Leute der Hisbollah, wie auch der Al Qaida, dazu neigen, illegale Diamanten für wesentlich geringere Preise zu kaufen. Mit dem Unterschied, dass die Al Qaida Diamanten als Kapital kauft, die Hisbollah kauft Diamanten zum Handel. So zum Beispiel kauft die Hisbollah Diamanten in Sierra Leone und verkauft sie auf dem Beduinenmarkt und im indischen Mumbai. 2003 stürzte ein Flugzeug der afrikanischen Fluggesellschaft UTA über der Küste von Benin ab. In dem Flugzeug wurden Kuriere der Hisbollah gefunden, die zwei Millionen Dollar bei sich hatten. Es gibt keine Angaben darüber, wie viele solcher Kuriere auf dieser Route unterwegs waren und wie viel Geld sie überbrachten. Man geht davon aus, dass es sich um mehrere Zehnmillionen Dollar jährlich handelte, fast wie die Summen, die die Hisbollah vom Iran erhalten hat.

Das wilde Dreieck

Am anderen Ende der Welt, im Dreiländereck Brasilien, Paraguay und Argentinien befindet sich ein weiteres Finanzzentrum der Hisbollah und anderer Terrororganisationen. In der Stadt Ciudad del Este in Paraguay wohnen ca. 30.000 Libanesen bzw. Menschen mit libanesischer Herkunft. Auch hier blühen die illegalen Aktivitäten fast völlig unbehindert. Private Flugplätze und Wasserrouten haben die Region zum bevorzugten Spielplatz für jeden gemacht, der illegales Geld machen wollte. Bis zum 11. September 2001, denn dann übten die USA Druck auf diese Staaten aus, die Aufsicht über das, was in diesem Dreieck geschieht, auszuweiten.

Der Korrespondent des Magazins New Yorker Jeffrey Goldberg erzählte in einem Artikel, der im Oktober 2002 in Folge eines Besuchs in Ciudad del Este erschien, dass er in der Stadt Hörkassetten mit Reden Nasrallahs gekauft hatte und dass ein Mann ihm anbot, eine Kalaschnikow für 370 Dollar zu kaufen und ihn für noch etwas mehr Geld nach Brasilien zu schmuggeln. Goldberg berichtet, dass er von Sicherheitsstellen in Paraguay erfahren habe, dass es in diesem Dreieck Trainingslager für Hisbollah-Kämpfer gibt, was jedoch vom amerikanischen Aussenministerium nicht offiziell bestätigt wurde.

Was bewiesen wurde, sind die wirtschaftlichen Aktivitäten des Libanesen Ali Khalil Mahari, der Grosshandelsverkauf von gefälschten Programmen betrieb. Ein grosser Teil seiner Einnahmen ging an die Hisbollah. Ein anderer Geschäftsmann, Asad Ahmad Barakat, Inhaber eines grossen Einkaufszentrums der Stadt, wurde verdächtigt, grosse Spendensummen für die Hisbollah gesammelt zu haben, seitdem er 1985 nach Paraguay gekommen war. Bei einer Durchsuchung des Elektronikladens von Barakat wurden Nasrallah-Aufnahmen und Dokumente gefunden, die bezeugten, dass er der Organisation mehrmals Summen von 25.000 bis 50.000 Dollar überwiesen hatte. Unter den Dokumenten, die bei Barakat gefunden wurden, befand sich auch ein Dankesschreiben für die grossen Spenden Barakats an die Organisation.

Barakat floh aus Paraguay und kam anscheinend nach Syrien. Der Staatsanwalt für Drogendelikte in Paraguay geht davon aus, dass Barakat zwischen 1995 bis 2002 ca. 50 Millionen Dollar überwiesen hat. Auch hier fehlen Angaben über den Umfang der Finanzierung von weiteren Spendern und Rekrutierten. Ausländische Zeitungen, die Informationen vor Ort sammelten, erzählen über starken Druck auf libanesische Geschäftsleute, Geld zu spenden und an die Organisation zu übergeben.

Dieses wirtschaftliche Hinterland im Ausland dient auch als operatives Hinterland für alle Aktionen, die die Organisation gegen Israel oder jüdische Zentren umsetzen will. Ein libanesischer Journalist, der selbst einen Teil der Finanzquellen der Hisbollah überprüft hat, erklärte seine Überzeugung so: „Jede libanesische Organisation im Exil ein Hinterland hat. Amal stützt sich auf die Gemeinde in Südamerika, die Hisbollah auf Afrika und Südamerika, andere schiitische Organisationen und auch Drusen geniessen die Unterstützung ihrer Söhne in Nordamerika und die libanesische Regierung auf alle Auswanderer. Denn auch ihr Juden habt ein Exil, das euch finanziert, was ist also der Unterschied?“

Wirtschaftsimperium

Das Wirtschaftsimperium der Hisbollah im Libanon umfasst eine riesige Bau- und Infrastrukturfirma, die im ganzen Land gebaut hat und Wasser- und Stromleitungen in den Dörfern im Süden gelegt hat. Sie beschäftigt sich mit der Verpachtung von Böden und der Vergabe von Landwirtschaftskredite. Zusätzlich unterhält die Hisbollah Krankenhäuser und Schulen, ist Teilhaber der Flughafenbehörden und der libanesischen Fluggesellschaft und stellt Reisedokumente für Bewohner des Südlibanon aus. Man geht davon aus, dass die Hisbollah mehr als 200.000 Menschen im Libanon mit Dienstleistungen versorgt. (Quelle: The Marker online)

(Botschaft des Staates Israel, 9.8.)

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Der israelische Einsatz im Libanon
Fragen und Antworten, 14. Juli 2006
 

Frage: Warum hat Israel so stark auf die Angriffe aus dem Libanon reagiert?

Antwort: Israel wurde am 12. Juli 2006 von der Terrororganisation Hisbollah, die auch in der libanesischen Regierung vertreten ist, unprovoziert von libanesischem Territorium aus angegriffen. Der Angriff wurde auf israelischem Boden gegen israelische Bürger gerichtet - Zivilisten und Soldaten.
Darum hat Israel keine Alternative, als von seinem Recht auf Selbstverteidigung Gebrauch zu machen. Die beiden Ziele der Operation sind zum Einen, die entführten Soldaten zu befreien und zum Anderen die Terrorbedrohung im Norden Israels zu beseitigen.
Aus Israels Sicht ist Libanon für die derzeitige Situation verantwortlich und muss die Konsequenzen dafür tragen.

Frage: Warum behaupten Israel und andere, dass Syrien und Iran in den Terrorismus der Hamas und der Hisbollah involviert sind?

Antwort: Syrien beherbergt in seiner Hauptstadt Damaskus die Hauptquartiere verschiedener palästinensischer Terrororganisationen, einschliesslich das der Hamas.
Seit Jahren stellt Syrien dem Hamas-Führer Khaled Maschal Unterkünfte und logistische Unterstützung zur Verfügung. Von Damaskus aus kommandiert Maschal Terroristen innerhalb der palästinensischen Gebiete, die die andauernden Angriffe gegen Israel und seine Bürger ausführen, einschliesslich der Qassam-Beschüsse und den jüngsten Angriff sowie die Entführung des israelischen Soldaten Gilad Shalit.
Syrien unterstützt die Hisbollah, indem sie den Transport von Waffen und Munition und den Offizieren über den Internationalen Flughafen in Damaskus und über die Grenzen in den Libanon ermöglicht. Die Hisbollah könnte nicht im Libanon operieren, würde sie nicht von Syrien unterstützt werden.

Iran, Hauptfinanzier der Hisbollah, gibt Anweisungen und stellt Waffen sowie den Kader der Revolutionsgarde bereit. In jeder Hinsicht ist die Hisbollah lediglich ein Arm des iranischen Djihad-Regimes.
Iran hat ebenso beträchtlichen Einfluss auf die palästinensischen Terrororganisationen, einschliesslich der Al-Aqsa-Brigaden (Fatah) und Iz a-Din al Qassam-Gruppe (Hamas) und unterstützt deren Terrorzellen mit Geldern, technischen Instruktionen und erteilt Handlungsanweisungen.

Frage: Warum werden Hamas und Hisbollah von Syrien und Iran unterstützt?

Antwort: Syrien und Iran unterstützen diese Terrororganisationen nicht nur, weil sie ihre Ideologie des internationalen Djihad und der sofortigen Vernichtung Israels unterstützen, sondern auch, um in Damaskus und Teheran ihre eigenen Regime zu stärken, um von anderen Themen abzulenken, auf die sich der internationale Druck richtet.
Syrien steht wegen seiner Beteiligung am Mord des früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri und der Einmischung in libanesische Angelegenheiten in wachsender Kritik.
Auf Iran wächst der internationale Druck wegen seines Atomprogramms. Zusätzlich werden beide Regime von der internationalen Gemeinschaft für ihre Verstösse gegen die Menschenrechte verurteilt.
Konsequenterweise betrachtet Israel die Hamas, die Hisbollah, Syrien und Iran als Hauptelemente der Djihad-Terror-Achse, die nicht nur Israel sondern die gesamte Welt bedroht.

Frage: Wie wird Israel Syrien und Iran unter Druck setzen?

Antwort: Es gibt einen sich verstärkenden Konsens in der Internationalen Gemeinschaft, dass der Terror der Dschihadisten eine globale Bedrohung ist, welcher mit Entschlossenheit begegnet werden muss. Israel steht im intensiven Kontakt mit ausländischen Regierungen und Weltorganisationen, um den Druck auf diese Regime zu koordinieren und damit zu sichern, dass sie verstehen, dass der Preis, den sie international für die Unterstützung der Terroristen bezahlen, untragbar hoch sein wird.

Einsatz im Libanon

Frage: Warum erwartet Israel von der libanesischen Regierung nach Jahren der Passivität endlich zu handeln?

Antwort: Es ist die Verantwortung der libanesischen Regierung ihren Verpflichtungen als souveräner Staat nachzukommen und ihre Kontrolle auf alle Gebiet in ihrer Staatlichkeit auszudehnen, wie auch in den UN-Resolutionen 425 und 1559 gefordert. Durch die gegenwärtigen Operationen erhofft sich der Staat Israel Druck auszuüben, dass die Regierung in Beirut die Initiative übernimmt und die internationalen Ermutigungen und das günstige operative Umfeld zur Entwaffnung der Hisbollah und zur Stationierung der libanesischen Armee an der israelisch-libanesischen Grenze nutzt.

Frage: Warum greift Israel Gebäude und Infrastruktur an und bringt dadurch Zivilisten in Gefahr?

Antwort: Israel greift nur Einrichtungen an, die den Terrororganisationen für Angriffe auf Israel dienen. Zum Beispiel hat Israel die Start- und Landebahn des Internationalen Flughafens Beirut beschossen, da dieser zum Nachschub von Waffen und Munition für die Terrororganisation Hisbollah diente. Israel hat des Weiteren Gebäude angegriffen, wie die Studios des Hisbollah-Fernsehsenders Al-Manar, die als wesentliches Mittel der Kommunikation der Terroristen dient. Bedauerlicherweise verstecken die Terroristen absichtlich sich und grosse Mengen von Raketen in Wohngegenden und gefährden damit die benachbarte Bevölkerung.
In jedem Fall unternimmt Israel alle Vorsichtsmassnahmen, um die Zivilbevölkerung einem möglichst geringen Risiko auszusetzen.

Frage: Es scheint, dass Israel einem Zwei-Fronten-Konflikt ausgesetzt ist. Sind die beiden Fronten miteinander verbunden?

Antwort: In seiner Pressekonferenz nach den Angriffen am 12. Juli präsentierte der Generalsekretär der Hisbollah, Hassan Nasrallah, eine Liste mit Forderungen zur Freilassung der entführten Soldaten. Diese beinhaltete die Forderung, Hamas-Terroristen sowie Mitglieder der Hisbollah frei zu lassen. Dieser Umstand weist darauf hin, dass zwischen den beiden radikal-islamischen Terrororganisationen nicht nur eine Koordination auf ideologischer Ebene, sondern auf operativer Ebene stattfindet.

Frage: Israel hat geäussert, dass man nicht mit der Hamas verhandeln wird, was ist mit der Hisbollah?

Antwort: In Folge der Angriffe vom 12. Juli 2006 sagte Ministerpräsident Ehud Olmert: „Israel wird sich nicht der Erpressung beugen und wird nicht mit Terroristen über das Leben von israelischen Soldaten verhandeln.“

(MFA, 14.7.)

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Der israelische Einsatz im Libanon
Fragen und Antworten, 20. Juli 2006
 

Frage: Warum beschiesst Israel zivile Gebäude und Infrastruktur?

Antwort: Die Hisbollah feuert wahllos Raketen auf israelische Bevölkerungszentren. Fünfzehn Zivilisten, Juden ebenso wie Araber, sind getötet worden - darunter zwei Kinder. Anschläge gegen grosse Städte wie Haifa, kleine Farmen wie Meron arabische Dörfer wie Majdal Krum und christliche und jüdische Ortschaften wie Safed und Nazareth sind ausgeführt worden. Im Gegensatz dazu zielt Israel nur auf Einrichtungen, die der Hisbollah direkt in der Ausübung ihres Terrors helfen.
So zum Beispiel ist der Internationale Flughafen Beirut zum Waffentransport und von Ausbildern aus Iran genutzt worden, so wie die Brücken im Norden Libanons und die Beirut-Damaskus-Autobahn, die ebenfalls dem Transport von Waffen, Nachschub von Munition und Terroristen dienen. Ebenso ist der Hisbollah-TV-Sender „Al-Manar“ getroffen worden, der für die Kommunikation der Terroristen von grosser Bedeutung ist und unablässig antisemitische Hetze verbreitet.
Die Terroristen verstecken sich und ihre Raketen vorsätzlich inmitten der Wohnviertel und gefährden damit die Bevölkerung. Tatsächlich sind viele der bereits auf Israel abgeschossenen Raketen von Privathäusern aus abgefeuert worden, um Israels Reaktion zu durchkreuzen, da die Hisbollah-Terroristen die sie umgebenden Zivilisten als Schutzschilde für ihre Angriffe missbrauchen. Trotz dieses grausamen Missbrauchs ist Israel ausgesprochen bedacht, das Risiko für die Zivilbevölkerung so gering wie möglich zu halten, oft auf Kosten von strategischen Vorteilen. So wurden zum Beispiel Flyer ausgeworfen, die die unbeteiligte Bevölkerung davor warnten, dass Hisbollahstellungen angegriffen würden, obwohl dadurch der Überraschungsvorteil verloren ging.

Frage: Wenn Syrien und Iran hinter dem Terrorismus stehen, warum attackiert Israel den Libanon?

Antwort: Israel greift nicht die Regierung Libanons an, sondern die Hisbollah-Posten innerhalb Libanons. Israel vermeidet, auf libanesische Militärstützpunkte zu schiessen, sofern diese nicht dazu dienen, die Hisbollah zu unterstützen, wie zum Beispiel die von Israel zerstörten Radaranlagen, die dazu eingesetzt wurden, den Terroristen den Abschuss einer Land-zu-See-Rakete auf eine israelische Korvette zu ermöglichen.
In Bezug auf Syrien und Iran hat Israel keine Interessen, die Operationen über den Gazastreifen und den Libanon hinaus auszuweiten, sondern ist sich im Klaren, dass die beste Reaktion auf die Terrorbeteiligung Syriens und Irans gemeinsamer diplomatischer Druck ist.

Frage: Welche diplomatischen Bemühungen führen zum Ende der Krise?

Einsatz im Libanon

Antwort: In Bezug auf den Libanon ist sich Israel bewusst, dass auch wenn im Moment militärische Aktionen notwendig sind, um die israelischen Bürger vor der akuten Bedrohung durch die Infrastruktur der Hisbollah zu schützen, letztendlich nur die Situation diplomatisch gelöst werden kann.
In dieser Hinsicht gibt es keine Differenzen zwischen der israelischen Position und der der internationalen Gemeinschaft. Die Forderungen der G-8 und Israels für eine solche Lösung sind:
- die Rückkehr der Soldaten, Ehud Udi Goldwasser und Eldad Regev;
- ein umfassender Waffenstillstand;
- die Stationierung der libanesischen Armee im gesamten südlichen Libanon;
- die Vertreibung der Hisbollah aus der Region und
- die Erfüllung der UN Resolution 1559.

An der palästinensischen Front wird Israel weiterhin Terrorbekämpfungsmassnahmen unternehmen, bis die Hamas den Terror einstellt, die Geisel Gilad Shalit sicher nach Hause zurückgekehrt ist und die Qassam-Raketenbeschüsse auf israelische Städte eingestellt wurden.Es wird keine Verhandlungen über eine Freilassung von Gefangenen geben.

Frage: Wie lange wird der israelische Einsatz dauern?

Antwort: Die internationale Gemeinschaft ist sich im Klaren, dass der Einsatz nicht beendet werden kann, bis die G-8-Forderungen umgesetzt werden. Während diplomatische Verhandlungen notwendig sind, um die Umsetzung zu fördern, kann der Beginn dieser Verhandlungen nicht die Einstellung des Einsatzes bedeuten. Dies wird nur nach der Freilassung der entführten Soldaten und der Beseitigung der Raketenbedrohung gegen Israel geschehen.

(MFA, 20.7.)

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Die diplomatischen Bemühungen
Hintergrund-Information, 26. Juli 2006
 

Die unerträgliche Situation, die in den 6 Jahren seit dem Rückzug der israelischen Armee aus dem Südlibanon entstanden ist, macht es notwendig, dass Israel nun zwei Ziele anstreben muss, um seine Bevölkerung zu schützen - die Beseitigung der Bedrohung durch Raketen- und Terroranschläge der Hisbollah und die Errichtung einer nachhaltigen Stabilität entlang seiner nördlichen Grenze.
Während ein Teil dieser Ziele durch militärische Operationen erreicht werden können, können andere nur durch Diplomatie erreicht werden.

Während die IDF die Aufgabe haben, die Terrorstützpunkte und Waffen zu zerstören, ist es in der Verantwortung der politischen Ebene, abzusichern, dass sich die Hisbollah in Zukunft nicht wieder bewaffnen kann. Die Diplomatie muss auch sicherstellen, dass der Iran nach der Beendigung der militärischen Operation der Hisbollah keine weiteren Waffenlieferungen und Offiziere zur Verfügung stellt und dass Syrien nicht länger Hilfestellung leistet, über seine Grenzen und Flughäfen diese Waffen und Terroristen zu schleusen. Wenn die diplomatischen Bemühungen versagen, wird der Libanon zur selben Situation zurückkehren, die den derzeitigen Konflikt herbeiführte.
Israels Beratungen mit den Aussenministern aus Europa und den USA in dieser Woche sollten daher nicht nur als Reaktion auf die Militäroperation, sondern auch als Gelegenheit zum Voranbringen gemeinsamer Ziele zur regionalen Stabilität verstanden werden. Diese Ziele beinhalten nicht nur die Bewahrung militärischer Erfolge, die die Hisbollah geschwächt haben, sondern auch das Erreichen einer langfristigen und realisierbaren Lösung der Sicherheitsfragen.

In einer Reihe von Schlüsselfragen besteht Übereinkunft zwischen Israel und der internationalen Gemeinschaft, so bestätigt durch die Stellungnahme der G-8 Staaten bei ihrem jüngsten Treffen in St. Petersburg. Es wurde erkannt, dass die Hisbollah durch ihren unprovozierten grenzüberschreitenden Terrorismus, die Verantwortung für die Krise trägt. Es ist ebenfalls eindeutig anerkannt, dass diese Bedrohung eine regionale ist, die eine Achse von terroristischen Organisationen und unterstützenden Staaten umfasst, wie Hisbollah, Hamas, Syrien und Iran. Es besteht Einverständnis darüber, dass die Säulen einer Lösung der Krise die bedingungslose Freilassung der entführten Soldaten, die Entwaffnung der Hisbollah, die Ausübung der vollen Souveränität der libanesischen Regierung über das gesamte Territorium Libanons und die Stationierung der libanesischen Armee an der südlichen Grenze des Landes, in Übereinkunft mit der UN-Sicherheitsresolution 1559, sind.

(Botschaft des Staates Israel, 26.7.)

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